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WDR Zeitzeichen episodes

  • Inspiration Rossinis: Pauline Viardot-Garcia (gest. 18.5.1910)

    Sie wird als Opernstar berühmt, komponiert aber lieber. Viardot vereint Musikstile Europas, ist politisch - und so modern, dass höhere Damen schon mal den Saal verlassen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:

    • von Pauline Viardot-Garcías musikalischen Wurzeln,
    • vom russischen Dichter Iwan Turgenjew, mit dem sie eine erotische Freundschaft verbindet,
    • wie das politische Geschehen stets Paulines Leben beeinflusst,
    • vom Schicksalsjahr 1883, in dem ihr Mann und ihr Freund sterben.

    Pauline García verfügt über eine außergewöhnlich charismatische Mezzosopran-Stimme. Doch ihre ganze Liebe gehört zunächst dem Klavierspiel und dem Komponieren. Der junge Franz Liszt wird ihr Lehrer. Erst nach dem frühen Tod ihres Vaters und ihrer Schwester widmet sich Garcia auf Wunsch ihrer Mutter dem Gesang - um ihre Familie zu ernähren.

    Das gelingt prächtig. Fast ein Vierteljahrhundert feiert Pauline, die nach der Hochzeit mit dem Kunstsammler und Schriftsteller Louis Viardot auch den Namen ihres Mannes trägt, Triumphe auf allen großen Bühnen Europas. Auch als Komponistin ist Pauline Viardot-García hochgeachtet. In ihren Salons sind die berühmtesten Künstler jener Zeit zu Gast.

    Als weibliche Leitfigur in der männerdominierten Musikwelt fördert Viardot-García junge Komponisten wie Jules Massenet oder Gabriel Fauré. Am 18. Mai 1910 stirbt Pauline Viardot-Garcia mit 89 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Beatrix Borchard, Musikwissenschaftlerin
    • Beatrix Borchard: Pauline Viardot-Garcia. Fülle des Lebens. Köln, 2016
    • Ursula Keller/Natalja Sharansak: Iwan Turgenjew und Pauline Viardot. Eine außergewähnliche Liebe. Berlin, 2018
    • Désirée Wittkowski (Hrsg.): Herzensschwestern der Musik. Pauline Viardot und Clara Schumann. Briefe einer lebenslangen Freundschaft. Laaber, 2019.

    Diese Musik haben wir verwendet:
    • Pauline Viardot: Vor Gericht. "… die Seele lebt im Liede …" Zu Gast im Salon der Sängerin und Komponistin Pauline Viardot, Julia Sukmanova (Sopran); Elena Sukmanova (Klavier); Dr. phil. Birgit Kiupel (Wort und Bild). Fontenay Classics CD FCI0006; 4260230740060; LC 24538
    • Pauline Viardot: Er ist's. Miriam Alexandra (Sopran); Eric Schneider (Klavier). Oehms Classics CD OC 1878; 4260330918789; LC 12424
    • Pauline Viardot: Hai, Luli! Esther Abrami Ensemble. Sony CD 019802900182; 0198029001822; LC 06868
    • Pauline Viardot: Sérénade, aus: Klavierstücke VWV 3015. David Kadouch (Klavier). Mirare CD MIR532; 3760127225331; LC 12654
    • Manuel Garcia: Soy contrabandista. Cecilia Bartoli (Mezzosopran); Orchestra La Scintilla; Adam Fischer (Ltg.). Decca CD 475 9077; 028947590781; LC 00171
    • Maria Malibran: Rataplan. Cecilia Bartoli (Mezzosopran); Orchestra La Scintilla; Adam Fischer (Ltg.). Decca CD 475 9077; 028947590781; LC 00171
    • Christoph Willibald Gluck/ Hector Berlioz: Orphée & Eurydice. Anne Sofie von Otter (Mezzosopran); Orchestre de l’Opéra de Lyon; John Eliot Gardiner (Ltg.). EMI CD 5 56885; 724355688521; LC 06646
    • Gioacchino Rossini: Il Barbiere di Siviglia. Münchner Rundfunkorchester; Ralf Weikert (Ltg.). nightingale CD NC 004022; LC 3323
    • Pauline Viardot: Plainted‚ amour. Ina Kancheva (Sopran); Ludmil Angelov (Klavier). Toccata CD TOCC 0303; 5060113443038; LC 14674
    • Gabriel Fauré: Cendrillon. Sandrine Piau (Sopran); Nicholas Kok (Klavier). Virgin CD 50999 088470 2; 509990884702; LC 07873
    • Pauline Viardot: La gallina. Helena Ressurreição (Sopran), Natalia Labourdette (Sopran); Francisco Soriano (Klavier). Odradex CD ODRCD426; 810042704268; LC 37063
    • Pauline Viardot: Tarantelle, aus: Six morceaux. Thomas Albertus Irnberger (Violine) Barbara Moser (Klavier). Gramola CD 98966; 9003643989665; LC 20638

