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Über den Stroke-Magen, Stroke-Ernährungsgewohnheiten und den Stroke-Kühlschrank.
Heute betreiben wir Ernährungsberatung.
Eric Berne hat die psychologischen Grundbedürfnisse „Hunger“ genannt. Strokes sind die Nahrung für den Hunger nach Anerkennung. Wir gehen in dieser Episode der Frage nach, wie wir uns mit Strokes ernähren und den Hunger nach Anerkennung stillen.
Der physische Magen braucht immer wieder neue Nahrung. Es reicht nicht, einmal den Magen zu füllen und das reicht dann für den Rest des Lebens. Genauso läuft es mit Strokes. Wir haben ein Art Stroke-Magen. Dieser braucht immer wieder Strokes. Kriegt er zu wenig davon, dann macht sich der Anerkennungshunger in irgendeiner Form bemerkbar. Möglicherweise aktivieren wir beispielsweise unsere Skriptmuster, um zu Strokes zu kommen.
Wenn der Hunger zu stark ist, ernähren wir uns lieber von wenig nahrhaften oder sogar ungesunden Strokes, als gar keine zu bekommen. Also besser eins auf die Mütze kriegen, als gar nicht wahrgenommen werden.
Leonhard Schlegel (Die Transaktionale Analyse) nimmt die Idee von David Kupfer auf, dass Strokes unterschiedlich intensiv sind. Er veranschaulicht das, indem er schreibt, ein freundlichs „Guten Tag!“ habe vielleicht den Wert von 5 Stroke-Einheiten. Kommt dies von einer verehrten Person, sind es möglicherweise 10 Stroke-Einheiten. Und eine herzliche Umarmung wären dann 100 Stroke-Einheiten.
Um in unserem Bild zu bleiben, heisst das, der Nährwert der Strokes variert. Erhalte ich eine herzliche Umarmung, dann brauche ich weniger Gutentags, um den Hunger nach Anerkennung zu stillen.
Negative Strokes vergiften den Magen. Es braucht dann viel mehr an Positivem, um das wieder aufzuwiegen. Und wir können uns auch an ungesunde oder sogar giftige Ernährung gewöhnen. Stewart und Joines sprechen vom Lieblings-Stroke-Quotienten. Dieser eher komplizierte Begriff meint nichts anders als die Nahrung, an die wir uns gewöhnt haben, der Mix aus Strokes, der uns vertraut und bekannt ist.
Was wir nicht kennen oder was wir uns nicht gewohnt sind, filtern wir aus. Wir neigen dazu, nur diejenigen Arten von Strokes zu uns zu nehmen, die wir kennen. Gehen wir also symbolisch durch den Stroke-Laden, dann übersehen wir die Regale mit den Strokes, die uns fremd sind. Dafür gehen wir schnurstraks dorthin, wo es die vertrauten Strokes gibt. Und mit diesen ernähren wir uns weiter – egal ob sie gesund sind oder nicht.
Es ist möglich, die Arten der Strokes, mit denen du dich ernährst zu verändern. Genauso wie eine physische Ernährungsumstellung braucht auch eine „Strokeumstellung“ Zeit. Ein neuer Umgang mit Strokes ist ein Training. Dabei ist es gut, zu schauen, wo die Leute sind, wo ich ein neuer Umgang mit Strokes einüben kann. Hier bieten TA-Ausbildungsgruppen eine gute Möglichkeit.
David Kupfer spricht von einer Stroke-Bank. In unserem Beispiel wäre das ein Stroke-Kühlschrank. Wir können da Strokes für eine gewisse Zeit hineinlegen und sie später noch einmal zu uns nehmen. Sowohl positive, als auch negative Strokes können wir uns für später aufheben. Wir nehmen sie dann irgendwann aus dem Kühlschrank, um sie zu uns zu nehmen.
Im zweiten Teil unserer Stroke-Serie unterhalten wir uns über die Stroke-Ökonomie von Claude Steiner
Claude Steiner hat festgestellt, dass unser Umgang mit Strokes oft so ist, als gäbe es zuwenig davon. Er spricht von einer Art künstlicher Verknappung und hat fünf Regeln formuliert, die wir befolgen und damit den freien Austausch von Strokes einschränken. Er nennt das Stroke-Ökonomie.
1. Gib keine Strokes, auch wenn du gerne möchtest! (oder: …es sei denn, du musst!)
2. Bitte nicht um Strokes, auch wenn du sie brauchst!
3. Nimm keine Strokes an, auch wenn du gerne möchtest!
4. Lehne keine Strokes ab, wenn du sie nicht möchtest!
5. Gib dir selbst keine Strokes!
Wollen wir zu einem freieren Umgang mit Strokes und damit zu mehr Lebensqualität finden, gilt es die fünf Regeln zu überwinden und durch Erlaubnisse zu ersetzen:
1. Du darfst Strokes geben, wenn du gerne möchtest.
2. Du darfst um Strokes bitten, wenn du sie brauchst.
3. Du darfst Strokes annehmen, wenn du sie haben willst.
4. Du darfst Strokes ablehnen, wenn du sie nicht haben willst.
5. Du darfst dich selbst stroken.
Der erste Teil unserer Serie zum Thema Strokes handelt von den verschiedenen Strokearten.
