Auf den Punkt

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Auf den Punkt episodes

  • Was Kanzlerkandidaten aushalten müssen

    Der Wahlforscher Thorsten Faas zur Frage, wie viel Kandidatinnen und Kandidaten im Kampf ums Kanzleramt einstecken müssen.

    Der Wahlkampf von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kommt seit einigen Wochen nicht mehr so richtig in Schwung. Fast alle Vorwürfe betreffen sie als Person und nicht die Inhalte, für die sie und ihre Partei, die Grünen, stehen.

    Muss sich eine Kandidatin oder ein Kandidat das bieten lassen? Wie viel muss man während eines Wahlkampfs aushalten? Ziemlich viel, sagt der Politikwissenschaftler der Freien Universität Berlin, Thorsten Faas. Der Wahlforscher spricht darüber, wie schwierig es ist, in so einer Situation eine Trendumkehr herbeizuführen.

    Weitere Themen: Trump verklagt Social-Media-Plattformen, Strafe für BMW und VW wegen Kartellbildung.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Victoria Marciniak, Antonina Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über Brigitte und Zentralrat der Juden.

    13 min
  • Warum Äthiopien eine große Hungersnot droht

    Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat. Ein Land, das sich zur jüngsten afrikanischen Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Verantwortlich dafür ist auch der reformfreudige Ministerpräsident Abiy Ahmed. Jetzt aber wird gerade Abiy (mit)verantwortlich gemacht für eine Spirale der Gewalt. Denn Regierungstruppen hatten im vergangenen November eine Offensive gegen die Volksbefreiungsfront TPLF in der Region Tigray begonnen. Seither berichten Menschenrechts- und Hilfsorganisationen immer wieder von Gräueltaten in der nordäthiopischen Provinz.

    Die Volksgruppe der Tigray hat das Land 28 Jahre mit harter Hand autoritär regiert. In den vergangenen Jahren unter Abiy seien sie aber in der Politik Äthiopiens marginalisiert worden, sagt Michael Tröster, Leiter des Regionalbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Die politische Vertretung der TPLF habe einen "ethnischen Föderalismus" begründet, der anhand ethnischer Zugehörigkeiten Grenzen "zurechtgeschnitten" habe.

    Neben all seinem Reformeifer habe Abiy auch mit diesem System brechen wollen. Dieser Konflikt sei dann aber militärisch eskaliert. Der Zusammenhalt des Landes sei deshalb heute ernsthaft bedroht. Doch humanitäre Helfer hätten kaum Zugang in die Region Tigray. Hunger werde dort auch als Waffe eingesetzt, beklagen die Vereinten Nationen. "Wir laufen in eine der größten Hungerkatastrophen in der Region in den vergangenen zehn Jahren hinein", sagt auch Tröster.

    Weitere Nachrichten: Haitis Präsident Moïse ermordet, Anschlag auf niederländischen Reporter, Schwarz-rot-gelbes Bündnis in Sachsen-Anhalt.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz

    Produktion: Justin Patchett, Carolin Lenk

    Zusätzliches Audiomaterial über Nobelpreiskomitee.

    14 min
  • Missbrauch in Münster: Lebenslang für die Kinder

    Vor einem Jahr wurde der Missbrauchskomplex von Münster aufgedeckt. Jetzt sind die Urteile wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 29 Fällen gefallen: 14 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung für den Hauptangeklagten Adrian V. Die Strafen für drei weitere Angeklagte aus Niedersachsen, Brandenburg und Hessen liegen zwischen zehn und zwölf Jahren Gefängnis. Wegen Beihilfe muss außerdem die Mutter von Adrian V. für fünf Jahre ins Gefängnis.

    Das ist ein Mindesturteil, sagt SZ-NRW-Korrespondentin Jana Stegemann. Der von Adrian V. missbrauchte Stiefsohn habe dagegen "lebenslänglich bekommen", das sei das Schlimmste, was man Kindern antuen könne. Vorwürfe könne man jedoch dem Familiengericht Münster machen. Der Pädokriminelle sei vor dem Missbrauch bereits einschlägig verurteilt worden, trotzdem hatte er Zugang zu dem Jungen gehabt. Auch sei Prävention möglich: Wir müssten alle besser hinschauen und Kindern offene Ohren schenken.

    Weitere Nachrichten:Deutschland lockert strenge Einreisebeschränkungen, Korruptionsprozess gegen Strache.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Justin Patchett

    Zusätzliches Audiomaterial über dpa und WDR 5.

    14 min
  • Hans-Georg Maaßen: Aufmerksamkeit um jeden Preis

    Seit Jahren hart rechtsaußen. Als Verfassungsschutzpräsident geschasst. Und jetzt CDU-Bundestagskandidat in Südthüringen. Hans Georg Maaßen ist das Enfant terrible seiner Partei - und für viele eine Reizfigur. Einer, der nach Ansicht von rot-rot-grünen Politikern und Politikerinnen am rechten Rand fischt. Gerade ist der ehemalige Chef der Verfassungsschützer mit Angriffen auf die Medien und den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk im Speziellen aufgefallen.

