DiePodcastin

DiePodcastin

Download on the App Store

DiePodcastin episodes

  • #diepodcastin verteidigt Demokratie in Israel und überall: Isabel Rohner & Regula Staempfli sind laut gegen #Hamas #Iran #Islamismus & das Versagen der westlichen Mediendemokratien mit Ensetzen über Hamas-Grossdemos in europäischen Städten.

    #diepodcastin verteidigt Demokratie in Israel und überall: Isabel Rohner & Regula Staempfli über das Versagen der westlichen Mediendemokratien, die Terrorbande Hamas & deren Blutorgie in Israel & die antidemokratischen Demos in unseren westlichen Großstädten. Sie gratulieren Claudia Goldin zum mehr als verdienten Nobelpreis und empfehlen viele Links, u.a. @selfdefensewithbs (“Selbstverteidigung mit Bruder & Schwester”). Es ist eine der schmerzhaftesten Folgen der Die Podcastin .

     

    “Wir wissen, dass Frauen vergewaltigt werden, und wir protestieren dagegen, dann schlimmer als der Tod, schlimmer als die Hölle, schlimmer als alle Teufel ist Vergewaltigung für Frauen.” Lida Gustava Heymann (1868-1943), Zitat aus dem Jahr 1915

     
    Am 7. Oktober hat die Terrororganisation Hamas gezielt und erbarmungslos israelische Zivilistinnen und Zivilisten angegriffen. Sie haben unschuldige Menschen ermordet, Frauen und Mädchen vergewaltigt und verschleppt. Es ist ein Angriff gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten, gegen Gleichberechtigung und Selbstbewusstsein, gegen feiernde junge Leute und Familien in der einzig existierenden Demokratie im Nahen Osten. Das Blutbad in Israel war ein Angriff auf uns alle: Wir sind mit den entsetzlichen Gemetzel, der Folter und der Inszenierung gemeint: Wir Frauen, wir westlichen Demokratien, wir zivilisierte Kulturen.  
    Regula Stämpfli und Isabel Rohner sind entsetzt, über die z.T. geschichtslose, brutal desinformierende Berichterstattung in den westlichen Medien. Die Rohnerin weist darauf hin, dass “Palästinenser” noch vor 100 Jahren ein Synonym für “Jude” war; Golda Meir nannte sich noch in den 1970er Jahren eine “stolze Palästinenserin”. Die islamofaschistische Terrororganisation Hamas macht in ihrer Gründungscharta von 1988 klar, was ihr Ziel ist:  Die Vernichtung aller Jüdinnen und Juden. Übrigens weltweit. 
     
    “Die Podcastin” ist schockiert darüber, wie viele gerade auch jüngere und linke Menschen im Westen naiv die Parolen der Hamas übernehmen. Kennen Sie den Unterschied nicht zwischen einer Demokratie und einer frauenverachtenden, gleichberechtigungverachtenden Islamo-Faschistentruppe?
    laStaempfli hat die schlimmsten Tweets, Artikel und antidemokratische Medienberichtserstattung gesammelt, sie werden zu finden sein unter www.regulastaempfli.eu Eine Bemerkung zu Carolin Emcke in der Süddeutschen, die “Sprachlosigkeit” empfiehlt angesichts des “Gemetzels”, das sie nicht mit Namen nennt. Das Gegenteil gilt: Wenn Jüdinnen und Juden ermordet werden, gilt es nicht zu schweigen, sondern ganz laut zu schreien.  
    laStaempfli: Ein Wort zu den “toten Kindern”: #Hamas als Mörderbande benutzt die strategische Synthese der eigenen Zivilbevölkerung. Tote Kinder nützen, wie wir sehen, ihrem nihilistischen, islamofaschistischen Mördernarrativ. #FreeGazafromHamas  UND SAVE ISRAEL! DAS MÜSSTEN DIE DEMONSTRATIONEN SEIN. 
    laStaempfli hat in den letzten zwei Wochen über Hunderte von Tweets abgesetzt: Fake News von SRF, ARD und ZDF korrigiert, die Desinformation durch den #HamasTerror und ihre Verteidiger im Westen bekämpft, sie setzt Tag und Nacht ein, die Demokratie zu ihrem Recht zu kommen: Warum in aller Welt werden Millionen an HAMAS gespendet? Von unseren Steuergeldern? Seit 2015 ist dies ein Thema, aber in den Medien nichts? Ebenso IRAN & Hamas. Wie gesagt: Hunderte, bald 1000nde Dokumente – schaut einfach bei Twitter X nach und informiert Euch, es ist nicht schwer.
     
    Zudem sprechen die Rohnerin und LaStämpfli über den Wirtschaftsnobelpreis an Claudia Goldin, Professorin an der Havard University, für ihre Grundlagendforschung über Frauenerwerbsarbeit – und einen entlarvenden Kommentar in der Wirtschaftswoche. 
     
    Die positive Entdeckung der Woche ist für Isabel Rohner Neha Jaral, die auf Instagram gemeinsam mit ihrem Bruder Nikhil Jaral unter dem Namen @selfdefensewithbs (“Selbstverteidigung mit Bruder & Schwester”) in kurzen Videos ganz konkrete Tipps zur Selbstverteidigung gibt.
     
    Hier eine Ergänzung zur sexuellen Gewalt als “strategische Synthese des Geschlechts”. Regula Stämpfli hat in ihrer Dissertation viel darüber geschrieben , eine neue Publikation diesbezüglich wäre längst fällig. Hier ein uralter Artikel u.a. von Ruth Seifert:http://www.neu.inkrit.de/mediadaten/archivargument/DA190/DA190.pdf   und alter Artikel von Regula Stämpfli siehe https://regulastaempfli.eu/?p=5623
    In der Vorlesung 2023 in den #HannahArendtLectures hat sich laStaempfli mit der strategischen Synthese des Geschlechts intensiv auseinandergesetzt.
    “Täterkuscheln” nannte Regula Stämpfli schon 2015 die linken Verharmlosungen gegen den islamofaschistischen Terror.
    Links:
    – https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/wirtschaftsnobelpreis-nobelpreis-fuer-claudia-goldin-verneigung-vor-dem-zeitgeist/29436116.html
    – Die wichtigste Nahostberichterstattung stammt von der Journalistin Bari Weiss (ehemals Washington Post und N.Y. Times, Gründerin der Free Press) siehe https://podcasts.apple.com/us/podcast/honestly-with-bari-weiss/id1570872415
    – Dann das Hooverinstitut mit den – GoodFellows https://www.hoover.org/research/goodfellows-live-war-israel-and-war-home wo der Krieg GEGEN ISRAEL DIREKT MIT DEM KRIEG AN DER UNIVERSITÄTEN GEGEN WESTLICHE DEMOKRATIEN in Zusammenhang gebracht wird.
    Wer es sozialdemokratischer, linker will, hier auch ein wichtiges Gespräch: https://podcasts.apple.com/us/podcast/terror-and-tragedy-in-the-middle-east/id1198765424?i=1000631293847
    Das Versagen der Medien in der Flüchtlingskrise 2015 (eine Studie des linken Otto Brenner Instituts)  siehe https://www.kleinreport.ch/news/willkommenskultur-statt-journalismus-87653/
    Antisemitische ARTE-Doku siehe https://www.kleinreport.ch/news/versaumnisse-rundum-kommentar-zur-gesperrten-arte-doku-87306/

    Antisemitismus-Berichterstattung in den Medien: Kommentar von Regula Stämpfli siehe https://www.kleinreport.ch/news/kommentar-experten-gelaber-statt-information-beim-schweizer-radio-und-fernsehen-102812/

    Ebenfalls zu empfehlen, den Twitteraccount, X von Stefanie Sargnagel, die sich über die Kulturszene, dieses dröhnende Schweigen auch entsetzt zeigt.

