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  • #diepodcastin im Gelächter: Isabel Rohner & Regula Stampfli in einer DADA-Folge mit Transmännern Napoleon und Henry VIII, falsch verstandenen Orgasmusbildern, den homoerotischen Männermachtkartellen heterosexuellen Ursrpungs, Unisex-WC & die Lust, Frau zu

    #diepodcastin im Gelächter: Isabel Rohner & Regula Stampfli in einer DADA-Folge mit Transmännern Napoleon und Henry VIII, falsch verstandenen Orgasmusbildern, den homoerotischen Männermachtkartellen heterosexuellen Ursrpungs, Unisex-WC & die Lust, Frau zu sein. 

    Mit messerscharfen Analysen und Humor gegen das Patriarchat – das war nicht nur der Leitsatz von Hedwig Dohm (1831-1919) und das Motto von Isabel Rohners Romanen, auch “Die Podcastin” nimmt sich das in der aktuellen Folge vor.

    Den Beginn machen Regula Stämpfli und Isabel Rohner mit der Analyse des nun vorliegenden Referentenentwurfs zum sogenannten “Selbstbestimmungsgesetz”. Hier hilft nur noch Humor!
    “Die Podcastin” hat dabei schon vor einem Jahr die Novellierung des bestehenden Transsexuellengesetzes gefordert. Das Grundproblem des vorliegenden Entwurfs ist dabei, dass er sich eben nicht an Transsexuelle richtet (keine Entführung der Zielgruppe), sondern für alle Menschen in Deutschland gilt.
     
    Die Rohnerin fasst den Entwurf in aller Kürze zusammen:
    – Der Entwurf unterscheidet zwischen “Geschlecht = Geschlechtsidentität” und “biologischen Gegebenheiten” (S. 46) (= das, was bislang “Geschlecht” war). Die “Geschlechtsidentität kann von JEDEM VOLLJÄHRIGEN MENSCHEN ohne weitere Voraussetzungen 1 x im Jahr geändert werden (S. 4) – im Kriegsfall und bei der medizinischen Versorgung spielt diese jedoch keine Rolle. Dann sollen weiterhin die biologischen Gegebenheiten zählen, also das, was bislang Geschlecht war…
    – Der Entwurf sieht für Institutionen und Privatpersonen ein Offenbarungsverbot vor (= man darf das ursprüngliche Geschlecht nicht verraten). Ein Zuwiderhandeln wird mit bis zu 10.000 Euro bestraft. ES SEI DENN, die Äußerung ist als Kompliment gemeint (S. 61). Auch ist eine Offenbarung nicht möglich, “über etwas, das ohnehin bekannt ist.” (S. 57)
    – Das Hausrecht gilt bei Frauenhäusern, Frauensaunen, Umkleiden weiterhin – diese müssten dann aber wohl mit den “biologischen Gegebenheiten” argumentieren, also dem, was bislang Geschlecht heißt – und nicht mehr mit “Geschlecht”, da damit ja dann “Geschlechtsidentität” gemeint ist (was ist das eigentlich??).
    Fazit: Dieser Entwurf ist alles Mögliche – aber er ist mit Sicherheit nicht rechtssicher. Hier kämen – würde dieser Entwurf tatsächlich Gesetz – auf Gerichte viele, viele Prozesse und Klärungsbedarfe zu…Und überhaupt: Denkt man diese Logik zu Ende, hieße das, dass sich alle Frauen, die aufgrund ihres Frauseins Diskriminierung erfahren, dafür entschieden hätten! Das ist an Absurdität kaum zu überbieten – und das Lachen bleibt im Halse stecken.
     laStaempfli: Es gab am 18. April in der NZZ einen sehr aufregenden Artikel: War Elisabeth I. nonbinär und Jeanne d’Arc in Wirklichkeit ein Mann? Die Transaktivisten, also nicht unsere tollen Freundinnen und Transfrauen, sondern die T. Bückners unserer Tage und die Böhmermanns, also diese Fraktion, will prominente Frauen aus Mythologie und Geschichte tilgen und als Transfrauen deuten. Eigentlich sollen Frauen verschwinden, wie gesagt, diese radikale Minderheit der Porno-Tumblr Community. Marlene Dietrich war bspw. keine Frau, sondern eigentlich ein Transmann: “While she was clipping from mainstream newspapers, she created a world within that scrapbook of entirely butch and androgynous women. She not only created an all-female world, but a world organized by her desires. ” (Queering of Art) Es geht tatsächlich darum, zugunsten einer Ideologie, die im Netz als extreme Links-Rechtsfraktionen Tumblr und 4Chan entstanden ist und zum Mainstream wurde, die Geschichte völlig neu zu schreiben. Also nicht Herstory zu ergänzen, sondern ein Fantasieprodukt zur Erfahrung und Wirklichkeit und Vergangenheit zu erklären. laStaempfli deshalb: Queering of History. Napoleon, Henry VIII, Charles Lindbergh, Louis XIV, Neil Armstrong – ALLES TRANSMÄNNER.
    Die Rohnerin: “Sprechen wir über Klos!” Mehrere Berlin Theater haben ENDLICH ein Problem gelöst, das uns ALLE seit JAHREN umtrieb: Die endlosen Schlangen vor den Männerklos! (“Ironiedetektor an!”) Im Hebbel-Theater am Ufer gibt es jetzt keine Männerklos und Frauenklos mehr, sondern die Toiletten werden “unisex” nach Toilettenart unterschieden: Es gibt “Toiletten mit Kloschüsseln” und “Toiletten mit Kloschüsseln und Urinalen”. Die Rohnerin findet: Ich will selber entscheiden, wann ich wessen Penis zu sehen bekomme! Daher ist sie – und viele, viele andere Frauen – “Team Kloschüssel”. Hier zeigt sich: “Unisex” bedeutet schlicht “Mehr Klos für Männer”. Es ist reine Mathematik. Die Frauen allerdings müssen ihre Klos jetzt auch mit Männern teilen.

    laStaempfli: DASS „SHE SAID“ KEINEN OSCAR KRIEGTE, IST EIN SKANDAL: MARIA SCHRADER REGIE. Hey an alle: Schreibt millionenfach Rezensionen. 

    Wussten Sie, dass das Duo Lanz & Precht für ihren Podcast pro Jahr über eine Million Euro an Gebühren bekommen? Ein guter Anlass mal wieder darüber nachzudenken, wie sehr unsere Medienlandschaft eine andere wäre, würde der Öffentlich Rechtliche Rundfunk Männer und Frauen gleich behandeln, ihnen gleich viel Raum und Geld zur Verfügung stellen und sie bei Themen gleich berücksichtigen…Isabel Rohner & Regula Stämpfli im sprechenden Denken.

     

    54 min
  • #diepodcastin erklärt Demokratie: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über die Freude der Woche: Männer solidarisieren sich mit #IranRevolution in Paris, über Frauenverachtung des designierten Queer-Beauftragten in Berlin, den überall beworbenen Männerroman ü

    #diepodcastin erklärt Demokratie: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über die Freude der Woche: Männer solidarisieren sich mit #IranRevolution in Paris, über Frauenverachtung des designierten Queer-Beauftragten in Berlin, den überall beworbenen Männerroman über BILD, über “Left is not Woke” und die grosse Marina Abramovic.

