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Wir befinden uns in der Wüste Sinai. Die Hitze ist tagsüber extrem; die Vegetation dürftig. Die Selbstversorgung einer größeren Reisegruppe über einen längeren Zeitraum wäre unter diesen Umständen eine schier unlösbare Aufgabe. Insbesondere, wenn es sich um zehn- oder hunderttausende Menschen handelt. Irgendwann im zweiten Jahrtausend vor Christus war ein Mann namens Mose als Reiseleiter mit einem ganzen Volk in dieser Wüste unterwegs – zwischen Ägypten und einem Land, das Gott ihnen versprochen hat. Mitten in Zeiten dramatischer Versorgungsengpässe regelt Gott etwas Erstaunliches: das Wohlergehen einer speziellen Bevölkerungsgruppe, der Leviten.
Die Leviten waren ein Teil des Volks Israel, das eine spezielle Aufgabe hatte: die Gottesdienste gestalten und den Dienst an den Altären versehen. Auf die Leviten wartet kein Landbesitz, während alle anderen Stämme Grund und Boden erhalten – und damit eine gewisse Garantie für ein Leben in Sicherheit. Etwas, nach dem sich wohl jeder Mensch sehnt.
Gott sagt zu Aaron, der wie sein Bruder Mose zu den Leviten gehört: „Ich bin dein Anteil und dein Erbteil.“ (4. Mose 18,20) Ihm winkt kein Privateigentum und keine finanzielle Absicherung. Was für andere Menschen ein Grundstück oder ein reiches Erbe ist, das ist für Aaron und seine Leute Gott selbst.
Das klingt vielleicht abstrakt. Aber wie oft suche ich meine Sicherheit in Dingen, die ich nicht festhalten kann – in einem Eigenheim, einer Geldanlage oder in beruflicher Weiterbildung? Dieser alte Bibelvers, der an die damaligen Leviten gerichtet ist, erinnert mich an etwas Befreiendes. Ich formuliere es mit den Worten der besitzlosen Nonne Teresa von Ávila „Nichts soll dich ängsten, nichts soll dich quälen. Wer sich an Gott hält, dem wird nichts fehlen.“
Gott selbst als Sicherheit und Versorgung für seine Diener – das reicht. Für die Leviten damals. Und für mich heute.
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Autor: Sonja Kilian
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Ich weiß nicht mehr, ob ich besonders im Stress war oder gedanklich ganz woanders. Jedenfalls hatte ich vor einiger Zeit beim Bezahlen im Supermarkt etwas an der Kasse liegen gelassen. Ich kam zurück und die Ware war weg. Ich war traurig. Ich habe mich geärgert.
Vielleicht hätte ich einfach mal die Bibel zu Rate ziehen sollen.
Im 5. Buch Mose steht das Volk Israel kurz vor seinem Einzug in das Land, in dem sprichwörtlich Milch und Honig fließen. Wie sollen die Menschen mit ihrem zukünftigen Überfluss umgehen?
Gott gibt verschiedene praktische Anweisungen. Eine davon lautet:
Du bringst die Ernte auf deinem Feld ein
Eine ganze Garbe, die übersieht man eigentlich nicht so leicht. Wie ärgerlich, so etwas einfach stehen zu lassen.
Und doch wünscht sich Gott einen anderen Blick auf diese und ähnliche Situationen. Er sagt: Wenn du mehr hast, als du brauchst, dann sei doch bitte kein perfektionistischer Pfennigfuchser. Freu dich, wenn andere zum Zug kommen, die etwas dringender gebrauchen können als du. Und trau mir zu, dass deine vermeintlichen Fehler Chancen für meine Großzügigkeit sein können.
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Oliver Jeske
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Ich hatte in meinem Leben nicht den „einen Moment“ der Gottesbegegnung, der mich und mein Leben komplett verändert hat. Ich weiß aber von Menschen, denen das genau so passiert ist.
In der Bibel finden sich hierzu auch Beispiele. Das folgende hat sich vor ziemlich genau 2.000 Jahren irgendwo auf halber Strecke zwischen Jerusalem und dem See Genezareth abgespielt: Eine samaritische Frau geht in der Mittagshitze zum Brunnen, um dort allein Wasser zu schöpfen. Als sie am Brunnen ankommt, wartet dort Jesus auf sie. Ein Gespräch entwickelt sich, bei dem die Sprache irgendwann auf den „Messias“ kommt. Juden und Samariter warteten seit Jahrhunderten auf die Ankunft dieses „Messias“. Jesus offenbart sich nun als dieser Messias mit den Worten: „Ich bin’s, der mit dir redet.“
Da steht also der Messias vor ihr. Dieser Begriff bedeutet wörtlich „Der Gesalbte“. Gesalbt wurden zur damaligen Zeit unterschiedliche Personen: Könige, Priester und Propheten. Das passierte, um sie für ihre speziellen Aufgaben zu heiligen.
