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Das Oberlandesgericht Koblenz hat heute einen Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann soll in einem syrischen Gefängnis verantwortlich gewesen sein für die Folter von tausenden Menschen. Mindestens 27 sollen dabei gestorben sein. Über das Urteil und den weltweit ersten Prozess dieser Art spricht in dieser Folge Syrien-Experte Moritz Baumstieger: "Es ist extrem aufwendig und schwierig. Aber die Justiz sollte immer versuchen, solch grauenhafte Verbrechen aufzuklären. Und der Mauer der Straflosigkeit, die die Täter schützt, zumindest Risse zu versetzen."
Das Interview mit dem Leiter des Corona-Kristenstabs Carsten Breuer lesen Sie hier.
Weitere Nachrichten: Überlastung bei PCR-Laboren droht, Anklage im Fall Wirecard
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderied, Pegah Meggendorfer
Produktion: Imanuel Pedersen
Wir haben in Deutschland so viele Neuinfektionen wie noch nie, mehr als 80.000. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich von Westeuropa bis Zentralasien mehr als die Hälfte aller Menschen mit Omikron anstecken wird – und das bereits bis März. Wie eine Flutwelle werde die Variante von West nach Ost über den Kontinent rauschen.
Der amerikanische Corona-Experte Anthony Fauci bringt die Lage so auf den Punkt: Letztlich finde Omikron also jeden. Was das für uns bedeutet, erklärt** Felix Hütten aus dem SZ Ressort Wissen**. Er beschreibt auch, wie zuverlässig die Selbsttests bei Omikron sind.
Weitere Nachrichten: Johnson entschuldigt sich für Party, Scholz will Impfpflicht
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Lars Langenau, Pegah Meggendorfer
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über csis.org.
Ungeimpft gegen Corona hätte Novak Djokovic eigentlich nicht nach Australien einreisen dürfen. Doch der Serbe wedelt mit einer Sondergenehmigung. Deshalb schlägt dem besten Tennisspieler der Welt harsche Kritik entgegen. In Serbien aber ist er ein Volksheld. Sein Vater vergleicht seinen Sohn gar mit Jesus und Spartacus.
Djokovic sei "weder der Erlöser der Menschheit, noch hat er Sklavenaufstände angeführt oder das Proletariat vertreten", sagt SZ-Sportredakteurin Barbara Klimke. Er polarisiere und sei "kein Freund der Impfung". Aber Djokovic habe in seiner Karriere fast 1000 Spiele gewonnen und ungefähr 200 verloren. "Er weiß sehr viel darüber, was Gewinnen und verlieren heißt." Der gerade errungene juristische Erfolg, bei dem ein Gericht seinen Visumsentzug aufgehoben hatte, sei aber noch kein Matchgewinn. Und dass er jetzt plötzlich im Dezember infiziert gewesen sein will, löse nur neue Fragen aus.
In Australien hätten sehr rigorose Maßnahmen zur Abwehr des Virus gegolten, sagt Klimke. Allein Melbourne sei sechs Mal im Lockdown gewesen. Deshalb habe es viele Australier "erbost und erbittert", wenn man sich nicht an geltende Regeln hält.
Weitere Nachrichten: Union verzichtet auf eigenen Antrag zur Impfpflicht, Deutschland verfehlt wohl Klimaziele.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderied, Pegah Julia Meggendorfer
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
Anlässlich der amerikanisch-russischen Gespräche in Genf fordert Matthias Platzeck, Vorsitzender des deutsch-russischen Forums, eine neue europäische Entspannungspolitik. Komme es an der ukrainisch-russischen Grenze zu einer kriegerischen Auseinandersetzung, dann folge eine neue “Eiszeit” zwischen Ost und West, warnt Matthias Platzeck. “Wir sind förmlich verdammt dazu, dies zu verhindern.” Eine “mit den anderen EU-Partnern abgestimmte, gemeinsame Außenpolitik” zur Entspannung mit Russland könne dafür durchaus Impulse liefern.
Die jetzige Situation erinnere ihn “in manchen Facetten an den Kalten Krieg”, die aber durchaus noch schlimmer werden könne. “Wir leben schon längst wieder in der Gefahr, wie vor 1914, wo man praktisch schlafwandelnd in einen Krieg hinein taumelte”, sagte Platzeck weiter. Russland fühle sich seit mehreren Jahrzehnten “bedrängt von der Nato-Osterweiterung”. Es gehe Moskau deshalb mit seinem massiven Truppenaufbau vor allem darum, “Sicherheitsbedürfnis in ihrer direkten Umgebung zu befriedigen”.
Er hoffe sehr, dass nach den Gesprächen in Genf zumindest wieder die Nato-Mission der Russen eröffnet wird. Man brauche “solche Kommunikationskanäle dringend, um Gefahren abzuwenden”. Zudem müssten Mechanismen wieder in Gang gesetzt werden, die bereits 1997 zwischen der Nato und Russland vereinbart worden seien. Etwa, “dass es es keine Nato-Manöver in früheren Warschauer-Pakt-Staaten geben wird und dass dort keine Raketen aufgestellt werden”. Vielleicht könne man auch “ein Moratorium” erreichen, dass erstmal “keine großen Militärmanöver mehr stattfinden, dass die Rüstungskontrolle wieder eine Rolle spielt, dass auf Stationierung von Waffensystemen sowohl auf russischer, aber auch auf Nato-Seite verzichtet wird".
Weitere Nachrichten: Djokovic, Aung San Suu Kyi.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Pegah Julia Meggendorfer, Franziska von Malsen
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und Deutsche Welle.
