Passage

Passage

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Passage episodes

  • The Actor is present: Eine Innensicht
    Wie arbeiten Schauspielerinnen und Performer? Wie leben sie? Mit welchen Arbeits-, Abhängigkeits- und Machtverhältnisssen haben sie es tagtäglich zu tun und wie sprechen sie darüber? – Eine akustische Collage. Für die Toninstallation «Zwangsvorstellung*» hat die Performerin Ariane Andereggen mit vielen Performerinnen und Schauspielern der internationalen (freien) Theaterszene gesprochen und diese Stimmen zusammen mit dem Musiker und Produzenten Ted Gaier zu einer klingenden und dringlichen Collage über das Theater und die Rolle der Schauspieler und Schauspielerinnen verdichtet. Was heisst es für sie auf der Bühne zu stehen? Wie thematisieren sie ihre eigenen sozialen Verhältnisse? Es geht um Obsessionen ebenso wie um Kapitalismuskritik, um prekäre Arbeitsstrukturen und künstlerische Strategien: Eine radiophone Reflexion über Kunst, Politik und Alltag.
    56 min
  • Wie die Shoah ins Gedächtnis rufen, wenn niemand mehr spricht?
    Sie haben die Shoah erlebt und sind dem Tod entronnen. Viele Holocaust-Überlebende widmeten viel Zeit ihres Lebens dem Erinnern. Jetzt sind die letzten von ihnen hochbetagt. Wer tritt an ihre Stelle, wenn sie nicht mehr sind? Was braucht es, um nicht zu vergessen? Jede Nacht fragt sich der gebürtige Pole Bronislaw Erlich, welches Schicksal seine Eltern ereilte, bevor sie starben. Jede Nacht, bis heute. Als 16-Jähriger hat er 1939 seine Familie in Warschau verlassen, um dem sicheren Tod zu entgehen. Auf seiner abenteuerlichen Flucht legte er seine jüdische Identität ab und wurde Bauerngehilfe in Polen, der Sowjetunion und Deutschland. Der heute 95-Jährige wohnt im Kanton Bern und ist einer der letzten Zeitzeugen. Seine Erinnerung hält auch unsere Erinnerung an den Holocaust wach. Doch was, wenn niemand mehr lebt und sich erinnert? Was braucht es, um einen wachsamen Umgang mit Antisemitismus und den Folgen weiterhin zu garantieren? Das reflektiert der Historiker Simon Erlanger, Lehr- und Forschungsbeauftragter der Universität Luzern.
    57 min
  • The Indian Dream – oder: Wie wird man Musiker in Neu Delhi?
    Für Musikerinnen und Musiker ist Neu Delhi ein hartes Pflaster: MusiklehrerInnen sind rar und teuer, es gibt wenige und noch weniger bezahlte Auftrittsmöglichkeiten, überleben kann man eigentlich nur, wenn man kommerziell unterwegs ist – denn in Indien gibt es vergleichsweise kaum Kulturförderung. «Passage» folgt drei jungen Männern mit unterschiedlichem Background, die im indischen Musikbusiness Fuss fassen wollen: Da ist der Pianist Sahil Vassundeva aus gutbürgerlichen Hause. Seine Mission: dem indischen Publikum Chopin und Beethoven näher bringen. Da ist Suhrid Manchanda, der vor einigen Jahren aus den USA nach Delhi zurückgekommen ist und nun durchstartet, indem er kommerzielle Trapmusik für den Club und das indische Musikfernsehen produziert. Und da ist der Soundkünstler Ruhail Quaisar, der aus einer armen, muslimischen Familie aus dem Himalaya nach Delhi kommt, auf der Suche nach Gleichgesinnten.
    56 min
  • Viehhändler, Hausierer – Uhrenbarone