Der Name Messias bezeichnet außerdem eine von Gott auserwählte Person, die als Erlöser Heil und Befreiung bringt.
Jesus vereint all diese Bedeutungen in seiner Person. Er gibt sich zu erkennen als der kommende König, der befreit und Frieden bringt.
Heute ist Jesus derselbe wie damals am Brunnen. Er ist immer noch derjenige, der Heil und Befreiung bringen kann. Und er möchte auch heute noch allen Menschen persönlich begegnen.
Ihnen auch. Sie können ihn einfach direkt ansprechen.
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Autor: Tobias Schier
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„Singen ist mein Leben!“, schwärmt die junge Teilnehmerin des Talentwettbewerbs. Auf dem Betzenberg hört man die Westkurve schrei’n: „Alles für den Verein!". Mancher lernt die Datenblätter von schicken Autos auswendig, die sein Budget weit überschreiten; andere geben buchstäblich alles für die Familie. Und wahrscheinlich haben wir alle schon mal so etwas gedacht wie: „Wenn ich nur genug Geld hätte für dieses oder jenes, dann! … Ja dann …“
Jesus erklärt im Matthäusevangelium: „Die Dinge, die einen ganz besonderen Wert für dich haben, für die lebst du am Ende auch.“ (Matthäus 6,21 VXB). Martin Luther drückt es so aus: "Was der Mensch liebt, das ist sein Gott.Er trägt es in seinem Herzen. Er bewegt es Tag und Nacht in sich. Es sei, was es sei: Reichtum oder Geld, Vergnügen oder Ehre."
Jeder Mensch trägt etwas im Herzen, auf das er sich verlässt – besonders in Nöten. Und das „Ansparen“ an sich ist ja auch kein Problem, in manchen Fällen sogar geboten. Natürlich liebe ich meine Familie und wir halten zusammen. Ehrlicher Fleiß oder Unternehmertum sind nicht verwerflich. Aber wenn ich meine ganze Aufmerksamkeit, meine Sorgen, meinen Eifer und meine Zeit diesen Bestrebungen widme; wenn ich mein Vertrauen auf irdische Dinge wie Geld, Gut, Klugheit oder Macht setze, dann mache ich sie zu meinem Gott.
Und dann habe ich ein Problem. Was hilft? Sich nichts zum Gott machen, sondern sich direkt an den Lebendigen wenden. Bei ihm ist mein Herz gut aufgehoben. Und auch das "Ansparen" ist viel nachhaltiger. Jesus sagt: „Sammelt lieber Schätze bei Gott. Dort werden sie nicht von Motten und Rost zerfressen und können auch nicht gestohlen werden.“ (Matthäus 6,20a GNB)
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Autor: Miri Langenbach
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Als kleiner Junge und später Jugendlicher habe ich mir meine Traumfrau immer so vorgestellt, wie es in manchen Werbungen, Fernsehzeitschriften oder irgendwelchen Plakaten zur Schau gestellt wurde. Diese war meistens blond, hatte einen athletischen Körperbau mit gewissen Rundungen und wurde als Ideal abgedruckt.
Warum damals so viel Wert auf blonde Haare gelegt wurde, weiß ich nicht. Aber ich war dadurch vor allem auf die Haare und die äußere Figur getrimmt. Allerdings hat sich das im Lauf der Zeit Gott sei Dank geändert. Das lag wohl auch daran, dass ich im erwachsenen Alter lernen konnte, dass ich einen eigenen Geschmack habe und nicht das nehmen muss, was einem vorgesetzt und als richtig verkauft wird.
Die Idealvorstellung von Menschen oder von bestimmten Menschen tragen sich auch im Laufe der Geschichte immer weiter. Da gibt es Serien und Sendungen mit Bildern oder Darstellungen von Jesus Christus. Er wird teilweise dargestellt wie einer, dem alle aufgrund seines Aussehens hinterherlaufen oder den sie anhimmeln.
Im Buch des Propheten Jesaja wird über das Erscheinungsbild des von Gott versprochenen Retters aber anders gesprochen. Dort stehen viele prophetische Worte über ihn, die zum Nachdenken anregen. Unter anderem steht in Jesaja Kap 53 Vers 2 folgendes:
Er wuchs vor ihm auf wie ein Spross; er entsprang wie eine Wurzel aus trockenem, unfruchtbarem Land. Sein Äußeres war weder schön noch majestätisch, er hatte nichts Gewinnendes, das uns gefallen hätte.
