Auf den Punkt

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Auf den Punkt episodes

  • Was der erste deutsche Affenpockenfall zeigt

    Aktuell gibt es in Deutschland laut RKI 16 Fälle von Affenpocken. Und Deutschland hat jetzt 40.000 Dosen eines Pocken-Impfstoffs bestellt. Warum uns trotzdem wohl keine neue Pandemie bevorsteht und für wen eine Impfung sinnvoll sein könnte, das erklärt Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing, wo der erste deutsche Affenpocken-Patient behandelt wird.

    “Für den Patienten ist es nicht gefährlich”, so Wendtner. Er sei stationär isoliert und habe einen milden Verlauf. Auch für die Allgemeinbevölkerung sieht der Chefarzt kein Risiko. Ein wesentlicher Unterschied zu Corona sei, dass “Affenpockenviren, nach allem was wir wissen, nicht über Aerosole übertragen werden.” Es brauche engen körperlichen Kontakt mit einem Infizierten, um sich anzustecken. Eine Impfung könnte für Risikogruppen sinnvoll sein – aber nicht für alle.

    Weitere Nachrichten: Online-Retouren werden kostenpflichtig, G7 wollen Klimaschutz verstärken.

    Moderation, Redaktion: Tami Holderried

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Zusätzliches Audiomaterial über WDR

    14 min
  • Amoklauf in Texas: Zählen Waffen mehr als Kinderleben?

    Ein 18-Jähriger hat am Dienstag an einer Grundschule in Texas 19 Kinder und zwei Erwachsene erschossen. Es ist das schlimmste Verbrechen dieser Art seit zehn Jahren. Aber leider alles andere als ein Einzelfall: Allein in diesem Jahr gab es in den USA schon 215 größere Vorfälle mit Schusswaffen. Warum sich politisch wahrscheinlich trotzdem nichts ändern wird, erklärt Hubert Wetzel, SZ-Korrespondent in Washington D.C..

    Das Recht auf Waffenbesitz ist in der amerikanischen Verfassung als “Second Amendment” verankert. Und für Einschränkungen dieses Rechts gebe es keine politischen Mehrheiten, sagt Wetzel, “weil auch in der demokratischen Fraktion etliche Senatoren aus konservativen Bundesstaaten kommen und sagen: Wenn ich dafür stimme, dann bin ich mein Mandat bei der nächsten Wahl los.”

    Die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger seien in der Frage zwar gespalten – den Republikanern falle es aber leichter, ihre Wähler gegen Einschränkungen des Rechts auf Waffen zu mobilisieren. Auch dank einer massiven Propagandakampagne von Rechts. Wetzel sagt: “Die Frage ist nur sozusagen: Hält man diesen zweiten Verfassungszusatz für so heilig, dass man deswegen diese toten Kinder in Kauf nimmt oder nicht?”

    Weitere Nachrichten: Russland verstärkt Angriffe auf Ostukraine, Gewalt gegen Frauen steigt.

    Moderation, Redaktion: Tami Holderried

    Redaktion: Franziska von Malsen

    Produktion: Justin Patchett

    Zusätzliches Audiomaterial über ABC News

    Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt:

    https://weisser-ring.de/
    https://www.hilfetelefon.de/gewalt-gegen-frauen/haeusliche-gewalt.html

    13 min
  • Militärhistoriker: Auch für Putin scheint es noch Limits zu geben

    Inzwischen zieht sich der Krieg in der Ukraine seit drei Monaten. Mitte Mai hat das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte geschätzt, dass auf ukrainischer Seite fast 4000 Zivilisten getötet wurden, mit einer immens hohen Dunkelziffer. Hinzu kommen Tausende Verletzte und mehr als 6,2 Millionen Menschen, die bereits aus der Ukraine geflüchtet sind.