    Die Uhrenindustrie gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Schweiz. Wenig bekannt ist der grosse Beitrag, den jüdische Immigranten geleistet haben. Sie sind im 19. Jhd. aus dem Elsass als Hausierer und Viehhändler durch den Jura gezogen und erfolgreich ins Uhrengeschäft eingestiegen. Viele der späteren Uhrenbarone von La Chaux-de-Fonds stammten aus dem Elsass. Ihre Vorfahren zogen von Hof zu Hof, und boten als Hausierer Waren des täglichen Gebrauchs feil. Diese Händler kamen auch mit den Uhrmachern von La Chaux-de-Fonds ins Geschäft, wurden wichtige Rohstoffhändler und stiegen später ins eigentliche Uhrengeschäft ein. Martin Heule zeichnet diese wenig bekannte Geschichte nach und wirft einen Blick auf die Gründung einer der grössten Uhrenfabriken Europas.
    Wiederholung vom 30.10.2015
    57 min
  • Ciao Babylon
    Von den existierenden 6500 Sprachen werden bis Ende des 21. Jahrhunderts die Hälfte ausgestorben sein. Mit jeder Sprache verschwindet auch eine einzigartige Sichtweise auf die Welt. Bericht einer Bestandsaufnahme im Schmelztiegel New York, der auch ein sprachliches Biotop ist. In New York City werden rund 800 Sprachen gesprochen, so viele wie in keiner anderen Stadt. Um diesen Sprachenschatz zu sichern und die vielfältigen Idiome aufzuzeichnen, hat der Linguist Dan Kaufman die Endangered Language Alliance (ELA) gegründet. Wie arbeitet er und wie erlebt er den Wettlauf gegen die Zeit?
    Die Autoren Kurt Reinhard und Christoph Schreiber haben Dan Kaufman mit dem Mikrofon begleitet.
    53 min
  • Auf Traditionen pfeifen?
    Im Dezember 2017 hat die UNESCO «die Königin der Instrumente», die Orgel, zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Einblick in Tradition und Weiterentwicklung eines vielstimmigen Instruments. Claudius Woehl hat das Orgelbauer-Handwerk vom Vater gelernt. Der 25-jährige Juniorchef der traditionsreichen Firma Gerald Woehl hat mit dem Vater zuletzt in der Friedenskirche in Köln Mühlheim eine Orgel gebaut. Präzises Handwerk, 1'800 Pfeifen, jede einzeln gestimmt, eingeweiht zu Ehren des Reformationsjubiläums. Die digitale Orgel des jungen Organisten Cameron Carpenter hingegen verzichtet auf Pfeifen und auf Kirchen - der Ton der «International Touring Organ» kommt aus 59 transportablen Lautsprechern. Der Amerikaner baute digital, um das Instrument aus heiligen Hallen zu holen, und er schafft es, Orgelspielen für junge Leute populär zu machen.
    56 min
  • Funeral und Trallala – eine nicht so traurige Geschichte der Begräbnismusik
    Beerdigungen ohne Musik sind fast undenkbar. Seit jeher wollen die Menschen Lieder, Rhythmen und Klänge um sich haben, wenn ein Angehöriger verstorben ist. Die Vorstellungen darüber, wie und warum im Angesicht des Todes Musik erklingt, haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Im Mittelalter war es der Sensenmann sich, der besungen wurde. Später, nach der Reformation, standen die Trauernden im Mittelpunkt. In der Romantik wurde die Klage ins Private verdrängt. Was macht die Musik heute mit uns, wenn wir trauern? In Gesprächen mit einem Neurologen, einem Musikwissenschaftler, einem Musiker und einer Begräbnisjazzband aus New Orleans winden wir dem Tod ein musikalisches Kränzchen und hören uns die schönsten Trauermusiken der letzten 600 Jahre an.
    56 min
  • Ursulina – eine Reise zu sich selbst
