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  • Die Deutsche Bank erhält die Konzession für die Anatolienbahn

    Der berühmte Orient-Express fährt schon, als die Deutsche Bank am 4.10.1888 den Auftrag bekommt, die Bahnstrecke quer durchs Osmanische Reich weiterzubauen.



    Für den Eisenbahnbau braucht die osmanische Regierung allerdings Geld - ein großes Problem für das hoch verschuldete Reich. Daher erteilt der Sultan am 4. Oktober 1888 der Deutschen Bank die Konzessionsrechte zum Bau und Betrieb einer kleinasiatischen Bahn, die zunächst von Konstantinopel nach Ankara führen soll. Schienen, Waggons und Baumaterial liefert die deutsche Industrie, deutsche Ingenieure leisten Bauaufsicht. 1896 - acht Jahre nach Erteilung der Lizenz an die Deutsche Bank - ist Ankara schließlich über den östlichen Arm erreicht.

    Doch die Fertigstellung dieses Mammutprojekts ist erst der Anfang: Zwei Jahre später hat Sultan Abdülhamid II. mit der Bagdadbahn eine neue Idee. Mit weiteren 1.600 Kilometern Schiene sollen Istanbul und Bagdad miteinander verbunden, und so die entlegenen Provinzen erschlossen werden. Tatsächlich beginnen 1903 die Bauarbeiten. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der das Ende des Osmanischen Reichs einleitet, verhindert für lange Zeit die Fertigstellung.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • Warum das Osmanischen Reich als der "Kranke Mann am Bosporus" bezeichnet wird.
    • Welche Erfahrungen die Deutsche Bank mit dem Eisenbahnbau mitbringt.
    • Warum Reisende der Anatolienbahn anfangs mit dem Schiff über den Bosporus müssen.
    • Was die Bagdadbahn mit dem Völkermord an den Armeniern zu tun hat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ignaz Civelli: Deutsche Schienen in osmanischem Boden. Eine virtuelle Reise mit der Anatolischen und Bagdadbahn durch Geschichte, Wahrnehmungen, Raum und Zeit (2007)
    • Werner Plumpe, A. Nützenadel und Catherine R. Schenk: Deutsche Bank. Die globale Hausbank 1870-1920 (2020)
    • Manfred Pohl: Von Stambul nach Bagdad. Die Geschichte einer berühmten Eisenbahn (1999)
    • Paul Lindenberg: Auf deutschen Pfaden im Orient (2014 - Nachdruck des Originals von 1902)

    Weiterführende Links:
    • 4. Oktober 1883 - Offizielle Jungfernfahrt des Orient-Expresses
    • Geschichte der Türkei

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Der Deutschlandsender: SED-Radio für den Westen?

    Amerikanische Truppen beeinflussen, DDR-Geflüchteten Vorwürfe machen. Gegründet am 3.10.1948, war der Deutschlandsender das Sprachrohr der SED für Gesamtdeutschland.



    Die Kernbotschaft Richtung Westen: In der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR ist die Welt eine bessere. Das Böse ist da, wo der Sozialismus nicht ist. Die Nachrichtensendungen spulen routiniert die Parteifloskeln ab. Es ist die offensichtliche Verweigerung politischer Debatten jenseits vorgefertigter ideologischer Sprach-Codes.
    Es wirkt wie ein Grundrauschen des Alltags. Die DDR-Medien als Abbildung einer Floskel-Republik voller vorgestanzter Sätze, vor denen es kein Entkommen gibt, weil sie überall präsent sind: in allen offiziellen Reden, bei denen von der Obrigkeit vorgegebenen Losungen für die organisierten Massendemonstrationen und in den Medien sowieso.
    Das "Grundrauschen des Sozialismus" dauert über 40 Jahre. Dann vermeldet auch die "Stimme der DDR", dass der Weg über die Grenze für alle offen ist.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • Wie der Deutschlandsender zum SED-Radio für den Westen wurde
    • Warum der Staatsrundfunk kaum mehr als ein Sprachrohr der Mächtigen war
    • Weshalb das Propaganda-Programm nirgends echte Begeisterung hervorrief
    • Was den Verlautbarungs-Journalismus so ermüdend machte

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Klaus Feldmann, Nachrichtensprecher
    • Karin Pfundstein, Deutsches Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg
    • Gunter Holzweißig: Die schärfste Waffe der Partei. Eine Mediengeschichte der DDR. Böhlau Verlag 2002

    Weiterführende Links:
    • Erlebte Geschichten Klaus Feldmann

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Matti Hesse
    Onlineproducer: Christoph Tiegel

    15 min
  • Der King in Deutschland: Elvis Presley tritt Wehrdienst an

    Am 2. Oktober 1958 tritt der "King" im hessischen Friedberg seinen Militärdienst an. Der weltberühmte Film- und Fernsehstar und Plattenmillionär bleibt 18 Monate.



