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International episodes

  • USA: «Morgendämmerung» im Klimakampf?
    In der Klimabewegung der USA sticht eine neue Gruppierung heraus - «Sunrise», lautstark, gut vernetzt, mit potenten Geldgebern und einem grossen Ziel: eine «grüne Revolution» durchbringen, ungeachtet aller Bremsmanöver von Trump. Nach der Corona-Krise soll der Kampf mit doppelter Kraft weitergehen.
    Mit spektakulären Protestaktionen haben die jugendlichen Aktivistinnen und Aktivisten von «Sunrise» zum Auftakt des Präsidentschaftswahlkampfs viel Lärm gemacht. In ihrem Visier ist weniger Präsident Donald Trump. Vom Amtsinhaber, der aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen ist, und seinem konservativen Lager, erhoffen sich die Aktivisten nichts. Umso mehr Druck machen sie auf Herausforderer Joe Biden. Dessen Demokratische Partei soll im Parlament einen «Green New Deal» durchbringen, mit dem die Klimapolitik der USA zu internationalen Standards zurückgebracht würde.
    In Trainingscamps wird unterdessen die klimabewegte Jugend auf eine neue Phase im Kampf gegen die Erderwärmung eingeschworen, bis hinab in die konservativen Südstaaten, wo die Kluft zwischen Klimarisiken und Klimabewusstsein besonders gross ist.
    Besuch im Camp von «Sunrise» in Tennessee. Und Schadensaufnahme im Garten der Familie Prager in Florida, wo der Rasen verdorrt, der Pfad einbricht, und das Wasser aus der Lagune bedrohlich nahe ans Bungalow rückt.
    29 min
  • Russland – die Tristesse der Generation Putin
    Seit 20 Jahren ist Wladimir Putin an der Macht. Eine ganze Generation ist unter ihm herangewachsen. Er war da, als sie im Kindergarten waren. Er war da, als sie zur Schule gingen, und jetzt herrscht er immer noch. Wie hat dieser Zustand Russlands Jugend geprägt? Was erwartet sie von der Zukunft?
    Putin hat Russland Stabilität gebracht und er hat das Land wieder zu einem mächtigen Akteur auf der internationalen Bühne gemacht. Dieses Bild wird von offizieller Seite propagiert. Viele jungen Leuten macht das aber wenig Eindruck.
    Es gibt zwar jene jungen Leute, die sich in Putins patriotischen Jugendorganisationen engagieren, den heldenhaften Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg feiern, inbrünstig die Nationalhymne singen, sich um Denkmäler und Veteranen kümmern. Dieses Engagement zahlt sich auch aus. Es verhilft den Jungen zu Karrierechancen und Putins Machtapparat zu Nachwuchskadern.
    Es gibt aber auch die Jungen, die Putin ablehnen, die sich nach Demokratie und freien Wahlen sehnen, die sich im Internet frei bewegen wollen und keine Angst haben vor Polizei und Geheimdienst. Letzten Sommer strömten viele von ihnen in Moskau auf die Strassen, bevor Putin die Proteste ersticken liess.
    Beide Gruppen aber, die jungen Anhänger und die jungen Gegner Putins, sind kleine Minderheiten. Die grosse Mehrheit der Generation, die unter Putin gross geworden ist, will von ihrem Präsidenten und von Politik nichts wissen. Die Welt dieser Jugend erschliesst der Besuch auf einem Konzert des Rappers Husky. Und die Soziologin Anna Sorokina erklärt, was sie mit ihren Studien über die Werte der Generation Putin herausgefunden hat.
    29 min
  • Russische Söldner in Afrika
    Offiziell gibt es sie gar nicht, und doch hinterlassen die Söldner der obskuren russischen Militärorganisation «Wagner» zunehmend ihre Spuren.Welche Rolle spielen die irregulären Verbände in der Afrika-Strategie des Kremls?
    Die private Militärorganisation «Wagner» ist benannt nach einem ehemaligen Offizier der russischen Armee, der offenbar den deutschen Komponisten Richard Wagner verehrt. Die Spuren der Söldnertruppe führen von der Ostukraine über Syrien bis nach Afrika.
    Doch russische Journalisten, die in der Zentralafrikanischen Republik Genaueres wissen wollten, kamen ums Leben. Im Libyenkonflikt unterstützt Russland die Seite von General Haftar, aber Präsident Putin bestreitet, dass Russen, die in Libyen kämpfen, etwas mit dem russischen Staat zu tun hätten. Einfluss aufs Kriegsgeschehen nehmen sie gleichwohl, ganz im Sinne des Kremls.
