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  • Bewundert von Chaplin und Twain: die taubblinde Helen Keller

    Als Kleinkind verliert Helen Keller (geb. am 27.6.1880) Hör- und Sehkraft. Doch sie lernt per Hand zu kommunizieren und wird Schriftstellerin, Aktivistin und Weltreisende.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp:

    • wie das "Lormen", also das Buchstabieren von Texten in die Hand, funktioniert,
    • wie die einfühlsame Lehrerin Anne Sullivan Helen Kellers Leben verändert,
    • von Kellers Liebe zu Literatur, Musik und Kino,
    • von ihrem Engagement für Frauenrechte und die Ausbildung blinder Menschen.

    Helen Keller ist ein gesundes Mädchen, als sie am 27. Juni 1880 im US-Bundesstaat Alabama geboren wird. Im Alter von eineinhalb Jahren erkrankt sie schwer, verliert ihr Hör- und Sehvermögen. Sprachlos und eingeschlossen in sich selbst, so erlebt Helen ihre ersten Jahre.

    Kurz vor ihrem siebten Geburtstag engagieren die Eltern eine Blindenlehrerin - für das Mädchen "der wichtigste Tag meines Lebens". Anne Sullivan, eine 21-jährige Irin und selbst fast blind, öffnet ihr die Tür zur Außenwelt. Helen Keller lernt, in Blindenschrift zu lesen und schafft es an die Elite-Uni-Harvard. Ihr Studienabschluss macht weltweit Schlagzeilen und gibt Millionen Menschen, die ihr Schicksal teilen, neuen Lebensmut.

    Keller schreibt zahlreiche Bücher und Essays über ihren Weg aus der Dunkelheit, tritt in TV-Shows auf und hält weltweit Vorträge. Mit mehreren Ehrendoktortiteln und Auszeichnungen überhäuft, stirbt Helen Keller mit fast 88 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ursula Braun, Sonderpädagogin und Mitbegründerin der Deutschen Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation
    • Helen Keller: Die Geschichte meines Lebens. Stuttgart 1905
    • Helen Keller: Mein Weg aus dem Dunkel. Bern 1994
    • Helen Keller: Meine Welt. Berlin 1987
    • Nella Braddy: Anne Sullivan Macy. The Story behind Helen Keller. New York 1934
    • Katja Behrens: Alles Sehen kommt von der Seele. Weinheim 2001
    • William Stern: Helen Keller - Die Entwicklung und Erziehung einer Taubstummblinden. Burbank 2022

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 13.05.1950: Blinder Soulstar Stevie Wonder geboren
    • Zeitzeichen 04.01.1809: Louis Braille, Blindenlehrer und Erfinder der Brailleschrift
    • Stichtag 23.12.1789: Gehörlosenlehrer Charles M. de l'Epée stirbt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Doris Arp
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
    Technik: Jan Roloff

    15 min
  • Wie Conrad D. Magirus die moderne Feuerwehr erfand

    Am 26.6.1895 stirbt in Ulm Conrad Dietrich Magirus: ein Mann, der mit Mut und Erfindergeist die Brandbekämpfung revolutioniert. Seine Ideen retten bis heute Leben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

    • welche Ausbildung Conrad Dietrich Magirus in Italien absolviert,
    • was der Ulmer Turnverein mit seinen Ideen zur Feuerbekämpfung zu tun hat,
    • wie er hautnah miterlebt, wie das Wort Feuerwehr erfunden wird,
    • warum seine Erfindung der Ulmer Leiter Magirus weltberühmt macht,
    • welche Leitsätze von Magirus noch heute bei der Alarmierung der 112 beachtet werden.

    Drei Jahre nach dem katastrophalen Brand im Großherzoglichen Hoftheater in Karlsruhe, bei dem 65 Menschen sterben und rund 200 Theaterbesucher verletzt werden, erscheint 1850 der Bestseller "Alle Theile des Feuerlöschwesens". Darin entwickelt Conrad Dietrich Magirus den Plan, die Feuerwehren militärisch zu organisieren und regt dafür eine gesetzliche Grundlage an.

    Zu Hause in Ulm gründet Magirus sein erstes Unternehmen. Er verkauft im ehemaligen Kaufmannsgeschäft seines Vater Feuerwehrausrüstungsgegenstände, wie zum Beispiel seine patentierten Feuerwehrspritzen, die er noch bei anderen Fabrikanten produzieren lässt.

