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Was wir für medizinische Wahrheit halten, war oft lange nur ein Glaubenssatz im Gewand der Wissenschaft. Jahrhunderte dominierte die Viersäftelehre das Denken über Gesundheit und Krankheit – ein elegant geschlossenes Weltbild, das Blut, Schleim und Galle mit Himmelsrichtungen, Temperamenten und Elementen verknüpfte. Erst als Bakterien sichtbar, Narkosen wirksam und Hygienestandards verbindlich wurden, begannen sich neue, evidenzbasierte Erkenntnisse durchzusetzen. Doch selbst sie sind nicht frei von Ideologie – nur sind ihre Irrtümer moderner verpackt.
Heute sind es Körperdaten, Schlafphasen und Algorithmen, die vermeintliche Gewissheit versprechen. Aus der antiken Lehre der Mäßigung ist ein digital überwachter Tugendkatalog geworden. „Wenn ich heute einen Cheeseburger esse, gilt das fast als Akt der Selbstzerstörung“, sagt der Arzt, Historiker und Wissenschaftsjournalist Werner Bartens. In seinem neuen Buch "Leib und Seele" beschreibt er mit großer erzählerischer Kraft, wie sich medizinische Irrtümer halten, wie Fortschritt entsteht – und warum der Mensch zwischen Selbstoptimierung und Schuldzuweisung oft aus dem Blick gerät.
Bartens plädiert für eine Medizin, die sich ihrer Geschichte erinnert: der Irrtümer, aber auch der Sehnsucht, Menschen ganz zu sehen. Eine Medizin, die nicht nur den Körper repariert, sondern zuhört, versteht und aushält, was unheilbar ist. Denn viele Beschwerden lassen sich nicht im Labor nachweisen, wohl aber im Leben erklären.
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By The 48forward StudiosWas wir für medizinische Wahrheit halten, war oft lange nur ein Glaubenssatz im Gewand der Wissenschaft. Jahrhunderte dominierte die Viersäftelehre das Denken über Gesundheit und Krankheit – ein elegant geschlossenes Weltbild, das Blut, Schleim und Galle mit Himmelsrichtungen, Temperamenten und Elementen verknüpfte. Erst als Bakterien sichtbar, Narkosen wirksam und Hygienestandards verbindlich wurden, begannen sich neue, evidenzbasierte Erkenntnisse durchzusetzen. Doch selbst sie sind nicht frei von Ideologie – nur sind ihre Irrtümer moderner verpackt.
Heute sind es Körperdaten, Schlafphasen und Algorithmen, die vermeintliche Gewissheit versprechen. Aus der antiken Lehre der Mäßigung ist ein digital überwachter Tugendkatalog geworden. „Wenn ich heute einen Cheeseburger esse, gilt das fast als Akt der Selbstzerstörung“, sagt der Arzt, Historiker und Wissenschaftsjournalist Werner Bartens. In seinem neuen Buch "Leib und Seele" beschreibt er mit großer erzählerischer Kraft, wie sich medizinische Irrtümer halten, wie Fortschritt entsteht – und warum der Mensch zwischen Selbstoptimierung und Schuldzuweisung oft aus dem Blick gerät.
Bartens plädiert für eine Medizin, die sich ihrer Geschichte erinnert: der Irrtümer, aber auch der Sehnsucht, Menschen ganz zu sehen. Eine Medizin, die nicht nur den Körper repariert, sondern zuhört, versteht und aushält, was unheilbar ist. Denn viele Beschwerden lassen sich nicht im Labor nachweisen, wohl aber im Leben erklären.
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