    Und zum Schluss:

    „Ein Blutbad an einem Festival voller junger Menschen wird von einer Mörderbande angerichtet und die Kulturschaffenden, Intellektuellen, Medienleute in Deutschland, der Schweiz und Österreich rufen: „Bitte nicht parteiisch sein?“ 

    DAS BILD STAMMT AUS X-TWITTER, VILNIUS MIT 1400 KERZEN FÜR DIE ERMORDETEN JÜDINNEN UND JUDEN. WIR DANKEN BERÜHRT.

    55 min
  • #diepodcastin über FRAUENkrankheiten: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Endometriose & wie Geschichte Frauen krank macht sowie den wegweisenden Bundesfinanzhof-Entscheid zur Leihmutterschaft.

    “Jede Frau trägt ein Brandmal in ihrem Herzen.” Louise Labé (1524-1566), französische Dichterin
    Vorbemerkung: Die Folge wurde eine Woche vorher aufgenommen und hat deshalb keinen aktuellen Bezug zum Nahen Osten. Für die aktuellen Bezüge lesen sie die TWEETS von laStaempfli auf ihrer Homepage und auf X und die TWEETS der Rohnerin auf X. 
    #diepodcastin über Frauenkrankheiten: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Endometriose & wie Geschichte Frauen krank macht, die frauenverachtende Bundesstiftung für Gleichstellung (sic!) sowie den wegweisenden Bundesfinanzhof-Entscheid zur Leihmutterschaft.
    Die Rohnerin bringt die Hintergründe, Geschichte und Forschungsstand zur Endometriose: Am 29.9. war der “Tag der Endometriose”. Ein wichtiger Anlass, denn an Endometriose (Endometrium = Gebärmutterschleimhaut; metra = Gebärmutter) leider allein in Deutschland laut den Fachgesellschaften 2 bis 4 (!) Millionen Frauen. Warum diese Ungenauigkeit? Weil die Krankheit immer noch und auch unter Ärztinnen und Ärzten so unbekannt und unerforscht ist, dass es oft bis zu 10 Jahre dauert, bis die betroffenen Frauen eine Diagnose erhalten. Weltweit wird davon ausgegangen, dass ungefähr 190 (!) Millionen Frauen an dieser Krankheit leiden, bei der sich Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter ansiedelt: im Bauchraum, an Organen, in Muskeln. Dies verursacht bei den betroffenen Frauen unmenschliche Schmerzen, die nur über Medikamente oder Operationen gelindert werden können. In vielen Fällen führt Endometriose zu Unfruchtbarkeit. Australien war das erste Land weltweit, das das Ausmaß dieser Krankheit begriffen und vor ein paar Jahren eine nationale Strategie aufgesetzt hat, inkl. millionenschwerer Förderung für die Forschung an dieser Volkskrankheit. Frankreich ist als erstes europäisches Land diesem Beispiel gefolgt und investiert jedes Jahr 25-30 Millionen Euro in die Forschung und in die Schaffung von Infrastruktur und Beratung. Auch in Deutschland gibt es Bewegung: 2023 förderte der Bund die Endometriose-Forschung erstmals mit 5 Millionen Euro (in den 20 Jahren vorher belief sich die Bundesförderung insgesamt auf 500.000 Euro). Im Vergleich: In die Diabetes-Forschung wird jedes Jahr über 20 Millionen Euro investiert.
    Dass die Forschung an Endometriose bislang so sprichwörtlich stiefväterlich behandelt wurde, liegt schlicht daran, dass diese Krankheit ausschließlich Frauen betrifft. Umso erstaunter war Isabel Rohner, als sie am “Tag der Endometriose” auf dem social Media-Kanal der “Bundesstiftung Gleichstellung” (2021 eingerichtet, vom Bund jedes Jahr ebenfalls mit 5 Millionen Euro aus Steuermitteln finanziert…) schrieb: “Über 2 Millionen Menschen sind in Deutschland von Endometriose betroffen.” Und auf den Hinweis, dass es sich hierbei um FRAUEN handele und dies wichtig sei, um endlich Aufmerksamkeit und Finanzierung für das Thema zu bekommen, schrieb die “Bundesstiftung Gleichstellung”: “Die größte Betroffenengruppe bilden cis Frauen und  Mädchen. Aber auch genderqueere, inter und trans Personen können an Endometriose erkranken – ebenso Männer.”
    Hallo? ES GEHT UM EINE FRAUENKRANKHEIT!
    Regula Stämpfli und Isabel Rohner sind entsetzt über diese frauenverachtende Stellungnahme der “Bundesstiftung Gleichstellung” – eher eine “Brandstiftung gegen Gleichstellung” -, deren Ziel EIGENTLICH die Gleichstellung von Männern und Frauen (!) ist. Eine solche Stellungnahme macht 190 Millionen betroffene Frauen zur Nebensache, ist zutiefSt sexistisch und patriarchal. Dies zeigt allein die verwendete Sprache: Frauen sollen “cis” sein, während Männer die Norm darstellen. “Die Podcastin” ist sich einig: Die 5 Millionen Euro, mit der die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler diese Stiftung jährlich fördern, ist in der Endometriose-Forschung besser angelegt! Eine solche “Bundesstiftung Gleichstellung”, die Wissenschaft und Realität verleugnet und Frauen unsichtbar macht, ist ein Hohn und steht im Gegensatz zum Grundgesetz. 

    laStaempfli bringt gute Nachrichten punkto der in Deutschland via Embryonengesetz verbotenen Leihmutterschaft, die im Folgenden nach juristischer Diktion”Ersatzmutterschaft” genannt wird in einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 7. Oktober 2023: https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202310188/ Hintergrund war, dass zwei schwule Ehemänner die Kosten der Leihmutterschaft von den Steuern absetzen wollten. Sie begründeten dies u.a. mit der psychischen Erkrankung des Kläger 1. Das Urteil ist umwerfend klug: „Keine aussergewöhnliche Belastungen bei Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Ersatzmutterschaft.“ Das Ersatzmutterschaftsverhältnis wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) begründet und durchgeführt. Die Ersatzmutter war eine dort lebende Frau, die bereits zwei eigene Kinder hatte. Die Schwangerschaft der Ersatzmutter wurde durch eine künstliche Befruchtung herbeigeführt. Die Eizelle stammte von einer anderen in den USA lebenden Frau. Die Samenzellen stammten vom Kläger zu 2. Aufgrund der künstlichen Befruchtung trug die Ersatzmutter ein Kind aus, welches seitdem bei den Klägern als Eltern in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) lebt. Der Bundesfinanzhof hielt fest: Das Embryonenschutzgesetz verbietet in Deutschland die Behandlung einer Leihmutterschaft. Und dann kommt der wichtigste Satz, weil ja Krankheiten unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer abgesetzt werden könnten: “Nach diesen Grundsätzen stellen die Kosten der Kläger im Zusammenhang mit der Ersatzmutterschaft keine krankheitsbedingten Aufwendungen dar. Denn die ungewollte Kinderlosigkeit der Kläger gründet nicht auf einem regelwidrigen Zustand eines oder beider Partner, sondern auf den biologischen Grenzen der Fortpflanzung.” Dies brachte der Bundesfinanzhof, weil die WHO schon 1967 die Unfruchtbarkeit als Krankheit definiert hatte, aber mit klarer Definition zu Mann und Frau: “Wenn nach 24 Monaten trotz regelmässigen,ungeschützten Sexualverkehr keine Schwangerschaft eintritt.”  

