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Der heutige Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine steht im Psalm 25,20 und lautet: „Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!“ König David, der Beter des Psalms macht keinen Hehl aus seiner Lage. Er spricht von konkret erlebter Bedrängnis, Einsamkeit, Feinden und dem Bewusstsein seiner eigenen Schuld. Das beginnt schon im ersten Vers, in dem David ehrlich vor Gott ausspricht, was er denkt und was er fühlt, wovor er sich fürchtet und wo er seine Rettung sieht: „Nach dir, Herr, verlangt mich. Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.“ (Psalm 25,1-2)
Davids doppelte Bitte, dass Gott ihn nicht zuschanden werden oder ihn nicht scheitern lassen soll, drückt auch eine tiefe lebensdrohliche Sorge aus. „Zuschanden werden“ bedeutet für ihn mehr als nur ein Scheitern oder die ausbleibende, kurzfristige Hilfe im Angesicht von Bedrängnis. Es hat auch mit der Angst zu tun, dass sein Glaube an Gott am Ende als Illusion entlarvt werden könnte. Ich habe schon von manchen verzweifelten Menschen gehört: „Wo ist denn Gott? Wenn man ihn wirklich braucht, ist er nicht da. Er tut nichts für mich!“ Vielleicht kennen sie solche Fragen. Wenn die Lebensumstände hart werden und die Geduld und die Widerstandskraft zu Ende geht, dann ist die Frage nicht ferne, ob der Glaube an Gott wirklich trägt oder ob es nicht besser ohne Gott auszuhalten wäre?
Der Beter David ringt also auch um die Bestätigung seines Glaubens. Er bittet Gott: Zeige mir bitte, dass mein Vertrauen auf dich nicht ins Leere läuft. Das finde ich sehr spannend, dass David in dem, was sich im Alltag an feindlichen Dingen aufbaut oder ihn an Problemen umgibt, dass er sich darum sorgt, dass seine Verbindung zu Gott brüchig werden könnte. Dass sein Glaube verwässert wird und in der Hitze der feindlichen Gefechte und Anfechtungen verdampft. David ist sich bewusst, dass er nicht immer im Sinne Gottes gelebt hat. Er denkt auch an die Sünden seiner Jugend. Was auch immer es war, er bittet Gott, ihn nicht darauf festzunageln. Er kann so bitten und darauf hoffen, weil er weiß, dass Gott ein vergebender und barmherziger Gott ist. Das stärkt sein Vertrauen, so dass er in Vers 15 sagen kann: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“ Der Beter weiß: Wenn ich nur auf meine Probleme schaue, werden sie oft größer und halten mich gedanklich fest, ziehen mich nach unten. Wenn ich aber auf Gott schauen kann, relativiert sich die Not zwar nicht unbedingt, aber ich erhalte einen anderen Halt darin und vielleicht auch eine andere Perspektive darüber hinaus. Der Glaube ist dann kein theoretisches Konzept, sondern ein „Auf-Gott-Ausgerichtet-Sein“. Der Glaube ist dann ein aktives Suchen nach Hilfe und nach Zuflucht.
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Thomas Huth
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Der heutige Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine steht im Kontext einer besonderen Begebenheit am Anfang der Bibel, in der Abraham mit dem allmächtigen Gott verhandelt, um eine Gerichtskatastrophe zu vermeiden. Abraham setzt sich damals für ihm völlig fremde Menschen aus Sodom und Gomorra ein, damit sie trotz ihrer großen Schuld vor dem Untergang bewahrt bleiben. Abraham steht mutig in der Fürbitte vor Gott und rechnet mit seiner Gerechtigkeit. Ich empfehle diese Geschichte heute zu lesen. Sie steht in 1. Mose 18,16-33 und sie zeigt, dass Abraham etwas für andere wagt, obwohl er sich Gott gegenüber als sehr gering ansieht. Er spricht mit ehrlicher Demut und Ehrfurcht zu Gott, wenn er sagt: „Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.“
Doch zuvor weiht Gott Abraham in seine Pläne ein und beweist ihm damit seine Wertschätzung. Für Gott ist jeder Mensch so viel mehr als nur Staub und Asche. Jeder Mensch ist sein geliebtes Geschöpf und in Gottes Augen so unglaublich wertvoll und schön. Abraham ist ein Freund Gottes. Durch den Glauben kann er auch mit dem Herzen Gottes sehen und empfinden. So kommt es, dass er sogar an menschlicher Schuld leidet, die nicht seine eigene ist. Und Abraham weiß, dass Gott nicht wie ein egozentrischer Herrscher ist, der stur seinen Willen durchsetzt. Abraham bleibt auch nicht passiv und denkt: „Gott hat die Vernichtung Sodoms und Gomorras beschlossen, da kann man nichts machen. Außerdem geht mich das alles nichts an.“