    1874 baut er im Keller seiner Villa eine große Werkstatt. Im Garten errichtet er einen Turm, an dem er seine selbstkonstruierten Leitern ausprobiert. Das Geschäft wird ein Erfolg. Die Kundschaft sitzt nicht nur in Deutschland, sondern auch in Russland oder Japan.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ulrich Laschet (Pressesprecher Feuerwehr Köln)
    • Bernd Klaedtke (Historiker im Verband der Feuerwehren in Deutschland)
    • Martin Nestler (Ulmer Regionalhistoriker, Buchautor)
    • Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg: Miteinander, Füreinander - zum 150-jährigen Bestehen des Verbandes, Filderstadt 2013
    • Conrad Dietrich Magirus: Das Feuerlöschwesen, Ulm 1877
    • Martin Nestler: Der Feuerwehrpionier und Unternehmer Conrad Dietrich Magirus, Tübingen 2011

    Weiterführende Links:
    • SWR: Einer der berühmtesten Söhne Ulms: Conrad Dietrich Magirus
    • Zeitzeichen 05.08.1818: Carl Metz, Gründer der Freiwilligen Feuerwehr, wird geboren

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Irene Geuer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Christine Reinartz

    15 min
  • Als der Kalte Krieg heiß wurde: Konfrontation in Korea

    Auch 75 Jahre nach Kriegsbeginn gibt es in Korea keinen Friedensvertrag zwischen Nord und Süd. Der Beginn des tödlichen Konflikts am 25.6.1950 hatte auch Auswirkungen auf Deutschland.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • warum der Koreakrieg die westdeutsche Wiederbewaffnung beschleunigt,
    • welchen Einfluss Stalins Tod auf den Frieden in Korea hat,
    • warum die deutsche Wirtschaft vom Koreakrieg profitiert,
    • wie die TV-Satire M.A.S.H. Anfang der 1970er Jahre den Koreakrieg wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt.

    Die Alliierten des Zweiten Weltkriegs legen die Grenze zwischen Nord- und Südkorea entlang des 38. Breitengrads. So zerfällt das zuvor von Japan besetzte Land in zwei politische Systeme: Der Norden Koreas steht unter dem Einfluss von Stalin und Mao, der Süden ist durch die USA geprägt. Dennoch wünschen sich viele Koreaner eine Wiedervereinigung.

    Auch die kommunistischen Nordkoreaner wollen die Einheit – notfalls mit Gewalt. Am 25. Juni 1950 überschreiten ihre Truppen die Grenze und greifen den Süden an. Ein solcher Akt der Aggression zeige die Gefahr für die Sicherheit aller freien Nationen, wendet sich der US-Präsident Harry Truman an seine Landsleute.

    Die UN unter dem Oberbefehl der USA schicken Soldaten und Kriegsmaterial nach Korea. Es folgt ein dreijähriger Krieg mit Millionen Toten und ohne Sieger: Korea bleibt bis heute geteilt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Bernd Stöver, Professor für Internationale Geschichte, Universität Potsdam
    • Rolf Steininger, Professor em. Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck
    • Rolf Steininger: Der vergessene Krieg. Korea 1950-1953, München 2008
    • Bernd Stöver: Geschichte des Koreakriegs, München 2015
    • Odd Arne Westad: Der Kalte Krieg. Eine Weltgeschichte, Stuttgarg 2019

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 24. Oktober 1991 – Versöhnungsabkommen zwischen Nord- und Südkorea
    • Stichtag: 27. Juli 1953 – Waffenstillstand von Panmunjon unterzeichnet
    • Stichtag: 9. September 1948 – Demokratische Volksrepublik Korea gegründet

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    Autor: Andrea Kath
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Der Schneider von Ulm: Pionier der Fliegerei und gefallener Held

    Zu Lebzeiten verspottet, heute verehrt: Albrecht Berblinger, geboren am 24.6.1770 in Ulm, will über die Donau fliegen – und stürzt ab. Sein Scheitern liefert den Stoff für Literatur, Opern und und Filme.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • dass Albrecht Berblinger ein talentierter Schneider ist,
    • wie er Beinprothesen und Kinderwagen konstruiert,
    • warum heute unklar ist, wie seine Flugmaschine ausgesehen hat,
    • dass sein gescheiterter Flug auch zum sozialen Absturz führt,
    • wie seine Geschichte in Literatur und Film festgehalten wird.