    Der Finanzhof hält fest: Die Heilung einer psychischen Krankheit kann, darf und soll nicht durch ein gekauftes Kind von Krankenkasse bezahlt und Steuern abgesetzt werden. Zitat: Nach diesen Grundsätzen kann ein im Wege der Ersatzmutterschaft reproduziertes Kind nicht als eine medizinisch indizierte Heilbehandlung zur Vermeidung, Linderung oder Beseitigung einer seelischen Erkrankung angesehen werden, auch wenn diese auf einer ungewollten Kinderlosigkeit gründet. Überdies ist die Vorstellung, die Reproduktion eines Kindes im Wege der Ersatzmutterschaft als medizinisch indizierte Heilbehandlung oder dieser gleichgestellten Maßnahme anzusehen, auch nicht mit dem Grundrecht des Kindes auf Unantastbarkeit der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 und Abs. 3 des Grundgesetzes ‑‑GG‑‑) vereinbar. Denn ein solches Verständnis würde das Kind zu einem bloßen Objekt herabwürdigen, das zur Linderung einer seelischen Krankheit des Klägers zu 1. diente (vgl. Senatsurteil vom 10.03.2015 – VI R 60/11, BFHE 249, 468, BStBl II 2015, 695, Rz 12, zu Aufwendungen für die Adoption eines Kindes). Dies gilt gleichermaßen für die Ersatzmutter. Auch sie würde, sähe man die Reproduktion eines Kindes als Heilbehandlung, auf ein medizinisches Hilfsmittel reduziert.

    Zum Schluss weist die Rohnerin noch auf einen brillanten Artikel von Luise F. Pusch: “Wie Frauen wieder verschwinden”. Hier der Link: https://www.emma.de/artikel/diese-minderheit-verdraengt-die-mehrheit-340515

    Das in der Sendung erwähnte Buch zum Abbau der Bürokratie stammt vom verstorbenen Anarchisten David Graeber (99% & Occupy Wall Street – wo laStaempfli aktiv war) und heisst: Bürokratie. Die Utopie der Regeln.

    DAS BILD IST EINE FOTOGRAFIE VON LASTAEMPFLI aus der aktuellen Ausstellung DIVA im V&A in London.

    49 min
  • #diepodcastin & der Nobelpreis: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die grosse Narges Mohammadi, Update zum frauenverachtenden Kinderbuch, "Frauenallergie" & digitaler Totalitarismus.

    “Wenn die ganze Welt schweigt, kann auch eine Stimme mächtig sein.” Malala Yousafzai
    #diepodcastin & der Nobelpreis: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die grosse Narges Mohammadi, Update zum frauenverachtenden Kinderbuch, “Frauenallergie” & digitaler Totalitarismus.

    laStaempfli freut sich mit der Rohnerin über den Nobelpreis für Narges Mohammadi. Die iranische Menschenrechtsaktivistin, die schon 1998 im iranischen Kerker sass und seitdem immer wieder, ist im Iran seit 2019 in Haft und erneut verurteilt, weil sie sich für “Frauen, Leben und Freiheit” aus dem Gefängnis heraus eingesetzt hat.  Sie lebt ein Leben für Frauen, Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde für uns alle. Es ist erschütternd: Ihren Ehemann und ihre Zwillinge hat sie seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen; Den Nobelpreis kriegt sie nun endlich ” für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen im Iran und ihren Kampf, um Menschenrechte und Freiheit für alle zu stärken“ , wie dies die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen, in ihrer Begründung, meinte. Dies an die Adresse aller rechten Verharmloser von Gewalt an Frauen und an die Adresse der linken Hamas-, Kopftuch-, Iranversteher, die Feminismus und Menschenrechte nicht vertreten, sondern als neue Ideologie- und Identitätpolitik gegen die Demokratie weltweit proklamieren. WOMAN LIFE FREEDOM: #diepodcastin kämpft dafür.

    Die Rohnerin bringt als gute Nachricht die Woche ein Update mit: Vor zwei Wochen hat sie in “Die Podcastin” über das frauenverachtende und gewaltverharmlosende “Kinderbuch” “Rosi sucht Geld” berichtet, mit dem das Bezirksamt Berlin-Mitte Kindern ab 6 Jahren Prostitution erklären (!) wollte. Nach der “Die Podcastin”-Folge kam viel in Bewegung: Mehrere Zeitungen und Medien haben über den Fall berichtet, viele auch mit Zitaten aus “Die Podcastin” (u.a. Berliner Zeitung, Tagesspiegel, EMMA) und viele, viele Menschen sind aktiv geworden und haben sich gegen dieses “Kinderbuch” und gegen diese realitätsfreie Prostitutionspropaganda positioniert. Die Bezirksbürgermeisterin kündigte an, das Buch von der offiziellen Hauptstadtseite zu nehmen (was dann nach einem weiteren Schreiben von Regula Stämpfli und Isabel Rohner inzwischen auch geklappt hat – es leben die digitalen Kompetenzen!). “Die Podcastin” bedankt sich für die breite Unterstützung und die vielen bestärkenden Zuschriften! Ein wichtiger Erfolg! Hier der Link zu einem sehr schönen Artikel von EMMA: https://www.emma.de/artikel/die-podcastin-skandal-aufgedeckt-340603
    laStaempfli erzählt von der einzigen Wahlveranstaltung “Frau und Politik” im Wahljahr 2023 für die Schweiz bei “Die Mitte Frauen”. Der Anlass in Baden war gut besucht, spannend und voller Elan für die Frauen in der Schweiz, für die Mitte Frauen. laStaempfli hat in ihrem Vortrag mal wieder die wichtigsten Eckpunkte für “Frauen und Wahlen” gebracht: Es gibt 3 Hürden. Mobilisierung, Nomination und Wahl (alles von laStaempfli 1991 formuliert in “Nehmen Sie Platz, Madame” – einige unserer Hörerinnen waren damals noch gar nicht geboren…). Bei der Mobilisierung verlieren die Frauen aufgrund sexistischer Enteignung von Frauen als Frauen den politischen Gestaltungswillen. Bei der Nomination verlieren die Frauen als Frauen die besten Listenplätze aufgrund von Filz, Unsichtbarkeit von Frauen als Frauen, mangelnde Förderung, hierarchische Parteistruktur etc. Bei der Wahl verlieren Frauen als Frauen durch frauendiskriminierende Medienmechanismen. Dies ist alles bekannt und nachzulesen u.a. in: https://www.srf.ch/audio/kontext/nahmen-sie-platz-madame?id=10203846
    Isabel Rohner macht auf ihre anstehende Veranstaltung aufmerksam: Am 28.10., 19 Uhr, stellt sie in Osnabrück beim Bezirksverein “Wir in Atter” ihr Buch “Kalte Sophie” vor und gibt im Gespräch mit Moderatorin Pia Rixner Einblicke in ihr Schaffen und Schreiben. Infos und Anmeldungen hier: https://www.wir-in-atter.de/event-details/kalte-sophie-von-der-autorin-isabel-rohner
    Die Rohnerin: “Manchmal hilft nur noch Humor! Kennt ihr die neue heimtückische Krankheit, die gerade massiv um sich greift: die Frauen-Allergie??” Betroffene können ganz plötzlich das Wort “Frau” nicht mehr sagen und schreiben – und verwenden seltsam schwurbelige Neuschöpfungen wie “Menschen mit Uterus” (Spiegel online, Zeit) und “menstruierende Menschen” (Deutschlandfunk). Die Rohnerin fragt sich: Was würde wohl passieren, wenn diese “Menschen mit Frauen-Allergie” doch einmal “Frau” sagen oder schreiben würden??? Unkontrollierbares Niesen? Heftige Flatulenzen?? Oder könnten sie dann nicht mehr aufhören, “Frau” zu sagen – und würden auch plötzlich überall nur noch Frauen sehen und ihre Probleme wahrnehmen? In jedem Fall würden ihre Texte und Forderungen verständlicher. Man man nämlich benennen können, worum es geht, um verstanden zu werden. Oder mit den Worten der Rohnerin: “Es gibt Themen und politische Forderungen, die ausschließlich Frauen betreffen. Bei frauenpolitischen Themen Frauen nicht mehr zu nennen, bedeutet, dass die Interessen von Frauen nicht berücksichtigt werden.” Als neuesten Fall von akuter “Frauen-Allergie” hat sie Pro Familia mitgebracht, die es auf einer neuen Homepage über ihre Position zum Thema Schwangerschaftsabbruch schaffen, kein einziges Mal das Wort “Frau” zu verwenden.
    laStaempfli führt hier schriftlich präzise aus, was sie zum Schluss der Sendung ansprach in Bezug auf das Verschwinden des Wortes “Frau”.: “Der Großteil aller Codes konstruiert mittels Black BoxMethoden riesige demokratie- und menschenfeindliche Datenlöcher. Die Codes sind seit Jahren von einer klitzekleinen, globalen Elite darauf trainiert, die WIRKLICHKEIT durch Algorithmen zu ersetzen und zwar so, dass einzelne Begriffe, Wörter, Referenzen, Zusammenhänge, Bilder, Identitäten entlang den Programmen laufen und nicht entlang dem demokratischen Willen, der realen Menschen und der realen Umwelt. Dass nun Frau als Begriff gelöscht wird, ist kein Zufall, sondern ENTSPRICHT DER FORM DER CODES, die gesetzte Hyperlinks als realer definiert als die reale Welt. Anders gesagt: Frauen sind im Netz schon längst unter Prostituierten, Leihmüttern und sonstigen Dienstleisterinnen via weiblicher Körper codiert: Es geht nun darum, die Codes auch in der Alltagssprache umzusetzen und genau das passiert mit Begriffen wie “Mensch mit Uterus” oder “Mensch mit Bonusloch.” Die codierte Gegenwart. und programmierte Zukunft dient nicht dem Wohl aller, sondern sind als Instrumente dazu angelegt, die Welt entlang der Codes zu reproduzieren und nicht die Welt die Codes schreiben zu lassen.  Für die Massen bedeutet Digitalisierung, anders als damals das universelle Versprechen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität, eine hinter Codes versteckte Versklavung. Joseph Weizenbaum nannte dieses einmal sehr treffend: «Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft» oder im englischen Original noch präziser: «Computer Power and Human reason. From Judgement to Calculation» (Weizenbaum 1977).6 Welt und Wirklichkeit werden im digitalen Raum nicht vorgeführt, sondern inszeniert: Zum Schaden von uns allen. 
     Das Bild stammt von der Fotografin/Künstlerin/Podcasterin laStaempfli und ist ihr Oberschenkel.
    1 hr
  • #diepodcastin liest: Isabel Rohner & Regula Stämpfli empfehlen Sofi Oksanen, Gertraud Klemm, Anne Rabe, Beatrice Frasl, Mosthari Hilal, Christine Finke.

