Auf den Punkt

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  • Laschets Zukunft: "Mit Wahlverlierern springt die Union immer brutal um"

    Jetzt hat sogar Markus Söder hinbekommen, was Armin Laschet noch schwer fällt: Der CSU-Chef hat Olaf Scholz zum Wahlsieg der SPD gratuliert. Auch andere CDU-Leute zweifeln inzwischen an Laschets Wahl-Interpretation, dass er den Auftrag zur Regierungsbildung habe. Und jetzt steht mit der Wahl des Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU ein erster Machtkampf nach dem Debakel an.

    Das Wahlergebnis sei nicht das Ende der Volkspartei CDU, sagt der leitenden Politik-Redakteur Peter Fahrenholz. Aber auch in Deutschland komme es nun zu einem System mittelgroßer Parteien, die zusammen koalieren müssen. Für die Union sei bitter, dass sie laut Wahlanalysen stark bei den Älteren und auch bei den Jungen stark verloren hat. Merkels Politik habe letztendlich zu einer "inhaltlichen Entleerung" der Union geführt, da sie alle SPD-Forderungen übernommen habe. Trotzdem sei Merkel aber beliebt gewesen - und Laschet hatte sowohl die Partei als auch das Volk gegen sich. Bis dato habe er die Realität nicht anerkannt. "Die Geschichte der Union lehrt, dass man dort mit Wahlverlieren immer brutal umgesprungen ist", sagt Fahrenholz.

    Weitere Nachrichten: Cum-Ex-Steuerskandal: Ex-SPD-Politiker unter Verdacht.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Antonia Franz

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über ARD und MDR.

    12 min
  • "Laschet als Kanzler würde das Vertrauen in die Demokratie erschüttern"

    Für die Älteren hatte die Elefantenrunde in der ARD am Wahlabend etwas von einem Déjà-vu. CDU-Chef Armin Laschet machte gleich mehrfach den Gerhard Schröder. 2005 wollte der damalige Kanzler von der SPD partout nicht einsehen, dass er die Wahl verloren hatte. 16 Jahre wiederholt sich das mit einem anderen Kandidaten, einer anderen Partei, aber mit derselben Masche. Inklusive eines verdutzten SPD-Kandidaten Olaf Scholz. Dabei bleibt die CDU hinter der SPD und hat mit Laschet als Kanzlerkandidaten gerade das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte einstecken müssen.

    Das ist eigentlich ein klarer Regierungsauftrag an die SPD, die Grünen und die FDP, sagt der Leiter des Berliner Parlamentsbüros der SZ, Nico Fried. Sowohl Laschet als auch CSU-Chef Markus Söder müssten zurückstecken, meint Fried. Erst wenn Scholz scheitern sollte, hätte die Union noch eine Chance auf das Amt des Regierungschefs. "Da muss man auch die Grünen in die Verantwortung nehmen. Einem so klaren Wahlverlierer ins Amt zu verhelfen, kann nicht sein. Das würde auch das Vertrauen in demokratische Abläufe und in die Institutionen an sich schwer erschüttern." Trotz aller Unterschiede zwischen Grünen und FDP müssten Kompromisse gefunden werden, alles andere sei anti-demokratisch. Er erwarte, dass Scholz bis Weihnachten Kanzler sei.

    Weitere Nachrichten: Erfolg für Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungskonzerne in Berlin, Ehe für Alle jetzt auch in der Schweiz.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Franziska von Malsen

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über ARD.

    12 min
  • "Deutschland ist mit dieser Wahl schweizerischer geworden"

    Sowohl die Union unter Armin Laschet als auch die SPD von Olaf Scholz erheben nach dieser Bundestagswahl den Anspruch, den nächsten Kanzler zu stellen. CDU/CSU wohlgemerkt, obwohl sie das historisch schlechteste Ergebnis im Bund einfährt. Doch mit wem? Die FDP kommt auf nicht ganz zwölf Prozent, die Grünen auf ein Ergebnis um die 14 Prozent. Diese beiden Parteien werden die Königsmacher.

    Es wird möglicherweise Monate dauern, bis ein neuer Kanzler gefunden wird. Eine Regierungsbildung auch als zweitstärkste Kraft sei nicht ausgeschlossen, meint SZ-Chefredakteurin Judith Wittwer. "Deutschland ist mit dieser Wahl ein Stück schweizerischer geworden", sagt die gebürtige Schweizerin. Dreierkonstellationen seien in der Schweiz schon bekannt. Das seien Koalitionen, bei denen Kompromisse gesucht werden müssten - sie bieten aber auch große Chancen, so Wittwer.

