Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Tandemgespräch mit Delia Mayer und Gertrud Pinkus
    Welchen Blick werfen Frauen ab 50 auf sich selbst und was hat das für Frauen in Film und Theater für Konsequenzen? Frauen über 50 Jahre haben es im Theater und im Film nicht leicht. Die stereotypen Frauenbilder lassen wenig Vielfalt und Spielraum zu. Woran liegt das? Dem geht das Tandemgespräch mit Schauspielerin Delia Mayer und Filmemacherin Gertrud Pinkus auf den Grund.
    Die Regisseurin Gertrud Pinkus ist nach ihrer Ausbildung zur Bühnenbildnerin in den 80erjahren zum Film gekommen und hat zahlreiche preisgekrönte Filme realisiert, darunter «Anna Göldin – letzte Hexe» nach dem gleichnamigen Roman von Evelyne Hasler. Sie ist heute 75 Jahre alt und hat sich in den letzten Jahren eine Strategie zurecht gelegt, wie sie unabhängig und selbstbestimmt im Filmbusiness existieren kann.
    Im Tandemgespräch trifft sie auf die Schauspielerin und Sängerin Delia Mayer. Die 52jährige Zürcherin verkörpert im Schweizer Tatort noch bis Ende Oktober die Kommissarin Liz Ritschard. Derzeit steht sie in der Titelrolle der Claire Zachanassian im «Besuch der alten Dame» am Luzerner Theater auf der Bühne.
    Im Tandemgespräch beleuchten die beiden Filmfachfrauen die Frage, mit welchen Frauenbildern sie konfrontiert sind, wie sie damit im Arbeitsalltag umgehen und wann einem die Gesellschaft sagt, dass man alt ist.
    50 min
  • Tom Segevs alternativer Blick auf die israelische Geschichte
    Die israelische Geschichte neu erzählen und Mythen dekonstruieren. Das ist das Markenzeichen von Tom Segev. Die kritischen Bücher des israelischen Historikers werden deshalb im Ausland mehr gelesen als in Israel selbst. Was motiviert, weiter an einer anderen Geschichte seines Landes zu schreiben? Tom Segev gehört zu jener Generation israelischer Autoren, die als sogenannte «neue Historiker» Furore machten. Segev schreibt an einem alternativen Narrativ der Geschichte seines nun über 60jährigen Staates. Die Staatsgründung Israels 1948 bleibt den einen das grösste Wunder nach dem Holocaust.
    Segev jedoch ist an einer Heroisierung der Staatsgründer nicht interessiert. Das wird auch in seinem jüngsten Werk über Ben Gurion und den «Staat um jeden Preis» deutlich. In seinen vor allem international beachteten Büchern wie über den Sechs-Tage-Krieg von 1967 dekonstruiert Tom Segev so manchen Mythos. Vielen gilt er seither auch als Nestbeschmutzer.
    Was treibt ihn persönlich an? Was motiviert ihn, aktuell in der Schweiz zu dozieren, noch dazu auf Deutsch? Judith Wipfler und Nicole Freudiger führen mit dem Intellektuellen ein Kontextgespräch jenseits tagespolitischer Hektik. Weitere Themen: Wer ist Tom Segev? - Der israelische Publizist Tom Segev im Gespräch
    52 min
  • Literatur im Gespräch
    Literatur fürs Ohr. Immer mehr Literatur wird für die Performance vor Publikum geschrieben, nicht für die Lektüre im stillen Kämmerlein. Arno Camenisch, Noëlle Revaz und Gerhard Meister haben alle Bühnenerfahrung als Spoken Word-Performer und schreiben ihre Texte vor diesem Hintergrund. Die Expansion der Literatur auf die Kleinkunstbühnen hat eine Vielfalt an neuen Schreibstilen und Sprachformen hervorgebracht, von denen in der Sendung drei Beispiele vorgestellt werden.
    Der Berner Autor Gerhard Meister ist bisher gänzlich der Mundart und der kurzen Form verpflichtet. Sein geschriebenes Berndeutsch ist, ohne jeden traditionalistischen Schnörkel, der heutigen Umgangssprache entnommen. Entsprechend konsequent folgt diese Sprache im Sammelband «Mau öppis ohni Bombe» dem Duktus der Mündlichkeit.
    Auch der Bündner Schriftsteller Arno Camenisch geht in seinen Bergromanen vom Klang der gesprochenen Sprache aus. Sein jüngster Roman «Herr Anselm» ist ein Monolog, gehalten in dem für Camenisch charakteristischen Hochdeutsch, das stark geprägt ist von Wörtern aus dem Bündner Dialekt und aus dem Rätoromanischen.