    #diepodcastin liest: Isabel Rohner & Regula Stämpfli empfehlen Sofi Oksanen, Gertraud Klemm, Anne Rabe, Beatrice Frasl, Mosthari Hilal, Christine Finke.
    “Nichts verscheucht böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier.” Cornelia Funke
    “Die Podcastin” spricht mal wieder über Bücher! Und LaStämpfli und Rohnerin haben einen ganzen Strauß an Empfehlungen dabei:

    laStaempfli bringt Sofi Oksanen, Hundepark. Roman. Kiepenheuer & Witsch. Sofi Oksanen gehört zu den herausragendsten Figuren zeitgenössischer Literatur, ihre Romane verschlinge ich regelmässig. Ich habe sie an der Buchmesse 2012 mal getroffen: Sie ist gross, schön, umwerfend elegant, selbstsicher und schüchtern zugleich, eine wirkliche Mischung zum Verlieben. Ihr Debütroman aus dem Jahr 2003 Stalins Kühe erzählt vom Estland: ein Land unter der Sowjetdiktatur, das mit der Finnlandisierung den Rassismus brachte, der alle Estinnen als Prostituierte verunglimpfte. 2005 schreibt Sofi Oksanen gewaltig über die Gewalt an Frauen und auch über die Gewalt in Frauenbeziehungen. International wurde sie mit Fegefeuer, einem Theaterstück und späteren Roman bekannt, vor allem in Deutschland. Sie zeigt, wie die Kategorisierung der Menschen die Menschen kaputt macht: Alt gegen Jung, Estin gegen Russin, Alteingesessen gegen Migration, Mann gegen Frau. Oksanen wurde von ihrem Verlag rausgeschmissen als sie es wagte, über das Marketing von ihr als Frau zu beklagen -der Verlag wird dies ewig bereuen. Ich liebe den Roman: Die Sache mit Norma, umwerfend. Ein aktuelles Sachbuch dazu von der Initiative, in welcher laStaempfli Mitglied ist: Verlag & HG: “Stoppt Leihmutterschaft.” “Die neuen Gebärmaschinen. Was die globale Leihmutterschaft mit Frauen und Kindern macht. Ist auf Amazon erhältlich und muss unbedingt gekauft werden; es ist ein internationaler Überblick mit hervorragenden Essays, übersetzt vom fabelhaften Erwin Landrichter.

    – Die Rohnerin bringt Gertraud Klemm: “Hippocampus”. Kremayr & Scheriau, 2019.
    Die Rohnerin hat vor ein paar Wochen schon jubelnd über Klemms Roman “Einzeller” berichtet. “Hippocampus” ist noch besser! Klemm erzählt darin die Geschichte einer bereits älteren Frau, die den Nachlass einer Jugendfreundin ordnet. Diese war eine durchaus bekannte, wenn auch “umstrittene”, weil feministische Schriftstellerin, der in der patriarchalen Gesellschaft und Medienlandschaft viel und oft und immer wieder Unrecht getan wurde. Die Hauptfigur wühlt sich durch deren Leben – und beschließt, sie zu rächen. Mit Kunstinstallationen! Die Rohnerin schwärmt vom Windel-Denkmal und schließt: “Ein kluges, böses, wunderbares Buch. Selten habe ich mich im Denken und in der Weltsicht einer Hauptfigur so wiedergefunden.”
    – Die Rohnerin fährt weiter mit Christine Finke: “Allein, alleiner, alleinerziehend. Wie die Gesellschaft uns verrät und unsere Kinder im Stich lässt.” Bastei Lübbe, 2016.
    Gerade in Zeiten, wo in der Politik offen und laut darüber nachgedacht wird, Unterhaltszahlungen von Männern (in den allermeisten Fällen sind Frauen alleinerziehend!) zu verringern und alleinerziehenden Müttern durch die Blume oder auch ohne Blume vorgeworfen wird, sie würden “nicht mehr arbeiten wollen”, ist dieses Buch ein Muss! Denn eine solche Haltung geht komplett an der Realität Alleinerziehender vorbei. Gut die Hälfte (!) der Väter zahlt nämlich überhaupt keinen Unterhalt – und das Leben alleinerziehender Mütter besteht einzig und allein aus Arbeit. Nur leider ist diese zum Großteil nicht bezahlt. Christine Finkes Buch ist hoch politisch, sehr gut geschrieben und KONKRET: Sie nimmt uns mit in ihren Alltag mit drei Kindern. In Geldsorgen, Betreuungsprobleme, Ferien ohne jede Erholung, Überlastungen, Krankheitstage, Bettnässen. Sie führt uns die erschreckende Unwissenheit von Lehrpersonen vor Augen, die Unvereinbarkeit von Elternabenden mit Betreuung, die Lücken bei Unterstützungsinstrumenten. Die Rohnerin empfiehlt dieses Buch allen Männern. Sie empfehlt es allen Frauen. Sie empfiehlt es allen empathischen Menschen, die in ihrem Alltag kaum einen Gedanken an das Leben Alleinerziehender verwenden müssen. Und sie empfiehlt es allen Politikerinnen und Politikern. Alleinerziehende haben keine Lobby. Aber sie haben eine ganz Latte konkreter und politisch zu lösender Probleme.

