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Beirut galt einst als Paris des Nahen Ostens. Doch das ist es schon lange nicht mehr. Nach einem blutigen Bürgerkrieg und dem Krieg in Syrien besteht dort nur ein kaputter Staat, der auf internationale Hilfe angewiesen ist. Und nachdem am 4. August 2020 fast 3000 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen Beiruts detonierten, ist auch fast nichts mehr von dem berühmten Gelassenheit und weltläufigen Charme der Libanesen zu spüren.
Das sah damals aus wie in einem Kriegsgebiet, erinnert sich SZ-Redakteur Moritz Baumstieger, der kurz nach der Explosion das Land bereiste. Er habe Schockstarre erwartet, aber viele tatkräftige Bürger gesehen, die irgendwie dieser Situation Herr werden wollten. Bis heute sei unklar, wer für die Katastrophe nun eigentlich verantwortlich sei. Lediglich ein paar niedere Beamte würden deshalb in Haft sitzen. Schon vor der Explosion habe das Land am Rand des Kollaps gestanden, jetzt aber herrsche überall wirtschaftliches und politisches Chaos: Keine funktionierende Regierung, horrende Inflation und schlimme humanitäre Auswirkungen auf das Volk. Es dümpelt führungslos dahin. Der Libanon habe ein korruptes System, sagt Baumstieger, sei ein gescheiteres Land.
Weitere Nachrichten: Zugunglück in Tschechien, Belarussische Leichtathletin Timanowskaja in Wien.
Den achtteiligen Podcast "Inside 1860" finden Sie unter sz.de/Inside1860.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über ZDF, Reuters und YouTube.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stellte seinen Vize und Wirtschaftsminister kürzlich bloß: Hubert Aiwanger von den Freien Wählern (FW) will sich nicht impfen lassen. Das sei eine freie Entscheidung, es gebe keine Impfpflicht etcpp, verteidigt der sich. Seine rote Linie sei sein Körper. Dafür aber will Aiwanger nach der Bundestagswahl nach Berlin.
Man unterschätzt die FW, wenn man sie lediglich als Folklore-Phänomen sieht, sagt der landespolitische Korrespondent der SZ in München, Andreas Glas. Tatsächlich würden die FW eine ähnliche Rolle einnehmen wie die CSU: Trotz Regierungsverantwortung einfach so tun, als sei man weiterhin in der Opposition. Es sei aber längst noch nicht ausgemacht, dass die Partei die Fünf-Prozent-Hürde überspringen werde. Aiwangers Impfskepis sei vielleicht mit seiner Herkunft vom Bauernhof zu erklären. Anfangs habe er das auch sehr defensiv vertreten, aber inzwischen wittere er seine Chance. Er habe sich zum Sprachrohr einer "angeblich unterdrückten Minderheit und zum Sprachrohr der Impfskeptiker gemacht." Trotzdem, prophezeit Glas, werde Söder mitten im Wahlkampf nicht mit ihm brechen.
Weitere Nachrichten: Alle Einwohner Wuhans werden getestet, Grüne wollen Klimaschutzministerium.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über MünchenTV, TV aktuell, Dailymotion, BR 24.
Nach Polizeiangaben haben sich am Sonntag etwa 5000 Corona-Leugner in der Hauptstadt versammelt, obwohl ihre Demonstration verboten war. Eine bunte Mischung von Normalos und Esoteriker, Altlinken und Rechtsextremen, die ganz ungehemmt Seite an Seite marschierten. Ein Sammelbecken für Anti-Demokraten und Verdachtsfall für den Verfassungsschutz. Schnell ist die Situation eskaliert. Und wieder gab es tätliche Angriffe auf Polizisten und Journalisten. Fast 600 Festnahmen soll es gegeben haben. Auch ein 49-jähriger Demonstrant ist in Polizeigewahrsam kollabiert und im Krankenhaus gestorben.
Es fing mit der Tea Party in den USA an, die sich beispielsweise mit ihrem Protest gegen Obama Gesundheitsversicherung gegen ihre eigenen Interessen wendete, sagt Nils Minkmar, Feuilleton-Redakteur der SZ. Dieses Phänomen sei auch bei den Gelbwesten in Frankreich oder den Brexitiers in Großbritannien zu beobachten. Soziologen beobachten dabei verstärkt eine Vereinzelung und Radikalisierung, die mit der persönlichen Vereinsamung einhergehe. Zwar wechsele der Feind bei diesen zersplitterten Bewegungen. Aber: "Diese Weltanschauungen gedeihen am besten in der Isolation", meint Minkmar. Im Grund seien diese nicht-koalitionsfähigen Bewegungen der "politische Arm der Einsamkeit". Auch durch virtuellen Austausch verbleibe man nur in seiner eigenen Echokammer. Ähnliches sei dies auch bei dem Ex-Moderator und heutigen Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen zu beobachten, wie gerade der Podcast "Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?" sehr schön beleuchtet.
Weitere Nachrichten: Stiko bleibt hart, Hitze und Brände am Mittelmeer.
