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Kinder haben Wünsche: ein neues Plüschtier oder ein Spielzeugauto. Bei Erwachsenen werden auch die Wünsche größer: Unterhaltungselektronik oder Fahrzeuge stehen dann auf dem Wunschzettel. Bei den ganz Großen dieser Welt sind scheinbar auch die Wünsche ganz besonders groß. Der eine hätte gerne die Ukraine, der andere Taiwan und wieder ein anderer Grönland. So wie die Kleinen schon mal um ihr Spielzeug kämpfen, ist es auch bei den Großen. Das „Habenwollen“ führt zu Kämpfen, die wir im Großformat Krieg nennen. Auf der Strecke bleibt der Friede. Wenn der äußere Friede dem Krieg weicht, wird darüber in den Nachrichten berichtet, aber die unendlich vielen Fälle, in denen Menschen der innere Frieden abhandengekommen ist, kann keine Nachrichtensendung fassen.
Wo liegt die Lösung? Das Kind, der Erwachsene und der Herrscher denken: „Wenn ich bekomme, was ich haben will, bin ich zufrieden.“ Der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch wusste es besser und brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.“
Der Mensch bleibt unzufrieden, er will mehr. Das Kind will ein größeres Spielzeugauto, der Erwachsene ein größeres echtes Auto und der Herrscher ein größeres Staatsgebiet. Alexander der Große, Napoleon oder Hitler wollten am liebsten über ein Reich herrschen, das von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde reicht. Teilweise haben sie das sogar geschafft und dabei eine furchtbare Blutspur hinterlassen.
Sacharja beschreibt im 9. Kapitel seines prophetischen Buches ebenfalls einen mächtigen Herrscher:
„Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde.“
Wenn ich dann noch einen Satz weiter vorne schaue, bekomme ich einen Hinweis, von wem hier die Rede ist. Dort heißt es, dass dieser König in Armut auf einem Eselsfohlen nach Jerusalem kommt. So zog Jesus vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung in die Stadt ein. Die Erwartung vieler Juden, dass er ein weltliches großes Reich aufbaut und Israel von den Römern befreit, hat Jesus nicht erfüllt. Im Gegenteil: Er sagt gegenüber Pilatus, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. (Johannes 18,36)
Ich stelle heute fest, dass seine Herrschaft trotzdem von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde reicht. (Psalm 72,8) In allen Ländern dieser Welt gibt es Menschen, die zu seinem Reich gehören, die an Jesus glauben und mit ihm leben. Ich gehöre dazu. Sie auch?
Unter die Herrschaft Jesu begebe ich mich gerne, denn Jesus bringt Frieden.
Wir haben in Deutschland seit 81 Jahren Frieden, und doch spüren so viele Menschen in ihrem Leben keinen inneren Frieden. Genau diesen inneren Frieden, der nicht einfach die Abwesenheit von Krieg ist, gibt Jesus. Er kommt dadurch zustande, dass Jesus meine Schuld wegnimmt, die mich belastet, die ich mit mir herumschleppe und die mir den Frieden raubt. Ich komme innerlich zur Ruhe unter seiner Herrschaft, wo auch immer auf der Welt ich gerade bin. Irgendwann sogar im Himmel, denn da wird keine Totenstille sein, sondern ein Friede, der selbst nach dem Ende der Erde voller Leben ist. Wer im Himmel unter Jesu Herrschaft ist, wird zufrieden sein. Da bleibt kein Wunsch offen. Das ist eine Nachricht wert, eine „Gute Nachricht“.
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Autor: Jens Kilian
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Hat Deutschland eine Staatsreligion oder welche Rolle spielt das Christentum in unserem deutschen Staat? Ich finde, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Offiziell sind Staat und Kirche getrennt und es gibt keine Staatsreligion. Der Staat garantiert Religionsfreiheit. Häufig wird behauptet, dass die unterschiedlichen Religionen in Deutschland gleichwertig nebeneinanderstehen.