    Weiterführende Links:
    • WDR 3 Komponistinnen im Fokus: Louise Héritte-Viardot - wild und unzähmbar
    • Stichtag: 31. Juli 1886 - Tod des Komponisten Franz Liszt
    • Stichtag: 9. März 1886 - Saint-Saëns' "Karneval der Tiere" uraufgeführt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vratz
    Redakteure: Carolin Rückl und Matti Hesse

    15 min
  • Aufbruch ins Ungewisse: Die Expedition Ra II

    Mit einem Papyrusfloß über den Atlantik - mit dieser abenteuerlichen Reise beweist Thor Heyerdahl, dass schon in der Antike hochseetaugliche Boote gebaut wurden - und lernt viel über die Verschmutzung der Meere.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • warum ein Aufenthalt auf der Südsee-Insel Fatu Hiva Heyerdahls Leben verändert,
    • was die Papyrusboote "Ra" und "Ra II" unterscheidet,
    • von einem Affen namens Safi,
    • dass Heyerdahl Thesen in der Fachwelt stets umstritten waren.

    Am 17.5.1970 startet Thor Heyerdahl mit dem Papyrusfloß "Ra II" von der Westküste Marokkos aus zur Atlantiküberfahrt. Es ist der zweite Versuch - und dieses Mal geht alles gut. Nachdem die Überquerung mit der "Ra" im Jahr zuvor noch kurz vor dem Ziel gescheitert war, erreichen Heyerdahl und seine Crew diesmal nach 56 Tagen und rund 6.000 Kilometern tatsächlich Barbados in der Karibik.

    Es ist nicht das erste Mal, dass Heyerdahl weltweit Schlagzeilen macht. Er ist der Kon-Tiki Mann, der es schon 1947 mit einem primitiven Holzfloß geschafft hatte, von Südamerika über den Pazifik in die Südsee zu segeln. Mit der geglückten Expedition der "Ra II" hat er jetzt bewiesen, dass zumindest theoretisch schon die alten Ägypter - lange vor Kolumbus - über den Atlantik hätten segeln können.

    Auf seiner Fahrt entdeckt Heyerdahl zahlreiche Ölklumpen im Wasser. Er funkt die Verseuchung an die UN und initiiert damit das erste internationale Abkommen gegen Meeresverschmutzung durch Schiffe.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Liv Heyerdahl, Direktorin des Kon Tiki-Museums Oslo und Enkelin von Thor Heyerdahl
    • Ragnar Kvam, norwegischer Journalist und Biograf von Thor Heyerdahl
    • Ragnar Kvam: Biografie Heyerdahl. Auf dem Floß zum Forscherruhm (2012)
    • Thor Heyerdahl: Expedition Ra. Mit dem Sonnenboot in die Vergangenheit (1980)

