Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Götz Aly: «Hitler ist ein Produkt der Demokratie»
    Der Historiker stellt in seinem aktuellen Buch die zentrale Frage: Wie konnte das geschehen?  Er schaut dabei in die Vergangenheit und schärft gleichzeitig den Blick auf die Gegenwart. Götz Aly ist zu Gast bei Simone Hulliger.
    In Deutschland spreche man oft von «den Nazis» und halte sich so den Schrecken auf Distanz. Aly beschreibt die Jahre 1933-1945 als ein Teufelspakt zwischen Volk und Führung. Ein Volk, das vorher und nachher nicht überdurchschnittlich kriminell war, dazwischen aber die grössten Mordtaten der Weltgeschichte begangen hatte. Aly erklärt, dass die Hitlerregierung auch bloss mit Wasser kochte und Mittel anwandte, die wir heute noch kennen. Hitler kam dank der Demokratie an die Macht. Man dürfe nie vergessen, dass auch das abgrundtief Böse aus dem immer Guten entstehen kann.
    27 min
  • Hélène Miard-Delacroix: Frankreichs Zerreissprobe
    Wie soll es jetzt weitergehen in Paris? Die Politikwissenschaftlerin Hélène Miard-Delacroix erklärt, warum die Franzosen gegen die Sparpläne ihres Ex-Premierministers protestieren. Und sie sagt, wo sie nun eine politische Chance sieht.
    Frankreich steckt erneut in einer tiefen Regierungskrise. Premierminister Bayrou verliert die Vertrauensabstimmung, das Land ist massiv verschuldet. Wird es bald zum neuen Griechenland? Und: Kann das politische Chaos zur Gefahr für ganz Europa werden? Die Politikwissenschaftlerin Hélène Miard-Delacroix ist Professorin an der Sorbonne Universität in Paris. Sie ist zu Gast bei David Karasek.
    26 min
  • Abstimmungskontroverse zur elektronische Identität E-ID
    Mit der E-ID soll alles schneller und einfacher werden. Im Nu sind Schuhe bestellt oder ein Handyabo abgeschlossen oder lieber doch nicht? Nationalrat Gerhard Andrey von den Grünen und Jorgo Ananiadis von der Piratenpartei diskutieren die Vor- und Nachteile des digitalen Ausweises.
    Am 28. September entscheidet das Schweizer Stimmvolk über das Gesetz zu Einführung der E-ID. Mit dem digitalen Ausweis kann jeder und jede seine Identität im Internet bestätigen. Von zu Hause aus oder auch unterwegs. Die E-ID steckt in einer App auf dem Smartphone. Der Bund stellt sie kostenlos zur Verfügung. Es ist eine staatliche E-ID, der Bund ist für Betrieb und Herausgabe verantwortlich. Die Gegner der E-ID befürchten Missbrauch und Überwachung durch den Staat und eine Benachteiligung von älteren Menschen und von digital-skeptischen Leuten. Die Befürworter hingegen schätzen es sehr, dass die E-ID vom Staat verantwortet wird. Die Hürden, um einen möglichen Datenmissbrauch zu vermeiden, seien maximal erhöht worden.
    Moderation: Ruth Wittwer
    26 min
  • Samstagsrundschau: Quel est le problème, Frau Rösler?
    Zürich will Französisch aus der Primarschule verbannen. In der Romandie ist die Empörung gross. Warum unterstützen auch Lehrpersonen diesen Schritt? Liegt’s am Unterricht, dass Französisch nicht ankommt? Und, wie weiter mit HarmoS? Kritische Fragen an LCH-Präsidentin, Dagmar Rösler.
    Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
    Der Entscheid des Zürcher Kantonsrats, den Französisch-Unterricht auf die Oberstufe zu verschieben, sorgt in der Westschweiz für Unmut. Der Zusammenhalt des Landes werde damit aufs Spiel gesetzt, meinte beispielsweise der Walliser Bildungsdirektor Christophe Darbellay im SRF Tagesgespräch. Tatsächlich haben nehmen Zürich auch andere Kantone Frühfranzösisch bereits wieder abgeschafft oder planen, dies zu tun. Dabei sagen Bildungsforscherinnen und -forscher, dass der Erwerb von Fremdsprachen, je früher, desto besser gelingt. Und, in der Romandie wird umgekehrt der Deutschunterricht in der Primarschule nicht in Frage gestellt. Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, LCH, hat sich bisher für zwei Fremdsprachen in der Primarschule eingesetzt. Verschiedene kantonale Verbände weichen nun ab. Wie umgehen damit? Gäbe es andere Lösungen als die Abschaffung des Französischen in der Primarschule? Und, welchen Wert hätte die interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule, kurz HarmoS noch, ohne Zürich?
