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  • Er wollte nicht "Dr. Ecstasy" sein: Alexander Shulgin

    Vor 100 Jahren, am 17.6.1925, wird der US-Chemiker Alexander Shulgin geboren. Er synthetisiert erstmals die Substanz MDMA, heute besser bekannt als Partydroge Ecstasy.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte:

    • warum Alexander Shulgin von einem Glas Orangensaft mit einer Prise Zucker bewusstlos wird,
    • wie die US-amerikanische Drogenbehörde DEA Shulgin seine Experimente mit psychoaktiven Substanzen ermöglicht,
    • wie MDMA als Partydroge den Weg von den USA nach Ibiza und schließlich nach Großbritannien findet,
    • warum MDMA Streitobjekt in einem Kulturkampf wird.

    Der Chemiker und Pharmakologe Alexander Theodore Shulgin wächst als Lehrerkind in Berkeley an der US-Westküste auf. Mit 16 Jahren geht er zum Chemiestudium nach Harvard und unterbricht das Studium mit 19 Jahren, um zur US Navy zu gehen. Nach seinem Kriegsdienst studiert Shulgin weiter, promoviert 1955 in Biochemie. Kurz darauf beginnt er, für den Konzern Dow Chemical zu arbeiten, wo er ein sehr erfolgreiches Insektenvernichtungsmittel entwickelt.

    1965 synthetisiert Shulgin in den USA erstmals das Molekül, das später als Ecstasy bekannt wird: 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin, kurz MDMA. Die New York Times bezeichnet ihn daraufhin als "Doctor E" – E für Ecstasy. Doch Shulgin wehrt sich: Er habe die Substanz nicht so genannt – und der Name führe zu nichts Gutem.

    Sein Arbeitgeber Dow Chemical hält nicht viel von Shulgins Experimenten mit psychoaktiven Drogen. 1966 verlässt er das Unternehmen und baut sich sein eigenes Labor in der Nähe von San Francisco auf, wo er als forensischer Chemiker fortan an neuen psychoaktiven Substanzen arbeitet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Phil Hartnoll, Technoproduzent bei Orbital
    • Tobias Schwarz, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
    • Torsten Passie, Psychiater und Autor
    • Rachel Nuwer: I feel love. MDMA and the Quest for Connection in a Fractured World, London 2023
    • Torsten Passie: The History of MDMA, Oxford 2023

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Rauschmittel - Drogen
    • Zeitzeichen: 31.05.1996 - Todestag von Timothy Leary
    • Zeitzeichen: 19. April 1943 - Der Chemiker Albert Hofmann testet LSD im Selbstversuch

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Werthschulte
    Redaktion: David Rother
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Brille tragen leicht gemacht: Die "Glasmacherin" Marga Faulstich

    Die Chemikerin Marga Faulstich, am 16.6.1915 in Weimar geboren, prägte als Pionierin der Optik mit über 40 Patenten maßgeblich die moderne Brillenglasherstellung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • wie Marga Faulstich zum Spitznamen "Kugelblitz" kommt,
    • warum die westlichen Alliierten 41 Mitarbeiter der Glaswerke Schott aus der sowjetischen Besatzungszone nach Heidenheim, Zwiesel und Landshut bringen,
    • warum der Vorstandvorsitzende Erich Schott die Mitarbeiterin Marga Faulstich recht unpassend als "teuerstes Mädchen von Schott" bezeichnet,
    • warum das Brillenglas "Schwerflint 64" so revolutionär ist.

    Marga Faulstich fängt 1935 als Laborantin bei den Glaswerken Schott in Jena an. Im Laufe ihres Lebens entwickelt sie 300 optische Gläser und bekommt mehr als 40 Patente. Ihre wohl wichtigste Erfindung ist ein Leichtgewichtglas mit hoher Lichtbrechung für Brillengläser. Brillenfassungen werden damit leichter und filigraner, dazu werden in der Herstellung Rohstoffe gespart.

