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Mit: Heidi Glück, Strategieberaterin, frühere ÖVP-Sprecherin
Josef Kalina, Berater, früher SPÖ-Bundesgeschäftsführer
Andreas Mölzer, Publizist, früher FPÖ-Politiker
Diskussionsleitung: Astrid Plank
Mit: Heidi Glück, frühere ÖVP-Sprecherin und nun Strategieberaterin
Josef Kalina, früherer SPÖ-Sprecher, Berater
Andreas Mölzer, früherer FPÖ-Politiker, Publizist
Diskussionsleitung: Astrid Plank
Im April 1944 wurden 44 Kinder und sieben Erwachsene im Kinderheim in Izieu bei Lyon festgenommen, deportiert und schließlich in Auschwitz ermordet wurden. Auch sieben Kinder aus Österreich waren darunter, sie waren mit ihren Familien im März 1938 nach Frankreich geflüchtet.
Vor ihrer Deportation verbrachten die jüdischen Kinder und Jugendlichen, deren Eltern bald in Lagern eingesperrt oder umgebracht worden waren, einige Monate in dem idyllisch gelegenen Kinderheim in Izieu. Sie zeichneten, spielten, organisierten kleine Theateraufführungen und erlebten – soweit möglich – unbeschwerte Tage; bis der „Schlächter von Lyon“, Gestapo-Chef Klaus Barbie, die Kinder und ihre Betreuer:innen nur wenige Wochen vor der Kapitulation der deutschen Truppen in Frankreich in einer brutalen Razzia abholen ließ.
Die Kinder von Izieu haben im kollektiven Gedächtnis in Frankreich einen wichtigen Platz eingenommen. In Österreich ist das Schicksal der Kinder aus Wien weitgehend unbekannt.
Während der NS-Zeit haben die deutschen Besatzer die Kirchenglocken Prags zerstört. Die tschechischen Kommunisten taten alles, um deren Erneuerung zu verhindern. Jetzt sind es überwiegend junge Leute, die als ehrenamtliche Glöcknerinnen und Glöckner unterwegs sind –und Geld sammeln, um die verlorenen Glocken nachgießen zu lassen. Manche der Enthusiasten sind katholisch, aber die meisten haben mit Kirche gar nichts am Hut – wie die Mehrheit in Tschechien. Sie sind einfach fasziniert vom Klang der Glocken, vom archaischen Handwerk des Läutens. Und sie sind Lokalpatrioten, die den Klang des alten Prag nach rund einem Jahrhundert wieder erleben wollen. Jetzt, in der Weihnachtszeit, werden in der tschechischen Hauptstadt wieder einige Glocken läuten, die nur bei besonderen Gelegenheiten erklingen.
Seit April 2023 versinkt der Sudan in einem brutalen Bürgerkrieg. Zwei miteinander verfeindete Generäle und ihre Soldaten bekriegen einander; zwischen die Fronten kommt – so wie immer – die Zivilbevölkerung. Der Konflikt hat mehr als 11 Millionen Menschen vertrieben, 3 Millionen davon sind ins Ausland geflüchtet. Die Vereinten Nationen sprechen von der schlimmsten humanitären Katastrophe derzeit, die vom Rest der Welt dennoch kaum Beachtung bekommt. Schätzungen gehen von bis zu 150.000 Getöteten aus. 25 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung – sind von akutem Hunger betroffen, eine dreiviertel Million soll kurz vor dem Hungertod stehen.
Die Nuba-Berge im Süden des Sudans gehören zu den wenigen relativ friedlichen Regionen, wo sich viele Vertriebene hinflüchten. Doch dem Hunger können sie auch hier nicht entkommen. Laura Salm-Reifferscheidt hat ein Krankenhaus in den Nuba-Bergen besucht.
Von rund 20 000 Obdachlosen in Österreich ist rund ein Drittel weiblich.
Wohnungslosigkeit von Frauen ist oft unsichtbar, denn viele Frauen gehen aus Scham Kompromisse ein, um nicht auf der Straße zu landen: Einige putzen oder tauschen sexuelle Gefälligkeiten gegen ein Dach über dem Kopf, andere schlafen bei wechselnden Bekannten auf der Couch. Die Dunkelziffer ist hoch.