Abraham bittet um Bewahrung und Rettung. Seine hartnäckige Fürbitte ist wie ein Feilschen um Seelen. Sie schreckt auch vor Verwegenheit nicht zurück. Abraham beginnt bei 50 Gerechten, dann nennt er 45, 40, 30, 20 und am Ende sind es gerade noch 10. Gott geht bereitwillig auf diesen Handel ein. Es scheint fast so, als hätte er darauf gewartet. Gottes Wille zu retten ist weit größer als der Wille zu strafen. Aber er bleibt und er handelt gerecht. Gott freut es, wenn wir uns aufmachen zu seinem Gnadenthron und uns im Gebet dafür einsetzen, dass Menschen vor dem Gericht bewahrt werden. Er hat das Rettungsangebot durch seinen Sohn Jesus Christus für alle Menschen bereitgestellt. So heißt es in einem Brief des Apostels Paulus am Ende der Bibel: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Timotheus 2,4)
Durch die christliche Gemeinde sollen die Menschen in der unmittelbaren, örtlichen Umgebung aber auch die Völker auf der Erde gesegnet werden. Die christliche Gemeinde darf im Gebet für andere einstehen, so wie Abraham für die Sodomiter. Die christliche Gemeinde ist eingeladen mit dem allmächtigen Gott in Demut und Ehrfurcht zu reden, zu feilschen und für andere zu bitten. Fürbitte ist immer aktiv und mutig. Sie geht zu Gott, sie steht vor Gott und sie bezieht ihn, seine Kraft und Weisheit zum Wohl und zur Rettung von Menschen mit ein. Wir sind eingeladen, den Blick zu heben, die anderen wahrzunehmen und ihnen Gutes von Gott zu bringen. Wir sind eingeladen uns und die Menschen in unserer Umgebung Gott täglich anzubefehlen und uns auf seine Gerechtigkeit und auf seine Gnade zu stellen.
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Autor: Thomas Huth
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„Steht auf! Lobet den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“ (Nehemia 9, 5)
Diesen Aufruf zum Gotteslob finden wir im Buch Nehemia im ersten Teil der Bibel. Nehemia berichtet von der wunderbaren Wende in der Geschichte des Volkes Israel, als Gott sein Volk aus dem Exil in Babylonien zurückführt in ihre Heimat und es ermöglicht, dass die Stadt Jerusalem und sogar der Tempel wieder aufgebaut werden. Parallel zum Wiederaufbau der Stadt kommt es aber auch zu einer inneren geistlichen Erneuerung: Israel öffnet sich für das Wort Gottes und lässt sich von Gott berühren und herausfordern. Der Priester Esra liest dem aufmerksamen Volk stunden- ja, tagelang vor aus der Tora, dem Buch des Gesetzes des Mose, und erklärt, was das Gelesene bedeutet. Und die Israeliten verstehen, was ihnen vorgelesen und erklärt wurde. Mehrfach betont Nehemia das. Die Folgen sind erkennbar: Da sind Tränen der Betroffenheit zu sehen, Schuld wird bekannt, Freude bricht aus. Die Bereitschaft wächst, Gottes Gebote zu halten und Gottes Willen zu tun. Und die geistlichen Leiter ermutigen das Volk:
„Steht auf! Lobet den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“
Wer beginnt, Gottes Wort zu verstehen, der beginnt zu begreifen, dass Gott, der Herr, nicht irgendein unsichtbares Wesen oder eine unpersönliche Kraft ist, sondern einen Namen hat, der sein Wesen widerspiegelt. Wer beginnt, sich für Gottes Reden zu öffnen, der erfährt, wie dieser Gott sich ihm mehr und mehr zu erkennen gibt und wie eine Beziehung wächst, eine Beziehung der Liebe und des Vertrauens.
Aber wer ist dieser Gott, der um unser Vertrauen wirbt? Und wie ist sein Name? Wir brauchen uns von ihm keine Vorstellung machen, denn er stellt sich selbst vor.
Am eindrücklichsten wird uns das berichtet im 2. Buch Mose im Alten Testament, als Gott sich Mose zu erkennen gibt. Mose strandet nach einer langen dramatischen Vorgeschichte in der Wüste. Und plötzlich begegnet ihm der lebendige Gott und beruft ihn, das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu führen.