Steht das so in unserem Grundgesetz und war es nach dem 2. Weltkrieg so gedacht? Während die Gesetze der ehemaligen DDR auf einem atheistischen Weltbild beruhten, konnte man in der Bundesrepublik Deutschland im Grundgesetz erkennen, dass es auf einem christlichen Weltbild beruht. Besonders deutlich wird dies im Vorwort dazu. Die Präambel des Grundgesetzes beginnt mit den Worten: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen...“. Ich gehe fest davon aus, dass die Autoren dabei Gott meinten, wie er sich uns in der Bibel zu erkennen gibt, und dies damals der Bevölkerung auch klar war, selbst wenn das heute oft in Frage gestellt wird.
Ich denke, dass alleine schon die Präambel des Grundgesetzes, der Religionsunterricht in Schulen und der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat deutlich machen, dass sich Deutschland als ein christliches Land verstand. Anderen Religionen wurde zwar eine große Freiheit gewährt, sie standen jedoch nicht gleichrangig neben dem Christentum. In meinen Augen entspricht die heutige Darstellung, dass in Deutschland alle Religionen gleich gestellt seien und der Staat neutral sein solle, eigentlich nicht dem Grundgesetz und seiner Präambel. Hier werden meiner Ansicht nach Religionsfreiheit und vollständige religiöse Neutralität verwechselt.
Der bedeutendste Staatsmann Israels, König David, schreibt am Ende des 144. Psalms:
„Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!“ (Psalm 144,15)
An der Geschichte Israels im Alten Testament lässt sich erkennen, welch ein großer Segen darauf liegt, wenn ein Volk mit Gott im Bund steht und sein Vertrauen auf ihn setzt. Hier ist zu lesen, wie Gott Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit, sie in das verheißene Land führt, ihnen immer wieder auch gegen scheinbar übermächtige Feinde zur Seite steht und das Volk segnet und führt. Allerdings wird uns auch die andere Seite deutlich aufgezeigt. Das Volk Israel wendet sich von Gott ab und dem gesellschaftlichen Verfall folgt auch der äußere Zerfall und schließlich eine neue Gefangenschaft in Babylon.
Die alttestamentliche Geschichte Israels zeigt, was David hier ausspricht: Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ein Volk nach Gott fragt und ihn bewusst Herr sein lässt oder ob ein Volk sich von Gott abwendet und anderes gleichwertig neben ihn stellt.
Welchen Weg wollen wir gehen - als Volk, aber auch als einzelne? Wollen Sie Gott Herr sein lassen oder anderes gleichwertig neben ihn stellen? Wer Gott gegenüber neutral ist, lehnt ihn als Herr ab!
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist! Und wohl dem Menschen, dessen Gott der HERR ist!
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Autor: Jens Kilian
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Gewaltig ist die Vision des Sehers Johannes. Überwältigend ist das, was er schaut. Für die bedrängte und verfolgte kleine Schar der Christen muss dies mutmachend gewesen sein. Es wird sie mit Freude auf Gottes hoffnungsvoller Zukunft erfüllt haben. Wunderbar ist die unzählbar große Schar der Erlösten vor dem Thron Gottes und des Lammes. Sie huldigen dem Herrn der Welt und seiner Gemeinde. Ein gewaltiger Chor gibt Gott und seinem Sohn Jesus Christus die Ehre. Sie bekunden, dass das Heil bei ihnen liegt. In der Welt des damaligen römischen Weltreiches beansprucht der Kaiser für sich alle Macht. Er sieht sich als Gott und lässt sich als solcher verehren. Wer dem Kaiser das Opfer verweigert, leidet. Gerade die Christen, die dieses Kaiseropfer verweigern, spüren die geballte Macht der Verfolgung. Sie leiden unter dem Hass des Kaisers. Der Seher Johannes ist selbst zum Opfer geworden. Er wird auf die Insel Patmos verbannt. Wie mag es ihm ergangen sein, ob der grandiosen Vision des Thrones Gottes? Diese ermutigt auch Johannes und stärkt ihn in der Trübsal seiner Verbannung.