Manche dieser Frauen sind nicht allein - sie sind obdach- oder wohnungslose Mütter, die mit ihren Kindern in belastenden Provisorien leben müssen. Die häufigsten Gründe für Wohnungsverlust sind psychische oder physische Gewalt, akuter Platzmangel, wenn vielköpfige Familien in viel zu kleinen Wohneinheiten zusammenleben, das Ignorieren von Ablaufdaten von befristeten Mietverträgen und Delogierung. Für Betroffene gibt es Unterstützung: Allein die Caritas Österreich betreibt zwölf Mutter-Kind-Häuser.
Ursula Theiretzbacher wurde für diese Sendung mit dem "Journalismuspreis von unten" ausgezeichnet.
In der Hochphase der NS-Ideologie erfand der Führer der SS, Heinrich Himmler, den „Lebensborn“: eine Vereinigung, um „arischen“ Nachwuchs zu fördern. Damit waren Geburtsheime gemeint, in denen sowohl überzeugte nationalsozialistische Familien ihre Kinder zur Welt bringen als auch ledige Schwangere anonym entbinden konnten. Voraussetzung: Sie mussten so wie auch der Vater „arisch“ genug wirken – also im besten Fall blond und blauäugig sein; auch die politische Überzeugung wurde erkundet. Nach der Geburt gaben viele Frauen ihre Kinder für Pflegefamilien oder zur Adoption frei.
Ein Lebensborn-Heim stand auch in der damaligen Ostmark. Rund 1300 Kinder sind in der Einrichtung im südlichen Wienerwald zur Welt gekommen.
Seit einiger Zeit widmet sich ein wissenschaftliches Projekt diesem Haus und den dort geborenen Kindern. Bei einer Tagung wurden die Ergebnisse vorgestellt.
Der Weg zum Mars führt über Texas - zumindest, wenn es nach der Firma SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk geht. Am südlichsten Zipfel des Bundesstaates steht am Meeresstrand eine Teststation für die leistungsfähigste Rakete der Welt namens "Starship". Die "Starbase" ist ein beliebtes Ausflugsziel für Weltraumfans und Schaulustige aus der ganzen Welt.
Für das Rio Grande Valley ist die Teststation allerdings ein zweischneidiges Schwert. Auf dem schmalen Landstreifen zwischen zwei Naturschutzgebieten finden sich immer mehr Wrackteile aus missglückten Testläufen. Geschützte Meeresschildkröten und seltene Kleinlebewesen werden durch die lauten Starts aus ihren Lebensräumen vertrieben, und auch die Menschen leiden. Der Einzug des Milliarden-Konzerns in die arme Region freut zwardie lokale Politik, für die Bewohner:innen bedeutet er aber vor allem steigende Mieten und einen begrenzten Zugang zum Meer. Die Wucht der Raketenstarts lässt Fensterscheiben im Umland regelmäßig zerbersten.
Vor 80 Jahren versuchten Hitler und seine Generäle, die drohende Niederlage der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg noch abzuwenden - durch eine Offensive in den ostbelgischen Ardennen. Ziel war die Rückeroberung des für den alliierten Nachschub immens wichtigen Hafens Antwerpen. Die Alliierten wehrten den Überraschungsangriff in wochenlangen Kämpfen unter schweren Verlusten ab.
Auch heute sind die Narben in der belgischen Landschaft immer noch sichtbar. Auch die Wunden in den Seelen der betroffenen Menschen verheilen nur langsam.
Die Ardennenoffensive begann am 16. Dezember 1944, dauerte bis zum Jänner 1945 und war für beide Seiten extrem verlustreich. Sie trug maßgeblich zum Niedergang des Nazi-Reichs bei.
Coole Vintage-Möblierung, ein Kühlschrank der bulgarischen Marke Mraz, in der Küche ein Transistorradio: Das Museum über den Sozialismus, The Red Flat in der bulgarischen Hauptstadt Sofia, lockt Menschen aus aller Welt an.
Doch nicht nur für ausländische Besucher:innen ist der historische Blick hinter den Eisernen Vorhang nach wie vor spannend; auch in Bulgarien beschäftigt die jüngste Vergangenheit viele Menschen. Bei den Älteren überwiegt oft die Nostalgie, doch auch Junge schwärmen von dieser Zeit, die sie weder erlebt haben noch aus dem Geschichtsunterricht kennen, wo der Sozialismus meist ausgespart wird.
In den 35 Jahren nach dem Sturz des kommunistischen Regimes gab es in Bulgarien weder eine gezielte Aufarbeitung dieser Zeit noch Rehabilitierung oder Entschädigung für ihre Opfer. Die Frage „Wie war es im Sozialismus?“ polarisiert bis heute.
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