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Regelmäßig drohen Russlands Führer mit Atomschlägen. Tatsächlich verfügt Putins Reich über das größte Arsenal solcher Waffen. Aber wie groß ist die Gefahr einer nuklearen Eskalation wirklich?
»Die gute Nachricht ist, dass die meisten Sicherheitsforscher davon ausgehen, dass das nicht so leicht möglich ist«, meint Jörg Römer aus dem SPIEGEL-Wissenschaftsressort, »Der Grund liegt einfach darin, dass Russland wie die USA auch mit Atomkoffern arbeitet. Auf Fernsehaufnahmen sieht man, wie Putin oder jemand in seiner Nähe diesen Koffer trägt. Und er ist wahrscheinlich nicht der einzige, der diesen Koffer besitzt.«
Warum die russische Führung dennoch mit nuklearen Bomben droht, was sich hinter dem Ausdruck »Mini-Nukes« verbirgt und warum der Einsatz eigener Atomwaffen auch Russland selbst erheblich schaden könnte, das erklärt Jörg Römer in dieser Folge.
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Artikel von Jörg Römer:
Kann Putin einfach auf den roten Knopf drücken?
»Mr. President, wir haben nur noch eine Minute«
Attacke aus der Tiefe – wie Russlands U-Boote in den Krieg eingreifen
Podcast »Stimmenfang« über Deutschlands Rolle in der nuklearen Teilhabe der Nato
Weiterführende links:
Film »The day after« (1983) auf youtube (englische Version)
Film »Briefe eines Toten« (1986) auf vimeo
Ausschnitte aus »Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben« auf youtube
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Die Zeitenwende-Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz wird in die Geschichte eingehen. Noch ist allerdings nicht klar, ob als Sternstunde deutscher Politik oder als ewiges Symbol deutscher Entscheidungsschwierigkeit.
Als Ralf Fücks, ehemaliges Vorstands-Mitglied der Grünen und Gründer des Berliner Thinktanks »Zentrum Liberale Moderne«, am 27. Februar 2022 diese Rede hörte, glaubte er an einen Befreiungsschlag, einen großen Schritt hin zu einer veränderten Haltung in der deutschen Außenpolitik.
Inzwischen sind weitere vier Kriegswochen vergangen und Olaf Scholz »Zeitenwende« hat gute Chancen, das Wort des Jahres zu werden – oder das Unwort, denn die Kritik an der schleppenden Entscheidungsfindung der deutschen Bundesregierung und ihres Kanzlers wächst.
Was ist also nötig, um die deutsche Außenpolitik auf die Zeiten einzustellen, die sich gewendet haben? Inwiefern kommt Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber der Ukraine zu? Und wie gefährlich kann es sein, Russland weiter als möglichen strategischen Partner zu betrachten? Darüber sprechen Host Olaf Heuser und Mathieu von Rohr, der Leiter des SPIEGEL-Auslandsressorts mit Ralf Fücks.
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Die russische Donbass-Offensive steht für eine neue Phase des Krieges. Die Strategie der Kremltruppen? Sie verbreiten Terror und Angst unter der Zivilbevölkerung.
Am 8. April schlug eine Rakete auf dem Bahnhof von Kramatorsk ein, versehen mit einem Sprengkopf, der einer Streubombe ähnlich, Tausende Metallsplitter enthält.
Noch am Vortag hatten sich die Journalisten gewundert, warum es einen russischen Angriff auf die Bahngleise gegeben hatte, der den Zugverkehr über den Bahnhof von Kramatorsk stoppte. Die Folge: An jenem 8. April warteten noch viel mehr Menschen auf eine Möglichkeit, die ukrainische Großstadt im Norden der Oblast Donezk zu verlassen.
»Das war eine Zäsur«, sagt Christoph Reuter, »die Ukraine zu überfallen ist, ist Unrecht. Wahllos Städte zu beschießen, um Zivilisten zu treffen, ist ein Kriegsverbrechen. Aber es vorzubereiten, indem man erst die Gleise blockiert und dann schießt man eine Rakete mit einem solchen Splitter-Gefechtskopf ab (...). Was wir hier erleben, ist ein Vernichtungskrieg und nicht anders können wir das nennen. Es geht nicht um Gelände-Eroberung. Es geht nicht um Ausschaltung eines Armee-Stützpunkts, sondern es geht darum, so viele Zivilisten wie möglich zu ermorden«.
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Weiterführende links zu Artikeln von Christoph Reuter:
Sie können den Krieg schon hören
Der Krieg hört nicht auf, weil er »muss«
Sie wollten fliehen – dann kam die Rakete
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Putin reagiert nicht, er agiert. Und daher sollten Deutschland und der Westen selbstbewusster handeln, um Russland zum Reagieren zu zwingen. Trotz und gerade wegen der Drohung mit Atomwaffen, sagt Marina Weisband.
