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Bis Weihnachten sind es nur noch wenige Tage. Dann wird in Kirchen das Liedgut umgestellt. Von den Adventsliedern geht es zu den Weihnachtsliedern, von "Macht hoch die Tür" und "Tochter Zion" zu "O Du fröhliche" und "Stille Nacht". Eins meiner liebsten Weihnachtslieder ist "Lobt Gott ihr Christen"! Die Aufforderung Gott zu loben hängt mit der Tatsache zusammen, dass Gott seine Position der Stärke und Allmacht verlässt und zu uns Menschen kommt, um mit uns zu leben. Oder genauer gesagt: Gott stellt sich in Jesus mit mir auf eine Stufe, er erlöst mich und will mit mir leben.
So wie es in der letzten Strophe des Liedes heißt: "Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr darfür. Gott sei Lob, Ehr und Preis." An dieses Lied musste ich sofort denken, als ich den Anfang von Psalm 95 gelesen habe, wo steht: "Kommt, lasst uns dem HERRN zujubeln! Wir wollen ihn preisen, den Fels, bei dem wir Rettung finden!" (Psalm 95,1) Es sind leicht andere Worte, und von Weihnachten wusste der Schreiber des Psalms natürlich nichts. Aber beide, der Psalm und das Weihnachtslied haben eine klare Aufforderung: Lobe Gott! Freue dich über ihn! Denn er hat dich erlöst, er ist der starke Fels, bei dem du Schutz findest und der deinem Leben halt gibt. Nicht nur zu Weihnachten, sondern jeden Tag und immer.
Autor: Horst Kretschi
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"Wie geht es dir?" In den letzten Monaten und Jahren habe ich für mich festgestellt, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. In der Regel habe ich die Worte aus meinem Denken heraus formuliert, also zum Beispiel so: Heute Nacht habe ich gut geschlafen, ich war pünktlich auf der Arbeit und konnte ziemlich schnell in die Aufgaben einsteigen. Fazit: Es geht mir gut. Ein anderes Beispiel: Ich komme nach Hause, der Tag war voll, ein Termin nach dem anderen. Fazit: Ich bin geschafft, es geht mir nicht gut. Aber stimmt das so? Zwei wesentliche Dinge habe ich gelernt.
Zum einen: Ich sollte mich erst einmal selbst fragen, wie es mir wirklich geht. In mich hineinhorchen, prüfen, wie ich mich fühle. Vielleicht muss ich gerade das auch erst noch lernen, weil es mir nie beigebracht wurde. Oder weil ich keine Ruhe dafür finde. Es kann ja zum Beispiel sein, dass es mir trotz eines guten Starts in den Tag schlecht geht. Oder auch, dass ich mich trotz eines vollen Tages richtig gut fühle.
Zum anderen: Ich muss auch nicht jeden in mein Innerstes hineinschauen lassen. Im Buch der Sprichwörter im Alten Testament steht in Kapitel 13 Vers 3: "Wer mit Worten vorsichtig ist, bewahrt sein Leben. Wer seinen Mund aufreißt, dem droht Verderben." Ich mache mich verletztlich, wenn ich etwas von mir preisgebe. Darum frage ich: Warum erzähle ich etwas von mir? Und wem? Nur Gott kann ich wirkllich alles von mir erzählen, weil ich weiß: Er antwortet nicht mit Verderben, sondern mit Liebe und Heilung.
Autor: Hans Wagner
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Ernteausfall. Vergebliche Arbeit. Hunger wird die Folge sein. Auch wir ahnen, was es heißt, wenn es zu viel regnet und zur falschen Zeit heiß ist. Die Ernte fällt geringer aus als geplant. Aus dem Ausland muss z. B. mehr Getreide als üblich eingeführt werden. Mühselig. Aber so gar kein Ernteertrag? Das ist nur ein Teil der sich ausbreitenden Wüste. Dornen holen sich das beackerte Feld zurück und überwuchern alles. Häuser und Paläste stehen leer und verfallen. Davon redet der Prophet Jesaja vor rund 2750 Jahren. Die ausufernde Wüste wird viele Jahre in Israel normal sein. Bis Gott eingreift.
