Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Klang fühlen, Bühne hören: Inklusion in Konzert und Museum
    Niemand will sie – und doch sind sie da: Die Schwellen zu Kunst und Musik. Sie verhindern besonders bei Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen die Teilhabe am Kulturleben. Doch diese Schwellen lassen sich reduzieren: mit Engagement und viel Know-how. Kulturelle Teilhabe stellt Kulturinstitutionen vor zwei Herausforderungen: Zum einen geht es um barrierefreie Zugänglichkeit, zum anderen um Inklusion in kulturelle Prozesse. Die Barrierefreiheit ermöglicht es Menschen mit physischen und kognitiven Einschränkungen am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Sobald kulturelle Angebote zugänglich gemacht wurden, geht es in einem zweiten Schritt darum, diese so zu gestalten, dass sie für die entsprechende Zielgruppe auch attraktiv sind.
    Vieles hat sich getan in den letzten Jahren in Sachen Barrierefreiheit, nicht zuletzt angestossen vom 2004 in Kraft getretenen Behindertengleichstellungsgesetz. Seitdem versuchen immer mehr Kulturinstitutionen ein diverseres Publikum in ihre Häuser einzuladen. Es gibt Opern mit Live-Handlungsbeschreibung und Schauspielvorstellungen mit Übersetzung in Gebärdensprache – immer mehr Opern- und Theaterhäuser bieten spezielle Angebote für Menschen mit Einschränkung an.
    Und Museen bieten Sonderführungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen an. Projekte zur barrierefreien Umsetzung einer Ausstellung werden immer zahlreicher und reichen von rollstuhlgerechten Zugängen bis zu Bildbeschreibungen im Hightechformat.
    «Kontext» fragt: Wie lässt sich Barrierefreiheit und Inklusion im Museum und im Konzert ermöglichen? Und wo sind bis heute die grössten Hürden? Weitere Themen: Wie Bühnengeschehen zum Hörerlebnis wird - Museum öffne dich – Kunst ist für alle da
    53 min
  • Talk mit dem Alpenforscher Werner Bätzing über das Landleben
    Werner Bätzing, ein bekannter Alpenforscher und Kulturgeograf im deutschsprachigen Raum, befasst sich in seinem neuen Buch intensiv mit dem Landleben. Wir sprechen über das Leben auf dem Land heute, über seine Geschichte und über die Zukunft dieser Lebensform. Das Buch «Das Landleben. Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform» ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das ländliche Leben. Denn für Werner Bätzing ist klar: «In einer Zeit zunehmender Verstädterung brauchen wir eine neue Sicht auf das Landleben.»
    Ausgehend von den ersten Siedlungen vor 12 000 Jahren, erzählt er eine kleine Geschichte der Menschheit – und zwar konsequent vom Land aus betrachtet. Er beschreibt Stadt und Land als komplementäre, gleichwertige Lebens- und Wirtschaftsräume, die aufeinander angewiesen sind. Das galt zumindest bis zur industriellen Revolution im 19. Jahrhundert.
    Heute ist das Landleben oft im Hintertreffen, wirkt rückständig und wenig innovativ. Bätzing beschreibt eindrücklich, wie viele Wirtschaften, Bäckereien und Metzgereien in den letzten 30 Jahren auf dem Land schliessen mussten, weil der Betrieb sich nicht mehr lohnt.
    Das Landleben ist eine gefährdete Lebensform. Doch mit Kreativität und politischem Willen sei eine Kehrtwende noch möglich, meint Bätzing im Gespräch und präsentiert Leitideen für eine Aufwertung des Landlebens.