    44 Jahre lang arbeitet Marga Faulstich für Schott. Ihr gelingt in dieser Zeit eine weitere grandiose Erfindung: die selbsttönende Sonnenbrille. 1972, nach unzähligen Versuchsschmelzen mit verschiedensten Stoffen und Zusammensetzungen, findet sie die richtige Mischung für das "phototrope" Glas. Spezielle Metalloxide führen dazu, dass sich das Glas bei Sonneneinstrahlung selbst verdunkelt und wieder aufhellt, wenn es keine Sonneneinstrahlung mehr gibt. 1998 stirbt Marga Faulstich im Alter von 82 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Judith Hanft, Archivarin bei Schott in Jena
    • Archiv der Firma Schott
    • Schott Glaswerke (Hrsg.): Von Jena nach Mainz - und zurück. Schott-Geschichte zwischen Kaltem Krieg und deutscher Wiedervereinigung, Mainz 1995

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Werkstoffe - Glas
    • Zeitzeichen 03.12.1888: Todestag von Carl Zeiss
    • Zeitzeichen 17.12.1851: Otto Schott, Chemiker und Glastechniker

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Rückkehr aus dem Reich des Todes: Amundsens Nordpolflug 1925

    Roald Amundsens größter Triumph? Nicht das gewonnene Rennen zum Südpol - die Rückkehr vom dramatisch gescheiterten Nordpolflug am 15.6.1925: Ein Kampf ums Überleben im Eis.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • warum Roald Amundsen den US-Amerikaner Lincoln Ellsworth für die Flugexpedition benötigt,
    • welche Rolle der Dornier-Techniker Karl Feucht spielt,
    • mit wie wenig Nahrung die Expeditionsteilnehmer im Eis überleben,
    • über die zermürbende arktische Ödnis, "die weiße Leere", die den Gestrandeten mental zusetzt.

    Als Roald Amundsen am 21. Mai 1925 zum Nordpol aufbricht, ist er bereits weltberühmt: Der Norweger hat als erster den Südpol mit dem Schlitten erreicht und die Nordwestpassage mit dem Boot durchquert. Nun zieht es ihn in die Luft. Das zweimotorige Flugboot Dornier Do J, auch "Wal" genannt, scheint ihm dafür ideal, denn es kann auf Wasser starten und landen.

    Mit zwei Flugzeugen und jeweils drei Mann Besatzung heben die Forscher gen Norden ab. Doch nach nur acht Stunden müssen sie notlanden – und sitzen im unebenen Eis fest. Ein Abflug vom Wasser aus ist nicht möglich. Also hacken die Männer wochenlang eine Startbahn ins Eis, bewegen dabei mindestens 500 Tonnen Gefrorenes. In letzter Sekunden heben die Totgeglaubten ab und werden bei ihrer Rückkehr als Helden gefeiert.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Tor Bomann-Larsen, Historiker, Biograf der norwegischen Königsfamilie
    • Angela Libal, Kuratorin Dornier-Museum Friedrichshafen
    • Tor Bomann-Larsen: Amundsen. Bezwinger beider Pole. Hamburg 2019
    • Roald Amundsen, Linclon Ellswoth: Our Polar Flight. The Amundsen-Ellsworth Polar Flight, New York 1925

    Weiterführende Links:
    • Fram Museum: The N24/N25 flight towards the North Pole (1925)
    • Stichtag: 14. Dezember 1911 – Roald Amundsen erreicht als Erster den Südpol
    • Stichtag: 6. Juni 1868 – Geburtstag Robert Falcon Scott
    • Zeitzeichen: 24. Mai 1868 – Start der ersten deutschen Polarexpedition

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Der Jesuit, der Japan beschrieb: Luis Froís

    Am 14.6.1585 beginnt der Missionar Luis Froís mit Berichten über das ferne Japan. 440 Jahre später taucht der Portugiese wieder auf: im Videospiel Assassin's Creed.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:

    • welche Eindrücke die ersten Europäer in Japan sammeln,
    • wie die Jesuiten vom indischen Goa aus ihre Missionsarbeit auf Japan und China ausweiten,
    • wie detailliert der Jesuit Luis Froís über die Menschen und das Land Japan berichtet,
    • warum ihn noch immer Millionen Menschen kennen.

