Forschergeist

Forschergeist

By Metaebene Personal Media - Tim PritloveSociety & CultureScience
Download on the App Store

Forschergeist episodes

  • FG080 Medien und Meinungsbildung

    Über das Aufkommen der Sozialen Medien, ihre Koexistenz mit klassischen Massenmedien und das heutige Gesamtgefüge der Meinungsbildung im Online-Zeitalter


    Jan-Hinrik Schmidt

    Doch, doch, es gab ein Internet vor Facebook, Twitter und YouTube. In den 2000er Jahren blühte die Blogosphäre auf. Statt nur passiv zu konsumieren begannen Webnutzer mit eigenen Inhalten eine Öffentlichkeit zu finden – argwöhnisch beobachtet von den klassischen Massenmedien, die Blogs auch mal als „Klowände des Internets“ verächtlich machten. Doch die alten, klar verteilten Rollen zwischen Journalisten und Lesern lösen sich seither immer mehr auf. Die Deutungshoheit traditioneller Medien bröckelt. Soziale Netzwerke, die seit rund zehn Jahren auch große Player im Werbemarkt sind, stellen zudem die wirtschaftliche Grundlage der Verlage in Frage.


    Den Wandel der digitalen Öffentlichkeit intensiv verfolgt hat Jan-Hinrik Schmidt, Senior Researcher am Leibniz-Institut für Medienforschung / Hans-Bredow-Institut in Hamburg. Die Digitalisierung bedeutet weit mehr als nur eine technische Umstellung, denn die Grundlogik der neuen, datengetriebenen Plattformen geht einher mit einer eigenen Mechanik für Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement. Nachricht und Kommentar rücken in der Wahrnehmung enger zusammen. Algorithmen belohnen Kommunikation, die zugespitzt ist, und können an der Empörungsspirale drehen. Unterdessen hat es vernunftgeleitete Argumentation schon ein bisschen schwerer, sich Gehör zu verschaffen, weil sie naturgemäß nicht zur Erhöhung des Erregungslevels beitragen kann. Und dieser Trend kann Folgen für das Miteinander in einer Demokratie haben.

    Für den Soziologen Jan-Hinrik Schmidt steht fest: Die Regulierung der Plattformen wird eine medienpolitische Schlüsselfrage in den 2020er-Jahren sein – findet doch immer mehr Kommunikation in einer dezentralen Netzwerköffentlichkeit statt. Und so steht im Zentrum von Schmidts Forschung künftig die Frage: Können die sozialen Medien den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken oder bewirken sie das Gegenteil?

    Shownotes
    Glossar
    • Hans-Bredow-Institut – Wikipedia
    • Blog – Wikipedia
    • re:publica – Wikipedia
    • Blogosphäre – Wikipedia
    • Web 2.0 – Wikipedia
    • Gatekeeper (Nachrichtenforschung) – Wikipedia
    • Nachrichtenwert – Wikipedia
    • Jürgen Habermas – Wikipedia
    • Verschwörungstheorie – Wikipedia
    • ichbinhier
    • „Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ startet - BMBF
    • Datenjournalismus – Wikipedia
    • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

      1 hr 28 min
    • FG079 Wüstenforschung (Teil 2)

      Weitere Einblicke in die verborgene Welt der Wüsten


      Stefan Kröpelin

      Seit vielen Jahren zieht es Stefan Kröpelin in die Wüste. Denn sie ist nicht nur eine faszinierende Landschaft, sondern auch ein einzigartiges Forschungslabor: Der Geoarchäologe und Klimawissenschaftler von der Universität zu Köln untersucht dort, welche Spuren die Natur und der Mensch in dem heute so lebensfeindlichen Raum hinterlassen haben.


      Vor allem die östliche Sahara im Schnittpunkt zwischen Libyen, Ägypten, dem Tschad und dem Sudan hat es Kröpelin angetan. Es ist das trockenste Gebiet der Erde mit statistisch weniger als zwei Millimetern Niederschlag pro Jahr -– und einer Hitze, die die 500-fache Menge verdunsten ließe. Auf seinen Forschungsexpeditionen spürt er beispielsweise Felsbilder auf – farbige Malereien oder einfache Gravuren, die in den Sandstein geritzt wurden. Teilweise sind diese Zeugnisse nomadischer Kultur Jahrtausende alt, konnten sich aber durch die besonderen klimatischen Bedingungen bis heute erhalten.

      Einst war die Wüste von Tausenden Oasen durchzogen. Jetzt sind nur noch wenige übrig. Und ihre Zeit ist gezählt, denn sie graben sich buchstäblich selbst das Wasser ab. Sie speisen sich aus sogenanntem fossilen Grundwassser, der vom Regen von vor 100.000 Jahren stammt. Ist diese Quelle erst einmal versiegt, kommt nichts nach.

      Die Wüste ist ein großartiger Platz, um Klimaveränderungen zu studieren. Aber auch viele andere Wissenschaften profitieren von den Forschungsergebnissen. Stefan Kröpelin berichtet auch von Marsmeteoriten, die im Sandmeer zu finden sind. Und darüber, dass es eine Fata Morgana, wie man sie aus Filmen kennt, tatsächlich gibt.

      Diese Episode knüpft an Folge 047 an, in der Stefan Kröpelin bereits zu Gast war.

