Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Zeichnend das Leben festhalten. Der Comic-Autor Joann Sfar
    Der 1971 geborene Joann Sfar gehört zu den prominentesten Persönlichkeiten der französischen Comic-Szene. Nun widmen sich das Comicfestival «fumetto» und eine Basler Ausstellung seinem Werk. Wie Sfar funktioniert, ist Thema für Kontext. «Die Katze des Rabbiners» machte Joann Sfar international bekannt. In dieser Comic-Serie disputiert ein Kater mit einem Rabbiner und nimmt mit spitzfindigem Witz die jüdische Theologie auseinander. Das ist kein Zufall: Joann Sfar ist Jude und hat nicht nur eine Kunsthochschule besucht, sondern auch Philosophie studiert. Diese Mischung ist der Humus für Sfars fruchtbar in alle Richtungen wucherndes Werk.
    Der Comicautor ist ein überschwänglicher Erzähler, dessen Geschichten beim Zeichnen entstehen, spontan und improvisiert. Daneben schreibt Joann Sfar auch Romane, dreht Filme, darunter das preisgekrönte Biopic «Gainsbourg» über den französisch-jüdischen Musiker, und er mischt sich als Intellektueller in aktuelle Debatten ein, ob es nun um Antisemitismus geht, um islamistischen Terror oder die Meinungsfreiheit. Weitere Themen: Joann Sfar im Kontext der aktuellen Comic-Szene - Auf der Suche nach dem geheimen Code der Existenz - Von Kerkern, Leinwänden und Fernsehpodien
    53 min
  • Künste im Gespräch: «Les dames», Kurt Cobain, Iran. Avantgarde
    Der Schweizer Dokfilm «Les dames» über fünf sechzigjährige Frauen versprüht viel Lebenslust. Vor 25 Jahren erschoss sich Kurt Cobain, Ikone der vielbeschworenen «Generation X». Die Ausstellung «A Utopian Stage» in Berlin erinnert an den künstlerischen Aufbruchs im Iran der 1960er-/1970er-Jahre. Stéphanie Chuat und Véronique Reymond aus Lausanne sind ausgebildete Schauspielerinnen. Seit der Jahrtausendwende schreiben und inszenieren die beiden gemeinsam Stücke und Filme. 2011 gewannen sie mit dem Spielfilm «La petite chambre» den Schweizer Filmpreis. Ihr jüngster Dokumentarfilm «Les dames» wurde mit seiner Premiere am Dokumentarfilmfestival in Nyon zu einem Westschweizer Publikumsliebling. Jetzt machen sich die fünf sechzigjährigen Frauen von «Les dames» mit ihrer Lebenslust, ihrer Skepsis, ihrer Melancholie und ihrem Optimismus auf, auch die Deutschschweizer Leinwände zu erobern. Im Gespräch mit Michael Sennhauser erzählen die Filmemacherinnen davon, wie man so einen Dokumentarfilm besetzt, wie man die Geschichten erzählt und wie sie es schaffen, gleichzeitig Nähe und Distanz zu halten.
    Der Song «Smells Like Teen Spirit» gilt noch heute als Blaupause der zeitgenössischen Gitarren-Musik. Aggression, Angst und Verzweiflung treffen hier so vehement aufeinander, wie man es in der Popmusik zuvor nur selten gehört hat. Spätestens damit avancierte Kurt Cobain wider Willen zum Repräsentanten der vielbeschworenen «Generation X», der «Lost Generation», die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt und ihr geringes Einkommen in CDs, Konzerte und Flanellhemden investierte. Doch was macht Nirvana eigentlich musikalisch aus? Ein Reality-Check der Nirvana Songs 25 Jahre nach Cobains Tod.
