Morgenimpuls
Download on the App Store

Morgenimpuls episodes

  • Erzwungene Auszeit
    Erzwungene Auszeit
    Zum Weihnachtsfest hatten wir hier im Konvent ein wunderbares Geschenk bekommen. Eine uns sehr verbundene Frau hatte uns zu einem Frühstück in ihrem Heimatort eingeladen in einem besonderen Café, das den Namen "Klara von Assisi" trägt und besonders für die Pilgerinnen auf dem Klaraweg gedacht ist. Weihnachten ist ja nun schon eine Weile her und immer wieder haben wir nach einem passenden Termin gesucht, der dann doch wieder verworfen werden musste. Dann hatten wir wieder einen Termin gefunden und wollten ihn gerade wieder absagen, als eine so vorfreudige WhatsApp-Nachricht kam, dass wir einfach nicht mehr absagen konnten. Also sind wir gestern morgen dorthin gefahren und haben zwei wunderbare Stunden zusammen verbracht.
    Der Alltag, mit all den eigentlich unaufschiebbaren Terminen und zu erledigenden Sachen war weit weg. Da auch kein Internetempfang war, störte uns nichts und niemand. Wir waren so gut im Gespräch und im Austausch über viele Themen und Gott und die Welt, dass es wie ein Jungbrunnen gewirkt hat. Erst als wir wieder zuhause waren, ploppten die vielen Nachrichten auf und mussten nach und nach abgearbeitet werden. Eine Mitschwester bemerkte dann ganz trocken: "Manchmal müssen wir uns zu Auszeiten für uns selbst zwingen lassen." – Genau.
    Viele Menschen sind eher geneigt, immer dem Arbeitsdruck, den Terminen, den zu erledigenden Arbeiten nachzugeben und wagen kaum einmal, die Pause zwischendurch wirklich anzunehmen. Mir ging es so, dass alle Arbeit, die dann zu machen war, mir viel schneller von der Hand ging und alles, was mir an dem frühen Morgen noch kompliziert und schwierig erschienen war, ging leicht und locker. Lassen Sie sich doch heute mal vom schönen Wetter, von einem Kollegen, von einer Situation zu einer Auszeit für sich selbst zwingen und genießen Sie diese dann. Die Füße mal aus der Tretmühle nehmen und den Kopf in den frischen Wind halten, tut Leib und Seele gut und macht jung und frisch.
    3 min
  • Eine gute Lektion fürs Leben
    Eine gute Lektion fürs Leben
    Die Tage vor dem Fest Christi Himmelfahrt sind seit Jahrhunderten die sogenannten Bitttage. Die Bitttage in der Phase des Wachstums der Feldfrüchte zwischen Aussaat und Ernte haben ursprünglich eine rein landwirtschaftliche Prägung. An den Bitttagen werden Bittprozessionen gehalten, regional auch Bittgänge genannt, bei denen um eine gute Ernte gebetet wird. Die Prozessionen können als spätantike Umformung der römischen Flurumgänge verstanden werden. Möglicherweise sind sie auch in Verbindung zu bringen zu germanischen Rechtsbräuchen, wonach jeder Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um den Besitzanspruch aufrechtzuerhalten. Hier bei uns gibt es das zum Beispiel mit der Pfingstprozession in den Kleusheimer Dörfern die damit die Eigenständigkeit zur Hauptpfarrei betonen.
    Der Brauch der Bittgänge ist in unserer Kirche in ländlichen Regionen erhalten geblieben und teilweise sogar wieder neu belebt worden. In den Städten werden schon länger neue Formen erprobt – meist in den Abendstunden, dem heutigen Arbeits- und Lebensrhythmus angepasst. In einer Welt, in der Millionen von Menschen vom Hungertod bedroht sind, wird sich die Kirche immer daran erinnern müssen, dass ihr auch die Sorge um das leibliche Wohl der Menschen durch ihr Tun, aber auch in ihrem Gebet aufgetragen ist.
    Im Messbuch heißt es zu den Bittprozessionen: "An den Bitttagen betet die Kirche für mannigfache menschliche Anliegen, besonders für die Früchte der Erde und für das menschliche Schaffen." Neben "Bewahrung der Schöpfung" können auch Arbeit für alle, Frieden, Brot für die Welt und Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben Motive sein.
    Mir hat das als Kind und Jugendliche schon sehr gefallen, durch die Felder zu gehen und zu singen und zu beten. Der Zusammenhang zwischen Gebet und Tun, zwischen menschlicher Arbeit und göttlichem Segen, zwischen Erhaltung der Schöpfung und dem, nicht alles selber machen können, ist eine gute Lektion fürs Leben.
    3 min
  • Frostige Zeiten
    Frostige Zeiten