    Bei seiner Ankunft mit dem Schiff in Bremerhaven warten schon Hunderte Jugendliche, die Polizei und das Fernsehen. Denn auch diesseits des Atlantiks sind viele von Elvis Presleys neuen, schnellen und wilden Musikstil begeistert. Der 23-Jährige enttäuscht die wartenden Fans nicht: Seinen Seesack hat er lässig über die Schulter geworfen – ungewohnte Coolness im piefigen Nachkriegsdeutschland. Dabei gibt sich der Musiker bodenständig, offen und freundlich: "Ich freue mich aus Deutschland, auf das Land, und darauf, die Menschen kennenzulernen", sagt er vor seiner Abreise.

    Nur Konzerte geben darf der "King of Rock 'n' Roll" in Deutschland nicht. Stattdessen verbringt er seine Tage in der Kaserne in Friedberg. Nach Dienstschluss warten jeden Tag seine deutschen Fans auf ihn, um ein Autogramm zu ergattern oder ihm Musik vorzuspielen. In Deutschland lernt Elvis auch seine spätere Ehefrau Priscilla kennen, ihr Stiefvater ist im gleichen Bataillon wie er stationiert. Zurück in den USA spielt Elvis in "G.I. Blues" (im Deutschen "Café Europa) einen Soldaten in Deutschland und sein im Film gesungenes "Muss i denn zum Städtele hinaus" wird ein Welthit.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • Wo sich heute noch die Spuren von Elvis Presley in Bad Nauheim finden.
    • Wie Fans seinerzeit den King live erlebt haben.
    • Warum seine Stationierung in Hessen wichtig für das deutsch-amerikanische Verhältnis war.
    • Wieso das Haus der Geschichte Elvis Presley eine eigene Ausstellung gewidmet hat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Heinrich Burk und Hans Ulrich Elter: The King in Germany 1958-1960. B+U Verlag 2008
    • Maria Hesterberg: Elvis. Populäre Irrtümer und andere Weisheiten. Klartext Verlag 2021
    • John Robertson: Elvis Presley: Story und Songs kompakt. Bosworth Edition 2004
    • Elvis in Bad Nauheim: Auf den Spuren von Elvis in Bad Nauheim
    • CD Edition Elvis Presley Made In Germany - The Complete Private Recordings (4-CD, 152 Page Book) Bear family records EAN: 5024545847529

    Weiterführende Links:
    16. August 1977 - Elvis Presley stirbt in Memphis
    10. Januar 1956 - Elvis Presley nimmt "Heartbreak Hotel" auf
    24. Mai 1945 - Priscilla Presley wird in Brooklyn geboren
    8. Januar 1935 - Geburtstag von Elvis Presley

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Matti Hesse

    16 min
  • Wegen Obszönität beschlagnahmt: Die Georg-Baselitz-Ausstellung

    Georg Baselitz ist heute einer der erfolgreichsten deutschen Künstler. Seine erste Einzelausstellung ab dem 1.10.1963 wurde zun Skandal, die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein.



    Stein des Anstoßes sind ein überdimensioniert gemalter Penis und ein onanierender Mann in den Bildern "Der nackte Mann" und "Die große Nacht im Eimer" von Georg Baselitz, so die naheliegende Interpretation der Bilder. Dabei sorgen diese Gemälde am Tag der Ausstellungseröffnung am 1. Oktober 1963 für wenig Aufsehen. Erst als die Presse die folgenden Tage "Galerie Werner & Katz eröffnete obszön" und "Schock in der Kunst-Galerie" titelt, rückt die Staatsanwaltschaft an und beschlagnahmt die beiden Bilder.
    Spekulationen, der Künstler und die Galeristen Werner & Katz hätten den Skandal inszeniert, um den jungen Georg Baselitz bekannt zu machen, weisen sie bis heute zurück. "Nein, das war absolut tödlich, weil die ganze Bourgeoisie lehnte einen Besuch in einer Skandalgalerie ab", erinnert sich Galerist Benjamin Katz später. "Das war also wirklich ein falscher Start", sagt auch Baselitz. Geschadet hat ihm der Skandal aber nicht wirklich, er zählt heute zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern. Auch die Werke haben den Aufenthalt in der Asservatenkammer gut überstanden. Nach einem jahrelangen Prozess hängt "Die große Nacht im Eimer" heute im Museum Ludwig in Köln.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • Was an den konfiszierten Bildern als "obszön" wahrgenommen wurde.
    • Wer den Skandal ins Rollen gebracht haben könnte.
    • Wieso Georg Baselitz wegen "gesellschaftspolitischer Unreife" zuvor vom Osten in den Westen Berlins wechseln musste.
    • Wonach der als Hans-Georg Kern geborene Baselitz seinen Künstlernamen ausgewählt hat.
    • Welches Urteil die Richter gesprochen haben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Georg Baselitz, Künstler
    • Benjamin Katz, Galerist
    • Stephan Diederich, Kurator im Museum Ludwig
    • Martin Schwander, Kurator der Fondation Beyeler

