Pod der guten Hoffnung

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Pod der guten Hoffnung episodes

  • Abschiedsfolge: Hoffnung weitererzählen

    Nach 27 Episoden sagen wir Tschüss – aber nicht ohne Hoffnung. In der finalen Folge kommen heute die Podcast-Macher*innen selbst zu Wort. Jonas, Anna, Manuel und Julien sprechen über Herzabdrücke, pessimistisches Hoffen und das Gute im Menschen.

    Eine Köchin. Ein Physiker. Ein Busfahrer. Eine weltberühmte Schriftstellerin. Eine Landwirtin. Und viele mehr! Insgesamt 27 Menschen haben im Pod der guten Hoffnung die Geschichte ihres Klimaengagements erzählt.

    Was bleibt von diesen 27 Geschichten? Ein Mosaik aus Hoffnungsgeschichten, die Ihr weiterhin anhören, diskutieren und unbedingt weiterempfehlen dürft. Und die Erkenntnis, dass Klimaschutz überall anfangen kann: Im Krankenhaus, auf der Skipiste, beim Film oder auf dem Acker.

    Anna Brehm ist Referentin für Ökologie in der Heinrich-Böll-Stiftung. Die Journalisten Julien Gupta und Manuel Kronenberg betreiben gemeinsam den Klima-Newsletter Treibhauspost. Jonas Witsch verantwortet die Digitalen Bildungsformate der Heinrich-Böll-Stiftung.

    Alle Folgen vom Pod der guten Hoffnung findet ihr hier auf boell.de

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    14 min
  • Philosoph Jakob Huber: Realistisch hoffen

    Worauf dürfen wir angesichts der Klimakrise noch hoffen? In der letzten Folge vom Pod der guten Hoffnung sprechen wir mit dem Philosophen Jakob Huber über den Sinn und die Notwendigkeit des Hoffens in schwierigen Zeiten.

    Sicher - es war schon leichter, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken als heute, im Sommer 2025. Die Erde erwärmt sich schneller als prognostiziert, die Klimaziele von Paris scheinen kaum mehr erreichbar. Extremwetter werden zur gefährlichen Normalität und weltweit steuern Regierungen zurück in Richtung fossiler Energien. Pessimismus, Resignation, Verzweiflung, Angst und Wut sind da verständliche Gefühle, sagt der Philosoph Jakob Huber. Trotzdem hält er realistische Hoffnung für unverzichtbar, um mit der Klimakrise umzugehen.

    Im Gespräch mit Jonas Witsch erklärt Jakob, wie Hoffnung und Handeln zusammenhängen, warum viele Aktivist*innen in der Klimabewegung dem Gefühl Hoffnung zwiespältig gegenüberstehen und der Menschen trotz allem ein „hoffendes Wesen“ bleibt.

    Jakob Huber ist Philosoph und leitet an der FU Berlin die Nachwuchsforschungsgruppe Democratic Hope. Mit seinem Team arbeitet er an der Formulierung einer politischen Philosophie der Hoffnung.

    Weiterführende Links:

    Website Jakob Huber

    Nachwuchsforschungsgruppe Democratic Hope

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    Fotocredtis: © Lisa Baur ; Bearbeitung: HBS

    36 min
  • Viva con Agua-Gründer Micha Fritz: Zum Glück engagiert

    703 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Viva con Agua will das ändern. Im Pod der guten Hoffnung erklärt Viva con Agua-Mitbegründer Micha Fritz, was Engagement mit Freude, Spaß und Leichtigkeit zu tun hat.

    2006 gründete Micha Fritz zusammen mit einigen Freunden den Viva con Agua St. Pauli e.V. Das Ziel: Menschen im globalen Süden mit sauberem Trinkwasser versorgen. Heute, fast 20 Jahre später, profitieren über vier Millionen Menschen von den Trinkwasser-Projekten des Vereins. Weltweit engagieren sich 15.000 Ehrenamtliche bei Viva con Agua, sammeln Spenden, bohren Brunnen, bauen Toiletten. Die Viva con Agua Wasser GmbH verkauft Mineralwasser in Flaschen und unterstützt so die Arbeit des Vereins. Dazu kommt ein Hotel, ein Kunstfestival, Recycling-Toilettenpapier – nicht für den Profit, sondern für die Community, das Gemeinwohl, das gute Leben für alle. Warum? Weil es glücklich macht.

    Im Pod der guten Hoffnung spricht Micha mit unserem Host Jonas über seine Vision einer sozialeren Art des Wirtschaftens und den Unsinn, in Deutschland Flaschenwasser zu trinken.