Bisher kennt Mose Gott nur als den Gott seiner Väter, als den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Doch da in der Wüste an einem Dornbusch, der brennt, ohne zu verbrennen, da hat Mose selbst eine Begegnung mit dem Gott seiner Väter. Und diese Begegnung verändert alles. Mose fragt nach Gottes Namen. Und Gott sagt: Ich bin der „ich bin“! Das bedeutet: Der Ewige; der, der immer da war und immer da ist und immer da sein wird; der treu ist und zuverlässig; der nicht im Stich lässt; der hält, was er verspricht. Mose beginnt, Gott persönlich kennenzulernen. Die Bibel berichtet, dass sich zwischen Gott und Mose eine unvergleichliche Freundschaft entwickelt.
Als viele Jahrhunderte später Jesus, der Sohn Gottes, auf die Erde kommt, bringt er die gute Nachricht, dass jeder Mensch ein Freund Gottes werden kann. In Jesus wird Gott Mensch. Jesus sagte: Wer mich sieht, sieht den Vater. Ich und der Vater sind eins. Und als er sich den Menschen bekannt macht, gebraucht er genau die Worte, mit denen Gott sich Mose bekannt macht: Ich bin – ich bin der Weinstock, ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben, ich bin die Auferstehung, ich bin der gute Hirte, ich bin das Brot des Lebens. Und er nannte seine Jünger Freunde, die, die seinem Wort vertrauten und es befolgten.
Gott hat einen Namen. Er ist sogar Mensch geworden, um sich uns bekannt zu machen und sich persönlich vorzustellen. Es ist wahrlich ein Unterschied, ob ich nur glaube, dass es Gott gibt – vielleicht –, oder ob ich Gott persönlich und mit Namen kenne und eine Freundschaft mit ihm pflege.
„Steht auf! Lobet den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“
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Autor: Volkmar Glöckner
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Heute feiern wir den Tag der deutschen Einheit. Am 3. Oktober 1990, also vor 36 Jahren, trat die Deutsche Demokratische Republik ganz offiziell der Bundesrepublik Deutschland bei. Die Wiedervereinigung von Ostdeutschland und Westdeutschland war vollzogen – nach 45 Jahren Trennung. Als knapp ein Jahr vorher am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, war die Wende nicht mehr aufzuhalten. Die Zeit war damals reif für eine Revolution – aus verschiedenen Gründen, politischen wie wirtschaftlichen. Doch dass diese Revolution weitgehend friedlich blieb, war ein Wunder. Es war eine Revolution der Kerzen. In vielen Städten Ostdeutschlands, unter anderem und vor allem in Leipzig, hatten sich Menschen an jedem Montag in den Kirchen zum Gebet getroffen, um danach auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Anfang der 80-iger Jahre waren es nicht viele, doch es wurden immer mehr. Zuletzt waren es Hunderttausende. In den Kirchen wandten die Menschen sich an Gott und beteten. Und auf der Straße wandten sie sich an den diktatorischen Staat und seine Vertreter und skandierten: „Die Mauer muss weg!“ und „Wir sind das Volk!“ und immer wieder riefen sie: „Keine Gewalt! Keine Gewalt!“ In der einen Hand hielten sie eine Kerze, mit der anderen Hand schützten sie die Flamme. So war keine Hand frei für Steine. Bewaffnete Polizeieinheiten begleiteten die Demonstrationen, bereit, einen Aufstand zu unterbinden. Doch gegen die friedlichen Demonstranten waren sie machtlos. „Wir hatten alles geplant, wir waren auf alles vorbereitet, aber nicht auf Kerzen und Gebete!“ so wird es Horst Sindermann zugeschrieben, dem damaligen Präsidenten der Volkskammer.
An jedem 3. Oktober blicken wir zurück auf dieses Wunder – doch wen feiern wir? Sicherlich die vielen mutigen Menschen, die damals der Angst und den Drohungen und dem staatlichen Druck widerstanden. Mit Recht! Doch was ist mit dem Dank gegenüber Gott? Er hat die vielen Gebete erhört. Er hat unser Volk und unser Land beispiellos gesegnet. Wer feiert ihn? Wo sind die Beter der Revolution der Kerzen heute?
Nachdem die Wende vollzogen war, das Westgeld eingeführt und die Reisefreiheit gegeben, da war für Gott plötzlich kein Platz mehr und für Gebete keine Zeit.
Da wich die Anfangseuphorie einer zunehmenden Ernüchterung. Denn es stellte sich heraus, dass das Wunder der Wiedervereinigung nicht sofort blühende Landschaften mit sich brachte, sondern viel Arbeit und schmerzliche Veränderungen. Die Kirchen waren plötzlich wieder leer. Nur Wenige beteten weiter. Die Hoffnung auf eine geistliche Erweckung in ganz Deutschland erfüllte sich nicht.