    Buchhinweis:
    Werner Bätzing: «Das Landleben. Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform» (C.H. Beck)
    50 min
  • Literatur im Gespräch: Plädoyer gegen das Vergessen
    Kriege töten, lassen Menschen verschwinden oder zwingen sie zur Flucht ins Exil. Das hinterlässt bei Überlebenden Wunden und Verletzungen. Oft werden diese verdrängt. Die Bücher «Vom Nachexil» und «Ein Lied für die Vermissten» thematisieren das Schweigen und erzählen wie Familien darunter leiden. Ein 10jähriger Junge aus einer wohlhabenden deutschen Familie mit jüdischen Wurzeln wird 1938 ohne Nennung der Gründe weggeschickt ins Exil. Seine Eltern verstecken ihn und seinen Bruder vor den Nazis. Er überlebt die Zeit des Nationalsozialismus. Aber er empfindet Zeit seines Lebens Verlorenheit und Scham. Der Junge ist der Autor Georges-Arthur Goldschmidt. In seinem autobiografischen Buch «Vom Nachexil» erinnert er sich noch heute, im Alter von über 90 Jahren, glasklar an den Tag des Abschieds.
    Ein anderer gleichaltriger Junge kehrt Ende des 20. Jahrhunderts aus dem Exil in Deutschland zurück in das kriegsversehrte Beirut. Er findet sich in einem Land wieder, in dem ein unheilvolles Schweigen herrscht. Es wird nicht über die vielen Menschen gesprochen, die im Krieg spurlos verschwunden sind. Im Roman «Ein Lied für die Vermissten» erzählt der Autor Pierre Jarawan, der selber libanesische Wurzeln hat, wie der Bürgerkrieg im Libanon noch heute nachwirkt, auch wenn in Beirut heftig gebaut wird und die Kriegs-Spuren an den Gebäuden langsam verschwinden.
    Die Kritikerrunde diskutiert in der Sendung «Literatur im Gespräch» über «Vom Nachexil» von Georges Arthur Goldschmidt und «Ein Lied für die Vermissten von Pierre Jarawan sowie den neu übersetzten Roman «Der USB-Stick» des französischen Autors Jean-Philipp Toussaint über die Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft.
    Gäste: Stefanie Leuenberger, Thomas Hunkeler Weitere Themen: Der «USB Stick» von Jean-Philippe Toussaint - «Vom Nachexil» von Georges-Arthur Goldschmidt - «Ein Lied für die Vermissten» von Pierre Jarawan
    53 min
  • Die Wolgadeutschen zwischen Aufbruch und Vertreibung
    Vor Jahrhunderten nach Russland ausgewandert, später von Stalin deportiert und nach der Wende in den Westen zurückgekehrt – die Geschichte der Wolgadeutschen ist voll von dramatischen Brüchen. «Kontext» beleuchtet ein vergessenes Kapitel der neueren Historie aus verschiedenen Perspektiven. Die Geschichte der Wolgadeutschen reicht ins 18. Jahrhundert zurück: Auf Einladung von Zarin Katharina der Grossen liessen sich zehntausende deutsche Siedler in Russland nieder. Ein Teil davon am unteren Lauf der Wolga: die Wolgadeutschen.
    Sie waren Bauern und Handwerker und pflegten in Nachbarschaft zu slavischen Völkern weiterhin ihre angestammte Sprache und Kultur. Nach der Revolution 1917 erklärten die Bolschewiki das Gebiet zur autonomen sozialistischen Wolgarepublik.
    1941 war damit Schluss: Stalin liess die 400'000 Wolgadeutschen nach Sibirien und in die zentralasiatischen Teilrepubliken deportieren und zerstörte die jahrhundertealte Kultur. Er bezichtigte die deutschstämmige Minderheit der angeblichen Kooperation mit Hitler.
    Im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion übersiedelten mehr als zwei Millionen Russlanddeutsche nach Deutschland. Einige Dutzend leben heute auch in der Schweiz. Weitere Themen: «Am schlimmsten ist, dass die Geschichte vergessen geht.» - Eine Geschichte von Hoffnung und Niedergang - Ein Monumentalroman der Wolgadeutschen
    54 min
  • Blinde Flecken punkto Rassismus (W)
    Vermeintlich tolerante Weisse halten sich für vorbildlich: man denkt global und ist alles andere als rassistisch. Welch arrogante Selbst-Lüge, schimpft die schwarze Britin Reni Eddo-Lodge. In ihrem Buch «Warum ich nicht länger mit Weissen über Hautfarbe spreche» entlarvt sie diskriminierende Muster. Seit Jahren ist die Journalistin und Autorin Reni Eddo-Lodge im Kampf gegen Rassismus aktiv; immer wieder hatte sie sich auf Diskussionen über Ungleichheit mit Weissen eingelassen, die partout ihre privilegierte Stellung in der Welt nicht wahrhaben wollten. Aber eines Tages platzte Reni Eddo-Lodge der Kragen und sie machte ihrer Wut in einem Blog Luft: «Warum ich nicht länger mit Weissen über Hautfarbe spreche». Der Blog verbreitete sich im Netz wie ein Lauffeuer und machte die damals 25-jährige zur Kultfigur.