    Von früher Jugend an hat Albrecht Berblinger ein besonderes Interesse an Technik. Doch als Waisenkind muss der am 24. Juni 1770 Geborene einen geldbringenden Beruf ergreifen. So erlernt der Ulmer das Schneider-Handwerk und baut sich ein florierendes Geschäft auf. Das Tüfteln gibt er indes nicht auf. Wie die Brüder Montgolfier, die in Frankreich erste Flugversuche im Ballon absolvieren, zieht es Albrecht Berblinger auch in die Lüfte. Sein Vorbild sind die Vögel, deren Flugtechnik er genau studiert.

    Als im Mai 1811 der König Friedrich I. von Württemberg nach Ulm kommt, will Albrecht Berblinger den Flug wagen: Der Schneider von Ulm springt aus rund 20 Metern Höhe mit seinen selbst gebauten Flügeln ab, um auf die andere Seite der Donau zu gleiten. Doch es kommt anders, Berblinger stürzt plump ins Wasser. Anstatt mit Ruhm und Ehre wird er mit Spott und Hohn überhäuft. Erst zwei Jahrhunderte später wird er als Held gefeiert – als Flugpionier, der seiner Zeit um mindestens hundert Jahre voraus war.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Michael Wettengel, Leiter des Stadtarchivs Ulm

    Weiterführende Links:
    • Der Schneider von Ulm: Die Tragik eines Flugversuchs (Stadt Ulm)
    • Stichtag 7. März 1916 – Bayerische Flugzeugwerke gegründet
    • Stichtag: 10. August 1896 - Todestag des Flugpioniers Otto Lilienthal
    • Stichtag: 28. Januar 1829 – Todestag des "Schneiders von Ulm"
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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Sabotage aus der Luft? Die DDR und der Amikäfer

    Juni 1950: DDR-Protest gegen "imperialistische" US-Kartoffelkäfer. Staatliche Propaganda - oder steckt eine kuriose Sabotage hinter dem Käferbefall auf DDR-Feldern?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener:

    • wie aus einem Schädling ein Staatsfeind wird,
    • warum der Kartoffelkäfer 1950 plötzlich als US-amerikanische Biowaffe gilt,
    • wie der Spruch "Sei ein Kämpfer, sei kein Schläfer – achte auf den Kartoffelkäfer" in den Alltag einzieht,
    • wieso sich ganze Schulklassen auf Käfersuche machen,
    • was der "Amikäfer" mit Fake News, Propaganda und der Macht der Schlagzeile zu tun hat.

    Der gelb-schwarze Kartoffelkäfer hat es schwer in der DDR - nicht nur wegen seines Appetits auf Kartoffelpflanzen, sondern auch wegen seines vermeintlichen Ursprungs. Im Frühsommer 1950 melden Bauern einen massenhaften Käferbefall - kurz nachdem angeblich westliche Flugzeuge über die Felder geflogen sind.

    Die DDR-Regierung wittert Sabotage: Die Amerikaner sollen gezielt "Amikäfer" abgeworfen haben, um die Versorgung zu stören. Beweise? Fehlanzeige. Doch Propaganda-Plakate, Gedichte von Bertolt Brecht und Suchaktionen auf dem Acker machen aus dem Käfer einen politischen Gegner.

    In Wahrheit sind es Hitze und eigene Versäumnisse, die eine ideale Umgebung für die Vermehrung der Schädlinge schaffen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Lars-Broder Keil, Sven Felix Kellerhoff: Fake News machen Geschichte. Gerüchte und Falschmeldungen im 20. und 21. Jahrhundert. Berlin 2017
    • Klaus Zeyringer: Breaking News. Zeitgeschehen in der Presse von 1648 bis 2001. Innsbruck 2023

    Und das sind unsere Interviewpartner:
    • Lars-Broder Keil, Historiker und Journalist, Leiter des Unternehmensarchivs von Axel Springer
    • Klaus Zeyringer, Publizist, ehem. Literaturkritiker und Professor für Germanistik in Frankreich

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Kartoffelkäfer
    • Planet Wissen: Leben in der DDR
    • planet Wissen: Fake News – die Macht der Falschmeldungen
    • bpb: Was ist Propaganda?

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Gerdener
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Christoph Schneider

    15 min
  • Bonnie Prince Charlie: Schottlands letzte Chance auf die Krone

    Am 22.6.1745 sticht Bonnie Prince Charlie in See, um mit den Jakobiten den britischen Thron zurückzuerobern. Er scheitert, flieht - und überlässt seine Landsleute der Verfolgung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammüller:

    • warum sich Charles Edward Stuart ohne Wissen seines Vaters aufmacht, den Thron zurückzuerobern,
    • wie der Prinz als Zofe verkleidet den englischen Truppen entkommt,
    • was die Schlacht von Culloden zum Wendepunkt der schottischen Geschichte macht,
    • und wieso der Dudelsack nach der Niederlage verboten wird.