    Nachrichten: SPD gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern, Grüne und SPD in Berlin fast gleichauf.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Produktion: Justin Patchett

    Zusätzliches Audiomaterial über ARD und ZDF.

    12 min
  • Die letzten Stunden vor der Wahl: die SZ-Schlussrunde

    Dieser Wahlkampf dauerte lang und lebte von Aufholjagden und tiefen Fällen. Warum es spannend wurde, darüber spricht Kurt Kister.

    Am Sonntag ist es so weit: Deutschland wählt ein neues Parlament und damit auch indirekt eine neue Regierung. Über die drei Personen, die sich für die Nachfolge von Angela Merkel bewerben, haben wir in den vergangenen Wochen viel gesprochen. Aber warum stehen die Parteien gerade so da? Welche Koalition ist wahrscheinlich? Und wie ist der SPD diese verrückte Aufholjagd gelungen?

    Kurt Kister beobachtet seit Jahren die Berliner Politik, Kanzler, die Kanzlerin und auch diejenigen, die für dieses Amt kandidieren. Er redet in dieser Folge über seine Eindrücke aus diesem Wahlkampf und warum er findet, dass die Personalisierung nichts außergewöhnliches ist.

    Weitere Nachrichten: Freitagsdemo von Fridays for Future, EU wirft Russland Cyberattacken vor.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Justin Patchett

    15 min
  • Bundestagswahl: Bald Schluss mit "Zwei-Klassen-Medizin"?

    Corona offenbarte viele Missstände. Im Wahlkampf treffen nun zwei grundsätzlich verschiedene Vorstellungen des Gesundheitssystems aufeinander.

    Die Coronakrise hat die Gesundheitspolitik nach ganz oben auf die politische Agenda gehoben. Zahlreiche Missstände wurden offenbart: die fehlende Digitalisierung der Behörden, der Fachkräftemangel und die mangelhafte Bezahlung von Pflegekräften.

    Bei diesem Thema gibt es grundlegende Unterschiede zwischen SPD und Grünen auf der einen und Union und FDP auf der anderen Seite. Auch in diesem Bundestagswahlkampf. Es geht um Grundsätzliches: Wird das derzeitige Gesundheitssystem aus gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen abgeschafft?

    Angelika Slavik, SZ-Hauptstadtkorrespondentin, meint jedenfalls, dass das jetzige System überholt gehört.

    Weitere Nachrichten: EU-Kommission will USB-C-Anschluss als Standard, Scholz möchte "Stunde Null" für hochverschuldete Kommunen.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Justin Patchett

    Zusätzliches Audiomaterial über ARD und ZDF.

    12 min
  • Wer die Innere Sicherheit bedroht

    Ein 20-jähriger Tankstellenmitarbeiter wird erschossen, weil er einen Kunden auf die Maskenpflicht hinwies. Wie "Querdenker" Sicherheitsbehörden herausfordern.

    Ist Deutschland ein sicheres Land? Die Frage stellen sich vielleicht einige, wenn sie nach Idar-Oberstein schauen. Dort ist ein 20-Jähriger erschossen worden, weil er einen Mann auf die Maskenpflicht hingewiesen haben soll. Der Täter hat schon vor der Tat Inhalte von den sogenannten "Querdenkern" geteilt.

    Der Mord offenbart, dass die Sicherheitsbehörden vor einer neuen Herausforderung stehen, sagt Ronen Steinke. Denn nicht alle "Querdenker" und Verschwörungsideologen haben dieselben Ziele wie Rechtsextremisten und gehen wie diese vor. Der SZ-Hauptstadtkorrespondent spricht außerdem über das Thema Innere Sicherheit im Bundestagswahlkampf.

    Weitere Nachrichten: China verhängt Exportstopp für Kohlekraftwerke, Ende der Lohnfortzahlung bei Quarantäne für Ungeimpfte.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Lars Langenau

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und ProSieben/Sat.1.

    13 min
  • Außenpolitik: Wo geht die Reise nach der Wahl hin?

    Brüssel schaut nach Berlin, aber Berlin nicht nach Brüssel. Dabei wollen kommenden Sonntag drei ausgewiesene Pro-Europäer das Erbe von Angela Merkel antreten: Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Die Grünen). Doch die Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik hat keine Rolle bei den Triellen der vergangenen drei Wochen gespielt. Eigentlich unglaublich, denkt man etwa nur an die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan.