    Micha Fritz ist konzeptioneller Aktivist und Speaker. 2006 rief er mit Benjamin Adrion und weiteren Freunden die Trinkwasser-Initiative Viva con Agua ins Leben.

    Links:

    Website Viva con Agua

    Website Micha Fritz

    Der Wasseratlas der Heinrich-Böll-Stiftung liefert neben Daten und Fakten auch viele Lösungsansätze wie wir unsere wichtigste Lebensgrundlage schützen können

    Die 4-teilige Podcastreihe zum Wasseratlas

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    Fotocredtis: © manuagah; Bearbeitung: HBS

    36 min
  • Investigativ-Journalistin Annika Joeres: Aufdecken, aufrütteln, Hoffnung säen

    Weltweit arbeitet eine Milliarden-Lobby an der Zukunft des fossilen Geschäftsmodells – mit großem Erfolg. Im Pod der guten Hoffnung beschreibt die Investigativ-Journalistin Annika Joeres, wie sie die Machenschaften der Fossil-Lobby aufdeckt und erklärt, warum ihr Selbstversorgergarten mehr ist als eine gelebte Utopie.

    Es klingt wie ein Hollywood-Plot: Ein Zirkel skrupelloser Wirtschaftsbosse manipuliert die öffentliche Meinung, um weiterhin Milliarden mit Produkten zu verdienen, die die Umwelt in einem Ausmaß schädigen, das Teile der Erde unbewohnbar werden könnten. Doch genau das passiert, wenn es um fossile Energie geht. Um ihr destruktives Geschäftsmodell zu verlängern, geben Gas- und Ölkonzerne Milliarden für Werbung und Lobbyarbeit aus.

    Wie aber lebt es sich mit dem Wissen, dass fossile Konzerne unsere Zukunft verspielen – und was hilft gegen den Frust und die Ohnmacht, den diese Erkenntnis auslöst? Annika Joeres kennt beides: Die Recherchearbeit über milliardenschwere Fossil-Lobbys – und die Sehnsucht nach einem Alltag, der Hoffnung schenkt. Als es in Deutschland mit ihrer Karriere im Journalismus nicht weiterging, hat sie in einem südfranzösischen Bergdorf einen radikalen Neuanfang gewagt. Seitdem erlebt sie hautnah die Auswirkungen der Klimakrise, schreibt und recherchiert inmitten der Natur über die Kräfte, die uns in fossiler Abhängigkeit halten. Was sie antreibt, ist die Wut über die Ungerechtigkeit und die Macht einiger weniger, aber auch die Hoffnung, dass Aufklärung etwas verändern kann.

    Im Gespräch mit Anna Brehm erklärt sie, was Gartenarbeit mit Hoffnung zu tun hat und wie man weitermacht, auch wenn die Fakten erdrückend scheinen.

    Annika Joeres ist Investigativ-Journalistin und Buchautorin. Sie arbeitet als Klimareporterin für correctiv.org sowie DIE ZEIT und schreibt für weitere überregionale Zeitungen über Energiepolitik, Europa und den Klimawandel. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem NDR Sachbuchpreis. Im Mai 2025 erschien ihr neustes Buch Die Milliarden Lobby – Wer uns von Öl und Gas abhängig macht im Piper-Verlag. Die Milliarden Lobby hat sie zusammen mit der Journalistin Susanne Götze verfasst.

    Annika Joeres Website und Social Media:

    X: @AnnikaJoeres
    Instagram: @annika_joeres

    Correktiv

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    Foto: copyright Rebecca Marshall; Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung

    41 min
  • Aktivist Raphael Thelen: Das Glück des Widerstands

    Was verhindert effektiven Klimaschutz? Mangelndes Problembewusstsein? Unsere Bequemlichkeit? Oder fehlen einfach die Technologien für ein klimafreundliches Leben? Nein, sagt der Autor und Aktivist Raphael Thelen. Unser größtes Problem ist: der Einfluss von Geld auf die Politik. Im Pod der guten Hoffnung erklärt er, wie eine demokratische Revolution das Klima retten kann und warum er an das Gute im Menschen glaubt.