    laStaempfli bringt Anne Rabe „Die Möglichkeit von Glück“  Klett-Cottta. Anne Rabe studierte bis 2010 an der UdK, der Universität der Künste Berlin, „Szenisches Schreiben“, kriegte enorm jung „mit dem Mann, den ich liebe“ zwei Kinder und das ist soo umwerfend wichtig: Denn die meisten Frauen, die ich kenne, reden nie von den Kindern. Sie schreibt Songs für „Lauter schöne Frauen.“ Wer Deutschland poetisch und in kritischer demokratischer Rückschau und Vorausschau erleben will, muss diesen Roman lesen. Es ist DAS BUCH DER STUNDE, WEIL ES SOVIEL ERKLÄRT. DEN AUTORITARISMUS DER DEUTSCHEN, DIE GEWALT GEGEN KINDER – die laStaempfli bis heute auffällt und die sie immer fragen lässt: Lieben die Deutschen eigentlich ihre Kinder? Ein Buch, das erschütternd poetisch, historisch, politisch vermittelt, welche Linien der Gewalt sich durch deutsche Biografien ziehen. Es ist wirklich das beste Buch des Jahres 2023.

    laStaempfli bringt “Hässlichkeit” von Moshtari Hilal, Hanser Verlag: Es geht um eine Reise in die Tiefen der Menschlichkeit.  Das Buch „Die Hässlichkeit“ von Moshtari Hilal ist umwerfend. Die Autorin ist ein Multitalent: Künstlerin, Schriftstellerin mit afghanischem Hintergrund, wohnt in Hamburg und in Berlin. Sie ist Co-Founder der „Afghan Visual Arts and History”, leitet ein Forschungsprojekt zu „Conflict with Care“. 2022 veröffentlichte sie einen Gesprächsband über globales Leben, zusammen mit der politischen Geografin Sinthurjan Varatharjah.  Beide haben dafür den Preis der Lessing Akademie in Wolfenbüttel gekriegt. Hilal ist eine dieser umwerfend begabten jungen Frauen, die von den Medien gesehen und gefördert werden – mal abwarten, was mit ihr passiert ist, wenn sie mal 45 Jahre alt ist. Hilal schreibt über die Geschichte der plastischen Chirurgie, dass bspw. Nasen-OPs sich nicht um die Nase drehen, die korrigiert werden muss, sondern es darum geht, die Existenz der Person, die diese Nase trägt, abzulehnen. Erst kürzlich meinte Laura Berman, die jüdisch-amerikanische Intendantin des Theaters Hannover zur „Die Zeit“ lachend: „Wo ich aufgewachsen bin, haben einige Väter ihren Töchtern zum 16. Geburtstag eine Nasen-OP geschenkt, damit sie ihre ‚jüdischen Nasen‘ loswerden.“ Well – here we are, mitten in Hilals Buch und ihrer poetisch-wütenden Abrechnung mit westlichen Schönheitsidealen.

    – Die Roherin empfiehlt Beatrice Frasl: “Patriarchale Belastungsstörung”. Haymon Verlag, 2022.
    Vielen Hörerinnen und Hörern ist Beatrice Frasl bestimmt als Macherin des Podcasts “Große Töchter” ein Begriff. Jetzt hat sie mit “Patriarchale Belastungsstörung. Geschlecht, Klasse, Psyche” ein höchst lesenswertes Sachbuch vorgelegt. Frauen stehen in unserer patriarchalen Gesellschaft besonders unter Druck: durch Mehrbelastungen, Gewalterfahrungen, Schönheitsideale und und und. Das hat Auswirkungen auf die Psyche – doch darauf reagieren weder das Gesundheitssystem in Österreich (ihre Schilderungen sind schockierend…), noch die Gesellschaft adäquat. Es fehlt die Infrastruktur und es fehlt das politische Bewusstsein. Frasls Buch ist ein Appell zu handeln. Denn nicht zu handeln, können wir uns nicht leisten.
    Abschließend der Hinweis: Weihnachten steht vor der Tür! Verschenkt und lest Bücher von Frauen! Auch Regula Stämpfli und Isabel Rohner haben einige Bücher geschrieben, die sich immer wieder zum Lesen, Verschenken und Durchdenken lohnen!
    Mehr Infos:
    www.isabelrohner.com
    www.regulastaempfli.eu

     

    Das Bild dieser Bücher-Folge von #diepodcastin wurde aufgenommen von Joachim Lapp in Sevilla – Herzlichen Dank dafür! Bearbeitet von laStaempfli 2023.

    46 min
  • #diepodcastin brisant: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Hedwig Dohms Google-Doodle, digitalisierter Frauenhass & Prostitutionspropaganda für 6Jährige & über grossen Kampf der Frauenheldinnen.

    Isabel Rohner bringt Zitat von Hedwig Dohm: „Ich brauche niemanden zu fragen, was in der Frauenbewegung das Richtige ist. Ich weiß es. Der, dem ein Dachziegel auf den Kopf fällt, weiß, dass das Dach schadhaft ist.“ Hedwig Dohm (1831-1919)
    #diepodcastin brisant: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Hedwig Dohms Google-Doodle, digitalisierter Frauenhass & Prostitutionspropaganda für 6Jährige & über grossen Kampf der Frauenheldinnen.
     
    Isabel Rohner bringt die Heldin zuerst: Hedwig Dohm (1831-1919) hatte diese Woche ihren 192. Geburtstag – und Google hat die Pionieren der Frauenbewegungen in Deutschland mit einem “Doodle” geehrt. Das ist auf der einen Seite super, denn so war Dohm am 20. September über die Grenzen Deutschlands präsent. Zum anderen zeigt der von Google hierzu veröffentlichte Text auch gleich mehrere Grundprobleme unsere digitalisierten Code-Welt: Der deutsche Text war nämlich offensichtlich eine automatisch generierte Übersetzung des englischen Textes – und die Leserinnen und Leser erfahren darin Erstaunliches. Hedwig Dohm wird nämlich mal eben von Google zum Mann gemacht: “Dohm wurde an diesem Tag im Jahr 1831 in Berlin, Deutschland, als Sohn (sic!) einer Familie mit achtzehn Kindern geboren.” Wo es im Englischen noch heißt “Dohm was born into a family …” kann sich die deutsche Übersetzung bei einem berühmten Menschen gar kein anderes Geschlecht denken, als das männliche.

    #diepodcastin brisant: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Hedwig Dohms Google-Doodle, digitalisierter Frauenhass & Prostitutionspropaganda für 6Jährige & über grossen Kampf der Frauenheldinnen. Hier das Google-Doodle 20. September 2023. Fotografiert von Regula Stämpfli.