    Gestern haben die fünf Tage der sogenannten "Eisheiligen" begonnen. Die Eisheiligen, das sind Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, den Abschluss bildet die "Kalte Sophie" am 15. Mai. Und die jahrhundertelange Erfahrung besagt, dass sie noch einmal Frost bringen können. Denn die Eisheiligen sind in Mitteleuropa meteorologische Witterungsregelfälle. Laut Volksmund wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der "Kalten Sophie" am 15. Mai stabil. "Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz", so heißt beispielsweise eine weitere Bauernregel zu den Eisheiligen. Hier gibt es also zwei Dinge: Zum einen werden Wetterphänomene beschrieben, die sehr häufig Mitte Mai nochmal Frost und Kälte bringen und den frischen Saaten, den frischen Blüten und den gerade ausgepflanzten Blumen, Gemüse und Salat schaden. Also heißt es Geduld haben und wirklich warten mit der Gartenaussaat, auch wenn die schönen Tage so sehr verlockend sind.
    Zum anderen werden aber Heilige gefeiert, die in ziemlich frostigen Zeiten der Kirchenverfolgung ihr Leben verloren haben, weil sie an Christus geglaubt und sich auch durch Folter und Gefängnis davon nicht abbringen ließen. Christenverfolgung ist eher in anderen Ländern und Gegenden hochaktuell. Aber bei uns gibt es ein anderes, sehr frostiges Phänomen: Durch die ganze Missbrauchs- und Vertuschungsgeschichte in unserer Kirche und in vielen anderen Ländern hat sich ein Eishauch auf uns Glaubende gelegt. Kaum noch jemand wagt es, positive und schöne Dinge über Glauben und Kirche zu sagen und zu schreiben, schon gibt es, sehr verständlich, mehr als kalte Reaktionen darauf, die oft lähmen und erschrecken lassen.
    Vielleicht denken wir in diesen Tagen an die, die wirklich verfolgt werden um ihres Glaubens willen und bleiben wir selbst in diesen schwierigen Zeiten offen und wach für das Wirken Gottes in uns selbst und in unserer Welt – trotz aller, durch die Kirchenverantwortlichen selbstverschuldeten, kalten Ablehnung und frostigen Erfahrung.
    3 min
  • Lasst uns Brücken bauen!
    Lasst uns Brücken bauen!
    Ein Mordsknall, ein riesiges Getöse, eine Staubwolke die alles einhüllt; Jubel, Beifall, Tränen der Erleichterung, Sekt und Musik, Party in der Stadt und Lob für den Chef und sein Wirken.
    Das ist nicht die Beschreibung des ersten Ostertages vor mehr als 2000 Jahren in Jerusalem. Es ist die Beschreibung eines Ereignisses am 5. Ostersonntag 2023 in unserer Gegend.
    Die riesige Autobahnbrücke der A45, die das Rahmedetal seit dem Bau 1966 überspannt hat, ist gesprengt worden.
    Sie war seit Dezember 2021 wegen massiver Schäden gesperrt worden. Und seither quälen sich die 60 000 Fahrzeuge, die die Brücke täglich passieren würden, durch die kleine Stadt Lüdenscheid und durch Umleitungsstrecken. Firmen gehen pleite, Mitarbeiter kündigen, Häuser von Anwohnern werden verkauft, Schulbusse fahren nicht mehr, Anwohner können nicht mehr schlafen und sind Tag und Nacht dem Lärm und Gestank und Dreck ausgesetzt.
    Und jetzt ist die Brücke weg.
    Aber nicht das Problem. Aber es ist ein Anfang. Die Sprengung, das Ende der Brücke ist der Beginn der Zukunft für die Stadt, für die Region, für die Industrie, für die Menschen in der ganzen Region. Weil nun eine neue Brücke gebaut werden kann. Endlich. Es verheißt Zukunft und ein Ende all der Mühen und Probleme. Es wird Jahre dauern, bis die neue Brücke steht, aber der Anfang ist gemacht.
    Voriges Jahr, kurz nach Beginn des Ukrainekrieges, hatte eine Künstlergruppe die Brücke betreten, obwohl es streng verboten war und hat mit 3 Tonnen weißer Farbe einen riesigen Schriftzug aufgemalt: "Lasst uns Brücken bauen!"
    Das Bild davon ist weltweit verbreitet worden und mit ihm diese Botschaft. Und jetzt, als der Rauch der Sprengung verzogen ist, ist der Schriftzug auf der ehemaligen Brücke, die jetzt im Tal liegt, immer noch zu lesen: "Lasst uns Brücken bauen!" Eine sehr österliche Botschaft und Aufforderung, nicht nur für das Südsauerland und seine Menschen.
    Aber zuerst muss das Alte, das Kaputte, das Einsturzgefährdete wirklich gesprengt und weggeräumt werden, sonst ist ein Neuanfang, ein Neubau nicht möglich. Daher der Jubel und die Tränen, die Dankbarkeit und die Sorgen, der Mut und die Verzagtheit.
