Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Die Jugendunruhen von 1980 in Kunst und Kultur
    Im Frühsommer 1980 herrschte Chaos auf Zürichs Strassen. Aber neben den Krawallen wurde der öffentliche Raum auch zur Bühne der Kreativität. Klaudia Schifferle machte Anti-Tussi-Dada-Punk, Stephan Eicher posierte als Noiseboy, Herr und Frau Müller erfanden zur Primetime subversives Guerilla-Theater. Es war ein Moment plötzlicher Freiheit. Die Kunst- und Musikszene war von einer seltenen Eintracht beseelt, einer unbändigen Energie, die die Ausstellung «Saus & Braus» im Museum Strauhof verdichtete. Die urbane Musik- und Kreativszene schlüpfte aus dem Ei. Ironie stand hoch im Kurs, und nach einer Sinnkrise der Jugendbewegung machte sich die Szene auf, den Hedonismus zu erkunden. Zürich feierte, Zürich tanzte, Zürich tischte raus.
    «Kontext» blickt zurück in eine Zeit, in der die Wurzeln der Schweizer Kreativwirtschaft liegen. In der man sich in illegalen Bars traf, die der späteren Liberalisierung des Gastrogewerbes den Boden ebneten. Wir fragen Bice Curiger, Suzanne Zahnd und Michael Lütscher: Was wirkt bis heute nach? Und was ist auf der Strecke geblieben? Weitere Themen: Jute statt Plastik statt Jute - Der Saft des Lebens
    50 min
  • «Züri brännt» – Die Jugendunruhen von 1980
    Am 30. Mai 1980 explodiert der Unmut von Teilen der Zürcher Jugend vor dem Opernhaus. Ein 60-Millionen-Kredit für den Opernhausumbau, über den die Stadt abstimmen soll, hat das Ungleichgewicht der Kulturpolitik offenbart. Es kommt zum «Opernhauskrawall», der den Anfang für unruhige Jahre bildet. Es fehlt an Freiräumen, an Probe- und Veranstaltungsräumen, an Geld für alternative Kultur, ja grundsätzlich an Wertschätzung für die jungen Einwohnerinnen und Einwohner . Regelmässig kommt es in der Zürcher Innenstadt zu harten Auseinandersetzungen zwischen Steinewerfern und hochgerüsteten Polizeikräften.
    «Kontext» blickt zurück auf die Zeit, als Zürich in Aufruhr war, und fragt nach den Folgen, etwa für die persönliche Biografie der Fotografin Olivia Heussler und von Achmed von Wartburg, der 1982 fürs Zürcher Stadtpräsidium kandidierte. Weitere Themen: Kairo, Punk, Tango - Mit der Kamera am richtigen Ort - Der Videochronist
    54 min
  • Literatur im Gespräch: französisch-, italienischsprachige Schweiz
    Runterfahren, innehalten, entschleunigen: Durch Corona haben wir erlebt, wie es ist, wenn die Welt plötzlich stillsteht. Die Poesie des Westschweizer Autors Philippe Jaccottet ist Entschleunigung pur. Er lehrt uns in seinem neuen Buch «Die wenigen Geräusche», die Welt anders wahrzunehmen. Ein Veilchen betrachten, den Wolken am Himmel nachschauen. Philippe Jaccottet feiert die Schönheit der Natur. Er schaut genau hin und setzt dabei auf das Unscheinbare. Es ist nicht die üppig blühende Rose, die ihm ins Auge sticht, sondern das kleine Veilchen am Wegesrand. Seine Gedichte und Gedankensplitter sind eine Meditation auf die Natur. Aber nicht nur. Es sind auch tiefsinnige philosophische Betrachtungen rund um die Frage woher etwas kommt und wohin es geht. Das betrifft auch den Autor selbst, der dieses Jahr 95 Jahre alt wird. So ist ebenso der Tod ein Thema in seinem auf Deutsch erschienenen Alterswerk «Die wenigen Geräusche». Es ist eines von drei Büchern aus der französisch- und italienischsprachigen Schweiz, das Esther Schneider mit Sieglinde Geisel und Julian Schütt diskutiert.
