Passage

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Passage episodes

  • (K)eine Kopie – eine Guadagnini-Geige, made in Brienz
    Wie an der einzigen Schweizer Geigenbauschule eine erstklassige Violindoublette entsteht – mit modernster Technik, vor allem aber in der Tradition einer Handwerkskunst, wie sie schon vor hunderten Jahren in den Cremoneser Werkstätten eines Stradivari oder Guadagnini entwickelt und praktiziert wurde.
    Im Sommer 22 bekam der international bekannte Schweizer Geiger Sebastian Bohren den «Goldenen Bogen» der Geigenbauschule Brienz verliehen. Und war von der besonderen Aura der Schule so angetan, dass er sein millionenteures Instrument einem der Brienzer Nachwuchs-Geigenbauer zur Verfügung stellte: Adrian Pfeiffer erforscht und kopiert die Guadagnini für sein Abschlussdiplom und lässt sich bei seiner faszinierend sorgfältigen Arbeit eng begleiten. Klingt Adrians Geigenkopie ähnlich, wenn von Sebastian Bohren im direkten Konzertvergleich gespielt? Vielleicht am Ende sogar besser als das Original?
    59 min
  • Rätselhaft berührend: Auf den Spuren sephardischer Lieder
    Diese Melodien lassen kaum jemanden kalt. Verschriftlicht wurden die Lieder der im Mittelalter in Spanien lebenden Sepharden erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Schweizer Klezmer Band Bait Jaffe interpretiert diese noch relativ unbekannte jüdische Musik auf ihrem Album «Sephardim» neu.
    Bei Konzerten von Bait Jaffe zeigen sich Menschen berührt von den melancholischen Melodien und den Geschichten, die auf den ersten Blick von Liebe handeln, doch auf den zweiten eine grosse, unerfüllte Sehnsucht in sich tragen. Was macht die Wirkung dieser Musik aus? Was erzählen diese Lieder, deren Entstehungsgeschichte weitgehend im Dunkel liegt? Die «Passage» geht auf Spurensuche und folgt der Sängerin Ana María Pérez in ihre Heimatstadt Granada. Die Aufarbeitung der jüdisch-spanischen Geschichte steht hier erst am Anfang.
    59 min
  • Lacht da wer? Was hat es mit dem Humor auf sich?
    Kriege und Katastrophen umfluten uns. Daher ist die Passage heute – dem Gegenteil gewidmet. Dem Humor. Der so wichtig ist. Der mal leicht daherkommt, mal schwarz oder platt, fein oder brachial und in vielen verschiedenen Formen. Wir gehen auf Spurensuche: mit einem Psychologen und einer Musikerin.
    Rund 15-mal am Tag lachen wir: über Witze, peinliche Situationen oder weil jemand anderes lacht. Humor hilft zum Überleben, ist ein zwischenmenschlicher Kitt, reguliert Beziehungen und Emotionen. Individuell ist er und hat viele Seiten, kommt als Witz und Komik daher, als Ironie, Satire und Comedy. Aber lässt Humor sich eigentlich greifen? Welche Ebenen hat er und wie hat er sich verändert im Lauf der Zeit? Bei der Klärung solcher Fragen hilft der Psychologe und Humorforscher Willibald Ruch. Und die Musikerin Maria Goeth untersucht den Zusammenhang zwischen Humor und Musik.
    57 min
  • Lemkins Gesetz – der Vater der Völkermord-Konvention
    Sein Leben lang kämpfte Raphael Lemkin um Gerechtigkeit für die Opfer staatlicher Gewalt. Die Völkermord-Konvention, die vor 75 Jahren von den Vereinten Nationen angenommen wurde, gilt als sein Lebenswerk. Doch sie ist noch immer fragil.
    Paris am 9. Dezember 1948: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen nimmt einstimmig ein Gesetz zur Verhütung und Bestrafung von Völkermord an. Im Mittelpunkt des internationalen Interesses steht an diesem Tag ein polnischer Jurist, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, dem Vernichtungswahn ein Ende zu bereiten. Sein Name: Raphael Lemkin. Die Völkermord-Konvention ist sein Lebenswerk – eine Art Epitaph für seine Eltern, die in Auschwitz umgebracht wurden. Einst wurde er als «Einstein des Völkerrechts» gefeiert; nach seinem Tod 1959 geriet Lemkin weitgehend in Vergessenheit.
    56 min
  • «Das letzte Märchen» – Maria Callas zum 100. Geburtstag
    Als Sängerin hat Maria Callas den Belcanto neu definiert, als Bühnenerscheinung den Opernrollen Glaubwürdigkeit zurückgegeben. Als Privatperson durchlebte sie komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen und als sich selbst inszenierende Diva stand sie im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.
    All diese Facetten von Maria Callas sind nicht voneinander zu trennen und ließen sie zur wohl bedeutendsten Opernsängerin des 20. Jahrhunderts werden, die von der Nachwelt zum Mythos stilisiert wurde. Ein klangvoller Gang durch die Karriere der Callas von den Anfängen in Athen über den triumphalen Aufstieg an der Mailänder Scala bis zu ihrem letzten Opernauftritt und dem Versuch eines Comebacks – zusammen mit Biograf:innen, Theaterschaffenden und noch verbliebenen Bühnenkolleg:innen, die dem stimmlichen, menschlichen und gesellschaftlichen Phänomen Maria Callas auf den Grund gehen.
    56 min
  • «50 Cent für einen Dollar» – die Schriftstellerin Willa Cather