    Europa im 16. Jahrhundert. Die seefahrenden Nationen erkunden die Weltmeere. Aber über Japan wissen sie kaum etwas. Erst 1543 kommt es zu einem ersten Kontakt, als portugiesische Händler mit einem chinesischen Schiff auf Tanegashima landen, einer Insel im Süden Japans. Der erste Missionar lässt nicht lange auf sich warten.

    Francisco Xavier ist bekannt als heiliger Franz Xaver. Er gehört zu den Mitbegründern des Jesuitenordens. Sein Auftrag: Die Lehre Christi in Asien zu verbreiten. Auch der Portugiese Luis Froís ist ein Bruder dieser Gesellschaft Jesu. Wie Xaver ist er zunächst in Goa stationiert, der portugiesischen Enklave in Indien. Erste Meriten verdient er sich als Chronist und Verfasser von Jahresberichten. In Goa begegnet er auch Franz Xaver, der begeistert von Japan berichtet. Dorthin will auch Froís. 1563 erfüllt sich dieser Traum.

    Froís verfasst ein Traktat ohne Titel. Darin schreibt er über Männer, Frauen, Kinder. Künste, Theater, Tänze und Instrumente. Über Essen und Trinken, Medizin und Krankheiten, Religion und Kriegsführung. Er vergleicht und beschreibt die Gärten, die Architektur und die Seefahrt. Froís stellt heute die wichtigste Einzelquelle zur Jesuitenmission dar.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Dr. Bernhard Scheid, Japanologe an der Akademie der Wissenschaften Wien

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Geschichte Japans
    • Planet Wissen: Die Jesuiten
    • Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien
    • Zeitzeichen: 10.08.1519 - Die Flotte von Fernando Magellan bricht zur Weltumsegelung auf

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    Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
    Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Visionär eines Palästina im Frieden: Martin Buber

    Martin Buber spricht unbequeme Dinge aus, eckt politisch und in Religionsfragen an. Und er streckt im Dialog eine Hand der Versöhnung aus. Am 13.6.1965 stirbt Buber.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • was Martin Buber als Dreijährigen schwer traumatisiert,
    • wieso Martin Buber viersprachig aufwächst,
    • warum Bubers Ehefrau bis in sein hohes Alter seine Texte korrigieren muss,
    • wie die SA Martin Buber 1933 zum Rücktritt von seiner Professur nötigt,
    • wie Buber 1953 mit der Annahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels für Empörung sorgt.

    Martin Buber träumt von einem lebendigen Judentum. Einem Glauben, der nicht in Gesetzen erstarrt, sondern in menschlichen Beziehungen lebt.

    Der Religionsphilosoph wächst in Lemberg, dem heute ukrainischen Lwiw, bei seinen Großeltern Salomon und Adele Buber auf. Er hat eine glückliche Kindheit und er liebt die Stadt Lemberg. Deutsch lernt Martin von Großmutter Adele, die sich die Sprache mittels deutscher Literatur selbst beibringt. Heimlich. Denn für jüdische Mädchen gilt jede Art von Lektüre als unziemlich.

    Nach dem Studium arbeitet Buber als Journalist und Verlagslektor. Wird eine der wichtigsten Stimmen der jüdischen Bevölkerung Europas. Er zieht mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Heppenheim und lehrt ab 1924 jüdische Religionslehre an der Universität Frankfurt.

