Auf den Punkt

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Auf den Punkt episodes

  • US-Waffenlieferungen: "Patriots" sind ein Signal, es kommt noch viel mehr

    Die erste Auslandsreise des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij seit dem russischen Überfall vor knapp zehn Monaten führt zu Joe Biden nach Washington. Auf der Tagesordnung: Die Lieferung der Patriot-Flugabwehrsysteme. Dessen Raketen können Flugzeuge, Marschflugkörper, Drohnen und andere Raketen bis zu einer Entfernung von 160 Kilometern abwehren.

    Ohne die US-Hilfe würde es die Ukraine wohl nur noch geografisch geben, sagt SZ-Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel, “sicherlich nicht militärisch, als unabhängiges Land ohne Putin.” Die USA hätten bereits Milliarden Dollar und Unmengen an Waffen geliefert. Diese Hilfe sei “ganz klar entscheidend” für den Widerstand.

    Im Unterschied zu anderen Waffensystemen sei das Patriot-System in der Lage, “Raketen und Marschflugkörper abzuschießen, die die anderen Systeme nicht abschießen können”, sagt Hassel. Aber auch Patriots könne man “nur an einem Ort aufstellen”, wohl in oder nahe Kiew. Die Ukraine sei eben nach Russland das größte Land Europas und deshalb könnten auch die Patriots nicht überall Schutz bieten. Viel eher sei das ein “Signal”. Aber: “Es kommt noch sehr viel mehr.”

    Weitere Nachrichten: Uni-Verbot für Frauen in Afghanistan, Trumps Steuerunterlagen sollen veröffentlich werden.

    Den Podcast “Geschichte Daily” finden Sie hier.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Nadja Schlüter, Tami Holderried, Johannes Korsche

    Produktion: Jakob Arnu

    Mit dem Code PODCAST10 bekommen Sie einen 10 €-Gutschein auf Ihren Einkauf im SZ-Shop (der Mindestbestellwert beträgt 25 €): https://szshop.sueddeutsche.de/

    13 min
  • Verfahren gegen Trump: “Ein Politikverbot wäre die Höchststrafe”

    Behinderung eines offiziellen Vorgangs, Beeinflussung von Zeugen, Anstiftung oder Beihilfe zum Aufstand und Verschwörung gegen die US-Regierung. Das wirft ein Untersuchungsausschuss des US-Kongress zur Erstürmung des Kapitols Donald Trump vor. Am 6. Januar 2021 kamen fünf Menschen ums Leben, mehr als 140 Polizisten wurden verletzt, Abgeordnete und Mitarbeiter fürchteten um ihr Leben. Auch Vizepräsident Mike Pence entkam nur knapp dem brutalen Mob.

    Jetzt empfiehlt das Gremium dem Justizministerium, ein Strafverfahren gegen den Ex-Präsidenten und mehrere Komplizen einzuleiten. “Im Zweifelsfall” sollte Trump angeklagt werden, sagt der USA-Korrespondent der SZ, Fabian Fellmann. Allein für die “Verschwörung für einen gewaltsamen Aufstand” könnte Trump bis zu zehn Jahren Haft drohen. Zudem würde ihm ein lebenslanges Politikverbot drohen. Fellmann: “Das wäre für Trump eine Höchststrafe.” Obwohl die Indizienkette “sehr dicht” sei, gebe es im US-Strafrecht durchaus Möglichkeiten, dass sich Trump selbst da noch herauswinden könnte.

    Obwohl das Gremium eine “politische Schlagseite” hatte, sei es “an Verfassungsgrundsätze gebunden” gewesen und habe “große Transparenz walten lassen”. Die Frage sei, “wie das die große Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner sieht”. Die Republikaner jedenfalls hätten sich nicht geschlossen “hinter Trump gestellt”, sagt Fellmann. So habe Mitch McConnell, der Führer der Republikaner im Senat, verlauten lassen, dass “ganz Amerika wisse, wer für diesen Tag verantwortlich” sei - und habe darüber hinaus keinen Kommentar abgegeben. Bei moderaten Republikanern mehren sich Zweifel daran, “ob Trump noch einmal wählbar sein könnte und noch einmal mehrheitsfähig ist”.