Dabei hätte unser Volk eine Erweckung so nötig – auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung. Es gibt immer noch so viel Anlass, Gott zu suchen. Es gibt immer noch so viele Gründe, sich nach ihm auszurichten, nach seinem Willen zu fragen und auf sein Wort zu hören. Es gibt immer noch so viel von ihm zu erbitten. Und es gibt so viel, wofür wir ihm danken können. Aber es geht dabei nicht um Worte, nicht um Lippenbekenntnisse, nicht um Parolen, nicht um Religiosität, bei der das Herz unverändert bleibt. Es geht um eine tiefe Vertrauensbeziehung zu Gott, zu dem Gott, der Wunder tut – damals wie heute.
Er wünscht sich diese Vertrauensbeziehung zu jedem von uns. Er wünscht sich noch eine ganz andere Wende als die, die er wunderbar gewirkt hat vor 36 Jahren in unserem Land: Gott wünscht sich, dass seine Menschen sich ihm zuwenden – von ganzem Herzen. Er will nicht feststellen müssen, was als Bibelwort aus den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine über diesem Tag steht:
„Dies Volk naht mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“ Jesaja 29, 13
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Autor: Volkmar Glöckner
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Wenn ich der aktuellen Statistik glauben darf, sind es etwa 16.000 Worte pro Person in unserem Land, die täglich von Menschen gehört oder selbst gesprochen werden.
Diese vielen Wörter sind aber nur ein Teil dessen, was noch zusätzlich gehört, gesehen und zusammen mit weiteren Eindrücken, Empfindungen und Gefühlen zu verarbeiten ist.
Da gilt es zu entscheiden: Welche Worte von allen, die Sie heute hören, werden grundlegend für Ihr Leben und ein wichtiger Maßstab für Entscheidungen sein? Lassen Sie sich beeinflussen von den vielfältigen Botschaften der Influencer oder der vielversprechenden Werbung?
Welchen Worten werden Sie vertrauen, weil sie eine bleibende und verlässliche Grundlage für die Ausrichtung und Zukunftsgestaltung Ihres ganzen Lebens sein können?
Auf solche Worte kommt es an, die verlässlich sind, an die ich mich halten kann, die mich ausrichten auf das, was bleiben wird. Worte, die helfen, segnen und trösten. Auf Worte kommt es an, die mich aus einem liebenden und hingebenden Herzen erreichen!
Solche Worte hat Gott durch Jesus Christus zu uns Menschen gesprochen. Von ihm ist uns gesagt, dass er „das eine Wort“ ist, das Gott zu uns gesprochen hat.
Dieses Wort kann die Kraft entfalten, unserem Leben das zu geben, was wir in unserer durcheinander gewirbelten und zunehmend unsicher und bedroht gewordenen Welt und Zukunft brauchen, um mit Gott und Menschen im Frieden leben zu können.
Auf dieses Wort wurde deshalb von bekennenden Christen inmitten schwerer Umbruchszeit in einer öffentlichen Erklärung 1934 mit den deutlichen Formulierungen hingewiesen:
„Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“ Diese Erklärung gilt auch für die heutige labile Zeit: nötiger denn je ist es, den Wahrheitsgehalt gehörter Worte sorgfältig zu überprüfen. Sie sollten immer in Beziehung zur Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Personen, die sie gesprochen haben, bewertet werden.
Er hat immer wieder darauf hingewiesen: nicht Geld, Gut oder Ideologien haben die Verheißung des ewigen Lebens, sondern sein Wort bildet das stabile Fundament dafür, es zu hören und zu befolgen, Gottes Willen zu tun. Darauf kann ich mein Leben bauen!
Mit den Fundamenten von Häusern ist es ja so: sie sind nicht sichtbar, und doch unverzichtbar notwendig für ihre Stabilität!
So ist es auch mit dem Fundament des Lebens von Christinnen und Christen, das nicht direkt sichtbar ist. Es ist das Wort von Jesus Christus. Ihm können wir vertrauen, er gibt uns eine sehr stabile Grundlage durch sein Wort, seine Nähe und seinen Geist: Was er uns sagt, das gilt es zu tun und zu verwirklichen.
Und Jesus selbst ist zum Beispiel geworden für das, was ein stabiles Fundament alles tragen kann, so dass das darauf aufgebaute Haus die Zeiten des Lebens überdauern kann.
Wie wäre es, wenn Sie sich heute durch Jesu Worte ermutigen lassen, ganz bewusst auf Jesus zu hören?
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Autor: Helmut Heiser
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Psalm 71 richtet unseren Blick auf die Tiefen menschlichen Lebens. Er spricht von Erfahrungen „vieler Angst und Not“, also von Erfahrungen, die ich nicht gern erleben möchte, die aber jedem Menschenleben begegnen können. Auch heute werden sie im Leben vieler Menschen durch Kriegsgeschehen, persönliches Schicksal oder Katastrophen präsent sein.