    Der Streit um den Sprachenunterricht ist nur eines der Themen, die derzeit Lehrerinnen und Lehrer beschäftigen – der integrative Schulunterricht ein anderes. Lange galt die Integration möglichst aller Kinder in die Regelklasse als wichtiges Ziel der Schweizer Bildungspolitik. Bürgerliche Parteien, insbesondere auch die FDP, stellen den integrativen Schulunterricht in letzter Zeit jedoch grundsätzlich in Frage. Sind die Lehrpersonen tatsächlich überfordert von ihren Schülerinnen und Schülern? Ist die Forderung nach mehr Personal und kleineren Klassen nicht illusorisch? Und, wie wollen sich die Lehrerinnen und Lehrer Gehör verschaffen bei der Politik?
    Dagmar Rösler, die Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, LCH, nimmt Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann.
    30 min
  • Bruno Kaufmann: Am Ende der westlichen Welt
    In einem weltpolitisch aufgeheizten Klima wählt Norwegen am Montag ein neues Parlament. Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann nimmt uns mit an geopolitische Brennpunkte.
    Die Reise beginnt im norwegischen Kirkenes. Dort ist der einzige noch offene Grenzübergang von Westeuropa nach Russland, sozusagen das Ende der westlichen Welt. Immer wieder provoziert Russland mit Formen hybrider Kriegsführung die Stadt, gleichzeitig rüstet Norwegen massiv auf. Ein ähnliches Bild zeigt sich 800 km weiter nördlich, auf den Spitzbergen. Auch dort nehmen die Spannungen zu. Die geographische Nähe zu Russland prägt Norwegen, die Geopolitik ist denn auch ein wichtiges Thema im aktuellen Wahlkampf. Wohin steuert das Land? Und wie sieht ein Alltag im Schatten der grossen Weltpolitik aus? Bruno Kaufmann ist zu Gast bei Simone Hulliger.
    27 min
  • Nathalie Wappler: «Es ist immer der falsche Moment»
    Nathalie Wappler tritt als SRF-Direktorin zurück. Überraschend ist für viele vor allem der Zeitpunkt: Nächstes Jahr steht die Abstimmung über die Halbierungsinitiative an. Im Interview spricht sie über den Zeitpunkt ihrer Entscheidung, das aktuelle Sparprogramm und über Gespräche in der Nacht.
    SRF-Direktorin Nathalie Wappler tritt per Ende April 2026 von ihrem Posten zurück. Das hat die 57-Jährige am Mittwoch überraschend an einer Personalveranstaltung bekanntgegeben. Der Rücktritt stehe in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Sparprogrammen der SRG, sagt sie. Sie wolle nach «erfolgreicher Transformation» des SRF und Abschluss der gegenwärtigen Sparrunde nochmals eine neue berufliche Herausforderung antreten. Nathalie Wappler ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Tobias Straumann: «Die EU-Verträge schaden der Schweiz»
    Der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann kritisiert die neuen EU-Verträge: Wirtschaftlich brächten sie nichts, politisch gingen Souveränität und langfristig auch wirtschaftliche Vorteile verloren, da die Schweizer Politik weniger dezentral, pragmatisch und demokratisch würde.
    Ist das neue EU-Vertragspaket gut oder schlecht für die Schweiz? Der Zürcher Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann positioniert sich und sagt, die neuen EU-Verträge seien ökonomisch nutzlos, politisch ein Souveränitätsverlust. Langfristig würden sie der Schweizer Wirtschaft schaden, da die Politik dezentrale, pragmatische, demokratische Züge verliere. In einem NZZ-Interview sagt er: «Ich bin überzeugt, dass diese Vorlage beim Volk nie durchkommen wird». Wie kommt er darauf? Und wie erklärt er seine Analyse, dass die EU-Verträge der Wirtschaft schaden würden? Tobias Straumann, Professor für Geschichte der Neuzeit und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich, ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Christophe Darbellay: «Was Zürich macht, macht mich traurig!»