Die alttestamentliche Verheißung kommt in Erinnerung. Es ist erfüllt, was Gott Abraham, dem Stammvater des Gottesvolkes versprochen hat. Er sagte zu Abraham: „Sieh zum Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und er sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein.“
In der Vision ist die Zahl der Erlösten ebenfalls unzählbar. Johannes kann sie nicht zählen. Aber Gott kann sie zählen. Er weiß um die, die zu ihm gehören. Sie stammen aus allen Nationen, Stämmen und Völkern und Sprachen. Die Vielzahl beschreibt das Umfassende. Zahlen und ihre Symbolik spielen in der Offenbarung eine große Rolle. Dem Abraham hat Gott zugesagt: „In dir sollen gesegnet werden alle Völker, alle Geschlechter auf Erden“. Johannes sieht in seiner Vision die Gemeinde als die in Abraham gesegnete Menschheit. Die unzählbar große Schar der Erlösten trägt weiße Kleider, so wie die Märtyrer. Diese haben wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus gelitten. Sie haben oft mit ihrem Leben bezahlt. Sie haben überwunden und bilden nun die Gemeinschaft der Erlösten. Sie tragen das Siegergewand und Palmzweige in ihren Händen. Bei den Sportwettkämpfen der Griechen tragen die Sieger grüne Zweige und einen Lorbeerkranz. Aber auch in einer jüdischen Schrift ist zu lesen: „Wer den Palmzweig in seiner Hand trägt, von dem wissen wir, dass er der Sieger ist.“ Die Heilsgemeinde ist also auf der Siegerstraße. Auch der Jubel der Sieger preist das Heil, dass in Gott und seinem Heiland gründet. Die Siegeshymne, die sie anstimmen, hat nur ein Thema: Das Heil ist in Gott, der auf dem Thron sitzt und im Lamm Jesus Christus. Die widergöttliche Macht ist gestürzt. Jetzt ist klar, wer der Herr der ganzen Welt ist. Er allein hat Anspruch auf das Leben aller Menschen. Sie sollen einen Platz in der Gemeinde der Erlösten haben.
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Autor: Dekan Michael Wehrwein
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„Undank ist der Welt Lohn.“ Wahrscheinlich kennen Sie dieses Sprichwort.
Wahrscheinlich kennen Sie auch Situationen, die dies bestätigen. Sie sind gut und freundlich zu einem Mitmenschen. Aber statt Dankbarkeit und Freundlichkeit sind Gleichgültigkeit und Undank die Folge. Wer Undank erfährt, ist sehr leicht enttäuscht und traurig.
Aber wie steht es im eigenen Leben mit der Dankbarkeit? Wie oft sage ich einem Mitmenschen gegenüber ein von Herzen kommendes Danke?
Ich denke immer wieder an eine Geschichte aus dem Evangelium. Da sind 10 kranke Menschen. Sie erfahren Gutes. Jesus heilt sie alle. Neun von den Geheilten gehen ihrer Wege. Sie vergessen den, der sie geheilt hat. Nur einer von den Gesundgewordenen kehrt um und sagt Danke. Er will nicht nur hinnehmen, annehmen und genießen. Er denkt an den Grund seiner Heilung. Er kehrt um zum Geber der guten Gabe. Erst im Danken ist er ganz geheilt. Die Heilungsgeschichte zeigt neben dem Dankbaren auch die andere Wirklichkeit. Undank ist der Welt Lohn. So sind wir Menschen weithin. Vieles nehmen wir als selbstverständlich hin.
Wer dankt, kehrt um zum Geber aller guten Gaben. Zu einem intakten Gottesverhältnis gehört die Besinnung auf die Güte und die Guttaten Gottes.
Dazu gehören der Dank und der Lobpreis dafür.
