Morgenimpuls
Download on the App Store

Morgenimpuls episodes

  • Tragen wir Christus im Herzen
    Tragen wir Christus im Herzen
    Wenn man den Kölner Dom durch den Eingang des Südquerschiffes betritt, haut es einen fast um. Da steht an einer Säule die riesige Figur des Christophorus – des Christusträgers. Er durchschreitet einen Fluss, stützt sich auf einen großen Stab und trägt auf seinen Schultern ein kleines Kind. Aber wenn es nur ein kleines Kind wäre, würde man nicht im Gesicht des Christophorus die unglaubliche Last und Schwere der Aufgabe ablesen können. Er trägt den Weltenrichter mit der Weltkugel in der Hand – Christus.
    Die bekannteste Legende um Christophorus ist hier dargestellt: Er wollte, wenn schon, nur dem höchsten Herrn dienen – Christus und hat deshalb gelobt, alle die es brauchten, über den reißenden Fluss zum anderen Ufer zu tragen. Und eines Tages fragt dieses kleine Kind und er lacht und es ist ihm klar, dass das ein Spaziergang wird. Aber dieses Kind wird schwerer und schwerer und beide erreichen das rettende Ufer mit letzter Kraft. Das Kind drückt ihn noch unter Wasser und tauft ihn so. "Mehr als die Welt hast du getragen", sagt das Kind zu ihm, "der Herr, der die Welt erschaffen hat, war deine Bürde". Und von nun an wird er ein Diener Christi. Soweit die Legende.
    Aber der heilige Christophorus wird sehr verehrt und hat auch heute noch für viele Menschen zumindest eine symbolische Bedeutung. Er ist der Patron der Reisenden. Darunter fallen natürlich auch die Autofahrer. Deshalb lassen Menschen ihr Auto in seinem Namen segnen oder haben eine Plakette in ihrem Fahrzeug. Sie auch? Vor den Ferien ist es in vielen Gemeinden üblich, die Fahrzeuge zu segnen und um eine glückliche Ankunft zu beten. Die Kundenzeitschrift der Sportwagenmarke Porsche ist nach Christophorus benannt, ebenso heißen die Rettungshubschrauber des ADAC "Christoph" und in Bayern wird die "Christophorus-Medaille" an Lebensretter verliehen.
    Tragen wir selbst auch heute Christus im Herzen und zu den Menschen die mit uns leben und arbeiten.
    3 min
  • Musik berührt Herz und Seele
    Musik berührt Herz und Seele
    Im Sommer sind immer und überall viele Feierlichkeiten und wir werden überschüttet mit Einladungen: Schützenfeste, Kirchweihfeste, Begegnungsfeste im Kinderheim, Sommerfest im Kinderhospiz, Geburtstag neuer Gruppen, Namenstag der Oberin und so weiter. Und ich versuche, mit steigendem Vergnügen dorthin zu gehen und mit zu feiern. Sich Begegnen, andere Leute kennenlernen, zusammen essen und trinken, manchmal gibt es ein Programm mit Liedern und Texten und es gibt Spiele und Tänze und Tombolas mit Überraschungen.
    Manchmal merkt man mittendrin, dass es eine wunderbare Liturgie ist und das Fest einem schönen Gottesdienst sehr ähnlich ist. Und das ist es ja auch wirklich. Zusammenkommen und miteinander singen, reden, Texte hören, sich austauschen, essen und trinken. "Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen", heißt es nicht für umsonst im Matthäusevangelium und ganz oft spüren wir das auch.
    Warum ist es dann in unseren Sonntagsgottesdiensten so leer und langweilig? Vielleicht weil die Rituale so festgefahren sind, dass sie nicht mehr ansprechen und viele auch nicht mehr verstehen, warum was wann wie gemacht wird. Am Schützenfestmontag um 8.00 Uhr war unsere Kirche rappelvoll und ein Marinemusikkorps hat die Stücke und Gesänge gespielt. Es war echt berauschend und erhebend und begeisternd. So sehr, dass der Pfarrer am Ende meinte, ob sie nicht jeden Sonntag kommen könnten, damit die Eucharistiefeiern immer so voll und so schön seien.