    Raphael Thelens Leben teilt sich in ein Davor und Danach. In seinem Leben davor ist Raphael erfolgreicher Journalist, arbeitet, kaum dreißig Jahre alt, für Leitmedien wie ZEIT ONLINE und den SPIEGEL. Er reist um die Welt, berichtet über den syrischen Bürgerkrieg und die Klimakrise, veröffentlicht Bücher. Bei seinen Recherche-Reisen wird er mit den dramatischen Folgen des Klimawandels konfrontiert – Dürren, Hochwasser, Erdrutsche, Hitzewellen mit Temperaturen von 50 Grad Celsius. Aber je klarer er das ganze Ausmaß der Klimakrise begreift und darüber berichtet, desto stärker wird der Widerstand in den Redaktionen. „Bist du Aktivist oder Journalist?“ fragen seine Vorgesetzten. 2023 hängt Raphael Thelen seinen gut bezahlten Journalistenjob an den Nagel und schließt sich den Aktivisten der Letzten Generation an. Das Leben danach beginnt.

    Im Pod der guten Hoffnung spricht Raphael über demokratische Aufbrüche, die Macht von Geld in der Politik, über Wut, Schönheit und die Euphorie, das Richtige zu tun.

    Raphael Thelen ist Autor, Speaker und Aktivist. Als Journalist berichtete er über den Arabischen Frühling, begleitete syrische Kriegsflüchtlinge auf der Balkanroute, schrieb über die neuen und alten Träume Ostdeutschlands und die Klimakrise. Seit 2023 arbeitet er nur noch als Autor und Speaker, und engagiert sich bei der Letzten Generation (jetzt: Neue Generation). Zuletzt erschein sein Romandebüt Wut im Arche Literaturverlag.

    Links:

    Raphael Thelen auf Instagram

    Raphael Thelen auf X

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    Foto: copyright Paula Winkler; Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung

    32 min
  • Schülerin und Aktivistin Frieda Egeling: Für eine lebenswerte Zukunft kämpfen

    Vor fünf Jahren demonstrierte Frieda Egeling zum ersten Mal bei einem Klimastreik. Heute ist die sie Pressesprecherin von Fridays for Future. Im Pod der guten Hoffnung spricht die 15-jährige Schülerin über ihr Engagement in der Klimabewegung - und über ihre zwiespältigen Gefühle im Kampf für eine sichere Zukunft.

    Seit 2018 streiken Schüler*innen weltweit für Klimaschutz. Fridays for Future hat das Thema in die Mitte der Gesellschaft getragen. Das Motto: Damit junge Menschen auch in Zukunft gut auf diesem Planeten leben können, muss die Politik endlich handeln. Passiert ist seitdem allerdings viel zu wenig.
    So berichtet Frieda Egeling von zwei widerstreitenden Gefühlen, die sie mit ihrem Aktivismus verbindet: Auf der einen Seite fühlt sie sich in der Klimabewegung extrem wohl, schwärmt von Solidarität, Freundschaft und dem berauschenden Gefühl der Selbstwirksamkeit. Auf der anderen Seite spürt sie auch Wut und großen Frust, dass trotz unzähliger Streiks und Proteste noch immer kein ausreichender Klimaschutz umgesetzt wurde.

    Im Gespräch mit Jonas Witsch erklärt Frieda, warum junge Menschen ein Recht auf Klimaschutz haben und wie sie sich das Leben auf der Erde im Jahr 2100 vorstellt.

    Frieda Egeling ist Schülerin und Sprecherin von Fridays for Future. Im Sommer 2024 hat sie als eine von zwölf Einzelkläger*innen mit der Deutschen Umwelthilfe gegen das reformierte Klimaschutzgesetz der Bundesregierung geklagt.

    Links:

    Fridays For Future

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    Foto: Heinrich-Böll-Stiftung, Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung

    32 min
  • Krankenpflegerin Laura Marie Strützke: Einfach machen!

    Laura-Marie Strützke arbeitet als Krankenpflegerin und Klimamanagerin im Hubertus-Krankenhaus in Berlin. Im Pod der guten Hoffnung erzählt sie, was die Klimakrise für Patient*innen und Pflegepersonal bedeutet, und verrät, was ihr an schlechten Tagen Hoffnung gibt.

    „Kein Mensch hat Bock darauf, die Umwelt zu zerstören“ sagt Laura-Marie Strützke. Als Krankenpflegerin auf der Intensivstation erlebt sie Menschen in Extremsituationen und glaubt an das Gute in uns allen. Seit der Geburt ihres ersten Sohnes sieht sie die Welt durch eine „Nachhaltigkeitsbrille“ – und die setzt sie auch im Klinikalltag nicht ab: Neben Ihrer Tätigkeit als Pflegekraft arbeitet sie seit 2019 als Klimamanagerin daran, die Umweltbilanz des Hubertus-Krankenhauses zu verbessern. So ist der Energieverbrauch der Klinik in den letzten Jahren schon deutlich gesunken, für die Patientenkost wird häufiger auf Fleisch verzichtet und in diesem Jahr wird Laura-Marie gemeinsam mit der Krankenhaus-Leitung einen Hitzeplan erarbeiten, um Patienten und Personal besser vor Hitzewellen zu schützen.