    1938 migriert die gesamte Familie nach Palästina und Buber wird Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Doch in Israel bleibt Martin Buber ein Außenseiter. Er wird zwar geachtet als Gelehrter. Aber Israels Gründerväter können seine fortwährende Kritik am Umgang mit den Palästinensern nicht akzeptieren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Hans-Peter Müller, Soziologe, Humboldt-Universität Berlin
    • Dr. Wolfgang Krone, Vorsitzender der Martin-Buber-Gesellschaft
    • Martin Buber: Das dialogische Prinzip. Ich und Du, Gütersloh 2024
    • Martin Buber: Begegnung. Autobiographische Fragmente, Heidelberg 1986
    • Paul Mendes-Flohr: Martin Buber. Ein Leben im Dialog, Berlin 2022

    Weiterführende Links:
    • ARD Mediathek: Philosoph und Religionsforscher Martin Buber im Gespräch
    • Martin Buber Gesellschaft: Ich habe keine Lehre, aber ich führe ein Gespräch
    • Planet Wissen: Religion - Judentum
    • Planet Wissen: Judentum - Theodor Herzl

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Hitlers Vorzeige-Boxer: "Tiefschlag-Weltmeister" Max Schmeling

    Ein gegnerisches Foul macht ihn am 12.6.1930 zum Weltmeister. Erst dafür verspottet, wird Schmeling dann doch zum Jahrhundertboxer – und zum Propaganda-Liebling der Nazis.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:

    • dass ein Kinofilm den jungen Max Schmeling zum Boxen inspiriert hat,
    • wie er sich innerhalb kürzester Zeit an die deutsche Spitze trainiert,
    • welche Rolle Schmeling im Zweiten Weltkrieg spielt,
    • wie er nach der Sport-Karriere dank Coca Cola zum erfolgreichen Geschäftsmann aufsteigt.
    Es ist ein Duell der Giganten: Am 12. Juni 1930 beobachten knapp 80.000 Fans im New Yorker Yankee Stadium wie Max Schmeling und Josef Paul Zukauskas, alias Jack Sharkey, um den Weltmeister-Titel kämpfen. Der US-Amerikaner ist der klar bessere Boxer – macht aber Fehler. Das wird ihm zum Verhängnis, denn in der vierten Runde landet sein Schlag unterhalb der verbotenen Gürtellinie. Der Schiedsrichter disqualifiziert Sharkey. Max Schmeling ist damit der erste deutsche Boxweltmeister im Schwergewicht.

    In der Heimat wird Max Schmeling jedoch als "Tiefschlag-Weltmeister" verspottet. Fokussiert und voller Ehrgeiz lässt sich der Boxweltmeister nicht unterkriegen und trainiert weiter. Im Juni 1936 trifft er auf Joe Louis. Der junge Schwarze US-Amerikaner gilt als unschlagbar: In 27 Kämpfen hat er 27 Mal gewonnen. Alles spricht für Louis. Doch Schmeling schlägt Louis K.O. – eine Sensation! Jetzt jubelt ganz Deutschland. Und das Nazi-Regime stilisiert Max Schmeling zum deutschen Helden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Andreas Höfer, Direktor des Deutschen Sport- und Olympia-Museums in Köln
    • Volker Kluge: Max Schmeling – eine Biografie in 15 Runden, Berlin 2004
    • Max Schmeling: Erinnerungen, Berlin 1995
    • Horst Vetten: 40 Jahre Ruhm: Max Schmeling. Hörfunk-Feature, Gemeinschaftsproduktion von WDR, BR und SFB, 1970

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 12. Juni 1968 – Der deutsche Boxer Jupp Elze fällt ins Koma
    • Zeitzeichen 25. Februar 1964 – Cassius Clay wird Box-Weltmeister
    • Zeitzeichen 17. Januar 1942 – Der amerikanische Boxer Muhammad Ali wird geboren
    • Max Schmeling und Joe Louis – eine besondere Freundschaft (Planet Wissen)

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Burkhard Hupe
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

    15 min
  • Für sie saß jeder still: Julia Margaret Cameron

    Mit einer geschenkten Kamera stürzt sich Julia Margaret Cameron (geboren am 11.6.1815) in ein künstlerisches Abenteuer. Sie wird zur wichtigsten Fotopionierin des viktorianischen Zeitalters.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • wie sich das Leben Camerons ändert, als ihr Mann in Rente geht,
    • warum es der temperamentvollen Britin manchmal an Geduld fehlt,
    • wieso ihre Fotos oft unscharf sind,
    • warum sie wieder und wieder dieselben Menschen fotografiert,
    • dass ihre Schaffenszeit nur zehn Jahre währt.