    laStaempfli thematisiert an diesem Beispiel das Versagen der öffentlichen Institutionen im Zeitalter digitaler Automation: Die Wenigsten wissen, dass Digitalisierung NIE neutral, sondern durch Vorurteile und Leerstellen geprägt sind. Dazu kommt, dass soziale Medien auf Gefühle abonniert sind, respektive codiert und so die Demokratie durch IDEOLOGIE, die bei Usern und Userinnen Dopamin und Adrenalin triggert, zersetzt. DIE MENSCHEN sind viel besser als ihr automatisierter Digitalruf: Wir werden systematisch durch die sozialen Netzwerke, das Versagen der öffentlichen Institutionen aufeinander gehetzt. Medien & Gleichstellungstellen bspw. verwechseln dann linke Aktivistentrends und rechte Nazipropaganda mit der Wirklichkeit: So wird die Demokratie von innen aufgerieben. https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf
    Die Gurke der Woche, nein des Monats – nein des Jahres vergibt Isabel Rohner an die Gleichstellungsbeauftrage des Bezirks Berlin-Mitte. Auf deren Homepage (Link unten) steht nämlich das Kinderbuch “Rosi sucht Geld” kostenfrei zum Download, das Kindern (!) Prostitution (!) “erklären” soll. Prostitution wird darin als völlig normal dargestellt und mit folgenden Sätzen verharmlost: “Die Männer wollen ihren Penis in meine Vagina stecken. Ein paar Mal rein und raus – und fertig. Mehr ist da gar nicht dran.” Oder an anderer Stelle: “Wenn Rosi auf der Straße arbeitet, ist sie eine Prostituierte. Die Männer, zu denen sie ins Auto steigt, nennt man Freier. Ansonsten sind sie Väter, Nachbarn und Kollegen.” “Mama macht Liebe mit Papa, aber die Männer bei Rosi machen nicht Liebe, sondern Sex wie im Fernsehen.” Dazu Zeichnungen, u.a. von einem Mann mit erigiertem Penis über einer liegenden Frau – und das für Kinder ab 6 Jahren. “Die Podcastin” ist entsetzt. Hier wird der frauenverachtende Fleisch- und Sklavinnenmarkt “Prostitution” (wir haben schon mehrmals darüber berichtet) völlig verharmlost. Mädchen lernen, dass es normal ist, dass ihre Väter (!) und Nachbarn (!) Frauen kaufen – und Jungs, dass sie später auch selber Frauen kaufen können. Die Rohner fragt entsetzt: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Hier werden Kinder indoktriniert – und das ausgerechnet von einer Gleichstellungsbeauftragten. 
    laStaempfli bringt die Folgen der Prostitution: Aus dem Buch Elke Mack und Ulrich Rommelfanger: “Sexkauf. Eine rechtliche und rechtsethische Untersuchung der Prostitution, 2023: Zerstörte Darmflora wegen Einläufen, entzündeten Magen-Darm-System durch Samenschlucken, Analsex etc. Kiefer-Mund-Entzündungen, oft Kieferbrüche, Halsweh, Hüftschmerzen durch stundenlange schwere Gewichte auf sich tragen, Suchtzerstörungen und Krankheiten, Schlafmangel, psychische Störungen u.v.a. mehr. https://www.ensuite.ch/menschenfleischarbeit-piff-paff-puff/
    Das Entsetzen über die Gleichstellungsbeauftragten Mitte Berlin erschüttert laStaempfli. Sie erinnert an den Totalitarismus nationalsozialistischer und kommunistischer Systeme, die IMMER BEI DEN KINDERN BEGINNEN. 6jährige Kindern einzureden, Frauenkauf, Menschenfleischhandel sei normal und Pornografie (im Text heisst es ja “wie im Film” sei richtige Sexualität, ist so menschenverachtend, dass es laStaempfli den Atem verschlägt. Sie war NICHT vorbereitet auf dieses Gefühl der Ohnmacht in totalitären Systemen, wenn ausgerechnet eine Gleichstellungsstelle den Missbrauch von Frauen gegen Geld propagiert. laStaempfli holt an diesem Beispiel aus und erklärt den Zusammenhang mit der Weltpolitik und dem Schutz der Demokratie. Dabei erwähnt sich auch die völlig dumme Metapher des “Kranken Mann” – Isabel Rohner und Regula Stämpfli führen anschliessend eine dieser grossen sprechenden Denkgespräche. 
    Eine gute Nachricht gibts dann doch noch: Diese Woche fand in der Bundespressekonferenz eine Informationsveranstaltung des Vereins Frauenheldinnen statt zum geplanten sogenannten “Selbstbestimmungsgesetz”. In drei Panels mit juristischem, medizinischem und frauenpolitischem Fokus und namhaften Expertinnen und Experten wurden die Probleme des vorliegenden Gesetzesentwurfs, der demnächst ins Parlament gehen soll, aufgezeigt und Debatten versucht, zu versachlichen. Die Veranstaltung richtete sich dabei gezielt an die Mitglieder des Bundestages, die dem Angebot gerne folgten und in den Austausch gingen u.a. mit Prof. Judith Froese (Professorin für Öffentliches Recht, Uni Konstanz), Alexander Korte (Leiter Jugendpsychiatrie Universitätsklinik München), Monika Barz (em. Professorin für Sozialwissenschaften und Frauen- und Geschlechterforschung), Manuela Schon (Expertin für geschlechtsspezifische Gewalt), Monne Kühn (autonomes Frauenhaus Uelzen), Rona Duwe (Autorin), Sabeth Blank (Detrans), Chantal Louis (Journalistin) und Eva Engelken (Kommunalpolitikerin).
    Das Folgenbild ist von Isabel Rohner fotografiert, Berlin 2023. 
    Links:
    – Isabel Rohner Biografie über Hedwig Dohm “Spuren ins Jetzt”: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-spuren-ins-jetzt/
    – Das Kinderbuch “Rosi sucht Geld” gibts auf dieser Seite zum Download: https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/artikel.105220.php
    – Der Verein Frauenheldinnen: www.frauenheldinnen.de
    54 min
  • #diepodcastin mit Janis Joplin: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on Rebellion, Dohm-Trio, Volleyballerinnen Türkei, Trauriger Jahrestag, vermeintliches Babyglück: Stoppt Menschenfleischverkauf.

    #diepodcastin mit Janis Joplin: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on Rebellion, Dohm-Trio, Volleyballerinnen Türkei, Trauriger Jahrestag, vermeintliches Babyglück: Stoppt Menschenfleischverkauf.

    “Lasst euch, wenn es um euch geht, auf keine faulen Kompromisse ein. Ihr seid alles, was ihr habt.” Janis Joplin (1943-1970)

    Hier ein Buchtipp von laStaempfli: Sex Revolts. Gender, Rock und Rebellion von Joy Press und Simon Reynolds. Das Buch wurde schon in den 1990er Jahren geschrieben und 2020 wieder neu aufgelegt und ist erschütternd gut.

    Ein Highlight der Woche war für die Rohnerin ein Auftritt ihres Hedwig Dohm Trios in Uetze (Region Hannover) – und ein Anlass für sie, die Arbeit der Kommunalpolitikerinnen und -politiker zu erwähnen, die sich in ihren Gemeinden / Kommunen / Städten um die Alltagspolitik kümmern, über die medial so wenig berichtet wird. Und wer weiß: Vielleicht gibt’s ja bald einen Hedwig Dohm-Platz in Uetze…! Viele Mitglieder des Gemeinderates jedenfalls zeigten sich spontan angetan von der Idee, diese wichtige Wegbereiterin unserer Demokratie auch in ihrer Gemeinde zu würdigen

    laStaempfli bringt gute Nachrichten: Die Volleyballerinnen in der Türkei gewinnen die EM und wirbeln die Ultrareligiösen auf: Nationalstolz transportiert manchmal feministische Messages.

    Die Rohnerin bringt auch good News: Das EU-Parlament hat sich diese Woche für ein Prostitutions-Verbot und das Nordische Modell ausgesprochen, das Freiertum bestraft und Prostituierten beim Ausstieg aus dieser frauenverachtenden Milliarden-Branche unterstützt. In einem Parlamentsbeschluss fordern die Abgeordneten (234 Abgeordnete waren dafür, 175 dagegen, leider auch zahlreiche Enthaltungen) einheitliche Regelungen in der EU, da die aktuelle Situation zu Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und organisierter Kriminalität führe. Wir erinnern uns: Deutschland ist inzwischen das Bordell Europas!
    Allerdings hat das EU-Parlament bereits 2014 eine solche Resolution gefasst (der sog. “Honeyball-Bericht”) und die Mitgliedsstaaten aufgefordert, gegen Prostiution aktiv zu werden und das nordische Modell umzusetzen. “Die Podcastin” ist gespannt, ob diesmal mehr Mitgiedstaaten den (noch zu erarbeitenden) EU-Leitlinien folgen werden. Hier ein Lesetipp von laStaempfli zum Menschenfleischverfkauf   https://www.ensuite.ch/menschenfleischarbeit-piff-paff-puff/

