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  • "Olympia des Mittelalters": Das große Königstreffen von 1520

    12.000 Menschen, davon zwei Könige und viel Glanz, Gold und Gloria: Im Juni 1520 findet auf einem windigen Feld in Frankreich das wohl prächtigste Ritterturnier des Spätmittelalters statt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • warum Heinrich VIII. und Franz I. auf einem Feld bei Calais keine Schwerter ziehen, sondern Prunkzelte auffahren lassen,
    • wie tausend Liter Bier und springende Weinfontänen ein diplomatisches Signal setzen sollen,
    • und wer beim heimlichen Ringkampf die königliche Würde verliert.

    Zwei junge Könige treffen sich bei Calais auf dem "Feld des Goldenen Tuchs" - einem Ort, der glänzt wie Bernstein in der Sonne. 12.000 Menschen sind dabei, als England und Frankreich sich nicht bekriegen, sondern gegenseitig beeindrucken wollen: mit goldbestickten Zelten, Maskenbällen und einem Bankett der Superlative.

    Heinrich VIII. und Franz I. zeigen ihren Reichtum – und wer mehr davon hat. Es ist ein Wettstreit mit politischer Botschaft: Frieden durch Machtdemonstration. Das Bündnis währt nicht lange. Und doch: Für zwei Wochen herrscht ein höfischer Ausnahmezustand – wie eine Prunk-Olympiade des Mittelalters.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Glenn Richardson, Frühe Geschichte der Neuzeit, St Mary's University, London
    • Glenn Richardson: The Contending Kingdoms: France and England 1420–1700, Aldershot 2008.
    • Glenn Richardson: Renaissance Monarchy: The Reigns of Henry VIII, Francis I and Charles V, London 2002.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen - Franz I., König von Frankreich (Geburtstag 12.09.1494)
    • Zeitzeichen - Kaiser Karl V. (Todestag 21.09.1558)
    • Planet Wissen - Mittelalter: Ritter

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Erst verhasst, später verehrt: Thomas Mann (geb. am 6.6.1875)

    Die "Buddenbrooks" machen ihn berühmt, seine politischen Schriften heimatlos. In Jahrhundertbüchern verarbeitet Mann Leben und Zeitgeschichte - und wird dafür lange geächtet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti:

    • wie Thomas Mann sich schon in den 1920er-Jahren gegen die Nazis wendet,
    • aus welchen pragmatischen Gründen Mann sich dafür entscheidet, seine Neigung zu jungen Männern in die Kunst zu verbannen,
    • was es mit Manns Bekenntnis, "Wo ich bin, ist Deutschland", auf sich hat,
    • warum manche Deutsche Thomas Mann als "Luxus-Emigranten" anfeinden.

    Thomas Mann wird 1875 in Lübeck geboren, als Sohn eines hanseatischen Kaufmanns und einer brasilianischen Mutter. Schon früh ist er ein feinfühliger Beobachter – seiner Zeit und seiner selbst. Mit den "Buddenbrooks" schafft er sein erstes Meisterwerk, für das er auch den Literaturnobelpreis erhält.

    Der Roman macht ihn berühmt, doch Thomas Mann selbst bleibt unsicher. Seine Sehnsucht, seine Zweifel, seine verborgenen Neigungen verwandelt er in Kunst.

    Er ist ein Meister der Sprache, ein Künstler des Zwischentons – und zugleich ein unbeirrbarer Demokrat. Mit spitzer Feder verteidigt er später Humanität und Demokratie. Früh erkennt er die Gefahr des Nationalsozialismus – und kämpft mit Worten dagegen an.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Heinrich Breloer, Regisseur
    • Professor Dr. Kai Sina, Germanist an der Uni Münster
    • Heinrich Breloer: Ein tadelloses Glück, Der junge Thomas Mann und der Preis des Erfolgs. München 2024
    • Kai Sina: Was gut ist und was böse Thomas Mann als politischer Aktivist. Berlin 2024

    Weiterführende Links:
    • 18. August 1936 - Thomas Mann wird Tschechoslowake
    • 20.11.1924: Der Roman „Zauberberg“ von Thomas Mann erscheint
    • Planet Wissen: Thomas Mann

