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Radiopionierin: Susanne Scholl
"Das Radio war immer mein Lieblingsmedium. Weil im Radio kann man erzählen, das kann man im Fernsehen nur bedingt. Und ich war immer eine Erzählerin, ich wollte immer die Geschichten erzählen", sagt die ehemalige ORF Korrespondentin Susanne Scholl. Begonnen hat sie ihre Karriere im ORF bei "Radio Österreich International" und bei der Austria Presse Agentur. Paul Lendvai erkannte ihr Talent und holte die junge Frau, die ein Doktorat in Slawistik in der Tasche hatte und perfekt Russisch sprach, in die neue ORF Osteuropa-Redaktion. Ein Monat vor dem Mauerfall 1989 ging sie als Korrespondentin nach Bonn, 1991 bekam sie endlich in ihren ersehnten Korrespondentenjob in Moskau, von wo aus sie 20 Jahre lang für Radio und Fernsehen berichtete. Heute ist Susanne Scholl bei "Omas gegen rechts" engagiert und lebt als erfolgreiche Schriftstellerin in Wien.
Gestaltung: Ulrike Schmitzer. Gesnedet in Ö1 am 17. 10. 2024.
Am Anfang war der Kuss.
Mit dem Mund, den Lippen und Zähnen, dem Saugen, Schmecken und Verschlingen beginnt die Erschließung der Welt. Essen, Lachen, Weinen, Küssen: Der Mund ist eine äußerst reizvolle Körperzone. Doch nicht nur die sinnlichen Erkundungen, sondern auch Ästhetik und Psychodynamik dieses so intimen Raumes machen ihren Reiz aus. Die Kunst- und Kulturgeschichte ist dem Oralen auf der Spur, dem Uranfang allen Begehrens: Hunger, Hass und Liebe.
Gestaltung: Katrin Mackowski. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 07.10. 2024.
Lippen und Zähne, zur Psychodynamik der Mundhöhle.
Der Mundraum ist ein einzigartiges Organ-Ensemble des menschlichen Körpers. Seine Höhlung öffnet sich über Lippen und Mund in die Außenwelt und über den Schlund in die Innenwelt des Körpers. Dieser bi-direktionale Transitraum ist für unser Weltverhältnis basal, sagt der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme.
Gestaltung: Katrin Mackowski. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 08.10. 2024.
Der Liebesbiss, weiblich und vampirisch.
Die Frau, ihre Lippen, ihre Vagina, ihr erotisches Begehren, markieren quer durch die Kulturgeschichten eine Lust- wie Gefahrenzone. Da sind die rot geschminkten Lippen, die auf Plakaten, Kunstwerken leuchten und werben: dahinter lauert das Saugen und Aussaugen, der Liebesbiss der gefürchteten wie begehrten Frau, Metapher und Figur des weiblichen Vampirs. Die Angst vor dem Gefressen werden beim Küssen, die Angst vor dem Tod durch die Frau, sind in Film- und Literatur jedoch öfter mit dem Mann verbunden. Es ist der Mann, der als Vampir auftritt, als verführerischer Blutsauger, der seine Lippen ansetzt, der die Zähne zeigt, zubeißt, saugt und sich die Frau einverleibt und damit unschädlich macht. Das ist der bekannte Topos und in aller Munde.
Gestaltung: Katrin Mackowski. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 09.10. 2024.
Das Orale in der Kunst.
Schon im Alten Testament wird in den Büchern Hiob und Jesaja der Mund als Hölle im Rachen beschrieben. "Aus dem Höllenrachen wird dann irgendwann ein menschliches Maul", erklärt die Kunsthistorikerin Uta Ruhkamp. Auch die "Bocca della verità", der Mund der Wahrheit, eine bekannte Sehenswürdigkeit in Rom, gehört in diese Kategorie: eine Art antiker Lügendetektor ist das, sagt sie. Wer seine Hand in das Maul des marmornen Gesichts steckt und dabei die Unwahrheit spricht, dem wird sie abgebissen, so erzählt die Legende. Das Orale zieht sich von ihren Anfängen bis in die Gegenwart der Kunst.
Gestaltung: Katrin Mackowski. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 10.10. 2024.
Schwierige Anfänge, gewaltsame Kahlschläge.