    Das Handelsvolumen Russlands in Afrika beträgt erst einen Zehntel des chinesischen oder europäischen. Putin will das ändern: der russische Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent soll schnell grösser werden, wirtschaftlich und militärisch. Letzten Herbst an einem Gipfeltreffen in Sotchi versuchte Putin, Dutzende angereiste afrikanische Staats- und Regierungschefs von den Vorzügen einer intensiveren Zusammenarbeit mit Russland zu überzeugen. Russischen Firmen soll der Weg nach Afrika geebnet werden, es geht aber auch um militärische Ausbildungsprogramme, den Kampf gegen «Terrorismus» und «Extremismus».
    29 min
  • Irlands Verwandlung – wie die Insel zu sich selbst fand
    Das heutige Irland ist weit entfernt von der Trostlosigkeit und der Enge des letzten Jahrhunderts. Innerhalb von einer Generation haben sich die Wirtschaft, die Bevölkerungsstruktur und das Selbstverständnis des Landes grundlegend verändert.
    Vor 35 Jahren war Irland ein rückständiges Land, im Bann der katholischen Kirche und argwöhnisch-empfindlich im Umgang mit der britischen Nachbarin. Diese Altlasten wurden seither abgetragen, die irische Bevölkerung hat sich radikal verändert: Ehemalige Auswanderer sind mit neuen Ideen heimgekehrt, Einwanderer aus Mitteleuropa haben Farbe in eine vormals sehr geschlossene Gesellschaft gebracht und ein regelrechtes Wirtschaftswunder ermöglicht. Auch dass sich mehr Frauen an der Arbeitswelt beteiligten, war ein wichtiger Faktor beim Aufschwung, dem Erfolg des «keltischen Tigers».
    Als Scharnier zwischen USA und EU hat sich die Insel neu erfunden.
    Eine Hommage von Martin Alioth an seine Wahlheimat – zum Abschluss seiner Korrespondentenzeit.
    29 min
  • «Power Harassment» – Japans Aufstand gegen das Mobbing von oben
    Vorgesetzte, die ihre Untergebenen herabwürdigen, beschimpfen und schikanieren: In vielen Unternehmen Japans war das bislang gang und gäbe. «Power Harassment» oder «Pawahara» nennt man in Japan dieses Verhalten. Doch nun beginnen sich immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dagegen zu wehren.
    Akiko Yoshida will nicht mehr schweigen. Kurz nachdem sie 2016 ihre Stelle bei einem Lebensversicherungsunternehmen angetreten hatte, begann ihr Chef, sie immer öfter anzuschreien und ihre Arbeit vor anderen Kollegen schlecht zu machen. Das Mobbing setzte ihr psychisch und physisch derart zu, dass sie krank wurde. Am Ende verlor sie ihre Stelle. Jetzt hat sie ihren Arbeitgeber verklagt und fordert ihre Wiedereinstellung.
    Akiko Yoshida ist kein Einzelfall. Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Japan wird bewusst, dass das Mobbing von oben, das sogenannte Power Harassment oder Pawahara, nicht rechtens ist.
    So erklärte in einer Umfrage des Arbeits- und Gesundheitsministeriums fast jeder dritte Beschäftigte, schon einmal von seinem Vorgesetzten gemobbt worden zu sein. Die Zahl der Anzeigen von Power Harassment bei der Arbeitsaufsicht hat sich innerhalb von sieben Jahren auf 83'000 verdoppelt. Immer mehr Japanerinnen und Japaner wollen es nicht mehr hinnehmen, von ihren Vorgesetzten herumkommandiert, beschimpft oder herabgewürdigt zu werden.
    32 min
  • International: Libyen – Alltag in einem gescheiterten Staat
    In Libyen herrschen seit Jahren Chaos und Gewalt. Der international anerkannten Regierung in Tripolis gelingt es nicht, für stabile Verhältnisse zu sorgen. Stattdessen kämpfen mächtige Milizen gegeneinander und prägen den Alltag der Menschen im Norden Afrikas.
    Neun Jahre nach dem Sturz von Langzeit-Herrscher Muammar Al-Gaddafi herrscht Chaos im Land. Der Staat bietet seinen Bürgerinnen und Bürgern nicht, was sie bräuchten: Bargeld, Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Arbeit, medizinische Versorgung. Und so blüht mitten in der Altstadt von Tripolis der Schwarzhandel – schubkarrenweise wechselt Bargeld die Hand.