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Irene Dänzer-Vanotti
    Redaktion: Carolin Rückl, Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    16 min
  • Kindheit im Mittelalter: Gefahr, Gewalt und Geborgenheit

    30 bis 50 Prozent aller Kinder starben im Mittelalter vor dem Erwachsenwerden. Doch die These, Eltern hätten ihre Kinder generell vernachlässigt, ist inzwischen widerlegt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • von Guibert von Nogents schwerem Start ins Leben, den er und seine Mutter fast nicht überleben,
    • welche Ereignisse im Mittelalter als Fixpunkte in der Kindheit gelten,
    • dass die sogenannte Prügelpädagogik keinesfalls typisch mittelalterlich ist,
    • wie traumatisiert viele Jungen und Mädchen sind, die schon als Kinder ins Kloster gegeben werden.

    Die detaillierten Erinnerungen des Abtes Guibert von Nogent zählen zu den wichtigsten Quellen über Kindheit im Mittelalter. Was alle Kinder in dieser Zeit verbindet: Ihr Leben ist ständig bedroht. Sie sterben an Krankheiten, verhungern, fallen ins Feuer, ertrinken in Flüssen, werden im Schlaf erdrückt oder von Tieren zerrissen.

    Guibert von Nogent wird um 1055 als Kind adliger Eltern auf einer Burg bei Beauvais geboren. Mit zwölf Jahren tritt er in ein Benediktinerkloster ein, mit ungefähr 50 Jahren wird er Abt von Nogent-sous-Coucy in der Picardie. Guibert von Nogent sieht die Chance, die ihm das Leben im Kloster bietet, und ergreift sie. Er wird ein gebildeter, hochgeachteter Abt und verfasst viele Bücher.

    Unter anderem schreibt er seine Lebensgeschichte auf. Guibert leidet als Erwachsener keinen Mangel und ist nicht allein. Aber er vergisst niemals, wie einsam und unglücklich er als Kind gewesen ist. Seine freimütige Erzählung wird heute mit den Bekenntnissen des Kirchenvaters Augustinus verglichen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor em. Reinhold Kaiser, Uni Zürich, Herausgeber der Lebenserinnerungen des Guibert von Nogent
    • Professor em. Gerhard Fouquet, Uni Kiel, Herausgeber eines Quellenlesebuches
    • Gerhard Fouquet: Kindheiten und Jugend in Deutschland (1250-1700). Ein Quellenlesebuch, Frankfurt a.M. 2018.
    • Guibert von Nogent: Monodiae - Einzelgesänge. Bekenntnisse und Memoiren eines Abtes aus Nordfrankreich, Freiburg 2019.
    • Shulamith Shahar: Kindheit im Mittelalter, Reinbek bei Hamburg 1993.
    • Klaus Arnold: Kind und Gesellschaft in Mittelalter und Renaissance, Paderborn, München 1980.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Leben im Mittelalter
    • Zeitzeichen: 31.12.1224 - Wie es sich im Mittelalter lebt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Maren Gottschalk
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Rettung in letzter Sekunde: Das "Wunder von Dünkirchen"

    Der Vormarsch der Wehrmacht überrascht die britischen Truppen in Frankreich. Mit letzter Not können sie am 4.6.1940 aus dem eingeschlossenen Dünkirchen gerettet werden.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • wie die westlichen Alliierten fast 340.000 Soldaten aus Dünkirchen evakuieren,
    • wie ausgerechnet Adolf Hitler den Alliierten einen wichtigen Zeitvorteil verschafft,
    • warum französische und britische Truppen wegen einer Fehleinschätzung bis an die französische Küste gedrängt werden,
    • warum französische Soldaten nach ihrer Evakuierung wieder zurück über den Kanal nach Frankreich geschickt werden.

    Am 10. Mai 1940 beginnt die Deutsche Wehrmacht ihren Angriff gegen die Niederlande, Belgien und Luxemburg. Die drei neutralen Nachbarländer Deutschlands sind Durchmarschgebiet im Kampf gegen die Militärmacht Frankreich und die mit ihr verbündete britische Expeditionsarmee.