Das Jahr 2021 war noch jung, da hat es schon den ersten richtigen Knall gegeben: Am 6. Januar 2021 sollte eigentlich nur der US-Kongresses die Wahl von Joe Biden zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten bestätigen. Normalerweise eine Formsache, doch es kommt zum Eklat. Über diese wilde Zeit spricht unser USA-Korrespondent Hubert Wetzel. Auch darüber, wie beliebt Biden heute ist - und wie sich Vize-Präsidentin Kamala Harris macht.
Die Sendungen von Tami Holderried über Corona finden Sie hier.
Die von Franziska von Malsen über die Bundestagswahl hier.
Unseren Recherchepodcast “Das Thema” über Afghanistan hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über NBC.
Wenn es um die Klimakrise geht, ist er zuversichtlich: "Ich bin zumindest insofern ganz optimistisch, als ich glaube, dass die drei richtigen Parteien da jetzt an der Regierung sind für dieses Problem."
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Antonia Franz, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über CDU, SPD via Youtube, Phoenix, dpa.
Silvester vor einem Jahr haben sich viele gefreut – dass 2020, das Coronajahr, endlich vorbei ist. Und dass damit das Schlimmste vielleicht schon überstanden sein könnte. Aber ziemlich schnell war klar: Auch 2021 wird von der Pandemie bestimmt sein. Zum Ende des Jahres steigen die Infektionszahlen und die Angst vor der neuen Variante Omikron geht um. Was erwartet uns also im neuen Jahr 2022?
“Man hat über diesen gesamten Sommer bis hinein in den Herbst das Thema eigentlich völlig ignoriert”, sagt die SZ-Coronaexpertin Christina Berndt. Deshalb sei die Lage in der vierten Welle jetzt so akut. Wir müssen uns laut der Expertin darauf einstellen, dass es im neuen Jahr erstmal noch schlimmer wird. Sie sagt: “Wir brauchen unbedingt den Booster, um die Zahlen einigermaßen im Zaum zu halten.” Aber es gibt auch gute Nachrichten: Omikron könnte laut Berndt tatsächlich die endemische Phase der Pandemie einläuten: “Es wird vorbeigehen!”
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Jakob Linus Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
Wann und wozu haben Sie eigentlich in letzter Zeit Ihre Meinung geändert? Also bei einer Sache, die Ihnen wirklich wichtig ist. Na? Fällt Ihnen erstmal nix ein. Ganz Normal. Die eigene Einstellung für die richtige zu halten, ist nämlich sehr menschlich.
Wie Sie die Weihnachtsfeiertage trotzdem gut überstehen mit Menschen, die vielleicht ganz anders denken als Sie selbst – das verrät Ihnen in dieser Folge vom Podcast Henning Beck. Er ist Neurobiologe und Experte in der Frage, warum es uns Menschen so schwer fällt, unsere Meinung zu ändern.
Hier lesen Sie die wichtigsten Verhaltensregeln für erneute Corona-Weihnachten.
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Benjamin Markthaler
Ab dem 28. Dezember dürfen sich generell, also auch Geimpfte und Genesene, nur noch maximal zehn Personen treffen. Zudem müssen Clubs schließen. Fußballspiele und andere Großveranstaltungen müssen auf Zuschauer verzichten. Doch werden diese Kontaktbeschränkungen die erwartete Omikron-Welle brechen? Oder droht nach Weihnachten wieder eine Überlastung des Gesundheitssystems?
Es sei tatsächlich "überraschend, dass erst kurz vor Silvester Kontaktbeschränkungen für weite Teile der Bevölkerung kommen sollen", meint die stellvertretende Leiterin des Berliner SZ-Parlamentsbüros, Cerstin Gammelin.
Sie kritisiert die Kakophonie zwischen dem neuen Expertenrat der Bundesregierung und dem Robert-Koch-Institut: Der Bürger wisse derzeit nicht mehr, was jetzt das richtige und entscheidende Gremium sei. "Das ist eine recht chaotische Kommunikation der neuen Regierung." Auch sei interessant zu beobachten, wie sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) innerhalb kürzester Zeit verändert habe: Die "Stimme der Straße und der Talkshows" gebe plötzlich nicht mehr den "großen Warner", sondern bremse jetzt eher.
Weitere Nachrichten: Russland für Gespräche mit USA und Nato, Xavier Naidoo darf Antisemit genannt werden.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über ARD und Bundespressekonferenz.
Der Bürgerkrieg in Bosnien und Herzegowina hat mindestens 100.000 Tote und eine Millionen Flüchtlinge gefordert. Seit dem Frieden von Dayton 1995 leben die Volksgruppen in einem fragilen Staat mehr oder weniger zusammen. Doch jetzt forciert Milorad Dodik, der serbische Repräsentant im dreiköpfigen Staatspräsidium Bosnien-Herzegowinas, praktisch die Abtrennung des serbischen Teils vom Gesamtgebilde. Innerhalb von sechs Monaten soll die Zuständigkeit für Armee, Justiz und Steuern von Bosnien-Herzegowina auf den serbischen Teilstaat Srpska übertragen werden.
"Dodik ist mit allen Wassern gewaschen und hängt sein Mäntelchen dahin, wo der beste Wind weht", sagt SZ-Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel. Ein "erheblicher Teil" des aktuellen Konflikts sei sicher "Wahlkampfgetöse", aber Dodik könne sich auch auf Serbien und Moskau verlassen. Russlands Interesse sei schlicht und ergreifend, dem Westen "mit relativ wenig Aufwand so viel Ärger wie möglich zu machen". Es sei enttäuschend, dass sich EU und USA nicht bereits wieder stärker engagieren würden.
Das Gespräch mit Christian Schmidt, dem Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, finden Sie hier.
Weitere Nachrichten: Giffey neue Berliner Bürgermeisterin, Kontaktbeschränkungen, Boostern nach drei Monaten.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Jakob Arnu, Justin Patchett
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