    "He’s a bonnie lad!" - ein hübscher Bursche, schwärmen die Damen über Charles Edward Stuart. Der junge Prinz aus dem Exil will, was seiner Familie einst gehörte: den Thron in London.

    Ohne offizielle Bündnispartner, aber mit viel Charme und einer guten Portion Übermut segelt Charles mit wenigen Getreuen nach Schottland - in der Hoffnung, Frankreich werde sich anschließen. Tatsächlich bringt er für kurze Zeit die Highlands in Aufruhr. Doch bei Culloden scheitert sein Aufstand blutig. Der "schöne Prinz" flieht über die Hebriden - und kehrt nie zurück.

    Charles Edward Stuart wird in Schottland zur Symbolfigur. Auch wenn seine Geschichte nicht von politischen Erfolgen erzählt, sondern von Kühnheit, verlorener Hoffnung und tragischem Scheitern.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. em. Michael Maurer, ehem. Uni Marburg
    • Ronald G. Asch: Die Stuarts – Geschichte einer Dynastie, München 2011.
    • Michael Maurer: Kleine Geschichte Schottlands, Stuttgart 2008.
    • Frank Thadeusz: Historische Schlacht in Schottland. Prinz Schönling türmte in Frauenkleidern, Der Spiegel, 31. Januar 2017.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Bonnie Prince Charlie
    • Charles Edward Stuart: Italian Dandy, Selfish Alcoholic or Charismatic Prince?
    • Mac Hare: Bonnie Prince Charles

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    Autorin: Edda Dammmüller
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Als 1935 die Schriftsteller laut wurden – und die Welt zuhörte

    Vor 90 Jahren sind Faschismus und Tyrannei auf dem Vormarsch. In Paris wollen weltberühmte Autorinnen und Autoren die Kultur verteidigen, auf dem ersten Schriftsteller-Kongress ab dem 21.6.1935.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • dass Bertolt Brecht um ein "wanzenfreies" Zimmer in Paris bittet,
    • über einen Streit zwischen Ilja Ehrenburg und André Breton, der mit den Fäusten endet,
    • wie Teilnehmer den Kongress in ihren Memoiren festhalten,
    • wann plötzlich "die Internationale" gesungen wird.

    Lion Feuchtwanger, Robert Musil, Aldous Huxley, Bertolt Brecht: Sie alle bekunden ihre Bereitschaft, gegen das faschistische und antisemitische Hitler-Deutschland zu kämpfen. Der Schock über Hitlers Machtübernahme samt der folgenden Bücherverbrennung und Verfolgungen sitzt tief.

    "Die Kultur, die wir verteidigen wollen, entsteht aus der Summe der besonderen Kulturen jedes Landes", sagt André Gide in seiner Eröffnungsrede. Die Teilnehmenden aus 38 Ländern treffen sich zweimal täglich. Fünf Tage lang wird diskutiert – und gestritten. Auch, weil der Kongress aus der Sowjetunion heraus geplant ist und man dort auf die Unterstützung der Schreibenden für den Kommunismus hofft.

    "Der Kongress war nicht übel, nicht einmal ganz vergebens, glaube ich. Es ist gut, sich zu zählen", urteilt Heinrich Mann später. Moskau ist es jedoch nicht gelungen, das Treffen zu einer sozialistischen Propaganda-Veranstaltung zu verbiegen. Zu unterschiedlich sind die Weltanschauungen, die in Paris aufeinandertreffen. Eine Vielfalt, die ihre Freiheit mit Federn statt mit Waffen gegen den Faschismus verteidigen will.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Susanne Zepp-Zwirner, Romanistin, Universität Duisburg-Essen
    • Dr. Ralph Schock, Gustav-Regler-Experte, ehemaliger SR-Literaturchef
    • Susanne Zepp-Zwirner: Regions of History. The International Congress for the Defense of Culture, Paris 1935, in: Ruth Fine, Arie M. Kacowicz, Galia Press-Barnathan (Hg): The Relevance of Regions in a Globalized World, London 2018
    • Wolfgang Klein: Als der Apparat nicht funktionierte. Geschichte der Vorbereitung des Pariser Schriftstellerkongresses 1935, in: Wolfgang Asholt u.a. (Hg.): Unruhe und Engagement. Blicköffnungen für das Andere. Festschrift für Walter Fähnders zum 60. Geburtstag, Bielefeld 2004
    • Gisèle Freund: 1. Internationaler Schriftsteller-Kongress zur Verteidigung der Kultur, Paris 1935. Fotografien. Ausstellungskatalog 1996.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 27.11.1949: Bertolt Brecht kauft einen gebrauchten Steyr
    • Zeitzeichen 15.4.1942: Todestag des Schriftstellers Robert Musil
    • Zeitzeichen 19.12.1908: Fotografin Gisèle Freund wird geboren