    Weiterführende Links:
    • Erlebte Geschichten mit Georg Baselitz
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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: Matti Hesse

    14 min
  • Kabarett gegen die Nazis: Erika Manns "Pfeffermühle"

    Am 30.9.1933 hatte die "Pfeffermühle" den ersten Auftritt in Zürich. In Deutschland waren die Aufführungen von Erika Manns Kabarett lebensgefährlich geworden.



    Die Direktorin der "Pfeffermühle" Erika Mann erweist sich schon 1933 als äußerst hellsichtig: "Am Ende liegt die Welt in Schutt und Trümmern, die wir so listig-tüchtig aufgebaut." Vorgetragen werden die Verse, Geschichten und Lieder von Therese Giehse. Sie war einst Hitlers erklärte Lieblingsschauspielerin, jetzt ist sie mit Erika Mann liiert und lebt mit ihr im Schweizer Exil. Denn den Nazis hatte das Münchener Programm mit seinen literarisch-komischen Warnungen vor der braunen Gefahr überhaupt nicht gefallen. In Zürich und auf Tourneen weiß man indes die intelligente Satire zu schätzen. Die "Pfeffermühle" gibt über 1.000 Vorstellungen in knapp vier Jahren. Dann reichen die nationalsozialistischen Arme bis in die Schweiz. Erika Mann und Therese Giehse müssen in die USA gehen. Dort bleibt der erhoffte Erfolg einer englischen "Peppermill" aus.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • Wie der Pianist Magnus Henning die erste Idee für ein Theater entwickelt
    • Warum Thomas Mann dem Kabarett den Namen "Pfeffermühle" gibt
    • Wie das satirische Programm Menschen zur Flucht bewegt hat
    • Wieso die Nazis Erika Mann in der Schweiz aufhalten konnten

    *** Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

    • Irmela von der Lühe, Biografin
    • Irmela von der Lühe: Erika Mann. Eine Lebensgeschichte, Reinbek bei Hamburg 2009
    • Helga Keiser-Hayne: Erika Mann und ihr politisches Kabarett "Die Pfeffermühle" 1933-1937, Reinbek bei Hamburg 1995
    • "Warum sind wir so kalt? Erika Manns Exilkabarett "Die Pfeffermühle.“ Hörbuch von Anatol Regnier, Airplay Entertainment 2006
    • ARD Retro: Erika Mann über ihren Vater Thomas Mann

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    *** Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: David Rother
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Das Münchener Abkommen wird beschlossen (am 29.9.1938)

    Im September 1938 entscheidet sich in München das Schicksal der Tschechoslowakei. Das Münchener Abkommen war der gescheiterte Versuch, Hitler zu beschwichtigen.



    Im September 1938 werden Hitlers Drohungen, das Sudetenland mit Gewalt zu annektieren, immer schärfer. Auf dem Nürnberger Reichsparteitag warnt er, "dass das Reich eine weitere Unterdrückung dieser 3,5 Millionen Deutschen nicht mehr weiter hinnehmen wird, und ich bitte die ausländischen Staatsmänner überzeugt zu sein, dass es sich hier um keine Phrase handelt!"

    Großbritanniens Premier Arthur Neville Chamberlain will für die kleine Tschechoslowakei – ein Land, das die meisten seiner Bürger gar nicht kennen – kein Kriegsrisiko eingehen. Denn würde Hitler die Tschechoslowakei überfallen, träte für Frankreich der Bündnisfall ein und Großbritannien wäre auch betroffen. Chamberlain macht ein Angebot. Hitler bekomme seine sudetendeutschen Gebiete, unter der Bedingung, auf militärische Aktionen zu verzichten. Hitler stimmt zu.

