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Update Klima & Energie: Podcast mit Luca & Stefan | Gast: Bärbel Heidebroek, LEE Niedersachsen: Energiepolitische Agenda in Niedersachsen – was ist zu tun?
Mit den Landtagswahlen in Niedersachsen wurden wichtige energiepolitische Weichen gestellt, die für die Bewältigung der derzeitigen Energiekrise weit über das Bundesland hinaus wichtig sind. Niedersachsen hat sich vor allem aufgrund des hohen Anteils an Windenergie zu einem führenden Energie-Land entwickelt, als Standort für Windräder aber auch mit einer starken Windkraftanlagen-Industrie, in Niedersachsen findet aber auch ein großer Teil der deutschen Öl- und Gasförderung statt.
Zwar dominiert im Moment vor allem die bundespolitische Debatte in der Energiepolitik, allerdings werden auch auf Landesebene wichtige Entscheidungen gefällt. Wichtige Themen, die in Niedersachsen teils sehr kontrovers diskutiert werden, sind neben dem weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien an Land und auf dem Meer vor allem der Bau von LNG-Terminals, die Förderung von Öl und Gas im Land und auch der mögliche Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Emsland, das eigentlich zu Ende des Jahres abgeschaltet werden soll.
Mit unserem Gast Bärbel Heidebroek sprechen wir darüber, welche energiepolitischen Herausforderungen Niedersachsen zu bewältigen hat und wo vor allem politischer Handlungsbedarf besteht. Wieweit wird das Land künftig Erzeuger, Exporteur oder auch Umschlagplatz von Energie sein? Was kann die Landesebene dazu beitragen, die Energiepreise zu stabilisieren? Bärbel Heidebroek kennt als Unternehmerin die Energiewende von der praktischen Seite, ist aber auch politisch engagiert, als Vorsitzende des Landesverbands Erneuerbare Energien Niedersachsen, Vizepräsidentin des Bundesverbandes WindEnergie und auch als Vizepräsidentin der IHK Braunschweig.
Update Klima & Energie: Podcast mit Luca & Stefan | Gast: Dr. Andreas Stamm: Energiebeziehungen in einer solaren Weltwirtschaft zwischen Neokolonialismus und Energieautonomie
Der russische Krieg gegen die Ukraine hat gezeigt, wie verhängnisvoll das fossile Energiesystem sich auch auf die globale Sicherheit auswirkt. Das bestärkt die Notwendigkeit, zu einer solaren Weltwirtschaft zu wechseln, also zu weltweit 100% Erneuerbaren Energien.
Die lokalen Potenziale der Erneuerbaren Energien sind so riesig, dass sie lokale Energieunabhängigkeit praktisch überall ermöglichen würden. Dennoch gibt es viele Ansätze wie etwa die deutsche Wasserstoffstrategie, die auch künftig auf Importe bzw. Exporte setzt.
Mit unserem Gast Dr. Andreas Stamm, Wissenschaftler am German Institute of Development and Sustainability IDOS, sprachen wir darüber, wieweit solche Beziehungen sinnvoll sind und wie sie ausgestaltet sein müssten. Insbesondere sind wir darauf eingegangen, wie sichergestellt sein kann, dass keine neokoloniale Strukturen verstärkt werden sondern dass die Menschen überall vom Mehrwert profitieren, den die Erneuerbaren Energien schaffen.
Die Erneuerbaren Energien sind heute unbestritten die billigsten Energieformen, auch ohne Einbeziehung externer Kosten wie Klimawandel. Vor allem durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind aber in Deutschland und weltweit die Energiekosten so stark gestiegen, dass viele Menschen und auch Unternehmen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen, die Inflationsrate ist hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr.
Im Angesicht dieser Krise hat die Ampelkoalition ein Entlastungspaket vorgelegt, das vor allem auf den Energiesektor abzielt. Darin enthalten sind direkte Zuwendungen in Form von Energiegeld oder auch energiewirtschaftliche Maßnahmen, die zum Ziel haben, vor allem den Strompreisanstieg zu bremsen.
Unser Gast Johannes Lackmann ist als einer der Pioniere der Erneuerbaren Energien in Deutschland Mitgründer von Westfalenwind, das nicht nur Windparks betreibt, sondern inzwischen auch Strom an Endkunden anbietet. Zu seiner Zeit als Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien hatte er Einfluss auf die ursprüngliche Gestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor gut 20 Jahren. Mit ihm werden wir darüber sprechen, ob das Ampel-Paket zielgerichtet ist und wie es den Erneuerbaren Energien gelingen kann, ihr Versprechen einzulösen, dass sie bezahlbare Energiepreise sicherstellen.