    “Diejenigen, die Frauen aus Missgunst verleumdet haben, sind Kleingeister, die zahlreichen Frauen begegnet sind, die klüger waren als sie. Von dieser Sorte kenne ich eine ganze Menge.” Dieses Zitat stammt nicht aus dem Jahr 2023, sondern ist bereits über 600 Jahre alt: Christine de Pizan schrieb dies im “Buch von der Stadt der Frauen” (1404/1405). Der Aviva Verlag gibt das Werk pünktlich zur Leipziger Buchmesse nächste Woche übrigens neu übersetzt wieder heraus. Link unten.

    Was für eine Folge: Wir lernen hier sehr viel über das Funktionieren der Demokratie!

    Freude der Woche von laStaempfli: Vor der Botschaft der islamischen Republik in Paris haben verschleierte Männer getanzt, angeführt von der grossen Comiczeichnerin und Autorin Marjane Satrapi. Unbedingt Persepolis lesen!!!! Hier auf Twitter einsehbar: https://twitter.com/ShouraHashemi/status/1649679375921553408.

    Demokratiediskussion: 

    Die Rohnerin führt aus – und erklärt Missverständnisse punkto was ist, und was geplant – Missverständnisse auch der laStaempfli: “Ob es in Berlin bald eine Koalition von CDU und SPD geben wird, steht noch nicht fest – und doch wurde eine Personalie bereits durchgestochen: Laut Tagesspiegel soll Alfonso Pantisano der neue “Queerbeauftragte” werden – ein Mann, der Frauen auf Twitter schon mal als “Hündinnen” und “Terf” beschimpft hat. Die Podcastin hat daraufhin bei SPD und CDU in Berlin nachgehört. Eine Rückmelddung gab es übrigens nur von der CDU Berlin – wobei es selbstverständlich ist, dass über Personalien erst gesprochen wird, wenn die Koalition auch wirklich feststeht. Bei der SPD herrscht Schweigen. Dabei steht doch auf S. 6 des Berliner Koalitionsvertragsentwurfs: “Berlin ist und bleit die Stadt der Frauen.” Aha.
    Doch noch andere Fragen bleiben bislang unbeantwortet: Was bedeutet eigentlich “queer”? Welche Rolle spielen Frauen in den unter “queer” gesammelten Gruppen? Und was sollte ein “Queerbeauftragter” aus Sicht der Parteien leisten, um diese Frauen und Mädchen zu unterstützen und zu fördern? Und warum geht die Presse automatisch davon aus, dass die Stelle mit einem Mann besetzt wird? Die Diskussion geht dann weiter zu den Eckpunkten des Selbstbestimmungsgesetzes, das es noch gar nicht gibt. 

    laStaempfli schätzt die PHILOSOPIN Susan Neiman, kritisiert deren politische Positionen sehr. Neiman hat „Links ist nicht Woke“ geschrieben, ein für die Linke wichtiges Buch; sie ist aber nicht konsequent genug.  Das Buch ist ein Ärgernis, weil sie in ihrer Kritik in vielen Punkten recht hat, aber den linken Totalitarismus, der WOKE zum Strukturproblem der antiliberalen Demokratiewirkung, nicht erkennt. Richtig liegt sie im Universalismus, im Fortschrittsgedanke und in der Verwerfung der Beliebigkeit, die Wokies dazu verleiten, China für die bessere Demokratie als die USA zu halten. Falsch liegt sie, weil sie die Sprechaktpolitik und den direkten Zusammenhang mit der Digitalisierung nicht erkennt.

    laStaempfli fährt weiter mit dem BILD-Buch “Noch wach” , doch die Rohnerin verteilt die Schrumpelgurke : “Gab es jemals so eine Omnipräsenz auf Cover, Titelseiten, Feuilletons jemals bei einer Autorin? Nein. Das erzählt uns leider viel über die Medien- und Verlagswelt 2023.” 

    laStaempfli findet das Buch die beste Kritik zur Mediengesellschaft, also eigentlich völlig selbstentlarvend zeigend: “Noch wach ist kein MeToo-Buch, sondern ein Männer-Medien-Machtbuch der heutigen Zeit, das alles entlarvt was in der deutschen Demokratie schief läuft. FRAUEN SPIELEN IN DIESEM BUCH KEINE ROLLE.” Wie grundsätzlich nicht im Feuilleton. laStaempfli wird das Buch ausführlich besprechen, wie auch das Neiman-Buch.

    Freude der Woche ist für laStaempfli auch Marina Abramovic: Sie ist in Essen mit einer Gastprofessur; laStaempfli wird hinreisen, da es da neun Tage Live Performances gibt. Sie hat die tolle Rubrik der “Die Zeit” bespielt: “Was ich gern früher gewusst hätte”.

    Links:
    – Neuauflage von Christine de Pizans “Buch von der Stadt der Frauen” im Aviva Verlag: https://www.aviva-verlag.de/programm/das-buch-von-der-stadt-der-frauen/
    – Tagesspiegel-Ankündigung zur Personalie Pantisano: https://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-queerpolitischer-aufbruch-alfonso-pantisano-wird-erster-queerbeauftragter-in-berlin-9665249.html
    Hier noch der us-american podcast mit Neiman: https://www.cbc.ca/radio/ideas/susan-neiman-left-is-not-woke-1.6799887
    Bildausschnitt von  “Marilyn Monroe” von Kiki Kogelnik.
    Hier eine Kritik von laStaempfli 2017 zu Abramovics “Durch Mauern gehen” 
    53 min
  • #diepodcastin fordert Quellen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über J.K. Rowling, Elisabeth Kopp, Mary Quant & damit die grossen globalen Themen von Diskurs, Demokratie & Sichtbarkeit.

    #diepodcastin fordert Quellen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über J.K. Rowling, Elisabeth Kopp, Mary Quant & damit die grossen globalen Themen von Diskurs, Demokratie & Sichtbarkeit.

    “Die Podcastin” würdigt Elisabeth Kopp (1936-2023): Die erste Bundesrätin der Schweiz (1984-1989) ist letzte Woche verstorben. Isabel Rohner erinnert sich an ihr Zusammentreffen mit ihr für das Buch “50 Jahre Frauenstimmrecht” (Limmat Verlag). “Ich hätte viel dafür gegeben, nicht immer die Erste und Einzige sein zu müssen”, sagte Kopp im Interview damals. Eine Pionierin ist gegangen.

    laStaempfli bringt das Thema der Mediendemokratie am Beispiel von Baerbock & Scholz: Der Spiegel und Die Welt übertreffen sich darin, dass unsere wirklich entscheidende weltpolitische Lage wie ein Dschungelcamp dargestellt und lächerlich gemacht wird. Dies ist demokratisch gesehen verheerend, meint laStaempfli.