    Weiterführende Links:
    • ARD alpha: Thor Heyerdahl. Die Expeditionen Ra und Ra II
    • Zeitzeichen: 06.10.1914 - Der Geburtstag von Thor Heyerdahl
    • Stichtag: 28. April 1947 - Thor Heyerdahl startet mit seinem Floß Kon-Tiki
    • Stichtag: 25. Mai 1969 - Thor Heyerdahl startet Fahrt über den Atlantik mit der "Ra"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Schicksalsjahre einer französischen Königin: Marie Antoinette

    Am 16. Mai 1770 heiratet die 14-jährige Marie Antoinette Frankreichs Thronfolger. Was als prachtvolles Bündnis zwischen Habsburg und Bourbon beginnt, endet auf dem Schafott.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammüller:

    • wie die 14-jährige Maria Antonia mit Zahnschmerzen zu einer bedeutenden Hochzeit aufbricht,
    • wie aus einem Modeskandal das berühmteste Porträt einer Königin entsteht,
    • warum Marie Antoinette ihre Kinder vor Publikum zur Welt bringen muss,
    • wie ein Friseur, eine Malerin und ein Schwede das Hofleben aufmischen,
    • und warum ein Diamanthalsband einem ganzen Königreich zum Verhängnis wird.

    Sie kommt mit einem Tross von Dutzenden Kutschen - und mit einer Zahnspange: Maria Antonia, jüngste Tochter Maria Theresias. Sie soll Frankreichs Thronfolger heiraten. Aus der schüchternen Erzherzogin wird Marie Antoinette: Frankreichs Königin, Stilvorbild, Projektionsfläche. Ihre Ehe? Kalt. Ihr Umfeld? Feindselig. Versailles verlangt Fassade statt Gefühl.

    Doch die junge Frau tanzt lieber, lacht laut, wagt Neues. Sie wirft das Korsett der Konvention ab - und gerät ins Kreuzfeuer. Als Frankreich brodelt, wird aus "der Österreicherin" eine Hassfigur. Die Revolution fordert ihren Kopf. Und doch: Am Ende ist sie mutiger als je zuvor.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Johanna Hellmann: Marie Antoinette in Versailles, Politik, Patronage und Projektionen, Münster 2020.
    • Michaela Lindinger: Marie Antoinette. Zwischen Aufklärung und Fake News - Im Zentrum der Revolution - Königin der Lust, Wien 2023.
    • Rolf Reichardt (Hg.): Ploetz. Die Französische Revolution, Freiburg 1988.

    Und das sind unsere Interviewpartnerinnen:
    • Johanna Hellmann, Historikerin, Stuttgart
    • Michaela Lindinger, Historikerin, Wien

    Weiterführende Links:
    • WDR Zeitzeichen: 02.11.1755 - Geburtstag der Königin Marie Antoinette
    • Planet Wissen - Französische Revolution: Marie Antoinette
    • Die Welt der Habsburger: Maria Theresia
    • Arte: Kapitalismus made in USA - Reichtum als Kult

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Edda Dammüller
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Fast-Food-Pioniere: Brüder McDonald eröffnen erstes Restaurant

    Am 15.5.1940 beginnt die Fast-Food-Revolution. Der Erfolg kommt, als sie auf Fließbandproduktion ihrer Burger umstellen. Doch am Ende macht ihr eigener Laden pleite.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:

    • warum ein Hamburger für 15 Cent den Nerv der Zeit trifft,
    • wie ein Milchshake-Mixer-Verkäufer zur Fast-Food-Legende wird,
    • weshalb McDonald’s zum Symbol des amerikanischen Fortschritts wird,
    • wie das Burger-Imperium in Rom zu öffentlichen Protesten führt,
    • und was das erste McDonald’s mit der Geburtsstunde der Slow-Food-Bewegung zu tun hat.

    San Bernardino, 14th und E Street: Hier beginnt 1940 eine Erfolgsgeschichte, die unsere Essgewohnheiten grundlegend verändert. Richard und Maurice McDonald servieren Burger durchs Autofenster. Was zählt, sind nicht Handwerk und Kreativität, sondern Effizienz und Wiederholbarkeit.