Vor genau vier Jahren startete Greta Thunberg in Stockholm ihren ersten Schulstreik für das Klima. Damals konnte keiner ahnen, dass Greta damit eine neue weltweite Klimabewegung initiieren würde, die Millionen von Menschen auf dem Planeten mobilisiert.
Nach vier Jahren regelmäßiger Streiks und Demonstrationen hat die Klimabewegung ohne Zweifel die öffentliche Debatte wesentlich mitbestimmt und tut dies noch immer. Allerdings sind bislang nur wenige Entscheidungen getroffen worden, die die Welt auf einen Kurs in Übereinstimmung mit der Pariser Klimaschutzvereinbarung bringen und die Erwärmung auf 1,5°C begrenzen. Täglich bekommen gleichzeitig heute schon Menschen überall die direkten Folgen des Klimawandels zu spüren, in Form von Hitzewellen, Dürren oder Starkregen und Sturzfluten.
Unser Gast Prof. Niko Froitzheim arbeitet als Geologe an der Universität Bonn und kennt daher erdgeschichtliche Entwicklungen aus wissenschaftlicher Perspektive. Seit drei Jahren engagiert er sich bei Extinction Rebellion und bei Scientists Rebellion. Zuletzt nahm er auch zusammen mit Letzte Generation an Straßenblockaden teil. Wir sprechen mit Niko darüber, wie ernst aus seiner wissenschaftlichen Perspektive die Klimakrise im Jahr 2022 ist und warum er sich jenseits seiner wissenschaftlichen Arbeit auch am Straßenprotest, teils auch in Form von zivilem Ungehorsam beteiligt.
Während ganz Deutschland über das 9-Euro-Ticket diskutiert, ist die Fahrradsaison 2022 längst auf dem Höhepunkt. Dass das Fortbewegungsmittel mehr ist als ein Sport- und Freizeitgerät, zeigt die öffentliche Debatte mittlerweile anschaulich - häufig wird es neben dem ÖPNV als Pfeiler der Verkehrs- und Klimawende bezeichnet.
Mit Rebecca Peters, der Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sprechen wir darüber, welchen Beitrag der Fahrradverkehr zum Klimaschutz leisten kann, welche Fallstricke es gibt und welche politischen Rahmenbedingungen es braucht, um die Verkehrssituation zu verbessern. Dabei liegt der Fokus auch auf der Aufteilung des öffentlichen, zurzeit autodominierten Raumes.
Seit nunmehr drei Jahrzehnten finden im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention UNFCCC internationale Klimaverhandlungen mit dem Ziel statt, den menschengemachten Klimawandel auf Basis internationaler Vereinbarungen zu begrenzen beziehungsweise zu stoppen. Einige Meilensteine wie das Kyoto-Protokoll oder die Pariser Klimaschutz-Vereinbarung haben scheinbar politischen Fortschritt gebracht, aber faktisch schreitet der Klimawandel bislang nahezu ungebremst voran.
Obwohl die Klimakrise als langfristig größte Bedrohung der Menschheit betrachtet werden muss, bestimmen derzeit nun auch noch die Covid-Pandemie und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine die internationale politische Agenda und beanspruchen die Problemlösungskapazitäten der internationalen politischen Strukturen.
Angesichts der UN-Klimakonferenz SB56 in Bonn sprechen Luca und Stefan mit Stephan Singer darüber, wie der Stand der internationalen Klima-Verhandlungen ist, welche Entscheidungen notwendig wären, um das 1,5°-Ziel einzuhalten und was diesbezüglich von Bonn bzw. von vom nächsten Welt-Klima-Gipfel COP27 in Sharm El Sheikh zu erwarten ist.
Stephan Singer ist seit Jahrzehnten als NGO-Vertreter an der internationalen Klimadebatte aktiv beteiligt und arbeitet derzeit von Brüssel aus für das größte Netzwerk von Nicht-Regierungsorganisationen mit dem Schwerpunkt Klima, dem Climate Action Network.
Der Hunger schien als direkte Bedrohung für das Leben von Millionen von Menschen bis vor kurzem fast überwunden, auch wenn die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Klimawandels bereits in Form von Dürren, Überschwemmungen und Missernten spürbar wurden.
Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, zwei der wichtigsten Getreideproduzenten und -Exporteure weltweit, führt jedoch derzeit zu einem massiven Preisanstieg vor allem beim Grundnahrungsmittel Getreide. Hunderte von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt sind davon direkt betroffen, es drohen nach Einschätzung von internationalen Expert*innen massive Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung in vielen Regionen der Erde. Der fortschreitende Klimawandel verschärft diese Krise.