Tagaus, tagein empfange ich viele Wohltaten unseres Schöpfers. In der Auslegung zur 4. Bitte des Vaterunsers zählt Martin Luther auf, was dazugehört. Er sagt: „Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört“. Er zählt nicht nur Essen und Trinken auf, sondern auch gute Regierung, Frieden, Gesundheit, gute Freunde und vieles mehr. Gerade die Gesundheit des Leibes und der Seele ist ein großes Geschenk. Aber nicht nur dafür gilt es Gott zu danken und ihn zu loben. Ich werde auch an den Grund unseres Glaubens und an die Heilstaten Gottes erinnert. Die größte Tat Gottes ist die Sendung seines Sohnes. In ihm hat sich Gott uns in Liebe zugewandt. Wir leben von seiner Liebe und seinem Erbarmen. Im Psalm 103 erinnert sich David an die Barmherzigkeit. Er stimmt das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes an. Gleich zu Beginn erinnert er sich an Gott und mahnt sich selbst,
ihn und sein Tun nicht zu vergessen. Er stimmt den Vers gegen das Vergessen an und dichtet: „Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Den Grund seines Lobpreises benennt er in den folgenden Zeilen: Er dichtet: „Der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler.“ Diese Erfahrung hat nicht nur David gemacht. Viele Menschen im Lauf der Jahrhunderte haben dies erfahren. Auch Sie und ich können Gottes Nähe erfahren und seine Kraft erleben. Gottes Macht und Kraft ist groß. Er wirkt und bestimmt unsere Wirklichkeit. Seine Treue hat kein Ende. Sie gilt auch Ihnen und mir. Die Erinnerung an Gottes Heilstaten will mich immer wieder neu zur Umkehr und zur Dankbarkeit führen. Klagen und Undankbarkeit drücken nach unten. Gott loben und ihm danken zieht nach oben.
Ja, lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Dekan Michael Wehrwein
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Hatten Sie früher einen Spitznamen? Und wie ging es Ihnen damit? Haben Sie ihn gemocht?
Meinen Spitznamen hat mir ein Französischlehrer verpasst. Er reduzierte meinen Doppelnamen Wolf-Dieter kurzerhand auf ›Loup‹. Das ist das französische Wort für Wolf. Über vier Jahrzehnte ist das her, und immer noch nennen mich ehemalige Klassenkameraden einfach nur ›Loup‹.
Josef aus Zypern verdankt seinen Spitznamen den Aposteln. Die nannten ihn Barnabas, das heißt übersetzt: „Der anderen Mut macht.“ Was für ein Kompliment, einen solchen Spitznamen tragen zu können: Josef, der Mutmacher.
Josef hat seinem Beinamen alle Ehre gemacht. Das kann man in der Bibel an verschiedenen Stellen nachlesen. Beispielsweise hatte er großen Einfluss auf einen jungen Mann namens Johannes Markus. Josef zeichnete aber noch etwas anderes aus. Er war großzügig. Das lese ich in der Apostelgeschichte. In Kapitel 4, Vers 37 heißt es:
Josef hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.
Christen haben damals füreinander gesorgt. Wenn jemandem etwas fehlte, versorgten andere in der Gemeinde den Bedürftigen. Genau das hat Josef auch getan. Die Bibel berichtet, dass er sein Hab und Gut zumindest einen beträchtlichen Teil davon, verkaufte und den Erlös den Aposteln übergab. Die wiederum verteilten das Geld an die Notleidenden.
Das hat die Menschen in der damaligen Gesellschaft sehr beeindruckt. Denn was die Christen vorlebten, war bemerkenswert. Das hat die Botschaft des Evangeliums für die Leute interessant gemacht. Viele von ihnen haben sich der christlichen Bewegung angeschlossen.
Schau ich auf Berichte wie den aus Kapitel 4 der Apostelgeschichte, fasziniert mich die Großzügigkeit der ersten Christen immer wieder aufs Neue. Sie haben die Worte ihres Meisters sehr ernstgenommen. Gebote wie ›Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst‹ haben sie konsequent in die Tat umgesetzt.