    In den Spitälern liegen verletzte Kämpfer, die sich denjenigen Milizen angeschlossen haben, die mit der international anerkannten Regierung in Tripolis verbündet sind. Sie verteidigen die Hauptstadt gegen den Vormarsch des mächtigsten Milizenführers Khalifa Haftar. Libyen ist auch Ort vieler Menschenhändler, die davon profitieren, dass unzählige Flüchtlinge und Migranten auf ihrem Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft durch das Land reisen; und dann hier stranden, wie etwa Suleiman mit seiner Frau und sieben Kindern. Praktisch ohne Hilfe und Geld hält der Sudanese an seiner Absicht fest, nach Europa zu reisen.
    Einen Traum hatte auch Leila: Sie wollte einen Lieferservice für hausgemachte Kuchen und Torten aufbauen. Doch ihr prächtiges Gebäck kann sie nur in den Sozialen Medien posten, denn sie musste von den näherkommenden Gefechten zu ihrer Schwester flüchten. Viele Einwohner von Tripolis haben bei den Kämpfen jemanden verloren, der ihnen nahe war. Und so ist das Internet zwar ihr Tor zur Welt – Facebook aber, sei wie ein Friedhof: voller Accounts von Menschen, die nicht mehr leben.
    29 min
  • Serbien – der Präsident hat den Staat gestohlen
    Im Ausland vermittelt Serbiens Regierung gern das Bild eines Landes, das mit ausländischen Investitionen seine Wirtschaft in Schwung bringt und das schon bald Mitglied der EU werden will. Aber der Schein trügt. Präsident Aleksandar Vucic höhlt Demokratie und Rechtsstaat aus.
    Wenn Präsident Vucic in seinen stundenlangen Interviews im serbischen Fernsehen der Bevölkerung Wohlstand und eine blühende Zukunft verspricht, dann könnte man meinen, das Land habe die Jugoslawien-Kriege der 90er Jahre weit hinter sich gelassen. Wenn Vucic aber zwei Atemzüge später Hass gegen seine politischen Gegner sät, wird klar, dass mit ihm wieder die Leute an die Macht gekommen sind, die in den Kriegsjahren das Milosevic-Regime gestützt hatten.
    Eine Reihe von Skandalen zeigt, dass Vucic und seine Fortschrittspartei den serbischen Staat vollkommen ihren privaten Interessen unterworfen haben. Serbien ist ein Fall von «state capture», wie es in der Politikwissenschaft genannt wird, ein Staat in der Hand einer Clique. Zum Beispiel sind Minister mit Plagiaten und gekauften Dokumenten zu Diplomen und Doktoraten gekommen und treten nicht zurück, obwohl ihnen die Verfehlungen nachgewiesen wurden. Vucic tritt die Gewaltenteilung mit Füssen, reisst Beweismaterial gegen einen hohen Parteifunktionär an sich und erklärt ihn in einer Ansprache für unschuldig, bevor der Fall vor einen Richter gekommen ist. Und ein Whistleblower bringt ans Tageslicht, dass sich Leute aus Vucics Umgebung mit korrupten Waffengeschäften bereichern, auf Kosten des Staates und der Arbeiter einer staatlichen Waffenfabrik. Die Justiz aber verfolgt den Whistleblower nicht die Waffenhändler. All das sind Skandale, die in einer funktionierenden Demokratie, die Regierung in ihren Grundfesten erschüttern würden, nicht aber in Serbien.
    Angesichts des fehlenden Rechtsstaats und der Gleichschaltung fast aller Medien will die Opposition, die Parlamentswahlen Ende April boykottieren. Ist der Wahlboykott mehr als eine Verzweiflungstat?
    29 min
  • Griechenland – vom Aus- zum Einwanderungsland
    Griechenland ist überfordert. Die vielen Flüchtlinge bringen das Land an seine Grenzen und in letzter Zeit nimmt ihre Zahl wieder merkbar zu. In den Lagern auf den Inseln herrschen Missstände. Doch für die Flüchtlinge, die aufs Festland verlegt wurden, hat sich einiges verbessert.
    Vor fünf Jahren kamen plötzlich beinahe eine Million Frauen, Kinder und Männer nach Griechenland. Aus Syrien, Irak, Afghanistan und vielen anderen Ländern. Meist setzten sie in kleinen Booten von der Türkei auf griechische Inseln über und zogen später weiter nach Mittel- und Nord-Europa. Noch immer befinden sich aber rund 110'000 registrierte Asylsuchende, Flüchtlinge und Migranten in Griechenland. Die Lager auf den Inseln sind nach wie vor komplett überfüllt und die Flüchtlinge dort leiden.