Vor hundert Jahren wurde bei Mailand die erste Autobahn der Welt eröffnet. Das Radiokolleg beleuchtet die wechselhafte Geschichte der Automobilkultur und der Straße. Vor dem ersten Weltkrieg war man von Aufbruchsstimmung allerdings noch weit entfernt: die Automobilkultur steckte in den Kinderschuhen und die Zustände wirken retrospektiv gar unglaublich und wenig rosig: Das Automobil war allgemein unbeliebt. Erst in der Zwischenkriegszeit wurden Autobahn und Rennfahrer in Italien und Deutschland zu staatlichen Helden gemacht. In der "goldenen Ära" ab den 1960er-Jahren konnte sich dann fast jeder und jede ein Auto leisten - samt Italienausflug. Mittlerweile hat sich in Sachen Automobilkultur viel verändert: Dank Klimakrise betrachtet man das Thema Mobilität aktuell kritisch. Wie kann die Mobilität von morgen aussehen, Stichwort: Mobilität
Gestaltung: Kilian Jörg, Conrad Kunze. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 7. 10. 2024.
Die Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit.
In den sogenannten "goldenen Jahrzehnten" - von 1960 bis 1980 - gab es plötzlich so viele Autos, wie niemals zuvor: Eine neue Alltagskultur entstand in Europa. Der Tagtraum vom Italienurlaub und die kleine Alltagsflucht in die nahegelegene Natur wurde mit dem Automobil und der Entwicklung und dem Ausbau der Autobahnen Realität. Doch wie haben sich diese Träume weiterwickelt, als sie plötzlich keine Träume mehr waren, sondern Wirklichkeit wurden? Und auf was für materielle Bedingungen und Kahlschläge fußte diese neugewonnene Freiheit des "Wirtschaftswunders" der Nachkriegszeit? Und inwieweit beeinflusste die neue boomende Automobilkultur in Folge auch die Popkultur? Von Kraftwerk über Adriano Celentano bis hin zu KlitClique wurde und wird das Autofahren auch auf viele Arten besungen.
Gestaltung: Kilian Jörg, Conrad Kunze. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 08. 10. 2024.
Was macht das Auto(bahn)fahren mit uns?
Unsere Freiheits- und Freizeitvorstellungen sind heute aufs Engste mit Mobilität, insbesondere mit dem Auto, verwoben. Wenn man von einem Ausflug "in die Natur" oder einer "Flucht aufs Land" träumt, werden diese Ausflüge in abgelegene Gebiete zumeist erst durch ein Automobil ermöglicht. Genauso sind große Teile unserer Wirtschaft ohne Automobilität kaum denkbar. Unsere Beziehung zum Auto verhält sich ambivalent und ist von vielen Widersprüchen geprägt - und die Abhängigkeit unserer Gesellschaftsordnung vom Automobil hat viele Nachteile. Auch die Diskussion rund um Maßnahmen und Sinnhaftigkeit von Tempolimits, Schallschutzwänden und Verkehrsberuhigungszonen reißen nicht ab. Trotz aller Maßnahmen und Begrenzungen fordert der Straßenverkehr immer noch zahlreiche Opfer.
Gestaltung: Kilian Jörg, Conrad Kunze. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 09. 10. 2024.
Ist die Autobahn am Ende?
Die Autobahn ist wieder ähnlich umstritten, wie in ihrer Entstehungszeit: Kaum ein Neubau ohne großen Widerstand. Und es mehren sich die Stimmen, die sogar eine völlige Einstellung des Neubaus, ein "Moratorium", fordern. Der vierte Teil des Radiokollegs lässt Aktivist:innen zu Wort kommen. Und: Warum ist Autofahren eigentlich kostengünstiger als Zugfahren? Warum dreht sich der Kulturkampf rund um Fußwege, Radwege, um Diesel- und Elektroautos und wieso werden die Fronten immer verhärteter? Was steckt hinter dem "Kampf ums Auto"? Welche Menschengruppen setzen sich für oder gegen die Automobilkultur ein?
Gestaltung: Kilian Jörg, Conrad Kunze. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 10. 10. 2024.
Einflussreiche Verbindungen.
Alles hängt mit allem zusammen. Netzwerke prägen das gesellschaftliche Leben. Welche Macht geht von ihnen aus, wer gehört dazu und wie wird eine zunehmend digitale Welt nach den sozialen Netzwerken aussehen?
Formen des Netzwerkens gibt es seit der Mensch tauscht und handelt. Das älteste bekannte soziale Netzwerk ist mehr als 40.000 Jahre alt. Im Zuge der Industrialisierung und der Globalisierung bekommt das Netzwerken - auch Networking - immer mehr Gewicht. Wer Einfluss haben will, der benötigt die richtigen Kontakte und diese finden sich zumeist an dritten Orten jenseits von zuhause und Arbeitsplatz.
Gestaltung: Till Köppel. Redaktion: Sarah Kriesche. Gesendet in Ö1 am 30. 09. 2024.
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