    Im Gespräch mit Anna Brehm erzählt Laura-Marie Strützke, wie sie als Krankenpflegerin zur Klimaschützerin wurde und erklärt, warum es manchmal hilft, nicht zu fragen, sondern einfach zu machen.

    Laura-Marie Strützke ist Krankenpflegerin, Gesundheitswissenschaftlerin und Klimamanagerin. Ursprünglich wollte sie Großtierärztin werden, hängte aber nach vier Semestern Veterinärmedizin das Studium an den Nagel und machte ein Praktikum im Krankenhaus. Weil sie sich dort vom ersten Tag an „einfach nur zu Hause“ fühlte, wurde sie Krankenpflegerin. Später studierte sie im Fernstudium Gesundheitswissenschaft und arbeitete parallel auf der Intensivstation.

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    Foto: Frederic Schweizer, Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung

    43 min
  • Zero Waste-Köchin Sophia Hoffmann: Klimaschutz durch Empathie

    In Deutschland wird fast ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen. Sophia Hoffmann hält dagegen: In ihrem veganen Restaurant HAPPA in Berlin wird selbst aus Karottenschalen noch Gemüsebrühe gekocht, aus Zwiebelschalen wird ein Gewürz hergestellt. Im Pod der guten Hoffnung erzählt Sophia, wie durchs Kochen Mitgefühl für Lebewesen und Natur entsteht.

    Im HAPPA läuft vieles anders als in den meisten anderen Restaurants. Das Zauberwort heißt – Wertschätzung. Schon beim Einkauf geht es los: Der Großteil des Gemüses, das im Res-taurant verarbeitet wird, sind sogenannte Culinary Misfits, also Gemüse, die vom Lebensmit-telhandel als unverkäuflich deklariert werden: herzförmige Kartoffeln, krumme Gurken, Zitrus-früchte mit Schalenfehlern. Biosupermärkte liefern Brot vom Vortag. Für seine 5-Gang-Menüs verkauft das Restaurant Tickets. So können Sophia Hoffmann und ihre Kolleg*innen die benö-tigten Mengen gut kalkulieren, es bleiben kaum Reste übrig. Anders als in der Gastronomie üblich werden im HAPPA Überstunden bezahlt, das Personal erhält mehr als den Mindestlohn als Gehalt.

    Im Gespräch mit Anna Brehm erklärt Sophia Hoffmann, wie Empathie und nachhaltige Gast-ronomie zusammenhängen, warum Fleischessen ihrer Meinung nicht mehr zeitgemäß ist und erzählt, warum das HAPPA für sie eine gelebte Utopie ist.

    Sophia Hoffmann ist Köchin, Autorin und Aktivistin. Sie setzt sie sich für Klimaschutz, Nach-haltigkeit und Feminismus ein. Sophia hat vier Kochbücher veröffentlicht. Zuletzt erschien „Die kleine Hoffmann: einfach intuitiv kochen lernen“ im ZS-Verlag.

    Links:

    Website des Restaurants HAPPA
    https://happa-berlin.com/

    Kochbücher von Sophia Hoffmann

    https://www.zsverlag.de/autor/sophia-hoffmann-541/

    Frei zugängliche Obst- und Gemüse-Fundorte in ganz Europa

    https://mundraub.org/

    Alle Folgen vom Pod der guten Hoffnung findet ihr unter

    https://www.boell.de/de/podcasts/pod-der-guten-hoffnung

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    Foto: Zoe Spawton, Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung

    48 min
  • Busfahrer André Wendel: Hoffnung einklagen

    André Wendel befördert als Busfahrer die Leipzigerinnen von A nach B und hat die Bundes-regierung verklagt. André und seine Klage-Mitstreiterinnen wollen die Regierung darauf ver-pflichten, mehr für den Klimaschutz zu tun. Im Pod der guten Hoffnung erklärt er, was er sich von der Klimaklage verspricht und wie er über Zoo-Besuche zum Klimaschutz kam.