      Verwandte Episoden
      • FG047 Wüstenforschung
        Shownotes
        Glossar
        • Sahara – Wikipedia
        • Tschad – Wikipedia
        • Gobi – Wikipedia
        • Libysche Wüste – Wikipedia
        • Arides Klima – Wikipedia
        • Namib – Wikipedia
        • Tibesti – Wikipedia
        • Caldera (Krater) – Wikipedia
        • Tarso Toussidé – Wikipedia
        • Wadi – Wikipedia
        • Heiko Riemer | Universität zu Köln - Academia.edu
        • Andras Zboray - Academia.edu
        • Felsbilder der Sahara – Wikipedia
        • Felsbildarchiv des Frobenius-Instituts – Wikipedia
        • Ennedi-Massiv – Wikipedia
        • Sandstein – Wikipedia
        • UNESCO-Welterbe – Wikipedia
        • Eisenzeit – Wikipedia
        • Dromedar – Wikipedia
        • Kamele – Wikipedia
        • Gilf el-Kebir – Wikipedia
        • Nomade – Wikipedia
        • Holozän – Wikipedia
        • Andy Warhol – Wikipedia
        • Radiokarbonmethode – Wikipedia
        • Bauxit – Wikipedia
        • Westnubischer Paläosee
        • Claudius Ptolemäus – Wikipedia
        • Yoa-See – Wikipedia
        • Seen von Ounianga – Wikipedia
        • Der englische Patient – Wikipedia
        • Ladislaus Almásy – Wikipedia
        • Wadi Howar – Wikipedia
        • Hans Rhotert – Wikipedia
        • Leo Frobenius – Wikipedia
        • Höhle der Schwimmer – Wikipedia
        • Blauer Nil – Wikipedia
        • Salzsee – Wikipedia
        • Humboldtstrom – Wikipedia
        • Oase – Wikipedia
        • Fata Morgana – Wikipedia
        • Kufra-Oasen – Wikipedia
        • Artesische Quelle – Wikipedia
        • Fossiles Wasser – Wikipedia
        • Sicheldüne – Wikipedia
        • Eisenmeteorit – Wikipedia
        • Marsmeteorit – Wikipedia
        • 2008 TC3 – Wikipedia
        • Jäger des verlorenen Schatzes – Wikipedia
        • Mariner – Wikipedia
        • Geomorphologie – Wikipedia
        • Leo Frobenius – Wikipedia
        • Kieselalgen – Wikipedia
        • Trilobiten – Wikipedia
        • Palichnologie – Wikipedia
        • Mars Science Laboratory – Wikipedia
        • Paläoklimatologie – Wikipedia
        • Sand sheet - Wikipedia
        • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

          1 hr 38 min
        • FG078 Angst und Zukunft

          Psychisch gesund und handlungsfähig bleiben in einer sich ändernden Welt


          Jan Kalbitzer

          Längst nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Krise gilt: Wir leben in einer Zeit, die von Unsicherheiten geprägt ist. Eine Zeit, in der gewaltige Herausforderungen auf eine Antwort warten – während sich unsere Gesellschaft grundlegend wandelt. Und Ungewissheit befeuert Ängste, die keineswegs nur verborgen im Privaten gedeihen. Wenn die Furcht zu mächtig wird, kann auf einmal ein System zu kippen drohen.


          Dr. Jan Kalbitzer (Jahrgang 1978), Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hat sich während seiner Forschungslaufbahn in Kopenhagen, Oxford und an der Berliner Charité mit Fragen der psychischen Gesundheit auch in gesellschaftlichen Zusammenhängen auseinandergesetzt. Da ging es etwa um die Frage, ob es so etwas wie Internetsucht überhaupt gibt. Immer wieder nutzen Wissenschaftler ihre Reputation, um das, was sie für moralisch richtig halten, durchzusetzen.

          Ein anderes Beispiel ist die Diskussionskultur auf Online-Plattformen: Viele Menschen haben sich aus dem öffentlichen Diskurs ausgeklinkt, aus Sorge vor Überwachung oder Hassattacken. Der Rückzug aus einer unangenehmen oder bedrohlichen Situation hat durchaus eine Schutzfunktion, um wieder Energie zu tanken. Doch wenn man sich zu lange der Möglichkeit entzieht, auch positive Rückmeldungen zu erhalten, kann man leicht in eine Depression abrutschen.

          Wir brauchen also Nischen, in denen sich Menschen geschützt fühlen, damit sie sich engagieren und ihre Kompetenzen einbringen können. Wenn gerade in der eigenen Umgebung Spielräume offen stehen, um etwas zu verändern, lässt sich die Lähmung überwinden. Angst bietet immer auch die Chance, die Zukunft anzupacken.

          Das Gespräch wurde Ende Februar 2020 in Berlin aufgezeichnet.