Ich frage mich, wie Großzügigkeit heute aussieht. Dabei geht es mir nicht zuerst um Spenden. Für manche kann das heißen, Menschen in Not finanziell zu unterstützen. Andere schenken Liebe oder Zeit, sie stehen Hilfesuchenden bei, leihen ihnen ein Ohr oder packen tatkräftig an. Wieder andere geben wertvolles Wissen und Erfahrung weiter. Großzügigkeit hat viele Gesichter. Ihre Wirkung ist jedoch oft ähnlich: Sie hinterlässt Segensspuren im Leben anderer.
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Autor: Wolf-Dieter Kretschmer
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Vor etwas mehr als 3.000 Jahren stand eine verzweifelte Frau vor einem Priester Gottes. Damals war sie im Kreis ihrer Familie zum Heiligtum Israels nach Schilo gereist, um dort das jährliche Opfer darzubringen. Hanna war zutiefst unglücklich, denn sie war nicht in der Lage, Kinder zu bekommen. Die zweite Frau ihres Ehemannes hingegen hatte Kinder.
In einem besonders dunklen Moment hat Hanna ihr Herz vor Gott ausgeschüttet. Und Gott hat sie durch den Priester Eli getröstet. „Geh in Frieden“, hat er Hanna zugesprochen. „Der Gott Israels möge dir geben, was du von ihm erbeten hast.“
Tatsächlich! Gott erhört Hannas Bitte. Sie wird schwanger und bringt einen Sohn zur Welt. Den nennt sie Samuel, was so viel heißt wie ›von Gott erhört‹ oder ›von Gott erbeten‹.
Jetzt, einige Jahre später, steht Hanna wieder vor dem Priester Eli in Schilo. Dieses Mal begleitet sie ihr Sohn Samuel. Hanna will das Gelübde einlösen, das sie seinerzeit in Gottes Gegenwart abgelegt hat. Samuel soll fortan im Heiligtum leben und dort Gott dienen. Hanna begründet das dem Priester Eli gegenüber mit den Worten:
Der HERR hat mir gegeben, was ich von ihm erbeten habe.1. Samuel 1, Vers 27b
Diese Geschichte ist mehr als dreitausend Jahre alt und doch spricht sie mich an. Mehrere Dinge lassen mich aufmerken.
Zunächst ist da eine Frau, die in ihrer Not nicht weiterweiß. Sie kann den Erwartungen ihrer Umwelt nicht gerecht werden, weil sie nicht schwanger wird. In der damaligen Gesellschaft ist das für eine Ehefrau eine schlimme Sache. Kinderlosigkeit ist ein Makel, ein Zeichen dafür, dass Gott einer Frau seine Gunst entzogen hat. Kein Wunder, dass Hanna in eine tiefe Lebenskrise stürzt. Schließlich wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an den Gott Israels und wird getröstet. Hanna verbindet den Zuspruch Gottes durch den Priester mit einem Gelübde, an das sie sich konsequent hält und das sie später einlöst.
Eine notvolle Lage, die Zusage Gottes, die Erhörung des Gebets und die Bereitschaft, ein gegenüber Gott getroffenes Versprechen einzulösen. – Im Falle von Hanna und Samuel sind das die Zutaten einer Segensgeschichte, die Gott in den kommenden Jahren entfalten wird.
Wie ist das mit mir, und wie mit Ihnen? Haben Sie in einer notvollen Situation Gottes Zuspruch und Hilfe erlebt? Wenn das der Fall war, wie sind Sie damit umgegangen? Haben Sie Gott gedankt oder sind Sie einfach zur Tagesordnung übergegangen? Und wenn Sie Gott etwas versprochen haben, haben Sie es eingelöst?