    1954 entdeckt der Handelsvertreter Ray Kroc das Potenzial, verdrängt die Brüder aus dem Geschäft – und gründet ein Imperium. Das Prinzip: berechenbar, verlässlich und immer verfügbar. Fastfood als Spiegel eines Lebensgefühls. Was für die einen nach Freiheit schmeckt, ist für die anderen Symbol einer entzauberten Esskultur.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Guido Ritter, FH Münster
    • Axel Kirsch, Franchise-Nehmer McDonald’s
    • Lina Maria Wittstamm, Gründerin des Restaurants NEĀ, Bochum
    • Wiebke Rieck, Slow Food Deutschland e.V.
    • Eric Schlosser: Fast Food Gesellschaft. Die dunkle Seite von McFood und Co., München 2002.
    • John F. Love: Die McDonald’s-Story: Anatomie eines Welterfolges, München 1989.
    • Ray Kroc, Robert Anderson: Die wahre Geschichte von McDonald's, München 2017.

    Weiterführende Links:
    • WDR Zeitzeichen: 06.03.1930 – Eiskalte Revolution: Beginn der Tiefkühlkost-Ära
    • Fast Food – Das große Fressen
    • SWR Kultur – Burger, Kritik und Kulturwandel: McDonald's zwischen Erfolg und Ekel
    • ARD Fast Food – Long Story: Der Hamburger – Wirklich das beste schlechte Essen?

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Kay Bandermann
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Soll Hitlers Putsch prophezeit haben: Astrologin Elsbeth Ebertin

    Ebertin (geb. am 14.5.1880) wird mit ihren Horoskopen in der Weimarer Republik berühmt. Sie deutet die Sterne für Bulgariens König und Hitler - bis die Gestapo sie festnimmt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau:

    • wie Elsbeth Ebertin sich von Wahrsagerei und "Hintertreppenastrologie" abgrenzt,
    • welchen berühmten Kunden sie die Sterne deutet,
    • welche politischen Entwicklungen sie vorhergesagt haben soll,
    • und warum sie Adolf Hitler Gedichte zum Geburtstag schickt.

    Elsbeth Ebertin, 1880 in Görlitz geboren, ist eine Pionierin: Als erste hauptberufliche Astrologin Deutschlands bringt sie die Sterndeutung in die bürgerliche Öffentlichkeit. Zunächst macht sie sich als Graphologin einen Namen: Anhand von Handschriften verfasst sie Tausende von Charakteranalysen für Zeitungen. Doch eines Tages taucht eine Unbekannte auf, die stattdessen über Geburtsdaten spricht – für Ebertin ein Schlüsselerlebnis.

    Sie wendet sich der Astrologie zu und trifft damit inmitten des Esoterik-Booms der Weimarer Republik einen Nerv. Ebertins Geschichte ist die einer geschickten Geschäftsfrau zwischen Deutungskunst, Opportunismus und Zeitgeist.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Elsbeth Ebertin: Astrologie und Liebesleben, Görlitz 1926.
    • Elsbeth Ebertin: Praktisches Lehrbuch der Graphologie und Charakterbeurteilung, Breslau 1913.
    • Elsbeth Ebertin (Hrsg.): Ein Blick in die Zukunft? IX. Jahrbuch, Görlitz 1925.
    • Ellic Howe: Uranias Kinder. Die seltsame Welt der Astrologen und das Dritte Reich, Weinheim 1995.
    • Volker Lechler: Sterne, Menschen, Politik. Die astrologische Bewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Boston/Oldenbourg 2025.
    • Thorsten Mann: "Astrologie im Kinosaal: Elsbeth Ebertin und der Film ‚In den Sternen steht es geschrieben‘", und: "Die Verfolgung von Okkultisten im Dritten Reich das Beispiel Elsbeth Ebertin", In: Günther Klugermann, Anna Lux, Uwe Schnellinger (Hrsg.): Okkultes Freiburg: Ereignisse – Personen – Schauplätze, Kassel 2015, S. 32 ff. und S. 46 ff.
    • Jenn Zahrt: Elsbeth Ebertin – Die vergessene Antriebskraft der deutschsprachigen Astrologie. In: The Mountain Astrologer, 2017/24.11.2017.