    Vor Jahrhunderten sind die Leute wegen der Musik von Bach in die Kirche geströmt, später wegen der Mozartmessen, danach wegen vieler anderer Trends zu Musik und Gesängen. Musik berührt Herz und Seele nochmal anders und lässt uns glücklich und erfüllt werden. Sie ist eine der wunderbaren Erfindungen Gottes, die er seinen Menschen geschenkt hat. Kommen Sie heute mit einem Lied auf den Lippen gut in den Tag und feiern Sie auch mitten im Alltag ab und an ein kleines Fest.
    3 min
  • Apollinaris und die Rheinkirmes
    Apollinaris und die Rheinkirmes
    In Düsseldorf findet zurzeit die Rheinkirmes statt. Erst habe ich ein bisschen überlegt, wo denn am Rhein eine Kirchweihmesse stattfindet. Aber dank Internet habe ich dann erfahren, dass die Kirmes früher Apollinariskirmes hieß nach dem gleichnamigen Heiligen. Da man aber diesen Namen nicht so gut vermarkten kann und den ja sowieso kaum einer kennt, heißt es eben seit den siebziger Jahren Rheinkirmes. Auf der Website dieser Kirmes kann man dann die Erklärung lesen:
    "Das Wort 'Kirmes' geht auf das mittelhochdeutsche 'Kirmesse' zurück, dass aus 'Kirchmesse' entstanden ist. Die 'Kirmesse' bezeichnete die Messe, die zur Einweihung einer Kirche abgehalten wurde. Sie war zugleich die Bezeichnung für die jährliche Erinnerung an diese Weihe, die auch weltlich mit einem Jahrmarkt gefeiert wurde.  In Düsseldorf wird die Kirmes anlässlich des Gedenktages (23. Juli) an den hl. Apollinaris gefeiert. Er war Jünger von Petrus und um 200 n. Chr. erster Bischof von Ravenna. Um 1300 gelangte Düsseldorf in den Besitz einiger Reliquien des Märtyrers. Der Heilige wurde zum Stadtpatron erklärt und die Düsseldorfer bauten ihm einen wunderschönen Schrein, der heute noch in der Altstadtkirche St. Lambertus steht."
    Soweit die Infos. Mir gefällt es richtig gut, dass man weiß, wie wenige Menschen noch darum wissen, aber es nicht dabei belassen wollen, sondern dort, wo sich die meisten informieren, auch dazu etwas schreiben und veröffentlichen.
    Und wir wissen heute auch, dass viele Menschen, an Orten, wo sie nichts von Gott und Kirche vermuten, nochmal sehr viel offener sind für zunächst solche Informationen und dann auch für ein göttliches AHA-Erlebnis für sich selbst.
    Also dann, viel Spaß den Millionen Besuchern auf der Rheinkirmes und Neugierde für die Hintergründe und die Geschichten rund um den Heiligen, der im Rheinland an vielen Orten tatsächlich verehrt wird.
    3 min
  • Gelebte und erlebte Gottesnähe
    Gelebte und erlebte Gottesnähe
    Heute zitiere ich mal aus einer Mail einer Hörerin, die mir – und Ihnen vielleicht auch – ein ganz praktisches Beispiel für gelebte und erlebte Gottesnähe geschildert hat. Sie schreibt:
    "Guten Tag, liebe Schwester Katharina, vielen Dank für den Morgenimpuls von heute und vom letzten Dienstag, wo sie Hanns Dieter Hüsch vorgelesen haben. Der Satz, dass wir das Kreuz als Krone tragen sollen, ist bei mir hängen geblieben. Und auch, dass wir fröhlicher sein können, weil wir Gottes Kinder sind. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass ich ein Handicap habe und immer wieder so meine Grenzerfahrungen mache. Ich kann das Kreuz nur als Krone tragen, da ich wissen darf, Gott trägt mit. Ich bin nämlich am Freitag mit meinem blinden Bekannten auf die Kirmes gegangen und habe darauf vertraut, dass wir beiden schon ohne Begleitung die Hilfe bekommen, die wir brauchen, und dass wir auch Karussell fahren können. Ich weiß, dass ich mich auf Gott verlassen kann. Im Grunde gibt es keine andere bzw. größere Sicherheit. Dennoch, das Ganze war nicht einfach, da wir durch den Lärm auch so gut wie keine Hindernisse durch unser Gehör wahrnehmen konnten. Doch dann trafen wir ein jüngeres Ehepaar, die sich spontan entschlossen uns über die Kirmes zu begleiten und uns zu unterstützen. Die beiden meinten, dass sie sowieso nichts zu tun hätten, da könnten sie uns auch helfen. Ja, so ist Gott, mitten im Alltag kommt er. Das 'musste' ich einfach mal loswerden!"
