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Nach dem Einmarsch der Türkei in Nordsyrien hat Annegret Kramp-Karrenbauer eine internationale Schutzzone im Grenzgebiet vorgeschlagen. Problem dabei: Sie hat ihren Vorschlag mit ihren Kabinettskollegen vorher nicht so richtig abgesprochen. Am Mittwoch sprach sie dann davon, dass die Türkei das Grenzgebiet zu Syrien "annektiert" habe. Der Einsatz der Türkei wird zwar weltweit kritisiert, von einer Annexion aber spricht niemand. Die politischen Gegner spotten über AKK, sie hätte ihre Inkompetenz offenbart. Und auch in der CDU schütteln einige den Kopf.
Es sind nicht die ersten Fehltritte, die sich Kramp-Karrenbauer leistet. Seit sie im Dezember Parteivorsitzende wurde, patzt "AKK" immer wieder: Ihr unglücklicher Umgang mit den Fridays-for-Future-Aktivisten und dem Youtuber Rezo, ihr Auftritt beim Karneval und das Schwarze-Peter-Spiel mit der Jungen Union, nachdem die CDU bei der Europawahl stark verlor. Trotz allem darf Annegret Kramp-Karrenbauer nicht abgeschrieben werden, warnt der SZ-Hauptstadtkorrespondent Stefan Braun.
Weitere Themen: Mindestlohn für Auszubildende, Sacharow-Preis an Uiguren.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audio-Material über Reuters und Junge Union Deutschlandtag.
150 Stunden. So viel Zeit bleibt den kurdischen Kämpfern der YPG-Miliz, um sich 30 Kilometer vom syrisch-türkischen Grenzgebiet zu entfernen. Danach sollen türkisch-russische Patrouillen in der Zone kontrollieren, ob sich die Kurden wirklich zurückgezogen haben. Darauf haben sich die Staatspräsidenten Russlands und der Türkei, Putin und Erdoğan, nach stundenlangen Beratungen in Sotschi geeinigt.
Das Ergebnis des Treffens ist ein wenig überraschend. Eigentlich wollte Erdoğan die Waffenruhe im Norden Syriens nicht verlängern. Doch die Gelegenheit war zu verlockend. Denn mit der Übereinkunft von Sotschi haben die beiden Staatschefs die Nachkriegsordnung von Syrien festgelegt, sagt Paul-Anton Krüger. Der stellvertretende Chef der SZ-Außenpolitik analysiert, dass der Westen das Land Putin überlässt - und der Vorschlag einer internationalen Schutzzone von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer obsolet geworden ist.
Weitere Themen: Googles Quantencomputer, Kabinett beschließt weitere Teile des Klimapakets.
Justin Trudeau war der Sonnyboy der Liberalen - und ein Popstar der Politik. Aber das Image des kanadischen Premiers ist angekratzt, seine Partei hat am Montag bei den Wahlen die absolute Mehrheit verloren.
Trudeaus hoher moralischer Anspruch ist mit der Wirklichkeit kollidiert, sagt SZ-Nordamerika-Korrespondent Christian Zaschke. Gerade in der Klimapolitik seien Ankündigungen und Wirklichkeit oft weit auseinander geklafft. Auch sein Einsatz für den Baukonzern SNC-Lavalin habe ihm geschadet. Schließlich sei der Konzern in Schmiergeldzahlungen verwickelt gewesen. Trotzdem könne er als Premier weitermachen, allerdings wohl mit einer Minderheitsregierung, die sich wohl vor allem auf die linke Neue Demokratische Partei stützen wird.
Weitere Meldungen: Wirtschaftsweise Schnabel wird EZB-Direktorin, Berlin beschließt Mietendeckel, Juncker liest den EU-Regierungen Leviten.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audio-Material über Reuters, Facebook-Seite von Andrew Scheer und EU-Parlament.
Seit fünf Tagen demonstrieren im Libanon Hunderttausende gegen die Regierung. Ging es anfänglich noch um neue Steuern, geht es inzwischen ganz allgemein um Korruption und Vetternwirtschaft im Land. Und jetzt fordern die Demonstranten gar den Rücktritt der gesamten Regierung.
Erstmals haben sich die Demonstranten über die Grenzen ihrer Partei und Religion zum Protest gegen die Regierung zusammengefunden, sagt die Redakteurin der SZ-Außenpolitik Dunja Ramadan. Ob die von Ministerpräsident Saad Hariri angekündigten Wirtschaftsreformen zur Befriedung führen, bleibe fraglich.
Weitere Meldungen: Bundesbank drängt auf Rente mit 70, Kurdische Milizen ziehen sich zurück.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audio-Material über Reuters.
Seit Donnerstag gibt einen neuen Brexit-Deal. Die EU-27 haben ihm am Abend direkt zugestimmt - und zwar einstimmig, nachdem auch der irische Premierminister seine Unterstützung klar gemacht hat. Bis zuletzt wurde ja vor allem über Regelungen für die irische Insel verhandelt.
Jetzt hängt also wieder alles am britischen Unterhaus, das am Samstag über das Abkommen abstimmen wird. Was hat sich also zum abgelehnten Abkommen von Theresa May verändert und reichen die Änderungen aus, damit Boris Johnson eine Mehrheit bekommt? Das beantwortet in dieser Folge Alexander Mühlauer, SZ-Korrespondent in London.