    Am Nachmittag des 20. Mai 1940 wird erstmals die Evakuierung alliierter Kräfte über den Ärmelkanal Richtung England in Erwägung gezogen. Churchill schlägt der Admiralität vor, eine große Anzahl kleiner Schiffe bereitzustellen. Daraufhin werden überall an der Kanalküste brauchbare Schiffe bis zu tausend Tonnen registriert. Die "Operation Dynamo" beginnt.

    Es gibt allerdings zu wenige Kriegsschiffe, um alle schnell rauszuholen. Auch private Schiffe kommen deshalb zum Einsatz. Zum Teil sind es kleine Segelschiffe, Fischerboote, aber auch Fähren und Feuerwehrboote von der Themse. Insgesamt werden fast 340.000 Soldaten nach England evakuiert, unter ihnen etwa 200.000 Briten und 140.000 Franzosen. Die Operation geht als das "Wunder von Dünkirchen" in die Geschichte ein.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Emmanuel Clermont, Tourismusbehörde der Gemeinde Dünkirchen
    • Dr. Hauke Friederichs, sicherheitspolitischer Korrespondent für Zeit Online
    • Dr. Hauke Friederichs: Das Wunder von Dünkirchen, Berlin 2021
    • Winston Churchill: Der Zweite Weltkrieg, 1948-1953, Berlin 2003
    • Willliam L. Shirer: This is Berlin. Rundfunkreportagen 1939-1940, Leipzig 1999

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Der Zweite Weltkrieg
    • Zeitzeichen: 24.01.1965 - Winston Churchill stirbt in London

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Paulette Goddard: Filmstar, Glamour-Girl, Freigeist

    Paulette Goddard wird in den 1930er-Jahren als Filmpartnerin Charlie Chaplins weltberühmt. Zeitlebens versteht sie es, Glamour und Geist zu verbinden.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:

    • vom Hass Marlene Dietrichs auf Paulette Goddard,
    • wie Paulette Goddard Einfluss auf das Skript zum Film "Blondinen bevorzugt" nimmt,
    • von der Liste der Männer in Goddards Leben, die sich wie das "Who's Who"-Hollywoods liest,
    • wie Goddards Alkohol- und Medikamentenmissbrauch verhindert, dass Andy Warhol ihre Biografie schreibt.

    Die 1920er sind die goldenen Jahre in Hollywood. Die US-Filmindustrie wird zur Weltmarke. Mittendrin: eine junge, schöne, ehrgeizige Frau. Angelockt von der Glitzerwelt des Films mit Aussichten auf Ruhm und Reichtum. Ihr Name: Paulette Goddard.

    Anfang der 40er-Jahre beginnt Goddards große Zeit. Für stattliche Gagen übernimmt sie Hauptrollen mit Filmgrößen wie Clark Gable, John Wayne und Fred Astaire.

    1951 lernt die Schauspielerin in New York den deutschen Schriftsteller und Emigranten Erich Maria Remarque kennen. Goddard und Remarque werden ein Paar. 1958 heiraten die beiden - Goddards vierte und letzte Hochzeit.

    Im Jahr 1970 verstirbt Remarque nach schwerer Krankheit in der Schweiz. Die Schauspielerin ist tief erschüttert. Anschließend verbringt sie viel Zeit in New York, wo sie eine platonische Freundschaft mit dem schüchternen Künstler Andy Warhol pflegt.

    Paulette Goddard stirbt am 23. April 1990 in der Schweiz an Herzversagen, wenige Monate vor ihrem 80. Geburtstag.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Thein, Filmwissenschaftler und Leiter der Sammlung und Restaurierung im Filmmuseum Düsseldorf
    • Juniorprofessorin Dr. Kristina Köhler, Mediengeschichte, Universität zu Köln
    • Julie Gilbert: Erich Maria Remarque und Paulette Goddard. Biographie einer Liebe. Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Gatter. München 1997.
    • Otto Friedrich: Markt der schönen Lügen. Die Geschichte Hollywoods in seiner großen Zeit, Köln 1988.
    • Joe Morella, Edward Z. Epstein: Paulette. The adventurous life of Paulette Goddard, New York 1985.
    • Charles Chaplin: Die Geschichte meines Lebens. Frankfurt a.M. 1998.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 22. Juni 1898 - Erich Maria Remarque wird geboren
    • Stichtag: 31. Januar 1929 - Der Roman "Im Westen nichts Neues" erscheint
    • Planet Wissen: Hollywood - Mythos und Realität