    Das Münchener Abbkommen ist Teil der "Appeasement-Politik", Zugeständnissen, mit denen die Westmächte hoffen, Hitler im Zaum zu halten. Sie ignorieren die deutsche Wiederaufrüstung seit 1933, reagieren nicht auf die deutsche Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes 1936 und nehmen den "Anschluss" Österreichs im März 1938 hin. Doch die Beschwichtigungsstrategie geht nicht auf. Schon im März 1939 marschieren deutsche Truppen in die Rest-Tschecheslowakei ein, ein halbes Jahr später in Polen.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • Warum der britische Premier Neville Chamberlain glaubt, er könnte Hitler durch Zugeständnisse beschwichtigen.
    • Welche Rolle der Ökonom John Maynard Keynes für die britische Appeasement-Politik spielt.
    • Warum nicht alle Sudetendeutsche über die Anbindung an Deutschland froh sind.
    • Ob der Westen die Warnzeichen von Vladimir Putins Russland ebenso ignoriert hat wie von Hitlers Nazi-Deutschland.

    *** Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Tim Bouverie, Historiker und Publizist
    • Jürgen Zarzusky und Martin Zückert: Das Münchener Abkommen von 1938 in europäischer Perspektive, München 2013
    • München – Im Angesicht des Krieges. Spielfilm von Christian Schwochow. Netflix 2021.

    Hier der Link zu unserem Hörtipp: BR "Tatort Geschichte" - True Crime meets History

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    *** Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Martin Kropp

    16 min
  • Fünf Hochzeiten und ein Mord: Das Leben des Pompeius

    Heute vor 2070 Jahren, am 28.9.48 v.Chr. wird der römische Politiker Gnaeus Pompeius Magnus ermordet. Sein Gegner Cäsar soll geweint haben, als er dessen abgeschlagenen Kopf in den Händen hält...



    Gnaeus Pompeius Magnus wird im Jahr 106 v. Chr. geboren und ist nur sechs Jahre älter als Gaius Julius Caesar. Er versteht es glänzend, seinen niederen gesellschaftlichen Stand als Plebejer durch fünf strategische Ehen auszugleichen. So ist seine dritte Ehefrau die Tochter eines Patriziers, was Pompeius den gesellschaftlichen Aufstieg in die Nobilität, den Adel Roms, ermöglicht. In vierter Ehe heiratet er Julia, die Tochter Caesars, und stärkt damit auch die Verbindung zu Julius Caesar. Die zerbricht mit Julias Tod im Kindsbett. Im Jahr 49 v. Chr. überschreitet Caesar bei der Rückkehr aus Gallien mit seinen Truppen nicht nur den Rubikon, sondern auch die Grenzen der römischen Verfassung. Es kommt zum Bürgerkrieg, weil Pompeius letzten Endes der Republik und der Verfassung nähersteht, als dem immer machthungrigeren Caesar. Im Streit mit Pompeius siegt aber gegen jede Erwartung Caesar. Pompeius flieht mit seiner fünften Frau nach Ägypten zu König Ptolemaios. Statt Aufnahme findet er dort den Tod - die Ägypter wollen sich im römischen Machtpoker nicht zwischen sämtliche römische Stühle setzen. Am 28. September des Jahres 48 v. Chr., einen Tag vor seinem 58. Geburtstag, wird Pompeius ermordet, sein Kopf als Beweis an Caesar geschickt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • Wie die territoriale Ausbreitung der römischen Republik ihren Untergang beschleunigt.
    • Dass die Ehe zwischen der Tochter des Julius Caesar und Gnaeus Pompeius keine Liebeshochzeit ist.
    • Welche Rolle Piraten beim Aufstieg des Gnaeus Pompeius spielen.
    • Mit welcher Taktik Pompeius im Krieg gegen Caesar jede Schlacht vermeiden will.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen, Interviewpartner und weiterführende Links:
    • Professor Dr. Klaus Martin Girardet (Althistoriker, Universität des Saarlandes)
    • Professor Dr. Ernst Baltrusch (Althistoriker Freie Universität Berlin)
    • Plutarch: Leben des Pompeius, in: Große Griechen und Römer, Bd. 3, übers. von Konrad Ziegle (1955)
    • Ernst Baltrusch: Caesar und Pompeius (2004)
    • Karl Christ: Pompeius, der Feldherr Roms (2004)
    • K. M. Girardet, Januar 49 v. Chr. – Caesars Militärputsch, Vorgeschichte, Rechtslage, politische Aspekte (2017)
    • Zeitzeichen: 13. Juli 100 v.Chr. - Geburtstag von Gaius Julius Caesar
    • Planet Wissen: Das antike Rom

