Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Künste im Gespräch – zweimal Musik plus einmal Kino
    Künste im Gespräch geht den Arbeitsbedigungen von Jazzmusikerinnen nach und porträtiert den im Libanon mit Auftrittsverboten belegten Musiker Firas Abou Fakher. Und: Der Regisseur Dani Levy erzählt, wie er seine Kinoversion der Känguru-Chroniken umzusetzen gedenkt. Die Känguru-Chronik ist Kult und soll jetzt ins Kino kommen. Angefragt für die Umsetzung wurde der Schweizer Regisseur Dani Levy. Im Gespräch erzählt er, wie er diese gestaltet hat. Auch der Musiker und Mit-Gründer der libanesischen Indie-Pop-Band «Mashrou Leila», Firas Abou Fakher erzählt von seiner Arbeit.
    Allerdings geht das dabei eher um die Frage, wie er trotz Auftrittsverbot im Libanon mit seiner Musik Widerstand zu leisten vermag. Auch als «Minderheiten» bezeichnen könnte man die wenigen Schweizer Jazzmusikerinnen: Doch wie gehen sie um mit diesem Status? Wollen diese Frauen überhaupt als Minderheit behandelt werden? Wie soll man über ihre Geschlechtszugehörigkeit reden und welchen Einfluss hat Gender ganz konkret auf die Tätigkeit einer Musikerin, eines Musikers? Weitere Themen: Firas Abou Fakher: «Als Musiker nimmt man Risiken auf sich» - Wie geht es Schweizer Jazzmusikerinnen? Eine Bestandesaufnahme - Dani Levy zu seiner Kinoversion der Känguru-Chroniken
    55 min
  • Ghosting – wenn die Liebsten spurlos verschwinden
    Radikale Kontaktabbrüche in Beziehungen sind so alt wie die Menschheit. Aber das digitale Zeitalter macht es einfacher, sich ohne Begründung zu verflüchtigen. «Ghosting» nennt sich dieses wachsende Phänomen, das die Liebe zur Ware degradiert. Und viele Betroffene in eine schwere Krise stürzt. Alicia lernte ihren Prinzen via Instagramm kennen; er machte ihr Komplimente wegen ihres Outfits und bald schon wurde mehr daraus: die beiden trafen sich regelmässig zu langen Strandspaziergängen, kochten gemeinsam und führten gute Gespräche. Vor einem halben Jahr tauchte er dann – ohne Vorwarnung – einfach ab. Alicia wartet noch heute vergeblich auf eine Erklärung. Und will vorderhand von Männerbekanntschaften nichts mehr wissen.
    «Dieses Schweigen ist für die Betroffenen das Schlimmste», sagt Ghosting-Expertin und Buchautorin Tina Soliman. «Denn wenn man etwas nicht versteht, kann man damit auch nicht abschliessen».
    Menschen, die so rücksichtslos mit Gefühlen anderer umspringen, werden in Fachkreisen auch «Bulimiker der Liebe» genannt: Sie stopfen unzählige Dates in sich hinein, um sie dann möglichst rasch wieder loszuwerden. Rund 50 % der Millenials sollen – gemäss Soliman – in irgend einer Form schon von «Ghosting» betroffen gewesen sein.
    Der Schriftsteller Jan Drees hat seine schlimmen Erfahrungen literarisch verarbeitet: Im Roman «Sandbergs Liebe» erzählt er von einem Mann, der auf einer Dating-Plattform ins Netz einer toxischen Beziehung geriet: eine Frau schaffte es, ihn derart zu manipulieren, dass er jegliches Selbstbewusstsein verlor. Am Schluss wählte auch sie den schnellen Abgang, löschte den Kontakt zu ihrem Profil. «Ich bin entfreundet worden, einfach so», notiert er als Bilanz. Weitere Themen: «Mein Selbstbewusstsein ist ruiniert» - «Es gibt schon Warnsignale» - Manipulation statt Liebe
    55 min
  • Hirn im Umbruch
    Wie anstrengend Teenager sein können, weiss jeder. Und jeder, der mal Teenager war, weiss auch, wie anstrengend diese Zeit aus der Innenperspektive ist. Forscher klären, was im Gehirn passiert, während wir vom Kind zum Erwachsenen reifen. Lange dachte man, das Gehirn sei ausgereift, wenn es ausgewachsen ist, also in etwa im Alter von 12 Jahren. Doch weit gefehlt: Im gleichen Mass, wie wir unsere Fähigkeiten ausbauen und zum Erwachsenen reifen, reift auch das Gehirn. Das zeigen Studien, die mit Hirnscans arbeiten. Die Teenager-Hirnforschung liefert inzwischen spannende Hintergründe für das, was so lange als sinnlos anstrengende Zeit galt. Es zeigt sich: die seltsamen Verhaltensweisen Heranwachsender - Risikofreude, experimentelle Haarfarben und extremer Musikgeschmack - machen durchaus Sinn.