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Wolf-Dieter Kretschmer
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Paulus schreibt in seinem zweiten Brief an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: „Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Da haben wir’s wieder! Ein tief religiöser Mensch hält es nicht mehr aus auf dieser Welt und versteigt sich in Gedanken von Weltflucht und einem schönen Leben nach dem Tod. Mit so einer Haltung kann man doch in dieser Welt nichts erreichen. Und dann vergiftet er noch einen jungen Mitarbeiter mit diesem Gedankengut!
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Autor: Michael Sarembe
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Ich hab´ die Nase endgültig voll! Das lasse ich mir keinen Tag länger gefallen! Mit dem bin ich fertig! Die hat mich lange genug durch den Kakao gezogen! So lasse ich mit mir nicht umgehen, keinen Tag länger! Ich glaube, es gibt kaum einen Menschen, der diese Gedanken nicht kennt. Jeder erlebt solche Momente, in denen es wirklich und endgültig genug ist. Der Ofen ist aus, und wenn ich dann das nächste Mal diesen Menschen begegne, knallt es richtig. Es gibt sie eben einfach, die Menschen, die mir auf die Nerven gehen; die Menschen, bei denen es dann irgendwann wirklich genug ist. Die eine Lüge zu viel, die eine Enttäuschung zu viel, die eine Verletzung zu viel. Und ja, es ist tatsächlich so, auf zwischenmenschlicher Ebene gibt es Grenzen des Erträglichen. Und dann kann es gelegentlich auch gut und sinnvoll sein, eine dauerhafte Grenze zu ziehen, einfach nur um sich selbst zu schützen. Und ich muss auch als Christ nicht alles von jedem ertragen.
Auch Christen streiten und gehen getrennte Wege. Dennoch schwelt im Hintergrund eine unangenehme Frage: was, wenn es bei Gott auch so eine Grenze gibt? Was, wenn er sagt, mir reicht es jetzt? Und offen gesagt, Grund dazu hätte er genug. Die Bibel spricht davon in einer schockierenden Deutlichkeit. Sein eigenes Volk, dass er mit Wundern, begleitet, geführt und geschützt hat, sein eigenes Volk, es tritt die Ehre seines Namens mit Füßen. Sein eigenes Volk enttäuscht ihn immer und immer wieder. Und sie müssen tatsächlich auch immer wieder die Konsequenzen ihres eigenen Handelns tragen und aushalten. Aber darüber hinaus beschreibt die Bibel etwas, dass sich unserem menschlichen Verstand entzieht. Sie beschreibt die Geduld Gottes. In Jesaja 57 Vers 16 steht: „Gott spricht: ich will nicht immerdar hadern und nicht ewig zürnen.“
Unsere Schuld und unser Versagen und unsere Treuebrüche heimzusuchen, das wäre für Gott zu wenig. Er will mehr. Sicherlich habe ich in meinem Leben immer wieder auch zu leiden unter den Folgen meiner eigenen schlechten Entscheidungen. Aber für Gott ist das nicht das Ende der Fahnenstange. In Gottes Herzen wohnt eine Macht, die ihn dazu bewegt, geduldig mit mir umzugehen. Es ist die Liebe, die in seinem Vaterherzen wohnt. Diese Liebe ist so stark, dass sie ihn dazu getrieben hat, eine Lösung für das Dilemma Ihres und meines Lebens zu finden. Das Dilemma, dass ich versage und das immer wieder. Das Dilemma, dass wir aneinander schuldig werden und das immer wieder. Das Dilemma, dass ich verletzt werde und das immer wieder.