    Die Westschweizer Autorin Noëlle Revaz schliesslich hat ebenfalls lange Jahre aktiv Spoken Word-Performance betrieben. Ihr Roman «Efina» aus dem Jahr 2009 liegt jetzt erstmals in einer deutschen Übersetzung vor. Der Text lebt zwar nicht von ausgeprägter Mündlichkeit, aber das Stakkato der kurzen Sätze, die Rhythmisierung und das Repetitive fordern beinahe, dass der Text mit Vehemenz vorgetragen wird.
    Über die neue Schreibvielfalt in der Schweizer Literatur diskutieren Literaturkritikerin Sieglinde Geisel, SRF-Literaturredaktor Julian Schütt und SRF-Mundartredaktor Markus Gasser. Weitere Themen: Arno Camenisch: Herr Anselm - Noëlle Revaz: Efina - Gerhard Meister: Mau öppis ohni Bombe
    53 min
  • Insektensterben – wie schlimm ist es wirklich?
    Zwei Jahre ist es her, seit die sogenannte Krefeld-Studie bekannt wurde. Sie zeigte, dass in den Naturschutzgebieten bei Krefeld die Masse der Insekten in den letzten knapp 30 Jahren um 75 Prozent geschrumpft ist. Seither wird weltweit über das Insektensterben debattiert – was weiss man heute? 1,7 Millionen Menschen haben in Bayern ein Volksbegehren zum Schutz der Bienen unterzeichnet. So etwas gab es noch nie. Auch in der Schweiz ist das Insektensterben zum Thema geworden, seit die erschreckenden Zahlen der sogenannten Krefeld-Studie publiziert wurden.
    Es gibt zwar auch in der Schweiz Bestandesaufnahmen verschiedener Insektenarten und eine rote Liste der bedrohten Insektenarten, aber vergleichbare Untersuchungen wie in Krefeld gibt es nicht. Der Schweizer Bauernverband hat deshalb weitere Abklärungen gefordert, bevor Massnahmen gegen das Insektensterben ergriffen werden.
    Wenn man jedoch erfahrene Insektenkundler in der Schweiz fragt, dann wird die Tendenz schnell klar. Es gibt zwar Insektenarten, die vom Klimawandel profitieren und neu zuwandern, es gibt auch anpassungsfähige Insektenarten, die häufiger werden, aber die Mehrheit der spezialisierten Insektenspezies nimmt auch in der Schweiz stark ab. Insbesondere auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen, auf den Feldern und den immer intensiver genutzten Wiesen, ist die Zahl der Insekten in den letzten Jahrzehnten teils drastisch gesunken. Weitere Themen: Unterwegs mit den Heuschrecken-Spezialisten - Auf dem Feld mit der Vorzeigebäuerin
    53 min
  • Zweifach benachteiligt – schwarze Pionierinnen
    Wer erinnert sich an die erste schwarze Schweizer Nationalrätin Tilo Frey? Neuchâtel hat ihr 2019 einen Platz gewidmet. In den USA erinnern sich viele an die ehemalige Sklavin und Bürgerrechtlerin Harriet Tubman – der Platz auf der 20-Dollarnote wird ihr aber erfolgreich verweigert. Seit Juni 2019 dieses Jahres trägt ein Platz in Neuchâtel ihren Namen: «Espace Tilo Frey». Geehrt wird damit eine der 12 ersten Frauen, die 1971 in den Nationalrat eingezogen sind.
    Erinnern soll der «Tilo Frey Platz» aber auch daran, dass diese Schweizer Politikerin dunkler Hautfarbe war.
    In den USA hätte ab diesem Jahr die ehemalige Sklavin und frühe Bürgerrechtlerin Harriet Tubman auf der 20-Dollarnote prangen sollen. Eine von Barak Obama angestossene Geste der Erinnerung, die die Trump-Administration erfolgreich zu verhindern wusste. Weitere Themen: Harriet Tubman – schwarze Bürgerrechtlerin avant la lettre - Tilo Frey – erste schwarze Nationalrätin der Schweiz
    52 min
  • Fortsetzung folgte 10/10 Freiwillige Flüchtlingshilfe unter Druck
    In der «Kontext»-Sommerserie «Fortsetzung folgt» gehen wir Geschichten nach, die wir früher gesendet haben. Unser Thema heute: Wie hat sich das freiwillige Engagement für Geflüchtete verändert und warum geraten Freiwillige zunehmend unter Druck? Im Sommer 2015 auf dem Höhepunkt der so genannten Flüchtlingskrise war die Solidarität mit Menschen auf der Flucht gross. Viele Leute packten spontan mit an, halfen, wo sie konnten. Während die EU mit der Situation überfordert schien, sprangen die Freiwilligen in die Bresche. Mal mehr, mal weniger professionell. «Willkommenskultur» war das Wort der Stunde.
    Und heute? «Kontext» fragt, wie ehemalige Freiwillige auf ihr Engagement zurückschauen und warum Freiwillige zunehmend unter Druck geraten, ja manche gar vor Gericht landen? Weitere Themen: Über das Helfen. Was tun angesichts der unheimlichen Not Anderer? - Menschlichkeit unter Druck?
