Wenn Gisèle Pelicot – die Frau, die von ihrem Mann jahrelang betäubt und vergewaltigt sowie fremden Männern bewusstlos zur Vergewaltigung ausgeliefert wurde – ihre Memoiren schreibt und diese "Eine Hymne an das Leben" nennt, dann lässt das staunen. Vor anderthalb Jahren hat Gisèle Pelicot die Welt schon einmal zum Staunen gebracht, als sie entschieden hat, den Vergewaltigungsprozess gegen ihren Ex-Mann und die 50 weiteren Angeklagten in Avignon öffentlich und damit zu einem Jahrhundertprozess zu machen. Alle Welt sollte die Augen auf die Täter und die Videos der Vergewaltigungen richten. Denn: "Die Scham muss die Seite wechseln." Nicht die Opfer, sondern die Täter sollten sich schämen. Heute erscheinen Gisèle Pelicots Memoiren weltweit in 22 Sprachen. Sarah Murrenhoff hat sie schon gelesen.