    Viele hätten sich getäuscht über die Kaltblütigkeit des russischen Staatschef Wladimir Putin, sagt Sönke Neitzel, Professor für Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt am Historischen Institut der Universität Potsdam. Aber man habe auch mit den "vergleichsweise überschaubaren Geländegewinnen der Russen" nicht gerechnet. Ein Ende sei nicht in Sicht, "noch sind viele Enden denkbar", fügt Neitzel hinzu. An Mariupol habe Putin "ein Exempel statuieren" wollen. Möglicherweise aber gebe es technische oder auch moralische Gründe dafür, dass "er nicht mit der gleichen Entschlossenheit gegen Kiew vorgeht". Obwohl er viele Grenzen eingerissen habe, führe er eben nicht "einen totalen Krieg", sagt der Militärhistoriker. "Auch für Putin scheint es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt immer noch Limits zu geben".

    Weitere Nachrichten: Isolation für Erkrankte an Affenpocken, Corona-Impfempfehlung für Kinder.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Jakob Arnu

    Produktion: Jakob Arnu

    Zusätzliches Audiomaterial über dpa

    13 min
  • 9-Euro-Ticket: Genuss in vollen Zügen

    An diesem Montag hat auch bei der Deutschen Bahn der Verkauf der 9-Euro-Monatstickets begonnen. Bereits nach ein paar Stunden waren mehr als 200 000 Tickets verkauft. Ab 1. Juni kann man mit den Sondertickets im Juni, Juli und August für neun Euro mit der Bahn und im Öffentlichen Personen-Nahverkehr fahren. Ausgenommen ist der Fernverkehr, also etwa ICEs oder ICs. Die Bahn erwartet bis zu 30 Millionen Teilnehmer.

    Angesichts der Inflation werden die Bürger damit entlastet, sagt SZ-Verkehrsexperte Markus Balser. Zudem sollen viele "langfristig stärker auf den Nahverkehr umsteigen". Das aber sei längst noch nicht ausgemacht. Schließlich würden ab September wieder die weitaus teureren Tarife gültig. Auch müsse der ÖPNV auf dem Land viel attraktiver werden, "sonst wird da niemand das Auto stehen lassen", meint Balser. Dabei habe sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Nahverkehr bis 2030 zu verdoppeln. In Wien gebe mit einem 365-Euro-Ticket positive Erfahrungen, wie die Attraktivität des ÖPNV erhöht werden kann. Es brauche aber insgesamt neue Ideen für den Nahverkehr. Dazu gehöre sicherlich "mehr Geld", "neue Ideen" sowie "durchaus auch mal den Mut, solche solche Ideen umzusetzen".

    Die wichtigsten Texte zum 9-Euro-Ticket finden Sie hier: https://www.sueddeutsche.de/politik/9-euro-ticket-fragen-und-antworten-1.5588599

    https://www.sueddeutsche.de/politik/bundesrat-neun-euro-ticket-1.5589039
    https://www.sueddeutsche.de/meinung/neun-euro-ticket-nahverkehr-bundesregierung-energiepreise-1.5579115

    Weitere Nachrichten: Ukraine-Krieg, Corona-Schnelltests: Betrugsverdacht in Milliardenhöhe.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Tami Holderried

    Produktion: Justin Patchett

    Zusätzliches Audiomaterial über dpa

    13 min
  • Gerhard Schröder: Ende eines sozialdemokratischen Traums

    Nach massivem Druck gibt Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) seinen Posten als Chef im Aufsichtsrat des russischen Öl-Konzerns Rosneft auf. Bundestag, seine Partei und auch die Bundesregierung fordern, er dürfe wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nicht mehr als Lobbyist für Energie aus Russland tätig sein. Donnerstag hat ihm der Haushaltsausschuss seine Privilegien gestrichen. Der vorläufige Höhepunkt der Ächtung des Ex-Kanzlers.