    Es gäbe keine großen Unterschiede und damit auch keine Polarisierungen zwischen den aussichtsreichen Kandidaten, sagt der außenpolitische Redakteur Daniel Brössler aus dem Berliner SZ-Büro. Jeder würde etwa den Schulterschluss mit Frankreichs Präsidenten Macron suchen. Aber höchstwahrscheinlich würden die Grünen gegenüber Moskau und China etwa Bürgerrechte stärker thematisieren. Scholz und Laschet würden Missstände wohl auch ansprechen, aber wohl kaum eine harte Konfrontation zum Preis wirtschaftlicher Nachteile führen. Spannend wird es bei einer möglichen Regierungsbeteiligung der Linken, die zumindest offiziell noch für den Austritt aus der Nato sind.

    Weitere Nachrichten: Entsetzen nach gewaltsamen Tod um Streit wegen Maskenpflicht. Trudeau gewinnt Wahl in Kanada, UN-Generaldebatte.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Jakob Arnu

    Zusätzliches Audiomaterial über ARD.

    11 min
  • Wahlentscheidung Klimaschutz: "Es ist höchste Eisenbahn"

    Außer der AfD wollen alle große Parteien, dass Deutschland klimaneutral wird. Der Klimawandel ist mit extremen Wetterphänomenen bereits weltweit spürbar. Gerade hat der Bericht der UN-Klimaagentur nochmals klar gemacht, dass sich die Welt auf einem „katastrophalen Weg“ befindet: Demnach steuern wir auf eine Erderwärmung um 2,7 Grad zu. Laut UN müssten die Emissionen um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 gesenkt werden. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den G20-Ländern zu, die für drei Viertel aller Emissionen verantwortlich sind.

    "Wir laufen auf eine Situation zu, bei der wir die Klimaneutralität bis 2045 abschreiben können, wenn nicht ganz schnell entscheidende Weichen dafür gestellt werden", sagt der Umwelt-Experte der SZ, Michael Bauchmüller. "Es ist höchste Eisenbahn." Deutschland könne diese Aufgabe natürlich nicht alleine stemmen, aber man stehe auch in der Europäischen Union nicht allein. In der scheidenden Regierungskoalition mit der Union sei die SPD die treibende Kraft in der Umweltpolitik gewesen. Aber er sei gespannt, was von der Aussage eines "moderaten Weges" übrig bleiben würde, den SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz in der Klimapolitik anstreben will.

    Weitere Nachrichten: Scholz vor Finanzausschuss, Wahlen in Russland.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Jakob Arnu

    Zusätzliches Audiomaterial über Die Grünen und ARD.

    13 min
  • Bundestag wird immer größer - warum Bayern schuld ist

    Über 900 Abgeordnete könnten nach der Wahl im Bundestag sitzen. Das ist vor allem einer Regionalpartei zu verdanken. Über Ausgleichsmandate und Hebel.

    Nach dieser Bundestagswahl werden sehr wahrscheinlich viel mehr Abgeordnete im Parlament sitzen als jetzt. Über eine Milliarde Euro dürfte der Bundestag die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler dann kosten.

    Woran das liegt? Vor allem an Bayern und der CSU, erklärt SZ-Hauptstadtkorrespondent Robert Roßmann. Achtung: Eine sehr komplizierte, aber umso wichtigere Folge für die Wahl am 26. September.

    Weitere Nachrichten: Erster Ischgl-Prozess beginnt, Russland wählt.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Franziska von Malsen

    Produktion: Jakob Arnu

    13 min
  • Ermittlungen im Finanzministerium: "Das könnte Olaf Scholz noch schaden"

    Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl kann laut Umfragen die SPD mit 25 bis 26 Prozent rechnen, die CDU rangiert zwischen 20 und 23, die Grünen zwischen 15 und 17 Prozent. Das wird knapp. Entsprechend hart werden die Bandagen geschnürt. Bisher perlten Vorwürfe an Olaf Scholz ab. Doch zu den jüngsten Vorwürfen soll der SPD-Kanzlerkandidat am kommenden Montag vor dem Finanzausschuss des Bundestags befragt werden. Dabei geht es um eine Durchsuchung des Finanzministeriums im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls. Und um seinen Staatssekretär Wolfgang Schmidt (SPD).

    Das könnte für Scholz durchaus noch gefährlich werden, sagt die stellvertretende Leiterin des Berliner Parlamentsbüros, Cerstin Gammelin. "Nicht aus inhaltlichen Gründen, aber weil es super Vorlagen für die politische Konkurrenz sind." Einige der Vorwürfe von Seiten der Union aber seien reiner Wahlkampf. Nach der Wahl werde das kaum noch interessieren, aber jetzt werde damit noch ordentlich Stimmung gemacht.

    Weitere Nachrichten: Anschlag auf Synagoge in Hagen verhindert, Tarifvertrag bei der Bahn.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Antonia Franz, Franziska von Malsen

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über dpa und ZDF.

    13 min

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