Mit Dr. Martin Frick sprechen Luca und Stefan darüber, wie sich die momentane Ernährungssituation darstellt, welche Auswirkungen der Krieg und Klimawandel heute schon haben. Vor allem aber spricht das Panel darüber, welche mittel- bis langfristigen Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Ernährungsversorgung der Weltbevölkerung dauerhaft sicherzustellen – in Form von Anpassung von landwirtschaftlichen Produktionssystemen, aber auch durch die direkte Bekämpfung des Klimawandels.
Martin Frick leitet das Büro des World Food Programme für Deutschland, Österreich und Liechtenstein in Berlin. Zuvor war er Sondergesandter des UN-Generalsekretärs für den „Food Systems Summit 2021“ und hatte leitende Funktionen beim UNFCCC-Sekretariats, bei der UN-Welternährungsorganisation (FAO), beim Auswärtigen Amt und auch bei Nicht-Regierungsorganisationen inne.
Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste und wirtschaftsstärkste Bundesland und bezeichnet sich selbst als Energieland Nummer 1. In der Vergangenheit hat vor allem die heimische Kohle Energieversorgung und Industrie in NRW geprägt. Entscheidend für die Zukunft des Landes wird der Umstieg auf Erneuerbare Energien sein, der allerdings nur schleppend vorankommt – 2019 betrug deren Anteil nur 5,8%.
Die Landesregierung spielt eine wichtige Rolle bei der Umgestaltung der Energieversorgung, hat aber in den letzten Jahren Entscheidungen getroffen, die die Energiewende behindern, etwa pauschale Mindestabstände für Windräder und Solaranlagen, der als zu zögerliche kritisierte Ausstieg aus der Kohle oder die Auflösung der EnergieAgentur.NRW.
Mit unserem Gast Milan Nitzschke sprechen wir über den aktuellen Stand der Energiewende in NRW. Sind die Ausbauziele in NRW ohne massives politisches Umsteuern zu schaffen? Milan Nitzschke ist Geschäftsführer bei einem mittelständischen Projektentwickler für Erneuerbare Energien und arbeitete bereits vorher für die Energiewende bei diversen Unternehmen und Verbänden.
Der Verkehr verursacht rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen und es ist bislang nicht gelungen, diese Emissionen substanziell zu reduzieren, obwohl emissionsarme bzw. emissionsfreie Verkehrslösungen bereits zahlreich existieren.
Kaum ein Bereich ist so ideologisch besetzt wie der Verkehrssektor, immer noch hat für manche der Slogan “Freie Fahrt für freie Bürger” große Bedeutung. Auch die jüngste Debatte um Spritpreise hat wieder einmal gezeigt, wie irrational die öffentliche Debatte um nachhaltige und bezahlbare Mobilität oft verläuft.
Unser Gast Kerstin Haarmann ist Bundesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland, der sich nicht auf einen Verkehrsträger konzentriert, sondern ein insgesamt nachhaltiges Verkehrssystem anstrebt. Luca und Stefan sprechen mit Kerstin Haarmann darüber, welche Rolle Faktoren wie Energie und Flächenverbrauch im Verkehr spielen und was zu beachten ist, um den Verkehr insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Wieweit ist eine Antriebswende vonnöten, wieweit sollte der motorisierte Individualverkehr zurückgedrängt werden zugunsten von ÖPNV, und wieweit sollten wir möglicherweise sogar auf Mobilität verzichten? Antworten auf diese Fragen gibt es in dieser Folge des Podcasts Update Klima & Energie.
Die letzten Wochen mit dem Krieg in der Ukraine und den letzten IPCC-Berichten haben noch einmal die Dringlichkeit untermauert, die Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren Energien konsequenter anzugehen und zu beschleunigen. Die Bundesregierung hat nun mit dem Osterpaket ein erstes Maßnahmenbündel vorgelegt, mit dem dieses Ziel erreicht werden soll. Als wichtiger Baustein wird dabei ausdrücklich auch die dezentrale Bürgerenergiewende benannt.
Mit Susanne Jung sprechen Luca und Stefan darüber, wie der Stand der Energiewende ist und inwieweit die im Osterpaket vorgesehenen Maßnahmen ausreichen, um die Energiewende mit der erforderlichen Geschwindigkeit voranzubringen – oder ob einzelne Maßnahmen vielleicht sogar kontraproduktiv sind. Eine Analyse von positiven und problematischen Punkten - und ein Ausblick auf die nächsten Jahre.
Susanne Jung ist Geschäftsführerin des Solarenergie-Fördervereins, dessen Vision eine dezentrale und bürgernahe Energieversorgung auf Basis von 100% Erneuerbaren Energien bis spätestens 2030 ist. Sie arbeitet dabei mit zahlreichen weiteren Organisationen etwa im Rahmen des Runden Tischs Erneuerbare Energien zusammen.
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