    4 min
  • Von Ritualen und dem "König der Könige"
    Von Ritualen und dem "König der Könige"
    Haben Sie am Samstag etwas von den Krönungsfeierlichkeiten in London mitbekommen?
    Andere Länder, andere Sitten, ist ein geflügeltes Wort und so muss ich ja nicht urteilen, was ich von diesen Zeremonien und all dem Drum und Dran halte.
    Dass diese Krönungen seit mehr als 1000 Jahren dieses Land zusammenhalten und Identität stiften, ist schon beeindruckend. Es gab ein paar sehr kurze und knappe Szenen, die mich dann tatsächlich sehr berührt haben. Die für mich Eindrücklichste war ganz zu Beginn der ausgiebigen Liturgie. Ein kleiner Chorknabe hat sich, vor den zu krönenden König Charles, gestellt und ihn begrüßt mit den Worten: "Als Kinder des Reiches Gottes grüßen wir euch im Namen des Königs der Könige" Ich war total perplex ob dieses knappen und unglaublich inhaltsschweren Satzes. Wie hätten Sie, wenn Sie ausgewählt worden wären, den König begrüßt? Garantiert so nicht. Aber warum eigentlich nicht?
    "Als Kinder des Reiches Gottes," das sind wir Getauften alle, obwohl es uns wahrscheinlich nicht immer so bewusst ist. "grüßen wir euch im Namen des Königs der Könige" Wie kann so ein kleiner Junge es wagen, im Namen des Königs der Könige zu grüßen, dachte ich erst? Aber dann ist mir schnell bewusst geworden: auch wir beginnen doch selbst jeden Tag, jedes Gebet, jeden Gottesdienst mit dem Gruß: "Im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes".
    Diese Verblüffung über den Gruß des Jungen hat mir deutlich gemacht, dass wir in unseren täglichen Ritualen oft gar nicht mehr klar haben, was wir da sagen. Das ist auch nicht schlimm, weil Rituale dazu da sind, unser Leben zu strukturieren und ein Netz von Gewohnheiten und Geübtem uns durch den Tag leitet. Aber sich durch einen so knappen Satz da herausreißen zu lassen, und darüber nach zu denken, ist nicht so verkehrt.
    Und was hat der König geantwortet: "In seinem Namen und nach seinem Beispiel komme ich, nicht um mir dienen zu lassen, sondern um zu dienen" Das könnte ein Ordensgelübde sein, ein Schwur beim Beginn eines neuen religiösen Amtes oder ein Ausruf, um deutlich zu machen, unter welchem Wort mein Lebensweg stehen soll.
    Nehmen Sie doch den Begrüßungssatz des Jungen: "Als Kinder des Reiches Gottes grüßen wir euch im Namen des Königs der Könige" mit in den Tag und vielleicht finden Sie eine Antwort auf diesen Gruß, den Sie ganz persönlich Gott sagen würden.
    4 min
  • Maria, nur lieb und demütig?
    Maria, nur lieb und demütig?
    Der Monat Mai ist seit jeher der Gottesmutter Maria geweiht. Weil man diese junge Frau mit Schönheit und Reinheit assoziiert, ist das sehr gut nach zu vollziehen. Der Mai mit dem aufbrechenden Grün und der vollen Blütenpracht der Bäume, Sträucher und Blumen, mit der beginnenden wärmeren Jahreszeit und den sonnigeren Tagen, ist für viele Menschen, nach dem dunklen kalten Winter der Inbegriff von schön, neu und erlösend.
    Als Kind habe ich noch Maiandachten an jedem Abend in der Kirche und den immer schön geschmückten Maialtar im Kinderzimmer erlebt. Die Marienlieder waren schön und gefühlvoll und romantisch und die Texte und Gebete für alle Not- und  Erfreuungslagen der Menschen geeignet.
    Irgendwann still und leise, aber immer stetiger, kamen immer weniger Menschen zu diesen Andachten und in den letzten Jahren, fielen sie in den meisten Orten deshalb aus.
    Warum?
    Ich denke, dass viele Gläubige gespürt haben, dass es nicht mehr passt: das Gefühlvolle und Romantische, dass Fürsprechende- und Mittlerinseiende der Gottesmutter. Diese Art der Frömmigkeit ist zu einer Zeit entstanden, wo sich kaum jemand gewagt hat, sich mit seinen Sorgen, Freuden und Nöten direkt an Gott zu wenden und stattdessen einen Mittler und Fürsprecher brauchte.
    Aber es gibt auch die andere Seite: was hat diese Form der Verehrung mit dem Bild der Gottesmutter gemacht? War sie tatsächlich nur lieb, freundlich, betend, demütig, untergeordnet, das bestehende Herrschaftssystem zementierend?