    Drei Jahre später hat Reni Eddo-Lodge den Blog und weitere Texte zum Thema als Buch publiziert, «um das Gespräch – paradoxerweise – fortzusetzen». Es wurde 2018 mit dem renommierten «British Book Award» ausgezeichnet und ist auch auf Deutsch erschienen.
    Bla*Sh, das Netzwerk Schwarzer Frauen in der Deutschschweiz, lud Reni Eddo-Lodge zur Lesung nach Zürich ein und organisierte drei Rassismus-Workshops, in denen u.a. eigenes diskriminierendes Verhalten entdeckt und reflektiert werden konnte.
    Aus aktuellem Anlass wiederholen wir diesen Kontext vom 15. Mai 2019. Weitere Themen: Weisse Privilegien sichern Macht - Dem eigenen Rassismus auf der Spur
    54 min
  • Gewalt gegen Frauen, warum so viel ausgerechnet in Lateinamerika?
    Nirgends auf der Welt ist die Gewalt Frauen gegenüber so hoch und so verbreitet wie in Lateinamerika: Koloniale Vergangenheit und Drogenhandel mögen viel, aber nicht alles erklären. Ein Versuch, das Phänomen zu durchleuchten. Die Uno-Gleichstellungsorgaisation UN Women stellte in einem Bericht aus dem Jahre 2017 fest, dass Gewalt gegen Frauen inzwischen epidemische Ausmasse angenommen haben. Tatsächlich stehen diverse Länder Lateinamerikas und der Karibik in Bezug auf Frauenmorde und Vergewaltigungen an der Spitze einer makabren Statistik.
    Zwar sind die Gründe dafür in jedem Land etwas anders gelagert – aber sie haben auch viele Gemeinsamkeiten und dazu zählt, dass ein Frauenleben nicht viel wert ist. Das spiegelt sich auch in den Strafnormen gegen häusliche Gewalt, die in 24 von 33 Staaten in Lateinamerika und der Karibik nicht oder nur zögerlich durchgesetzt werden. Weitere Themen: Besuch bei den Miskitu - Gewalt in Lateinamerika – ein fatales Gemenge - Widerstand in Nicaragua ist möglich – aber nur sehr begrenzt - Widerstand ist schwierig – aber es gibt ihn
    53 min
  • Theater Basel: Bilanz einer Ära
    Eine Theaterära in Basel geht zu Ende – was ist die Bilanz, künstlerisch und für die Stadt? Das grösste Dreispartenhaus der Schweiz blickt auf eine von Erfolgen gekrönte Zeit zurück. Was waren die Leitplanken der zu Ende gehenden Ära?
    Anhand ausgewählter Produktionen diskutieren Musikkritiker Benjamin Herzog und Theaterkritiker Andreas Klaeui, was die fünf Jahre der Direktion von Andreas Beck ausmachen. Zum Beispiel eine gute Nase für aktuelle Stoffe, ein aussergewöhnliches Schauspielensemble oder die vielzitierte «Basler Dramaturgie».