Gott hat es geschafft, diesen Teufelskreis unserer Schuld zu durchbrechen und in Geduld mit uns Menschen umzugehen. Er hat die Verantwortung für unsere Schuld von uns weg geleitet, er hat sie umgeleitet und auf Jesus, seinen Sohn, gelenkt und am Kreuz hat sie ihn getroffen, die Verantwortung für unsere Schuld. Hier wurde bezahlt, was wir niemals begleichen können. Und deswegen kann Gott sagen, ich will nicht immerdar hadern und nicht ewig zürnen. Wir schauen hier ins Herz Gottes und sehen seine Liebe leuchten. Seine Liebe, die in Jesus menschliche Gestalt angenommen hat. Und weil es so ist, bitte ich Sie, im Blick auf sich selbst und auch im Blick auf die Schuld anderer, nicht bei der Schuld selbst stehen zu bleiben, sondern zusammen mit dem Propheten Jesaja heute diesen Blick ins Vaterherz Gottes zu tun. Lassen Sie sich anstrahlen von der Wärme dieser Liebe und lassen Sie es zu, dass diese Liebe in ihrem Herzen die Flamme des Vertrauens entzündet. Und dann können Sie sagen, da ist so viel Schuld in meinem Leben und im Leben anderer, aber ich danke dir, mein himmlischer Vater, dass deine Geduld größer ist.
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Autor: Michael Sarembe
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Gott duldet nicht, wenn Verantwortungsträger seines Volks ihrer von ihm gegebenen Aufgabe nicht nachkommen. Er sieht nicht tatenlos zu, wenn Politiker statt dem Wohl des Volkes ihren eigenen Vorteil suchen. Er lässt es nicht zu, wenn geistliche Führer ihre geistliche Verantwortung vernachlässigen. Gegen solches Fehlverhalten öffentlich zu reden, ist die unbequeme Aufgabe des Propheten Jeremia. Seine Botschaft: Gott sieht nicht länger tatenlos zu, wie sein Recht missachtet, sein Name geschändet, sein Volk irregeleitet wird.
Am Tempel tun in Israel viele Propheten Dienst. Meist werden sie Kultpropheten genannt. Ihre Aufgaben bestehen in Unterweisung und Seelsorge. Sie sollen den Menschen Orientierung und Rat aus Gottes Wort geben. Ihnen muss Jeremia Gottes Gerichtswort sagen: Ihr erzählt falsche Träume, verführt das Volk mit Lügen und losem Geschwätz. Gottes hilfreiches, heilsames Wort gebt ihr nicht weiter.
Weil aber Gott will, dass sein Wort gehört wird, redet der Herr zu den Gläubigen und ermächtigt sie, einander sein Wort zuzusprechen. „Ihr sollt einer mit dem andern reden: »Was hat der HERR geantwortet?«, und: »Was hat der HERR gesagt?«“
Jeremia sagt Revolutionäres: Weil die Propheten nicht ihrer gottgegebenen Aufgabe nachkommen, sollen die Menschen Gottes Wort und Weisung einander sagen. Wo bislang Mittler zwischen dem Volk und Gott stehen, stehen die Menschen nun unmittelbar vor Gott. Sie sollen einander Propheten sein, sich gegenseitig auf dem Weg des Glaubens begleiten, einander mahnen, trösten, orientieren.
Schon am Sinai wird dem Gottesvolk gesagt: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ In Enttäuschung und Ärger über die versagenden Funktionsträger lässt Gott jetzt durch Jeremia den Ernstfall ausrufen. Mit heutigen Worten und in unsre Gegebenheiten hinein gesagt: Werdet mündige Christen. Seid miteinander auf dem Weg des Glaubens unterwegs. Übernehmt füreinander geistliche Verantwortung. Studiert Gottes Wort. Befragt einander. Redet miteinander darüber, was Gott uns heute sagen will.
Dieses tief in Gottes Wort gegründete Verständnis von mündiger Gemeinde geben uns Jahrhunderte später die Reformatoren mit auf den Weg durch die Zeit. Und es ist immer noch hochaktuell. Wir Christen sind gefordert, mündig zu sein, Gottes Wort weiterzusagen und einander seelsorglich zu begleiten.
Gottes Wort soll wie zu Jeremias Zeit hörbar sein. Und wir alle sollen unser Teil dazu beitragen. Wir sollen einander hilfreiche Weggefährten auf dem Weg des Glaubens sein.
