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Vor 77 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Und heute? Wächst der Antisemitismus in Deutschland wieder. Das Wissen über den Nationalsozialismus und die Ermordung der Juden hat "allein noch keine magischen Kräfte", meint SZ-Redakteur Johan Schloemann. Das habe eher mit einem allgemeinen Geschichtsbewusstsein zu tun. Auf den Demonstrationen von Corona-Leugnern sehe man allerdings gerade eine unerträgliche Verharmlosung des Holocausts. Es sei allerdings auch eine schon ältere Strategie der Neuen Rechten, sich selber zum Opfer zu erklären.
Weitere Nachrichten: Kreml enttäuscht, Marx zu Missbrauch.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried, Antonia Franz
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
Seit Wochen spitzt sich die Situation an der russisch-ukrainischen Grenze zu. Aber wie hat das eigentlich alles angefangen? Die Osteuropa-Historikerin Susanne Spahn erklärt, wo die Urpsrünge des Konflikts liegen und warum die Ukraine nicht nur geografisch, sondern auch historisch zwischen der EU und Russland liegt.
Weitere Nachrichten: Rücktritt Otte Werteunion, Impfpflicht-Debatte
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: the best Tami Holderied
Produktion: Benjamin Markthaler
In Deutschland steigen wegen der hochinfektiösen Omikron-Variante die Zahlen der erkannten Corona-Infektionen von Tag zu Tag auf neue Höchststände. Am Dienstag sind es laut Robert-Koch-Institut fast 127 000. Höchstwahrscheinlich sind es noch viel mehr, aber Gesundheitsämter und Testkapazitäten sind zunehmend am Limit. Deshalb haben Bund und Länder gerade beschlossen, dass künftig erstmal die PCR-Tests von Beschäftigten im Gesundheitsbereich und besonders gefährdeten Personen vorrangig ausgewertet werden. Sonst soll sich aber nicht viel ändern.
Doch angesichts der Vielzahl von Infektionen wird es immer wahrscheinlicher, dass irgendwann zwei Striche auf dem eigenen Schnelltest auftauchen. Was sollte man dann tun? Werner Bartens, Arzt und "Medizinmann der SZ", beantwortet alle wichtigen Fragen: Von hilfreichen Medikamenten, wie lange man sich schonen sollte bis zur Frage, was eigentlich ein “milder Verlauf” bedeutet.
Wenn Sie noch mehr zu dem Thema wissen wollen: (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-corona-quarantaene-hilfe-tipps-1.5509310)
Weitere Nachrichten: CDU will Otte ausschließen, Johnson unter Druck, Kardinal Wetter entschuldigt sich
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried, Pegah Julia Meggendorfer
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
Die CDU hat am Samstag Friedrich Merz an ihre Spitze gewählt. Er muss die Partei nach langen Regierungsjahren erstmal wieder an die Oppositionsrolle gewöhnen muss. "Jetzt ist sie erst mal oppositionsfähig und dann grundsätzlich auch wieder regierungsfähig", sagt Boris Hermann aus dem Berliner Parlamentsbüro der SZ.
Merz selbst habe sich geändert und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Er habe aufgehört, seine Gegner zu unterschätzen und sich selbst konsequent zu überschätzen. Außerdem bemühe er sich jetzt viel stärker darum, seine Kritiker innerhalb der Partei einzubinden, also vor allem den den christlich-sozialen Flügel der Arbeitnehmer. Ob ihm das gelingen kann, darüber spricht CDU-Experte Boris Hermann aus dem SZ-Parlamentsbüro.
Weitere Nachrichten: Amoklauf in Heidelberg, Ratzinger korrigiert Falschaussage, Ukraine-Krise.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen, Tami Holderied
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über CDU TV.
Eine neue Untersuchung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche bringt schreckliche Erkenntnisse. Fast 500 Opfer und fast 70 Täter gab es laut Anwälten zwischen 1945 und 2019 im Bistum München und Freising. Das Gutachten wirft außerdem die Frage auf: Was wusste der emeritierte Papst Benedikt über die Taten?
