Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Künste im Gespräch – Theaterfamilie, Quiltkunst und Elia Suleiman
    «What is human?» fragt eine Theaterperformance rund um das Konzept «Familie». Quilts sind nicht bloss handgemachte Steppdecken, sie können auch Kunst sein. Und der palästinensische Filmemacher Elia Suleiman demonstriert einmal mehr seine Nähe zu Buster Keaton. Das performende Duo fleischlin/meser geht in seiner neuen Produktion der Frage nach, wie Menschen das Bedürfnis nach Zugehörigkeit in eigene Abmachungen und neue Lebensformen giessen. Im Zentrum steht die Familie als gesellschaftliches Konstrukt und also die Auseinandersetzung mit persönlichen Definitionen von Familie als Ort grösster sozialer Geborgenheit. In «what is human?» kommen Performer*innen mit unterschiedlichen familiären Hintergründen mit dem Publikum zusammen. Gemeinsam werden neue Verwandtschaftsverhältnisse gedacht, entwickelt und an Ort und Stelle erlebt.
    Quilts nur als kunstvoll genähte und bestickte Decken abzutun, greift zu kurz. Mit der Quilt-Technik lässt sich durchaus Kunst machen. Das beweisen Künstlerinnen an der 7. Quilt-Triennale im Textilmuseum St. Gallen. Kuratorin Ilona Kos erklärt beim Ausstellungsbesuch, woher das Quilten kommt und warum es noch immer meist in Frauenhand ist. Und Künstlerin Judith Mundwiler, die mit dem Doris Winter-Gedächtnispreis für Innovation ausgezeichnet wurde, spricht in ihrem Atelier in Sissach über Faszination und Inspiration des Quiltens.
    Der palästinensisch-israelische Regisseur Elia Suleiman wurde bekannt mit leise komischen Filmen zum Palästina-Konflikt wie etwa «Divine Intervention» von 2002. Auch sein jüngster Film bleibt am Thema, weitet es aber aus: Palästina ist überall. Überall, wo die Menschen sich absurd benehmen. In Paris, wo plötzlich eine Reihe von Panzern durch eine Strasse fährt. Im Park, wo die Menschen mit den herumstehenden Metallstühlen, von denen es immer zu wenige hat, ein Echtleben-Reise-nach-Rom-Gebalge veranstalten. Im Gespräch erklärt der Regisseur unter anderem, warum seine Filmfigur stumm bleibt. Weitere Themen: Familie ist menschlich oder wie man zu Verwandten wird - Quiltkunst – mehr als nur gesteppte Decken aus Reststoffen - Vom Giessen des Zitronenbaums: Elia Suleimans «It Must Be Heaven»
    54 min
  • Vor 250 Jahren geboren: Friedrich Hölderlin, das gebrochene Genie
    Friedrich Hölderlin (1770-1843) zählt zu den ganz «Grossen» der deutschsprachigen Literatur. Seine Sprachgewalt ist faszinierend. Ebenso sein wechselhaftes Leben, das in der Katastrophe endete. Hölderlins Werke werden kaum noch gelesen. Zu Unrecht. Weitere Themen: Das zweigeteilte Leben - Hölderlin heute
    54 min
  • «Behüt’ dich Gott» – Leben mit dem sexuellen Übergriff
    Immer neue Fälle von sexuellen Übergriffen in der römisch-katholischen Kirche kommen ans Licht. In der Schweiz ist aktuell der Freiburger Bischof Charles Morerod in die Kritik geraten, einen entsprechenden Fall unter dem Deckel gehalten zu haben. Gleichzeitig drängen immer wieder Bücher von Betroffenen von sexuellen Übergriffen auf den Markt. Das jüngste stammt vom österreichischen Bestsellerautor Joseph Haslinger. Diesen prominenten Stimmen ist die öffentliche Aufmerksamkeit gewiss. Wie wirkt sich ein sexueller Übergriff auf das Leben der Betroffenen aus? Und wie reagiert ein Betroffener darauf, dass die Fälle auch in jüngster Zeit einfach nicht abreissen? Weitere Themen: Westschweizer Missbrauchsopfer mahnen - «Missbraucht, aber nicht zerbrochen» - Josef Haslinger: «Mein Fall»
    55 min
  • Generationenwechsel im Schweizer Filmverleih
    Die unabhängigen Filmverleiher wählen aus dem globalen Überangebot aus, was neben den kommerziellen Unterhaltungsfilmen den Weg in die lokalen Kinos findet. Bei zweien von ihnen, der Zürcher filmcoopi und dem trigon-Verleih vollzieht sich derzeit ein Generationenwechsel – familienintern. Über mehr als hundert Jahre hinweg war das Filmbusiness ein Verleihgeschäft. Die Filmproduzenten haben ihre Produkte an lokale Verleihfirmen lizenziert und die haben die Kopien wiederum an die lokalen Kinobetreiber vermietet – gegen Umsatzbeteiligung. So gab und gibt es auch in der Schweiz neben den grossen, mit den Produktions-Konzernen verbundenen Verleihern wie Warner Bros. oder Pathé, viele unabhängige und zum Teil spezialisierte Filmverleiher, welche vor allem Autorenfilme aus aller Welt an die Kinos vermieten.