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: David Rother
    Technik: Thomas Bleul

    15 min
  • Kim Philby - vom Cambridge-Studenten zum Sowjet-Spion

    Ein sowjetischer Spion als Chef des britischen Geheimdienst? Mit Kim Philby wäre der Coup beinahe gelungen. Eine Agentengeschichte, die sich wie ein Roman liest.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • wie der Journalist Phillip Knightley 25 Jahre auf ein Interview mit Kim Philby wartet.
    • was James Bond mit Kim Philby zu tun hat,
    • über seine Arbeit für den Wiener Untergrund,
    • wie Kim Philby geheime Akten dem KGB zukommen lässt,
    • dass der britische Geheimdienst Philby schon 1953 als Doppelagenten ausgemacht hat.

    Als Sohn eines britischen Kolonialbeamten gehört Kim Philby zur Oberschicht des Empire und besucht die besten Schulen des Landes. Während seines Studiums in Cambridge kommt er mit der Kommunistischen Internationalen in Kontakt und sympathisiert mit deren "Gleichheitsideal". Bald schon wird er vom KGB angesprochen. Der sowjetische Geheimdienst sucht junge Studenten, denen aufgrund ihrer Herkunft eine glänzende Karriere prognostiziert wird.

    Philby sagt aus Überzeugung zu und empfiehlt gleich noch weitere Kandidaten, mit denen er gemeinsam den Agentenring der Cambridge Five bildet. Im Sommer 1940 gelangt Kim Philby über die Kontakte des Vaters zum britischen Geheimdienst. Nun kann er noch wertvollere Dokumente und Geheimnisse liefern. Zwischenzeitlich arbeitet er sogar in Washington und hat Zugang zu US-Akten.

    Dann werden die westlichen Geheimdienste misstrauisch. Kim Philby wird 1963 enttarnt und setzt sich nach Moskau ab, wo er 1988 stirbt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Phillip Knightley, Journalist und Philby-Biograf
    • Thomas Riegler, Historiker, Wien, spezialisiert auf Geheimdienste im Kalten Krieg
    • Thomas Riegler: Der Wiener Spionagezirkel. Wien 2024

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 11. Mai 1988 – Kim Philby stirbt in Moskau
    • Flucht eines Top-Spions: Am 1. Juli 1963 gibt die britische Regierung zu, dass Kim Philby entkommen ist (Deutsches Spionagemuseum)

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    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Medienzar und Hitlers Helfer: Alfred Hugenberg

    Alfred Hugenberg, am 19. Juni 1865 geboren, lenkt Presse und Politik in der Weimarer Republik. Seine Schlagzeilen ebnen dem Nationalsozialismus den Weg an die Macht.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • warum Alfred Hugenberg vom ersten Tag der Weimarer Republik an als Abgeordneter gegen die Demokratie arbeitet,
    • wieso die von ihm geführte Deutsch-Nationale Volkspartei (DNVP) die NSDAP unterstützt,
    • dass er von Adolf Hitler nach der Machtübernahme 1933 zum Minister ernannt wird,
    • warum Alfred Hugenberg schon im Juni 1933 seinen Rücktritt einreicht,
    • wie die Nationalsozialisten Hugenbergs Konzern Stück für Stück zerschlagen.

    Die parlamentarische Republik hat Alfred Hugenberg nie gewollt: "Seit 1919, seit Weimar, sitze ich im deutschen Parlamente, und bin doch nie Parlamentarier geworden", sagt Hugenberg einmal. Vielmehr träumt der Verleger davon, im Osten neuen Lebensraum für die "Deutschen" zu erobern. Er hegt auch keinen Zweifel an der "Ungleichheit der Menschen" aufgrund ihrer "rassen-anthropologischen Merkmale".