    Die Rohnerin hat ein entlarvendes Beispiel aus der Rubrik “fehlender Alltagsfeminismus” mitgebracht – und einen ersten Appell an die Hörerinnen und Hörer: Wo auch immer es geht, macht Frauen genauso sichtbar, wie ihr Männer sichtbar macht – und wendet bei Frauen nicht völlig andere Kriterien und Erwartungshaltungen an, als bei den Männern.
    “Die Podcastin”, Isabel Rohner und Regula Stämpfli, wundert sich über die neueste Berichterstattung der Leitmedien: Im Kontext der Ankündigung, dass “Harry Potter” als Serie verfilmt werden soll, haben Tagesspiegel, Deutschlandfunk etc. völlig unkritisch das Label der radikalen Transaktivisten übernommen und Rowling “transfeindlich” genannt – ohne jeden Beleg (den gibt es auch nicht). Die Rohnerin hat sich bereits an die Redaktionen gewendet und um Quellen und Belege gebeten – und das rät die Podcastin allen Hörerinnen und Hörern (Appell Nr. 2!). Hier wird der Ruf einer Feministin, die sich seit Jahren KONKRET für die Rechte von Mädchen und Frauen einsetzt, zerstört. Das ist Sexismus in bösester Form – und Sexismus ist Enteignung. Wollt ihr wissen, was Rowling vorgeworfen wird? Hier der Text ihres Tweets vom 19. Dezember 2019: “Dress however you please. Call yourself whatever you like. Sleep with any consenting adult who’ll have you. Live your best live in peace and security. But force women out of their jobs for stating that sex is real?”

    laStaempfli bringt die Ankündigung der Filmfestspiele von Cannes ein Männeralbtraum, obwohl es eine neue Präsidentin des Festivals gibt: Iris Knobloch, die in Paris lebende Tochter der langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. laStaempfli expliziert wie sexistische Enteignung alle betrifft, aber Frauen oft das Rennen machen, wenn Stand, Herkunft, Kapital und Klasse stimmen.

    laStaempfli nimmt den Tod von Mary Quant (1930-2023) zum Anlass, um mit der Rohnerin Mode sowie die Erscheinungsform von Frauen in der Öffentlichkeit zu disktutieren. Die Podcastin, Isabel Rohner und Regula Stämpfli denken sprechend darüber nach und die Rohnerin bringt die immer noch gültige Theorie von Hedwig Dohm zum Thema und ja: Anhand der Bilder “Before Sharia and after” hält die Podcastin fest: Dem Schrott, Perlenkette und Burka gleichzusetzen, sei sofort einzuhalten. Mode als politische Vorgabe erleben wir in aller Brutalität im Iran.

    Bild stammt von laStaempfli: Plakat KHM in Wien, das sehr gut zur Zweiaugen-Theorie der Rohnerin passt.

    Links:

    Die V& A Ausstellung in London 2019-2020. Mit schönen Bildern.

    https://www.vam.ac.uk/exhibitions/mary-quant

    Die Welt über Annalena Baerbock: https://www.welt.de/politik/deutschland/video243499771/Steuerverschwendung-So-viel-geben-Baerbock-Habeck-und-Co-fuer-Styling-und-Fotos-aus.html

    Der Spiegel über die Reality TV Inszenierung von Baerbock und Scholz: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/olaf-scholz-vs-annalena-baerbock-koch-und-koechin-a-78c4accd-fb7b-43d4-9eee-66038e8ee116

    Zu den Vorwürfen an J.K. Rowling, der ausgezeichnete Podcast: https://podcasts.apple.com/us/podcast/the-witch-trials-of-j-k-rowling/id1671691064

    Vor allem die dritte Folge ist extrem aufklärerisch.

    – Interview von Isabel Rohner & Irène Schäppi mit Elisabeth Kopp im Buch “50 Jahre Frauenstimmrecht”: https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/889-50-jahre-frauenstimmrecht.html
    – Isabel Rohners neuer Krimi “Kalte Sophie” erscheint im Mai. Hier vorbestellen: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-kalte-sophie/
    Regula Stämpflis Trumpism punkto Reality TV siehe https://www.amazon.de/Trumpism-Ein-Ph%C3%A4nomen-ver%C3%A4ndert-Welt/dp/3905896796

     

     

    55 min
  • #diepodcastin mit Klugheit, Wissen, Witz&Ironie: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über F.A.Z., Twitterfrauenfake, Strassburgentscheid punkto Mutter & Ostern feministisch.

    #diepodcastin mit Klugheit, Wissen, Witz&Ironie: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über F.A.Z., Twitterfrauenfake, Strassburgentscheid punkto Mutter & Ostern feministisch. Diese Folge hätte Hedwig Dohm & Hannah Arendt sehr gefallen. 

    Isabel Rohner hat einen Serientipp im Gepäck: “Tage, die es nicht gab” (ARD-Mediathek). Eine Serie, die mit hervorragenden Schauspielerinnen (insb. Jutta Speidel und Sissy Höfferer, aber auch Franziska Weisz, Franzsika Hackl, Jasmin Gerat und Diana Amft) und einer spannenden Story Line vor Augen führt, wie selten sonst Frauen ab 40 mit Gesichtern von Frauen ab 40, Geschichten von Frauen ab 40 und Leben von Frauen ab 40 im Zentrum von TV und Kino stehen. #LetsChangeThePicture!
    laStaempfli amüsiert sich über den besten Kult-Blog “Artemisia”: Nina Schedlmayer über KHM Wien oder wie Nicole Scheyerer schreibt: “Der mit dem Penis malt” – sehr lustig. Es geht um die ewig gleichen & schrecklich langweiligen Männerausstellungen in Wien. Mit Ausnahmen natürlich: so hat laStaempfli die hervorragende Bank Austria über Kiki Kogelnik vergessen. 
    “Die Podcastin” hat nach der letzten Folge und dem Bericht über das Canceln des Begriffs “Mutter” bei der Tagesschau viele Zuschriften bekommen. Isabel Rohner und Regula Stämpfli gehen darauf ein, erklären den Unterschied zwischen dem Rechtsbegriff “Mutter” und der sozialen Rolle “Mutter”, zeigen die Wichtigkeit von Sprache als Grundlage von Kommunikation – und die Rohnerin führt aus, wie Hedwig Dohm auf die aktuellen Pseudodebatten reagiert hätte. Denn solche Versuche, Frauen ihre Existenz, ihre Persönlichkeit, ihr Leben mal eben abzusprechen, gab es schon im 19. Jahrhundert. Und Dohms Replik war genial!

    laStaempfli verweist auf den entscheidenden Fall des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Strassburg: Der Vater eines Kindes darf sich nach seiner Geschlechtsumwandlung nicht als Mutter im Geburtenregister eintragen lassen.  Mutter bleibt Mutter und Vater bleibt Vater. Eine Änderung des Geschlechts einer Person hat keinen Einfluss auf die Rechtsbeziehung zwischen Person und deren Kinder. Hintergrund war: Eine Transfrau wollte als Mutter eines von ihr gezeugten Kindes registriert werden. Der deutsche Bundesgerichtshof entschied schon 2015, sie müsse als Vater eingetragen werden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bestätigt diese Position. Damit wird das geplante Selbstbestimmungsgesetz obsolet. Mal sehen, ob dies die Medien checken. Darüber berichtet haben sie bisher nur mehr als mau. laStaempfli verweist in dieser Frage auf die herrschenden Sprechakttheorien, die die Öffentlichkeit als Welt- und Wirklichkeitsbezug strukturell zerstören. Wir kriegen Begriffcodices vorgeschrieben, über die wir uns nicht unterhalten, verständigen dürfen und die jede Erfahrung und Weltbezug nach Hannah Arendt systematisch auslöschen. #HannahArendtLectures.