Annette Zoch aus der SZ-Redaktion sagt, das Gutachten zeige, dass sich niemand den Tätern in den Weg gestellt habe. Sie seien systematisch geschützt und die Vorfälle unter den Teppich gekehrt worden. SZ-Redakteur Nico Richter meint, es habe in der Kirche zu wenig Transparenz und Kontrolle gegeben, um solche Taten zu verhindern.
Der emeritierte Papst Benedikt, jahrelang Erzbischof von München/Freising, streitet jedes Wissen über die Vorfälle ab. Dabei zweifeln die Gutachter an seinen Aussagen: Schriftstücke würden beweisen, dass er von einzelnen Fällen Kenntnis hatte.
Weitere Nachrichten: Reaktionen auf Missbrauchsgutachten, Gespräche zwischen USA und Russland
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über ARD und phoenix.
Die britische Regierung steckt mitten in eine Krise. Premier Boris Johnson steht schwer unter Beschuss und gibt sich dennoch kampfeswillig. "Doch die Partys könnten ihm nun zum Verhängnis werden," sagt SZ-Großbritannien-Korrespondent Michael Neudecker. Johnson verteidige sich zwar damit, dass die Feiern Arbeitsreffen gewesen seien, aber das nehme ihm die Opposition und auch einige Abgeordnete der Tories nicht ab.
Doch Johnson gelte auch als Stehaufmännchen. "Alles wartet momentan auf den Bericht von Sue Gray, der Beamtin, die die Untersuchungen zu den Partys durchführt." Und der Premier? Plant schon Ablenkungsmanöver. Zudem würden gerade alle Corona-Schutzmaßnahmen zurückgenommen. Johnson sage, dass die Pandemie in England jetzt in ein Ende übergehen würde. Womöglich sei diese Aussage von ihm ja auch von der Wissenschaft gestützt und kein Versuch, seinen Job zu retten, "was ja durchaus denkbar ist."
Weitere Nachrichten: Schwere Vorwürfe gegen Benedikt und Kardinal Marx, Ukraine-Konflikt, Corona.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Guardian und BR24.
Nicht nur die Bundesregierung ist entsetzt über die EU-Taxonomie, die auch Erdgas und Atomkraft als grün und nachhaltig einstuft. Diesen Freitag sollen die Stellungnahmen der Regierungen der 27 EU-Staaten in Brüssel eingehen. Und dann wird man in Brüssel sicherlich noch mal ein Auge auf die Taxonomie werfen. Aber ist da noch was zu verhindern?
"Viel zu machen ist da nicht mehr", sagt SZ-Redakteur Michael Bauchmüller. Das Problem liege einige Jahre zurück. Damals habe das EU-Parlament zugelassen, dass man überhaupt diesen Weg über einen “Delegierten Rechtsakt” gewählt hat. Damit habe man alles in die Hände der EU-Kommission gelegt. Letztendlich sei den Deutschen da beim Erdgas entgegengekommen und den Franzosen bei der Atomkraft. “Die beiden mächtigsten Staaten Europas haben sich mit jeweils ihren Belangen durchgesetzt.” So unsinnig das auch sei.
Aus Sicht der AkW-Freunde halte die Atomkraft durchaus die schädlichen Emissionen auf niedrigem Niveau zu halten. “Aber wenn man sich die gesamte Wertschöpfungskette anguckt, dann ist es wirklich verdammt schwierig, das noch als nachhaltig anzusehen.” Im Grunde aber brauche es statt dieser Übergangstechnologien neue Kraftwerke, die wirklich regenerative Energie erzeugen würden. Dazu sei die effizientere Nutzung von Wind- und Sonnenkraft nötig und Kraftwerke, die diese Energien auch speichern können.
Auf Dauer glaubt Bauchmüller, “dass wir viel öfter erneuerbare Energien ins Ausland exportieren werden als Atomstrom aus dem Ausland nach Deutschland”. Natürlich werde es auch Jahre geben, in denen das anders sein werde. “Aber deswegen die Energiewende insgesamt lächerlich zu machen, hielte ich für einen großen Fehler."
Weitere Nachrichten: Blinken trifft Lawrow, Millionäre wollen höher besteuert werden, 100.000 Corona-Neuinfektionen.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried, Pegah Julia Meggendorfer
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über Tagesschau.