Hier finden Sie übrigens den Text von Nils Minkmar über die Einsamkeit der Querdenker
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audiomaterial über den Twitter-Account von Antonie Rietzschel und YouTube.
Vor zwei Wochen hat eine Flutkatastrophe im Westen von Deutschland die Leben von zehntausenden Menschen zerstört. Ihre Häuser und Wohnungen sind eingestürzt oder nicht mehr bewohnbar. Vieles weggeschwemmt, kaputt und voller Schlamm. Wie können sie weitermachen? Und wie viel zahlt die Versicherung?
SZ-Reporter Marcel Laskus war in den zerstörten Gebieten unterwegs mit Menschen, die genau das bewerten sollen und erzählt im Podcast von seiner Recherche. Die Mitarbeiter von der Versicherung werden "sehr sehnlich erwartet von den Leuten", erzählt Laskus. "Manchmal kann man gar nicht einschätzen als Laie, was das bedeutet, wenn ein Keller vollgelaufen ist."
Weitere Themen: Armin Laschets Buch, Corona-Einreiseregeln.
Redaktion, Moderation: Antonia Franz
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Jacqueline Dinser
Produktion: Benjamim Markthaler
Zitiertes Audio-Material über Reuters, Tagesschau, France24, CNN und BBC.
Zwei Monate vor der Bundestagswahl stimmen die persönlichen Umfragewerte des Vizekanzlers Olaf Scholz: Fragt man Wählerinnen und Wähler danach, ob sie ihm das Kanzleramt zutrauen, stimmen viele zu. Das Problem ist nur: Seine persönlichen Erfolge übertragen sich nur wenig auf die Partei.
Scholz hoffe darauf, knapp vor den Grünen zu landen, sagt Cerstin Gammelin, stellvertretende Leiterin des Berliner Büros der SZ. Dann könnte es für eine Ampel-Koalition mit Grünen und FDP reichen, unter Kanzler Scholz. Was dafür allerdings passieren müsste und welche Themen die SPD aktuell hervorhebt, erklärt Gammelin in dieser Folge.
Weitere Themen: Streit um Inzidenzwerte; Hohe Inflationsrate.
Den angesprochenen Text zu den Inzidenzwerten finden Sie hier.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz
Produktion: Valérie Nowak
Zitiertes Audio-Material über Brigitte Live. Hier finden Sie das gesamte Gespräch.
Seit Dienstag untersucht ein Ausschuss im US-Kongress den Sturm aufs Kapitol. Am ersten Tag erzählen vier Polizisten, was sie am 6. Januar 2021 erleben mussten, wie gefährlich die Ereignisse tatsächlich waren. Der politische Streit rund um und im Vorfeld des Ausschusses zeigt aber nochmal sehr deutlich, wie polarisiert die USA auch Monate nach der Amtszeit von Donald Trump weiterhin sind.
Trump sehe sich selbst als "Nebenpräsident zu Joe Biden", sagt US-Korrespondent Thorsten Denkler. Innerhalb der republikanischen Partei sei er immer noch die bestimmende Figur. Wieso Trump gerade dieser U-Ausschuss stört, erklärt Denkler in dieser Folge.
Was Reisende jetzt wissen müssen: Lesen Sie hier wichtige Fragen und Antworten.
Weitere Nachrichten: Verschärfte Reisebestimmungen; Cum-Ex-Urteil; Explosion in Leverkusen
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Es läuft gerade ganz gut für die FDP: Die Umfragewerte sind stabil über zehn Prozent, Themen und Tonfall kommen offenbar an. Parteichef Christian Lindner hat deswegen sehr selbstbewusst eine Sommer-Wahlkampfreise begonnen und noch selbstbewusster kommuniziert, für welches Regierungsamt er sich am meisten interessiert: Er wäre gerne Finanzminister.
Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, sagt Daniel Brössler, der Lindner für die SZ im Wahlkampf begleitet. Eine Ampel-Koalition komme derzeit nicht in Frage. Die einzige Chance auf eine Regierungsbeteiligung sei Jamaika. Allerdings würde sich derzeit auch Schwarz-Grün alleine ausgehen. Wen Lindner jetzt als Hauptgegner ausgemacht hat, erklärt Brössler in dieser Folge.
Weitere Nachrichten: Verschärfte Reiseregeln in Deutschland; Einreise in USA; Explosion in Leverkusen.
Die SZ-Datenrecherche über Starkregen in Deutschland finden Sie hier.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Fast überall steigen gerade wieder die Corona-Inzidenzzahlen. Frankreich, Italien und Griechenland reagieren mit Impfpflicht für bestimmte Berufe und Ausgrenzungen für Nicht-Geimpfte. Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich immer wieder dagegen ausgesprochen. Aber gerade verliert die deutsche Impfkampagne an Kraft. Und jetzt hat Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) angekündigt, dass Menschen ohne Impfung im Herbst mit mehr Einschränkungen rechnen müssten. Unterstützung bekommt er von einer illustren Runde von Innenminister Horst Seehofer (CSU), aber auch von der Grünen-Spitze. CDU-Chef Armin Laschet hingegen lehnt das wie Justizministerin Christine Lamprecht (SPD) kategorisch ab. Einig sind sich die beiden da mit der Linken und der FDP.