    Ursulina wusste nichts von ihrem Namen. Sie wuchs als Ursula auf, spürte aber immer, dass etwas nicht stimmte. Erst mit der Zeit erfuhr sie von ihrer jenischen Herkunft und ihrer Fremdplatzierung. So begann eine 25-jährige Reise, an deren Ende die Rückkehr zum eigenen Namen stand. Dass Ursulina nicht die leibliche Tochter ihrer Pflegeeltern ist, wusste sie schon lange. Dass sie aber jenischer Herkunft und eines der im Zuge der Aktion «Kinder der Landstrasse» unplatziertes Kind ist, fand sie erst mit der Zeit heraus. Dreh- und Angelpunkt war dabei die Geburt ihres eigenen Kindes, die sie veranlasste, die Geheimnisse ihrer Kindheit zu erforschen und sich die entscheidenden Fragen zu stellen: Warum war sie anders als andere? Warum fühlte sie sich immer am falschen Ort? Unterdessen sind 25 Jahre vergangen. 25 Jahre, in denen Ursulina nicht nur ihre eigene Geschichte aufarbeiten konnte, sondern auch ihren Namen zurückerhielt.
    1 hr 1 min
  • Schatz am Rhein - Das Archiv der Paul Sacher Stiftung in Basel
    Das Archiv der Paul Sacher Stiftung ist europaweit einzigartig und das renommierteste Archiv für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Ein Streifzug durch die klimatisierten, gesicherten Räume und Tresore, wo in säurefreien Mappen unschätzbare Dokumente für die Ewigkeit konserviert werden. «Ich hatte gar keine Wahl!» Mit diesen Worten kommentierte Paul Sacher seinen Eintritt in den Verwaltungsrat des Basler Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche nach seiner Heirat mit Maja Hoffmann-Stehlin, der Witwe des Mehrheitsaktionärs. Jahre und Millionen später hatte er die Wahl. Und er wählte klug und nachhaltig, wurde der berühmteste Mäzen der Schweiz und vergab über zweihundert Kompositionsaufträge an mehr als sechzig Komponisten, darunter Béla Bartók, Arthur Honegger oder Hans Werner Henze und Bohuslav Martin?. Mit seinem Orchester, dem Basler Kammerorchester, führte er die Werke auf, die bis heute zum Kanon der Moderne gehören. Dieses Erbe galt und gilt es zu bewahren. So wurde in den 70er Jahren die Paul Sacher Stiftung gegründet – und ein paar Jahre später das Paul Sacher Archiv.
    1 hr 1 min
  • Der Kunstkopf-Mann - Eine Radiogeschichte
    Herbst 1980. In Basel packt ein Mann das Nagra-IV-Aufnahmegerät und 120 Spulen Magnetband reisefertig zusammen, dazu ein Paar der gerade erst erfundenen Dummy Head Mikrophone für Kunstkopf-Aufnahmen, die den Klang so räumlich wiedergeben sollen, wie keine andere Technik zuvor. Matthias von Spallart möchte vom Mündungsdelta des Amazonas in die letzten Refugien der brasilianischen Urbevölkerung vordringen. Er will den Wasser- und Waldkontinent für die Hörer des Schweizer Rundfunks und koproduzierender Sender in Österreich und Deutschland so abbilden, als befände sich jeder einzelne im Zentrum des Klanggeschehens.
    Für den 37jährigen Spross einer verzweigten Künstlerfamilie ist der Start aufgeladen mit Erwartungen. Doch während der schwer bepackte Mann den äquatorialen Halbkontinent zu durchqueren beginnt, tragen ihn die Töne, die Bilder und die Menschen, denen er begegnet, immer weiter von den eigentlichen Plänen fort. Am Ende scheitert er tödlich – an sich selbst.
    Matthias von Spallarts Kunstkopf-Feature «Brasil - Eine Klangreise in die Innenräume Brasiliens» ist zu hören am Sonntag 11.3. von 17 – 18 Uhr auf SRF 2 Kultur
    56 min

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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.

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