    Maaßen treibt die Suche nach Aufmerksamkeit und Zuspruch, sagt Innenpolitik-Redakteur Ronen Steinke. Er halte sich für einen "Unvollendeten, der noch viel in der Bundesregierung hätte erreichen können". Doch mit seiner Terminologie bediene er seit langem klassische Verschwörungstheorien. Er fische am rechten Rand und gieße Wasser auf die Mühlen der AfD, aber oft würden die Menschen das Original wählen. Seine Kandidatur schade dem Kurs der Mitte, den CDU-Chef Armin Laschet in der Tradition von Angela Merkel fortsetzen will. Maaßen sei somit ein Geschenk im Wahlkampf seiner politischen Gegner.

    Weitere Nachrichten: Debatte um Impfschwänzer, weltweiter Hackerangriff.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Victoria Marciniak

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über Welt und tv Berlin.

    13 min
  • Globale Mindeststeuer: Größter Wurf in hundert Jahren?

    130 Länder haben sich auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Der "Wettbewerb nach unten" sei nun vorbei, sagt Olaf Scholz.

    Schluss mit dem rücksichtslosen Steuerwettbewerb: 130 Länder haben sich auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Endlich sollen große Konzerne wie Amazon, Google und Facebook mehr abgeben und sich nicht mehr in Steueroasen verkriechen.

    Die internationale Steuerreform ist allerdings nicht unumstritten. Irland beteiligt sich vorerst nicht, die Schweiz hat Bedenken und das Vereinigte Königreich will Banken ausklammern. Dennoch, sagt Bastian Brinkmann, sei die Vereinbarung ein historischer Schritt. Alle Ungerechtigkeiten werde sie aber nicht beseitigen, sagt der stellvertretende Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion.

    Weitere Themen: Toni Kroos beendet DFB-Karriere, Länder wollen Stiko-Empfehlung zur Kreuzimpfung sofort umsetzen.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Victoria Marciniak und Lars Langenau

    Produktion: Benjamin Markthaler und Carlo Sarsky

    Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und französisches Finanzministerium.

    13 min
  • Unwetter: Warum kracht und regnet es gerade so oft?

    Überschwemmungen in Deutschland, 49,5 Grad Celsius in Kanada: Zufall oder nehmen solche Extremwetter durch die Klimakrise zu?

    Es ist sehr heiß, dann blitzt, donnert und schüttet es. Teils richtig heftig, mit Überschwemmungen. So sah es die vergangenen Tage immer wieder in Deutschland aus. Eigentlich typisch, dass sowas mal im Sommer vorkommt. Aber in der Häufung?

    Steckt dahinter vielleicht mehr? Werden wegen der Klimakrise in den kommenden Sommern Unwetter immer mehr zunehmen? Der Meteorologe Prof. Felix Ament gibt Auskunft und spricht auch darüber, warum die Vorhersage eines Gewitters so kompliziert ist.

    Weitere Themen: Seehofer attackiert Uefa, Steinmeier besucht Yad Vashem.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Valérie Nowak

    Zusätzliches Audiomaterial über BR24.

    14 min
  • Afghanistan: Die Bundeswehr zieht ab, die Furcht bleibt

    Die Bundeswehr hat ihren Einsatz in Afghanistan beendet. Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften, den Informanten und Übersetzern zum Beispiel?

    20 Jahre lang waren deutsche Soldatinnen und Soldaten am Hindukusch stationiert. Nun sind die letzten von ihnen aus dem Lager in Masar-i-Scharif ausgeflogen worden.

    Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften? Den Informanten und Übersetzern zum Beispiel, die der Bundeswehr jahrelang geholfen haben? Sie müssen jetzt um ihr Leben fürchten, sagt Außenpolitikredakteur Tobias Matern.

    Weitere Themen: Löw übernimmt Verantwortung, Corona-Neuinfektionen nehmen weltweit zu.

    Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro

    Redaktion: Lars Langenau

    Produktion: Justin Patchett

    Zusätzliches Audiomaterial über DFB.

    13 min
  • Wie die Delta-Variante England und die EM trifft

    Angesichts wieder rasant steigender Corona-Infektionszahlen im Vereinigten Königreich ist die Freude über ein spannendes Match zwischen England und Deutschland getrübt. Dabei verzeichnet Großbritannien mit einer Quote von fast 50 Prozent bei den Zweitimpfungen einen Spitzenwert. Für 99 Prozent aller Neuinfektionen ist dort die Delta-Variante verantwortlich.

    Die Spiele in London mit mehr als 40 000 Zuschauern gelten der britischen Regierung als Forschungsprojekt, sagt Michael Neudecker, SZ-Korrespondent für das Vereinigte Königreich und Irland. Doch trotz der hohen Neuinfektionen kommt es zu weniger schweren Verläufen. Allerdings sei durch die hohe Impfquote und die Rücknahme vieler Einschränkungen auch die Leichtsinnigkeit gestiegen. Treiber der Pandemie seien jetzt vor allem Jugendliche. Trotzdem werde die Regierung aber wohl an dem "Freedom Day" am 19. Juli festhalten, dem Tag, an dem fast alle Einschränkungen fallen sollen, meint Neudecker.

