In "Die Tigerin“, Walter Serners einzigem Roman, schließen Henry Rilcer und Bichette Thaller einen Pakt: Um der Leere zu entkommen, beschließen sie, sich zu lieben - jedoch ohne sich dabei etwas "vorzumachen“. Liebe soll bei ihnen ein Konstrukt ohne störende Gefühlsausbrüche sein. Man kann den Roman als gesellschaftskritischen Blick auf eine Generation der Langeweile lesen, die nicht mehr an das Gute im Menschen glaubt.
rbbKultur und das Literaturhaus Berlin suchen in diesem Jahr moderne Liebesgeschichten, die den Spielarten der Liebe ähnlich kritisch und satirisch begegnen und freuen sich auf eine literarische Auseinandersetzung mit den Partnerschaftsmodellen unserer Zeit in all ihrer Vielfältigkeit. Anne-Dore Krohn über den Walter-Serner-Preis 2022.