    Dann gehen LaStämpfli und Rohnerin auf den bemerkenswert unsinnigen Text “Frau ist ein misogyner Begriff” ein, den eine Professorin für Literaturwissenschaft am 1. April (!) in der FAZ veröffentlichen konnte. Ein Anlass für Literaturwissenschaftlerin Isabel Rohner mal mit ihrem Fach abzurechnen – und dabei den großen internationalen Philosophen Frank N’ Furter aus der Rocky Horrer Show zu zitieren: “A mental mind fuck can be nice!” – schwierig wird es jedoch, wenn Kontext, Geschichte und Realität so völlig außen vor gelassen werden.
    Die Rohnerin hat ein Zitat der großen Dorothy Parker (1893-1967) mitgebracht – und weist auch auf die lesenswerte Biografie von Michaela Karl hin: “Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber”.
    Das Bild stammt von der jungen Künstlerin (artcare.at) Zula Tuvshibat aus der Mongolei, aktuell an der Wiener Kunstakademie. laStaempfli fotografierte ein Ausschnitt davon: Das Grün passt zur feministischen Lobhudelei von Regula Stämpfli zu ihrem Lieblingsfest der antiken Eier-Fruchtbarkeits- und Mondhasengöttin: Seid fruchtbar und feministisch fröhlich. Die Podcastin, Isabel Rohner & Regula Stämpfli wünschen schöne Feiertage.
    Links:
    – Serientipp “Tage, die es nicht gab”:  https://www.ardmediathek.de/serie/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3RhZ2UtZGllLWVzLW5pY2h0LWdhYg
    – Initiative “Let’s Change The Picture” von PalaisFluxx: https://palais-fluxx.de/kampagne-sichtbarkeit47-plus-das-war-toll-2/
    Kunstblog von Nina Schedlmayer
    https://artemisia.blog/2023/03/10/eine-schwarze-kuenstlerin-ins-khm/
    Transfrau-Entscheid: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/trans-eltern-eu-gerichtshof-fuer-menschenrechte-weist-beschwerde-ab-18800018.html in den Medien. Hier der Originalentscheid: https://hudoc.echr.coe.int/eng#{%22itemid%22:[%22002-14047%22]}
    49 min
  • Die Podcastin repariert: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über das "Recht zu reparieren", Müll & ökologische Kritik, Schrumpel an Spiegel, an Viktoria Kleber, an Sarah Frühauf, über Müttervernichtung & neue Sklaveninnenmärkte in drei Bundesministerien sowi

    #diepodcastin repariert: Isabel Rohner & Regula Staempfli über “right to repair”, Schrumpelgurken an Viktoria Kleber & Sarah Frühauf, deren Müttervernichtung & Der Spiegel mit Mansplainer, die Eugenik-Kommission von Lisa Paus, Karl Lauterbach & Marco Buschmann, die verbotene Leihmutterschaft mit Abtreibungsparagraf verbinden und über die grosse Gertraud Klemm.

    laStaempfli schwärmt: In Zürich gibt es im Toni Areal eine brillante Ausstellung. „Repair Revolution“ heisst sie und dauert bis 15 Oktober 2023.Dort wurde laStaempfli wieder daran erinnert, welches Leben als Müll uns aufgezwungen wird und wie wichtig ein „Right to repair“ wäre. Zudem zitiert Ausstellung und laStaempfli Aldous Huxleys Brave New World: „END IT, DON’T MEND IT.“ Ein antifeministisches und antidemokratisches Motto sui generis.

    Die Rohnerin hat diese Woche gleich zwei Schrumpelgurken zu vergeben: An die Redaktion der Tagesschau und die Redakteurinnen Viktoria Kleber und Sarah Frühauf, die das Wort “Mutter” nicht mehr verwenden wollen, weil es diskriminierend (!) sein könnte und lieber von “der entbindenden Person” (hä???) sprechen wollen. Und an den Spiegel, in dem ein Autor zur Besprechung seines eigenen (!) Buches gleich eine Doppelseite zur Verfügung gestellt bekommt – und darin auch noch den völlig naiven Müll verzapft, dass sich der Feminismus überholt habe, da “die Frauen ja zufrieden seien”.
    Die Alarmmeldung der Woche stammt vom Twitteraccount des Bundesfrauen(!)ministeriums: Das BMFSFJ hat bekanntgegeben, dass “Lisa Paus, Karl Lauterbach und Marco Buschmann eine Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin” einberufen haben, die am 31.3. zum ersten Mal getagt hat. Diese Kommission “berät Möglichkeiten Schwangerschaftsabbrüche außerhalb des StGB zu regeln” UND “Eizellenspenden und Leihmutterschaft zu legalisieren.” Für die Rohnerin ist diese Kommission ganz klar ein Tronjanisches Pferd: Für den Preis, Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetzbuch zu streichen, soll der Frauenhandel (!) ausgeweitet werden! Denn: Die sog. “Eizellenspenden” und “Leihmutterschaft” sind in Deutschland zu recht verboten! Und sie fragt zurecht: “Reproduktive Selbstbestimmung FÜR WEN?” Würde es um Frauen gehen, könnte sich die Kommission auch “Kommission für die körperliche Selbstbestimmung von Frauen” nennen. Da sie es nicht tut, ist klar: Hier geht es um die Ausweitung von Männerrechten auf Kosten von Frauen.
    Die Haltung der Podcastin ist glasklar: Lieber bleibt die Fristenlösung wie sie ist, als dass wir den Handel mit Frauenfleisch und die Entmenschlichung von Frauen weiter fördern! Zitat von laStaempfli zum Thema: “Nach dem Selbstbestimmungsgesetz kommt Menschenherstellung per Diskurs.”
    Zuletzt noch eine gute Nachricht und ein Hörtipp: Der österreichisches Podcast “Große Töchter” ist immer ein Einschalten wert – das letzte Gespräch (erschienen am 8. März 2023) mit Beatrice Frasl und der Schriftstellerin Gertraud Klemm ist eine ganz besondere Empfehlung!
    Das Bild der heutigen Folge stammt von der fabelhaften Rohnerin. 
    Links:
    – Repair Revolution Ausstellung in Zürich und Richtlinie EU https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/eu-recht-auf-reparatur-101.html & https://museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/repair-revolution/
    – Ein Mann darf sein eigenes Buch besprechen: https://www.spiegel.de/kultur/soziologe-martin-schroeder-ueber-feminismus-wann-sind-frauen-wirklich-zufrieden-a-a68a6b08-0aa2-4971-8c84-b68245dcaa3c
    – Die Tagesschau streicht das Wort “Mutter” – und ersetzt es nach Protesten wieder: https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/tagesschau-streicht-das-wort-mutter-entbindende-und-gebaerende-person-83411616.bild.html
    – Infos zur “Kommission für reproduktive Selbstbestimmung” von wem? https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/kommission-zur-reproduktiven-selbstbestimmung-und-fortpflanzungsmedizin-konstituiert-sich-223460
    – Hörtipp “Große Töchter”: Bea Frasl spricht mit Gertraud Klemm: https://grossetoechter.podbean.com/e/89-gertraud-klemm-uber-feministische-vergangenheit-gegenwart-und-zukunft/
    – Zu Biopolitik siehe Regula Stämpfli, Die Macht des richtigen Friseurs. Bartleby&Co. Brüssel 2008
    -Zur Biopolitik siehe Regula Stämpfli in ensuite: Menschenfleischverkauf. https://www.ensuite.ch/menschenfleischarbeit-piff-paff-puff/
    50 min
  • #diepodcastin schreibt: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über "Sex, Katzen und Diäten. Die Kultkolumnen von Regula Stämpfli."