    Und das ist unser Interviewpartner und unsere Interviewpartnerin:
    • Katja Graf, Astrologin
    • Volker Lechler, Historiker

    Weiterführende Links:
    • WDR Zeitzeichen 14.12.1503 – Nostradamus, Apotheker und Astrologe
    • Terra X – Im Bann der Astrologie
    • Square Idee – Astrologie: Glaube statt Wissenschaft?

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Heide Soltau
    Redakteure: Carolin Rückl und Frank Zirpins
    Technikerin: Sarah Fitzek

    15 min
  • Die Berliner Charité: Vom Pesthaus zur Weltklinik

    Heute ist die Berliner Charité Deutschlands berühmtestes Krankenhaus. Gegründet wurde sie 1710 als Quarantänehaus für Pestkranke, übrigens mit eigener Brauerei.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • für wie viele Patienten das Pesthaus vorgesehen ist,
    • was Bier damals mit Gesundheitsschutz zu tun hat,
    • welche Funktion der sogenannte Pest-Galgen haben soll,
    • wie aus dem Pesthaus die Charité wird,
    • woher das Krankenhaus seinen guten Ruf hat.

    1708 tritt in Europa eine Krankheit auf, von der man eigentlich nur weiß, dass sie tödlich ist. Der unsichtbare Pesterreger wird erst fast 190 Jahre später entdeckt. Noch ist unbekannt, wie sich die Seuche verbreitet und wie sie wirksam bekämpft werden kann. Vorerst können infizierte Menschen nur von Gesunden getrennt werden, um dadurch Ansteckungen zu verhindern.

    König Friedrich I. ahnt, dass es besser ist, Erkrankte nicht nach Berlin zu lassen. Der Herrscher Preußens lässt Verkehrswege abriegeln und zur Vorsorge weit außerhalb der damaligen Stadt ein Quarantänehaus bauen. Als der Ernstfall doch nicht eintritt, wird das Gebäude Jahre später als Bürgerspital genutzt. Es bekommt vom "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. den Namen "Charité", Barmherzigkeit.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Professor Volker Hess (Medizinhistoriker am Institut der Geschichte der Medizin der Berliner Charité)

    Weiterführende Links:
    • ARD Mediathek: Serie Charité
    • Planet Wissen: Der Schwarze Tod - die Pest in Europa
    • Planet Wissen: Parasiten in der Geschichte

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: David Rother
    Technik: Martin Kropp

    15 min
  • Flucht, Dichtung und der Schmerz der Shoah: Nelly Sachs

    In ihren Gedichten thematisiert sie Leiden und Hoffnung des jüdischen Volkes nach dem Holocaust: die Schriftstellerin Nelly Sachs. Am 12.5.1970 stirbt sie mit 78 Jahren.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey:

    • wie Nelly Sachs im letzten Moment vor den Nationalsozialisten flieht,
    • wie ihre Dichtung mit der Erfahrung des Holocaust und ihrer eigenen Flucht verbunden ist,
    • wie sie trotz Krankheit und Schmerz nie aufhört zu schreiben.

    Schon als Kind flüchtet sich Nelly Sachs in die Welt der Bücher. 1891 in Berlin geboren, erlebt sie als Jüdin die Schrecken des Nationalsozialismus. 1940 findet sie mit ihrer Mutter in Schweden Zuflucht und baut dort ihre literarische Karriere auf.