    Und die Forschung bleibt nicht stehen: längst ist die nächste Generation Forscher dabei, die noch früheren Jahre der Hirnentwicklung zu durchleuchten, mit Methoden, die sie extra für Kinder entwickelt haben. Weitere Themen: Teenager-Jahre - Bunte Bilder - Kinder-Jahre
    47 min
  • Keine Mitteilung, kein Anruf, nichts – Einsamkeit
    Bei der letzten Schweizerischen Gesundheitsbefragung gaben 38.6 Prozent der Bevölkerung an, sich manchmal oder oft einsam zu fühlen. Ältere Leute, Frauen, junge Menschen zwischen 15 und 24 und Personen mit Migrationshintergrund sind dabei etwas stärker betroffen als andere gesellschaftliche Gruppen. «Guten Tag, wie geht es Ihnen? Das beschreibt meine Gespräche. Oder es geht um den Hund. Ich habe keine Kontakte.» Das sagte eine 79-jährige Frau bei unseren Recherchen.
    «In manchen Wochen bin ich privat niemandem begegnet», erzählte eine Frau Mitte 40, die eine Selbsthilfegruppe gegründet hat, um gegen das Problem anzugehen. Unser Aufruf, von Einsamkeit Betroffene möchten uns bitte ihre Geschichte erzählen, führte zu langen, bewegenden Gesprächen.
    Einsamkeit ist mitten unter uns, doch sie ist nicht sichtbar – und niemand outet sich als einsam. In Zeiten der ununterbrochenen Vernetztheit und der 24-Stunden-Gesellschaft scheint es erst recht als Makel zu gelten, wenn sich jemand allein und verlassen fühlt.
    «Kontext» hat mit einsamen Menschen gesprochen, mit der Psychiaterin Undine Lang (Universität Basel) und mit dem Gesundheitsstatistiker Oliver Hämmig (Universität Zürich). Um für einmal Licht in eine Zone der Gesellschaft zu bringen, die weitgehend beschwiegen wird. Weitere Themen: Gar keine Kontakte - Der Einsamkeitsforscher - Digitalisierung, Stadt, Narzissmus - Schule: Allein unter vielen - Ungesunde Lebensführung - Häufig umgezogen
    54 min
  • Die 70. Berlinale – Jubiläumsausgabe mit Swiss Finish?
    Die 70. Ausgabe der Berliner Filmfestspiele war zugleich die erste unter der künstlerischen Leitung des langjährigen Direktors des Locarno Filmfestivals, dem Italiener Carlo Chatrian. Die am Samstag zu Ende gehende Jubiläumsausgabe der Internationalen Berliner Filmfestspiele wurde von einem Mann verantwortet, der sich seinen Namen in der Schweiz gemacht hat: Vom Italiener Carlo Chatrian, der von 2012 bis 2018 das Filmfestival von Locarno geleitet hat.
    Und der Schweizer Film ist mit «Schwesterlein» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond – die SRG ist Koproduzentin – zum ersten Mal wieder im Berlinale-Wettbewerb vertreten, seit Ursula Meier mit «Sister» («Lenfant den haut») 2012 einen silbernen Bären gewann.