    Es war ein internationaler Treffpunkt für die künstlerische Avantgarde: Im iranischen Shiraz trafen sich 10 Jahre lang die Komponisten, Theatermenschen und Gestalterinnen aus Ost und West, bis die islamische Revolution das Festival verbot. Das Festival of Arts in Schiras-Persepolis fand nur während 10 Jahren statt, zwischen 1967 und 1977. Doch in der Zeit seines Bestehens avancierte es zur wichtigen Plattform fu?r transnationalen, experimentellen Austausch von Kreativität und Wissen. Es versammelte die Ku?nstlerinnen und Musiker aus der ganzen Welt, darunter wichtige Figuren der musikalischen Avantgarde wie Iannis Xenakis, John Cage und Karlheinz Stockhausen. Weitere Themen: «Les dames» - ein Westschweizer Dokumentarfilm erobert die Herzen - Nevermind auf ewig: zum 25. Todestag von Kurt Cobain - Persepolis: utopische Bühne für die Avantgarde
    55 min
  • Kinderbuchmesse Bologna – Gastland Schweiz
    Die Schweiz ist in diesem Jahr Gastland an der Kinderbuchmesse Bologna, der weltweit bedeutendsten Fachmesse für Bilder-, Kinder- und Jugendbücher. Wie präsentiert sich die Schweiz? Was erleben Schweizer Illustratorinnen und Illustratoren an der Messe? Noëmi Gradwohl ist für Kontext vor Ort dabei. Kinderbücher begleiten uns ein Leben lang, sei es als Kind, später als Eltern oder Grosseltern. Wir tauchen ein in die Bildwelten, lassen uns von Geschichten begeistern. In Bologna findet alljährlich die weltweit bedeutendste Kinderbuchmesse statt. Hier treffen Verleger, Illustratorinnen und Autoren aufeinander. Während vier Tagen handeln sie mit Lizenzen und lassen sich für neue Buchprojekte begeistern.
    Die Schweiz ist in diesem Jahr Gastland und zeigt die reichhaltige Schweizer Illustrationsszene in der Ausstellung «ABCH»: 26 Künstlerinnen und Künstler zeigen Schweizer Begriffe entlang des Alphabets. Der Bolo Klub ist ein Förderprojekt, das zehn junge Illustrationstalente unter seine Fittiche genommen hat. Gemeinsam haben sie Bilderbuchprojekte entwickelt, die sie in Bologna den Verlagen anpreisen wollen.
    Eine Berner und eine Bologneser Künstlerin haben für Schulen anlässlich der Kinderbuchmesse gemeinsam ein Ausmalbuch entwickelt.
    Kontext ist vor Ort in Bologna und berichtet von der Messe. Weitere Themen: Das Gastland Schweiz als illustriertes ABC - Gemeinsam Bilderbücher entwickeln mit dem Bolo-Klub - Blick einer Bernerin auf Bologna
    55 min
  • Carl Spitteler – der grosse Unbekannte
    Als erster Dichter aus der Schweiz erhielt Carl Spitteler 1919 den Nobelpreis für Literatur. Trotz der hohen Auszeichnung geriet er in Vergessenheit. Zu Unrecht. Bei keinem Schweizer Klassiker gibt es noch so viel Neues zu entdecken. Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zeichnete die Schwedische Akademie den damals gefeierten, aber auch umstrittenen Carl Spitteler (1845-1924) mit dem Nobelpreis für Literatur aus. Nicht weil er sich in seiner berühmten Rede «Unser Schweizer Standpunkt» von 1914 für Völkerversöhnung ausgesprochen hatte. Im Gegenteil: Diese Rede, die den Neutralitätsdiskurs prägte, war lange eher ein Verhinderungsgrund. Bekommen hat Spitteler den Literaturnobelpreis 1920, rückwirkend für das Jahr 1919, vor allem für sein monumentales Versepos «Olympischer Frühling», das heute allerdings nur noch wenige Spezialisten kennen.
    Carl Spitteler ist einer der eigenwilligsten Dichter, die die Schweiz hervorgebracht hat. Und zugleich einer der verkanntesten. Er hat keine literarischen Moden mitgemacht, ging immer seinen ganz eigenen Weg. 8 Jahre lang hat er im Ausland gelebt, im damals sehr weltläufigen St. Petersburg. Und als er in die Heimat zurückkehrte, hat er sich einen kritischen Blick von aussen auf die Schweiz bewahrt.