    Für Trump gehe es jetzt “Schlag auf Schlag” weiter: So veröffentlicht der Ausschuss am Mittwoch seinen Abschlussbericht und beginnt, die Unterlagen zu veröffentlichen. Das seien mehr als “eine Million Dokumente, in denen Trumps Verhalten an jenem Tag in allen Details beschrieben wird'', sagt Fellmann. Eine “Fundgrube für Geschichten und Anekdoten”, die die amerikanische Öffentlichkeit noch Monate beschäftigen werde. “Und dabei wird Trump immer als der dastehen, der sich gegen die Verfassung, gegen die Rechtsordnung der USA gestellt hat.”

    Weitere Nachrichten: Kali soll Teilgeständnis abgelegt haben. Bewährungsstrafe für frühere Sekretärin des KZ-Stutthof.

    Den Text des SZ-Magazins über die Midlife-Crisis und wie man sie meistern kann, finden Sie hier.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Nadja Schlüter, Tami Holderried, Johannes Korsche

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Zusätzliches Audiomaterial über den Untersuchungsausschuss https://january6th.house.gov

    Wenn Sie noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk sind, dann überraschen Sie Ihre Freunde oder Ihre Familie dieses Jahr doch mit einem Geschenk für jeden Tag: einem Gutschein für die digitale SZ oder schauen mal in den SZ-Shop. Mit dem Code PODCAST10 bekommen Sie da einen 10 €-Gutschein auf Ihren Einkauf (der Mindestbestellwert beträgt 25 €).

    13 min
  • Weltmeister Argentinien: Was der Titelgewinn in Katar dem Land bedeutet

    Argentinien ist Fußballweltmeister. Zum dritten Mal nach 1978 und 1986. Gewonnen hat die Mannschaft um Lionel Messie am Sonntagabend in einem spannenden Endspiel gegen Frankreich. Bei einer ganz besonderen WM im Emirat Katar. Argentinien ist ein “fußballfanatisches Land”, sagt Christoph Gurk, Südamerika-Korrespondenten der SZ mit Sitz in Buenos Aires. “Die Argentinier lieben Fußball über alles.” Es sei das Land der “Panini-Bilder-Knappheit”.

    Von Anfang an habe man ein entspanntes Verhältnis zu dieser in Deutschland so umstrittenen WM gepflegt: “Hier in Argentinien gab es nicht so eine große Diskussion darüber, wer da diese WM macht und warum.” Auch die in Deutschland gerade so umstrittene Szene, als der Emir von Katar dem argentinischen Kapitän Lionel Messi ein arabisches Gewand um die Schultern legt, sei locker genommen worden: “Ich glaube, das wichtig war, dass Messi den Pokal in der Hand hatte. Was er da an hatte, war Leuten dann doch ein bisschen Wurst.”

    Man sei es eben schon gewohnt, “dass zweifelhafte Staaten eine WM austragen dürfen”. So sei auch die WM 1978 in Argentinien selbst während einer Militärdiktatur ausgetragen worden, unter der 30 000 Leute verschwunden sind. Seit Jahrzehnten erlebe Argentinien eine Wirtschaftskrise. Gerade liege die Inflation bei 90 Prozent. “Es gibt ganz viele Leute, die sich nicht mal mehr das Essen leisten können. Vor den Suppenküchen werden die Schlangen immer länger.” Dazu geselle sich auch noch eine politische Krise. Deshalb sei der Titelgewinn “ein riesengroßer Glücksgriff”, der das Land zumindest ein bisschen vereinen könnte, so Gurk.

    Weitere Nachrichten: 30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen unter Naturschutz, Nachkauf von Schützenpanzer Pumas vorerst ausgesetzt, Twitter-Nutzer stimmen für Musk-Rücktritt.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Tami Holderried, Lea Gittermann

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Zusätzliches Audiomaterial über ARD

    Mit dem Code PODCAST10 bekommen Sie einen 10 €-Gutschein auf Ihren Einkauf im SZ-Shop (der Mindestbestellwert beträgt 25 €): https://szshop.sueddeutsche.de/

    14 min
  • „Am Wochenende“: „Das war kein Transparenzproblem“ – Katarina Barley über den EU-Korruptionsskandal

    Die Europäische Union hat ja schon den einen oder anderen Korruptionsfall erlebt. Aber selten war ihre Glaubwürdigkeit wohl so sehr in Gefahr, wie jetzt. Nachdem die EU-Parlamentsabgeordnete Eva Kaili und drei andere Personen wegen Korruptionsverdacht festgenommen worden sind. Sie sollen von Katar geschmiert worden sein. Die belgische Polizei hat in dem Fall insgesamt 1,5 Millionen Euro Bargeld sichergestellt.

