Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Künste im Gespräch: ein Schelm, ein Provokateur und ein weiser Architekt.
    Wieviel Kontrolle hat man über sein Leben? Macht uns die Gesellschaft zu dem was wir sind? Was ist Eigenverantwortung? Haben wir die Dinge in der Hand oder sie uns? Ein neuer «Schelmenroman» von Ingo Schulze, der Film «The Square» und der Architekt Peter Zumthor loten diese grossen Fragen aus.«Nieder mit dem persönlichen Egoismus, nieder mit dem Privateigentum» skandiert der Maurer Peter Holtz zu Beginn des neuen Romans von Ingo Schulze «Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst». Eigentlich will er immer das Gute, was allerdings nicht immer gut geht. Wie in einem Schelmenroman irrt der Protagonist durch die Irrungen und Wirrungen Deutsch-Deutscher Geschichte, zunächst noch als glühender Anhänger des Sozialismus, dann nach der Wende verlockt von den Verheißungen des Kapitalismus: Naiv investiert er in Immobilien und wird – sozusagen aus Versehen - zum Millionär. War er das selbst? Warens die Umstände? Oder das Schicksal?Nach der Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft fragt auch Christian - Kurator und Spezialist für moderne Kunst - im Film «The Square» des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund. In seiner neuen Ausstellung veranlasst er ein soziales Experiment: Er zeichnet ein weisses Quadrat von vier auf vier Meter auf das Pflaster eines öffentlichen Platzes und erklärt: «Das Quadrat ist ein Refugium für Vertrauen und Fürsorge. Innerhalb seiner Grenzen teilen wir alle die gleichen Rechte und Pflichten». Dass dieser Satz im Kern den modernen demokratischen Sozialstaat definiert, versteht sich von selber. Und dass die Vorstellung utopisch bleibt, noch viel mehr.In die Rolle des Kurators wiederrum schlüpft der Bündner Architekt Peter Zumthor. Für die Ausstellung «Dear to me» im Kunsthaus Bregenz hat er hochkarätige Künstlerinnen und Künstler zusammengetrommelt, von Olga Neuwirth bis zum Künstlerpaar Künstlerpaar Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger. Im Interview zur Ausstellung wird der 74-jährige persönlich: Er rät dazu, den Details mehr Liebe zu schenken und auch mal konsequent Nein zu sagen. Und er erzählt davon, wie es sich anfühlt wenn einen die Dinge beherrschen und man nicht mehr die Dinge.
    Weitere Themen:
    - Ingo Schulzes deutsch-deutscher Narr
    - «The Square» - Über die Grenzen der Menschlichen Zivilisation
    - Alles, was Peter Zumthor lieb und teuer ist
    57 min
  • Sich abspalten - und was gewinnen?
    Die angestrebte Abspaltung der Region Katalonien von Spanien hat zu einer Krise geführt, die über Spanien hinausreicht - sie stellt, einmal mehr, die Frage nach Idenität und Souveränität.Noch ist sie nicht definitiv, die Unabhängigkeit Kataloniens, aber das Bestreben ist da. Und die Reaktionen aus Madrid, aus den anderen europäischen Hauptstädten, sind einhellig - niemand will diese Abspaltung. Und doch gab es auch in Europa immer wieder Sezessionen, gelungene und andere, die wieder abgeklungen sind. Die Gründe für Abspaltungen sind denn auch komplex - Christoph Keller versucht, im Gespräch mit Madeleine Herren-Oesch, Direktorin des Europainstituts, mit Sean Müller, Politologe an der Universität Bern und mit dem langjährigen Iberienkorrespondent Alexander Gschwind zu ergründen, wo sie liegen.
    57 min
  • Der Elefant im Raum: Tabus in der NS-Raubkunstdebatte
    Mit dem «Fall Gurlitt» ist das Thema NS-Raubkunst in der öffentlichen Debatte angekommen. Wem welche Bilder gehören, ist unterdessen ein wichtiges Thema und auch, ob Schweizer Museen genug tun, um NS-Raubkunst zu finden. Aber: Worüber wird in der Debatte lieber geschwiegen?Es ist einiges passiert, seit das deutsche Nachrichtenmagazin «Focus» im Herbst 2013 über Cornelius Gurlitt und seine geerbten Kunstwerke berichtete. Das Thema NS-Raubkunst ist mit dem «Fall Gurlitt» eines von öffentlichem Interesse geworden. Das hat Folgen. Eine davon: das Bundesamt für Kultur unterstützt Schweizer Museen seit 2016 darin, die eigenen Bestände auf NS-Raubkunst zu untersuchen.Doch so gross die Schlagzeilen jeweils sind, auch in der Debatte um NS-Raubkunst gibts Tabus. Was ist mit den vielen privaten Kunstsammlungen? Müssen die ihre Bestände wie die Museen untersuchen bzw. warum müssen sies nicht? Und: was ist mit dem nur hinter vorgehaltener Hand geäusserten Vorwurf, dass die Rückgabe von Raubkunst auch ein Geschäft ist und manche gut daran verdienen? Kontext stellt die Fragen und sucht nach Antworten.