Der Psalmbeter hat dies erfahren, schaut nun schon ein wenig darauf zurück und lässt uns in sein Herz hineinblicken. Er hat offensichtlich viel Angst und Not erlebt. Er sucht zu verarbeiten, was er sich selbst nicht wünschte. Es beschwert ihn noch wie ein großer Stein und trennt ihn wie eine hohe Mauer vom Leben. Wie kann er nun mit dem, was sein Leben so getroffen hat, künftig zurechtkommen?
Wie soll er mit den seelischen oder körperlichen Verletzungen oder Behinderungen, den möglicherweise dauerhaften Schmerzen umgehen, die entstanden sind?
Wie kann, wie soll nun sein Leben weitergehen, ohne dass ihn diese Ereignisse zukünftig bestimmen und ihn am Leben hindern?
Aus seinen Worten heraus ist zu spüren: noch hat er die im Hintergrund seines Gebets stehende Angst und Not nicht verarbeitet. Noch steht er sehr unter ihrem Eindruck, ist von ihnen ganz betroffen, gelähmt und bedrückt. Die Leichtigkeit und Selbstvergessenheit zu einem unbeschwerten Lob Gottes und zur freien Entfaltung seines Lebens fehlt ihm ganz und gar.
Doch jetzt leuchtet ein Lichtstahl der Hoffnung auf: er klammert sich mitten in dem, was ihn an Schwerem belastet, an Gott. An ihn wendet er sich mit einer festen Perspektive, die allein Gott ihm schenken kann. Er vertraut ihm auch in dieser schweren Herausforderung und betet: „Du wirst uns wieder beleben.“
Da schwingt kein beschwörender Unterton mit, sondern eine Hoffnungsperspektive, von der noch gar nichts sichtbar ist. Und doch wirkt sie wie eine mutige, zuversichtliche Vorwegnahme einer neuen „Wiederbelebung“ in sein von Angst und Not gegenwärtig noch so betroffenes und bedrängtes Leben hinein. Das hilft ihm, den Tag zu bestehen.
Das Vertrauen auf Gottes Größe und dessen liebendes Herz mit einer ganzen Zuwendung zu ihm geben ihm die Kraft, an dieser Hoffnung auf dem Weg seines Lebens durch Angst und Not festzuhalten.
Was bedeutet das Beispiel des alttestamentlichen Beters nun für uns Menschen heute?
Es kann uns einen guten Weg zeigen, Ereignisse oder Erfahrungen, durch die unser Leben schwer getroffen wird, ebenfalls im Gebet vor Gott zu bringen und Gottes Nähe zu suchen.
Gerade dann, wenn bestehende Verhältnisse oder Beziehungen plötzlich grundlegend verändert und belastende und lebensverändernde Folgen auf dem Weg in die Zukunft zu tragen sind. Gerade Christinnen und Christen sind dann eingeladen, ihre ungewisse Zukunft Tag um Tag mutig vor Gott zu bringen in der Hoffnung: „Du wirst uns neu beleben“. In Jesus haben sie ein Beispiel, der sich selbst noch im Angesicht des Todes an Gott gewandt hat. Und Gott hat ihn erhört.
In der zuversichtlichen Hinwendung und im Beten zu Gott, der in Jesus Christus selbst Mensch geworden ist, bleibt unser Leben geborgen.
Seine Gegenwart gibt uns auch auf Wegen durch Angst und Dunkelheit eine helle Perspektive. Sie kann uns ihre Kraft durch die Auferweckung und Gegenwart Jesu auch in der Dunkelheit zuteilwerden.
So begleite, stärke und segne Jesus uns auch an solchen Tagen, die uns nicht gefallen.
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Autor: Helmut Heiser
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Wenn ich von dem „Zwiebelprinzip“ höre, denke ich zuerst an Kleidungsstücke, die Mamas ihren Kindern übereinander anziehen, damit sie für jedes Wetter gut gewappnet sind. Dieser Begriff kann aber auch im übertragenen Sinne verwendet werden. Zum Beispiel, um die Schichten zu beschreiben, die das Innere eines Menschen umschließen. Manche gelten als notwendige Schutzschichten, andere dagegen sind eher „Blockade-Schichten“, weil sie das Herz verschlossen und gefangen halten. Diese müssen nach und nach abgetragen werden.