    Katarina Barley von der SPD war Fraktionskollegin von Eva Kaili. Und sie ist, genauso wie die verhaftete Eva Kaili es war, eine der Vize-Präsidentinnen des EU-Parlaments. Sie sagt: “Eva Kaili war immer eine schräge Figur.” Sie sei entsetzt und fassungslos über diesen Korruptionsskandal. Das Transparenzregister des EU-Parlaments sei eines der schärfsten überhaupt – ”aber Kriminelle können sie nur abhalten, indem sie schonungslos aufklären und wenn auch hoffentlich wirklich eine harte Strafe folgt.”
    Trotzdem, so Barley, müssten sich Dinge ändern, zum Beispiel müsse auch der Schutz von Whistleblowern besser werden. Ziel für das Parlament sei es nun, die Fälle aufzuklären und die geltenden Regeln auf den Prüfstand zu stellen. “Das ist absolut erforderlich, damit wir als Parlament, als Europäische Union, aber auch als Politik insgesamt Vertrauen wiedergewinnen können.”

    Redaktionsschluss für diese Sendung war Freitag, 16.12.2022 um 18 Uhr.

    Moderation, Redaktion: Tami Holderried

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Johannes Korsche

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über Reuters, ZDF, AFP, YouTube (Vaandervik).

    28 min
  • Twitter: “Elon Musk missbraucht seine Macht"

    Seit dem Kauf von Twitter hat Elon Musk Massenentlassungen, Entsperrung von Hetzern und Chaos um verifizierte Accounts zu verantworten. Jetzt hat der Kurznachrichtendienst die Accounts mehrerer Journalisten der Washington Post, New York Times und CNN gesperrt. Die hatten nach Meinung des Twitter-Chefs “Doxxing” betrieben, weil sie persönliche Informationen über ihn weitergegeben haben sollen. Die Journalisten haben über den Twitter-Account eines 20-jährigen Amerikaners berichtet, der dort frei zugängliche Informationen zu Bewegungen von Musks Privatjet veröffentlicht hatte. Journalistenverbände sehen die Pressefreiheit gefährdet. Kritik kommt auch von der Bundesregierung und der EU-Kommission.

    Vor allem habe ihn Musks Umgang mit seinen Angestellten und Mitarbeitern schockiert, sagt Simon Hurtz vom Digital-Team der SZ. Er habe “Menschen wie Dreck” behandelt. Es sei ihm “komplett egal” gewesen, “ob irgendjemand chronisch krank war oder schwanger” – er habe sie trotzdem gefeuert. Jeden Tag zeige sich aufs Neue, “dass Musk seine Mitmenschen vollkommen egal sind”. An der jüngsten Sperrung von Journalisten-Accounts zeige sich zudem, wie scheinheilig die angebliche Rückkehr zur “vollen Meinungsfreiheit” sei, die Musk garantieren wollte. “Er hat ja mehrfach getwittert im Laufe der vergangenen Wochen, dass er sich dafür einsetzt, dass selbst seine schärfsten Kritiker auf Twitter bleiben dürfen. Und jetzt hat er ja gerade den Account eines 20-jährigen jungen Mannes aus den USA gesperrt, der es gewagt hat, die Flugbewegungen seines Privatjets auf Twitter zu teilen.”

    Dies sei ja noch nachvollziehbar gewesen, aber es sei “wirklich vollkommen absurd”, dass er nun die Berichte über diesen Fall sperren lasse. Hier zeige “sich mit aller Dramatik”, was es bedeutet, dass Twitter Musk gehört. Musk sei “ein sehr spezieller Fall des Alleinherrschers" und der Erste, “der diese Macht nicht nur nutzt, sondern sie einfach offensiv missbraucht”.

    Weitere Nachrichten: Chaos in Peru, Riesenaquarium am Berliner Dom geplatzt, freie Tage wegen Regelschmerzen in Spanien.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Tami Holderried, Lea Gittermann

    Produktion: Jakob Arnu

    Mit dem Code PODCAST10 bekommen Sie einen 10 €-Gutschein auf Ihren Einkauf im SZ-Shop (der Mindestbestellwert beträgt 25 €): szshop.sueddeutsche.de/

    13 min
  • Gaspreisbremse: Wem hilft sie am meisten?