Ich finde es sehr bemerkenswert, dass Gott seinen eigenen Sohn nicht als Schönling beschreibt. Er setzt keinen Idealwert an, den er als Sohn des Allerhöchsten erfüllen kann und wird. Nein, Jesus wird nicht zum äußeren Traummann. Sondern zum Retter, der am Ende sogar seinen eigenen Körper schlagen und schinden lässt, damit ich schuldlos vor Gott stehen kann.
Es gibt da jemanden, der hat Ihr und mein Äußeres geschaffen und sehnt sich nach einem Platz in Ihrem und meinem Inneren: Jesus Christus. Das Äußere ist nicht unwichtig, aber entscheidend sind die inneren Werte.
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Autor: Bernd Kortmann
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Eine Lehrerin sitzt in der Lehrerkonferenz. Die Frage steht im Raum: Wer soll unsere Schule beim Mathewettbewerb vertreten? Sie geht ihre Schülerinnen und Schüler im Kopf durch und überlegt: Wer bringt die nötigen Fähigkeiten mit? Wen kann ich noch coachen und fit machen für den Wettbewerb? Wen kann ich stärken?
So ähnlich möchte Gott stärken – nur dass er nicht nach einer Fähigkeit sucht, sondern nach einer Eigenschaft: nach einem Herzen, das auf ihn ausgerichtet ist.
Das sagt ein Prophet zu dem israelitischen König Asa. Das ist ungefähr 2.800 Jahre her. Israel ist bedroht, und statt Gott zu vertrauen, sucht König Asa Hilfe bei einem politischen Bündnis.
In diese Situation hinein sagt der Prophet im Auftrag Gottes: „Die Augen des HERRN schweifen über die ganze Erde, um denen ein starker Helfer zu sein, die mit ungeteiltem Herzen zu ihm halten.“ (2. Chronik 16,9)
Gott schaut sich um. Er hält Ausschau nach Menschen, die ganz auf ihn ausgerichtet sind – oder, wie es hier heißt: die ein ungeteiltes Herz für ihn haben.
Ich muss an diesen Satz oft denken, wenn ich bete und meine Hoffnung ganz auf Gott setze, wenn ich das, was mich bewegt, vor ihm ausbreite.
Dann weiß ich: Gott sieht mich. Er hat mich im Blick.
Und mehr noch: Die Bibel sagt, dass Gott die ganze Erde durchsucht. Er sucht Menschen, deren Herz an ihm hängt – Menschen, die ihn lieben und sich nach Gemeinschaft mit ihm sehnen.
Solche Menschen sucht Gott – um sie zu stärken! Was für eine wunderbare Zusage!
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Susanne Thyroff
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Manchmal kommt der Teufel in einem frommen Mäntelchen daher. Sogar mit dem Wort Gottes kennt er sich aus und wirft gern mit Bibelversen um sich.
Zum Beispiel in der Geschichte von der Versuchung Jesu. Sie steht im Matthäus-Evangelium, Kapitel 4. Jesus verbringt Zeit in der Wüste. Er ist schon eine ganze Weile dort und fastet seit 40 Tagen und Nächten. In so einer Situation ist man angreifbar. Da tritt der Teufel auf den Plan und fordert Jesus heraus: „Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden.“Matthäus 4, 3 (LUT 2017). Doch Jesus kontert mit: „Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«“ (Vers 4)
Aber so schnell gibt sich der Teufel nicht geschlagen. Er beruft sich auf die heiligen Schriften des Judentums, man höre und staune. Doch er missbraucht sie, um Menschen – in diesem Fall Jesus – zu verführen. Er lockt Jesus hoch hinauf auf den Tempel in Jerusalem und provoziert ihn mit einem Zitat aus Psalm 91, indem er sagt: „Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«“ (Vers 6)
Jesus aber hält dagegen mit den Worten: „Wiederum steht auch geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«“ Jesus beruft sich hier auf eine Aussage im 5. Buch Mose. Ich lerne aus dieser Geschichte: Es ist gut, wenn man sich in der Bibel auskennt. Das kann im Zweifelsfall vor teuflischen Verführungsversuchen schützen.
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Autor: Annegret Schneider
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Etwas mehr als 2.500 Jahre ist es her. Schauplatz: Das Heilige Land. Eine Nation im Wiederaufbau. Unter der tatkräftigen Verwaltung eines Mannes namens Nehemia. Der muss zu seinem Entsetzen feststellen: Das Unrecht, das einst zum Niedergang Israels und in die Katastrophe geführt hat – es ist noch da. Die aus dem babylonischen Exil zurückgekehrten „Vornehmen“ der jüdischen Gemeinschaft verhalten sich genauso gewissenlos wie ihre Vorfahren drei Generationen vorher. Sie beuten ihre Landsleute aus, übervorteilen sie, fordern Wucherzinsen und machen Druck, Hauptsache, die Volksgenossen bedienen ihre Schulden – egal wie.