    Die anderen beiden Bücher in Literatur im Gespräch sind: «Neptunjahre» von Anna Ruchat, ein Erzählband über Lebensschicksale. Und der groteske Roadtripp «Vesoul 7. Januar 2015» von Quentin Mouron. Weitere Themen: Philippe Jaccottet «Die wenigen Geräusche» - Anna Ruchat «Neptunjahre» - Quentin Mouron «Vesoul 7. Januar 2015»
    48 min
  • Alexander Schaichet: Migrant, Musiker, Pionier der Zürcher Kultur
    Es war eine Pioniertat: Das Kammerorchester Zürich, gegründet 1920, wurde zum Vorbild für spätere Ensembles. Sein Gründer Alexander Schaichet musste sich gegen Widerstände behaupten. Doch zusammen mit seiner Frau, der Pianistin Irma Schaichet, gab er dem Schweizer Musikleben entscheidende Impulse. Als es Alexander Schaichet 1914 nach Zürich verschlug, war er alles andere als willkommen. «Zivilstand: Musiker» – dieser Eintrag findet sich im Register der Fremdenpolizei zum schriftenlosen Immigranten. Der Musiker schlug sich u.a. mit Unterrichten durch und erkannte bald, dass dem Musikleben der Stadt etwas fehlte: ein kleineres, agiles Orchester für alte und ganz neue Musik. 1920 gründete er das Kammerorchester Zürich, das gegen grosse Widerstände und unter finanziellen Engpässen bis 1943 bestehen konnte. Es war das erste Kammerorchester der Schweiz und eines der allerersten in Europa. Zahlreiche Kompositionsaufträge und Uraufführungen jener Jahre gehen auf sein Konto. Zusammen mit seiner Frau Irma gelang es Alexander Schaichet, dem Musikleben der Stadt frischen Wind zuzuführen. Auch als engagierter Mitbegründer von Vereinen und Berufsverbänden konnte er seinen Ideen Geltung verschaffen. Ein neues Buch beleuchtet die Persönlichkeit und das Wirken eines aussergewöhnlichen, beinahe vergessenen Künstlerpaars. Weitere Themen: Vom unwillkommenen jüdischen Emigranten zum bekannten Künstler - Das Kammerorchester – wer hat’s erfunden? - Klavierstunden bei Irma Schaichet. Dieter Ulrich erinnert sich
    51 min
  • Wertschöpfung vs. Wertschätzung: Was ist die Kultur wert?
    Das seit Wochen bestehende Veranstaltungsverbot bringt zahlreiche Kulturschaffende in existentielle Nöte. Im Kampf um staatliche Unterstützung steht die Kultur mit anderen Branchen im Wettbewerb. Was bringt uns Kunst, und was ist der Gesellschaft die Kultur wert? Die Regierungen der verschiedenen europäischen Länder unterstützen die Kulturszene in unterschiedlichem Masse. Und in der Schweiz öffnet sich die Schere zwischen festen Institutionen und der freien Szene in dieser Notzeit immer mehr. Droht ein grosses Kultursterben?
    Hinzu kommt die Unsicherheit, wann und wie Kultur wieder vor zahlendem Publikum veranstaltet werden darf. Und obwohl in diversen Studien die Wertschöpfung kultureller Institutionen bewiesen ist, werden sie nachteilig gegenüber ausschliesslich wirtschaftlich orientierten Organisationen behandelt.
    Wir wollen an einigen Beispielen und mit unseren Gästen, dem Soziologen Harald Welzer und Philippe Bischof, Direktor der Stiftung Pro Helvetia, aufzeigen, wie die Kulturschaffenden in verschiedenen Ländern unterstützt oder vergessen werden und eine Werte-Debatte jenseits der Wertschöpfung anreissen.