Dann tritt die Wende ein durch Gottes Geist. Im Buch des Propheten Jesaja steht im Kapitel 32, Vers 15:
„Bis über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe. Dann wird die Wüste zum fruchtbaren Lande und das fruchtbare Land wie Wald geachtet werden.“
Der Geist Gottes bewegt Menschen, auf Gott zu hören. Ihm zuzutrauen, dass er Ahnung von Weinbergen und Landwirtschaft hat. Die Israeliten werden aufgrund seines Wirkens die Dornen zurückschneiden. Den Acker umpflügen und bearbeiten. Es wird wieder geerntet. Die Stadt hat wieder Bewohner – nämlich die, die treu zu Gott gehalten haben. Stadt und Land werden aufblühen und Menschen anziehen.
Das kann auch heute noch geschehen, wenn ich trotz meiner Kenntnisse und Berufserfahrungen Gott zutraue, dass er besser Bescheid weiß als ich. Er kann Prozesse abkürzen, Blumen wachsen lassen, die mich faszinieren.
Autor: Pastorin Elke Drossmann
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Die Bibel ist voller guter Gedanken und praktischer Ratschläge. Das gilt auch für das Miteinander von Ehepartnern. Beispielsweise finde ich im Buch der Sprüche diesen Rat:
Erfreue dich an deiner Frau, die du als junger Mann geheiratet hast. Lass sie eine Quelle des Segens für dich sein. Sprüche 5, Vers 18
Auch wenn sich dieses Wort zunächst an Ehemänner richtet, so ist es für Ehefrauen genauso zutreffend.
Ich versthe das Bibelwort so: Widme dich dem Menschen, den du liebst und mit dem du einen verbindlichen Lebensbund eingegangen bist. Genießt eure Zweisamkeit und lebt eure Liebe exklusiv. Sie ist nur für euch beide gedacht. Niemand darf sich in eure Beziehung hineindrängen.
Übrigens, der Ratschlag aus Sprüche 5 hat kein Verfallsdatum. Er gilt für frisch verheiratete Ehepartner genauso, wie für solche, die schon zehn, dreißig oder fünfzig Jahre zusammengehören. Füreinander sorgen, zärtlich sein, Liebe ausdrücken und gerne annehmen, den anderen nicht als selbstverständlich behandeln, ihm oder ihr ein Segen sein – das sind dauerhafte Lebensaufgaben.
Sollten Sie schon länger verheiratet sein, dann gestatten Sie mir ein paar Fragen: Erstens. Wie sieht es um Ihre Beziehung aus? Und zweitens, wie könnten Sie das Gottesgeschenk, das Ihr Partner oder Partnerin ist, heute in besonderer Weise feiern? Über welche kleine Aufmerksamkeit würde Sie oder er sich freuen?
Autor: Wolf-Dieter Kretschmer
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Dieses Jahr backe ich wieder Weihnachtsplätzchen zusammen mit einer ganz besonderen Person. Sie ist als kurdische Muslima im Nordirak aufgewachsen. Später landet sie in Deutschland, wo sie liebevolle Christen kennenlernt.
Eines Tages bekommt sie eine arabischsprachige Bibel in der Hand. Die Neugier der jungen muslimischen Frau siegt, so dass sie immer wieder in dem geheimnisvollen Buch liest. Dabei stößt sie auf folgenden Vers aus Matthäus 11: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Was für ein großzügiges Angebot – direkt von Gottes Sohn Jesus! Die junge Frau aus dem Nordirak denkt an all die Sorgen, die schwer auf ihr liegen. Wie gerne will sie erfrischt und entlastet werden. Sie versteht sofort den Sinn dieser Worte. Wobei ich nicht weiß, wie sie im Arabischen übersetzt werden. Das letzte Wort dieses Verses wird im griechischen Urtext so ausgesprochen: anapauō. Es bedeutet so viel wie „wieder zurück in die Ruhe finden“ oder auch erfrischen. Unser Wort „Pause“ stammt aus der gleichen Sprachwurzel.
Nach so einer Entlastung hat sich meine Freundin aus Kurdistan gesehnt. Und sie hat gefunden, was sie brauchte: Ruhe und gleichzeitig Wiederbelebung für ihre Seele. Jesus hat nicht zu viel versprochen. Die gebürtige Kurdin hat Frieden gefunden und sogar weitergegeben: im ERF als Radioredakteurin für ihre Landsleute, als Bibelübersetzerin und als treue Nachfolgerin Jesu in jeder Lebenslage. Heute ist sie Rentnerin und blind. Aber sie formt die schönsten Vanillekipferl und strahlt immer noch die Weihnachtsfreude aus, die Jesus ihr geschenkt hat.