    Aber war das Musiktheater ebenso erfolgreich wie die Schauspielsparte? Im Ausblicks-Interview denkt der Präsident der Theatergenossenschaft über das Theater als Durchlauferhitzer für Talente und Basel als Theaterstadt nach. Weitere Themen: Fünf Theaterjahre im akustischen Kaleidoskop - Basel als Theaterstadt
    53 min
  • Künste im Gespräch – Corbusier, Greta Bratescu, Guillaume Nicloux
    Wie beeinflusst eine Stadt das künstlerische Werk? Warum wurde die rumänische Künstlerin Greta Bratescu im Westen erst spät entdeckt und was passiert, wenn Depardieu im Kurhotel auf Houellebecq trifft? Welchen Einfluss hatte die Stadt Zürich auf das Werk von Le Corbusier? Dieser Frage geht das Museum für Gestaltung Zürich im Pavillon Le Corbusier nach. Im Zentrum steht Le Corbusier selbst und die Zeit von 1915-1965.
    Ihr internationaler Durchbruch liess auf sich warten. Erst mit 90 Jahren wurde die rumänische Künstlerin Geta Bratescu auch im Westen bekannt. Was es mit den Linien der Geta Bratescu auf sich hat und warum sie erst so spät «entdeckt» wurde, wir fragen nach.
    Was kommt heraus, wenn der Schauspieler Gérard Dépardieu im Kurhotel auf den Autor Michel Houellebecq trifft? Darüber hat der französische Filmregisseur Guillaume Nicloux einen Film gedreht «Thalasso». Weitere Themen: Zürichs Einfluss auf Le Corbusier - Geta Bratescu, spät entdeckte Meisterin der Linien - Houellebecq und Depardieu im Kurhotel
    52 min
  • Isoliert und vergessen – Schutz vor Corona schadet alten Menschen
    Diskriminierung im Alters- und Pflegeheim: Die Corona-Krise hat Heimbewohner doppelt getroffen. Als Risikogruppe sind sie besonders gefährdet an Covid-19 zu erkranken und zu sterben. Als Bevölkerungsgruppe ohne starke Lobby werden ihre Grundrechte durch die Schutzmassnahmen teilweise massiv verletzt Alte Menschen in Alters- und Pflegeheimen wurden zuerst isoliert und dann irgendwie vergessen. Während ringsherum die Corona-Massnahmen gelockert wurden, galten in den Heimen über viele Wochen strenge Regeln. Ausgangs- und Besuchsverbote, eingeschränkter Zugang zu Spitalleistungen und zu Rechtsvertretern machten und machen älteren Menschen das Leben in einer juristischen Grauzone schwer.
    Wie konnte das passieren? Warum wurden die Rechte der Menschen in den Heimen so lange und teilweise bis heute so stark beschränkt? Was lernen wir daraus vor einer möglichen zweiten Welle?
    Es diskutieren: Franziska Sprecher (Staats- und Gesundheitsjuristin), Katrin Bucher (Pflegeheim-Leiterin) und Manuel Battegay (Infektiologe und Mitglied der nationalen Covid-19 Task Force).
    53 min
  • «Plötzlich bin ich Risiko.» Risikopatient sein, was bedeutet das?
    Die Gruppe der über 65jährigen gilt als Risikogruppe. Während Gerontologen seit Jahren für ein differenziertes Altersbild kämpfen, werden die Alten und Älteren mit der Corona Pandemie plötzlich als homogene Gruppe wahrgenommen. Dabei nehmen sie diesen Schutzbedarf sehr unterschiedlich wahr.  Rund 20 % der Schweizer Bevölkerung sind über 65 Jahren alt. Sie zählen seit der Corona Pandemie zur Risikogruppe. Sie sollen sich auch nach der Lockerung der Massnahmen weiterhin schützen, um einer Überlastung des Gesundheitssystems vorzubeugen.
    Was sagen die Experten dazu? Waren und sind die strikten Massnahmen gerechtfertigt? Und was hat die Isolation mit dem Selbstbild der alten Menschen gemacht?
    Es diskutieren: Bettina Ugolini, Gerontopsychologin und Leiterin der Beratungsstelle LIA, Leben im Alter am Gerontologischen Zentrum der Universität Zürich und Tilman Slembeck, Professor für Volkswirtschaftslehre an der ZHAW. Weitere Themen: «Schongruppe» anstatt Risikogruppe - Abgeriegelt - Allein mit sich und der Kunst
    54 min

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