    laStaempfli und Isabel Rohner bringen den traurigen Jahrestag: Am 15. September vor einem Jahr starb Jina Masha Amini in Iran in Polizeigewahrsam. Sie wurde zu Tode geprügelt, weil sie ihren Zwangsschleier den Gewaltmännern gemäss, nicht ordentlich trug. So begann die Iranrevolution, die nun auch die westlichen Postfeministinnen ab und zu unterstützen, aber bis heute eher still bleiben in ihrem Protest. Die Podcastin erinnert daran, was alles im Iran ein Verbrechen ist, wenn es von Frauen gemacht wird: Velofahren, ohne Verwandten reisen, in der Öffentlichkeit nicht den Vorschriften gemäss verhüllt zu sein, Tanzen, Singen, eine Tätowierung wie “Frau. Leben. Freiheit” zu tragen, einen Menschen ausserhalb der Ehe zu lieben und und und. Siehe dazu auch https://x.com/AlinejadMasih/status/1701607618433982869?s=20 Es geht im Feminismus der #DiePodcastin immer darum: Freiheit als Frau in der Öffentlichkeit zu leben, sichtbar zu sein und angstfrei sagen zu können, was gilt. Dies ist 2023 leider auch in westlichen Demokratien keine Selbstverständlichkeit mehr.

    Die Rohnerin berichtet: Das Redaktionsnetzwerk Deutschland RND jubelte diese Woche “Babyglück für Johannes Arlt. Dänische Leihmutter: Homosexueller Bundestagsabgeordneter ist Vater geworden!” Liebe Medien: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten! Würdet ihr auch über andere Umgehungen von Verboten so jubelnd berichten? Beispiel Kinderehe? “Eheglück für xy! Afghanische Kinderbraut: xy hat geheiratet!” Nicht??? Dann denkt mal darüber nach, warum ihr das bei Leihmutterschaft anders seht. Hier der Link zur Leihmutterschaftssendung “Nachtcafé” mit

    laStaempfli erwähnt Indien und den grossen Einfluss indischer Denkerinnen im Westen mit der Unterwanderung der westlichen Demokratiemodelle, inklusive der Mittäterschaft von vielen progressiven Kräften. Hierzu gibt es einen Artikel von laStaempfli, weil der Zusammenhang in der #DiePodcastin nicht ganz klar wurde: https://www.ensuite.ch/die-neuen-patriarchinnen-wie-postkolonialistinnen-misogynieren/

    *misogynieren: Ein neues Wort von laStaempfli: *misogynieren = Handeln, erzählen und das Verhalten einer Person mit der Absicht, unbewusst oder bewusst, Frauenfeindlichkeit, Unsichtbarkeit von Frauen und Frauendiskriminierung zu fördern. Misogynieren verbreitet Klischées, Stereotypen, diskriminierende Werturteile gegenüber Frauen sowie das Ignorieren und Herabwürdigen der Frauengeschichte, deren Rechte und Beiträge in allen gesellschaftlich, wissenschaftlich, kulturell und politischen Bereichen.

    Wichtige Links:

    https://timesofindia.indiatimes.com/home/sunday-times/all-that-matters/men-havent-always-ruled-the-way-we-imagine-gender-in-history-is-wrong-angela-saini/articleshow/99876235.cms?from=mdr

    https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_den_physiologischen_Schwachsinn_des_Weibes

    https://timesofindia.indiatimes.com/home/sunday-times/all-that-matters/men-havent-always-ruled-the-way-we-imagine-gender-in-history-is-wrong-angela-saini/articleshow/99876235.cms?from=mdr

    https://www.theguardian.com/world/2023/jun/22/narendra-modi-does-yoga-in-new-york-as-us-state-visit-gets-under-way

    https://www.rosalux.de/news/id/42148/witwenverbrennung-in-indien

    Weitere Links: 

    – Isabel Rohner in der WDR-Sendung “Bücher”: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/buecher/auf-meinem-nachttisch/isabel-rohner-100.html
    – Isabel Rohner in der RBB-Sendung “Zwei auf eins” zum Thema “Kopf” (demnächst hier im Archiv, letztes Drittel der Sendung): https://www.radioeins.de/programm/sendungen/zwei_auf_eins/archiv.html
    – RND über die in Deutschland verbotene “Leihmutterschaft” jubelnd zum “Babyglück”: https://www.rnd.de/panorama/johannes-arlt-homosexueller-spd-bundestagsabgeordneter-ist-vater-geworden-U47I72GRVZCW7KITZQTKNRMMYU.html?utm_medium=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1691518911
    – Das Projekt über “Freier” der Fotografin Bettina Flitner: https://www.bettinaflitner.de/portfolio-1/freier-johns

    DAS BILD ein DETAILAUSSCHNITT VON REGULA STÄMPFLI: ALICE BAILLY 1872-1938, LE THÉ 1914. IN DER AUSSTELLUNG “ANEKDOTEN DES SCHICKSALS”, KUNSTMUSEUM BERN 2023.

    52 min
  • #diepodcastin erinnert an 720 Tage: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Lore Maria Peschel-Gutzeit, Hulda Zwingli, Violaine Vanoyeke, Geschlechterapartheid, sexistische Enteignung & Deepfake-Porno.

    #diepodcastin erinnert an 720 Tage: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Lore Maria Peschel-Gutzeit, Hulda Zwingli, Violaine Vanoyeke, Geschlechterapartheid, sexistische Enteignung & Deepfake-Porno.

    Am 2.9.2023 ist Lore Maria Peschel-Gutzeit gestorben, eine DER wichtigsten Juristinnen in der deutschen Rechtsgeschichte. Als Justizsenatorin von Hamburg war sie Teil der Gemeinsamen Verfassungskommission, auf die 1994 die Erweiterung von Art. 3 des Grundgesetzes zurückgeht: “Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männer und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.” 1968 erkämpfte Peschel-Gutzeit die familienbedingte Teilzeit für Beamtinnen (und Beamte) im Bundesbeamtengesetz (“Lex Peschel”), 1978 formulierte sie die Klage gegen den Stern wegen sexistischer Werbung. Sie kämpfte gegen Pornografisierung und Diskriminierung von Frauen in der Öffentlichkeit. Sie war Vorsitzende des Juristinnenbundes von 1977-1981 und seine Ehrenpräsidentin – und arbeitete bis zuletzt, mit über 90, noch in der eigenen Kanzlei. Jetzt gilt es, ihre Verdienste sichtbar zu halten – so wie es aktuell in der Schweiz mit der verstorbenen Bundesrichterin Margrit Bigler-Eggenberger geschieht.

    laStaempfli bringt voller Begeisterung Hulda Zwingli for ever: Die Frauen sind im Kunsthaus und sie sind nicht einmal nackt. 1481 Ausstellungen eröffnete das Kunsthaus Zürich insgesamt, NUR 60 DAVON EINZELAUSSTELLUNGEN VON FRAUEN. Die neue Direktorin Ann Demeester ist in der 110 Jährigen Geschichte des Hauses die erste Frau an dessen Spitze. Das anonyme Künstlerkollektiv Hulda Zwingli stellt genial aus und für ein Jahr im Kunsthaus Zürich, siehe https://www.kunsthaus.ch/sammlung/recollect/

    Das Künstlerinnenkollektiv Hulda Zwingli war es auch, das Isabel Rohner auf die Geschichte der französischen Schriftstellerin Violaine Vanoyeke hingewiesen hat: Seit 2020 hat sie nämlich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise eine Statue! 1,85 Meter hoch, aus 600 Kilo Marmor zeigt die Statue Violaine Vanoyeke in purer Lebenskraft. Das Interessante dabei: Die Schriftstellerin hat die Statue selber in Auftrag gegeben – und lebt noch! So funktioniert Sichtbarkeit im Leben und darüber hinaus auch für Frauen.