    Warum verklagt ein 53-jähriger Busfahrer aus Leipzig die Bundesregierung? Die Geschichte geht so: 2022 lernt André Wendel, aktives Gewerkschaftsmitglied bei Ver.di, während einer Tarifauseinandersetzung Fridays for Future-Aktivistinnen kennen. Fridays for Future ist mit Ver.di im Bündnis WirFahrenZusammen organisiert. Das Bündnis kämpft für einen guten ÖPNV und gute Arbeitsbedingungen für die dort Beschäftigten, verbindet Klimastreiks und gewerkschaftliche Arbeitskämpfe. Durch den Kontakt mit den Aktivistinnen von FFF begann André, sich intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinanderzusetzen, las viel, engagierte sich selbst bei WirFahrenZusammen. Als ihm die Idee der Klage vorgeschlagen wurde, bat er um einige Tage Bedenkzeit – und sagte zu. Gegenstand der Klage ist die Reform des Klima-schutzgesetzes, mit der die Sektorziele abgeschafft wurden. Das Gesetz schreibt nun keine Klimaziele mehr für einzelne Bereiche – Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, sondern nur ein Gesamtziel vor. Da dies den Klimaschutz erschwert, sehen die Klagenden in der Gesetzesre-form einen Verstoß gegen die Freiheitsrechte, das Recht auf Leben und Gesundheit und das Staatsziel Umweltschutz.

    Im Gespräch mit Anna Brehm erzählt André Wendel, warum die Mitarbeitenden der Verkehrs-betriebe und Klimaaktivist*innen natürliche Verbündete sind und warum es ohne Optimismus nicht geht.

    André Wendel lebt und arbeitet in Leipzig. Er ist Busfahrer bei den Leipziger Verkehrsbetrie-ben, Zoo-Liebhaber und passionierter Hobbyfotograf. Zusammen mit drei weiteren Einzelklä-ger*innen, dem BUND und dem Solarenergie-Förderverein hat er vor dem Bundesverfas-sungsgericht gegen die Regierung geklagt, da sie die Reform des Klimaschutzgesetzes für verfassungswidrig halten.

    Links:

    WirFahrenZusammen

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    Foto: Heinrich-Böll-Stiftung, Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung

    25 min
  • Unternehmer Sebastian Schels: Vom Fuß- zum Herzabdruck

    Ist es möglich, die Klimakrise als Chance zu sehen? Der Unternehmer Sebastian Schels macht das mit seiner Arbeit. Seine Firma RATISBONA baut in ganz Europa Lebensmittelmärkte – nicht nur sehr viel nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlicher als die Konkurrenz, sowohl im Bau wie im Betrieb. Im Pod der guten Hoffnung erzählt er, wie Nachhaltigkeit zum Selbstläufer werden kann und warum er lieber von Geld und Spaß als von Verantwortung redet.

    Sebastian Schels ist Optimist, er neigt nicht zu dystopischen Gedankenspielen. In der Klimakrise sieht er eine historische Chance für die Ingenieursnation Deutschland. Denndie Klimakrise zwinge uns, sämtliche Konsumgüter noch einmal zu erfinden, so Schels. Der Clou: Die neuen Autos, Computer, Flugzeuge und Heizungen dürfen kein CO2 ausstoßen, keine giftigen Stoffe enthalten, die Bauteile müssen wiederverwertbar sein. Als Treiber der Innovation sieht der Unternehmer nicht politische Programme oder das Verantwortungsgefühl der Investorinnen und Konsumentinnen, sondern die Wirtschaftlichkeit der nachhaltigen Produktion. Nur so lasse sich die Mehrheit für den Wandel gewinnen. „Am Ende muss mehr Geld im Geldbeutel übrigbleiben.“

    Sebastian Schels spricht mit Anna Brehm über seine Vision einer Circular Economy made in Germany, erklärt, was es mit dem ökologischen Herzabdruck auf sich hat und wie das Cradle-to-Cradle-Prinzip die Baubranche revolutionieren kann.

    Sebastian Schels Unternehmen RATISBONA Handelsimmobilien baut und modernisiert Supermärkte in ganz Europa. Gemeinsam mit seiner Frau hat der Diplom-Kaufmann 2024 die gemeinnützige Stiftung Märkte fürs Leben gegründet. Die Stiftung engagiert sich dafür, Lebensmittelmärkte zu modernen Marktplätzen umzugestalten, zu Orten der Begegnung, an denen Demokratie, Inklusion und Zusammenhalt gelebt wird.

    Links:

    RATISBONA

    Märkte fürs Leben

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    Foto: Sebastian Burger, Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung

    43 min

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Der Klima-Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung und Treibhauspost. Für alle, die Hoffnung und konstruktive Ideen für den Umgang mit ihren Gefühlen angesichts der Klimakrise suchen. Jeden zweiten…

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