Lotta kann nicht sehen, nicht sprechen, sich schlecht bewegen, nicht kauen. Aber Lotta ist dazu auch entzückend und charmant. Sie hat lange blonde Haare, braune Augen und ihr sitzt der Schalk im Nacken. „Wir sehen ja meistens immer erst mal das, was derjenige nicht kann, wenn wir einen Menschen mit Behinderung anschauen, und vergessen darüber, was er alles kann,“ sagt Sandra Roth im hr3-Sonntagstalk. Lotta sitzt im Rollstuhl. Sie ist schwer mehrfach-behindert. Sandra Roth ist Journalistin und hat zwei Bücher über ihr Leben mit Lotta geschrieben: „Lotta Wundertüte“ und „Lotta Schultüte“.
Sie wünscht sich, dass das Wegschauen und das Anstarren abgelöst werden durch mehr Selbstverständlichkeit im Umgang. Das Kind sehen, nicht den Rollstuhl. Im Ausland hat die Familie erlebt, wie Inklusion funktionieren kann. In New York zum Beispiel gibt es überall in öffentlichen Gebäuden rollstuhlgerechte Zugänge. In Deutschland ist sogar nur ein Drittel aller Arztpraxen mit Rampen ausgestattet. Von einer inklusiven Gesellschaft sind wir noch weit entfernt: „Inklusion heißt, alle gehören dazu, egal, was braucht jemand, um mitzumachen,“ macht die Journalistin im Gespräch mit Bärbel deutlich.