    Ob Carlo Chatrian seinen in Locarno bewiesenen Kinokunstanspruch mit seinem Einstand an der Berlinale, dem grössten Publikumsfestival der westlichen Welt, auch durchsetzen konnte, darüber diskutiert Michael Sennhauser in Kontext am zweitletzten Tag dieser 70. Ausgabe. Mit dem Berliner Filmjournalisten Peter Claus, der Chatrians Arbeit auch in seinen Locarno-Jahren stets begleitet hat. Und mit Katja Nicodemus, der ebenso unbestechlichen wir begeisterungsfähigen Filmjournalistin der «Zeit».
    49 min
  • Literatur im Gespräch
    Vom Opfer zur Täterin: Eine junge, erfolgreiche Frau löscht nach einer brutalen Vergewaltigung aus Scham ihre Familie aus. Der Roman von der französischen Autorin mit dem Titel «Scham» ist ein Schocker. Ein psychologisches Romandebut, das in Frankreich zu reden gab, liegt auf Deutsch vor. Marie ist jung, beruflich erfolgreich und mit einem angesehenen Scheidungsanwalt verheiratet. Die beiden sind glücklich und möchten eine Familie gründen. Doch dann wird Marie von ihrem eigenen Chef auf das Brutalste vergewaltigt. Aus Scham und Schock verschweigt Marie die Tat. Als sie schwanger wird, glaubt sie, dass sie das Kind ihres Vergewaltigers in sich trägt. Die Autorin Inès Bayard schildert, wie Marie mit ihrem misshandelten Körper nicht mehr zu Rande kommt und ihr Eheglück daran zerbricht.
    Sie ekelt sich vor ihrem eignen Körper, aber auch vor jeder Berührung ihres Mannes und sogar vor ihrem Kind. Wie kommt es zu einer solch drastischen Reaktion und wie schildert die Autorin den Gefühlszustand einer Frau nach der Vergewaltigung. Darüber diskutiert die Kritikerrunde mit Felix Schneider, Simon Leuthold und Esther Schneider.
    Weitere Titel in der Sendung Kontext mit Literatur im Gespräch: Der autobiografische Kultroman «Chelsea Girls» von der US-Amerikanischen Dichterin Eileen Myles und «Serpentinen» vom deutschen Autor Bov Bjerg.
    Gäste: Felix Schneider und Simon Leuthold Weitere Themen: »Scham» von Inès Bayard - «Serpentinen» von Bov Bjerg - «Chelsea Girls» von Eileen Myles
    55 min
  • Frauen zählen in der Literatur: Aktionismus oder Notwendigkeit?
    Im Literaturangebot der Verlage sind Frauen in der Unterzahl: Das kritisieren die Initiantinnen der Aktion #vorschauenzählen. Was sind die Gründe für das Ungleichgewicht, das aktuelle Zahlen zeigen? Wer ist gefordert, etwas zu verändern? Die Kontext-Debatte. In der Literaturwelt gibt der feministische Hashtag #vorschauenzählen Anlass zu Debatten. Die Initiatorinnen riefen dazu auf, den Frauenanteil in den aktuellen Frühjahrsvorschauen der Verlage zu zählen und publik zu machen. Die Statistiken zeigen: Insgesamt erscheinen weniger Bücher von Autorinnen als von Autoren. Je höher das Prestige eines Verlags, desto weniger Frauen seien in der Regel im Programm, so die Kritik.
    Die Aktion polarisiert: Auf der einen Seite ist von «Aktionismus» und «Genderaufsicht» die Rede, auf der anderen von «Sexismus» und «struktureller Diskriminierung». Weshalb sind Autorinnen in vielen Programmen untervertreten? Wo könnte man ansetzen, um eine bessere Ausgewogenheit zu erreichen? Sind vor allem die Verlage gefordert, die Autorinnen, die Medien oder das Publikum?
    Darüber diskutieren die Verlegerin Anne Rüffer vom Zürcher Sachbuchverlag rüffer & rub, die Autorin Janet Clark, Mitinitiatorin des Projekts #frauenzählen und Detlef Felken, leitender Lektor beim Verlag C.H.Beck in München.
