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Hegel, Marx und die Folgen.
"Die Philosophie Hegels gab mir alles", bekannte Ferdinand Lassalle, "sie gab mir Klarheit und Selbstbewusstsein." Wie andere "Linkshegelianer" entwickelte sich auch der schlesische Bürgersohn Lassalle unter dem Eindruck der Revolution von 1848, an der er begeistert teilnahm, vom radikalen Republikaner zum Sozialisten. Lassalle verstand sich nicht nur als Anhänger von Marx und Engels, er entwickelte in den 1850er und 60er-Jahren auch eigene Theorieansätze.
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 13.05. 2025.
Die junge deutsche Arbeiterbewegung
Am 23. Mai 1863 gründete Ferdinand Lassalle zusammen mit einem Dutzend Abgesandten aus verschiedenen deutschen Städten im Leipziger "Pantheon" den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein", kurz ADAV. Damit war ein folgenschwerer Schritt vollzogen: Die junge deutsche Arbeiterbewegung führte den Kampf um eine bessere Welt nicht mehr gemeinsam mit den bürgerlichen Liberalen, sondern getrennt von diesen. Mit Lassalle tritt die Arbeiterschaft als organisierter Akteur in die politische Arena. Fünfzig Jahre später, 1912, ist die "Sozialdemokratische Partei Deutschlands", die erste große Arbeiterpartei Europas, dann schon stärkste Partei im deutschen Reichstag.
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 14.05. 2025.
Starke Wirkung in Österreich.
Ferdinand Lassalle, 1864 in einem Duell in der Nähe von Genf gefallen, wurde nicht nur in der deutschen, sondern auch in der österreichischen Sozialdemokratie nachgerade kultisch verehrt. Von dieser Verehrung kündet ein großer, nach dem deutschen Sozialisten benannter Gemeindebau in Wien, der "Lassallehof"; man darf aber auch die "Lassallestraße" in der Leopoldstadt nennen, eine der zentralen Straßen Wiens, die den Praterstern mit der Reichsbrücke verbindet.
In den letzten Jahren allerdings beginnt die Erinnerung an den Ahnherrn der deutschen und österreichischen Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung ein wenig zu verblassen.
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 15.05. 2025.
Pillen und Reden.
Im Lauf des letzten halben Jahrhunderts sind die Erwartungen an psychotherapeutische Interventionen gestiegen. Sie sollen sowohl im medizinischen als auch im sozialen Bereich heilende oder zumindest verbessernde Effekte erzielen. Können sie die damit verbundenen Hoffnungen erfüllen?
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 05. 2025.
Innen und Außen.
Steckt eine psychische Erkrankung im Patienten oder steckt der Patient in einer psychischen Erkrankung? Das naturwissenschaftliche Verständnis tendiert dazu, Krankheitssymptome isoliert zu betrachten, aber Störungen des Erlebens haben immer auch eine soziale Dimension. Der Inhaber des Karl-Jaspers-Lehrstuhls für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg, Thomas Fuchs, veröffentlichte 2023 ein Fachbuch, in dem eine umfassende natur- und geisteswissenschaftliche Neubewertung in der Behandlung psychisch kranker vorgeschlagen wird: "Psychiatrie als Beziehungsmedizin".
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 13. 05. 2025.
Verstehen und Verhalten.
Im frühen 20. Jahrhundert war die von Sigmund Freud entwickelte Psychoanalyse die vorherrschende therapeutische Technik. Etwa zur gleichen Zeit fand aber auch die experimentelle psychologische Forschung statt, deren bekanntestes Beispiel die Reiz-Reaktionsketten sind, die Iwan Petrowitsch Pawlow an Hunden zeigte. Daraus entwickelten sich verhaltenstherapeutische Verfahren, die stärker an Psychoedukation orientiert waren als an Psycho-Analyse. Seit der so genannten Kognitiven Wende in den 1960er und 1970er Jahren hat sich die klassische Verhaltenstherapie in der Kombination mit analysierenden Verfahren etabliert. Ist die Psychotherapie auf dem Weg das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen?
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 05. 2025.
Theorie und Praxis.
Am 01.01.2025 trat in Österreich die Neufassung des Psychotherapiegesetzes in Kraft, mit dem die Psychotherapie schrittweise in den Stand eines akademischen Berufes gesetzt wird. Sie gilt neben Psychiatrie und Psychologie als eines der drei Standbeine für die wirksame Behandlung psychischer Erkrankungen. Angehende Therapeut:innen müssen derzeit neben theoretischen Prüfungen mindestens 600 Stunden Selbsterfahrung nachweisen, in der sie eigene Traumata und Triebkonflikte erkennen und redend bearbeiten konnten. Zukünftig sollen 1000 Stunden Selbsterfahrung verpflichtend sein. Die Veränderungen, die die neuen Ausbildungsvorgaben mit sich bringen, sind Thema dieser Sendung.
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 15. 05. 2025.
Die Sonderschule: Ein Auslaufmodell?
Im Jahr 2008 hat Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet und sich dadurch verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem zu schaffen. Das Radiokolleg hat nachgefragt, wie gut das bisher gelungen ist.
Christoph Dirnbacher und Sandra Knopp mit einer Bestandsaufnahme der inklusiven Bildung in Österreich.
Gestaltung: Sandra Knopp, Christoph Dirnbacher. Redaktion: Ulla Ebner, Juliane Nagiller. Gesendet in Ö1 am 5. 05. 2025.
Gemeinsam Lernen im Klassenzimmer.
In Integrationsklassen lernen Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam. Dieses System soll gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit fördern. Und es soll Kindern mit Behinderungen ermöglichen, sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen. In Integrationsklassen wird ein Unterricht angeboten, der auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schüler:innen eingeht. Dies kann auch für Kinder ohne Behinderungen von Vorteil sein. Sie lernen soziale Kompetenzen, Empathie und Verständnis für die Bedürfnisse anderer zu haben. Studien zeigen, dass Integrationsklassen oft ein positives Klassenklima haben, in dem gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit gefördert werden.
Dominic Schmid und Anna Celine Mark haben eine Integrationsklasse besucht und sich angesehen, inwiefern Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.
Gestaltung: . Redaktion: Ulla Ebner, Juliane Nagiller. Gesendet in Ö1 am 6. 05. 2025.
Reutte: Eine sonderschulfreie Zone.
Im Herbst 1997 beginnt im Tiroler Bezirk Reutte ein neues Schuljahr. Manche Schulen bleiben aber geschlossen: die dortigen Sonderschulen. Und das sind sie bis heute. Reutte ist der erste und einzige sonderschulfreie Bezirk in Österreich. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in Integrationsklassen unterrichtet.
Margarete Endl und Sandra Knopp haben nachgefragt, wie zufrieden die Menschen in Reutte mit ihrer Lösung sind.
Gestaltung: Margarete Endl, Sandra Knopp. Redaktion: Ulla Ebner, Juliane Nagiller. Gesendet in Ö1 am 7. 05. 2025.
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