    #diepodcastin schreibt: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über “Sex, Katzen und Diäten. Die Kultkolumnen von Regula Stämpfli.

    In diesem Podcast liest die fabelhafte Rohnerin zwei Kolumnen von laStaempfli, die im Podcast zu ihrem Buch “Sex, Katzen und Diäten” wieder die ganze Welt aufs Mal erklären will.

    Weshalb dieser Podcast? Das Buch von Regula Stämpfli “Sex, Katzen und Diäten” behandelt ja “nur” publizierte Kolumnen. Falsch. Die Kultkolumnen sind ein Denktagebuch der letzten zehn Jahren und erzählen über das Werden aktueller Themen: Einfach, verständlich, beeindruckend, humorvoll, präzise.

    Isabel Rohner und Regula Staempfli sind in diesem Podcast aktuell und literarisch zugleich: Ein sprechendes Denken zu den eigenen Werken, diesmal zum Denktagebuch in Kolumnenform von Regula Stämpfli. Vielen Dank an die fabelhafte Isabel Rohner, das Buch für #diepodcastin zu besprechen.

    Damit Sie nicht Wikipedia glauben und die Trolls Regula Stämpfli sexistisch enteignen lassen, hier mal ein Kurz-CV, das stimmt.

    CV: Dr. phil. Regula Stämpfli ist Politphilosophin, Bestsellerautorin und Podcaster. 2016 wurde sie unter die 100 einflussreichsten Businessfrauen gewählt, 2021 unter die ersten zehn einflussreichsten Intellektuellen gelistet. Sie ist bei der Bertelsmannstiftung unter den Algorithmenexpertinnen gelistet, hat mehrere Konferenzen inklusive Zunftspodcast zum Thema Datendemokratie organisiert, geleitet und viel zur KI/AI publiziert & erzählt.  Die bekannte Politphilosophin lebt in München und Wien. Zusammen mit Isabel Rohner hostet laStaempfli (Twittername) die wöchentliche Politrückschau:„Die Podcastin“, die 2021 für den renommierten Grimme Onlinepreis nominiert wurde. laStaempfli leitet die von ihr initiierten #HannahArendtLectures an der HSG, Universität St. Gallen und zwei weitere Podcasts www.artisapieceofcake.art sowie www.ta-swiss-futurepodcast.online. Die Medienunternehmerin fungiert seit 2009  als Expertin der EU-Kommission. Unter www.regulastaempfli.eu finden sich die meisten aktuellen Beiträge. 

     

    Sie wollen “Die Podcastin” von Isabel Rohner und Regula Stämpfli unterstützen? Ganz einfach: Kaufen Sie unsere Bücher! Hier eine Linkliste:
     
    Regula Stämpfli: www.regulastaempfli.eu und für Sex, Katzen und Diäten sowie Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt finden Sie weltweit Lieferantinnen. 
    Isabel Rohner
    KRIMIS:
    – “Kalte Sophie” (erscheint im Mai 2023, jetzt vorbestellen!): https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-kalte-sophie/#cc-m-product-14703252432
    – “Schwarze Petra” (2022): https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-schwarze-petra/
    – “Gretchens Rache” (2021): https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-gretchens-rache/#cc-m-product-14439216332
    – “Taugenixen” (2020): https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-taugenixen/#cc-m-product-14296695232
    – “Schöner morden” (2019): https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-sch%C3%B6ner-morden/
    BIOGRAFIE:
    – “Spuren ins Jetzt. Hedwig Dohm, eine Biografie”: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-spuren-ins-jetzt/
    EDITION HEDWIG DOHM: www.hedwigdohm.de
    ZITATE-SAMMLUNGEN:
    – “Erfolg buchstabiert sich T-U-N”: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-andreas-franken-hg-erfolg-buchstabiert-sich-t-u-n/
    – “Männer fahren besser – mit Bus und Bahn”: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-adreas-franken-hg-m%C3%A4nner-fahren-besser-mit-bus-und-bahn/
    SACHBÜCHER:
    – “50 Jahre Frauenstimmrecht! 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung” (2020): https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/889-50-jahre-frauenstimmrecht.html
    – “100 Jahre Frauenwahlrecht. Ziel erreicht! … und weiter?” https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-rebecca-beerheide-hg-100-jahre-frauenwahlrecht/

     

    42 min
  • #diepodcastin oscarreif: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Gleichstellungsfrauen, Annabelle mit laStaempfli, Inge Bell, Michelle Yeoh, Cate Blanchett, Sarah Polley, "identifizieren" mit genialer Sprachaufklärung der Rohnerin.

    #diepodcastin oscarreif: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Gleichstellungsfrauen, Annabelle mit laStaempfli, Inge Bell, Michelle Yeoh, Cate Blanchett,Sarah Polley, “identifizieren” mit genialer Sprachaufklärung der Rohnerin.

    Foto soll Laune machen: Die Rohnerin, Die Podcastin, laStaempfli fotografiert.

    Die Rohnerin hat eine ganze Reihe von “Frauen der Woche” im Gepäck und beginnt mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten. Diese haben in den Städten und Kommunen in ganz Deutschland die Aufgabe, den Verfassungsauftrag aus Art. 3 des Grundgesetzes zu erfüllen und auf die tatsächliche Gleichberechtigung von Männern und Frauen hinzuwirken. Isabel Rohner arbeitet seit Jahren eng mit Gleichstellungsbeauftragten zusammen und bekommt daher auch hautnah mit, wie immer wieder von Verwaltungsspitzen versucht wird, diesen Auftrag zu verwässern, indem sich Gleichstellungsbeauftragte in ihrer eng bemessenen Zeit auch noch um andere wichtige Gruppen und Belange kümmern sollen. Ob Inklusion (Belange von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen) oder Diversität: Gleichstellungsbeauftragte müssen immer wieder darum kämpfen, ihre Zeit tatsächlich für Frauen einsetzen zu können und damit das ohnehin breite Themenspektrum Chancengleichheit im Beruf, Familie, Betreuung, Gewaltberatung, Gesundheit, Migration, Bildung etc. etc. abzudecken. Denn auch Verwaltungsleitungen ist es immer noch nicht klar: Die Belange von Frauen brauchen eigene Zuständigkeiten! Inklusion und Diversität sind wichtig – doch darum müssen sich eigene Stellen kümmern.
    Inge Bell – die mutige stellvertretende Vorsitzende von Terre des Femmes (s. unser Gespräch mit ihr in “Die Podcastin im Gespräch”) hat die erforderlichen Ja-Stimmen aus der Mitgliedschaft für eine außerordentliche Mitgliederversammlung beisammen! Das ist die Chance, um den Vorstand zu erneuern, der in seiner Mehrheit in den letzten Monaten gegen die Vereinssatzung und gegen den Willen der Mitfrauen von Terre des Femmes agiert hat. Die Podcastin gratuliert!