Das ist das Bild, das ich vor Augen habe, wenn ich die Begegnung von Jesus und der Samariterin im Johannesevangelium, Kapitel 4 lese. Ich bewundere, dass Jesus genau weiß, wie er die Blockade-Schichten um das Herz dieser Frau eine nach der anderen lösen kann. Es sind die gleichen Schichten, die heute noch bei vielen Menschen verhindern, dass Gottes Wahrheit den Weg in ihr Herz findet. Ich sehe, auf welche Weise Jesus Vorurteile, Missverständnisse, ungenaue Vorstellungen und Zweifel aus dem Weg räumt. Dadurch lerne ich einiges darüber, wie auch ich Menschen begegnen und ihnen dabei helfen kann, dass Gottes Wort und seine Wahrheit ihr Herz erreichen.
Es fällt mir auf: Jesus nutzt eine alltägliche Situation und beginnt mit der Frau am Brunnen ein Gespräch. Wie so viele andere Menschen ist auch sie am Anfang verschlossen. Grund für ihre Abwehrhaltung sind nicht zuletzt Glaubensdifferenzen, unterschiedliche Traditionen und andere Erwartungen.
Ich merke, dass Jesus sich nicht auf Diskussionen und Streitfragen einlässt, obwohl die Samariterin immer wieder darauf zurückkommt. Stattdessen lenkt er den Blick auf das, was wirklich wichtig ist, auf das, was sie wirklich braucht: das Lebendige Wasser, das den Durst der Seele für immer und ewig löscht!
Schicht für Schicht öffnen Jesu Worte ihr Herz, während sie immer mehr erkennt, dass er sie wirklich sieht! Jesus sieht ihre Sehnsucht, ihre Bedürfnisse, ihre Vergangenheit und ihre Lebenssituation. Er sieht ihren Durst nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Wärme und Zugehörigkeit und will ihn für immer stillen. Und ja, er sieht auch ihre Sünde. Doch er verurteilt sie nicht, sondern will ihr ein neues Herz, einen neuen Geist und ein neues Leben schenken. Die letzte Schicht, die den Weg zu ihrem Herzen noch blockiert, ist eine Entscheidung: Wird sie Jesus vertrauen, dass seine Worte die Wahrheit sind, und den Neuanfang für ihr Leben wagen, den Jesus ihr schenken will?
Ich kann wunderbar sehen, wie sie versucht, diese Entscheidung auf die Zukunft zu verschieben, wenn der Messias kommt und die ganze Wahrheit offenbart. In den Versen 25 und 26 lese ich: „Die Frau spricht zu Jesus: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet.“
Und das ist auch der bewegende Moment, in dem das Wunder geschieht! Die letzte Schicht, die den Weg in das Herz dieser Frau blockiert, fällt ab, als Jesus ihr schließlich offenbart, wer er wirklich ist: Christus, Gottes Sohn, der Herr, der Retter, der Messias! Sie muss nicht auf die Zukunft warten, um die Wahrheit zu finden, die ihr Herz befreit und es vollkommen erfüllt. Denn Jesus Christus ist schon gekommen. Er ist die Wahrheit und das Leben und lädt jeden dazu ein, zu ihm zu kommen, um Vergebung, Annahme, Lebenssinn und ewige Hoffnung zu finden.
Das ist die Botschaft, die Leben verändert und alle Blockade-Schichten überwindet, die das Herz gefangen halten. Diese Botschaft möchte auch ich den Menschen in meiner Zeit nahebringen, sodass Jesus auch ihr Herz Schicht für Schicht befreit. Bis auch die letzte Schicht fällt, wenn er ihnen begegnet und sich ihnen offenbart. Möge Jesus mich und alle, die an ihn glauben, dazu gebrauchen, damit Menschen sehen, wer er wirklich ist: Gottes Sohn, der Herr, der Retter, der Messias!
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Autor: Eleni Stambke
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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Leben gegründet im Glauben und einem Leben, in dem nicht der Glaube das Fundament und das Tragwerk ist? Was ist anders, wenn ich in der Gewissheit lebe, dass Gott meine Hilfe und Stärke ist, anstatt dass ich versuche, aus eigener Kraft klarzukommen, so gut ich kann? Was macht den entscheidenden Unterschied besonders in Krisensituationen aus?
Ich meine, eine Antwort im Buch des Propheten Daniel, Kapitel 2 gefunden zu haben.
Besonders das Lob für Gott aus Daniels Mund im Vers 20 inspiriert und tröstet mich zugleich, gerade wenn ich die unglaubliche Situation betrachte, in der sich Daniel befindet. „Gelobt sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!“, sprudelt aus ihm heraus. Doch wie kommt es dazu? Was ist passiert?
König Nebukadnezar hat einen Traum, der ihn sehr beunruhigt und ihm den Schlaf raubt. Eine Deutung muss her. So bestellt er seine Zeichendeuter und Weisen und Zauberer und Wahrsager zu sich, damit sie ihm sagen, was der Traum bedeutet. Aber es gibt einen Haken: Sie sollen ihm nicht nur die Bedeutung seines Traums sagen, sondern auch den Traum selbst. Wie soll das denn gehen? Unmöglich! Und genau ab hier zeigt sich, was für einen Unterschied es macht, wenn Menschen in einer ausweglosen Lage mit Gott rechnen oder nicht.