Weitere Themen: Keine EU-Beitrittsgespräche mir Albanien und Nordmazedonien; Wohl keine Waffenruhe in Syrien.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Jean-Marie Magro
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über die EU-Kommission und den Europäischen Rat.
Eigentlich regt sich Peter Handke über Kritik an seiner Sicht auf die Jugoslawienkriege nicht mehr groß auf. Er hatte sich daran gewöhnt. Doch nach der Bekanntgabe, dass die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk und er den Literaturnobelpreis erhalten, bekam diese Kritik eine neue Qualität.
Als der Hamburger bosnischer Herkunft, Saša Stanišić, den Deutschen Buchpreis in Frankfurt gewinnt, nutzt er seine Dankesrede, um sich über die Ernennung Handkes zum Nobelpreisträger zu echauffieren. Handke würde die Wirklichkeit nicht anerkennen, wegen der er hier stehen dürfe, sagt Stanišić. Nun konfrontierte eine österreichische Journalistin ihren Landsmann mit dieser Aussage. Handke bekam daraufhin einen Wutanfall. Das passe ins Bild des Cholerikers, als den sich Handke selbst beschreibt, sagt Lothar Müller. Der SZ-Literaturredakteur warnt aber davor, Handkes Werk als Plädoyer für Völkermord zu bagatellisieren.
Weitere Themen: Einigung auf Brexit-Vertrag, Kurden setzen Kampf mit IS-Terrormiliz aus.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audio-Material über YouTube-Kanal Deutscher Buchpreis und das ORF.
Die Pkw-Maut wird für Andreas Scheuer immer mehr zum Debakel. Am Dienstag wurden die Weichen für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gestellt. Der soll klären, ob der Verkehrsminister das Prestigeprojekt der CSU nur aus wahltaktischen Gründen auf Kosten der Steuerzahler durchgedrückt hat.
Scheuer steht sei Monaten im Dauerfeuer der Opposition und wirkt angeschlagen, sagt der CSU-Experte der SZ, Wolfgang Wittl. Aber ob sich Scheuer in seinem Amt halten kann, das entscheidet allein Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Doch beim anstehenden CSU-Parteitag werde das Maut-Debakel keine Rolle spielen.
Weitere Meldungen: Türkei-Offensive in Syrien, Ermittler überprüfen möglichen Mitwisser im Fall Halle.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carlo Sarsky
Zusätzliches Audio-Material über Phoenix.
Die türkische Invasion in Syrien treibt Hunderttausende Kurden in die Flucht. In ihrer Not verbünden sie sich mit den Truppen des syrischen Diktators Assad.
Es sei utopisch, dass der türkische Präsident Erdoğan in dem Gebiet nach dem Einsatz syrische Flüchtlinge ansiedeln könne, kritisiert Paul-Anton Krüger, stellvertretender Außenpolitik-Chef der SZ. Und gerade in Rojova haben die Kurden ein selbstverwaltetes, demokratisches Gemeinwesen aufgebaut, das ein Vorbild für den Nahen Osten hätte sein können.
Weitere Nachrichten: Shell-Jugendstudie, IWF senkt erneut Wachstumsprognose, Erfolg für Musterklage gegen Mieterhöhung.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Die Deutsche Bank wollte sich den Zugang zum chinesischen Markt mit Geld, Geschenken und Gefälligkeiten verschaffen. Das zeigen Unterlagen, die die Süddeutsche Zeitung mit dem WDR und der New York Times ausgewertet hat.
Gastgeschenk gehören in China zum guten Ton, sagt die Frankfurter SZ-Wirtschafts-Korrespondentin Meike Schreiber. Aber die Deutsche Bank habe es dabei übertrieben. Für Kontakte zu ranghohen chinesischen Funktionäre und Konzernlenkern haben deutsche Banker Hundertausende Dollar an dubiose Berater bezahlt. Mittelsmann der Deutschen Bank dafür sei Lee Zhang gewesen, der intern auch “Mister China” genannt wurde. Er habe außerdem mehr als hundert Kindern von Parteifunktionären Praktikantenplätze und Jobs bei der Deutschen Bank verschafft, obwohl sie zumeist nicht über entsprechende Qualifikationen verfügten.
Weitere Nachrichten: Wirtschafts-Nobelpreis für drei Armutsforscher, EU will Waffenstopp für Türkei.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carlo Sarsky
Es ist eine kleine, aber keine wirklich große Überraschung, dass Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis erhält. Die Buchmacher hatten vor allem die schwedische Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg ganz oben auf dem Zettel. Aber auch der Name des äthiopischen Premiers wurde immer wieder genannt.
Seit eineinhalb Jahren ist er im Amt. In dieser Zeit hat Abiy Ahmed ein unglaubliches Reformtempo vorgelegt, Oppositionelle aus dem Gefängnis entlassen und verbotene Parteien wieder zugelassen. Vor allem aber schloss er Frieden mit dem Nachbarland Eritrea. Eine fast unmögliche Aufgabe, wie Außenpolitikredakteurin Anna Reuß schildert. Allein dafür hat Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis verdient.
Weitere Themen: Stephan B. gesteht rechtsextremes Motiv, EU27 für neue Verhandlungsrunde mit Johnson, Tusk kontert Erdogan.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audio-Material über nobelprize.org.
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