    56 min
  • Der Mainstream
    Wie hat man in der Schweizer Musiklandschaft Erfolg? Indem man einen wie auch immer gearteten Mainstream anstrebt - oder indemman aus der Nische heraus operiert? Wer in der Musik Erfolg hat, der gehört dem Mainstream an. Ein Grundsatz, den man in Varianten immer wieder hört. Aber: stimmt das überhaupt? Am Tag, an dem die Schweizer Musikpreise verliehen werden, fragen wir, was «Mainstream» ist, ob man in einem kleinen Land wie dem hiesigen notwendigerweise diesem Mainstream angehören muss, um Erfolg zu haben, ob es Erfolg nach Rezept gibt und wieviele Kompromisse man eingehen muss. 
    Zu Gast bei Eric Facon sind die junge Singer/Songwriterin Martina Linn, der Musiker Dodo, der Steff La Cheffe und Lo & Leduc produziert hat – und schliesslich Büne Huber, der Kopf von Patent Ochsner.
    50 min
  • Künste im Gespräch – Identität zwischen Erinnern und Entschwinden
    Mahmoud Dabdoub, als palästinensischer Flüchtling im Libanon aufgewachsen, kam 1981 zum Fotografie-Studium nach Leipzig und richtete seine Kamera auf ganz alltägliche Szenen. Die Schauspielerin Nikola Weisse erzählt in «Vaters Aktentasche» Geschichte und Flucht ihrer Familie 1945 aus Pommern. Mahmoud Dabdoub, als palästinensischer Flüchtling im Libanon aufgewachsen, kam 1981 zum Fotografie-Studium nach Leipzig. Er fotografierte den Alltag in der DDR, mit einer ungewöhnlichen Zugewandtheit und Wärme. Mit der Wende kam ihm sein Sujet abhanden. Wie wurde er damals Teil dieser DDR? Wie beschreibt er seine Identität? Und: Wie hat sich sein Blick heute verändert? Dies ein weiterer Teil unserer Wendebiografie-Serie.
    Nikola Weisse ist 1945 mit ihrer Familie aus dem damaligen Pommern in Richtung Westen geflüchtet. Anhand von Fotos, Briefen, Büchern Zeitungsartikels aus dieser Zeit, rekonstruiert die heute 78-jährige Schauspielerin die Geschichte dieser Flucht. Weitere Themen: Wende-Serie: Der Fotograf Mahmoud Dabdoub - Schauspielerin Nikola Weisse auf Erinnerungsreise
    52 min
  • Magellan vor 500 Jahren: Als die Welt zur Kugel wurde
    Am 20. September 1519 bricht der portugiesische Seefahrer Fernando Magellan im Auftrag der spanischen Krone zur ersten Weltumseglung auf. Die epochale Reise gerät zum Desaster, erbringt jedoch den empirischen Nachweis für die Kugelgestalt der Erde – und fasziniert bis heute. Buchhinweise:
    Raoul Schrott: Eine Geschichte des Windes oder von dem deutschen Kanonier, der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal. Carl Hanser Verlag 2019.
    Stefan Zweig: Magellan. Der Mann und seine Tat. Fischer Taschenbuch, zahlreiche Auflagen.
    Christian Jostmann: Magellan oder die erste Umsegelung der Erde. C.H. Beck 2019. Weitere Themen: Zum ersten Mal um den Erdball - Der Blick des einfachen Kanoniers an Bord - Faszination Magellan
    54 min
  • Reisen ohne Reue – Wie funktioniert nachhaltiges Reisen?
    Bald sind Herbstferien. Im Zug der Klimadiskussion ist auch die Kritik am Reisen lauter geworden. Insbesondere der Flugverkehr steht am Pranger. Das Wort «Flugscham» macht die Runde. Nachhaltiges Reisen lautet eine Antwort. Dem Tourismus, der bloss auf hohe Gäste- und Passagierzahlen aus ist, steht die Idee des nachhaltigen Reisens gegenüber. Dieses Reisen reagiert nicht nur auf die Klimaveränderung und auf Müllberge an Stränden. Es beinhaltet auch den Respekt vor den Menschen in der Feriendestination, die Forderung nach fairen Löhnen und allgemein besseren Sozialstandards für Arbeitskräfte in der Tourismuswirtschaft.
    «Kontext» liefert Zahlen und Fakten, unternimmt einen Selbstversuch, und Christine Plüss von «fair unterwegs» und Roland Schmid vom Schweizer Reise-Verband diskutieren darüber, wer worauf achten kann und was die Reisenden und die Tourismuswirtschaft bewirken können. Weitere Themen: Kniffliger Selbstversuch - Grosse Branche, grosse Emissionen - Was tun?
    56 min

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