    Weitere Nachrichten: Weitere Lockerung von Corona-Regeln, Waffenstillstand in Äthiopien.

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz

    Produktion: Carolin Lenk

    Zusätzliches Audiomaterial über Guardian News und Sportschau.

    12 min
  • Messerattacke in Würzburg: "Der Täter war stadtbekannt"

    Freitag gegen 17 Uhr sticht ein Somalier in einem Kaufhaus mit einem langen Messer aus der Auslage auf die Verkäuferin und weitere Frauen ein. Er tötet dort drei Frauen und verletzt eine Elfjährige schwer. Dann greift er in der belebten Würzburger Innenstadt weitere, ihm offensichtlich völlig unbekannte Passanten an, verletzt sie zum Teil lebensgefährlich. Gestoppt wird er von mehreren Männern, die sich ihm mit Besen und Stühlen in den Weg stellen. Einer von ihnen ist selbst Asylbewerber. Dann streckt ein Polizist den Angreifer mit einem Schuss ins Bein nieder. Der Attentäter wird festgenommen.

    Der Täter ist 24 Jahre alt, kam 2015 aus Somalia, war nach der Ablehnung seines Asylantrags geduldet und lebte in einer Asylunterkunft vor Ort, sagt die SZ-Franken-Korrespondentin Clara Lipkowski. Er selbst habe islamistische Motive für seine Tat angegeben, doch womöglich ist er psychisch krank. So sei er erst kürzlich deshalb zwangsweise behandelt worden. Polizei und Dolmetscher würden derzeit aber noch sein Handy überprüft und angebliches Propagandamaterial sichten. Allerdings sei er oft auch barfuß durch die Stadt geirrt, sei stadtbekannt gewesen und durch sonderbares Verhalten aufgefallen. Die Stadt trauert, sagt Lipkowski. Aber besonders Oberbürgermeister Christian Schuchardt habe sehr besonnen reagiert, als er davor warnte, Geflüchtete nicht pauschal zu verurteilen und die schreckliche Tat eines Einzelnen nicht zu generalisieren.

    Weitere Nachrichten: Ausbreitung der Delta-Variante, Schwedens Regierungschef tritt zurück.

    Verabschiedungen aus Ihrer Heimat oder Wohnort bitte an [email protected]

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb und Julia Stanton

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

    11 min
  • VdK-Präsidentin Bentele zur Pflege: "Jetzt muss gehandelt werden"

    3,3 Millionen Pflegebedürftige werden in Deutschland zu Hause betreut. Der überwiegende Teil von Angehörigen, andere von Hunderttausenden Pflegekräften. Die stammen meist aus Osteuropa mit Verträgen oft von ausländischen Dienstleistern. Oft werden ihre Arbeitszeiten nicht eingehalten, viele sind ohne Urlaubsanspruch, geschweige denn haben sie eine Privatsphäre. Dabei sind sie systemrelevant in einem System, dass nicht nur die Gewerkschaft Verdi als rechtlich unhaltbar und als ausbeuterisch anprangert. Für diese häuslichen Pflegekräfte hat das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag ein Grundsatzurteil gefällt. Demnach haben sie einen Anspruch auf den vollen Mindestlohn, auch in Bereitschaftszeiten.

    "Die Pflege zu Hause ist mit dem Urteil noch einmal ein Stück schwieriger geworden", sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele im Gespräch mit der SZ. Es brauche dringend Standards auch für ausländische Pflegekräfte, die in Deutschland tätig seien. Es könne nicht angehen, dass manche Menschen dabei 24 Stunden und sieben Tage in der Woche arbeiten würden. In dem Zusammenhang übte sie scharfe Kritik an der Pflegereform von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Es warte auf die neue Bundesregierung deshalb eine riesige Aufgabe, die Interessen der Pflegebedürftigen und die der Pflegekräfte unter ein Dach zu bekommen. Auch wegen der explodierenden Kosten fordert Bentele für den größten deutschen Sozialverband eine "Pflege-Vollversicherung". Finanziert werden müsse die auch durch eine Zusammenlegung der privaten- und gesetzlichen Krankenkassen. Unterstützt werden könnte häusliche Pflege aber auch durch ambulante Pflegedienste und andere flexible Kurzzeitpflege.

    Weitere Nachrichten: Verletzte bei Anschlag auf deutsche Soldaten in Mali, EU-Gipfel kritisiert Ungarn.

    Post grundsätzlich und gern auch mit Verabschiedungen aus ihrer Heimat oder Wohnort bitte an [email protected]

    Redaktion, Moderation: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über RTL/NTV und Tagesschau.

    13 min

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