    Nico Fried, Leiter des SZ-Hauptstadtbüros, glaubt, dass Schröder jetzt auch nicht mehr in den Aufsichtsrat von Gazprom einziehen werde. Mit Wladimir Putin verbinde ihn eine "starke persönliche Verbundenheit". Allerdings sei es auch nicht richtig, Schröder jetzt alle Schuld in die Schuhe zu schieben. Sein Verhalten gegenüber Moskau "war Konsens in der deutschen Politik, mindestens zwischen Union und SPD". Dem Ex-Kanzler seien viele der verlorenen Ehrungen egal, meint Fried. Aber das SPD-Parteibuch werde "er aus meiner Sicht nie von sich aus abgeben". Denn Schröder verstehe "sich, seine Karriere, seinen Aufstieg als Inbegriff des sozialdemokratischen Traums".

    Weitere Nachrichten: Ukraine-Krieg, Neun-Euro-Ticket, Affenpocken.

    Den Artikel über das Neun-Euro-Ticket finden Sie hier.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Zusätzliches Audiomaterial über dpa, Spiegel

    15 min
  • Wie Chinas Militär von deutscher Forschungsfreiheit profitiert

    Künstliche Intelligenz, Informatik oder Kernphysik – in solchen Hochtechnologiefächern arbeiten Forschende nicht selten international zusammen. Eine Recherche von SZ und Partnermedien zeigt jetzt: Deutsche und andere europäischen Unis forschen regelmäßig ausgerechnet mit Unis in China zusammen, die dort direkt dem Militär unterstehen. Wie riskant das ist, erklärt Investigativredakteurin Nina Bovensiepen.

    Expert:innen sprechen da “vom Dual Use”, sagt Bovensiepen, “das sind Produkte und Erkenntnisse, die kann man zivil nutzen. Die könnten aber auch militärisch genutzt werden.” Zum Beispiel in Bereichen wie Antriebsforschung und Raumfahrttechnik oder Künstliche Intelligenz und Informationstechnologie. “Wir haben das Gefühl gewonnen, dass die Universitäten da insgesamt ein bisschen zu blauäugig sind.”

    Alle Recherche zum Projekt "China Science Investigation" lesen Sie hier.

    Unser Podcast Geschichte Daily, diese Woche zur Künstlichen Intelligenz.

    Weitere Nachrichten: BVerfG zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht, Sanktionen Gerhard Schröder

    Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Imanuel Pedersen

    13 min
  • Nato-Beitritt von Finnland und Schweden: Erdogans Kalkül

    Die Botschafter von Schweden und Finnland haben am Mittwoch in der Nato-Zentrale in Brüssel nun auch offiziell die Mitgliedschaft beantragt. Nun beschäftigen sich die 30 Mitglieder des Nato-Rats damit, die im Konsens eine Entscheidung treffen müssen. Doch der türkische Präsident Erdogan droht mit einem Veto.

    Erdogan wolle innenpolitisch stark erscheinen, meint Matthias Kolb, EU- und Nato-Korrespondent der SZ mit Sitz in Brüssel. Und er möchte militärisches Gerät von anderen Nato-Ländern. Letztendlich aber würden alle damit rechnen, dass die Türken den Beitrittsprozess "am Ende nicht aufhalten werden". Schließlich schaue man bei der Nato auch nicht so genau bei den Menschenrechtsverletzungen in der Türkei hin: "Die Verteidigung steht im Vordergrund." Im Grunde sei Ankara "ein schwieriger, aber doch ein wichtiger und verlässlicher Partner.

    Weitere Nachrichten: Schicksal ukrainischer Soldaten aus Mariupol, 300 EU-Milliarden für Unabhängigkeit von russischer Energie, Schröder soll Privilegien verlieren.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Jakob Arnu

    Zusätzliches Audiomaterial über dpa, Guardian

    12 min
  • Mariupol: Was passiert mit den Männern aus dem Stahlwerk?