Die weisen Männer des Königs reagieren genauso, wie es Menschen meist natürlicherweise tun. Sie sind mit der Situation völlig überfordert und empfinden sie als total unfair. Unter ihnen machen sich Unverständnis und eine schleichende Furcht breit. So protestieren sie: Kein Mensch kann so etwas tun und kein König hat jemals so etwas verlangt! Doch ihre Reaktion macht die Situation noch schlimmer. Nebukadnezar wird zornig und legt nach. Entweder sie sind dazu in der Lage oder er wird alle Weisen töten lassen.
Ich finde es sehr packend und bewegend zu lesen, wie anders Daniel reagiert, als er von dieser Drohung erfährt. Ich kann so viel lernen!
Er und seine Freunde haben ihre Ausbildung am königlichen Hof abgeschlossen und gehören damit ebenfalls zu den Weisen Babylons. So ist auch ihr Leben in großer Gefahr. Doch anstatt panisch zu werden, bleibt Daniel ruhig und bedacht. Zuerst informiert er sich genau über die Situation, um einen richtigen Überblick zu bekommen. Nachdem feststeht, wie todernst die Lage ist, geht Daniel in sein Haus, teilt seinen Gefährten die Sache mit und zusammen beten sie zu Gott. Ihr Anliegen: für Menschen unmöglich. Aber nicht für Gott! Sie richten ihren Blick nicht auf ihre Schwierigkeiten, sondern auf Gottes unerschöpfliche Möglichkeiten. Sie setzen ihre Hoffnung und ihr Vertrauen auf seine Barmherzigkeit, seine Weisheit und seine Macht.
Gott erhört ihr Gebet. Er offenbart Daniel sowohl den Traum als auch seine Bedeutung. Gott greift in ihre Not ein und wehrt die tödliche Gefahr ab. Und da setzt Daniels Lob ein. Nicht Panik, nicht Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit füllen sein Herz und seinen Mund, sondern Lob und Preis für Gottes Weisheit und Stärke!
In dieses Lob will ich auch einstimmen. Der Name des Herrn sei gelobt! Denn er ist der Fels! Auf ihn kann ich mein Leben bauen und meine Hoffnung gründen. Selbst mitten in schwierigen Situationen mit ungewissem Ausgang gibt er mir Orientierung und Kraft. Seine Barmherzigkeit umgibt mich, seine Weisheit leitet mich und seine Stärke beschützt mich.
Das zu wissen, macht den Unterschied. Den gewaltigen Unterschied, der ein Leben im Glauben und im vollen Vertrauen auf Gott auszeichnet. Und genau das bringt Herz und Mund dazu, Gott so zu preisen wie Daniel: „Gelobt sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!“
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Autor: Eleni Stambke
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Mir fällt da der Sportunterricht in der Schule ein. Wie werden die Fußball-Mannschaften erstellt? Die beiden Oberfußballer erstellen ihre Mannschaften. Im Wechsel dürfen sie wählen. Bis alle verteilt sind. – Am Anfang ist das spannend. Wie warme Semmeln gehen die Champions weg. Dann wird es immer mühsamer. Wie saures Bier werden die Letzten eben auch noch irgendwie verteilt.
Wenn Gott seine Mannschaft aufstellt, geht’s gerade andersherum. Bei Gott ist verkehrte Welt.
Da hat der Papa Isai stolz seine Jungmannschaft präsentiert, als der Prophet Samuel von Gott zum Königs-Casting vorbei geschickt wird. Stolz und erwartungsvoll haben sie sich in einer Reihe aufgestellt. Kopfschüttelnd steht Samuel vor dieser glänzenden Mannschaft.
„Hast du wirklich sonst keinen mehr?“ fragt er. „Naja, der kleine David. Der ist doch noch gar nicht konkurrenzfähig. Den hab ich bei den Schafen,“ druckst Isai herum. „Ich will ihn sehen“, sagt Samuel. Und als der Kleinste gebracht wird, sagt Gott zu Samuel: Das ist er. Den habe ich erwählt. Der wird König. So erwählt Gott.
Als 300 Jahre früher das Volk Israel durch die Wüste irrt auf dem Weg ins verheißene Land, gebeutelt von Selbstzweifeln und Miesmachern, da lässt Gott den Israeliten ausrichten: Euch habe ich erwählt. Und zwar nicht, weil ihr so toll seid, sondern weil ihr das kleinste und schwächste aller Völker seid, die ich geschaffen habe. So erwählt Gott.