    Welchen Wert hat die Kultur für die Politik, für die Gesellschaft? Was ist das für ein Wert? Und wie manifestiert sich ein Diskurs darüber? Weitere Themen: Wirtschaftsmotor Kultur: Was bringen die Künste wirtschaftlich? - Blick ins Ausland
    49 min
  • Der weibliche Kanon? Musikheldinnen von Klassik bis Popmusik
    Ob Mozart, Bach oder Beethoven. Männliche Komponisten prägen den Kanon der klassischen Musikgeschichte. Doch wie sieht es mit den Komponistinnen aus, mit Isabella Leonarda oder Rebecca Saunders? «Kontext» widmet sich den fehlenden Frauen im musikwissenschaftlichen Kanon und im Konzertbetrieb. Wolfgang Amadeus, Johann Sebastian, Ludwig: Die passenden Nachnamen kennt jeder. Aber was ist mit Emilie, Mel, Rebecca?
    Weder in Schulbüchern noch in den Konzerthallen sind sie besonders präsent. Auf den Spielplänen der klassischen Konzertsäle findet man sie – wenn überhaupt – selten. Partituren, Fachliteratur? Mangelware. Aber viele Komponistinnen und Musikerinnen prägten die Welt der klassischen Musik. Überwanden Hindernisse und gesellschaftliche Zwänge, um kreativ arbeiten und veröffentlichen zu können. Einige waren zu Lebzeiten sogar sehr bekannt, gerieten nach Ihrem Tod aber in Vergessenheit.
    Auch in der Pop- und Rockmusik müssen Frauen für ihre Sichtbarkeit kämpfen. Trotz Megastars wie Beyoncé oder Lady Gaga. Auch in der Region sind Musikerinnen in Bands und auf der Bühne untervertreten. Ein Blick auf das Line-up vieler Festivals zeigt: Männer stehen auf der Bühne, Frauen im Publikum. Die Headliner sind Männer, Machos mit Gitarren.
    «Kontext» stellt verschiedene Formen einer weiblichen Musikgeschichte vor – vom Buch bis zum Film. Und wir fragen: Warum werden Komponistinnen und Musikerinnen bis heute selten in den sogenannten Kanon aufgenommen? Weitere Themen: «Komponistinnen»: Eine filmische und musikalische Spurensuche - Ein Verlag macht Furore – mit komponierenden Frauen - Streifzug statt Kanon: «These Girls»
    53 min
  • Lesen in Zeiten von Corona – die Buchbranche in der Krise
    Seit Beginn der ausserordentlichen Lage Mitte März ist die Situation der Buchbranche ernst wie nie. Verlage und Buchhandlungen verzeichnen einen Umsatzrückgang von durchschnittlich einem Drittel. Ist die Buchbranche in Gefahr? Was steht auf dem Spiel? Und welche Chancen bietet die Krise? Noch nie hat man mit Lesen so viel für die Gesellschaft tun können wie jetzt. Das «Schöne Wahre Gute» lebt und wird immer bleiben. Aber dieser Eindruck trügt. Verlage und Buchhandlungen verzeichnen einen Umsatzrückgang von durchschnittlich einem Drittel, verschieben Neuerscheinungen in den Herbst oder bringen neue Titel nur noch digital heraus. Buchmessen und Festivals sowie Lesungen, die einen Grossteil des Verdiensts eines Autors/einer Autorin ausmachen, werden abgesagt oder in weite Ferne verschoben. Der Kampf ums nackte Überleben hat begonnen. Studio-Gast ist Julia Knapp, Chefredaktorin des «Schweizer Buchhandel». Weitere Themen: Buchhandlungen im Überlebenskampf - Verlage vor dem Aus?