Eine Pflicht, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen – zumindest für alle Erwachsenen. Darüber streitet gerade nicht nur die Politik, sondern auch halb Deutschland am Küchentisch. Im November 2021 hatte sich Olaf Scholz zum ersten Mal klar dafür ausgesprochen und später angekündigt, die allgemeine Impfpflicht solle bis Anfang 2022 kommen.
Danach sieht es aber gerade nicht aus. Scholz habe die Führungsrolle in dieser Debatte von sich gewiesen, sagt Henrike Roßbach, SZ-Korrespondentin in Berlin. Weil die Entscheidung über ein entsprechendes Gesetz zur Gewissensfrage im Bundestag gemacht worden sei, würden gerade verschiedene Gruppen an entsprechenden Anträgen arbeiten. Aber: “Viele Abgeordnete sind noch Suchende,” und hätten ihre Entscheidung noch nicht final getroffen. Das liegt auch an der veränderten Situation durch die Omikron-Variante, so Roßbach.
Weitere Nachrichten: Zahl politisch motivierter Straftaten auf Rekordhoch, Baerbock in Moskau
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Lars Langenau, Antonia Franz
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über ARD.
Die neue Außenministerin Annalena Baerbock besucht dieser Tage Kiew und Moskau. Dort will die Grüne den Ukraine-Konflikt diplomatisch entschärfen. So schließt sie zwar Waffenlieferungen für die Ukraine aus, stellt die Gaspipeline Nord Stream 2 zur Disposition und warnt vor "einem Preis", den Russland bezahlen müsse, sollte die Föderation in das Nachbarland einmarschieren.
Sie meine damit aber vor allem wohl neue Sanktionen. "Aber aus russischer Sicht ist das gar kein hoher Preis", sagt der Leiter des SZ-Politikressorts Stefan Kornelius. Russland unter Präsident Wladimir Putin verstehe da wohl nur Härte. Möglich gemacht habe diese gefährliche Situation erst US-Präsident Joe Biden. Denn der habe ausgeschlossen, dass die Vereinigten Staaten militärisch eingreifen. Diese Position müsse Washington ändern. Denn: "Wenn man keinen Krieg möchte, muss man sich für den Krieg vorbereiten", meint Kornelius. Das sei eine klassische Lehre aus dem Kalten Krieg.
Weitere Nachrichten: Genesenen-Status nur noch für drei Monate, Freispruch für Meşale Tolu.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderied, Pegah Julia Meggendorfer
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
Israel hat dem US-Pharmakonzern Pfizer für eine groß angelegte Studie alle Daten des israelischen Impfprogramms zur Verfügung gestellt. Deshalb gab es da auch nie eine Knappheit an Impfstoffen. Zudem ist das Land in der Entwicklung des Virus immer ein paar Monate vor Deutschland.
Gerade befindet es sich in der fünften Corona-Welle. “Die Zahlen gehen wirklich durch die Decke”, sagt SZ-Israel-Korrespondent Peter Münch. Allerdings seien auch schwere Krankheitsverläufe sehr selten. Auch deshalb reagiere Israels Regierung diesmal gelassen. Statt Isolation und Lockdowns gebe es aktuell keinerlei ernsthafte Kontaktbeschränkungen. “Die Regierung lässt es laufen.”
Deshalb impfe man auch nur Risikogruppen als bislang einziges Land der Welt mit der vierten Dosis. Ob das allerdings wirklich sinnvoll sei, darüber werde derzeit viel diskutiert. “Es gibt einfach zu wenig Daten, so genau weiß man es noch nicht.” Zwar sei die Herdenimmunität kein offizielles Regierungsprogramm, aber auch im Gesundheitsministerium setzen wohl manche inzwischen genau da drauf, meint Münch. “Man versucht hier mit mit dem Virus zu leben. Auch in der Hoffnung, dass die Pandemie bald endemisch wird.”
Weitere Nachrichten: Impfpflicht in den USA, Zitterpartie um Djokovic geht weiter.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderied
Produktion: Benjamin Markthaler, Imanuel Pedersen
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