    Weitere Themen:
    - Das Geschäft mit dem Raubkunst-Verdacht
    - NS-Raubkunst in privaten Sammlungen
    56 min
  • Tandemgespräch aus Zürich mit zwei Pionieren aus dem Kreis 5
    Peter Brunner leitet seit zwanzig Jahren mit Erfolg das «sogar theater» im Zürcher Kreis 5. Im Tandemgespräch trifft er auf seinen Coiffeur und Nachbarn, den Filmemacher Ghamkin Saleh aus Syrien. Ein Gespräch über Pioniergeist und Gastfreundschaft.Das ehemalige Industriequartier Zürich-West hat in den vergangenen zwanzig Jahren einen beachtlichen Wandel durchgemacht. Zu verdanken ist das unter anderem Pionieren wie Peter Brunner, der 1998 in einem Hinterhof eine ausrangierte Kantine zu einem literarischen Theater umfunktioniert hat. Der 62-Jährige leitet das «sogar theater» in seiner 20. und nunmehr letzten Saison.Im Tandemgespräch trifft er auf seinen Nachbarn, den Kurden Ghamkin Saleh. Seine Karriere im Kreis 5 begann ebenfalls 1998, als er aus Syrien in die Schweiz kam. Heute besitzt der 47-Jährige die erfolgreiche Coiffeur-Kette «Saleh» und eine eigene Filmproduktionsfirma.Ein Gespräch über Pioniergeist an der Josefstrasse, über Gastfreundschaft und die Kunst, mit wenig Geld grosse Träume zu verwirklichen.
    57 min
  • Ohrenkitzel. Sounddesign in Film- und Musikproduktion
    Die Tontechnik sei dem Bild rund zwanzig Jahre voraus. Das sagt Hollywood-Sound-Designer Walter Murch. Allerdings wirkt Filmton dann am besten, wenn wir ihn nicht bewusst wahrnehmen. Bei Musikproduktionen dagegen ist es oft gerade die Irritation, welche den Hit ausmacht.Walter Murch ist ein Weggefährte von George Lucas und Francis Ford Coppola. Und einer der einfallsreichsten Sounddesign-Pioniere seit den 1960er Jahren. Mit ihm unterhält sich Michael Sennhauser darüber, wie Filmton funktioniert, warum er am stärksten ist, wenn wir ihn nicht bewusst wahrnehmen. Und warum Filmton grundsätzlich immer synthetisch ist.Im Gegensatz zum Filmton klingt die klassische Musikproduktion zunächst möglichst naturalistisch im Ohr. Aber auch das hat sich mit den technischen Möglichkeiten gewandelt. Roman Hosek hat den Musikproduzenten Darren Hayne getroffen und mit ihm über künstliche Räume und Audioeffekte gesprochen.(Erstsendung: Freitag, 25. September 2015)
    Weitere Themen:
    - Apocalypse forever? Sounddesign: Walter Murch
    - Crashkurs Audioeffekte
    56 min
  • Die russische Oktoberrevolution 1917 im Blick der Künste
    Die Russische Oktoberrevolution jährt sich dieses Jahr zum 100. Mal. Sie hat Russland grundlegend verändert und später die ganze Welt. Welche Bilder, welche Musik und welche Literatur spiegeln dieses epochale Ereignis? Und sind diese Werke glaubwürdige Zeitdokumente oder nähren sie nur den Mythos?Die Oktoberrevolution und ihre Folgen haben nicht nur das Gesicht des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt, sondern auch die Künste. Wie verarbeiten sie die Revolutionswirren? Was taugen sie als Quelle? Und wie lenken sie unseren Blick auf die Ereignisse heute?In «Künste im Gespräch» hinterfragen wir ein Foto vom Sturm auf den Winterpalast, das in die Geschichtsbücher eingegangen ist und von dessen verblüffender Entstehung eine Ausstellung in der Gessnerallee Zürich erzählt.Wir nehmen ein Ohr von Kompositionen, die den Geist der Revolution einfangen, sie verklären, sich von ihr abwenden oder ihr gedenken.Und wir nähern uns dem 600 Seiten dicken Epos «Blut und Feuer» des russischen Autors Artjom Wesjoly, der anfangs von der Revolution begeistert war, seine Hoffnungen jedoch schon bald enttäuscht sah.Drei verschiedene Künste, drei verschiedene Geschichtsverständnisse, drei verschiedene Arten die Oktoberrevolution von 1917 Weise zu bewerten.
