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Bei der Flut im Juli 2021 wurden ganze Landstriche vor allem im Ahrtal, aber auch an der Erft verwüstet, zahlreiche Menschen verloren ihr Leben und tausende Häuser wurden beschädigt.
Da der Klimawandel zweifellos zum schrecklichen Ausmaß der Katastrophe beigetragen hat, lag es nahe, ein Konzept zu entwickeln, das Ahrtal mit Hilfe von Erneuerbaren Energien so wieder aufzubauen, dass eine Modellregion für ganz Deutschland entsteht: vom Ahrtal zum SolAHRtal.
Nicht nur der Klimawandel, sondern in diesen Tagen auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine führen die Dringlichkeit deutlich vor Augen, warum ein solcher Umbau möglichst im ganzen Land unverzüglich gestartet werden muss. Deutschland muss sich unabhängig machen von importierten Energieressourcen. Die Modellregion SolAHRtal könnte damit für ganz Deutschland und weit darüber hinaus den Weg ins Solarzeitalter weisen.
Unsere Gäste Prof. Dr. Eberhard Waffenschmidt und Rainer Doemen sind im Rahmen des Runden Tisch Erneuerbare Energien maßgeblich an der Konzeption des SolAHRtals beteiligt. Wir haben mit ihnen über das Konzept selbst, den Stand der Umsetzung vor Ort und die Übertragbarkeit auf andere Regionen und Länder gesprochen. Rainer Doemen und Eberhard Waffenschmidt listen auf, wie das Projekt von Politik und Verwaltung ausgebremst werden - mit erstaunlichen Erkenntnissen.
Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stellt sich heute wieder die Frage, wie eine solche Eskalation vermieden und eine langfristige Friedensordnung erreicht werden kann. Dass Kontrolle fossiler Ressourcen schon seit Jahrzehnten zu zahlreichen Kriegen geführt hat, ist allgemein bekannt, und auch im Fall des Kriegs gegen die Ukraine spielen energiepolitische Interessen eine wichtige Rolle. Mit Hans-Josef Fell, einem Pionier für Erneuerbare Energien, ehemaligen Bundestagsabgeordneten für Bündnis90/Die Grünen und Mit-Autor des bedeutenden "Erneuerbare-Energien-Gesetzes" (EEG) sprechen Luca und Stefan über Fallstricke und Möglichkeiten, die weltweite Friedensordnung durch durchdachte Energiepolitik zu stabilisieren.
Nicht kontrollierbar ist im Gegensatz zu Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran der Zugang zu Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne, denen daher gemeinhin ein großes Friedens-, Demokratie- und Freiheitspotenzial zugeschrieben wird. Sowohl ganze Staaten wie auch lokale Gemeinschaften können mit Hilfe der Nutzung lokaler Erneuerbarer Energien ein bisher nicht gekanntes Maß an Autonomie erreichen.
Ist der Krieg um die Ukraine eine der letzten Schlachten der fossilen und atomaren Energiewirtschaft, die gerade dabei ist, ihre weltweite Dominanz zu verlieren? Darüber sprechen Luca und Stefan mit Hans-Josef Fell, der viele Jahre für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag saß, dort die Gesetzgebung für Erneuerbare Energien maßgeblich mitgeprägt hat und heute die von ihm gegründete Energy Watch Group leitet. Welche sofortigen und welchen langfristigen Konsequenzen müssen wir aus dem Krieg ziehen?
Luca und Stefan sprechen spontan mit der bekannten ukrainischen Sängerin, Botschafterin für Erneuerbare Energien und Demokratie-Aktivistin Ruslana Lyzhichko. Sie berichtet von den schrecklichen Geschehnissen in der Ukraine, was die Energiepolitik damit zu tun hat - und was sie von Regierungen und Weltgesellschaft jetzt erwartet: "We are strong enough."
Today, the world is facing an escalation of the crisis in Eastern Europe in form of a military attack on Ukraine. The tensions between Russia and Ukraine have, without doubt, a lot to do with the fossil energy system. For many years, there have been conflicts around the fossil energy supply of Europe, in particular related to gas pipelines.
How far has the fossil energy system contributed to the escalation of the crisis, by creating dependencies? What is the current situation in Ukraine?
We will talk about this with Ruslana Lyzhichko who lives in Ukraine and became famous as winner of the ESC, but later also as Maidan activist and as Ambassador for Renewable Energy. How can the world support the people in Ukraine in the short term? And what should be the longer-term strategy? Will a renewable energy world bring more peace and prosperity to the region?
Luisa Neubauer ist Deutschlands bekannteste Klimaaktivistin und das Gesicht von "Fridays for Future". Im Update Klima & Energie erzählt sie von ihren Klimamomenten, die sie zu der Aktivistin machten, die sie ist - und was ihre Reise nach Tansania und der Tod ihres Vaters damit zu tun haben.