    Aus den Berichten in der Bibel ergibt sich ein ganz anderes Bild von Maria: eine starke junge Frau, die sich traut, Gottes Pläne anzufragen, zu klären und dann mit zu tragen. Eine Frau die es wagt zu sagen, dass dieser Gott die Mächtigen vom Thron stürzen wird und die Niedrigen erhöhen wird, von Generation zu Generation, die leidenschaftlich, stolz, hingerissen und begeistert von Gottes Taten berichtet.
    Eine Frau, die durch alle Höhen und Tiefen eines menschlichen Lebens gegangen ist und trotzdem unbeirrbar an ihrem Gott festgehalten hat, auch wenn gerade sie alles anders erlebt hat, als sie sich hätte träumen lassen.
    Ich finde, je mehr ich dieses Bild dieser Frau vor mir habe, desto mehr kann ich mit ihr vor Gott treten und quasi an ihrer Hand meinen Weg der Nachfolge ihres Sohnes gehen.
    4 min
  • Verleih uns Frieden!
    Verleih uns Frieden!
    An diesem 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus möchte ich mit Ihnen beten:
    An diesem besonderen Tag des Erinnerns bitten wir dich, Gott,
    um den Mut, in unser Innerstes zu sehen und die Augen offen zu halten.
    Das Schreckliche wahrzunehmen, das damals vor 78 Jahren ein Ende fand.
    Die Wunden zu sehen, die Gräber und Grabfelder und die bis heute sichtbaren Verletzungen und Schäden.
    Hilf uns zu hören, was die Zeitzeugen uns mitgeben.
    An diesem Tag der Befreiung fragen wir nach deiner friedensstiftenden Kraft, Gott.
    Nach der Erleichterung, wenn Kämpfe enden und Waffen schweigen,
    wenn Flüchtlinge Obdach finden,
    alle gemeinsam Zerstörtes aufbauen und schließlich in ihrem Leben ankommen.
    Auf der Spurensuche in der Vergangenheit sind wir dankbar,
    dass der Friede, der damals begann bis heute hält;
    in unserem Land und vielen Ländern der Welt.
    An diesem Tag der Befreiung blicken wir voll Sorge in die Ukraine und die Aggression Russlands.
    Wir bringen vor Dich die Not, die wieder näher zu uns rückt und die wir nie wieder erleben wollten.
    Wir bringen vor Dich die Verzweiflung der Friedliebenden und die Sorge der Waffenlieferanten.
    An diesem Tag der Unsicherheit spüren wir die Not und die Verzweiflung der Menschen damals;
    ihre Fragen nach der Zukunft, ihren Schmerz, ihre Trauer um Verlorenes,
    die bange Hoffnung auf Wiedersehen mit geliebten Menschen.
    Gott, dir vertrauen wir unsere Sorgen an und unsere Zuversicht. Aus der Erinnerung lernen wir im Innersten, dass es Zukunft gibt, die gelingt, die nicht vergisst.
    Lass uns lernen und deinem Willen zum Frieden vertrauen.
    Amen.
    Ganz neu hören wir für unsere Zeit die vertraute Bitte Martin Luthers:
    "Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten.
    Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten,
    denn du unser Gott alleine."
    4 min
  • Tu, was Du liebst und liebe, was Du tust
    Tu, was Du liebst und liebe, was Du tust
    Rund um unser Mutterhaus sind viele große Wiesenflächen die mehr oder weniger steil sind und damit auch viel zum Rasen mähen. Vorige Woche habe ich ein paarmal einen Mitarbeiter beobachtet, der mit viel Vergnügen und ziemlich rasant mit diesem kleinen Aufsitzrasenmäher gefahren ist. Er hatte dicke Kopfhörer auf, wahrscheinlich gegen den Lärm aber so wie der gefahren ist, hatte ich das Gefühl, dass er garantiert Heavy Metal oder zumindest Deutschrock hört.
    Seinem Gesichtsausdruck war anzumerken, dass es das größte Vergnügen der Welt sein muss, mit so einem Rasenmäher stundenlang ums Haus zu fahren und alle Rasenflächen zu bearbeiten.
    "Do what you love and love what you do" steht auf einer Postkarte auf meinem Schreibtisch." Tu, was Du liebst und liebe was Du tust" könnte es heißen. Bei diesem jungen Mann war es deutlich.
    Wie ist das so mit Ihnen und mit mir?
    Tue ich, was ich liebe und liebe ich was ich tue? Bei mir ist es so, dass ich viele Dinge liebe und vieles davon auch tue: ich singe und bete gern, feiere gern die verschiedensten Gottesdienste, mache unglaublich gern etwas mit Menschen, ich backe und koche gern, ich gucke gern Fußball und mache tatsächlich sehr gern Hausarbeit.