    Einer von denen ist die in 1972 als Genossenschaft Filmcooperative Zürich gegründete filmcoopi. Ein anderer der 1988 gegründete trigon-Verleih, der von Anfang an auf Filme auf das Kino anderer, weniger bekannten Weltgegenden setzte.
    Sowohl bei der filmcoopi wie bei trigon vollzieht sich derzeit ein Generationenwechsel. Bei der filmcoopi – nach wie vor ein Kollektiv – tritt Yves Blösche in die Fussstapfen seines Vaters Wolfgang. Bei trigon löst Tochter Meret ihren Vater Walter Ruggle als Leiterin ab.
    Wolfgang und Yves Blösche sowie Meret und Walter Ruggle sind zu Gast bei Michael Sennhauser in Kontext. Was hat sich verändert in der Schweizer Verleihlandschaft? Was bewegt die nächste Generation, die Leidenschaft der Elterngeneration zu übernehmen, in einer Zeit, in der der klassische Filmverleih massiv unter Druck gerät durch neu und anders aufgestellte Konkurrenz wie Streaming-Dienste?
    51 min
  • Comment ça va, la France?
    Am 15. März werden in Frankreich die Stadträte gewählt. Spannend sind die Kommunalwahlen vor allem auch im Norden des Landes, wo der rechtsextreme «Rassemblement National» unter Marine Le Pen besonders viele Sympathisanten hat. Auf einer Reise durch das Land fühlen wir Frankreich den Puls. So besuchen wir die Stadt Denain in der Nähe der belgischen Grenze. Einst eine reiche Industriestadt, ist sie heute eine der ärmsten Städte in ganz Frankreich. Der Fotograf Vincent Jarousseau hat dort Menschen begleitet, die am unteren Rand der Gesellschaft überleben. Dann reisen wir weiter ins nordfranzösische Kohlerevier. Dort stehen die Zechen seit 30 Jahren still und die Industriedenkmäler drohten zu zerfallen.
    Unter grossem Einsatz gelang es jedoch einem Verein, das begehrte Weltkulturerbe-Label der UNESCO zu erlangen. Heute setzt die Region auf Tourismus, statt auf Kohleabbau. Und schliesslich gehen wir nach Loos-en-Gohelle. Eigentlich mitten im Stammland des «Rassemblement National», regiert dort seit fast 20 Jahren ein grüner Bürgermeister. Der Ort gilt als ökologische Vorzeige-Stadt. Wie ist der Wandel einer ehemaligen Minenstadt von schwarz nach grün gelungen? Weitere Themen: Den Verlierern ein Gesicht geben - Das Kohlerevier als Industriedenkmal - Die ökologische Vorzeige-Stadt mitten im Kohlerevier
    52 min
  • Künste im Gespräch – Licht-Kunst, Punk-Frau und Film-Affäre
    Künste im Gespräch beleuchtet die Licht-Kunst im Haus Konstruktiv in Zürich, widmet sich der deutschen Punk-Ikone Nina Hagen, die 65 wird, und bespricht den neuen Film «Mare» der Schweizer Filmregisseurin Andrea Štaka. Als Pionier der Lichtkunst ging der deutsche Künstler Otto Piene in die Kunstgeschichte ein, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach neuen Materialien und Techniken suchte. Das Haus Konstruktiv in Zürich widmet ihm und der Licht-Künstlerin Brigitte Kowanz eine Ausstellung.
    Als Ikone der Punk-Szene gilt bis heute Nina Hagen, die nun ihren 65. Geburtstag feiert. Ein Gespräch mit der Schweizer Sängerin Vera Kaa über die freche, schrille Göre aus Ost-Berlin, die die Neue Deutsche Welle vorwegnahm.
    Als Mutter und Ehefrau in einer Affäre mit dem Nachbarn: Eine alte Geschichte über Konvention und Begehren, neu erzählt im Film der Schweizer Filmemacherin Andrea Štaka. Weitere Themen: Zwischen Punk und Spiritualität – Nina Hagen wird 65 - Wenn Licht zu Kunst wird - Andrea Štaka und ihr neuer Film «Mare»
    54 min
  • Wem gehört das Wasser?
    Wasserkonflikte nehmen weltweit zu. Gründe sind das Bevölkerungswachstum, die Klimaerwärmung und die starke Wassernutzung. Aber auch industrielle Eingriffe wie Bergbau führen zu massiven Veränderungen. Wie wird die lebenswichtige Ressource verteilt? In Kolumbien sind es Bergbauprojekte, welche die Wasserversorgung ganzer Städte bedrohen. Die Großstädte Bucaramanga und Cúcuta beziehen ihr Trinkwasser ausschließlich aus einem Hochmoor. Bei einem geplanten Goldbergbau würden, so Experten, saure Grubenwässer das Trinkwasser derart mit Schwermetallen belasten, dass selbst moderne Aufbereitungsanlagen überfordert wären; die Städte müssten möglicherweise evakuiert werden. Kompromisse, die sowohl den «Megabergbau» ermöglichen, als auch eine akzeptable Trinkwasserversorgung sicherstellen, scheint es nicht zu geben.