Autor: Sonja Kilian
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Gute Kompromisse sind nötig. Es gibt zig Situationen, in denen zwei oder mehr Menschen aufeinandertreffen. Und da braucht es einen Abgleich der Interessen. Das Ziel: Niemand soll dabei denken: Ich komme hier zu kurz.
Doch wenn ich in die Bibel schaue, bekomme ich den Eindruck: Aus Gottes Sicht gibt es Konstellationen, in denen ist der Kompromiss nicht das beste Mittel der Wahl. So geschehen vor über drei Jahrtausenden. Das Volk Israel soll das ihm von Gott versprochene Land im Kampf erobern. Doch nicht überall gelingt das. Und offensichtlich gibt es einzelne Stimmen, die sagen: „Na, wenn das schon nicht perfekt klappt, dann wollen wir wenigstens Profit draus schlagen.“ Die Folge: Feinde werden zur Zwangsarbeit verpflichtet.
Doch da macht Gott nicht mit. Er schickt einen Boten, der seinem Volk ausrichtet – nachzulesen im 2. Kapitel des Buchs Richter: „Euch aber hatte ich gesagt: Ihr sollt keinen Vertrag schließen mit den Bewohnern des Landes! Ihr sollt ihre Altäre zerstören. Doch was habt ihr getan? Ihr habt nicht auf mich gehört! So sage ich euch jetzt: […] Ihre Götter werden euch zum Verhängnis werden“ (Richter 2, 2-3).
Ja: Kompromisse sind etwas Erstrebenswertes. Doch als normaler Mensch muss ich mir eingestehen: Gott hat einen besseren Überblick über die Konsequenzen als ich. In den besonderen Situationen, in denen er mir etwas unzweideutig deutlich macht, sollte ich kompromisslos sein.
Zugegeben: Das mag unbequem sein. Das fällt mir nicht leicht. Aber Gott ist ja kein Diktator, sondern jemand, der auch mit sich ringen lässt.
Autor: Oliver Jeske
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Den gütigen, barmherzigen und liebenden Gott - den habe ich gerne. Diesem Gott begegne ich am liebsten. Der ist wie eine leichte Brise im Frühling, die mir zart das Gesicht streichelt. Aber was ist mit Regen und Sturm - Gewitter samt Donner und Blitz? Bei diesem Wetter laufe ich lieber weg. Das mag ich nicht. Im Alten Testament, im Buch Hiob, wird Gott aber mithilfe dieses Bildes beschrieben: Seine Stimme donnert und er beherrscht das Gewitter, samt Sturm und Blitz. Ein Gott, vor dem ich mich fürchten muss? Vielleicht.
In jedem Fall aber ein mächtiger Gott, dem alles gehorchen muss, wenn er spricht. Im Kapitel 37 Vers 5 des Buches Hiob lese ich: „Gott donnert mit seiner Stimme wunderbar.“ Die Gute Nachricht-Übersetzung drückt es so aus: „Wenn diese Stimme spricht, geschehen Wunder, so groß und herrlich, dass wir’s nicht verstehen.“
Der Gott mit dieser kraftvollen Stimme lässt Wasser in der Wüste fließen und teilt das Meer, damit sein Volk trockenen Fußes hindurchgehen kann. Dieser Gott lässt Brot vom Himmel regnen und bringt 3,5 Meter dicke Stadtmauern zu Fall. Er lässt seinen Sohn auf der Erde zur Welt kommen und besiegt mit ihm den Tod für immer und ewig.
Wenn ich mir das vor Augen führe, ist der Vergleich mit Blitz und Donner nicht mehr als ein kläglicher Versuch in Worte zu fassen, was ich nicht sagen kann. Gott ist so viel mehr als eine Brise oder ein rasender Sturm. Gott ist Gott. Und er ist in allem wunderbar.
Autor: Tobias Schier
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Jede Adventskranzkerze brennt irgendwann runter. Jede Lichterkettenbatterie gibt auf. Und Plätzchen sind schneller weggefuttert, als man Zuckerguss sagen kann. Heute ist sowas wie Halbzeit in der Adventszeit und bald ist sie auch schon wieder vorbei.