    Mehr als 260 ukrainische Soldaten konnten das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Sie haben sich russischen Truppen ergeben und wurden in russisch kontrollierte Städte in der Umgebung gebracht. Was passiert mit diesen Männern jetzt und was bedeuten die Entwicklungen für die Stadt Mariupol und den Krieg insgesamt?

    Darüber spricht in dieser Folge Sonja Zekri, die seit Kriegsbeginn immer wieder für die SZ aus der Ukraine berichtet, aktuell aus Kiew. Dort hat sie eine Frau gesprochen, deren Angehörige im Asowstal-Stahlwerk sind: „Die Frau hat gesagt, ich bring doch keinen Bissen runter. Denn ich weiß, dass mein Mann da unten, mein Bruder und zwei Schwager, dass die gar nichts zu essen haben und kaum Wasser. Es gibt Berichte, dass auch bei leichten Verwundungen sofort amputiert wird, weil es keine Medikamente gibt.”

    Weitere Nachrichten: Russischer Umgang mit Gefangenen, Nato-Beitritt Finnland

    Hier lesen Sie das Ukrainische Tagebuch von Oxana Matiychuk. Unter dem Link finden Sie auch die Infos zum Event mit Iris Berben und Oxana Matiychuk.

    Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Jakob Arnu

    Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.

    14 min
  • NRW-Wahl: Der Druck auf die Bundesregierung steigt

    Das vorläufige Endergebnis für Nordrhein-Westfalen steht fest: Die CDU gewinnt mit 35,7 % vor der SPD mit 26,7 %. Die Grünen verdreifachen ihr Ergebnis der Wahl von 2017 – und kommen auf 18,2 Prozent. FDP und AfD schaffen knapp den Wiedereinzug in den Landtag. Aber was heißt das für die kommenden Wochen?

    Auf Landesebene scheinen die Weichen für eine schwarz-grüne Koalition gestellt zu sein. Von einer Ampel in NRW sind am Montag sogar die SPD und die FDP abgerückt. Spannender ist deshalb erstmal der Blick nach Berlin auf die Bundesregierung. “Der Druck für die Koalition insgesamt wird zunehmen”, sagt Nico Fried, Leiter des Parlamentsbüros der SZ. Was das bedeutet, das erklärt er in dieser Folge.

    Weitere Nachrichten: Finnland und Schweden vor Nato-Beitritt; EU-Wachstumsprognose.

    Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Redaktion: Franziska von Malsen

    Produktion: Justin Patchett

    _Zusätzliches Audiomaterial über phoenix & FDP.

    13 min
  • NRW-Wahl: Warum ohne die Grünen nichts geht

    Am Sonntag wird in Nordrhein-Westfalen gewählt. Und es sieht nach einem knappen Rennen aus: Hendrik Wüst von der CDU und Thomas Kutschaty von der SPD liegen in aktuellen Umfragen fast gleichauf. Warum sich die beiden Kandidaten auch bei vielen Dingen einig sind und wer nach der Wahl regieren könnte, das erklärt Jana Stegemann, SZ-Korrespondentin in Düsseldorf.

    “Fest steht: Die Grünen werden die drittstärkste Partei in NRW nach der Landtagswahl sein,” sagt Stegemann. Sie könnten sich dann den Koalitionspartner aussuchen. Denn für schwarz-gelb wird es nicht mehr reichen: Die FDP liegt laut aktuellen Umfragen bei nur 6 Prozent. Stegemann meint: “Die Grünen werden jetzt schauen, wer macht ihnen das beste Angebot und danach werden sie entscheiden.” CDU und SPD hätten schon signalisiert, dass sie Zugeständnisse machen würden. Weitere Nachrichten: Musk legt Twitter-Übernahme auf Eis, Scholz telefoniert mit Putin.

    Moderation, Redaktion: Tami Holderried

    Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Justin Patchett

    _Zusätzliches Audiomaterial über WDR _

    13 min

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