          Shownotes
          Glossar
          • Uniklinik Kopenhagen
          • Søren Kierkegaard – Wikipedia
          • Positronen-Emissions-Tomographie – Wikipedia
          • MNI Standard Space
          • Charité – Wikipedia
          • Voxel – Wikipedia
          • Magnetresonanztomographie – Wikipedia
          • Eugen Bleuler – Wikipedia
          • Schizophrenie – Wikipedia
          • Leisure Suit Larry – Wikipedia
          • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – Wikipedia
          • Hans-Bredow-Institut – Wikipedia
          • Prof. Dr. Tobias Matzner - Kontakt (Universität Paderborn)
          • Dopamin – Wikipedia
          • Moralische Panik – Wikipedia
          • HIV – Wikipedia
          • Daimler und Benz Stiftung – Wikipedia
          • SARS-CoV-2 – Wikipedia
          • Schweigespirale – Wikipedia (??? Stoischew)
          • Greta Thunberg – Wikipedia
          • Schwammstadt – Wikipedia
          • Filterblase – Wikipedia
          • Randolph M. Nesse – Wikipedia
          • Emmanuel Levinas – Wikipedia
          • Arabischer Frühling – Wikipedia
          • Discord (Software) – Wikipedia
          • Tabu – Wikipedia
          • Sascha Lobo – Wikipedia
          • Antisemitismus – Wikipedia
          • Christian Brandes (Autor) – Wikipedia
          • AfD: Rettet Frauke Petry – holt sie zurück in die Mitte! - WELT
          • Sekte Deutschland – Tut Buße und kehrt um! – HolgerArppe
          • Fehlerkultur – Wikipedia
          • Neugier – Wikipedia
          • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

            1 hr 44 min
          • FG077 Organisationsforschung

            Was Organisation und Organisationen ausmacht und wie die Digitalisierung sie verändert


            Leonhard Dobusch

            Das Management von Organisationen ist ein ureigenes Thema der Betriebswirtschaftslehre, bezog sich aber viele Jahrzehnte lang nur auf Unternehmen – also feste, meist stark hierarchisch geprägte Strukturen. Durch die Digitalisierung und das Internet sind andere Organisationsformen ins Blickfeld geraten: lose Zusammenschlüsse von Freiwilligen, die gemeinsam Inhalte fürs Internet aufbereiten, Software entwickeln oder sich in anonymen Hacker-Netzwerken tummeln. Wie diese informellen Communities im virtuellen Raum funktionieren und wie bei ihnen Management aussieht, ist eines der Forschungsfelder, die der Organisationswissenschaftler Leonhard Dobusch beackert.


            Dobusch (Jahrgang 1980) ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Organisation an der Universität Innsbruck. In Deutschland ist er Mitglied des ZDF-Fernsehrats, der als Aufsichtsgremium die Arbeit des Senders begleitet. Dobusch ist außerdem regelmäßiger Autor zu Medienthemen für das Online-Magazin netzpolitik.org.

            Das Organisieren ist ein Metathema, das die Innovationsfähigkeit maßgeblich beeinflusst. Dabei schleppen Traditionsfirmen oft den Ballast gewachsener Strukturen mit sich herum. Neue Konkurrenten können dagegen bei Null anfangen – man vergleiche etwa die alten Automobilkonzerne mit Tesla. Auch in der Organisation von Arbeit ist nicht jeder neu klingende Ansatz revolutionär – in Zeiten, in denen alle Welt agil werden will, ist die Idee dahinter im Grunde ein alter Hut.

            Die Organisation von Wissen sowohl in der Unternehmenswelt als auch in Medien und in der Forschung ist nicht in Stein gemeißelt. Zum Beispiel zeigt die Open-Source-Bewegung in jüngerer Vergangenheit, dass es Alternativen zum abgeschotteten Besitz gibt. Und Netzwerke, die sich bewusst einer klaren hierarchischen Struktur verweigern, können Vorteile haben. Bekanntestes Beispiel: die Wikipedia.

            Shownotes
            Glossar
            • Pfadabhängigkeit – Wikipedia
            • Netzwerkeffekt – Wikipedia
            • Anonymous (Kollektiv) – Wikipedia
            • Guy Fawkes – Wikipedia
            • Gunpowder Plot – Wikipedia
            • Doxing – Wikipedia
            • ZDF-Fernsehrat – Wikipedia
            • Chaos Computer Club – Wikipedia
            • D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt – Wikipedia
            • media:net berlinbrandenburg e.V.
            • eco – Verband der Internetwirtschaft – Wikipedia
            • Creative Commons – Wikipedia
            • netzpolitik.org – Wikipedia
            • Denkfabrik – Wikipedia
            • Momentum (Kongress) – Wikipedia
            • Momentum Institut
            • Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft – Wikipedia
            • Agenda Austria – Wikipedia
            • moment.at | Unabhängig. Mit Haltung.
            • Taylorismus – Wikipedia
            • Frederick Winslow Taylor – Wikipedia
            • Fridays for Future – Wikipedia
            • Niklas Luhmann – Wikipedia
            • Greenpeace – Wikipedia
            • Eugen Schmalenbach – Wikipedia
            • Erich Gutenberg – Wikipedia
            • Wikimedia Foundation – Wikipedia
            • Evolutionsökonomik – Wikipedia
            • Kontingenz (Philosophie) – Wikipedia
            • Transaktionskosten – Wikipedia
            • Meritokratie – Wikipedia
            • Benevolent Dictator for Life – Wikipedia
            • Abspaltung (Softwareentwicklung) – Wikipedia
            • Wikipedia – Wikipedia
            • Bomis - Wikipedia
            • Hierarchie – Wikipedia
            • Heterarchie – Wikipedia
            • Magna International – Wikipedia
            • Foxconn – Wikipedia
            • Tesla, Inc. – Wikipedia
            • Teslas „Anti-Handbook Handbook“ - electrive.net
            • Militär-Maria-Theresien-Orden – Wikipedia
            • Lean Management – Wikipedia
            • Agilität (Management) – Wikipedia
            • The Innovator's Dilemma - Wikipedia
            • Clayton M. Christensen – Wikipedia
            • Disruptive Technologie – Wikipedia
            • Kodak – Wikipedia
            • Cewe – Wikipedia
            • Funk (Medienangebot) – Wikipedia
            • heute plus – Wikipedia
            • Per Anhalter durch die Galaxis – Wikipedia
            • Richard Stallman – Wikipedia
            • Copyleft – Wikipedia
            • Kommodifizierung – Wikipedia
            • Remix – Wikipedia
            • Paul Graham – Wikipedia
            • Hackers & Painters - Wikipedia
            • Wikipedia:List of hoaxes on Wikipedia - Wikipedia
            • Encyclopædia Britannica – Wikipedia
            • Resilienz (Soziologie) – Wikipedia
            • Karl Popper – Wikipedia
            • Wikinews – Wikipedia
            • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

