An den Klassikfestivals dieses Sommers sass das Publikum im T-Shirt neben Smokingträgern, in Luzern gingen Tickets kurzfristig zum halben Preis weg. Die Kleiderordnung der Hochkultur löst sich auf.
In Salzburg herrschten Ende Juli 37 Grad. Im Festspielhaus trug rund die Hälfte des Publikums Smoking, ein Drittel kam, wie es wollte, bis hin zu kurzen Hosen. Zugleich stehen die Festivals wirtschaftlich unter Druck: Das Lucerne Festival ist nur zu 10 Prozent subventioniert, die teuersten Billette kosten 320 Franken, für ein Konzert wurde eine Kategorie kurzfristig um fast die Hälfte verbilligt. In Verona sitzen pro Abend noch etwa 10'000 Zuschauer, früher waren es 15'000 bis 20'000.
Christian Berzins, Musikkritiker von CH Media, nimmt die Lockerung gelassen: «Solange man nicht stinkt, kann man kommen, wie man will.» Auf dem Podium hält sich die alte Ordnung: Während im Saal kurze Hosen sitzen, spielen viele Orchester weiterhin im Frack.
Wie hart kämpfen die Festivals um Sponsorengelder? Warum wird das Stammpublikum älter, ohne auszusterben? Und welche Formate sollen neues Publikum in die Konzertsäle bringen?
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Host und Produzentin: Joëlle Weil
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