    Ein wichtiger Bestandteil des Entlastungspakets der Regierung für diesen Winter ist die Gas- und Strompreisbremse. Denn durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine sind die Energiepreise stark gestiegen und der Staat will die Bürgerinnen und Bürger unterstützen. Er übernimmt darum den Monatsabschlag für Gas im Dezember und ab März greift dann – auch rückwirkend für die Monate Januar und Februar – die Gaspreisbremse. Das bedeutet: Für 80 Prozent des prognostizierten Verbrauchs wird der Gaspreis bei 12 Cent gedeckelt. Bei Fernwärme liegt diese Grenze bei 9,5 Cent, bei Strom bei 40 Cent.

    Bastian Brinkmann, stellvertretender Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion, hält die Bremse für sinnvoll. „Manche Leute werden dadurch 1000 Euro bekommen und das ist nicht alltäglich bei staatlichen Hilfsprogrammen“, sagt er. Schwierig sei allerdings noch die Umsetzung durch die Gasversorger. „Manche sind technisch so aufgestellt, dass sie nur ein paar Knöpfe drücken müssen und dann funktioniert es schon. Andere Versorger werden Probleme haben, überhaupt den Termin am 1. März zu schaffen.“

    Auf die Frage, ob die Gaspreisbremse fair ist oder auch denen hilft, die eigentlich keine Unterstützung brauchen, sagt Brinkmann: „Dass die Politik nur den Leuten hilft, bei denen das Geld besonders knapp ist, wäre sehr wünschenswert. Allerdings liegen die Daten dafür gar nicht vor.“ Niemand wisse, ob hinter einem Gasanschluss mit viel Verbrauch eine fünfköpfige Familie stecke, die gerade so über die Runden kommt, oder eine Luxusvilla mit zwei Pools. „Aber ich kenne keine bessere Variante als die beschlossene, um den Menschen in diesem Winter zu helfen.“

    Hier geht es zum SZ-Gaspreisbremsen-Rechner und hier zu den 25 Energiespar-Tipps.

    Unter diesem Link finden Sie den SZ-Podcast „Geschichte Daily“ auf Spotify.

    Weitere Nachrichten: Nato erhält 2023 deutlich mehr Budget, Ex-Tennisspieler Boris Becker aus Gefängnis entlassen

    Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter

    Redaktion: Tami Holderried

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix, ARD und ZDF

    Mit dem Code PODCAST10 bekommen Sie einen 10 €-Gutschein auf Ihren Einkauf im SZ-Shop (der Mindestbestellwert beträgt 25 €): https://szshop.sueddeutsche.de/

    13 min
  • UN-Weltnaturkonferenz: Artenschutz ist eine existenzielle Frage

    In den vergangenen dreißig Jahren ist die Biomasse der Insekten um 76 Prozent zurückgegangen. Auch 41 Prozent aller Amphibienarten und fast ein Drittel aller Säugetierarten sind bedroht. Evolutionsbiologen sprechen vom sechsten Massensterben der Erdgeschichte. Schuld daran ist der Mensch. In Kanada tagt gerade die 15. Weltnaturkonferenz der Vereinten Nationen. Dort wird darum gerungen, ob bis 2030 30 Prozent der Landfläche und der Ozeane Schutzgebiet werden. Eine überlebenswichtige Entscheidung, meint Hans Pörtner. Der Experte für Biodiversität gehört dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung an und war unter anderem für den Sonderbericht des Weltklimarates zur Erderwärmung mitverantwortlich.

    “Der Mensch ist dabei, in die letzten Lebensräume einzudringen”, sagt der Biologe. Und habe als Preis für dieses Verhalten zum Beispiel die Corona-Pandemie kassiert. Der Klimawandel führe zu Stresssituationen für Tiere und Pflanzen, denn ändern sich an ihrem bisherigen Standort die Lebensbedingungen, müssten sie ihrem “Temperaturfenster” hinterher wandern, sagt Pörtner. Das führe zum Mischen von Arten und Stress. Das Ergebnis: eine “abnehmende Population.” Sterbe eine Art aus, habe das auch Folgen für jene Tiere, die sich von dieser ausgestorbenen Art ernährt haben. Davon sei auch der Mensch betroffen. Pörtner: “Wir gehen durch ein Tal mit Blick auf die natürlichen Lebensbedingungen.”

