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Ihre Bilder zeigen hybride Körperformen, die dem aalglatten Stereotyp weiblicher Schönheit die pralle Sinnlichkeit entgegensetzen. Die Techniken alter Meister übersetzt die 55jährige in die Gegenwart. 1997 wird Jenny Savilles figurative Malerei in der legendären Ausstellung "Sensation" in der Royal Academy gezeigt - neben Arbeiten von Damien Hirst, Tracey Emin und Sarah Lucas. Das Label Young British Artists wird geboren und beschert den Künstler:innen der Ausstellung kommerzielle Erfolge. Während der Stern vieler Young British Artists schnell verglüht, reüssiert Jenny Saville bis heute am Kunstmarkt. Um 12,4 Millionen Dollar wurde ein Gemälde der Britin 2018 bei Sotheby's versteigert. Ein Rekordergebnis, das Saville zur teuersten lebenden Künstlerin am Auktionsmarkt macht.
Gestaltung.: Christine Scheucher. Gesendet in Ö1 am 27. 05. 2025.
Seine Bilder muten mitunter wie monomentale Materialschlachten, die wie ein Palimpsest immer wieder überschrieben werden - von neuen Schichten, neuen Erinnerungen. 1945 wird Anselm Kiefer in den letzten Tagen des Krieges in einem Luftschutzkeller in Donaueschingen geboren. Womöglich ein Grund, weswegen das Unsichtbare und Verborgene zu einem Leitmotiv seiner Arbeit geworden ist. Kiefer zählt zu den großen Malerfürsten des 20. Jahrhunderts und arbeitete sich wie kaum ein anderer deutscher Künstler am großen Zivilisationsbruch der deutschen Geschichte ab. 2025 feiert der Künstler seinen 80. Geburtstag. Das Stedelijk Museum und das Van Gogh Museum in Amsterdam widmen ihm eine große Schau, deren romantisch verbrämter Titel "Sag mir, wo die Blumen sind" beinahe altersmilde wirkt.
Gestaltung: Christine Scheucher. Gesendet in Ö1 am 28. 05. 2025.
Vom Sinn des Seins:
Martin Heidegger (1889 - 1976) war ein bahnbrechender Denker der Bedeutung des Seins, der Zeit, menschlicher Existenz und Freiheit. Heideggers Philosophie kann helfen, unser menschliches Dasein und die damit verbundenen Herausforderungen in Zeiten der Omnikrise besser zu verstehen. Hannah Ahrendt bezeichnete ihren Lehrer Heidegger deshalb als "heimlichen König der Philosophie".
Gestaltung: Johannes Kaup. Gesendet in Ö1 am 26. 05. 2025.
Heidegger weiter denken.
Spätestens seit dem Erscheinen seiner Denktagebücher "Schwarze Hefte" im März 2014, ist eine Debatte darüber entbrannt, wie Heideggers nationalsozialistische Phase in den 1930er Jahren zu deuten ist. Denn Heidegger hoffte 1933 tatsächlich als Philosoph den "Führer" Adolf Hitler führen zu können. Ein schwerwiegender Irrtum, wie sich bald herausstellen sollte. 1934 legte er ernüchtert sein Rektorat an der Freiburger Universität vorzeitig wieder zurück. Doch der Schaden war angerichtet. Öffentlich schwieg er darüber. Diese private Verirrung führte dazu, dass Heidegger nach dem Krieg in Deutschland verfemt war. Es waren seine Schülerin Hannah Ahrendt, aber auch viele namhafte französische Denker wie Jean-Paul Sartre und Jean-Luc-Nancy, die ihn rehabilitierten.
Gestaltung: Johannes Kaup. Gesendet in Ö1 am 27. 05. 2025.
Philosophie als Lebenshilfe:
Martin Heideggers Philosophie ist keine Lebenshilfe im herkömmlichen Sinn. Sie gibt keine direkten praktischen Anleitungen und Ratschläge zu einem guten Leben. Heidegger ist ein ontologischer Denker. Das bedeutet, dass er die Grundstrukturen des Daseins und des menschlichen Existierens erschließen möchte. Aber natürlich dienen die daraus gewonnenen Erkenntnisse dazu, sich selbst tiefer zu verstehen und ein freies und mit anderen verbundenes Leben zu führen.
Gestaltung: Johannes Kaup. Gesendet in Ö1 am 28. 05. 2025.
Zwischen Realität und Science-Fiction.
Was ist dort, wo wir die Sterne sehen? Diese Frage, hat Menschen seit jeher veranlasst zu träumen, zu forschen, und zu erfinden. Wohin führen die nächsten bemannten Missionen? Wie und vor allem wie lange können AstronautInnen überleben?
Die Neugierde auf das Unbekannte und die Begeisterung für die Zukunft sind die Antriebe für die unglaublichen Innovationen in der Weltraumbranche, die interdisziplinär die hellsten Köpfe braucht, um ein Leben und ein Überleben in der Schwerelosigkeit und der Kargheit fremder Planeten möglich zu machen. Die Weltraumarchitektin Barbara Imhof entwirft mit ihrem Team Liquifer orbitale Habitate, Gewächshäuser, Roboter und Powerplants für den Weltraum.
Gestaltung: Dagmar Streicher. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 19. 05. 2025.
Wem gehört das All?
"Die Erforschung und Nutzung des Weltraums soll zum Wohle aller Völker erfolgen." So steht es im Weltraumvertrag von 1967, der von allen großen Raumfahrtnationen unterzeichnet wurde. Artikel II hält fest, dass "der Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, nicht Gegenstand nationaler Aneignung ist." Doch Weltraumprogramme werden heute nicht nur von Staaten, sondern auch von einzelnen Privatunternehmern und deren Firmen durchgeführt. Zumeist in Kooperation mit den großen nationalen Weltraumagenturen.
Gestaltung: Dagmar Streicher. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 20. 05. 2025.
New Space.
Seit den 2020iger Jahren spricht man von New Space und Old Space. Der New Space, diesseits des Mondes, ist für die kommerzielle Nutzung des Weltraums vorgesehen, während der Mond selbst und der Raum dahinter, also der Old Space, weiterhin von den Weltraumnationen erforscht und entdeckt werden soll.
Gestaltung: Dagmar Streicher. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 21. 05. 2025.
Nächste Missionen.
Im Europäischen Astronautenzentrum in Köln bereiten AstronautInnen und wissenschaftliche ExpertInnen der Esa die nächsten Missionen vor. Die österreichische Ärztin und Reserveastronautin Carmen Possnig untersucht die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den Menschen. Aber auch die Auswirkungen der Isolation, die sie auf ihrem 13-monatigen Aufenthalt in der Antarktis gut kennengelernt hat. Ebenfalls im Europäischen Astronautenzentrum ist das weltweit einzigartige Trainingsgelände LUNA.
Gestaltung: Dagmar Streicher. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 22. 05. 2025.
Ein Mann wie eine Opernfigur: Ferdinand Lassalle - Revolutionär und Salonlöwe - hat ein kurzes, aber furioses Leben gelebt. Im Frühjahr 1825 geboren, stand der streitlustige Theoretiker und Agitator an der Wiege der deutschen Sozialdemokratie: Im Mai 1863 gründete Lassalle zusammen mit einigen Mitstreitern den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" - aus dem ein Jahrzehnt später die SPD hervorgehen sollte, die erste große Massenpartei Europas. 1864 fiel der Arbeiterführer mit der theatralischen Attitüde - nach einer verhängnisvollen Liebesaffäre - im Duell mit einem Nebenbuhler.
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 12.05. 2025.
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