Erwählt – kein Grund für Größenwahn.
Bitte keine dummen Fragen stellen: Was ist mit den nicht Erwählten? Diese Frage ist etwa so sinnvoll, wie wenn nach dem Heiratsantrag die Auserwählte fragt: Und was geschieht jetzt mit den vielen Frauen, die du nicht heiratest?
Erwählung – das ist Gottes persönliche Willenserklärung: Ich will meine Ewigkeit nicht ohne dich feiern.
Erwählt – ein Grund, getrost zu werden.
Antwort: Ein klares Ja. Er will Sie. Und dazu sind Sie erwählt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ihn fest genug halten, dann denken Sie an das kleine Kind, das mit allen Fingerchen den Zeigefinger von Papa festhält. Aber der Papa hält mit seiner Hand den ganzen Arm des Kindes. Es kann gar nichts passieren.
Erwählt – wozu eigentlich?
„Ich habe euch erwählt, dass ihr hingeht und Frucht bringt,“ sagt Jesus seinen Nachfolgern.
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Autor: Matthias Adt
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Das „Wort zum Tag“ heute richtet sich an Wackelkandidaten. Wackelkandidaten im Glauben. Wenn Sie dazu nicht gehören, können Sie jetzt abschalten oder umschalten.
Wir schalten uns zu - zu einer wichtigen Grundsatzrede des alt gewordenen Staatsmannes Samuel. Dreitausend Jahre vor unserer Zeit. – Lange hat Samuel als Prophet und Richter das Volk Israel regiert. Nun, nachdem Saul König wurde, tritt Samuel politisch in den Hintergrund und verabschiedet sich in einem großen Rechenschaftsbericht. Dieser Rechenschaftsbericht wird zur Geschichtsstunde. Samuel stellt den Hörern die letzten Jahrhunderte vor Augen. Von Abraham über Mose bis heute. Gott hat die Nachkommen Abrahams berufen, ein Modellvolk zu sein, an dem alle Völker sehen, wie Gott handelt. Sie sollen ein Segen sein für alle Völker. Sie sollen ihm vertrauen. Und tatsächlich: Das Volk hat unglaubliche Erfahrungen mit Gottes Handeln und Hilfe gemacht. Immer wieder haben die Israeliten ihm Treue geschworen. Doch jeweils kurze Zeit später: Zweifel, Geschimpfe, Neid auf andere Völker; Gott soll uns doch einfach in Ruhe lassen; wir wollen kein Modell sein. Wir wollen nicht erwählt sein.
Dieses Hin und Her zieht sich über Jahrhunderte.
Je länger Samuel erzählt, je länger die Geschichte wird, desto länger werden die Gesichter der Zuhörer. Denn es wird ein Muster sichtbar, das sich immer wiederholt:
Das Volk stützt sich auf vermeintliche Krücken: Politische Verbündete, Militärische Abenteuer, Religiöse Kompromisse. Klare Verabschiedungen vom Gott Israels.
Was für ein endloses Hin und Her. Was für ein Zickzack-Kurs. Was für ein Gezoppel, was für Wackelkandidaten!
Und wie soll es jetzt weitergehen? Wie wird diese Geschichte enden?
Wird es nicht langsam peinlich für Gott, dass sein heiliger Name im gleichen Atemzug genannt wird wie der unserige? Wie wird sein Name in den Schmutz gezogen!
Müsste nicht Gott irgendwann mal sagen: Jetzt reicht s. Das ist ja nicht zum Aushalten. Bis hierher und nicht weiter. Genug ist genug. Irgendwann reißt der Geduldsfaden. Irgendwann gibt es keine Hoffnung mehr auf eine Fortsetzung der Beziehung. Irgendwann muss Schluss sein.
Wie endet der Geschichtsunterricht des Samuel?
Der Herr verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.
Ungläubiges Aufatmen: Wirklich? Was hat er da gesagt? Es geht weiter? Es gibt eine Zukunft?
Ja. Der Herr verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.
Nicht weil Gott denkt: Das Volk wird endlich klüger oder konsequenter oder vertrauensvoller. Sondern weil er seinen Namen auf dieses Volk gelegt hat.
Wenn Ihnen Ihr Leben vorkommt wie ein Zickzack-Kurs, dann ist dieses Wort des Samuel an das Volk Israel Gottes Wort an Sie persönlich. Gott verstößt – und nun setzen Sie Ihren Namen ein! – Gott verstößt Sie nicht um seines großen Namens willen.
Er fängt heute neu an mit Ihnen. Nicht weil Sie sich bessern. Nicht weil Sie plötzlich ganz anders wären. Sondern um seines großen Namens willen.
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Autor: Matthias Adt
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