Luca und Stefan ordnen gemeinsam mit Luisa ein, was sich seit der Bundestagswahl 2021 getan hat und wie sich die Klimabewegung in Zeiten der neuen Ampelkoalition sinnvoll positioniert. "Die Zeit, in der man klare Fronten zieht, ist einfach vorbei", betont die Aktivistin. Was sie damit meint und wieso sie die Wende hin zu Erneuerbare Energien nicht nur in Klimahinsicht für notwendig hält, erfahrt ihr im Podcast!
Der gesellschaftliche Konflikt um die Atomenergie läuft seit Jahrzehnten, und Deutschland ist gerade dabei, ihn durch die Beendigung des Atomausstiegs endgültig beizulegen. Die Europäische Kommission hat den Streit nun auf europäischer Ebene neu entfacht, indem sie im Begriff ist, im Zuge der EU-Taxonomie Atomenergie und fossiles Erdgas für nachhaltig zu erklären. Dies hat bereits heftigen Widerspruch hervorgerufen.
In der öffentlichen Debatte gehen allerdings wichtige Fragen unter: Welchen Beitrag leistet die Atomenergie denn heute überhaupt zur Energieversorgung in Europa und in der Welt und welche künftigen Entwicklungen sind angesichts von explodierenden Kosten und jahrzehntelangen Bauzeiten zu erwarten? Welchen Beitrag leistet die Atomwirtschaft denn zum weltweiten Klimaschutz?
Darüber sprechen Luca und Stefan mit Mycle Schneider, der als einer der besten unabhängigen Experten im Bereich der Atomwirtschaft gilt. Er ist Koordinator und Herausgeber des World Nuclear Industry Status Report (www.worldnuclearreport.org), in dem jährlich die aktuellen Daten zur Entwicklung der Atomindustrie veröffentlicht werden. "Die Atomkraft stirbt aus", sagt der Experte im Podcast und gibt Einblicke in die Wirtschaftlichkeit der Atomtechnologie, ihre aktuellen Betriebsprobleme und gängige Atom-Mythen.
Klimaschutz kann nur gelingen, wenn die Energieversorgung weltweit möglichst schnell auf Erneuerbare Energien umgestellt wird. Eine im Moment häufig diskutierte Frage ist dabei, ob auch die künftige Energieversorgung zentrale Strukturen benötigt, oder ob das System künftig stärker dezentral aufgebaut sein wird. Unternehmer und Energieexperte Simon Schandert gibt im Gespräch mit Luca und Stefan spannende Einblicke.
Da die Sonne überall scheint und der Wind praktisch überall weht, können die Menschen einfach selbst diese unerschöpflichen Energiequellen nutzen. Weil Sonneneinstrahlung und auch Windstärke nicht immer gleich stark sind, gilt die Speicherung von Energie als Schlüssel auf dem Weg zu einer Energieversorgung auf Basis von 100% Erneuerbaren Energien.
In den letzten Jahren haben sich verschiedene Speichertechnologien rasant weiterentwickelt, und vor allem die Kosten für Batteriespeicher sind stark gefallen. Dadurch stellen vor allem dezentrale Speicher heute schon für viele Haushalte eine sehr attraktive Alternative dar, um sich selbst vollständig und klimafreundlich mit Erneuerbaren Energien zu versorgen.
Unser Gast Simon Schandert ist Gründer und CTO der Tesvolt GmbH und arbeitet seit vielen Jahren an der Entwicklung und Vermarktung von dezentralen Speichersystemen, und zwar sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern. Luca und Stefan sprechen mit ihm über den technischen Stand von Stromspeichern, einschließlich der erforderlichen Ressourcen und politischen Rahmenbedingungen für ihre Weiterentwicklung. Simon Schandert erklärt, welche längerfristigen Entwicklungen er sich auf dem Strommarkt erhofft und welche Weichenstellungen die Ampel-Koalition jetzt vornehmen muss.
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom Frühjahr 2021 hat neue Maßstäbe zur verfassungsrechtlichen Bewertung von Klima- und damit auch Energiepolitik geschaffen und damit auch die vormalige Regierungskoalition dazu gezwungen, die gesetzlich definierten Klimaziele deutlich zu verschärfen. Der Leiter der Stiftung Umweltenergierecht, Thorsten Müller, ordnet den aktuellen Stand im Gespräch mit Luca und Stefan ein.
Die gerade neu gestartete Ampel-Koalition nimmt für sich in Anspruch, deutlich ambitionierter als die Vorgängerregierung zu sein, was auch im Koalitionsvertrag zu Ausdruck kommt. Doch wird die Ampel diesem Anspruch auch gerecht? Beobachter stimmen jedenfalls darin überein, dass auch die vorgesehenen Maßnahmen der neuen Koalition nicht ausreichen, das 1,5°-Ziel für Deutschland einzuhalten.
Mit Thorsten Müller haben wir darüber gesprochen, was aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts und der Verschärfung der Ziele des Klimaschutzgesetzes einerseits sowie aus dem Koalitionsvertrag anderseits für die Entwicklung des Klimaschutz- und Energierechts folgt. Zu klären wird auch sein, welche Rolle dabei das Europarecht spielen wird, das gerade ebenfalls überarbeitet und auf die neuen europäischen Klimaschutzziele ausgerichtet wird.