    Auf der einen Seite steckt er noch tief im 19. Jahrhundert: Er ist Weggefährte von Jacob Burckhardt, Friedrich Nietzsche und Gottfried Keller. Die literarischen Bewegungen der Moderne nach 1900, ob Futurismus, Expressionismus oder Dadaismus liessen ihn kalt. Andererseits genoss er innerhalb der psychoanalytischen Bewegung und besonders bei Sigmund Freud und C.G. Jung Kultstatus. Spitteler ist ein Autor voller Rätsel und schwer zu fassen. Aber es lohnt sich, diesen Dichter und Denker neu zu entdecken. Weitere Themen: Ein zweiter Frühling? - Der Schweiz ins Gewissen geredet - Dichter oder doch lieber Tonkünstler?
    56 min
  • 1000 Jahre mächtig – Gang durch die Geschichte eines Wahrzeichens
    2019 feiert Basel das tausendjährige Bestehen eines seiner Wahrzeichen: das Münster. Das Münster ist eines der ältesten grossen Sakralbauten der Schweiz, seine Geschichte ist unmittelbar mit dem Aufstieg Basels zur Grossstadt verbunden. Ein Gang durch 1000 Jahre Geschichte. Die Einweihung des Münsters im Jahr 1019 durch Heinrich II war eine bewusste politische Setzung, um kirchliche Gebiets- und Machtansprüche zu sichern. Sie konnte den Zerfall der bischöflichen Macht im 13. Jhd. und das Erstarken des städtischen Bürgertums jedoch nicht verhindern.
    Wiederaufgebaut nach dem Erdbeben von 1356, war das Münster 1431 schliesslich Ort des Basler Konzils und der damit verbundenen Ausrufung eines Gegenpapstes. Die Reformation setzte eine weitere Zäsur, verschieden bauliche Massnahmen durch die Jahrhunderte hindurch machten das Münster schliesslich zu dem, was es heute ist: ein beeindruckender, multifunktionaler Sakralbau, der auch zur touristischen Ikone taugt.
    1 hr 6 min
  • Literatur im Gespräch
    Ein geschäftstüchtiger Teenager, ein zynischer Bomberpilot und ein philosophierender Hund in einem Flüchtlingscamp in der Wüste. Das ist das Setting in der rasanten und witzigen Politsatire «Rote Vögel». Achtung: Dieser Roman ist alles andere als politisch korrekt. Im neuen Roman des pakistanischen Autors Mohammed Hanif gibt es keine Tabus: Mit beissendem Zynismus zieht Hanif über alles her: Die Religion, die US-Politik, die Entwicklungshelferinnen, die in Flüchtlingscamps die Seele traumatisierter Kinder erforschen.
    Ja, auch die Bewohner des Flüchtlingscamps selber schont der Autor nicht. Da geisselt er die Korruption und Geschäftemacherei. Der Roman «Rote Vögel» ist eines von drei Büchern in der Sendung Literatur im Gespräch.
    Die weiteren Neuerscheinungen sind: «Die einzige Geschichte» vom britischen Erfolgsautor Julian Barnes, ein Roman über die grosse Liebe.
    Und der Künstlerroman «Deine kalten Hände» über einen Bildhauer, der fasziniert ist von weiblichen Körpern, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Es diskutieren Sieglinde Geisel, Julian Schütt und Esther Schneider.