    Bereits zu ihren Lebzeiten zählt Nelly Sachs zu den herausragendsten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Gedichte sind geprägt von der Erfahrung der Verfolgung und des Verlusts, erzählen aber auch von Hoffnung und Lebensmut. Ihre zarten, aber kraftvollen Verse machen sie 1966 zur Literaturnobelpreisträgerin - ein Triumph in ihrer letzten Lebensphase voll Krankheit und Paranoia. Am 12. Mai 1970 stirbt Nelly Sachs in Stockholm.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Aris Fioretos: Flucht und Verwandlung. Nelly Sachs, Schriftstellerin, Berlin/Stockholm, Berlin 2010
    • Speak low (Hg.): Nelly Sachs, Schriftstellerin, Berlin/Stockholm. Mit Kommentaren von Aris Fioretos und Hans Magnus Enzensberger, Hörbuch, Berlin 2010

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Geschichte des Nobelpreises
    • Zeitzeichen 16.03.2025: Selma Lagerlöf: Erste Frau mit Literaturnobelpreis
    • Radio Bremen Retro: Interview mit Nelly Sachs (1965)
    • hr Retro: Siegfried Unseld zum Friedenspreis für Nelly Sachs

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    Autorin: Monika Buschey
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Zugriff in Buenos Aires: Wie der Mossad Adolf Eichmann entführte

    Am 11. Mai 1960 entführen israelische Agenten einen Deutschen aus Argentinien. Nicht irgend einen. Es ist der Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann, einer der Hauptorganisatoren des Holocaust.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ulli Schäfer:

    • warum Adolf Eichmann als einer der Hauptorganisatoren des Holocausts in die Geschichte eingeht,
    • wie er nach dem Krieg zunächst in Deutschland und später in Argentinien untertaucht,
    • wieso Agenten einem ersten Tipp über Eichmanns Aufenthaltsort nicht glauben,
    • und wie seine Entführung durch den Mossad 1960 zu einem der spektakulärsten Geheimdiensteinsätze der Geschichte wird.

    Während des Prozesses, der 1961 beginnt, sitzt er in einem Glaskasten: Adolf Eichmann, der Hauptverantwortliche für die logistische Umsetzung der "Endlösung" – der planmäßigen Vernichtung von sechs Millionen Juden.

    Nach dem Krieg flieht er nach Argentinien, wo er unter dem Namen Ricardo Klement lebt – unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Aber seine Identität wird aufgedeckt. Durch den deutschen Staatsanwalt Fritz Bauer. Der israelische Geheimdienst Mossad schaltet sich ein und plant eine riskante Entführung: Nach monatelanger Observation gelingt es 1960 schließlich, Eichmann zu fassen und nach Israel zu bringen, wo er sich für seine Verbrechen verantworten muss und zum Tode verurteilt wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin:
    • Sybille Steinbacher, Historikerin und Direktorin des Fritz Bauer Instituts
    • Frank Bajohr und Sybille Steinbacher: Eichmann und der Holocaust. Ein Überblick, Berlin 2023.
    • Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem: Das unbehelligte Leben eines Massenmörders, Zürich 2011.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Adolf Eichmann – Organisator des Grauens
    • Planet Wissen: Novemberprogrome
    • Zeitzeichen: Die Judenpogrome am 9.11.1938
    • Zeitzeugen-Portal der Stiftung Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
    • WDR-Projekt Stolpersteine NRW - Gegen das Vergessen
    • @wahr_so - Projekt vom WDR über den Holocaust auf Tiktok

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    Autor: Ulli Schäfer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

    16 min
  • Stechen, schlagen, würgen: Luthers Schrift gegen die Bauern 1525

    Mitten im Bauernkrieg 1525 bezieht Martin Luther Stellung - gegen die unterdrückten Bauern und für die herrschende Klasse. Ein Wendepunkt der Reformation.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • warum Martin Luthers Schrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ in der Reformationsgeschichte als Wendepunkt gilt,
    • welche Folgen diese Schrift für die Bauernbewegung und die Entwicklung der Reformation hat,
    • warum Luthers Aufruf zur Gewalt heute noch als erschütternd empfunden wird,
    • und was er über seine innere Zerrissenheit verrät.

    Es ist Mai 1525, mitten im Bauernkrieg, als Martin Luther eine Schrift veröffentlicht, die aus der Reihe fällt. Statt sich auf die Seite der unterdrückten Bauern zu stellen, ergreift er Partei für die Fürsten und Bischöfe.