              2 hr 25 min
            • FG076 Mobilität und Gesellschaft

              Über unseren Bedarf an Mobilität und ihre Transformation durch Digitalisierung


              Stephan Rammler

              Mobilität ist weit mehr als nur die vordergründige Frage, ob man das Auto, das Rad oder die Bahn nimmt, um von A nach B zu gelangen. Mobilität definiert die Freiräume in unserem Leben – also ob man die Orte und auch die Menschen erreichen kann, die einem wichtig sind. Und diese Chance der Fortbewegung und Welterfahrung ist eine Errungenschaft, die noch gar nicht so alt ist. Die fossilen Energieträger, das Auto und das Flugzeug haben in den letzten hundert Jahren der individuellen Bewegungsfreiheit einen immensen Schub verliehen. Doch die Epoche der Verbrennungsmotoren scheint abzulaufen. Wie kann in Zukunft unsere Mobilität aussehen?


              Dazu forscht der Politik- und Sozialwissenschaftler Stephan Rammler. Neben seiner Professur für Transportation Design & Social Sciences an der an der TU Braunschweig ist er wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin. Dort richtet er sein Augenmerk speziell darauf, wie sich die Megatrends Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Individualisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf die Mobilität auswirken.

              Auch wenn die Zeichen auf Veränderung stehen: In die westliche Gesellschaft ist ein Mindset eingefräst, bei dem die Automobilität Freiheit verheißt, und ihr ökonomischer Wohlstand fußt zu einem beachtlichen Teil auf den dazugehörigen Industrien. Einerseits wächst die Einsicht, dass unser Verkehrssystem tatsächlich viele Schattenseiten besitzt. Umweltprobleme und hoher Flächenverbrauch bedeuten Einschnitte in die Lebensqualität. Andererseits ist der Käfig, in dem wir gefangen sind, noch immer ein goldener. Denn ein dickes Auto und Fernreisen gelten nach wie vor als Statussymbole, auch wenn ihre Strahlkraft vielleicht nachlassen. Es bleibt ein ganz dickes Brett, das zu bohren wäre, um Mobilität grundlegend neu zu definieren – und es wird darauf ankommen, wie transformierbar und wie transformierwillig unsere Gesellschaft überhaupt ist.

              Shownotes
              Glossar
              • IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung: HOME
              • Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung – Wikipedia
              • Ozon – Wikipedia
              • Fahrzeugkatalysator – Wikipedia
              • Waldsterben – Wikipedia
              • Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung – Wikipedia
              • Technische Universität Braunschweig – Wikipedia
              • Design Thinking – Wikipedia
              • Maschinelles Lernen – Wikipedia
              • Bevölkerungsentwicklung – Wikipedia
              • Monopol – Wikipedia
              • Oligopol – Wikipedia
              • Bedarfsgesteuerter Flächenbetrieb – Wikipedia
              • Daseinsvorsorge – Wikipedia
              • Allmende – Wikipedia
              • Zulässige Höchstgeschwindigkeit – Wikipedia
              • Andreas Scheuer – Wikipedia
              • Modal Split – Wikipedia
              • Klimawandel – Wikipedia
              • Friedrich-Ebert-Stiftung – Wikipedia
              • Smart City – Wikipedia
              • Reichweitenverlängerer – Wikipedia
              • Benjamin R. Barber – Wikipedia
              • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

                2 hr 2 min
              • FG075 Literatur und Digitalisierung

                Neue Ansätze für die Literaturforschung und das Deutsche Literaturarchiv Marbach


                Sandra Richter

                Ein Literaturarchiv kann heute nicht mehr nur aus Regalkilometern Bücher bestehen. Auch hier hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Sie erschöpft sich aber keineswegs im Einscannen gedruckter Texte, sondern wirft ganz neue Fragen auf: Wie bildet man die physische Ordnung einer Bibliothek im virtuellen Raum ab? Und wie gehen wir mit Texten um, die in der Flüchtigkeit des Netzes schnell wieder zu verschwinden drohen? Denn Literatur nur auf das zu reduzieren, was zwischen Buchdeckeln erscheint, ist antiquiert und auch noch historisch falsch.