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    Autorin: Melahat Simsek
    Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak
    Technik: Anne Bohnen

    15 min
  • Gesittet plündern: Die Vandalen in Rom

    14 Tage lang plündern die Vandalen im Juni 455 Rom. Doch mit Vandalismus hat das kaum etwas zu tun - die Männer von Anführer Geiserich gehen methodisch und gesittet vor.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • warum sich um die Vandalen so unglaubliche Mythen ranken,
    • wie eng eigentlich ihr Verhältnis zum römischen Apparat ist,
    • welche Propaganda der römisch-katholische Kirchenvater Augustinus verbreitet,
    • wohin sich Geiserich nach der Plünderung Roms zurückzieht,
    • wie die Vandalen aus der Weltgeschichte verschwinden.

    Im Jahr 428 übernimmt Geiserich die Herrschaft über die Vandalen, als unehelicher Sohn des bisherigen Vandalen-Führers. Er gilt als klug, gerissen und weitsichtig. Unter ihm wagen die Vandalen den großen Sprung von Südspanien nach Afrika. Ihren Ursprung haben sie in Osteuropa, hierher hat sie ihre lange Wanderung geführt, im Nacken die nachrückenden konkurrierenden germanischen Stämme.

    Die Vandalen erobern das ganze römische Nordafrika. Geiserich baut eine effektive Kriegsflotte auf und macht damit das westliche Mittelmeer unsicher. Seine Blitzangriffe bringen ihm den Ruf als Fürst der Finsternis ein.

    Während sich die Römer in Gallien mit den Hunnen bekriegen, bereitet Geiserich die Übernahme der Macht in Rom vor. Sein Sohn verlobt sich mit der römischen Kaisertochter. Doch dann kommt ein neuer Kaiser auf dem Thron. Die Verlobung wird aufgelöst. Geiserich reagiert sofort. Seine Flotte landet im Hafen vor Rom, seine Truppen erobern die Stadt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Roland Steinacher (Professor für alte Geschichte an der Universität Innsbruck)
    • Konrad Vössing (Professor für Alte Geschichte an der Universität Bonn)
    • Roland Steinacher: Die Vandalen - Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs. Stuttgart 2016
    • Konrad Vössing: Die Vandalen. München 2018

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 28.08.0430: Todestag von Augustinus von Hippo
    • Zeitzeichen 19.10.0439: Die Vandalen erobern Karthago
    • Zeitzeichen 15.12.0533: Das Ende des Vandalenreiches mit der Schlacht von Tricamarum

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Die Suche nach Ägyptens Atlantis: F. Goddio entdeckt Heraklion

    Es ist die große Sensation der Unterwasserarchäologie: Im Juni 2000 findet der Franzose Franck Goddio im Mittelmeer die Reste der antiken Stadt Thonis-Heraklion.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • warum der ehemalige Finanzberater und Mathematiker Franck Goddio 1983 auf Unterwasserarchäologie umsattelt, 
    • warum er drei Städte sucht, aber nur zwei findet,
    • wie sie den größten Schiffsfriedhof der Antike finden,
    • warum die Stadt Thonis-Herakleion vor über tausend Jahren im Meer versunken ist.

    Es ist die größte Unterwassergrabung der Geschichte: Franck Goddio und sein Team suchen am Nildelta in Ägypten nach drei Städten, die in antiken Texten beschrieben werden: Kanopus, Thonis und Herakleion. Prachtvolle Städte sollen es gewesen sein, mit Tempeln, Promenaden und Hafenanlagen.

    Da sich an Land keine Spuren finden lassen, vermutet Franck Goddio, dass sich die Städte unter Wasser befinden müssen. Er stellt ein Team aus internationalen Experten zusammen. Jahrelang suchen sie den Meeresboden in der Bucht von Abukir ab und vermessen ihn akribisch Meter für Meter.