    Soweit die Mail und Dankeschön Nicole, dass Sie es für uns losgeworden sind. Das hat tatsächlich etwas mit einer Grundgewissheit des Glaubens zu tun und damit, dass es nicht eine schöne Theorie und ein gut gelerntes Buchwissen ist, sondern ein Wissen und ein Glaube daran, dass dieser Gott seine Menschen liebt und sie geleitet, durch alle Höhen und Tiefen ihres Lebens.
    3 min
  • Sonntagslektüre
    Sonntagslektüre
    Eine meiner besonderen Sonntagsvergnügen ist es, eine große überregionale Sonntagszeitung zu lesen. Da geht es um mehr als nur die aktuellen Nachrichten der Woche. Da gibt es gute Hintergrundberichte und Kommentare aus vielen Bereichen, um die man sich in der Eile der Woche nicht so kümmern kann. Ein kleinerer Artikel handelt davon, dass der Sozialstaat nicht untergehen wird, wenn es die vielen sozialen Einrichtungen der Kirchen nicht mehr geben wird, weil es die beiden großen Kirchen in Deutschland bald nicht mehr geben wird. Und die andere Lektüre war das Evangelium des Sonntags. Da ging es um den Sämann und die Aussaat und dass der Sämann unentwegt aussät, auch wenn ein Teil der Saat in die Dornen, auf Felsen, auf belebte Wege fällt und nicht aufgehen kann. Aber der andere Teil bringt Frucht: dreißigfach, sechzigfach, hundertfach. Und Jesus, der diese Geschichte erzählt, sagt nochmals deutlich, dass es auch so mit dem Wort Gottes ist: Es wirkt und kehrt nicht ohne Erfolg zu ihm zurück. Solange also das Wort Gottes verkündet wird, das Evangelium vom guten Gott, der die Menschen durch ihr Leben, ihre Höhen und Tiefen begleitet, der bis in den Tod mit ihnen geht, und sie dann nicht im Grab lässt, sondern ihnen den Weg zum neuen Leben ebnet, solange wächst das Reich Gottes in der Welt.
    Beide Nachrichten nebeneinander lesen sich paradox, sind es aber nicht. Wenn über die Jahrhunderte die caritative Tätigkeit der Christen so in der Gesellschaft angekommen ist, dass es dazu die Kirchen nicht mehr braucht, ist es doch super. Dann können die Christen nach neuen Feldern ihres Tuns Ausschau halten und sich ganz anders und neu ausrichten.
    Bei einer Aktion für junge Frauen vor zehn Jahren, die mal schauen sollten, ob Olper Franziskanerinnen Zukunft haben, hat mich eine Antwort zutiefst beeindruckt. Die jungen Frauen, die die Philippinen und die Projekte der Schwestern besucht haben, konnten sehr deutlich formulieren: Solange es arme Menschen gibt, wird es Menschen geben, die sich um sie kümmern und für sie da sind. Christen, Ordensleute, Menschen aller Religionen oder Anschauungen, denen das Wohl der Mitmenschen nicht egal ist. Gott sei Dank.
    4 min
  • Mut zur Freiheit!
    Mut zur Freiheit!
    Vielleicht haben Sie es gelesen, gesehen oder gehört. Es gibt eine neue Attraktion in Willingen, wo ohnehin schon als Attraktion eine große Skisprungschanze steht. Jetzt gibt es dort die längste Hängebrücke Deutschlands.
    Sie ist 665 Meter lang und hängt 100 Meter über dem Talgrund. 700 Menschen können gleichzeitig auf ihr gehen. Wenn man auf die Internetseite der Brücke geht sieht man ein Bild aus einer Webcam und allein das ist schon beeindruckend. Und natürlich hat die Brücke einen gut klingenden englischen Namen: Skywalk – laut Duden Himmelsweg.
    Schön.
    Ein Weg von Himmel zu Himmel, von einer Brückenseite zur anderen mit traumhaften Ausblicken unterwegs.
     