    Um seine Ideen zu verbreiten, kämpft sich Alfred Hugenberg an die Macht: Spitzen-Beamter, Bankdirektor, Finanzchef bei Krupp. 1916 steigt er ins Mediengeschäft ein, ein Jahrzehnt später übernimmt der Kaisertreue die UfA in Potsdam. Nun kann er diktieren, welche Informationen verbreitet werden.
    Unterstützung findet Alfred Hugenberg bei den alten Eliten, die sich in der von ihm geführten Deutsch-Nationalen Volkspartei einfinden. Seine Strategie, mit Hitler an der Spitze die konservativen Stimmen einzusammeln, um den NSDAP-Führer später zu zähmen, entpuppt sich indes als verhängnisvolle Fehleinschätzung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Harald Jähner, Kulturjournalist
    • Jens Bisky, Kulturwissenschaftler
    • Michael Schellhorn: Alfred Hugenberg. Göttingen 2025.
    • Wolfgang Benz: Geschichte des Dritten Reiches. München 2019.
    • Walter Mühlhausen: Das Weimar-Experiment. Die erste deutsche Demokratie 1918–1933. Bonn 2019.

    Weiterführende Links:
    • Der vergessene Führer: Aufstieg und Fall des Medienzaren Alfred Hugenberg (Begleitdokumentation zum Film von Peter Heller)
    • Aufstieg und Fall des Medienzaren: Gespräch mit Peter Heller über sein Hugenberg-Projekt (Haus des Dokumentarfilms)
    • Herbst 1929 – Schatten über Babylon (Podcast über die NS-Drahtzieher in der ARD-Serie Babylon Berlin)

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    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

    15 min
  • Der Goldrausch und ein Schweizer in Kalifornien: John Sutter

    Ohne den Schweizer Johann August Sutter (gestorben am 18.6.1880) wäre die Geschichte Kaliforniens wohl anders verlaufen. Er wurde als John Sutter berühmt - und verarmte in dem Goldrausch, den er mit ausgelöst hatte...



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • dass Johann August Sutter in der Schweiz wegen Betrug zur Fahndung ausgeschrieben wird,
    • wie er sein umtriebiges Leben in den USA fortsetzt,
    • warum er über Vancouver und Hawaii nach Kalifornien geht,
    • über seinen brutalen Umgang mit der indigenen Bevölkerung,
    • wie der Goldrausch seine Siedlung zerstört.

    Sein Abschied aus der Schweiz gleicht eher einer Flucht: Johann August Sutter lässt 1834 seine Frau mit den fünf Kindern und jede Menge Schulden zurück, als er über den Atlantik auswandert. Auch in den USA schlägt er sich zunächst mehr schlecht als recht durch, hinterlässt geprellte Investoren und unbezahlte Kredite.

    Doch John Sutter, wie er sich in der neuen Heimat nennt, tritt wortgewandt und weltmännisch auf. So erhält er von der mexikanischen Regierung ein Stück Land zur Besiedlung. Dort, wo später das Sacramento Valley entstehen wird, regiert Sutter mit harter Hand: "Ich war alles: Patriarch, Priester, Vater, Richter." Teile der indigenen Bevölkerung soll er zur Zwangsarbeit verpflichtet haben.

    Als 1848 auf seinem Grundstück Gold gefunden wird, kann er sich vor dem Ansturm der Menschen nicht mehr retten. Verbissen kämpft Sutter um eine Entschädigung für seinen zerstörten Besitz von der US-Regierung. Doch vergeblich: Er stirbt am 24. Juni 1880 in einem Hotel in Washington.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Heike Bungert, Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte Universität Münster
    • John Fraser: Sutter's Fort State Historic Park
    • Johann August Sutter: Neu-Helvetien - Lebenserinnerungen. Frauenfeld 1934
    • Stephan Bierling: Kleine Geschichte Kaliforniens. München 2006
    • Theophile de Rutté: Abenteuer Goldrausch. Basel 2008

    Weiterführende Links:
    • Ein Pionier mit dunkler Seite (Schweizer Nationalmuseum)
    • Stichtag 8.10.1810: James Wilson Marshall wird geboren

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Tiemann 
    Redaktion: David Rother
    Technik: Tobias Thomas-Wübbena

    15 min

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Epochentrotter - erzählte Geschichte by Katharina Gedigk und Marvin Gedigk

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Kein Mucks! – Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka by ARD

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DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte by David Neuhäuser, Felix Melching

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Terra X History - Der Podcast by ZDF - Terra X

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Der Rest ist Geschichte by Deutschlandfunk

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KI und jetzt? by SR

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Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy by DASDING, Hannes & Jeremy

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