    Wenn ich das, was ich tue, gern mache, ist es einfach. Und wenn es mal nicht so von der Hand geht, ist es dann trotzdem etwas, was ich gern mache.
    Aber wenn ich Sachen machen soll, die mir nicht unbedingt Spaß machen, die mir schwerfallen, die Ärger einbringen werden, ist es doch umso mehr eine gute Idee zu sagen: liebe, was Du tust. Lege Dein Herz hinein und Dein Engagement, oder, wie es Franziskus von Assisi sagt: "Tue einfach erst das Notwendende, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du das Unmögliche"
    3 min
  • Manchmal braucht man Boxhandschuhe!
    Manchmal braucht man Boxhandschuhe!
    Am ersten Mai waren wir auf einer Jausenstation unseres Kinderheimes im Nachbarstädtchen. Immer zum ersten Mai ist dort ein Fest und es war einfach schön. Die Jugendlichen lernen dort Gäste bedienen, selbständig Aufgaben erfüllen, Grillen, Verkaufen, Geschirr bereitstellen und vieles mehr.
    Viele Gäste waren da und bei dem schönen Wetter war alles herrlich entspannt und heiter und freundlich.
    Man könnte glatt vergessen, dass viele der Jugendlichen, die in der dortigen Wohngruppe leben, bis dahin oft einen schwierigen Start haben und viel Unterstützung und Hilfe brauchen.  Und Boxhandschuhe. Wir hatten für einen netten Gag beim Ordensjubiläum Boxhandschuhe gebraucht und mir war klar, dass es die im Kinderheim geben würde.
    "Sich durchboxen müssen" ist ein geflügelter Begriff für Menschen, die es nie leicht hatten und immer boxend durchs Leben gehen, damit sie durchkommen. Aber die eigentliche Definition für den Boxsport ist "die edle Kunst der Selbstverteidigung"
    Von Waleri Popentschenko, einem russischen Boxolympiasieger der sechziger Jahre ist bekannt, dass er in seiner ganzen Meisterkarriere niemals einen einzigen blauen Fleck im Kampf bekommen hat. Einmal durchboxen, einmal selbstverteidigen.
    Bei Florian und den Märtyrern von Lorch, die dort heute gefeiert werden, bei den verfolgten Christen in vielen Ländern der Erde, in den Auseinandersetzungen um die Art und Weise, wie wir heute Kirche sein wollen, beim Kampf gegen die Diskriminierung der Frauen in unserer Kirche – manchmal sind Boxhandschuhe notwendig. Damit deutlich wird, worum es geht – um die Verteidigung des Glaubens, um den Mut für diese Kirche einzutreten, um die Verteidigung der Sache Jesu, wenn nichts anderes mehr hilft und die feinen seidenen Handschuhe eher fürs Museum geeignet sind.
    3 min
  • Erzählen Sie von Ihren Begegnungen mit dem Göttlichen!
    Erzählen Sie von Ihren Begegnungen mit dem Göttlichen!
    Heute feiern wir mit der Kirche das Fest der Apostel Philippus und Jakobus. Eine der Geschichten in denen Philippus eine Rolle spielt geht so:
    "In jener Zeit wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. 
    Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!"
    Und das entzückende an dieser Geschichte ist, dass sich an diesen Abläufen bis heute nichts geändert hat. Menschen erleben Jesus in der Schrift, im Gebet, im Gottesdienst und fühlen sich gerufen und beauftragt. Und sie erzählen es weiter und weiter und weiter. Und dazwischen kommt das, was wir alle kennen: kann denn aus Nazareth etwas Gutes kommen? Als ich das zum ersten Mal bewusst gehört habe, dachte ich: oh, schon damals war es so, wie es heute noch ist: Vorurteile haben Konjunktur: kann denn aus Köln etwas Gutes kommen, von diesen Bischöfen, oder von dieser Regierung, von Frauen oder Männern, von Jugendlichen, von Ausländern und so weiter und so fort.
    Das scheint immer zu funktionieren. Und die Antwort von Philippus ist die beste, die er damals geben konnte: Komm und sieh. Komm, lern ihn doch selber kennen, schau ihn Dir selber an, bilde Dir selbst ein Urteil, komm ins Gespräch, zieh mit ihm um die Häuser, erlebe ihn im Alltag. Dann wirst Du sehen.
    Machen Sie es doch genauso: erzählen Sie weiter von Ihren Begegnungen mit dem Göttlichen und von dem, was sie beschäftigt und beeindruckt und belebt. Und wenn jemand mit seinen fragenden Vorurteilen kommt: kann denn aus dieser Kirche noch etwas Gutes kommen? dann laden Sie ein: komm, schau selber, probiere es aus, trau Dich. Es geht um Jesus Christus, und der ist derselbe, damals, heute und in Ewigkeit.
    4 min