    Und über der Website thront, noch verheißungsvoller der Titel: Trau Dich frei zu sein.
    Auch schön.
    Leute, die es schon gewagt haben über diesen Skywalk zu gehen beschreiben es als ziemlich wackelig mit wundervollen Ausblicken. Am Slogan: Trau Dich frei zu sein, bin ich dann doch hängengeblieben. Ich kann mir sehr lebhaft vorstellen, dass es ein Gefühl von Freiheit vermittelt, wenn man hoch überm Tal steht, mit freien Ausblicken ringsum und trotzdem gut gesichert an dicken Seilen, hohen Geländern und Sicherheitskonzept.
    Was vermittelt Ihnen zuhause, jetzt am frühen Montagmorgen das Gefühl von Freiheit? Manchmal ist das sicher, wenn man im Urlaub ist, oder freie Tage hat, oder nicht so verplant ist, oder?
    Oder wenn ich spüre, dass ich eine innere Freiheit habe, die mir die Möglichkeit gibt, großzügig und gelassen zu bleiben, auch wenn es nicht so läuft, wie ich es gern hätte.
    Wenn ich mir und anderen erlaube, Fehler zu machen, und zu wissen, dass man daran lernen kann und wird und somit ein gutes Klima eines gemeinsamen Lernens entsteht.
    Oder Sie spüren etwas von dem schönen Wort von der Freiheit der Kinder Gottes, die es schaffen können, sich so in der Hand Gottes geborgen zu wissen, dass sie Dinge wagen können, die sich andere sicherheitshalber nie trauen würden.
    Auch ohne zu begehende Hängebrücke von Ort zu Ort oder einem Skywalk am Himmel.
    3 min
  • Taize ist einmalig!
    Taize ist einmalig!
    "Taizegebet im Pfarrgarten" – ein buntes Plakat und eine herzliche Einladung stand darauf. Ich hätte ja Lust gehabt hinzugehen, aber es war einfach noch zu viel zu tun, um mir das zu gönnen.
    Und dann habe ich Fotos gesehen und die Stimmung, die da transportiert wurde, war so schön, dass ich mich für die Organisatoren und die Mitfeiernden sehr gefreut habe. Ich hab quasi mit meinem inneren Ohr die Gesänge gehört und gespürt, wie schön es ist, zusammen zu singen. "Taizegebet" das ist zu einem Synonym geworden für eine Form des Betens, dass die Brüdergemeinschaft von Taize in Frankreich vor vielen Jahrzehnten begonnen hat.
    Die ökumenische Ausrichtung der Gemeinschaft und die große Anziehungskraft, die sie auf junge Leute, damals schon ausgeübt hat, ist bis heute geblieben. Und es musste eine Form und eine Sprache gefunden werden, die Menschen aus der ganzen Welt verstehen. Und diese Sprache ist die Musik.
    Viele der wunderbar eingängigen Gesänge von Jaques Berthier haben ihren Weg ins Gotteslob für den Gemeindegesang gefunden. Und sie haben etwas Besonderes: Man kann sie stundenlang hören, singen, spielen, summen und wird der Melodien nicht müde.
    Ich kann mich erinnern, bei einem Jugendkreuzweg in Altenberg mehr als drei Stunden im unterwegs sein, das "Jesus, remember me, when you come into my kingdom" gesungen zu haben und es dann noch tagelang in mir nachgeklungen ist.
    Dem Gebet zu Gott in mir Raum geben, genau das ist es. Dann singt und klingt es und betet einfach weiter, ohne dass ich etwas tun muss.
    Schon Ignatius von Loyola hat vor über fünfhundert Jahren festgestellt: "Der Mensch ist dazu geschaffen Gott zu loben" Also hören, singen, summen Sie heute eine Melodie, die Gott lobt und preist und Sie werden merken, dass es auch ganz nebenbei Leib und Seele guttut.
    In uns lebt die von Gott gegebene unsterbliche Seele, die darauf ausgerichtet ist, ihren Schöpfer zu loben und für ihn und seine Geschöpfe zu leben.
    3 min
  • Gott verleiht Kraft!
    Gott verleiht Kraft!
    Er ist vor 66 Jahren in der damaligen DDR geboren. Beide Eltern waren Mitglieder der SED, der Einheitspartei der DDR und er wurde in ihrem sozialistischen Ideenkreis erzogen.
    Aber mit 11 Jahren entschließt er sich, sich taufen zu lassen und wird evangelischer Christ.
    Später konvertiert er zum katholischen Glauben.
    Ich bin ja auch aus der DDR und ich kann mir ziemlich lebhaft vorstellen, was es da zuhause für Dramen gab, wenn ein so junger Mensch eine so klare und so andere Entscheidung trifft.
    Nach der Schule macht er eine Lehre als Koch. Aber damit ist sein Weg der intensiven Suche nach seinem ganz persönlichen Weg mit Gott noch lange nicht fertig. Er spürt seine Berufung zum Priestertum, studiert Theologie und wird katholischer Priester. Die Menschen in seinem engen Umfeld sind über seine Wege zutiefst gespalten und die meisten können es überhaupt nicht verstehen.  
    Sein Leben bleibt gekennzeichnet durch ein intensives Suchen nach dem rechten Weg zu Gott, wodurch er im Laufe der Zeit ein tief geistlicher Mensch wird. Es gibt in seinem geistlichen Leben unter anderem zwei Heilige, die ihm wichtig waren: Theresia von Lisieux und Hildegard von Bingen. Darüber hinaus prägte ihn eine große Liebe zur Gottesmutter.
    Täglich war er in der Kirche zu finden, wo er seine stille Zeit gehalten hat, oft am frühen Morgen. Danach hat er die Heilige Messe gefeiert. Seine geistliche Heimat war das Säkularinstitut "Notre Dame de Vie”, eine französische Gemeinschaft mit karmelitischer Spiritualität. In vielen Gemeinschaften und Klöstern hat er Exerzitien gehalten und bei den Teilnehmern tiefen Eindruck hinterlassen. In seiner Freizeit hat er das Reisen geliebt, war gesellig und freute sich, nicht von ungefähr, immer über ein gutes Essen. Er war vielseitig interessiert: unter anderem studierte er Sprachen, das Leben der Ostkirche, die Geschichte Schlesiens und "Ostdeutschlands” mit Leidenschaft.