In der Sprache der TA bezeichnet man jede Handlung, mit der jemand anders zur Kenntnis genommen, d. h. seine Existenz anerkannt wird, als Stroke.
Jede Aktion, mit der eine Anerkennung der Gegenwart des anderen verbunden ist.
Im Begriff Stroke steckt sehr viel. Stroke kann für Streicheln stehen oder auch für einen Schlag. Da es kein deutsches Wort gibt, das diesen englischen Ausdruck befriedigend übersetzt, indem es sowohl die wohltuenden wie auch die schmerzhaften Aspekte umfasst, verwenden wir den englischen Begriff.
Eric Berne wollte mit dem Begriff ausdrücken, dass es wichtig ist, einander zu berühren – auch im weiteren Sinne: „Es berührt mich, dass du mich siehst.“
Strokes können grundsätzlich aufgeteilt werden in:
Aufgrund unserer Erfahrungen in der Vergangenheit, nehmen wir nicht alle Strokes gleich an. Ungewohnte Strokes werden oft ausgefiltert und kommen nicht an.
Das Strokeprofil ist eine Möglichkeit, sich Gedanken zum Umgang mit Strokes zu machen. Es handelt sich um ein Säulendiagramm, in das du spontan und intuitiv einträgst, wie oft du anderen Strokes gibst, wie oft du von anderen Strokes akzeptierst, wie oft du um Strokes bittest und wie oft du das Geben von Strokes verweigerst.
Strokeprofil (PDF) zum Ausfüllen
Wie du auf gute Art und Weise machtvoll sein kannst.
Claude Steiner hat sieben Quellen oder Kräfte nicht-missbräuchlicher Macht beschrieben. Es geht um die Frage, wie wir machtvoll sein können, ohne dass dies auf Kosten anderer geht.
Keine dieser Kräfte sollte über eine andere gestellt werden; sie sollten vielmehr im Zusammenspiel genutzt werden, denn jede einzelne birgt Möglichkeiten zu positiver Veränderung.
Wir glauben, dass Macht nicht missbräuchlich sein kann, solange sich diese Quellen in einer Balance befinden. Es handelt sich also um eine Art siebenarmiges Mobilee.
Auch bei den einzelnen Quellen ist die Balance ein Thema. Es kann bei allen ein Zuwenig und auch ein Zuviel geben.
Wenn wir uns über die sieben Quellen der Macht unterhalten, geht es nicht nur um die Frage, wie wir machtvoll sein können. Auch bei der Frage, wie wir mit der Macht anderer umgehen, ist das Thema hilfreich.
Bei der ersten Quelle geht es um die Standfestigkeit.
Wer einen gut entwickelten Gleichgewichtssinn hat, der „weiß, wo er steht“. Und wenn Sie sich Ihres Standortes sicher sind, wird man Sie nicht so leicht aus Ihrer Position verdrängen können. Ihr Körper wird ebenso fest verankert sein wie Ihr Geist.
Zu wenig davon:
Zu viel davon:
Nichts kann einen Menschen so sehr beleben wie die Macht der Leidenschaft.
Leidenschaft kann aufbauen und zerstören, Gegensätze vereinen und Veränderung bewirken. Leidenschaft kann anstecken und begeistern.
Zu wenig davon:
Zu viel davon:
Kontrolle wird oft als Machtmittel missbraucht. Claude Steiner geht es hier um die Selbstdisziplin. Kontrolle in diesem Sinne trägt dazu bei, andere Kräfte (z. B. die Leidenschaft) zu regulieren. Weiter ist sie lebenswichtig bei Ereignissen, welche die Existenz bedrohen.
Zu wenig davon:
Zu viel davon:
Claude Steiner nennt die Liebe den Motor der Veränderung.
Nur wenige Menschen begreifen, daß die Liebe nicht nur angenehm ist, sondern auch Macht verleiht. Den wenigsten aber gelingt es, diese Kraft zur vollen Entfaltung zu bringen.
Es geht um lieben und geliebt werden. Als weiteren Aspekt nennt Steiner die Liebe zur Wahrheit.
Zu wenig davon:
Zu viel davon:
Durch Kommunikation lässt du deine Gedanken und Gefühle wirksam werden. Diese Kraft der Macht ist auch dazu da, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Dabei geht es ums Senden und ums Empfangen.
Kommunikation brauchen wir, um Wissen zu vermitteln, um Probleme zu lösen, um befriedigende Beziehungen aufzubauen.
Zu wenig davon:
Zu viel davon:
Laut Steiner ist die Kraft der Information das Heilmittel gegen Unsicherheit. Durch Information werden Ereignisse in Gang gebracht oder verhindert.