About Morgenimpuls

From the publisher's feed

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

More shows like Morgenimpuls

Blick in die Bibel by DOMRADIO.DE

Blick in die Bibel

2 Listeners

Der 7Mind Podcast by Achtsamkeit & Mentales Wohlbefinden

Der 7Mind Podcast

7 Listeners

Psychologie to go! by Dipl. Psych. Franca Cerutti

Psychologie to go!

53 Listeners

Familienrat mit Katia Saalfrank by Mit Vergnügen

Familienrat mit Katia Saalfrank

10 Listeners

einfach ganz leben by argon podcast

einfach ganz leben

7 Listeners

Own it. Der Female Finance Podcast by Natascha Wegelin

Own it. Der Female Finance Podcast

12 Listeners

Smarter leben by DER SPIEGEL

Smarter leben

51 Listeners

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna by WDR 2

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna

11 Listeners

Honigperlen für mehr Selbstliebe by Melanie Pignitter Selbstliebe Trainerin, Autorin, Dipl. Mentaltrainerin

Honigperlen für mehr Selbstliebe

4 Listeners

Frauenstimmen by Ildikó von Kürthy

Frauenstimmen

28 Listeners

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl by RTL+ / Stefanie Stahl

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl

36 Listeners

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung by Audio Alliance / RTL+

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung

25 Listeners

GANZ SCHÖN MUTIG by Melanie Wolfers

GANZ SCHÖN MUTIG

4 Listeners

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich! by Dominik Spenst

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich!

9 Listeners

Zwischen den Zeilen by Bettina Böttinger, Early Studios

Zwischen den Zeilen

11 Listeners