    Hier der Link zu unserem Hörtipp: BR "Tatort Geschichte" - True Crime meets History

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: David Rother
    Technik: Michael Franke
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    16 min
  • Kurt Tucholsky liest in Köln - und wird gewarnt (am 27.9.1928)

    Der unerschrockene Satiriker Kurt Tucholsky wird bei einer Lesung vor rechten Schlägern gewarnt. Das Schreiben behält er immer auf seinem Schreibtisch...



    Ende der "goldenen" 1920er-Jahre geht es in Deutschland wirtschaftlich bergauf, die SPD gewinnt die Reichstagswahlen und stellt den Kanzler. Aber die Gegner der jungen Demokratie geben keine Ruhe. Der Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky attackiert die Gegner der Republik mit Worten. Auf Lesereisen wendet er sich gegen die extremen Nationalisten. Vor einer seiner Reisen nach Köln bekommt er einen Drohbrief: "Man hat etwas gegen Sie vor. Nach Ihrem heutigen Auftritt will ein Aufgebot von wenigstens 50 Mann Sie so zwischen nehmen, dass Sie nicht mehr heil von Köln fortkommen!" Der drohenden Schlägerei entkommt Tucholsky, doch die Warnung sitzt tief. 1929 wandert er resigniert nach Schweden aus. Sein Schriftstellerkollege Erich Kästner schreibt später, in den 1950er-Jahren: Spätestens 1928, im aufgeheizten Klima von Tucholskys vorletzter Lesereise, hätten die Nazis bekämpft werden müssen. Danach sei die öffentliche Stimmung unumkehrbar gekippt.

    In diesem Zeitzeichen erklärt Thomas Pfaff:

    • Wie Kurt Tucholsky seinem Publikum ernste Themen unterhaltsam vermittelt.
    • Womit der Westdeutsche Rundfunk den Zorn der Deutschnationalen geweckt hat.
    • Welche Parallelen es zwischen den sozialen Medien heute und Hasskampagnen damals gibt.
    • Warum Tucholsky sich bei dem Arzt Walther Meyer entschuldigt, der einmal mit ihm verwechselt wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen, Interviewpartner und weiterführende Links:
    • Dr. Mario Kramp, ehemaliger Leiter des Kölner Stadtmuseums
    • Mario Kramp: "Man hat etwas gegen Sie vor" – Kurt Tucholsky in Köln 1928/29." (2022)
    • Kurt Tucholsky und John Heartfield: "Deutschland, Deutschland, über alles" (1980 - Originalausgabe 1929)
    • Kurt Tucholsky: "Das Lächeln der Mona Lisa" (1929)
    • Kurt Tucholsky: "Mit 5 PS" (1928)
    • Der Nationalsozialismus
    • Planet Wissen - Nationalsozialismus
    • Die goldenen Zwanziger
    • Zeitzeichen - 23.02.1899 Geburtstag von Erich Kästner

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: David Rother
    Technik: Jens Buchheister
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    16 min
  • Stanislaw Petrow verhindert einen Atomkrieg (am 26.09.1983)

    "Ich bin kein Held. Ich war nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagt Stanislaw Petrow. An dem Ort, an dem sich entschied, ob es zu einem Atomkrieg kommt oder nicht.



    Anfang der 1980er-Jahre wächst in West wie Ost die Angst vor einem drohenden Atomkrieg. Am 26.09.1983 erscheint der 44-jährige Oberstleutnant Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow zum Dienst in der Militärbasis Serpuchow-15. Per Computer- und Satellitenunterstützung soll er den Luftraum überwachen. Plötzlich schlägt das System Alarm: Angeblich ist eine amerikanische Interkontinentalrakete gestartet. Petrow muss die Situation nun schnell bewerten. Er beschäftigt die Mitarbeiter mit allen möglichen Aufgaben, um in Ruhe nachdenken zu können. Er entscheidet sich, der Analyse des Computers zu misstrauen und das Ganze als Fehlalarm zu werten. Schon am Tag zuvor hat ein Satellit fehlerhaft gearbeitet. Die Geschichte gibt ihm recht: Zu keinem Zeitpunkt handelte es sich um einen Raktenangriff auf die Sowjetunion. Als Held sieht sich Petrow nachher nicht: "Ich war nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort."