    50 min
  • Wenn das Warten aufs Visum zur Nervenprobe wird
    Die indische Tanzkompagnie oder der Performer aus Kairo: Internationale Gastspiele machen das Schweizer Kulturangebot reicher. Das Beschaffen der notwendigen Visa für den Auftritt ist für Künstlerinnen und Veranstalter allerdings zunehmend aufwändig. 2008 hat die Schweiz das UNESCO-Abkommen zum Schutz und der Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen ratifiziert. Darin heisst es, dass Künstler und Kulturschaffenden aus sogenannten Entwicklungsländern ein erleichterten Zugang zum europäischen Kunstmarkt gewährt werden soll.
    Die Realität sieht oft anders aus: Um ein Visum zu bekommen, müssen gerade Künstler und Künstlerinnen aus Drittstaaten viele bürokratischen Hürden nehmen und sind oft bis zur Ausreise nicht sicher, ob ihr Visum rechtzeitig ankommt. Auch auf der Seite der Veranstalter bedeutet die Einladung von Künstlern und Künstlerinnen aus dem globalen Weltsüden viel Aufwand.
    Mauro Abbühl beobachtet den internationalen Kulturaustausch seit mehr als 20 Jahren. Sein Büro für Kulturkooperationen «artlink» hat für die Schweizer Koalition für die kulturelle Vielfalt eine juristische Studie erarbeitet, die das Visumverfahren für Kulturschaffende ausserhalb des Schengenraums untersucht. Er ist Gast im Studio. Weitere Themen: Kein Auftritt ohne Visum - Unter Zeitdruck: Die Sicht der Kulturveranstalter
    53 min
  • Tschau Svizzera – Migranten verlassen die Schweiz
    Immer mehr Migrantinnen und Migranten kehren der Schweiz den Rücken. Die Zahl der RückkehrerInnen hat sich in den vergangenen zehn Jahren knapp verdoppelt. Oft ist vom Einwanderungsland Schweiz die Rede, doch die Schweiz ist auch ein Auswanderungsland. Immer mehr Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit verlassen die Schweiz. Ihre Zahl ist von 2008 bis 2018 von 58'000 auf 98'000 Menschen gestiegen. Einige suchen ihr Glück andernorts, die meisten kehren in ihre Herkunftsländer zurück.
    Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Manche fühlen sich in der Schweiz sozial ausgegrenzt oder finden keine Arbeit mehr. Andere kehren zurück, weil sich die Situation in ihrem Herkunftsland verbessert hat, die Pensionierung bevorsteht oder sie genügend gespart haben.
    Der Trend ist auch Ausdruck von einem neuen Verständnis von Mobilität, wo Heimat im Plural gedacht werden muss und Migration als dynamischer Prozess.
    Studiogast: Anita Manatschal ist Assistenzprofessorin am Swiss Forum for Migration an der Universität Neuenburg und Projektleiterin bei NCCR on the move – the migration-mobility nexus. Sie forscht seit mehreren Jahren zu Migrantinnen und Migranten in der Schweiz. Weitere Themen: «Ich rentiere nicht mehr» - Lebensplan: Auswandern, um zurückzukehren - «Ich bleibe immer der Deutsche»
    54 min
  • Die Herren des Wissens - Wissen und Macht in Zeiten des Umbruchs
    Wissen und Macht können nicht ohne einander. Ein radiophoner Streifzug von den Priestern im alten Babylonien bis zu den Herren der Algorithmen von heute. Wissen: Wer es hat, befiehlt. Wer befiehlt, hat es. Wissen flottiert nicht. Es ist immer Teil von Machstrukturen. Das wird in Zeiten des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs besonders deutlich.
    Wenn neue Mächte alte ablösen, wird das Wissen, werden die Wissenschaften und jene die sie betreiben schnell einmal zum strategischen Spielball, zum formbaren Prestigeobjekt oder zum Fremdkörper, den es zu beseitigen gilt. Zugleich bringt Wissen immer wieder auch neue Machtbeziehungen hervor.
    Eine Geschichte der Menschheit und deren Umgang mit Wissen und Wissenden. Weitere Themen: Herren des Wissens – Diebstahl und Verlust von Wissen und Macht - Portrait des vorkolonialen Königreichs Kuba im heutigen Kongo - Kulturen des Wissens im afrikanischen Mittelalter
    55 min

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