    Weitere Themen:
    - Sturm oder Stürmchen? Wie Geschichte gemacht wird
    - Wie klingt die Oktoberrevolution? Ein musikalischer Querschnitt
    - Artjom Wesjolys epochaler Revolutionsroman
    57 min
  • «Sweet Occupation» - Die Geschichte der Feinde erzählen
    In Israel war Lizzie Doron eine Ikone. Bücher wie «Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?» sind Schulstoff. Sie erzählen vom Trauma der Holocaust-Überlebenden. Doch dann wandte sich die heute 64jährige einem anderen Trauma zu: der Besatzung. Seither ist sie in ihrem Heimatland geächtet.Schon «Who the Fuck Is Kafka», Dorons Doku-Roman über einen palästinensischen Filmemacher, fand in Israel keinen Verlag. Dem neuen Buch, «Sweet Occupation», ging es nicht anders. Es entstand auf Anregung eines palästinensischen Friedensaktivisten und ist das schonungslos offene und erschütternde Dokument eines heiklen Dialogs. Bücher zum Thema:Lizzie Doron. Sweet Occupation. Aus dem Hebräischen übersetzt von Mirjam Pressler. dtv Verlag, 2017.Lizzie Doron. Who the Fuck Is Kafka. Aus dem Hebräischen übersetzt von Mirjam Pressler. dtv Verlag, 2016.
    Weitere Themen:
    - «Hinter mir die Nazis, vor mir die Araber»
    - Über die «Mathematik des Nahen Ostens» hinaus
    - Nur schon ein Gespräch bedroht die Identität
    56 min
  • «Big Business» im Weltall – wie sich die Raumfahrt verändert
    Schwerreiche Unternehmer wollen die Raumfahrt für Touristen und Geschäftsleute öffnen – mit neuartigen Raketen, die sie entwickeln. Auch die anlaufende Produktion von Billig-Satelliten zeigt: Die kommerzielle Raumfahrt erlebt einen Boom. Was geschieht da gerade und was kommt noch auf uns zu?Jahrzehntelang war die Raumfahrt eine rein staatliche Angelegenheit. Doch zunehmend steigen auch Privatunternehmen ins Weltraumgeschäft ein. Sie entwickeln mehrfach verwendbare Raketen und Satelliten aus Massenfabrikation.Die Raumfahrt soll billiger werden und damit kommerziell attraktiver als heute. «Zahlbare Raumflüge für die Massen», das ist zwar heute noch Science Fiction. Doch die ersten Satelliten im Multipack gibt es schon und 2018 soll die erste «Satelliten-Mega-Konstellation» im Erdorbit kreisen, hunderte gleichzeitig. Damit stellen sich auch alte Probleme wie Weltraumschrott neu, und neue Konfikte um die Nutzung des «New Space» sind vorprogrammiert.
    Weitere Themen:
    - Unternehmer greifen zu den Sternen
    - Einmal «Weltall und zurück», bitte
    - Am Anrollen: Satelliten im Multipack
    - Wer darf das All nutzen?
    57 min
  • Der Reichtum der Francophonie
    Was verbindet eine Autorin und zwei Autoren aus Iran, Haiti und Algerien? Sie alle schreiben auf Französisch. Unter dem Motto «Francfort en français» stellt die diesjährige Frankfurter Buchmesse die literarische «Francophonie» ins mediale Schaufenster.Man schätzt, dass weltweit 500 Millionen Menschen französisch sprechen. Die einstige «Grande Nation» hat auf dem ganzen Erdball ihre Spuren hinterlassen; und die francophone Literatur ist heute ein Spiegel der unterschiedlichsten Erfahrungen, Stimmungen, Perspektiven und Prägungen.«Kontext» pickt nicht nur vier Perlen aus diesem reichhaltigen Angebot heraus, sondern fragt nach der individuellen Beziehung zur französischen Sprache; bei den einen weckt sie schmerzhafte Erinnerungen an Sklaverei und Kolonialisation; für andere symbolisiert sie Freiheit und Unabhängigkeit.
    Weitere Themen:
    - Haiti – Dany Laferrière
    - Iran – Négar Djavadi
    - Algérien – Jean-Marie Blas de Roblès
    57 min
  • Kazuo Ishiguro erhält Nobelpreis für Literatur
    Der 1954 in Nagasaki geborene Kazuo Ishiguro, der seit seinem fünften Lebensjahr in England lebt, erhält den Literaturnobelpreis. In seinen Romanen habe er «mit grosser emotionaler Kraft den Abgrund unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt blossgelegt», begründete die Jury ihren Entscheid.Ishiguro veröffentlichte bisher acht Romane, zuletzt «Der begrabene Riese», eine Geschichte um Erinnerung und Vergessen, die in einem vormittelalterlichen England spielt. Sein Roman «Never Let Me Go» wurde 2013 verfilmt und kam als «The Remains of The Day» ins Kino.
    Weitere Themen:
    - «Alles, was wir geben mussten»
    - Ishiguro und die Literaturwissenschaft
    - Ishiguro im Gespräch
    - «Der begrabene Riese»
    57 min

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