»Das Ziel Frieden ist nicht immer durch Frieden zu erreichen. Und das wird nicht verstanden, weil nicht zwischen Aggressor und Opfer unterschieden wird«, meint Marina Weisband, »in dem Moment, wo ich Machtstrukturen aber leugne und blind für sie bin, bin ich immer auf der Seite des Aggressors. Es gibt da keine Neutralität. Denn wenn ich neutral bin, dann unterstütze ich in diesem Moment den Aggressor.«
Wie aber sollte man Putin sonst begegnen? Welche Nachteile drohen wirklich, wenn russische Brennstoffe mit Embargos belegt werden? Und wie sorgt man dafür, dass Industrie, Gesellschaft und die einzelnen Menschen selbst diese Entscheidung mittragen? Darüber spricht Host Olaf Heuser mit Marina Weisband in dieser Folge des Auslands-Podcast »Acht Milliarden«.
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Weiterführende links:
SPIEGEL-Podcast »Stimmenfang«: Atomwaffen in Deutschland – weg damit?
Robert Habeck bei Markus Lanz am 31. März 2022 via youtube
Annalena Baerbocks Rede vor der UN-Vollversammlung am 01. März 2022 via youtube
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Beobachterstatus statt Führungsrolle: Deutschlands zaudernde Ukraine-Politik irritiert Verbündete im Ausland und Koalitionspartner im Inland gleichermaßen. Woher stammt das Zögern und wie kann man es abstellen?
Zudem mangelt es auch an Erklärungen für das Vorgehen der Regierung. Die fehlende Kommunikation der Motive des eigenen Handelns oder Nicht-Handelns verstärkt die Verwirrung und den Eindruck altbekannter deutscher Zögerlichkeit. Und nährt die Vorwürfe, Deutschland hänge zu sehr an bewährten Strategien, die zu Zeiten des SPD-Kanzlers Willy Brandt noch für Anerkennung und Entspannung sorgten.
»Man wünscht sich, dass der Kanzler die komplexe Motivlage schildert und sagt, aus welchen Erwägungen er zu welchen Schlüssen kommt. Das alles fehlt total«, befindet Maximilian Popp, stellvertretender Leiter des SPIEGEL-Auslandsressorts, »Es verfestigt den Eindruck einer Regierung, die mit dieser Krise komplett überfordert ist. Und im Kern glaube ich, ist es schon ein SPD-Problem. Das Problem ist, dass sie viel zu lange gedacht hat: Die Ostpolitik von damals lässt sich irgendwie auch aufs Heute und auf Putins Russland übertragen und das war ein gigantischer Irrtum.«
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Kirill Martynov, Chefredakteur der »Nowaja Gaseta Europe« über die Arbeit seiner Zeitung in- und außerhalb Russlands, die Informationslage in Putins Propagandareich und die subversiven Möglichkeiten unabhängiger Medien.
In dieser Folge des SPIEGEL-Podcasts »Acht Milliarden« spricht Kirill Martynov über die Besonderheiten seiner Zeitung, über die stillschweigende Unzufriedenheit der russischen Bevölkerung und auch darüber, wie man Putins Propagandamacht unterwandern könnte.
»Das Hauptproblem ist momentan, dass viele Russinnen und Russen gar keine unabhängigen Informationen wollen, denn das käme einem Trauma gleich«, erklärt er, »denn momentan sind die russischen Helden des Zweiten Weltkrieges der Maßstab für alles. Aber außerhalb der Propaganda müssten sich alle fragen: Warum machen wir das mit der Ukraine? Wer ist Putin eigentlich und warum begeht er diese Kriegsverbrechen? Das ist eine gefährliche Diskussion für das russische Selbstverständnis. Ich glaube, die Russen sind noch nicht so weit.«
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Nirgendwo ist Russland näher an der Nato als im Baltikum. Die Angst vor einem russischen Angriff dort ist groß; die Empörung über die Entscheidungslangsamkeit der Deutschen auch.
Mehr als fünf Wochen lang reiste SPIEGEL-Reporter Jan Petter durch die baltischen Staaten und erfuhr, wie sehr die deutsche Haltung dort empört.
»Ich glaube das Problem für die Menschen im Baltikum ist, dass sie auch keine emotionale Reaktion aus Deutschland wahrnehmen«, sagt er, »und sie dieses Gefühl haben: Deutschland ist gleichgültig, man wartet quasi den Krieg ab, so nimmt man es dort wahr«.