Nehemia nimmt wahr: Er und seine Familie sind Teil des Problems, denn auch sie haben Getreide auf Kredit abgegeben und den Nachbarn Geld gestundet – aber die sitzen nun in der Schuldenfalle und werden so schnell nicht wieder herausfinden.
Nehemias radikaler Vorschlag zur Lösung des Problems findet sich im Buch Nehemia, Kapitel 5: Ein Schuldenschnitt. Die Gläubiger sollen die ausstehenden Zahlungen abschreiben – und sie werden sich das auch leisten können. Die Schuldner bekommen mit einem Schlag wieder Luft zum Atmen, können den Kopf heben – und zuversichtlich nach vorne schauen.
Das Problem ist hochaktuell – und Nehemias Lösungsansatz ebenfalls. Überschuldung nutzt niemandem und schadet allen. Schuldenerlass setzt Kräfte frei. Das ist nicht nur eine ökonomische Tatsache, das ist auch eine biblische Wahrheit. Bereits im 3. Buch Mose ist das „Erlassjahr“ geboten worden; ein regelmäßiger Reset der Besitzverhältnisse alle 50 Jahre. Nicht als Utopie, sondern als hilfreiche, lebenspraktische Anweisung.
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Autor: Markus Baum
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„Der Geist Gottes, des HERRN, ruht auf mir, denn der HERR hat mich gesalbt, um den Armen eine gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, um die zu heilen, die ein gebrochenes Herz haben, und zu verkündigen, dass die Gefangenen freigelassen und die Gefesselten befreit werden.“
Dieser Vers steht im Alten Testament. Der ProphetJesaja richtet ihn vor über 2.500 Jahren an sein Volk. Er betrifft Jesaja selbst; denn der Prophet darf immer wieder, neben den Strafen Gottes, auch über diese hinausweisen und zusagen: Gott will, dass seine Menschen in einer intakten Beziehung zu ihm leben.
Prophetisch weist der Vers auf JesusChristus hin. Jahrhunderte später nimmt Jesus den Vers für sich in Anspruch und verwirklicht diesen Auftrag in seinem Erdenleben: er verkündet die Botschaft vom Reich Gottes, ruft Menschen in seine Nachfolge und zahlt den Preis dafür, dass wir Menschen unsere eigenen Wege gehen. Das feiern wir an Karfreitag und Ostern.
So weit, so gut, so erfüllt und fertig?
Ich glaube nicht, denn Jesus beauftragt seine Leute ebenfalls mit ziemlich genau dem gleichen Auftrag: die gute Botschaft weiterzugeben, dass Gott jeden Menschen liebt. Dass Gott Herzen heilen will und dass er Freiheit schenken will, zu Fehlern zu stehen, aber sich auch verändern zu lassen. Da will ich gern mitmachen.
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Autor: Claudia Mertens
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Ich vermute, ich bin nicht allein damit: Der Wochenanfang fällt mir oft richtig schwer. Nach einem schönen Wochenende wieder in den Alltagsmodus zu finden, das schmeckt mir gar nicht.
Aber das Leben will nun mal weitergelebt werden, und der Glaube an Gott lebt nicht von Sonntagsgedanken. Das macht mir ein Satz aus dem Jakobusbrief, Kapitel 1, Vers 22, klar: „Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.“ Nur kurz hinhören und nichts tun, was Gottes Liebe in Leben verwandelt, so kann echter Glaube nicht funktionieren. Das wäre ja so, erläutert der Briefschreiber, als würde sich jemand morgens im Spiegel betrachten und meinen, jetzt wüsste er, wer er ist. Das ist zu kurz gedacht. Zu einfach. Nicht lebenstauglich.
Damit niemand auf diese Art von Selbstbetrug hereinfällt, wiederholt der Jakobusbrief an mehreren Stellen seinen Kernpunkt. „Anders der Mensch, der tief und anhaltend in das vollkommene Gesetz Gottes blickt, das uns frei macht. Er hört nicht nur hin, um es gleich wieder zu vergessen, sondern handelt danach. Freuen darf sich, wer das wirklich tut (Vers 25).“ Ins Handeln kommen, immer wieder neu, darum geht es. Um das Abenteuer, dass ich mich selbst, das Leben, Gott und seine Menschen tiefer und in Echtzeit kennenlernen kann.
Also gehe ich doch wieder los, lasse die Montagsangst hinter mir, damit die Freude am Leben wieder eine Chance hat.
Infos zum Jakobusbrief:
Buchvideo: Jakobus
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Ute Heuser-Ludwig
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