Eine traurige Angelegenheit? Eigentlich nicht. Ich kann mit dem Psalmisten aus der Bibel sprechen: „Ich habe gesehen, dass alles Vollkommene ein Ende hat, aber dein Gebot bleibt bestehen.“ (Psalm 119,96)
Gottes Gebot bleibt bestehen. Er selbst ist der Beständige in allem Schlimmen und Schönen, das geschieht und wieder vergeht. An seiner Hand kann ich durch dunkle Täler gehen und auch die hellen Glitzermomente genießen. Gerade jene im Advent! Denn die weisen ja darauf hin, dass die Weltjahresbestzeit eines Tages nicht mehr vergeht. Dass Jesus wiederkommt und dass das Vollkommene dann kein Ende mehr haben wird.
„HERR, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht;“, dichtet der Psalmist, „deine Wahrheit währet für und für.“ – darauf warte ich. Das ist echter Advent. Der andere Advent hilft mir dabei. Also: Kerzen an!
Autor: Miri Langenbach
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Realisten sagt man nach, dass sie Spielverderber sind. Das hat damit zu tun, dass Realisten vom Menschentyp her einen unverstellten Blick auf die Fakten schätzen. Hätte, wäre, wenn sind Begriffe, die eher selten im Vokabular von Realisten auftauchen. Damit können sie wenig anfangen.
Mit Blick auf den heutigen Bibelvers würde ein Realist der Diagnose zustimmen, dass die Sünde in dieser Welt mächtig ist. Schlägt man eine Zeitung auf oder hört man die Nachrichten im Radio wird das eindrucksvoll bestätigt. Es gibt sehr viel Schlechtes in der Welt. Sogar in meinem eigenen Leben muss ich sündiges Verhalten zugeben, obwohl ich es doch gar nicht will.
Wie froh bin ich, dass ich bei dieser realistischen Diagnose nicht stehen bleiben muss. Sie ist nämlich nur die halbe Wahrheit. Im Brief an die Römer schreibt der Apostel Paulus: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden“, Römer 5,20.
Paulus stimmt dem Realisten zu. In der Tat, die Sünde ist mächtig. Aber es gibt eine Kraft, die ungleich stärker wirkt und das ist die Gnade Gottes, die mir zu Teil wird durch Jesus Christus. Was Jesus am Kreuz vollbracht hat, kann alle Sünde dieser Welt überwinden.
Mir hilft das, meinen Blick über das hinaus zu richten, was mich niederdrückt . Und so nehme ich mir für heute vor, mich auf Gottes Möglichkeiten zu konzentrieren. Seine Gnade soll in meinem Leben mächtig werden.
Autor: Wolf-Dieter Kretschmer
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Der Raum ist erfüllt von acht Stimmen, die in vollkommener Harmonie einen gemeinsamen Akkord schaffen. Ich sitze gebannt auf meiner Stuhlkante, während das A-cappella-Oktett „Voces8“ Mendelssohns „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ interpretiert. Es ist, als wäre die Luft erfüllt von himmlischer Musik.
Und dann hustet jemand im Publikum.
Gerade noch himmlische Klänge und jetzt grippales Bellen. Das Oktett macht tapfer weiter, als sei nichts gewesen, aber meine Konzentration ist dahin. Tja, so ist das mit der irdischen Vollkommenheit: kaum hat man sie ergriffen, hustet das Leben.
Eine Erkenntnis, die schon der Autor von Psalm 119 hatte. In Vers 96 steht dort: „Ich habe gesehen, dass alles noch so Vollkommene ein Ende hat, deine Gebote aber gelten unbeschränkt.“
Das hier mit „Vollkommenheit“ übersetzte Wort hat im Hebräischen eine bemerkenswerte Doppeldeutigkeit: es kann sowohl für etwas vollkommenes stehen, aber auch „das Ende“ bedeuten: so, als ob jeder perfekte Moment in sich schon sein Ablaufdatum trägt. So schön ist unsere Welt – und so vergänglich.
Eine Ausnahme lässt der Psalmist zu: Gottes Gebote. Und die Summe und die Quintessenz dieser Gebote hat Jesus knapp 1000 Jahre später so den Punkt gebracht: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.
Diese Gebote gelten immer – egal, ob das Leben mir mal wieder reinhustet.
Autor: Tanja Rinsland
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