Claude Steinner nennt vier Formen von Information:
In unserer Gesellschaft gilt wissenschaftliche Forschung gemeinhin als die einzige Quelle des Wissens: Weisheit ist etwas für alte Leute, Intuition für Frauen, und wer Visionen hat, ist ein Spinner. Trotzdem hat jede dieser Informationsformen ihre Berechtigung.
Zum Zweck der Kontrolle wird Information häufig mißbraucht: Propaganda.
Information im Dienst der Liebe führt zu mehr Autonomie.
Zu wenig davon:
Zu wenig davon:
Unter dieser Kraft versteht Steiner, über allem zu stehen, die Unendlichkeit von Zeit und Raum zu begreifen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Das ermöglicht eine gesunde Abgeklärtheit und die Ruhe zu bewahren.
Zu wenig davon:
Zu wenig davon:
Die sieben Formen der Macht ergänzen einander.
Wenn wir dieses kombinierte Potential einsetzen, werden wir bald merken, dass der breite Fächer von Optionen sehr viel mehr Macht verleiht als die krude, oft brutale Macht, die auf Befehlskontrolle beruht und der sich so viele von uns ausgesetzt sehen.
Nach Steiner geht es darum, alle sieben Quellen für sich zu kultivieren.
Uns interessiert deine Meinung:
Schreibe einen Kommentar! Wir freuen uns darauf.
Ulrich Dehner beschreibt, worum es im IntrovisionCoaching geht und welchen Zusammenhang es da zur Transaktionsanalyse gibt.
Zum zweiten Mal haben wir einen Interview-Gast im Podcast. Diesmal ist es Ulrich Dehner.
Ulrich berichtet, wie er 1976 – mit starken Widerständen – zur Transaktionsanalyse gekommen ist. Die Widerstände wurden rasch beseitigt, als er erlebte, wie Rüdiger Rogoll gearbeitet hat.
Durch Zufall stiess er später auf einen Artikel über Introvision. Weil er das, was er las, hochinteressant fand, fuhr er quer durch Deutschland zu einem Coach, welcher mit Introvision arbeitete.
„Die Auswirkung hat mich so überrascht, dass nach vierzehn Tagen klar war, das wlll ich bekannt machen. Weil das ist so gut, dass es schade ist, dass es kein Mensch kennt.“
Beim IntrovisionCoaching wird im Zusammenhang mit Skriptthemen das Gehirn miteinbezogen. Bei Stress ist immer ein Imperativ im Spiel – das hat Ähnlichkeiten mit den Antreibern der Transaktionsanalyse. Es gibt eine innere Stimme, die sagt, dass irgendetwas auf gar keinen Fall passieren darf. Wenn dann eine zweite Stimme dazukommt, die sagt: „Das könnte jetzt aber gerade passieren“, wird in der Amygdala ein innerer Alarm ausgelöst.
Mit Introvision wird nun dieser Alarm bewusst ausgelöst. Die betreffende Person beobachtet dann in einer meditativen, achtsamen Haltung den Alarm. Das Gehirn erfährt nun, dass trotz Alarm keine Handlung ausgelöst wird. Es scheint dadurch den Alarm zu löschen.
Skriptthemen sind entstanden, weil wir als Kind etwas erlebt haben, dass für uns bedrohlich war und wir nicht optimal versorgt worden sind. Entweder weil die Eltern nicht da waren oder weil sie nicht gemerkt haben, was wir brauchen, oder weil sie nicht geben konnten, was wir nötig hatten.
„Und aus meiner Sicht ist die eigentliche Tragödie, nicht dass das passiert ist, sondern dass dann wenn wir uns das selber geben könnten – nämlich als Erwachsene -, wir das nicht tun.“
Es bleibt ein unterversorger Kind-Anteil, den wir als Erwachsene nicht versorgen, weil es sich unangenehm anfühlt. Wir würden mit Verzweiflung, Angst, Wut oder Trauer in Kontakt kommen, was sich nicht gut anfühlt. Deshalb machen wir alles Mögliche, um mit diesem Kind-Teil nicht in Kontakt zu kommen. Dadurch wird es wieder nicht vorsorgt und sucht es sich dann aussen, zum Beispiel in Form von Erfolg, in Form von Status oder in Form von „der Partner muss es richten“.
In der Introvision sitzen wir nun im Erwachsenen-Ich da und beobachten. Gleichzeitig ist das Kind-Ich aktiviert, das die Angst, den Schmerz, die Trauer oder was auch immer fühlt. Das Kind-Ich wird dann sozusagen auf den Schoss genommen und ihm gesagt: „Ich bin da.“
Welche Erfahrungen hast du mit Introvision schon gemacht?
Im aktuellen Podcast-Beitrag mit dem Interview erfährst du einiges mehr über Introvision. Falls du es noch nicht gemacht hast, dann höre dir die Episode an.
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