    Julia Margaret Cameron macht Kohlenkeller und Hühnerstall zu Dunkelkammer und Atelier. Mit 48 bekommt sie von ihrer Tochter ihre erste Kamera geschenkt - eigentlich nur zum Zeitvertreib. Doch das Geschenk markiert den Wendepunkt in ihrem Leben.

    Bei Belichtung ruft Cameron "Stillsitzen, ich zähle bis 400". Was dann folgt, macht sie zu einer der wichtigsten Fotoschaffenden des 19. Jahrhunderts. In Nahaufnahmen fängt sie das Wesen von Menschen ein. Unschärfen erhebt sie zum Stil. Binnen zehn Jahren schafft sie ein wegweisendes Gesamtwerk. Ihr Blick prägt die Fotokunst bis heute.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Anita Hachmann, Kunsthistorikerin, Clemens-Sels-Museum in Neuss
    • Anita Hachmann (Hrsg.): Katalog der Ausstellung "Foto, Kunst, Foto - von Julia Margaret Cameron bis Thomas Ruff", Köln 2024

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 28.06.1838: Krönung von Königin Victoria I.
    • Clemens-Sels-Museum Neuss

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Klasen
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Hattie McDaniel: Ausgegrenzt bis in den Tod

    Geboren wird Hattie McDaniel am 10.6.1895 - und zum Hollywood-Star. Als erste Person of Color holt sie einen Oscar - und wird wegen ihrer Hautfarbe doch immer wieder ausgegrenzt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • Dass Hattie McDaniel anfangs als Tellerwäscherin Geld verdient,
    • dass sie in einem Club erst als Klofrau arbeitet, ehe sie auf die Bühne darf,
    • mit welchen Superstars sie in Hollywood arbeitet,
    • warum Rassismusvorwürfe gegen "Vom Winde verweht" erhoben werden,
    • wie trotzig Hattie McDaniel auf die Kritik reagiert.

    Hattie McDaniel schreibt Filmgeschichte: Als resolute "Mammy" im Film "Vom Winde verweht" erhält sie als erste Afroamerikanerin einen Oscar - bleibt bei Premiere und Gala jedoch an den Katzentisch verbannt.

    Noch im selben Jahr wird ihr persönlicher Triumph überschattet von den Rassismusvorwürfen, die schwarze Bürgerrechtsorganisationen gegen den Film erheben. In vielen Bereichen ist McDaniel die erste Afroamerikanerin, gerät dadurch aber auch oft zwischen alle Stühle.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Karin Esders, Lektorin für Cultural History/Amerikanistik (Universität Bremen)
    • Roland Flamini: Vom Winde verweht – Der berühmteste Film der Welt und seine Geschichte. München, 1982
    • Jill Watts: Hattie McDaniel - Black Ambition, White Hollywood. Amistad, 2007
    • Carlton Jackson: Hattie. The Life of Hattie McDaniel. Lanham, New York, London, 1990

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 15.12.1939: Uraufführung des Films "Vom Winde verweht"
    • Zeitzeichen 28.02.1894: Geburtstag des Hollywood-Drehbuchautors Ben Hecht
    • WDR-Funkhausorchester: Medley der Filmmusik zu "Vom Winde verweht"
    • Fanseite zu Hattie McDaniel

    Hörtipp: [email protected]
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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Theo Kramer

    16 min
  • Wiener Kongress: Als Europas Landkarte neu gezeichnet wurde

    Monatelang feiern Europas Mächtige nach Napoleons Niederlage und verhandeln die Grenzen auf dem Kontinent neu. Erst als er zurückkehrt, einigt man sich eilig (am 9.6.1815).