    Dann, im Jahr 2000, tauchen halb verborgen unter Sand, Algen und Seegras kolossale Statuen auf. Die Taucher entdecken auch eine rosa und eine schwarze Granitstele mit Inschriften, die beweisen: Sie haben das antike Thonis-Herakleion gefunden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Franck Goddio (Leiter der Ausgrabungen in Thonis-Herakleion in der Bucht von Abukir in Ägypten)
    • Max Fiederling (Unterwasserarchäologe, Universität Trier)
    • Christoph Gerigk (Unterwasserfotograf)

    Weiterführende Links:
    • Franck Goddio Underwater Archaeologist
    • Versunkene Geheimnisse: Das Team von Franck Goddio entdeckt neue Artefakte in Thonis-Herakleion

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: David Rother
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Filmikone Clint Eastwood: Western, Waffen, Widersprüche

    Clint Eastwood (am 31.5.1930 geboren) ist eine US-Filmikone: als Schauspieler verehrt, als Regisseur gefeiert – und ein Mann voller Widersprüche.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • welches Möbelstück mit Familie Eastwood immer umzieht,
    • wie der Schauspieler zum Western-Star avancierte,
    • warum Eastwoods Kult-Figur "Dirty Harry" heute umstritten ist,
    • wie der bekennende Republikaner zu Donald Trump steht.
    Aufgewachsen ist Clint Eastwood in ärmlichen Verhältnissen, seine Eltern ziehen als Wanderarbeiter durch Kalifornien. Ein Freund empfiehlt ihm, es mal in Hollywood zu probieren – so groß und gutaussehend wie Clint Eastwood als junger Mann ist. Sein Glücksfall ist die Serie "Rawhide": Sechs Jahre lang verkörpert Eastwood den sympathischen Cowboy Rowdy Yates.

    Er bleibt ein Cowboy. Zusammen mit dem noch unbekannten Regisseur Sergio Leone entwickelt Eastwood den Italo-Western. 1971 wechselt der Schauspieler mit dem Stoppelbart zum Actionfilm und der radikale Polizist "Dirty Harry" wird seine neue Paraderolle. Dass er auch große Gefühle darstellen kann, zeigt Eastwood 1995 mit seiner Inszenierung von "Die Brücken am Fluss", einer Liebesgeschichte zwischen einem Fotografen und einer verheirateten Farmersfrau.

    Stars wie Meryl Streep, Morgan Freeman oder Gene Hackmann loben zudem seine ruhige Art am Set, auch als Regisseur und Produzent. Mit 94 Jahren hat er gerade seinen jüngsten und angeblich letzten Film in die Kinos gebracht: Juror #2.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Kai Bliesener, Buchautor
    • Kai Bliesener: Clint Eastwood. Mann mit Eigenschaften. Marburg 2020
    • Richard Schickel: Ich bin nur ein Typ, der Filme macht. Clint Eastwood. Hamburg 2010.
    • Dokumentarfilm: Clint Eastwood. A Cinematic Legacy. Warner Bros.
    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen über Clint Eastwood
    • Geburtstag Sergio Leone
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    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Als der Rote Baron den Boden unter den Füßen verlor

    Seine ersten Flugstunden sammelt Manfred von Richthofen ab de, 30.5.1915 als Luftbeobachter. Doch der Adlige will vor allem Ruhm und Orden. Und so wechselt er bald auf den Pilotensitz.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen :

    • wie der Kavallerist Richthofen vom Pferd ins Flugzeug kommt,
    • warum Piloten zu Beginn der 1. Weltkriegs als bessere Chauffeure gelten,
    • wie sich der Flugaufklärer Richthofen über Köln verfliegt,
    • wie aus einer Kuhweide bei Köln ein Flughafen wird,
    • wie Richthofen mit seinen Memoiren die eigene Legende beflügelt.

    In den Memoiren des "Roten Barons" klingt die Fliegerei wie ein Kinderspiel. Der Flug ohne Fallschirm in klapprigen Maschinen, deren Holzflügel unterwegs auch schon mal wegbrechen, umknickende Höhenruder, zerfetzte Bespannungen, explodierende Motoren: für Manfred von Richthofen kein Grund, die gute Laune zu verlieren. Die Fliegerei, auch die unter Feindbeschuss, ist einfach "ein großer Spaß". Dieser Spaß beginnt für den gerade 23-Jährigen am 30. Mai 1915 auf dem Flugplatz Butzweiler Hof im Nordwesten Kölns.