    Gäste: Sieglinde Geisel, Julian Schütt Weitere Themen: Rote Vögel von Mohammed Hanif - Deine kalten Hände von Han Kang - Die einzige Geschichte von Julian Barnes
    55 min
  • Literatur und Musik – zwei künstlerische Sprachen begegnen sich
    Immer wieder versuchen sich KünstlerInnen an einer musikalischen Einbettung von literarischen Texten. Sinnliche Erweiterung der Erfahrung oder unnötige Bebilderung eines Textes?  Anhand von eigenen Erfahrungen und fremden Projekten diskutieren die Studio-Gäste, die Spoken Word-Künstlerin Ariane von Graffenried, der Lyriker Raphael Urweider und der Musiker Christian Brantschen. Weitere Themen: L’anno della valanga von Giovanni Orelli im musikalischen Gewand - Saul Williams – ein Autor zwischen allen Sparten - Die Beat Generation und Hal Willner
    56 min
  • Was ist das Publikum? Zuschauerkunst ist Lebenskunst
    Im Dunkeln sitzen und am Ende applaudieren: Das ist eine mögliche Rolle des Publikums. Und es gibt viele andere. Was der ideale, aktive Zuschauer sein könnte, damit beschäftigen sich Theaterschaffende seit Jahrhunderten. Schon Bertolt Brecht sagte, dass die Zuschauerkunst die wichtigste Kunst am Theater ist. Peter Handke konfrontierte 1966 die Zuschauerinnen mit seiner «Publikumsbeschimpfung» und im heutigen Theater sind Audiowalks, Computerspieltheater oder 1:1-Performances an der Tagesordnung.
    Die Berliner Professorin für Theaterwissenschaft Doris Kolesch erforscht das Publikum und schaut dafür (auch) in die Geschichte. Sie sagt: Die heute vorherrschende Vorstellung des Publikums geht auf ein bürgerliches Theaterverständnis zurück, das sich seit Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt hat. Welche Rolle schreiben heutige Theaterschaffende dem Publikum zu? Weshalb ist Zuschauerkunst auch Lebenskunst? Und wie verbinden sich dabei gesellschaftliche, individuelle und ästhetische Erfahrungen?
    (Erstsendung Kontext 22.11.2017) Weitere Themen: Publikumsgespräch 1: Wie individuell ist zuschauen? - Zuschauen kann man lernen - Publikumsgespräch 2: Jede historische Epoche hat ihr Publikum - Wenn der Zuschauer zum Mitspieler wird - Publikumsgespräch 3: Passives Zuschauen gibt es nicht
    57 min
  • Kontext-Tandem: Marti trifft Marti
    Andreas Marti ist Hymnologe, Andrea Marti hat als Gymnasiastin kürzlich die «Arena» moderiert. Sie heissen gleich - und doch scheinen Welten sie zu trennen: er ist einer der bekanntesten Kirchenmusiker der Schweiz, Sozialdemokrat im Herzen, pensioniert inzwischen, wenn auch immer noch höchst aktiv.
    Andrea Marti steht mit 17 Jahren am andern Ende einer Lebensspanne: kurz vor der Matur, politisch engagiert in der jungen FDP und eine von drei Jugendlichen, die kürzlich am Schweizer Fernsehen die Arena moderiert haben. Sie sind Gast bei Maya Brändli.
    45 min
  • Vor der Geburt: 9 Monate zwischen Vorsicht und Zuversicht
    Alles richtig machen! Die Sorge um das Ungeborene treibt mitunter seltsame Blüten. Manche Schwangere lassen sich durch mögliche Risiken verunsichern, andere sind tiefenentspannt. Eine Bestandesaufnahme. Frauen gelten während der Schwangerschaft als Hauptverantwortliche für das ungeborene Kind. Auf dem Weg zur Geburt können sie sich von Hebammen, einer Fachärzteschaft und Spezialisten begleiten lassen. Die Geburt gilt als natürlicher Vorgang mit Risiken. Und letztere sorgen für Verunsicherung in der Geburtsvorbereitung.
    Wie gehen Schwangere heute mit den vielen Möglichkeiten um? Wer hat welches Interesse an einer optimalen Geburt und was braucht es um diese zu gewährleisten??
    Eine Sendung über Risiken, Zuversicht und die Frage danach, ob Schwangerschaft und Geburt zu einem Geschäft mit der Unsicherheit wurde? Weitere Themen: Was sagt mir mein Bauch? - Schwangerschaft: Lupenrein, lupenreiner, am lupenreinsten - Hebamme und Gynäkologe im Gespräch
    56 min

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