                Solche Themen beschäftigen Sandra Richter. Sie leitet seit Anfang 2019 das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA). Die 1973 geborene Germanistin, Literatur- und Politikwissenschaftlerin hütet damit eine Schatzkammer der deutschen Kultur, die zugleich auch Literaturwissenschaftlern zum Quellenstudium dient. Sie arbeitet also an der Schnittstelle zwischen Bewahrung und Forschung, und das in einer Zeit, in der die Autoren auf immer vielfältigeren Wegen ihre Leser suchen. Der Kultur- und Interaktionsraum Internet hat da einige neue Möglichkeiten eröffnet.

                Wer schreibt, orientiert sich freilich auch heute meist noch sehr am Buch, das Digitale kommt oft zusätzlich oben drauf. Anders sieht es bei multimedialen Erzählformen aus, die stark in der Netzwelt verwurzelt sind. Sie stellen ein Archivsystem vor echte Herausforderungen. Wie geht man zum Beispiel mit Computerspielen um, die auch oft starke erzählerische Qualität aufweisen? Was ist mit Comics, mit Graphic Novels? Das DLA hat sich solchen Gattungen geöffnet und sammelt ""in die Zukunft"". Denn wenn man solche Bereiche der Kultur ausspart, könnten blinde Flecken im literarischen Gedächtnis einer Gesellschaft entstehen.

                Shownotes
                Glossar
                • Deutsches Literaturarchiv Marbach – Wikipedia
                • Digital Humanities - Universität Stuttgart
                • Digital Humanities – Wikipedia
                • Computerlinguistik – Wikipedia
                • Max Bense – Wikipedia
                • Rul Gunzenhäuser – Wikipedia
                • Theo Lutz – Wikipedia
                • Der Geisterseher – Wikipedia
                • Rosamunde Pilcher – Wikipedia
                • Babylon Berlin – Wikipedia
                • Hans Magnus Enzensberger – Wikipedia
                • Peter Handke – Wikipedia
                • Israelische Nationalbibliothek – Wikipedia
                • Max Brod – Wikipedia
                • Metadaten – Wikipedia
                • Staatsbibliothek zu Berlin – Wikipedia
                • Texterkennung – Wikipedia
                • Twitter – Wikipedia
                • Blog – Wikipedia
                • Webcomic – Wikipedia
                • xkcd – Wikipedia
                • Graphic Novel – Wikipedia
                • Robert Gernhardt – Wikipedia
                • Wilhelm Genazino – Wikipedia
                • Barbara Klemm – Wikipedia
                • Computerspiel – Wikipedia
                • Computerspielemuseum Berlin – Wikipedia
                • Die Leiden des jungen Werthers – Wikipedia
                • Tipp-Ex – Wikipedia
                • Internet Archive – Wikipedia
                • Brewster Kahle – Wikipedia
                • Arthur Schnitzler – Wikipedia
                • Hugo von Hofmannsthal – Wikipedia
                • Marcel Reich-Ranicki – Wikipedia
                • Das Literarische Quartett – Wikipedia
                • FG073 Klimawandel in Seen | Forschergeist
                • DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft - Nationale Forschungsdateninfrastruktur
                • Deutsches Textarchiv – Wikipedia
                • Voyant Tools - Wikipedia
                • Institut mémoires de l’édition contemporaine – Wikipedia
                • Europeana – Wikipedia
                • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

                  1 hr 26 min
                • FG074 Stoffwechselforschung

                  Das neue Verständnis unseres Ernährungssystems, die ausgebremste Evolution und die Volkskrankheit Übergewicht


                  Jens Claus Brüning

                  Fettleibigkeit wird im wahrsten Sinne des Wortes zu einem immer gewichtigeren Thema. Alleine in den USA bringt mittlerweile jeder Zweite zuviel auf die Waage. Betroffenen haftet das Stigma an, dass es ihnen an Willensstärke fehlt, die Kalorienaufnahme zu zügeln. Doch die Ursachen von Übergewicht sind vielschichtiger – und sie haben vor allem etwas mit der evolutionären Optimierung des Organismus zu tun, die aus der Zeit stammt, als Nahrung ein knappes Gut war. Auf unsere heutige Wohlstandsgesellschaft, in der in aller Regel kein Nahrungsmangel herrscht, ist der Mensch eben nicht angepasst.


                  Erst seit wenigen Jahrzehnten beginnt die Wissenschaft genauer zu verstehen, wie zum Beispiel das Insulinhormon im Körper seine Wirkung entfaltet. Wie der Mechanismus des Stoffwechsels im Einzelnen funktioniert, ist das Forschungsfeld des Mediziners Jens Claus Brüning. Er leitet das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung und ist Direktor der Poliklinik für Endokrinologie, Diabetes und Präventivmedizin (PEDP) an der Universitätsklinik Köln.

                  Als Endokrinologe, also als Hormonfoscher nimmt Brüning keineswegs nur die Organe in den Blick, die man landläufig mit dem Thema Stoffwechsel in Verbindung bringt, wie die Bauchspeicheldrüse oder die Leber. Das Gehirn spielt tatsächlich eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Energiehaushalts und somit auch für die Nahrungsaufnahme. In den letzten Jahren gab es eine geradezu revolutionäre Weiterentwicklung an Werkzeugen, um zu untersuchen, wie bestimmte Hirnzellen als Steuerungszentrale für den Stoffwechsel dienen. Ein weiterer Schritt, um nicht nur das komplexe Hormonsystem, sondern auch den Schalt- und Bauplan des Gehirns zu entschlüsseln.