    Das spätere Flieger-Ass, der gefürchtete Rote Baron, ist als Pilot kein Naturtalent. Das Fliegen hat er nicht im Blut, er muss es mühsam lernen. Zweimal fällt er durch die Pilotenprüfung, gibt nicht auf, bis er an Heiligabend des Jahres 1915 endlich die ersehnte Nachricht erhält: bestanden!

    Der Rest ist Geschichte: 80 Abschüsse gelingen ihm, so viel, wie keinem anderen - bis Manfred von Richthofen am 21. April 1918 im Alter von 25 Jahren selbst vom Himmel stürzt. Er wird am 22. April von britischen Soldaten mit allen militärischen Ehren beerdigt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Lutz Budraß, Luftfahrthistoriker, Universität Bochum
    • Werner Müller, Leiter Historisches Luftfahrtarchiv Köln
    • Joachim Castan: Der rote Baron. Die ganze Geschichte des Manfred von Richthofen, Stuttgart 2007/2016
    • Manfred Freiherr von Richthofen: Der rote Kampfflieger. Berlin 1917, viele Nachdrucke, auch gemeinfrei im Internet
    • Michael Schlosser: Richthofen. Der rote Baron. Stuttgart 2010
    • Geschichte der Kölner Luftfahrt

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Der Erste Weltkrieg
    • Planet Wissen: Übersichtsseite Luftfahrt

    Hörtipp: Tatort Geschichte in der ARD-Audiothek.

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Raoul Mörchen
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Louise Michel, die "Königin der Anarchisten"

    Mehr Rebellion passt kaum in ein Leben: Louise Michel, geboren am 29.5.1830, war Lehrerin, Frauenrechtlerin, Soldatin, Schriftstellerin – eine unangepasste Persönlichkeit.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Sabine Mann:

    • welch seltenes Glück der unehelich geborenen Louise Michel zuteil wird,
    • warum Louise Michel als Lehrerin mittellosen Menschen Privatunterricht erteilt,
    • wie Louise Michel 1871 zur Heldin der Pariser Kommune wird,
    • was den Streetart-Künstler Banksy, die Kapitänin Pia Klemp und Louise Michel miteinander verbindet.

    Louise Michel verfasst schon als Teenager Gedichte und scheut sich nicht, sie Victor Hugo zu schicken, dem berühmtesten Dichter ihrer Zeit. Es beginnt eine regelmäßige Korrespondenz über viele Jahrzehnte.

    Mit 20 Jahren legt Michel das Lehr-Examen ab und organisiert Privatunterricht für Mittellose, zieht jedoch schnell nach Paris, um mit den revolutionären Kreisen dort aktiv werden zu können.

    Louise Michel gründet Schulen, kämpft beim Aufstand der Pariser Kommune, wird verbannt, zur Anarchistin und schließlich Pionierin für Frauenrechte. Beim Aufstand der Pariser Kommune 1871 ist sie ohne zu zögern als Propagandistin, Sanitäterin, aber auch mit der Waffe in der Hand und in Uniform dabei. Sie schlägt sogar vor, eigenhändig den Regierungschef umzubringen.

    Ihr Aktivismus bringt Louise Michel mehrere Gefängnisstrafen ein. Nach der blutigen Revolution 1871 nimmt sie nie wieder eine Waffe in die Hand.
    Louise Michel stirbt am 9. Januar 1905 in Marseille. Zu ihrer Beisetzung kommen rund 120.000 Menschen.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen:
    • Marie-Hélène Baylac, Biographin und Historikerin
    • Sidonie Verhaeghe, Dozentin für politische Wissenschaften an der Universität Lille.
    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 28. Mai 1871 - Das blutige Ende der Pariser Kommune
    • Planet Wissen: Kommunismus - Die Pariser Kommune
    • Planet Wissen: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871
    • Zeitzeichen: 15.01.1809: Geburtstag des Frühsozialisten Pierre-Joseph Proudhon
    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Sabine Mann
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Jürgen Becker

    15 min

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