    laStaempfli liebt Kampfsport, Kung Fu und solche Filme – die Rohnerin lacht. Deshalb bringt laStaempfli die Oscargewinnerin Michelle Yeoh. Sie spielte 1997 die Rolle der chinesischen Spionin im James-Bond-Film «Der Morgen stirbt nie», dann eben . «Tiger and Dragon», «Die Geisha» und «Crazy Rich Asians» u.a. Die Hauptrolle im crazy postmodernen fragmentierten Identitäten und Actionfilm mit Sci Fi Komponenten “Everything, Everywhere, All At Once” war zunächst für einen Mann vorgesehen, den legendären Jackie Chan und Michelle Yeaoh als Ehefrau. Sie weigerte sich und so wurde aus der Geschichte u.a. auch eine Liebesgeschichte zwischen total entsetzlicher Tochter und alles liebende Mutter. Soviel dazu, alten Frauen statt alten Männern Hauptrollen zu geben. Der Erfolg ist vorprogrammiert: Elf Oscarnomminierungen und sieben Oscars.

    Ein anderer Frauenfilm mit einer über 50 Jährigen im Mittelpunkt: 6 Oscarnominierungen, keinen Oscar, dafür BAFTA mit Cate Blanchett (Tár), die alle lieben und die sich in einer Mitproduktion selber die Hauptrolle gegeben hat: ein umstrittener Film. Ein Mann Todd Field erfindet eine toxische Frau – war das notwendig? fragt laStaempfli.  Musik von Hildur Guonadottir ist great, Cate Blanchett too und die Rohnerin und laStaempfli SIND ZUM ERSTENMAL PUNKTO FILM einer Meinung in der Konsequenz, nicht im Aufbau der Kritik: Spannend. laStaempfli empfiehlt die letzten 20 Minuten als Fiebertraum der Protagonistin zu interpretieren.Regisseurin und Drehbuchautorin Sarah Polley hat einen Oscar für ihr Drehbuch zu “Women Talking” bekommen! Und was für ein Auftritt auf der Bühne: Sie lobte die Academy, keine Angst gehabt zu haben, einen Film auszuzeichnen, bei dem die Wörter “Women” und “Talking” so nah beieinander stehen!

    Die Rohnerin bringt fabelhafterweise das Annabelle-Zitat von Regula Stämpfli zur Fragen, ob die Stimmung unter Feministinnen wirklich so mies sei: «Unter Feministinnen ist die Stimmung super – deshalb lasse ich auch den Doppelpunkt oder das Gendersternchen weg. Kommen die hinzu, sinkt die Stimmung in den Keller.  Gender, Sternchen und Doppelpunkt, als antipatriarchale Instrumente in den 1980er- und 1990er-Jahren von uns angedacht, wenden sich – wie damals im Sowjetkommunismus die Ideologie gegen das Volk – heute gegen Frauen, deren Körper und Sichtbarkeit. Ich hab durch diese Debatten meine Heimat verloren: Dies schmerzt brutal, doch jede Woche wird die Wunde etwas heiler mit Dr. Isabel Rohner in unserem feministischen Wochenrückblick @diepodcastin.» – Regula Stämpfli in Die Annabelle, 11. März 2023.

    Die Schrumpelgurke der Woche geht an Bundesfrauen(!)ministerin Lisa Paus, die am 6. März dem Tagesspiegel ein Interview gegeben hat. Isabel Rohner hält dieses Interview für historisch und hat es schon in ihr Textarchiv für die Ewigkeit aufgenommen. Warum? Weil die Frauen(!)ministerin darin gefragt wird, was denn eine Frau sei und wie folgt antwortet: “Eine Frau ist eine Person, die sich selbst als Frau identifiziert.” Die Rohnerin nimmt die Hörerinnen und Hörer gut gelaunt mit in einen kleinen linguistischen Exkurs mit überraschenden Erkenntnissen! Sie kann sich nämlich nicht selber als Frau identifizieren, sie ist eine. “identifizieren” kommt von “idem facere” und bedeutet “gleich machen”. Das setzt immer mehrere Subjekte voraus: sich selber “gleich zu machen” ist ein Ding der Unmöglichkeit.
    Links:
    – Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html
    – Regula Stämpfli im Interview mit annabelle: https://www.annabelle.ch/leben/ist-die-stimmung-unter-feministinnen-wirklich-mies-12-antworten/
    – Lisa Paus im historischen Interview mit dem Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/politik/frauenministerin-paus-im-interview-wir-leben-nach-wie-vor-im-patriarchat-9453344.html
    54 min
  • #diepodcastin im Gespräch: Die fabelhafte Susanne Wosnitzka über ihre Herkunft, Musikerinnen, Komponistinnen & Augsburg.

    #diepodcastin im Gespräch: Die fabelhafte Susanne Wosnitzka über ihre Herkunft, Musikerinnen, Komponistinnen & Augsburg. 

    Wer ist Susanne Wosnitzka? Wie immer findet #diepodcastin im Gespräch, dass die Frauen selber ihre Stimme und ihre Biographie erzählen sollen. Deshalb hier aus der Homepage der Donauschwalbe – so ihr Twitter Account:

    #diepodcastin im Gespräch: Susanne Wosnitzka über Komponistinnen, Musikerinnen, Herkunft und Ausgsburg.

    „Jede Frau sollte mindestens ein Jahr lang Frauengeschichte studieren, egal, was sie sonst macht. Jede Frau ändert sich, wenn sie erkennt, dass sie eine Geschichte hat.“ (Dr. Gerda Lerner)

    “Es hat mich verändert, zu wissen, dass ich – nicht nur als Mensch, sondern als Frau – eine Geschichte habe. Dass Frauen eine Geschichte haben. Dass es auch Frauengeschichte gibt. Geschichte und Geschichten haben mich von klein an begeistert und fasziniert – wie hat sich das Leben entwickelt, dass es so ist, wie es heute ist? Wie haben die Menschen früher gelebt? Allerdings ist mir erst mit Beginn meines Studiums der Musikwissenschaft an der Universität Augsburg aufgefallen, dass die Geschichte, die mir bislang vermittelt worden war, arm an Frauen war.

    Die Podcastin im Gespräch mit Susanne Wosnitzka.

    Warum fehlten sie? Warum waren ihre Leistungen und ihr Anteil an der Geschichte (schließlich bestand die Welt auch schon vor 300 Jahren und schon ziemlich schon immer zu nahezu gleichen Teilen aus Männern und Frauen) kaum der Rede wert? War vor allem ihre Musik etwa so schlecht, dass niemand sie hören wollte? Ich begann zu recherchieren und stieß schnell auf einen riesigen Kosmos an Frauengeschichte, der zwar da war, den aber kaum jemand zu nutzen schien. Aus diesen Impulsen heraus entwickelte ich noch im Studium meine eigene – heute 15-teilige – erfolgreiche Vortragsreihe zu Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, die jedes herkömmliche Vortragsprogramm ergänzt und bereichert.