                  Shownotes
                  Glossar
                  • Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung – Wikipedia
                  • Endokrinologie – Wikipedia
                  • Stoffwechsel – Wikipedia
                  • Hormon – Wikipedia
                  • Insulin – Wikipedia
                  • Diabetes mellitus – Wikipedia
                  • Bauchspeicheldrüse – Wikipedia
                  • Grundlagenforschung – Wikipedia
                  • Metformin – Wikipedia
                  • Klassische Konditionierung – Wikipedia
                  • Übergewicht – Wikipedia
                  • Kalorie – Wikipedia
                  • Selektionsdruck – Wikipedia
                  • Leptin – Wikipedia
                  • Magnetresonanztomographie – Wikipedia
                  • Funktionelle Magnetresonanztomographie – Wikipedia
                  • Synapse – Wikipedia
                  • Neuronales Netz – Wikipedia
                  • Alzheimer-Krankheit – Wikipedia
                  • Schwangerschaftsdiabetes – Wikipedia
                  • Hongerwinter – Wikipedia
                  • Gentechnisch veränderter Organismus – Wikipedia
                  • Optogenetik – Wikipedia
                  • Ribonukleinsäure – Wikipedia
                  • Serendipität – Wikipedia
                  • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

                    1 hr 16 min
                  • FG073 Klimawandel in Seen

                    Über die Forschung an Binnenseen und die Auswirkungen des Klimawandels


                    Rita Adrian

                    Beim Thema Klimawandel denkt man meist an den Anstieg der Meeresspiegel oder die Aufheizung der Ozeane. Doch auch im kleineren Maßstab verändern sich die Ökosysteme in Gewässern, direkt vor unserer Haustür. Das gilt auch für die Binnenseen, die offenbar seit Jahrzehnten immer ein bisschen wärmer werden. Und das hat Konsequenzen.


                    Rita Adrian beobachtet mit ihrem Forscherteam unter anderem den Müggelsee – den größten Berliner See – in einer Langzeituntersuchung. Die Biologin leitet die Abteilung Ökosystemforschung am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen. Für sie steht fest: Der Klimawandel ist auch in unseren Seen angekommen.

                    Bei dem Mechanismus, in den durch das Mehr an Wärme eingegriffen wird, spielen viele Faktoren eine Rolle. Grob gesagt: Im Sommer bilden sich im See zwei Wasserschichten – an der Oberfläche eine wärmere, unten zum Grund hin eine kühlere, und beide durchmischen sich nicht. Das ist zwar in der warmen Jahreszeit immer so, aber wenn diese Wärmephase immer länger anhält, führt das dazu, dass unten der Sauerstoff knapp wird. Oben kommt es unterdessen zu einem Düngungseffekt und dadurch beispielsweise zum übermäßigen Wachstum von Blaualgen, die wiederum für andere Mikroorganismen, aber auch für Fische Gift sind. Das fragile ökologische Gleichgewicht droht aus der Balance zu geraten.

                    Klimaforschung ist vor allem Dingen das Hantieren mit Big Data. Rita Adrian erklärt, wie man die Daten erhebt, damit sich in den Messreihen tatsächlich aussagekräftige Muster erkennen lassen. Daten sind unerlässlich, um die komplexen Zusammenhängen nachvollziehen zu können – und sie helfen, besser zu verstehen, was es bedeutet, wenn der Mensch in die natürliche Dynamik eingreift.

                    Shownotes
                    Glossar
                    • IGB Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
                    • Center for Limnology – College of Letters and Science – UW–Madison
                    • Limnologie – Wikipedia
                    • Müggelsee – Wikipedia
                    • Klimawandel – Wikipedia
                    • Eutrophierung – Wikipedia
                    • Lake Tahoe – Wikipedia
                    • Großer Stechlinsee – Wikipedia
                    • Plankton – Wikipedia
                    • Phytoplankton – Wikipedia
                    • Makrophyten – Wikipedia
                    • Prädator – Wikipedia
                    • Global Lake Ecological Observatory Network (GLEON)
                    • Ökosystem See – Wikipedia
                    • Sedimentation – Wikipedia
                    • Anoxisch – Wikipedia
                    • Cyanobakterien – Wikipedia
                    • Intergovernmental Panel on Climate Change – Wikipedia
                    • Metadaten – Wikipedia
                    • Taxonomie – Wikipedia
                    • Deutsche Forschungsgemeinschaft – Wikipedia
                    • DFG - GEPRIS - Datenbankinfrastruktur für Langzeitdaten von Seen in Deutschland (LakeBase)
                    • Open Access – Wikipedia
                    • DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft - Nationale Forschungsdateninfrastruktur
                    • Nationale Forschungsdateninfrastruktur - NFDI – Forschungsdaten.org
                    • NFDI4Earth: Grundlagen und Motivation
                    • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

                      1 hr 24 min
                    • FG072 Verantwortung in der Informatik

                      Ein Einführungskurs für Informatiker vermittelt unterschiedliche Denkweisen die gesellschaftliche Bedeutung des Fachs zu vermitteln


                      Peter Purgathofer

                      Informatik – ein Fach nur für Nerds? Keinesfalls, denn der Code, den Programmierer schreiben, existiert ja nicht im luftleeren Raum. Software bezieht sich letzten Endes immer auf den Menschen, interagiert mit ihm, beeinflusst das soziale Leben. Und mittlerweile ist auch an technisch geprägten Fakultäten angekommen, dass Informatik eine hohe gesellschaftliche Relevanz besitzt.