    Vor ein paar Tagen ist er an seiner langwierigen Erkrankung gestorben und sehr viele Menschen sind wirklich traurig, da sie in ihm einen zutiefst geistlichen Menschen verloren haben, der ihr Leben geteilt, Freude und Leid verstehen konnte und Vieles ins Gebet genommen hat.
    Genau das haben viele Menschen gespürt. Nicht aus eigener Kraft, die in den letzten Jahren immer schwächer wurde, sondern durch die Kraft, die Gott ihm verliehen hat, ist er für viele Menschen ein geistlicher Begleiter auf ihren Wegen gewesen.
    4 min
  • Die Zukunft heißt Jesus!
    Die Zukunft heißt Jesus!
    Um diese Zeit sind im Sauerland die Zeitungen voll mit Schützenfestbildern und Berichten vom Vogelschießen, von den Königen und Kaisern, von Jungschützen und Königinnen.
    Mir ist schon klar, dass diese ganzen schönen Feste den Zusammenhalt in den Dörfern und Städten sehr fördern und allein die ganze Vorbereitung viel Vergnügen bereitet. Morgen werden in der ganzen Stadt Olpe die Fahnen gehisst, die Wimpelketten über die Straßen gezogen und die Banner der einzelnen Korporalschaften aufgehängt.
    "Fahne hissen" heißt das Ganze einfach nur und hat eigentlich einen anderen Hintergrund. Es ist das zusammen hineinfeiern in das Fest. Fahne hissen und Wimpel aufhängen geht sekundenschnell. Aber dann treffen sich die Nachbarschaften zum Grillen und schon mal das Bier probieren und in Vorfreude über alles plaudern, an die letzten Jahre erinnern, über Missgeschicke lachen, sachkundig über das Vogelschießen räsonieren, sich an Feste in Kinderzeiten erinnern und das Leben genießen.
    Und zu all den Festvergnügungen fällt mir immer, jedes Jahr aufs Neue, dieses wundervolle Gedicht von Hanns Dieter Hüsch ein, dass ich ihnen gerne mit in den Tag geben möchte. Er schreibt:
    "Im Übrigen meine ich, möge uns der Herr weiterhin zu den Brunnen des Erbarmens führen, zu den Gärten der Geduld und uns mit Großzügigkeitsgirlanden schmücken.
    Er möge uns weiterhin lehren das Kreuz als Krone zu tragen und darin nicht unsicher zu werden, soll doch seine Liebe unsere Liebe sein.
    Er möge wie es auskommt in unser Herz eindringen um uns mit seinen Gedankengängen
    zu erfrischen uns auf Wege zu führen die wir bisher nicht betreten haben aus Angst und Unwissenheit darüber, dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges fröhlich sehen will
    weil wir es dürfen und nicht nur dürfen sondern auch müssen.
    Wir müssen endlich damit anfangen, das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln
    denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder! Und jeder soll es sehen oder ganz erstaunt sein dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können und sagen: Donnerwetter!
    Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen und die seien ungebrochen freundlich und heiter gewesen, weil die Zukunft Jesus heiße. Und weil die Liebe alles überwindet. Und Himmel und Erde eins wären.
    Und Leben und Tod sich vermählen. Und der Mensch ein neuer Mensch werde
    durch Jesus Christus."
    Und das ist wohl, ein absolut täglicher Grund um zu feiern, egal wo Sie auch gerade sind.
    4 min
  • Eine besondere Karriere
    Eine besondere Karriere
    Ein junger Mann wird von seiner Familie, die ihm Großes zutraut, zum Studium nach Rom geschickt. Zunächst fühlt er sich dort gut, beginnt sein Studium und kommt gut voran. Aber dann merkt er immer mehr, dass das völlig sittenlose Leben in der Stadt ihn anwidert und er kaum noch Menschen findet, die mit ihm ein normales christliches Leben führen wollen. Zunächst geht er dann, sehr zum Leidwesen seiner Familie, für drei Jahre als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco. Sein damals erstaunlich konsequent christliches Leben zieht viele junge Leute an und er gründet zwölf kleine Klöster für sie.
    529 siedelt er nach Montecassino um, dass schon bald zum Zentrum des Mönchtums und der religiösen Kultur wird.
    Dort schreibt er seine Klosterregel, in der er die beste monastische Überlieferung des Ostens und des Westens zusammenfasste. Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eine reiche geistliche Erfahrung verliehen ihm die Güte und Weisheit, die auch seine Regel auszeichnen. Da heißt es zum Beispiel: "Wenn wir Psalmen singen, dann soll unser Herz mit dem gesungenen Wort zusammenklingen." Also nicht der schöne Klang ist wichtig, wenn unser Herz weit davon weg ist, was wir singen oder beten. Oder: "Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist." Das klingt also seit eineinhalb Jahrtausenden wie die Mahnung John F. Kennedys aus dem Anfang der 1960 Jahre: "Frag nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern was Du für den Staat tun kannst."
    Diese uralte Klosterregel ist so klug und weise, dass sie seit 1500 Jahren Bestand hat und zehntausende von Mönchen und Nonnen nach ihr leben. Klugheit und Maß sind auch heute Wertmaßstäbe, die das Leben der Einzelnen aber auch der Gemeinschaften bestimmen kann. Und das hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Und weil dieser junge Mann, den man später Benedikt von Nursia nennen wird, in der Nachfolge Jesu zunächst aus der verheißungsvollen Stadt und der Universitätskarriere flieht und in für ihn richtigen christlichen Weise leben will, zieht er so viele Menschen in seinen Bann, dass er und seine Brüder die christliche Kunst und Kultur Europas prägen und beeinflussen wird und er so von Pius XII. zum "Vater Europas", von Paul VI. zum "Schutzpatron Europas" erklärt wird. Das ist doch mal eine Karriere.
    4 min