    Inmitten brutaler Kämpfe zwischen Bauern und Grundherren fordert Luther die Obrigkeit zu gnadenlosem Vorgehen auf: „Es steche, schlage und würge, wer nur kann.“ Diese Worte, voller Zorn und Gewalt, stehen im drastischen Kontrast zu Luthers früheren Forderungen nach religiöser Freiheit und Gnade. Seine Schrift markiert nicht nur das Ende seiner Sympathien für die Bauern, sondern verändert auch die Richtung der Reformation.

    Das das sind unsere Interviewpartner- und partnerinnen:
    • Thomas Kaufmann (Kirchenhistoriker, Universität Göttingen)
    • Lyndal Roper (Historikerin, Universität Oxford)
    • Thomas T. Müller (Vorstand der Luthermuseen Sachsen-Anhalt)

    Und das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Heinz Schilling: Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs, 4. Aufl. München, 2017.
    • Lyndal Roper: Für die Freiheit. Der Bauernkrieg 1525, Frankfurt am Main, 2024.
    • Thomas Kaufmann: Der Bauernkrieg. Ein Medienereignis, Freiburg im Breisgau, 2024.

    Weiterführende Links:
    • WDR ZeitZeichen: 18.02.1546 - Martin Luther, Reformator
    • WDR ZeitZeichen: 31.10.1517 - Martin Luther verschickt Ablass-Thesen
    • Planet Wissen: Bauernkrieg 1524-1526
    • Planet Wissen: Martin Luther: Zeitalter der Reformation

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    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: David Rother
    Technik: Antonia Herzog

    15 min
  • Die unwahrscheinliche Geschichte von Kermit dem Frosch

    Einer geht nach Hollywood, singt, wird berühmt: Eine nahezu gewöhnliche Geschichte - wäre der Star darin nicht ein sprechender Frosch.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • von einer offiziellen und einer wahren Biografie von Kermit dem Frosch,
    • wie die Puppe gebaut ist und was ihre Mimik so besonders macht,
    • was die Beziehung zwischen Kermit-Erfinder Jim Henson und dem Frosch so besonders macht,
    • von Kermits unkonventioneller Beziehung zu Schweine-Diva Miss Piggy.

    Er ist grün, schlank und weltberühmt. Neben Kermit dem Frosch sehen menschliche Stars wie Robert de Niro, Gene Kelly oder Lady Gaga allesamt ziemlich blass aus. Seinen ersten größeren Auftritt hat Kermit 1955 in der Fernsehsendung "Sam and Friends". Damals wirkt er weniger wie ein Frosch, sondern eher wie eine Eidechse - noch ohne seinen markanten hellgrünen Zacken-Kragen und auch noch ohne Namen.

    Erfunden hat den grünen Kerl Jim Henson. Für den Ur-Kermit zerschneidet er als 14-Jähriger den alten Regenmantel seiner Mutter und klebt zwei Pingpong-Bälle als Augen auf. In neuem, professionellerem Gewand schafft Kermit 1969 den Sprung aus der Provinz ins Rampenlicht der Welt - als einer der großen Lieblinge im neuen Kinder-TV-Format "Sesame Street". Später wird er in der "Muppet-Show" auch zum Entertainer für Erwachsene.

    Jetzt feiert Kermit also seinen 70. Geburtstag - eigentlich aber ist er schon längst unsterblich. Wir gratulieren trotzdem mit einem kräftigen "Applaus! Applaus! Applaus!"

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Carsten Haffke, Puppenspieler
    • Bodo Schulte, Puppenbauer

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 10. November 1969 - Kinderserie "Sesame Street" startet in den USA
    • Stichtag: 3. Dezember 1977 - Erstausstrahlung der "Muppet Show" in Deutschland
    • Stichtag: 16. Mai 1990 - Muppet-Erfinder Jim Henson gestorben

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min

About WDR Zeitzeichen

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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George…

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