                      Peter Purgathofer lehrt an der TU Wien am Institut für Visual Computing. Der 56-Jährige tritt dafür ein, dass Software-Entwickler sich der Verantwortung bewusst sind, die ihre Arbeit hat. Denn Informatik wird zunehmend zur zentralen Disziplin schlechthin, ja sogar zum Betriebssystem unserer Gesellschaft. Tracking und Werbenetzwerke fördern eine Mediennutzung, bei der aufmerksamkeitsheischendes Clickbate mehr zählt als inhaltliche Tiefe und Seriosität. Automatisierte Entscheidungen können katastrophale Folgen haben, wie etwa bei tödlichen Unfällen autonom fahrender Autos oder den Abstürzen der Boeing 737 Max. Algorithmen sind eben keine Lösung für alles, denn wie zuverlässig sind eigentlich die Datengrundlagen, auf denen sie aufsetzen?

                      Purgathofer hat deshalb an seiner Hochschule einen Einführungskurs für Studienanfänger entwickelt. Dabei geht es darum, der nächsten Informatikergeneration fundamentales Metawissen zu vermitteln und sie damit zu befähigen, mit einem tieferen Verständnis durch ihr Studium zu navigieren: Wie sieht die Wissenschaft auf die Welt, mit welchen Denkweisen wird Wissen geschaffen? Was sind die Konsequenzen und wo liegen die Grenzen? Es wird klar: Das Leben lässt sich nicht nur mit Einsen und Nullen erklären, es entzieht sich immer wieder der Berechenbarkeit. Informatik ist eng mit Sozialwissenschaften, Philosophie und Psychologie verwoben – und Problemlösung eben nicht nur eine technische Frage. Purgathofer kritisiert nebenbei auch die mangelnde Offenheit der vor allem unternehmensgetriebenen Forschung im Bereich Künstlicher Intelligenz. Diese Closed Science hat für die Wissenschaft als Ganzes schädliche Effekte, die verblüffend an die Zeit der Alchimisten erinnern.

                      Shownotes
                      Glossar
                      • Informatik – Wikipedia
                      • Elektronische Stimmabgabe – Wikipedia
                      • papierwahl.at – Kritik an E-Voting
                      • Soziales Netzwerk (Internet) – Wikipedia
                      • Maschinelles Lernen – Wikipedia
                      • Künstliche Intelligenz – Wikipedia
                      • Ways of Thinking in Informatics
                      • Ways of Thinking in Informatics on Vimeo
                      • Alchemie – Wikipedia
                      • Porzellan – Wikipedia
                      • Schießpulver – Wikipedia
                      • Johannes Kepler – Wikipedia
                      • Isaac Newton – Wikipedia
                      • Patent – Wikipedia
                      • Gottfried Wilhelm Leibniz – Wikipedia
                      • Woody Allen – Wikipedia
                      • Freie Lizenz – Wikipedia
                      • Wicked problem - Wikipedia
                      • Design Thinking – Wikipedia
                      • Kognitive Verzerrung – Wikipedia
                      • Mem – Wikipedia
                      • Deadline horse Meme Generator - Imgflip
                      • My Parents Are Dead / Batman Slapping Robin | Know Your Meme
                      • Melvin Kranzberg – Wikipedia
                      • Bruce Schneier – Wikipedia
                      • Code poetry - Wikipedia
                      • Hacker – Wikipedia
                      • Method Cards
                      • Start-up-Unternehmen – Wikipedia
                      • Beweisbare Sicherheit – Wikipedia
                      • Internet background noise - Wikipedia
                      • FG016 Open Science | Forschergeist
                      • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

                        1 hr 54 min
                      • FG071 Wirtschaft und Wettbewerb

                        Über unser Wirtschaftssystem und die Bedingungen für Regulierungen des Marktes


                        Justus Haucap

                        "Die Wirtschaft soll möglichst allen dienen – aber löst sie diesen Anspruch wirklich ein? In gar nicht wenigen Märkten sind Angebot und Nachfrage aus dem Lot, wird die sich wechselseitig ausgleichenden Kräfte des Wettbewerbs gestört sind. Weil neue Anbieter keinen Marktzugang bekommen. Weil natürliche Begrenzungen keinen funktionierenden Markt entstehen lassen. Oder weil Behörden in ihrer Kontrollfunktion versagen. Verkehr, Energie, Rundfunk, Telekommunikation oder auch Drogen – alles Beispiele für Märkte, die durch politische Regulierung anders aussehen, als wenn man ihre Akteure einfach frei machen ließe.