Nehmen wir es als Auftrag für heute: „Ihr sollt einer mit dem andern reden: »Was hat der HERR geantwortet?«, und: »Was hat der HERR gesagt?«“
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Autor: Dekan Harald Klingler
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Gewaltherrscher fragen nicht nach dem gültigen Recht. Sie tun, was ihre Macht sichert und vermehrt. So auch König Agrippa I, der Enkel Herodes des Großen. Er setzt die junge Gemeinde der Christen unter Druck und lässt den Jünger Jakobus töten. Weil die jüdische Obrigkeit dies begrüßt, lässt er gleich auch Petrus, die zentrale Persönlichkeit der jungen Christenheit, gefangen nehmen und ins Gefängnis werfen. Sein Plan steht fest: Nach dem Passafest will er den Jünger und Apostel töten.
Der König kennt kein Erbarmen. Petrus muss mit seinem baldigen Tod rechnen. Und das weiß auch die Gemeinde. Sie setzt die Macht des Gebets gegen die Macht des Gewaltherrschers. „Petrus wurde im Gefängnis festgehalten, aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.“
Einen Gebetsdienst, eine Gebetskette wird organisiert. Die Gemeinde liegt Gott ohne Aufhören in den Ohren. Wörtlich: sie betet - angespannt, beharrlich, eifrig.
Wie nachdrücklich, wie beharrlich darf ich beten? Reicht es nicht, wenn mein Anliegen vor Gott einmal ausgesprochen ist? Wann geht ein immer wieder vorgebrachtes Gebetsanliegen Gott auf die Nerven? Darf ich sogar gegen Gottes Ratschluss anbeten?
Das Verhalten der Gemeinde Jerusalems entzieht solchen Fragen den Boden. Jene Geschwister hielten sich an das Gleichnis, das Jesus von der bittenden Witwe erzählt: Um ihrer Beharrlichkeit willen bekommt sie Recht. „Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten?“ (Lukas 18,7)
Und jetzt umgekehrt: Denke ich in meiner Fürbitte als einzelner und als Gemeinde regelmäßig an meine verfolgten, gefangenen, vom Tod durch Unrechtssysteme bedrohten Geschwister? Bringen Sie und ich sie in beharrlicher Fürbitte vor Gottes hohen Thron? Sie brauchen unsre Fürbitte. Das Wissen um unsre Fürbitte schenkt ihnen die Kraft, durchzuhalten und zu hoffen. Wer informiert und gezielt, ja, namentlich beten will, sei auf die Veröffentlichungen von Open Doors und etlicher anderer Missionsgesellschaften verwiesen.
„Aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.“ Schon einmal haben sie erfahren, dass ihr Gebet erhört wird. Schon einmal haben sie für die Befreiung des Petrus gebetet, und er ist freigekommen. Und doch ist solches Beten immer wieder gewagt, braucht Beharrlichkeit und Glaubensmut. Der Glaube macht kühn, Gott um etwas zu bitten, das menschlich gesehen ein Wunder ist.
Das Beispiel der jungen Gemeinde Jerusalems ermutigt, mutig und beharrlich zu beten. Wenn Geschwister aus der Gemeinde oder Verwandte von einer schweren Krankheit bedroht sind. Wenn jemand in eine ausweglos scheinende Situation geraten ist. Wenn menschliche Möglichkeiten des Helfens an ihre Grenzen geraten. Wenn wir nichts Anderes wissen, als Gott um seine Hilfe zu bitten. Betet vertrauensvoll, mutig, eifrig, beharrlich!
Gott erhört das Gebet der Jerusalemer Gemeinde. Davon erzählt Lukas im Weiteren. Lasst auch uns in der Gemeinde erzählen, wo und wie Gott unser Gebet erhört. Nicht um uns und unser Beten groß herauszustellen. Sondern um anderen Mut zum vertrauensvollen Beten und um den groß herauszustellen, der aufrichtige Gebete hört und gerne hilft.
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Autor: Dekan Harald Klingler
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