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • wie Napoleon nach 20 Jahren Krieg an Russland scheitert,
    • warum der Kongress ausgerechnet in Wien stattfindet,
    • warum dort Diplomatie und Tanz zusammengehören,
    • wie Staaten neu formiert werden,
    • warum die Rückkehr Napoleons alle unter Druck setzt,
    • warum am Ende des Kongresses niemand mehr tanzt.

    Am 9. Juni 1815 besiegelt die Schlussakte des Wiener Kongresses Europas Neuordnung nach Napoleons Sturz. Zuvor haben die Großmächte unter der Regie des österreichischen Außenministers Metternich in Wien über Grenzen, Legitimität und das Kräftegleichgewicht verhandelt.

    Napoleons Rückkehr von Elba beschleunigt dabei die Entscheidungen: Preußen bekommt Gebiete im Rheinland, Polen fällt unter die Herrschaft des russischen Zaren und ein neues Königreich der Vereinigten Niederlande soll als Pufferstaat vor zukünftigen Expansionsgelüsten Frankreichs schützen. Das Ergebnis bringt dem Kontinent jahrzehntelange Stabilität.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Thomas Schuler, Historiker und Napoleon-Experte
    • Reinhard Stauber, Historiker, Universität Klagenfurt

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 01.11.1814: Der Wiener Kongress wird offiziell eröffnet
    • Zeitzeichen 12.04.1815: Preußen übernimmt das Rheinland
    • Planet Wissen: "Der Kongress tanzt"
    • Planet Wissen: Neuordnung der Diplomatie auf dem Wiener Kongress

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    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

    15 min
  • Andrew Jackson - der schlechteste US-Präsident?

    Andrew Jackson (gestorben am 8.6.1845) war der 7. US-Präsident, von vielen als "Old Hickory" verehrt. Andere halten seine zwei Amtszeiten für katastrophal - und sehen Ähnlichkeiten zu Donald Trump...



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

    • Woher Andrew Jacksons Hass auf Engländer rührt,
    • warum er versehentlich eine Ehe mit einer bereits verheirateten Frau schließt,
    • dass er als der US-Präsident mit den meisten Duellen gilt,
    • weshalb er bei seiner ersten Niederlage Wahlbetrug wittert,
    • dass er die Gewaltenteilung zugunsten des Präsidenten verschiebt,
    • welche Parallelen und Unterschiede es zu Donald Trump gibt.

    Andrew Jackson stammt aus einfachen Verhältnissen. Er ist ehrgeizig, temperamentvoll und ein Haudegen. Er weiß sich durchzusetzen - zur Not mit der Pistole. Er gibt sich als Vorkämpfer des "kleinen Mannes" und wird so schließlich 7. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

    Seine Regierungszeit prägen radikale Entscheidungen: die Entmachtung der Second Bank of the United States, ein Zollstreit, die brutale Vertreibung indigener Völker sowie die Ausweitung der Präsidialmacht zulasten von Kongress und Ministerien.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Michaela Hampf (Historikerin), Ruhr-Universität Bochum
    • Jasper Trautsch (Historiker), Universität Bonn
    • Gerste, Ronald D.: Trinker, Cowboys, Sonderlinge - Die 13 seltsamsten Präsidenten der USA. Stuttgart, 2021
    • Sikarov, David: Die USA zwischen Internationalismus und Isolationismus. Bonn, 2023
    • Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): USA - Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft. Bonn, 2024

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 26.05.1830: Der US-Kongress verabschiedet den "Indian Removal Act"
    • Trumps Regierungsumbau: "So regieren Diktatoren"

    Hörtipp: Quarks Daily Spezial: Erfolg und Macht - Wie verändert uns der Job?


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    Autorin: Irene Geuer
    Redaktion: David Rother
    Technik: Thomas Bleul

    16 min

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