    51 min
  • Wie Covid-19 uns krank macht. Eine Zwischenbilanz
    Über kein Virus ist in so kurzer Zeit so viel Wissen generiert worden wie über das von der WHO so genannte Coronavirus SARS-CoV-2. Über die Krankheit Covid-19, die das Virus auslöst, sind schon unzählige Publikationen erschienen. Trotzdem ist dieses Krankheitsgeschehen noch immer rätselhaft. Zu Beginn war Covid-19 eine Lungenerkrankung. Mittlerweile ist das Krankheitsbild viel komplexer: Das Virus SARS-CoV-2 kann auch das Herz, die Nieren und Leber angreifen, ebenso das Hirn und die Nerven. Doch die Ursachen vieler Symptome und Krankheitsverläufe sind erst ansatzweise erforscht. Das Virus verhält sich anders als jeder Erreger, den die Wissenschaft kennt. Und: Manche Patientinnen und Patienten kämpfen noch immer mit den Folgen der Infektion, obwohl diese Wochen zurückliegt. Weitere Themen: «Wie eine Grippe» - Stimm- und reglos auf der IPS - Wenn Covid-19 tötet - Die Evolution einer Krankheit - Wie weiter?
    53 min
  • Globale Sprache mit Mundschutz – ist der Jazz ein Risikopatient?
    Zwei Jazzmusikerinnen und ein Jazzmusiker erzählen, warum der internationale Austausch zum Jazz einfach dazugehört – und diskutieren, ob der Jazz als Hochrisikopatient Überlebenschancen hat. Dazu blicken wir auf das Jazzfestival Schaffhausen zurück, das stattgefunden hat. Aber nur online. Die Geigerin Laura Schuler, der Schlagzeuger Florian Arbenz und die Sängerin Yumi Ito hätten alle gespielt am Jazz Festival Schaffhausen, an diesem Klassentreffen der Schweizer Jazz-Szene. Allerdings sind ihre Bands alle international besetzt mit Kollegen und Kolleginnen, die wegen Corona nicht einreisen konnten.
    Im Kontext diskutieren sie, warum eine internationale Besetzung im Jazz oft einfach dazugehört. Wie wichtig die eigene Herkunft ist in dieser Musik. Und wie sich verhindern lässt, dass Corona der Jazz-Szene zum Verhängnis wird. Denn kaum eine andere Musik ist so angewiesen auf den Live-Auftritt, so schlecht bezahlt und gleichzeitig so häufig eine Musik des internationalen Austauschs.
    Am Jazz Festival Schaffhausen gespielt hätte auch der Bassist Shane Cooper. In einer Repo erzählt er, wie sich die Musiker*innen in seiner Heimat Südafrika mit dem Virus arrangieren. Und wie er persönlich den Kopf über Wasser hält.
    Wobei es ja nicht ganz ins Wasser gefallen ist, das Jazzfestival Schaffhausen. Es hat mit reduzierter Besetzung und als Geisterfestival stattgefunden, vor leeren Rängen, und mit Streams ins Netz. Was sind da die Erfahrungen? Welche Schlüsse kann man daraus ziehen für die kommenden Monate? Das diskutiert die versierte Promo-Frau Judith Kobus, die von Köln aus Deutsche und auch Schweizer Jazzmusiker*innen managt, mit Roman Hošek, der als Produzent in Schaffhausen mit dabei war. Weitere Themen: Shane Cooper: Weiterspielen in der Krise - Schaffhauser Jazzfestival im Livestream – Bilanz und Ausblick
    52 min
  • Museen auf dem Weg in die Zukunft
    Ein Haus, eine Sammlung, wechselnde Ausstellungen. Museen sind längst mehr als das. Museen sollen heute die Gesellschaft mit ihren Fragen und Bedürfnissen spiegeln. Das bedeutet, dass die Ansprüche an Museen wachsen – von allen Seiten. Museen sollen für alle da sein. Mit breit aufgestellten Vermittlungsangeboten wollen die Ausstellungshäuser Publikum jenseits des klassischen Bildungsbürgertums ansprechen. Die Digitalisierung stellt Museen laufend vor neue Aufgaben. Und immer häufiger wird die Forderung laut, dass auch Museen ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit in Sachen Umwelt und Klima leisten müssen.
     
    Wir fragen: Wie machen sich Museen fit, um auch in Zukunft relevant zu bleiben? Weitere Themen: Geflüchtete Menschen zeigen das Museum - Ein Labor für digitale Museumsarbeit - Wie vereint man Kunst und Klimabewusstsein?
    49 min

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