    In diesem Zeitzeichen erklärt Daniela Wakonigg:

    • Warum Ende der 1970er-Jahre nach einer Entspannungsphase der Kalte Krieg erneut entflammt.
    • Warum ausgerechnet ein Abwehrprogramm als Bedrohung gesehen wird.
    • Wie durch Wolken beinahe ein Atomkrieg ausgelöst wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen, Interviewpartner und weiterführende Links:
    • Professor Michael Brzoska, Politikwissenschaftler, Friedens- und Konfliktforscher, ehem. Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg.
    • Der Mann, der die Welt rettete - Wie Oberst Petrow den Atomkrieg verhinderte, ARTE
    • Ingeborg Jacobs: Stanislaw Petrow – Der Mann, der den dritten Weltkrieg verhinderte. 2015.
    • Zeitzeichen: 11.10.1986 - Abrüstungsgipfel in Reykjavik beginnt.
    • Zeitzeichen: 27.01.1987: Michail Gorbatschow fordert "Demokratie" für sein Land.
    • Planet Schule: Planspiel Atomkrieg | Hintergrund

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    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Matti Hesse
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    15 min
  • "Das Recht auf Faulheit" erscheint 1883 als Buch

    Die provozierende und gewitzte Streitschrift des Franzosen Paul Lafargue wird 140 Jahre alt: Sind arbeitende Menschen dumm, weil sie sich ausbeuten lassen?



    Geboren wird Paul Lafargue als Sohn einer gut situierten Familie aus Bordeaux mit karibischen und afrikanischen Vorfahren. Kritik an seiner Schrift "Das Recht auf Faulheit", die 1883 als Buch erscheint, geht mit persönlicher Diskriminierung einher. Selbst sein Schwiegervater Karl Marx nennt Lafargue den "Kreolen", der zu sehr "Naturkind" sei. Lafargue selbst ist stolz auf seine Wurzeln: Er vereine in sich "europäische Juden, versklavte Afrikaner und indigene Kariben" und sei schon "Internationalist des Blutes" gewesen, bevor er es auch ideologisch wurde.

    Paul Lafargues politische Laufbahn beginnt im Studium in Paris. Dort widmet er sich mehr den sozialistischen Theorien als der eigentlich vorgesehenen Humanmedizin und avanciert zu einem der bedeutendsten Anführer des Sozialismus. Das von ihm 1883 ironisch propagierte "Recht auf Faulheit" nutzt er selbst nie. Zusammen mit seiner Frau Laura setzt er sich in England, Frankreich und Spanien für die internationale Arbeiterbewegung ein, was ihnen einige Exilaufenthalte beschert. In den1880er Jahre kehren Paul und Laura Lafarque nach Frankreich zurück und ihr Haus in der Nähe von Paris wird ein beliebter Treffpunkt – bis das Ehepaar 1911 gemeinsam freiwillig aus dem Leben scheidet. Obwohl der Entschluss als skandalös gilt, kommen 15.000 Trauergäste zur Beisetzung, die Trauerrede hält Lenin.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Sabine Mann:

    • Wie Paul Lafargue mit seinem "Recht auf Faulheit" die Arbeiterbewegung aufmischt.
    • Warum Karl Marx von seinem Schwiegersohn zunächst nicht begeistert ist.
    • Wie Paul Lafargue sich auch für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzt.
    • Warum Lafargues Ideen von Entschleunigung und Nachhaltigkeit heute noch aktuell sind
    • Warum das Ehepaar Lafargue seinen Tod von langer Hand geplant hat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen, Interviewpartner und weiterführende Links:

    • Gilles Candar, Historiker und Spezialist der französischen Linken und der Arbeiterbewegung
    • Paul Lafargue: 'Das Recht auf Faulheit', Widerlegung des 'Rechts auf Arbeit' von 1848 (neu übersetzt und herausgegeben als Sondernummer der "Schriften gegen die Arbeit", Ludwigshafen 1988)
     https://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm
    • Paul Lafargue: "Geschlechterverhältnisse", Hrsg. Fritz Keller, Hamburg 1995
    • Brüder | Französische Revolution als Hörspiel-Serie

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Sabine Mann
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Annett Bastian

    Sollten Sie von Selbsttötungsgedanken betroffen sein: Hier gibt es Unterstützung und Informationen: Telefonseelsorge: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222. Oder per Mail und Chat unter online.telefonseelsorge.de

    16 min

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