Die Niederlage Norbert Hofers bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich sei ein Dämpfer für die europäische Rechte, sagten viele nach der Wahl vom Sonntag. Wirklich? Über diese und andere Fragen spricht Susanne Brunner mit dem österreichischen Schriftsteller und Literaturprofessor Josef Haslinger.Vier Anläufe und fast ein ganzes Jahr hat es gebraucht, bis Österreich einen neuen Bundespräsidenten hatte. Mit 53 Prozent der Stimmen hat der Grüne Alexander Van der Bellen am Sonntag die Wahl gewonnen. Mit 47 Prozent Stimmenanteil hat der Freiheitliche Norbert Hofer aber Menschen weit über seine Partei hinaus erreicht. Was heisst das für Österreich und für Europa? Josef Haslinger ist österreichischer Schriftsteller, Literaturprofessor und Leiter des Literaturinstituts Leipzig. Er hat unter anderem «Politik der Gefühle. Ein Essay über Österreich» geschrieben. Bereits bei der letzten Runde der Präsidentenwahlen im Mai war Haslinger Gast im Tagesgespräch. Im damaligen Gespräch war nicht klar, wer gewonnen hatte.