    Die Artenvielfalt ist ein Indiz für eine gesunde Erde, gewissermaßen “der Kanarienvogel in der Kohlemine”, der früher als Frühwarnsystem den Bergarbeitern durchs Zwitschern anzeigte, ob es noch genug Sauerstoff im Stollen gibt. “Es gibt sicherlich noch Hoffnung.” Selbst wenn Ziele nicht einhalten werden, sei das kein Grund, die Hände in den Schoß legen, sagt Pörtner. Aber: “Wir müssen alles tun, um unsere Lebensbedingungen auf der Erde vor dem Klimawandel zu schützen.” Und vor dem Artenverlust zu schützen. “So weitermachen wie bisher geht nicht”, das sei “eine existenzielle Frage”. “Der Weg in eine nachhaltige Zukunft ist alternativlos.”

    Weitere Nachrichten: Regierungserklärung von Scholz, weiterhin wenige Väter in Elternzeit.

    Unseren Podcast "Das Thema" finden Sie hier.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Johannes Korsche, Tami Holderried

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix

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    13 min
  • Kernfusion: Zu schön, um wahr zu sein?

    Immer wieder wird verkündet, dass die Forschung zur Kernfusion vor dem Durchbruch stehe. Und immer wieder wird verkündet, dass ihr Einsatz zur Energiegewinnung noch zehn Jahre entfernt ist. Mindestens. Das geht schon seit Jahrzehnten so. Wäre ja auch zu schön: unglaublich viel Energie, die auch noch klimaneutral und sicher ist. Potenziell also die Lösung sehr vieler weltlicher Probleme.

    Nun aber wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Kalifornien wirklich einen historischen Durchbruch erzielt haben. Im Auftrag der US-Regierung soll ihnen eine Kernfusion gelungen sein, bei der tatsächlich mehr Energie gewonnen als verbraucht wurde. Ein "Fusionskraftwerk steht noch nicht vor der Tür", sagt die Physikerin Marlene Weiß, die das SZ-Wissenressort leitet. Darauf müssen wir noch bis in 2030 oder eher bis 2050 warten. Mindestens.

    Bei der Fusion passiert genau das Gegenteil einer Kernspaltung, sagt Weiß. Anstatt Atome zu spalten wie in einem AKW, verschmelzen bei der Kernfusion Atomkerne. Dazu brauche es wahnsinnig hohe Temperaturen von 15 Millionen Grad Celsius oder aber unfassbar hohen Druck. Auch die in den USA dafür eingesetzten Laser verbrauchen netto "noch eine Menge Energie". Erzeugt aber wurde bislang wohl nur eine Energiemenge von "ungefähr 2,5 Megajoule". Das sei "die Energie, die man braucht, um ein paar Tage lang eine LED-Lampe laufen zu lassen". Man rede also "noch von sehr kleinen Mengen". Trotzdem halte sie "es für sinnvoll, das weiter zu verfolgen", sagt Weiß. "Wenn es irgendwann klappt, dann wäre es fast zu schön, um wahr zu sein." Und schließlich sei "Forschung immer gut für Überraschungen".

    Weitere Nachrichten: Kaili nach Korruptionsskandal als EU-Parlamentsvize abgesetzt, acht Jahre Haft für “Mr. CumEx”, Reallohnverluste.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Tami Holderried

    Produktion: Jakob Arnu

    Seit 1949 hilft der SZ-Adventskalender Menschen in München und Umgebung, die unverschuldet in Not geraten sind. Jeder gespendete Euro hilft. Weitere Informationen unter sz-adventskalender.de.

    Mit dem Code PODCAST10 bekommen Sie übrigens einen 10 €-Gutschein auf Ihren Einkauf im SZ-Shop (der Mindestbestellwert beträgt 25 €):

    13 min
  • Fabio De Masi über EU-Korruption: “Der moralische Kompass ist im Eimer”

    Das Entsetzen im EU-Parlament ist groß: Freitag wurden in Brüssel 16 Häuser durchsucht. Insgesamt sind laut belgischer Staatsanwaltschaft dabei 600 000 Euro und mehrere Handys beschlagnahmt worden. Die griechische Abgeordnete Eva Kaili von der sozialdemokratischen Pasok sitzt in Untersuchungshaft. Bei der Hausdurchsuchung der Vizepräsidentin des EU-Parlaments sollen Säcke voller Bargeld gefunden worden sein. Das Geld soll aus Katar kommen. Dafür soll sich Kaili, so der Vorwurf, positiv über den WM-Gastgeber geäußert und womöglich auch Einfluss auf politische Entscheidungen genommen haben. Kaili wurde zusammen mit vier anderen festgenommen. Der Vorwurf: Korruption, Geldwäsche, Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung sowie versuchte Einflussnahme aus dem Ausland.