                        Zu wettbewerbspolitischen Grundsatzfragen meldet sich Justus Haucap (Jahrgang 1969) immer wieder in der Öffentlichkeit, und sein Wort hat Gewicht. Vielen wurde er als Leiter der Monopolkommission bekannt, als er etwa die Abwrackprämie für Autos als „Geldverschwendung auf Kosten des Steuerzahlers“ geißelte. Der Wirtschaftswissenschaftler lehrt heute an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist Gründungsdirektor des dort ansässigen Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE).

                        Haucap ist ein streitbarer Verfechter von Wettbewerbsprinzipien in der Marktwirtschaft und bezieht klare Positionen – auch gegen eine in Deutschland anzutreffende innovationskulturelle Verklemmung, die alles Neue erst einmal blockiert. Er erklärt nicht nur, was das mit der Fußball-Weltmeisterschaft zu tun hat. Auch das öffentlich-rechtliche Mediensystem, das viel Geld für bildungsferne Inhalte ausgibt, bekommt sein Fett weg. Und Haucap schaut durch die Brille des Ökonomen auf die Schattenwirtschaft des Cannabismarkts, bei dem Verbote nicht zu dessen Austrocknen geführt haben, sondern dazu, dass Konsumenten schlechte Ware für höhere Preise erhalten."

                        Shownotes
                        Glossar
                        • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – Wikipedia
                        • Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE)
                        • Monopolkommission – Wikipedia
                        • Fernbusverkehr in Deutschland – Wikipedia
                        • Soziale Marktwirtschaft – Wikipedia
                        • Energiemarkt – Wikipedia
                        • Private Wasserversorgung – Wikipedia
                        • Maut – Wikipedia
                        • Pkw-Maut in Deutschland – Wikipedia
                        • CO2-Steuer – Wikipedia
                        • Regulierungsbehörde – Wikipedia
                        • Bundesnetzagentur – Wikipedia
                        • Umverteilung – Wikipedia
                        • Mindestlohn – Wikipedia
                        • Erneuerbare-Energien-Gesetz – Wikipedia
                        • Hanf – Wikipedia
                        • Öffentlich-rechtlicher Rundfunk – Wikipedia
                        • Leistungsschutzrecht für Presseverleger – Wikipedia
                        • Netzwerkdurchsetzungsgesetz – Wikipedia
                        • Recht auf Vergessenwerden – Wikipedia
                        • DuckDuckGo – Wikipedia
                        • Alibaba.com – Wikipedia
                        • Business-to-Business – Wikipedia
                        • Business-to-Consumer – Wikipedia
                        • Industrie 4.0 – Wikipedia
                        • Demografischer Wandel in Deutschland – Wikipedia
                        • Agentenbasierte Modellierung – Wikipedia
                        • This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

                          2 hr 30 min

                        About Forschergeist

                        From the publisher's feed

                        Horizonte für Bildung und Forschung

                        More shows like Forschergeist

                        WDR Zeitzeichen by WDR

                        WDR Zeitzeichen

                        76 Listeners

                        Radiowissen by Bayerischer Rundfunk

                        Radiowissen

                        111 Listeners

                        Freak Show by Metaebene Personal Media - Tim Pritlove

                        Freak Show

                        9 Listeners

                        Raumzeit by Metaebene Personal Media - Tim Pritlove

                        Raumzeit

                        11 Listeners

                        Der Lautsprecher by Metaebene Personal Media

                        Der Lautsprecher

                        1 Listeners

                        AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie by Karl Urban und Franziska Konitzer

                        AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie

                        3 Listeners

                        Sternengeschichten by Florian Freistetter

                        Sternengeschichten

                        42 Listeners

                        Erde und Umwelt by Holger Klein

                        Erde und Umwelt

                        4 Listeners

                        Methodisch inkorrekt! by Methodisch inkorrekt!

                        Methodisch inkorrekt!

                        15 Listeners

                        Geschichten aus der Geschichte by Richard Hemmer und Daniel Meßner

                        Geschichten aus der Geschichte

                        187 Listeners

                        Metaebene by Tim Pritlove

                        Metaebene

                        0 Listeners

                        Lage der Nation - der Politik-Podcast aus Berlin by Philip Banse & Ulf Buermeyer

                        Lage der Nation - der Politik-Podcast aus Berlin

                        222 Listeners

                        ARD Radio Tatort by ARD

                        ARD Radio Tatort

                        67 Listeners

                        CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft by Metaebene Personal Media - Tim Pritlove

                        CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft

                        16 Listeners

                        Logbuch:Netzpolitik by Metaebene Personal Media - Tim Pritlove

                        Logbuch:Netzpolitik

                        6 Listeners

                        Newz of the World by Metaebene Personal Media - Tim Pritlove

                        Newz of the World

                        1 Listeners

                        Presseschau by Deutschlandfunk

                        Presseschau

                        8 Listeners

                        Die Wochendämmerung - Der stabile Wochenrückblick by Katrin Rönicke und Holger Klein (hauseins)

                        Die Wochendämmerung - Der stabile Wochenrückblick

                        14 Listeners

                        UKW by Metaebene Personal Media - Tim Pritlove

                        UKW

                        1 Listeners

                        Spektrum-Podcast by detektor.fm – Das Podcast-Radio

                        Spektrum-Podcast

                        13 Listeners

                        OK, America? by DIE ZEIT

                        OK, America?

                        99 Listeners

                        Lanz + Precht by ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

                        Lanz + Precht

                        319 Listeners