    Mit meiner Passion und Arbeit setze ich mich auch in verschiedenen Vereinen* ein, die Grundgesetzbestimmung „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ (Art. 3, Abs. 2) umzusetzen. Meine Spezialgebiete sind vor allem das kulturelle Leben im süddeutschen Raum des 18. Jahrhunderts, Komponistinnen- und Frauenforschung sowie Lesbengeschichte. Vielfach überschneiden sich diese Fokussierungen – mit meiner Gabe und meinem Gespür für verborgene Querverbindungen konnte ich bereits so einiges ans Tageslicht holen, das sonst ungeachtet in der Versenkung geblieben wäre.”

    Link: https://susanne-wosnitzka.de/

    #diepodcastin: Isabel Rohner und Regula Stämpfli inspirieren viele Menschen und das ist eine grosse Freude. Die internationale Cellistin Raphaela Gromes, eine der grössten Musikerinnen unserer Zeit, hört #diepodcastin und war inspiriert, für Sony eine CD mit Komponistinnen neu zu arrangieren. Das Booklet dazu hat Susanne Wosnitzka geschrieben. Aus der CD ist ein Kunstwerk entstanden, das uns alle beglückt: “Femmes” von Raphaela Gromes by Sony.

    Susanne Wosnitzka hat Booklet zu fabelhaften “Femmes” von Raphaela Gromes geschrieben. Hier die Podcastin im Gespräch mit der Donauschwalbe.

    Zitat zu Susanne Wosnitzka: “Und nicht zuletzt die Booklet-Texterin Susanne Wosnitzka, sie ist eine absolute Expertin auf dem Gebiet Komponistinnen, und sogar für sie waren spannende Neuentdeckungen dabei. Und ihr Booklet ist einfach hinreißend. Also unbedingt lesen.” – Raphaela Gromes in BR-Klassik (2. Februar 2023)

    Regula Stämpfli mit Raphaela Gromes anlässlich ihrer Vernissage zu “Femmes” – #diepodcastin inspiriert.

    Susanne Wosnitzka und Regula Stämpfli sind beide passionierte Geschichtenerzählerinnen und -sucherinnen. Für #diepodcastin im Gespräch hat laStaempfli die Donauschwalbe – so ihr Twitteraccount interviewt. Heraus kam der erste Teil einer ganzen Serie, die Ihr weiter hören könnt auf www.artisapieceofcake.art. Denn aus einem ersten Gespräch wurde eine fünfteilige Folge und eine grosse Freundschaft. Und ja: Wir, Die Podcastin, Isabel Rohner und Regula Stämpfli,  wünschen uns Rom im Jahr 2025 mit Susanne Wosnitzka als Einführung die Aufführung von Fanny Hensel in Rom!

    1 hr 1 min
  • #diepodcastin über ComedyToo: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über feministische Aussenpolitik, Banksprech, Handeln statt Labern, die grossen Anette Kuhn, Ninve Ermagan für die NZZ & ein Bild von Nives Widauer.

    “Die Unsichtbarmachung der Fraueneigengeschichte zählt zu den Mechanismen unserer patriarchalen Gesellschaft.” Anette Kuhn (1934-2019), Inhaberin des ersten Lehrstuhls für Frauengeschichte in Deutschland, der mit ihrer Emeritierung 1999 direkt eingestampft wurde. Aktuell gibt es in Deutschland keinen einzigen Lehrstuhl für Frauengeschichte.

    #diepodcastin über ComedyToo: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über feministische Aussenpolitik, Banksprech, Handeln statt Labern, die grossen Anette Kuhn, Ninve Ermagan für die NZZ & ein Bild von Nives Widauer. Und das Buch von Christina Mundlos: Mütter klagen an.

    laStaempfli ist wieder in Wien und die Rohnerin kommt zu wenig zum Zug: In zwei Wochen wird das wieder besser und laStaempfli bittet um Vergebung.

    Die Woche war aber auch voller feministischer Tiefschläge auf laStaempflis Timeline:

    Feministische Aussenpolitik nach Annalena Baerbock, die Frauen und Mädchen wiederum nur am Rande im Fokus hat, sondern sofort beschwichtigen will, “gendersensibel” zu sein. Dann Afghanistan, wo laut Cicero 1000 Afghanen aufgenommen werden sollen, und sich darunter übelste Taliban befinden. laStaempfli plädiert, NUR Frauen aufzunehmen. Dann die Comedy-Affäre in der Schweiz als Beleg der sexistischen Enteignung und schliesslich die fürchterlichen Scheidungspraktiken in Deutschland mit dem Tipp von laStaempfli, dass sich Frauen nicht an Familiengerichte wenden sollen, sondern VOR DER SCHEIDUNG ganz klar vorbereiten, wie sie Kinder und Geld sichern können. Scheidungen sind einfacher geworden, entmündigen aber gemäss Gerichten die Mütter radikal.

    laStaempfli verweist auf die grossen sozialen Rückschritte insbesondere der digitalisierten neoliberal markierten Feminismusdiskussion.

    Die Debatte um “Gender” zwischen laStaempfli und der Rohnerin ist spannend und wird sicher auch weitergeführt. laStaempfli, die wirklich desillusioniert ist und Gender mit Digitalisierung und der Unsichtbarmachung gleichsetzt während die Rohnerin darauf verweist, dass Gender als Geschlechterrolle enorm wichtig wäre und nach wie vor ein entscheidender Begriff bleiben muss.

    Isabel Rohner hat diese Woche eine junge Journalistin entdeckt: Ninve Ermagan. Für die NZZ hat sie eine bemerkenswerte Artikel über den “Jungfrauenwahn” und das blühende Geschäft mit Hymen-Rekonstruktionen geschrieben. Und auch in anderen Artikeln, u.a. für den Spiegel und Cicero, thematisiert sie immer wieder die Frauenfeindlichkeit patriarchaler, v.a. streng muslimischer Kulturkreise.

    Ein paar Veranstaltungstipps:

    Most Wanted Female Art Auction Wien https://warda.at/events/most-wanted-femaleart-auction-2023/

    Geschlechtergerechtigkeit, Quo Vadis, Wien. Alle Hinweise auf laStaempflis Homepage www.regulastaempfli.eu

    Links:

    https://www.kleinreport.ch/news/comedy-ohne-diversity-comediennes-protestieren-srf-beschwichtigt-101366/

    https://medien.srf.ch/-/stellungnahme-von-srf-zum-comedy-sendeplatz-am-sonntagabend-1?redirect=%2F

    https://verein-fema.at/wie-hebeln-gerichte-den-schutz-von-frauen-und-kindern-vor-gewalt-aus/

    https://www.cicero.de/aussenpolitik/bundesaufnahmeprogramm-afghanistan-scharia-richter-baerbock-auswartiges-amt

    – Artikel von Ninve Ermagan in der NZZ: https://www.nzz.ch/gesellschaft/hymenrekonstruktionen-das-geschaeft-mit-der-jungfraeulichkeit-ld.1725869

    Das Bild stammt von Nives Widauer und kann in der Most Wanted Female Art Auction ersteigert werden.