    "Das ist natürlich ein großer Schaden", sagt Fabio De Masi, der für die Linke von 2014 bis 2017 im Europäischen Parlament und danach bis 2021 im Bundestag saß. Dort hat er sich in mehreren Ausschüssen zu Finanzskandalen einen Namen gemacht. Mittlerweile ist er aus der Linken ausgetreten. Er habe Kaili "nicht als überaus engagierte Abgeordnete wahrgenommen", sagt De Masi weiter, der mit der Griechin 2014 ins EU-Parlament eingezogen war. "Sie hat aber trotzdem eine beachtliche Karriere gemacht."

    Der Lobbyismus im Europäischen Parlament sei “sehr, sehr ausgeprägt”, sagt der 42-Jährige. Aber auch in Deutschland seien die “Gesetze gegen Abgeordnetenbestechung ungeheuer schlecht”. Man erinnere sich nur an die Masken-Deals, “wo quasi das Bundestagsmandat genutzt wurde, um nebenbei noch Kasse zu machen mit der Not in der Pandemie”. Da “gab es überhaupt keine Verurteilung”. Es brauche viel härtere, “knallharte Regeln”, um Interessenkonflikte zu vermeiden. “Es geht auch nicht darum, dass jetzt irgendeine politische Partei die besseren Menschen hat, sondern wir alle sind schwach.” Besonders schlimm findet er, dass jetzt auch Gewerkschafter verdächtigt werden, sich “von Katar schmieren zu lassen, wo Arbeiter auf Baustellen umgekommen sind”. De Masi: “Ich weiß auch nicht, was so alles im Leben persönlich falsch gelaufen sein muss, dass der moralische Kompass da so im Eimer ist.”

    Weitere Nachrichten: Zweite Hinrichtung in Iran, Wirecard-Prozess.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Tami Holderried

    Produktion: Imanuel Pedersen

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    14 min
  • “Am Wochenende”: Notstand in den Kinderkliniken – was hilft dem überlasteten System?

    Die Kinderkliniken in Deutschland sind gerade komplett überlastet, weil so viele Kinder gleichzeitig krank sind und die Plätze sowie das Personal nicht reichen. Corona, Grippe und das RS-Virus – aktuell kommt vieles zusammen. Passenderweise hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach diese Woche eine allgemeine Krankenhausreform vorgestellt. Lauterbach nennt sie eine “Revolution”. Was halten die Betroffenen in den Kliniken davon?

    Der Kinderarzt und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Burkhard Rodeck, sagt: “Es ist insofern eine Revolution, als dass es eine Disruption ist. Man löst sich vom bisherigen Finanzierungssystem.” Bislang finanzieren sich die Kliniken nämlich vor allem über die sogenannten Fallpauschalen – einen Fixbetrag, der je nach Diagnose von den Krankenkassen bezahlt wird. Das soll sich jetzt ändern: Krankenhäuser sollen nicht mehr so stark auf die Wirtschaftlichkeit von Behandlungen achten müssen. In Zukunft sollen statt der Fallpauschalen sogenannte Vorhaltekosten eine wichtigere Rolle spielen. Also: ein fester Betrag für Personal und Geräte, egal welche Eingriffe die Kliniken durchführen und bei wie vielen Menschen.
    “Das System wurde aufgrund der Fallpauschalen in den letzten Jahren Stück für Stück abgebaut”, so Rodeck. Deshalb sei die Situation auch aktuell so prekär: Viele Patienten stürmten gerade auf Versorgungsstrukturen ein, die dafür nicht gerüstet seien. Die angekündigte Reform sei aber auf jeden Fall Grund zur Hoffnung: “Wir haben erstmals das Problem auch im politischen Bereich anerkannt. Jetzt wird nach Lösungen gesucht. Das ist gut.”
    Link zum Podcast “Wirecard: 1,9 Milliarden Lügen”: https://www.sueddeutsche.de/politik/podcast-wirecard-sz-spotify-1.5265298

    Redaktionsschluss für diese Sendung war Freitag, 09.12.2022 um 18 Uhr.

    Moderation, Redaktion: Tami Holderried

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Nadja Schlüter

    Produktion: Benjamin Markthaler

    Zusätzliches Audiomaterial über Auswärtiges Amt, ARD, Bundespressekonferenz, DIVI, Reuters, phoenix, BR.

    28 min

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