Christina Berndt hingegen hat sich in einem SZ-Kommentar auf die andere Seite gestellt. Ihre Meinung hat wiederum teils harsche Reaktionen in unserem Leserforum ausgelöst. "Angesichts der erwarteten vierten Welle im Herbst halte ich es für richtig einen Unterschied zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften machen, sagt die Redakteurin aus der SZ-Wissensredaktion. Nicht-Geimpfte müsste sich dann strenger an Corona-Vorschriften halten, da von ihnen ein viel höheres Risiko ausgeht. In Deutschland werde auch für Menschen, die eine Infektion überstanden und Antikörper gebildet haben, sehr pragmatisch entschieden. Doch durch die Impfung sechs Monaten nach überwundener Krankheit, könnten zumindest die Betroffenen mit einem hohen Anteil von Antikörpern in eine Zwickmühle geraten. Auch seien Familien mit Kindern in einem Dilemma, da die ständige Impfkommission noch keine Impfung für unter Zwölfjährige empfiehlt. Sie jedenfalls wehrt sich gegen den Vorwurf, dass sie sich für eine Impfpflicht durch die Hintertür einsetzen würde: "Jeder Mensch muss die Wahlfreiheit behalten."
Weitere Nachrichten: Warnmeldungen via Mobilfunk, IG-Metall-Chef Hofmann kritisiert Union und FDP, Olympiade.
Christina Berndts Kommentar finden Sie hier.
Die Leserdiskussion hier.
Berndts Text über andere Sommer-Infekte finden Sie hier.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Deutschlandfunk und ZDF.
Der Urheber der Anschläge von Waldkraiburg ist zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden - unter anderem wegen versuchten Mordes in 26 Fällen und schwerer Brandstiftung. Sein Motiv: Fanatischer Salafismus, Hass auf Türken im Allgemeinen und den „Staatsislam von Erdogan“, wie er ihn nannte, im Speziellen.
Der nächtliche Brandanschlag hätte sehr schlimm ausgehen können, sagt SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger. Im Haus über dem von ihm in Brand gesteckten türkischen Gemüseladen haben sich 26 Personen im Tiefschlaf befunden. Nur zufällig sei es nicht zu Toten gekommen. Dieser Anschlag sei aber nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Anschlägen des Täters gewesen. Eines Mannes, der für die Lehren der Terrorgruppe des Islamischen Staates brannte. Doch leide er unter Schizophrenie und habe etwas für wahr gehalten, was nicht ist. Etwas, das der verantwortliche Richter eine "bizarre Privatreligion" nannte. Er werde jetzt lange in der geschlossenen Psychiatrie bleiben.
Weitere Nachrichten: Misstrauensantrag gegen Ramelow gescheitert, Olympische Sommerspiele in Tokio eröffnet, Alfred Biolek ist tot.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Antonia Franz
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über TIK Online und Sportschau live.
Die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland steigt seit mehr als zwei Wochen kontinuierlich an. Und liegt am Donnerstag bei 12,2. Gleichzeitig gibt es aber auch immer mehr Menschen, die geimpft sind. Und damit zumindest meistens vor einem schweren Verlauf geschützt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Mittwoch in einer Pressekonferenz bezogen auf die Sieben-Tage-Inzidenz, dass 200 das neue 50 sei:
“Also, Stand heute, wenn Sie einfach schauen, wir haben 75 Prozent der über 60-Jährigen, die sind vollständig geimpft. Drei Viertel, ein Viertel nicht. Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können Sie sagen, 200 ist das neue 50. Das Vierfache. Wenn Sie es einfach mal herleiten aus dem, was an Belastungen entstehen kann und stehen würde bei einer 50er-Inzidenz für das Gesundheitswesen.”
Hanno Charisius aus der Wissensredaktion sieht aber trotzdem noch keinen Grund zur Entspannung: "Wir sehen in Deutschland momentan, dass die Inzidenz vor allem in den jüngeren Altersgruppen stark steigt. Das heißt, da finden gerade sehr viele Kontakte statt, da sind wenige Menschen geimpft und da kann sich das Virus ausbreiten. Und wenn sich wahnsinnig viele aus diesen Altersgruppen anstecken werden, dann werden einige wenige davon auch im Krankenhaus landen. Und aber auch aus kleinen Zahlen kann im Laufe der Wochen dann tatsächlich eine große Zahl werden, die auch das Gesundheitssystem wieder sehr, sehr stark fordert."
Im Podcast erklärt Charisius wie die aktuellen Inzidenzen zu bewerten sind und warum wir jetzt nochmal eine ganz neue Corona-Situation vor uns haben, die schwer einzuordnen ist.
Weitere Nachrichten: Merkels Sommer-PK, Einigung beim Streit um Nord Stream 2.
Redaktion, Moderation: Antonia Franz
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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