    Buchtipp: Christina Mundlos:  Mütter klagen an. Institutionelle Gewalt gegen Frauen und Kinder im Familiengericht.  laStaempfli sagte immer mundlos und bittet auch hier um Vergebung. Nachtrag abends: Ein wunderbarer Hörer hat Regula Stämpfli darauf hingewiesen, dass die Autorin des “Mütter klagen an”, tatsächlich Mundlos heisst. Was wieder einmal zeigt: Die Menschen sind alle viel netter als die Medien sie machen, doch laStaempfli hat DEFINITIV ein Namensproblem: So hatte sie nämlich die NZZ-Autorin Ninve Ermagan auch durchwegs falsch geschrieben bis sie von der aufmerksamen Rohnerin auf den Fehler hingewiesen wurde. Nochmals: soooo sorrrrrrry.

    53 min
  • #diepodcastin on "femmes": Isabel Rohner & Regula Staempfli on Skispringerinnen, die Blut-Diplomatin bei den Mullahs, the great Raphaela Gromes & andere tolle Frauen.

    “Gerade jetzt müsen wir sagen: Selbstverständlich bin ich Feministin!” (Jasmin Tabatabai)
    #diepodcastin on “femmes”: Isabel Rohner & Regula Staempfli on Skispringerinnen, die Blut-Diplomatin bei den Mullahs, ein Update zu MediaToo, the great Raphaela Gromes & andere tolle Frauen. Isabel Rohner in einem brillanten Interview bei der DIE WELT. 
    Nachdem Regula Stämpfli und Isabel Rohner in einer der letzten Folgen ausführlich über die sogenannte “Meldestelle Antifeminismus” der demokratisch nicht legitimierten und in der politischen Ausrichtung frauenpolitsch höchst fragwürdigen Amadeu-Antonio-Stiftung berichtet haben, hat die Rohnerin der Welt ein großes Interview gegeben. Dabei macht sie klar: Der Feminismus fokussiert auf Frauen und ihre Rechte. Den Begriff nun auszuweiten auf weitere Gruppen schadet Frauen, weil ihre Anliegen nicht mehr Ernst genommen werden und buchstäblich verschwinden. Wir brauchen eine präzise Sprache, um bestehende Probleme benennen – und ändern zu können! (Link unten)
    Diese Woche fand die WM der Skispringerinnen statt. Die Rohnerin erinnert an die hoch politische und sexistische Geschichte dieses Sports: Die erste WM der Frauen fand nämlich erst 2009 statt, erst seit 2014 ist Skispringen der Frauen olympisch – und das obwohl Frauen (genau wie Männer) diesen Sport seit der Mitte des 19. Jahrhunderts betreiben. Ein langjähriger Präsident des Weltverbandes war sich noch in den 1990er Jahren nicht zu doof zu behaupten, beim Skispringen würde die Gebärmutter platzen – wohlgemerkt: als Argument gegen große medienwirksame Wettkämpfe und Werbedeals! Denn skigesprungen sind Frauen immer.
    Die Frauen der Woche sind Rachel Portman, Lera Auerbach, Rebekka Clarke, Germaine Tailleferre, Pauline Viardot-Garcia, Hildegard von Bingen, Lilli Boulanger, Fanny Hensel, Clara Schumann – und die weiteren 14 Komponistinnen, die die berühmte Cellistin und DiePodcastin-Hörerin Raphaela Gromes gerade auf ihrer neuen Doppel-CD “Femmes” erlebbar macht. Das Booklet dazu schrieb übrigens Susanne Wosnitzka, die bald zu Gast sein wird bei “Die Podcastin im Gespräch”. Kennengelernt haben sich die beiden übrigens über “Die Podcastin”.
    Werbung für Regula Stämpfli Hannah Arendt Lectures: Ihr kriegt, wenn Ihr ein Buch von mir bei Euch fotografiert, Zugang zu diesen. Diesmal redet laStaempfli  über “Krieg als Politik” siehe www.hannaharendt.eu und www.regulastaempfli.eu.
    Update MediaToo: Raphaela Birrer wird neu in die TagesAnzeiger-Chefredaktion berufen, ebenso Kerstin Hasse. Backlash: War er wirklich so? fragt das Branchenmagazin Journalist:in und entlastet Die Magazin-Redaktion. Ein Reporter sagt darin: «Wir wurden als Mittäter denunziert, die ein sexistisches Monster bei seinem Treiben gedeckt haben sollen, und das teilweise von renommierten Kollegen.» Was laStaempfli zum Fall Dieter Wedel bringt. Der Fall Wedel: Dutzende Frauen beschreiben die Demütigungen, sexuellen Übergriffe bis zur Vergewaltigung rund um den Starkult und Stargenie-Typ Dieter Wedel. In drei Folgen bespricht der Verbrechenpodcast von Sabine Rückert und Andreas Sentker die unfassbare Autoritäts und Sexismusgeschichte Deutschlands der letzten 40 Jahre. https://www.zeit.de/gesellschaft/2023-02/dieter-wedel-regisseur-missbrauchsvorwuerfe-verbrechen-podcast
    Die Schweizer Botschafterin im Iran hat die Stadt Qom besucht – und das Mullah-Regime jubelt! Die Botschafterin trug nämlich – völlig unpolitisch und unter Ignorierung der Realität der iranischen Revolution – Tschaddor. Das auswärtige Amt relativiert: Diese Kleidung sei protokollarisch für den Besuch eines religiösen Schreins vorgeschrieben gewesen. Liebe Leute der Diplomatie: Dann besucht man solche Schreine nicht! Dass eine Diplomatin einem menschenverachtenden Regime solche Unterstützerbilder liefert, wenn gleichzeitig Mädchen und Frauen (und Männer) vom selben Regime verfolgt, eingesperrt, gefoltert werden, ist erschütternd.
    Sprechaktpolitik & Theorie: Inge Bell postet zu der Neuauflage, zusammen mit Salman Rushdie, der wohlverstanden vom iranischen Regime terrorisiert wurde, das seinen Mörder vor ein paar Monaten an dessen Lesungen schickte, also beide: Inge Bell und Rushdie posten, dass die Sprachkorrekturen an Ronald Dahl verrückt seien, als “absurde Zensur” betrachten.  laStaempfli hat beiden getwittert: Dies ist nicht absurd, sondern hat System. Wenn „weiblich“ als umstrittenes Wort ersetzt wird, ist der nächste Schritt, Bücher von Frauen zu verbieten, die Frauen im Titel haben. Roald Dahl.
    Bild von Regula Stämpfli, copyright 2023.
    Link:
    – Isabel Rohner im Interview mit der WELT: https://www.welt.de/politik/deutschland/plus243944443/Feminismus-Forscherin-Weigere-mich-Begriff-wie-Frau-zu-problematisieren.html
    – Infos über Raphaela Gromes und ihre wunderschöne CD “Femmes”: https://www.raphaelagromes.de/de/

     

    47 min

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