    In Indonesien bedrohen Zementfabriken die Wasserversorgung. Auf der mit 140 Millionen Menschen extrem dicht besiedelten Insel Java fährt die Landwirtschaft mit sehr hohem Bewässerungsaufwand bis zu vier Ernten im Jahr ein. Besonders ertragreich sind auch die unteren Hänge gebirgiger Karstregionen, da dort aus unterirdischen Flüssen viele Quellen entspringen. Der Kalkstein der Karste jedoch wird von Zementkonzernen für die Produktion von Beton benötigt. In der Folge versiegen die Quellen; vor allem in Ost-Java sind bereits viele einst fruchtbare Ackerflächen zu öder Siedlungsfläche degeneriert. In einer der letzten intakten Karstregionen, Kendeng, leisten die Bauern erbittert gewaltfreien Widerstand.
    Aber auch in anderen Regionen der Welt ist die Wasserverteilung weder politisch noch wirtschaftlich einfach zu regeln. Die Diskussionen und Restwassermengen, Speicherseen und ökologische Auswirkungen der Wassernutzung führen auch in der Schweiz regelmässig zu Diskussionen. Weitere Themen: Kampf ums Wasser in Kolumbien - Wasser-Widerstand in Indonesien
    54 min
  • Sachbuch-Trio
    Schönheit hat einen Namen: Blau!
    Die Verschmutzung der Welt hat eine Ursache: unsere Wegwerfgesellschaft.
    Und: Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch – jedenfalls nach Ansicht des Dalai Lama. Drei ganz unterschiedliche Zugänge zur Welt im Sachbuch-Trio. Weitere Themen: Blau. Wie die Schönheit in die Welt kommt - Die Geschichte der Wegwerfgesellschaft - Wagnis und Verzicht
    52 min
  • Neutralität der Schweiz, ein Mythos? Eine Debatte
    Die Neutralität hat in der Schweizer Bevölkerung eine sehr hohe Akzeptanz, sie gilt als Identitätsmerkmal. Doch wie neutral war die Schweiz in der Vergangenheit? Und wie neutral ist sie heute? Diese Frage wurde auch jüngst im Zuge der Crypto-AG-Affäre wieder aktuell. Von den anderen Ländern rund um die Schweiz wurde die Neutralität meist respektiert. Geritzt oder gar verletzt wurde sie jeweils von innen. Dies vor, während und auch nach den beiden Weltkriegen, und sie wird es bis heute. Dabei war der Begriff der Neutralität seit Anbeginn ideologisch besetzt und wurde immer wieder neu interpretiert.
    Welchen Nutzen zog die Schweiz in ihrer Geschichte aus der Neutralität? Und wie wichtig ist die Neutralität heute noch für das Land? Darüber diskutieren die beiden Historiker Georg Kreis, emeritierter Professor für Geschichte der Schweiz, und Markus Somm, Buchautor und früherer Verleger der Basler Zeitung.
    50 min
  • Das Coronavirus räumt Schweizer Säle leer
    Das neuartige Coronavirus hat weitreichende Auswirkungen auf die Kulturszene, auch in der Schweiz. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind hierzulande seit letzter Woche und vorerst bis zum 15. März verboten. Schweizer Opernhäuser streichen Vorstellungen, Schweizer Orchester sagen diverse Konzerte ab. Viele Musizierende und Veranstalter sehen ihre Tätigkeit existenziell bedroht.
    In Kontext sprechen wir mit Betroffenen und Experten. In einer Gesprächsrunde mit Almut Wagner und Christoph Adam (der Schauspieldirektorin und dem designierten Personalchef des besonders betroffenen Theaters Basel), mit Christoph Trummer vom Berufsverband Musikschaffende Schweiz «Sonart» und mit der SRF Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner zeigen wir auf, welche ausgreifenden Dynamiken solche Konzertstreichungen und Vorstellungsabsagen auslösen.
    Wir werfen einen Blick auf Musizierende und Ensembles der freien Musik-Szene, welche teils schon unter normalen Umständen unter prekären Verhältnissen leben und arbeiten und sich jetzt durch wegbrechende Einnahmen in ihrer Berufsexistenz bedroht fühlen.
    Und wir diskutieren darüber, wie die einzelnen Akteure mit der momentanen äusserst schwierigen Situation umgehen und teils auf originelle Behelfs-Lösungen kommen. Weitere Themen: Auswirkungen für Schweizer Kulturhäuser und Freie Musizierende - Auswirkungen fürs Publikum - Massnahmen und Ausblick
    55 min

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