About Morgenimpuls

From the publisher's feed

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

More shows like Morgenimpuls

Blick in die Bibel by DOMRADIO.DE

Blick in die Bibel

2 Listeners

Der 7Mind Podcast by Achtsamkeit & Mentales Wohlbefinden

Der 7Mind Podcast

7 Listeners

Psychologie to go! by Dipl. Psych. Franca Cerutti

Psychologie to go!

53 Listeners

Familienrat mit Katia Saalfrank by Mit Vergnügen

Familienrat mit Katia Saalfrank

10 Listeners

einfach ganz leben by argon podcast

einfach ganz leben

7 Listeners

Own it. Der Female Finance Podcast by Natascha Wegelin

Own it. Der Female Finance Podcast

12 Listeners

Smarter leben by DER SPIEGEL

Smarter leben

51 Listeners

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna by WDR 2

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna

11 Listeners

Honigperlen für mehr Selbstliebe by Melanie Pignitter Selbstliebe Trainerin, Autorin, Dipl. Mentaltrainerin

Honigperlen für mehr Selbstliebe

4 Listeners

Frauenstimmen by Ildikó von Kürthy

Frauenstimmen

28 Listeners

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl by RTL+ / Stefanie Stahl

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl

36 Listeners

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung by Audio Alliance / RTL+

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung

25 Listeners

GANZ SCHÖN MUTIG by Melanie Wolfers

GANZ SCHÖN MUTIG

4 Listeners

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich! by Dominik Spenst

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich!

9 Listeners

Zwischen den Zeilen by Bettina Böttinger, Early Studios

Zwischen den Zeilen

11 Listeners