    Der Walliser Mitte-Staatsrat und Präsident der Kantonalen Bildungsdirektorinnen und Direktoren (EDK) ist enttäuscht. Dass der Kanton Zürich das Frühfranzösisch abschaffen will, gefährde die Willensnation Schweiz. Er ist dafür, dass der Bundesrat ein Machtwort spricht.
    Die Harmonisierung des Schulwesens sei in Gefahr, darum sei es richtig, dass sich der Bundesrat nun überlegt, einzugreifen, sagt Darbellay. Auch wenn ihm das Dreinreden aus Bern als Walliser grundsätzlich widerspreche. Die EDK werde versuchen, in der Sprachenstrategie einen Kompromiss zu finden. Darbellay stört sich am Begriff «Frühfranzösisch», das sei abschätzig. In der Westschweiz würde niemand von «Frühdeutsch» sprechen, da lerne man einfach Deutsch. Darbellay selber ist froh, dass er heute so gut Deutsch spricht. «Gott sei Dank haben mich meine Eltern mit Deutsch gefoltert», scherzt er. Er ist zu Gast bei Simone Hulliger.
    25 min
  • Die Abstimmungskontroverse zum Eigenmietwert
    Viel zu hohe Steuerausfälle oder endlich Gerechtigkeit für Eigentümerinnen und Eigentümer? Eva Herzog (SP) und Philipp Matthias Bregy (Mitte) debattieren über die Abschaffung des Eigenmietwerts, über die am 28. September abgestimmt wird.
    Eigentlich geht es bei der Abstimmung über den «Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften». Entschieden wird über eine Verfassungsänderung, die es den Kantonen erlauben würde, eine Objektsteuer auf Ferienchalets oder Ferienwohnungen einzuführen. Damit verknüpft ist eine Gesetzesänderung zur Abschaffung des Eigenmietwerts. Diese Steuer zahlen Hauseigentümerinnen und Eigentümer, die ihr Haus selbst bewohnen. Bemessen wird die Steuer am Betrag, dass sie im Falle einer Vermietung einnehmen könnten. Ob das jetzige System gerecht ist, ob die Vorlage ausgewogen ist und über die Folgen der prognostizierten Steuerausfälle von 1,8 Milliarden Franken beim aktuellen Zinsniveau wird in der Abstimmungskontroverse debattiert.
    27 min
  • Samstagsrundschau: Hat die Polizei ein Rassismus-Problem?
    Ein Rassismus-Skandal bei der Polizei erschüttert die Waadt. Gleichzeitig randalieren Jugendliche auf der Strasse. Haben die Verantwortlichen zu lange weggeschaut? Kritische Fragen an die FDP-Nationalrätin und frühere Waadtländer Sicherheitsdirektorin Jacqueline de Quattro.
    Sie gilt als eine Verfechterin von «Law and Order» und tritt auch jetzt in der Lausanner Polizeiaffäre entsprechend auf: Jacqueline de Quattro weist den Vorwurf eines systemischen Rassismus in der Polizei zurück. Sie befürchtet, dass die Rassismus-Vorfälle instrumentalisiert werden für Gewalt. Doch macht es sich die FDP-Sicherheitspolitikerin und frühere Sicherheitsdirektorin damit nicht zu einfach? Erweist sie mit ihren Relativierungen der Polizei und der Sicherheit nicht einen Bärendienst? In der Waadt haben sich Todesfälle von schwarzen Menschen bei Polizeieinsätzen gehäuft in den letzten Jahren. Und Warnungen vor einem toxischen – und somit auch gefährlichen – Klima innerhalb der Polizei gab es bereits in de Quattros Amtszeit als Waadtländer Sicherheitsdirektorin. Die freisinnige Politikerin nimmt Stellung zu kritischen Fragen.
    Thema in der Sendung sind auch Femizide. Allein dieses Jahr sind je nach Zählweise bis zu 23 Frauen und Kinder von ihren Partnern, Ex-Partnern oder Familienangehörigen ermordet worden. Jacqueline de Quattro setzt sich für eine härtere Gangart ein und verlangt mehr Massnahmen. Spannt die freisinnige Hardlinerin im Kampf gegen häusliche Gewalt und Femizide nun mit den Linken zusammen, die massiv mehr Geld für Prävention und Schutz verlangen?
    Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
    30 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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