    Die Flüchtlinge aber, die aufs Festland verlegt wurden und sich in einem Asylverfahren befinden, leben inzwischen deutlich besser. Es sind rund 90'000. Mit Geldern der EU wird ihnen geholfen. Einzelpersonen erhalten bis zu 150 Euro im Monat, Familien rund 400. Mehrere Tausend Wohnungen wurden für Flüchtlinge angemietet. Viele Kinder können zur Schule gehen und viele Kranke erhalten Pflege.
    Die Reportage aus Athen zeigt, was inzwischen funktioniert und woran es immer noch hapert.
    29 min
  • Brennertunnel: Im Berg entsteht Europa, draussen wird gestritten
    Am Brenner entsteht der längste Eisenbahntunnel der Welt. Er soll den Güterverkehr von der Strasse auf die Schiene holen. In Bayern aber regt sich entschlossener Widerstand gegen den Bau einer Brenner-Zubringerstrecke. Im Tunnel wird gebohrt. Der Streit um die richtige Verkehrspolitik geht weiter.
    Der Lastwagenverkehr am Brenner nimmt immer weiter zu. Im letzten Jahr fuhren knapp 2.5 Millionen Lastwagen über den Brenner. Das Mass des Erträglichen sei überschritten heisst es im österreichischen Bundesland Tirol. Bei 13 Güterkategorien hat das Tirol Lastwagen-Transitverbote verfügt. Diesen Januar hat Tirol die Schrauben mit neuen LKW-Verboten noch einmal angezogen.
    Ministerien und Transportverbünde in Italien und in Deutschland bereiten eine Klage am Europäischen Gerichtshof vor. EU-Kommissarin Adina Valean hat für einen Eklat gesorgt. Für den Fall, dass das Tirol seine Lastwagen-Fahrverbote nicht aufhebe, empfahl sie Österreich den EU Austritt.
    Zugleich protestieren Bürger in Bayern und in Italien gegen neue Eisenbahntrassen und gegen neue Bahnverlad-Terminals. Doch die braucht es, damit der Brenner Basistunnel seine volle Wirkung entfalten kann.
    Ganz anders im Tunnel drin. Die Kosten sind im Griff, die Termine auch. Im Tunnel gelingt das, was draussen vor dessen Portalen nicht klappen will: Lösungen werden gefunden, es wird zusammengearbeitet, und das über die Ländergrenzen hinweg.
    29 min
  • USA: Der Mittelstand unter Druck
    Die Primärwahlen in den USA kommen in die heisse Phase. Wer Präsident Trump im Herbst herausfordern wird, steht wohl noch einige Zeit nicht fest. Sicher ist, dass die Demokraten um die Stimmen des Mittelstands kämpfen müssen. Denn der hat vielen Probleme: Krankenkasse, Bildung, Vorsorge. «Was kostet es, krank zu werden?» Diese Frage hat für viele in den USA immer noch einen bedrohlichen Klang. Zwar sind heute fast alle irgendwie versichert, aber meist nicht ausreichend. Die Gesundheitskosten steigen schnell, und der Zugang zum Gesundheitssystem ist noch nicht für alle und in jedem Fall garantiert. Selbst wer eine Krankenversicherung hat, muss noch oft einen hohen Selbstbehalt bezahlen. Eine ernsthafte Krankheit kann ganze Familien in den Ruin treiben. Ein ungelöstes Problem in den USA. Nicht das einzige.
    Auch das Bildungssystem ist reformbedürftig. Wer in einer armen Gemeinde lebt, hat Pech gehabt. Die Adresse entscheidet, in welche Schule Kinder geschickt werden. Unterfinanzierte Schulen aber stellen oft die Weichen für das ganze Leben: schlechte Ausbildung, prekäre Arbeitsverhältnisse, Schulden, Armut.
    Das wirkt sich aus bis ins Alter. Die meisten Rentnerinnen und Rentner können mit nach der Pensionierung mit einem Einkommen rechnen, das etwa 45 Prozent des früheren Lohns entspricht. Das ist wenig komfortabel. Der Staat fördert zwar individuelles Sparen zur Altersvorsorge, aber das ist nur jenen möglich, die am Ende des Monats noch etwas übrig haben.
    Die Sendung «International gibt einen Überblick über die Nöte der Mittelklasse.
    29 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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