Thorsten Müller leitet die Stiftung Umweltenergierecht, die seit nunmehr mehr als zehn Jahren als führende Forschungseinrichtung in dem Bereich die bundes- und landesrechtlichen Aspekte ebenso wie die europa- und völkerrechtlichen Fragestellungen des Transformationsprozesses der Energieversorgung und -nutzung untersucht.
Gast der 17. Folge ist der derzeitige Energieminister von Luxemburg und langjährige Europaabgeordnete Claude Turmes. Neben Atomkraft, dem aktuellen Verhandlungsstand auf europäischer Ebene und der Bundestagswahl, spricht das Trio auch über die Rolle der Klimabewegung.
Spätestens seit der Liberalisierung der Strommärkte in den 90er Jahren wird Energiepolitik in Europa auch maßgeblich von der Europäischen Union bestimmt. Während es schon frühzeitig auch ambitionierte Programme zur Förderung der Erneuerbaren Energien gab, gerieten und geraten gerade die dezentrale Energiewende und ihre Protagonisten durch europäische Rechtsetzung immer wieder unter Druck.
Mit Claude Turmes sprechen Luca und Stefan über die Rolle von Atomkraft, Gas und die fossile Lobby in Deutschland und Europa. Turmes gibt Einblicke in den aktuellen Verhandlungsstand und äußert einen Wunsch an die Klimabewegung. Das Trio analysiert auch den Einfluss der neuen Ampelkoalition auf Energiewende- und Klimaschutzbemühungen.
Über unseren Gast: Claude Turmes ist Energieminister in Luxemburg und gestaltet in dieser Funktion nicht nur die Energiepolitik seines Landes, sondern hat auch direkten Einfluss auf die europäischen Rahmenbedingungen. In der Vergangenheit gestaltete er als langjähriges Mitglied des Europäischen Parlaments bereits maßgeblich die europäische Energiepolitik mit. Wir sprechen mit ihm darüber, welche Akteure auf europäischer Ebene die Energiewende prägen und welche Rolle dabei den nationalen Regierungen zukommt.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wird die Regierungskoalition auf Bundesebene aus SPD, Grünen und FDP bestehen. Nach sehr intensiven Verhandlungen haben sich die doch sehr unterschiedlichen künftigen Regierungsparteien auf einen umfangreichen Koalitionsvertrag geeinigt, der über 170 Seiten umfasst: “Mehr Fortschritt wagen. Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit”
Auch wenn Nachhaltigkeit erst an dritter Stelle genannt ist: Die neue Koalition hat den Anspruch, sowohl die Corona-Krise zu bewältigen, als auch Deutschland auf 1,5°-Kurs zu bringen. Dafür sind im Koalitionsvertrag eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, einige der gesetzten Ziele gehen deutlich über die Ziel der bisherigen Großen Koalition hinaus. Aber schafft es der Koalitionsvertrag, die gesellschaftlichen Kräfte ausreichend für Klimaschutz und Energiewende zu mobilisieren?
Mit unserem Gast Dr. Nina Scheer, Mitglieder des Deutschen Bundestags für die SPD, werden wir darüber sprechen, wieweit der Koalitionsvertrag diesen Anforderungen gerecht wird, wo Schwächen und Stärken sind, wie die Koalitionsverhandlungen liefen und wie die Themen in den drei Regierungsfraktionen verankert sind. Auch die Konsequenzen der Ressortverteilung zwischen den Partnern werden wir thematisieren.
In einer sehr emotionalen Folge ihres Podcasts sprechen Luca und Stefan mit Britta Kox über ihr Aufwachsen im Rheinischen Braunkohlerevier und das Gefühl, dass die eigene Heimat von Braunkohlebaggern bedroht wird.
Eigentlich stehen alle Zeichen auf ein Ende der Braunkohleverstromung in Deutschland: Gerade hat sich in Glasgow die Weltgemeinschaft darauf geeinigt, die Kohleverbrennung auslaufen zu lassen und die neue Ampelkoalition deutet an, dass es auf einen Ausstieg bis ca. 2030 hinauslaufen könnte.
Dennoch sollen immer noch Dörfer für die Braunkohleverstromung abgebaggert werden und damit Menschen ihre Heimat verlieren. Das Dorf Lützerath, das als nächstes den Kohlebaggern weichen soll, hat sich gerade zum neuen Symbol im Kampf für Klimaschutz und gegen die Kohle entwickelt.
Unser Gast Britta Kox ist im Braunkohlerevier aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie in Berverath, einem der Dörfer, das auch noch vom Abbau bedroht ist. Als Pressesprecherin von “Alle Dörfer bleiben” hat sie eine führende Rolle im lokalen Widerstand gegen die Ausweitung des Tagebaus und für die Erhaltung ihrer Heimat. Wir werden mit ihr darüber sprechen, wie es ist, seit Jahrzehnten mit dem möglichen Verlust der Heimat konfrontiert zu sein, was sie sich von den Koalitionsverhandlungen in Berlin erwartet und welche Rolle für sie internationale Klimakonferenzen und auch die Klimabewegung spielen.
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