    Truman Capote bezeichnete Willa Cathers Romane über den wilden Westen einmal als «vollkommene Kunstwerke». Ihre Geschichten handeln immer vom amerikanischen Traum; dem Traum der Siedler und insbesondere ihrer Frauen. Vor 150 Jahren kam Willa Cather zur Welt.
    Willa Cather stellt ungewöhnliche und heroische Frauenfiguren ins Zentrum. Ihre Heldinnen zieht es nicht in die großen Städte, sondern in die weite Prärie. In rauen Gefilden, am Rande der Zivilisation müssen sie sich bewähren und ihr Glück finden, was nicht oft gelingt. Nebenbei kritisiert Cather den Materialismus ihrer Zeit und vermag obskure finanzielle Transaktionen zu schildern, als trügen sie sich heute zu. Willa Cather, Pulitzer-Preisträgerin von 1923, wird durch Neuauflagen ihrer Werke neu entdeckt: als amerikanische Klassikerin und Chronistin der nordamerikanischen Pioniergeschichte.
    55 min
  • Georg Elser und der Tyrannenmord
    Am 8. November 1939 verübte der Schreiner Georg Elser in München ein Bombenattentat auf Adolf Hitler. Der Tyrannenmord scheiterte knapp. Bis heute steht Georg Elser im Schatten anderer Widerstandskämpfer. Wie stehen wir heute zu einer solchen Tat – Blut vergiessen, um Leben zu retten?
    Georg Elser war ein Handwerker aus dem württembergischen Dorf Königsbronn. Hitler entging seiner Bombe nur durch Zufall. Der deutsche Historiker Wolfgang Benz setzt dem noch immer wenig bekannten Georg Elser mit einer neuen Biografie ein Denkmal. In der Elser-Gedenkstätte in Königsbronn diskutieren Jugendliche, was uns der Attentäter heute noch zu sagen hat. Der Tyrannenmord könne – unter gewissen Bedingungen – auch heute noch ein legitimes Mittel des politischen Widerstands sein, sagt die Philosophin Katrin Meyer.
    Buchhinweis: Wolfgang Benz: Allein gegen Hitler. Leben und Tat des Johann Georg Elser, C.H. Beck 2023.
    57 min
  • Loriot – der preussische Bajazzo
    Sein Humor ist definitiv nicht von der lauten Sorte. Und trotzdem hat er Generationen zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln gebracht. Ein Feature zum 100. Geburtstag des deutschen Humoristen und Humanisten Loriot.
    Der preußische Offiziersspross Vicco von Bülow, im November 1923 geboren, hat die angeblich so humorlosen Deutschen – und die Schweizerinnen und Schweizer – das Lachen gelehrt. Ob als feinsinnig-schelmischer Zeichner oder als Schöpfer der legendären TV-Sketche, die in den Glanzzeiten des Fernsehens in den 1970er-Jahren Millionen Zuseherinnen und Zuseher vor die Bildschirme lockten: Die loriotsche Komik lebte und lebt von der Fallhöhe, die sich zwischen bürgerlichen Umgangsformen und den Peinlichkeiten allzumenschlichen Missgeschicks auftun können.
    57 min
  • Klänge der Freiheit: Das Folk-Festival auf der Lenzburg (W)
    Das Folk-Festival auf der Lenzburg (1972-1980) gilt als erstes Openair-Festival der Schweiz. Es war die treibende Kraft hinter der Schweizer Folk-Bewegung, in der junge Menschen danach suchten, musikalische und gesellschaftliche Grenzen zu sprengen.
    Die jungen Schweizer Folkies sahen sich in den 1970er Jahren mit einer biederen, einengenden, gutbürgerlichen Gesellschaft konfrontiert. Eine Möglichkeit, sich aus diesen Zwängen zu befreien, bot die Folk-Musik. Hier konnten Menschen frei musizieren, sich austauschen, ihre Gedanken in sozialkritischen Liedern ausdrücken. Das Folk-Festival auf der Lenzburg gilt als Höhepunkt dieser alternativen, liberalen, grünen und musikalisch spannenden Bewegung. Wir sprechen mit bekannten Musiker:innen der Schweizer Folk- und Liedermacherszene und lassen mit ihnen dieses wichtige Festival Revue passieren.
    Erstsendung: 20.1.2023
    1 hr
  • No Limit – der Sound der 90er als Spiegel der Gesellschaft
    Grenzenlose Freiheit: Die 90er Jahre begannen nach dem Fall der Mauer und dem Ende des kalten Krieges vielversprechend. Der Autor Jens Balzer erklärt anhand von Musikstilen der 90er – Techno, Grunge, Hip Hop – die gesellschaftlichen Entwicklungen: eine popkulturelle Tour de Force durch die 90er.
    Aus heutiger Sicht ist dieses Jahrzehnt ein Vorbote vieler Probleme, die wir heute haben: Klimakrise, Terror (9/11) und Turbokapitalismus. Aber damals, als die Technoszene in Berlin aufkam, schien für kurze Zeit alles möglich. Auch in der Schweiz. Hier verkörperte DJ Bobo den Techno, und die Street-Parade lockte Tausende an, um nächtelang durchzutanzen. In den leeren Kellern des Ostens von Berlin entstanden «Temporäre Autonome Zonen», Clubs, die Urlaub von der Geschichte boten. Aber eben, nur temporär: Das nächste Jahrzehnt beginnt mit 9/11. Doch es gibt auch Hoffnung: Die Transsängerin Antony (heute Ahoni) zeigte in ihrer Musik Ende der 90er, wie Queerness nach und nach salonfähig wird.
    55 min

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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.

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