Was sollte Deutschland also tun, um die baltischen Staaten zu unterstützen, damit sie Europa wirkungsvoll schützen können? Wie blicken diese Staaten auf die EU, auf die Nato? Und welche Rolle spielt die große russischsprachige Bevölkerung in diesen Ländern – jetzt, wo neben ukrainische auch russische Menschen ins Baltikum fliehen?
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Reportagen von Jan Petter:
»Das 222-Millionen-Euro-Wunder«
»Partisanen gegen Putin«
»Die Helfer aus der Tech-Elite von Tallinn«
Weiterführende links:
SPIEGEL-Podcast Stimmenfang: »Was ist feministische Außenpolitik in Kriegszeiten wert?«
Historischer ORF-Bericht über Litauens Unabhängigkeitskampf bei youtube
1989: Der baltische Weg - euronews-Reportage auf youtube
Der Hitler-Stalin-Pakt - Chronos-Reportage von 1979 auf youtube
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Allein im März reisten mehr als 30.000 Menschen aus Russland nach Georgien aus. Aus Angst vor Repressionen in der Heimat oder einschneidenden Veränderungen in ihrem Leben. Dort erwartet sie eine schwierige Situation, persönlich und politisch.
Aber warum fliehen so viele Russinnen und Russen nach Georgien?
Manchmal ist es tatsächlich eine rein moralische Entscheidung.
Von diesen Menschen erzählt SPIEGEL-Reporterin Alexandra Rojkov in dieser Folge des Auslandspodcasts »Acht Milliarden«.
»Alla Savina war so empört über das, was in der Ukraine passiert«, erzählt sie, »dass sie beschlossen hat: Ich möchte in Russland nicht mehr bleiben. Ich will die Politik dieses Landes nicht mehr unterstützen; ich will nicht, dass dieser Staat meine Steuern bekommt; ich will nicht mal durch meine Anwesenheit eine Zustimmung zu diesem Krieg geben.«
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Alexandra Rojkovs Bericht aus Tiflis »Wir sind überall fremd – in Moskau und hier«
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Wladimir Putin beschwört die Ukraine als historisch unverbrüchlichen Teil des russischen Reiches. Seine Visionen erinnern an Josef Stalin und den ersten Zaren Iwan IV., genannt »der Schreckliche«.
Wenn es nach Wladimir Putins Visionen geht, dann werden die Ukraine und auch Belarus in Zukunft unverbrüchlich Teil seines Reiches sein. Und Putin selbst demnach der alleinige Herrscher über das einzige Land der Welt, das vermeintlich die wahren Werte der Menschlichkeit achtet. Und deshalb werde Russland auch schon lange vom Westen attackiert, der diese aufrechte Nation unterwandern und vernichten wolle – so geht die Legende. Man sei aber stark genug, sich nicht vom rechten Weg abbringen zu lassen, lautet die Devise aus Moskau.
So hebt Putin sein Land und sein Volk hervor aus der restlichen Welt, gibt ihm eine einzigartige Stellung und seinem Tun eine fast heilige Mission.
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Christian Neefs Essay »Im künftigen Russland wird kein Platz mehr für andere Meinungen sein«
Christian Neefs Titelgeschichte (aus SPIEGEL 11/2022) »Putins Apokalypse«
Deutscher Vorspann des Films »Iwan der Schreckliche« (1944) auf youtube
»Ivan the terrible« - englische Version des Films auf youtube
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Der Krieg in der Ukraine beeinflusst die politische Weltlage erheblich. Mit den USA, China, Russland, der EU und Indien müssen gleich fünf geopolitische Machtpole ihre Haltung finden – nicht nur zum Krieg, sondern untereinander.
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SPIEGEL-Bericht über Putins Unterstützer von Bernhard Zand und Kolleginnen
Richard Nixon kündigt 1971 seine Reise nach China an
(Video der Richard Nixon Foundation)
Richard Nixons Besuch in China 1972
(Video der Richard Nixon Foundation)
Bericht von Sky News über die verbleibenden Unterstützer Putins am 01. April 2022
Ursula von der Leyens Statement nach dem Videogipfel der EU mit China
China nennt die USA den Hauptschuldigen für die Ukrainekrise
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Der Auslands-Podcast des SPIEGEL. Für alle, denen die Welt nicht egal ist. Juan Moreno will die Geschichten hinter den Nachrichten erfahren. Jeden Freitag neu.
Die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe zur US-Wahl finden Sie unter https://www.spiegel.de/thema/us-praesidentschaftswahl-2024/
Die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe zum Krieg in der Ukraine finden Sie unter https://www.spiegel.de/thema/ukraine_konflikt/
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