    laStaempfli und die Rohnerin bringen mehrere Beispiele ZUR THEORIE DER SEXISTISCHEN ENTEIGNUNG (copyright von #diepodcastin & Regula Staempfli). laStaempfli buchte Tickets und Hotel – ihr Partner kriegte alles billiger; die Hotelzimmer sind für Männer immer besser, überall werden Frauen enteignet: KI bringt zutiefst sexistische Enteignung auf Plattformen. Frauen werden schlechter gerated, sie kriegen schlechtere Jobangebote, sie verdienen weniger, sie müssen mehr zahlen usw. Das neuste Beispiel bringt Ingrid Brodnig mit dem PORNO-DEEPFAKE – da werden bekannten Frauen Gesichter von Pornodarstellerinnen aucodiert, um sie völlig zu entmenschlichen. #diepodcastin, die Rohnerin wird über diesem Bericht sarkastisch und verweist darauf, wie absurd, hinterhältig und völlig entwürdigend es ist, von Frauen bei solchen Pornos oder sog. Sexarbeit dann von “FREIWILLIGKEIT” zu sprechen. Würden derart rassistische Filme wie die sexistischen Pornos überall im Netz verbreitet, es gäbe einen Riesensturm: So sehen Google und X kaum Handlungsbedarf – siehe Profil 10.9.2023. Dazu hat laStaempfli auch einen neuen Artikel im Kulturmagazin ensuite und einen neuen Begriff kreiert, also ein Verb: misogynieren.

    Die Rohnerin erinnert daran, dass die Taliban in Afghanistan den Mädchen seit 720 (!) Tagen das Recht auf Bildung verweigern. Seit 720 Tagen dürfen Mädchen ab dem 5. Klasse nicht mehr zur Schule. Seit 260 Tagen sind die Universitäten für Frauen geschlossen. Vor unseren Augen werden Talente, Träume, Leben von Mädchen und Frauen in Afghanistan zertreten.Isabel Rohner weist darauf hin, dass diese Schicksale nicht anders bewertet werden dürfen, weil es sich um Frauen in Afghanistan handelt. Frauen müssen überall – wie in den vergangenen 20 Jahren auch in Afghanistan! – das Recht haben, ökonomische unabhängig zu leben, Zugang zu Bildung zu haben, mobil zu sein. Die Rohnerin zählt auf, was sie in der vergangenen Woche erleben durfte: von Auftritten der 19jährigen Schlagzeugerin Mélissa Hardegger und der Schweizer Musikikone Marie Louise Werth bis zu Treffen mit der Pionierin der feministischen Ökonomie Elisabeth Stiefel und dem 2. Rang ihrer Nichte beim Halbmarathon. Keines dieser Frauenleben ist unter den Taliban möglich!
    Links:
    – Die Statue von Violaine Vanoyeke: https://www.nzz.ch/feuilleton/friedhof-pere-lachaise-der-touristen-magnet-hat-eine-neue-attraktion-erhalten-ld.1753659
    – Zur Pornografisierung des Alltags Regula Stämpfli in 2007: Die Macht des richtigen Friseurs, “Die Liebe in Zeiten der Grausamkeiten.” Sollte bald neu aufgelegt werden.
    -Zum Hotelzimmer, das für Männer reserviert ist: Isabel Rohner Gretchens Rache.
    -Zu Frankreich und Vergewaltigungskultur von laStaempfli https://www.ensuite.ch/metooinceste-und-frankreichs-vergewaltigungskultur/
    -Sexistische Enteignung in MediaTOO unbedingt nachhören: https://www.srf.ch/audio/medientalk/sechs-frauen-werfen-republik-reporter-sexuelle-belaestigung-vor?id=12443572

     

    *misogynieren = Handeln, erzählen und das Verhalten einer Person mit der Absicht, unbewusst oder bewusst, Frauenfeindlichkeit, Unsichtbarkeit von Frauen und Frauendiskriminierung zu fördern. Misogynieren verbreitet Klischées, Stereotypen, diskriminierende Werturteile gegenüber Frauen sowie das Ignorieren und Herabwürdigen der Frauengeschichte, deren Rechte und Beiträge in allen gesellschaftlich, wissenschaftlich, kulturell und politischen Bereichen.

     

    Bild ist von Regula Stämpfli ARTSY Juni 2023, von laStaempfli copyright. 

    51 min
  • #diepodcastin mit Geopolitik & Feminismus: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick mit Schwerpunkt sog. Selbstbestimmungsgesetz.

    #diepodcastin mit Geopolitik & Feminismus: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick mit Schwerpunkt sog. Selbstbestimmungsgesetz.

    “Die Podcastin” nimmt zu Beginn wieder eine große Vorkämpferin in den Blick, diesmal  Susan B. Anthony (1820-1906) eine Pionierin der amerikanischen Frauenbewegungen. Schöne Diskussion über Pionierinnen.
     
    Erkenntnis der Woche ist für die Rohnerin, dass sich hinter “KI”, also der “Künstlichen Intelligenz”, offenbar in vielen Fällen schlicht “Klaus-Ingo” verbirgt: ein mindestens 50jähriger Mann im fleckigen Unterhemd. Sie hat ein konkretes Beispiel für die sexistische Bias mitgebracht, auf deren Basis die Algorithmen arbeiten: Eine Bekannte (30 Jahre alt) hat mit einem Kollegen eine “KI” zur Generierung von Bewerbungsfotos verwendet. Vorgabe für die KI: Bewerbungsfotos für eine Marketingstelle in einem Konzern, Stil Business casual. Beide Vorgabentexte waren genau gleich, einziger Unterschied war, dass sie das Kreuz bei “weiblich” machte und ihr Kollege bei “männlich”. Für 25 Euro und 14 eigenen Fotos kreierte “Klaus Ingo” daraufhin 200 “Bewerbungsfotos”. Resultat: Der männliche Kollege hätte rund 20 der Fotos verwenden können (und tut dies mit einem nun auch auf LinkedIn). Die Bekannte jedoch kann kein einziges der Fotos nutzen – ein Großteil der Fotos zeigen sie im Bikini (!), mit nacktem Bauch und übergroßen Brüsten.

    laStaempfli zu BRICS siehe Geopolitik: BRICS Staaten Verteidigung der Demokratie und des Westens und das katastrophale Versagen der Medien punkto Relevanz und Themen zur Stärkung der Demokratie. https://kleinreport.ch/news/propaganda-fur-antidemokraten-schweizer-medien-der-brics-gipfel-102493/

    laStaempfli empfiehlt SRF: Eine Extrasendung des Medientalks SRF zur sexuellen Belästigung durch einen Starjournalisten. Er soll über Jahre junge Journalistinnen mit seinem Starimage verführt und missbraucht haben.https://www.srf.ch/audio/medientalk/sechs-frauen-werfen-republik-reporter-sexuelle-belaestigung-vor?id=12443572

    Das sogenannte “Selbstbestimmungsgesetz” wurde am 23.8. vom Kabinett beschlossen. Damit geht der Entwurf nun in den parlamentarischen Prozess (und kann auch dort noch verhindert werden!). Die Rohnerin zeigt sich erstaunt, dass die Ampel sich dies vor den anstehenden Wahlen in Bayern und Hessen traut. Politisch hält die Rohnerin dies für extrem unklug.
    Auch wenn sich im Vergleich zum 1. Referentenentwurf einiges geändert hat im Text, das Vorhaben bleibt HOCH PROBLEMATISCH:
    1. Das Gesetz (wenn es so in Kraft treten würde) bedeutet einen Paradigmenwechsel im Recht. Der Geschlechtseintrag basiert dann nicht mehr auf dem Geschlecht “weiblich” oder “männlich”, sondern allein auf einem Sprechakt und einem Gefühl. Frauen gelten dann nicht mehr als Frauen, weil sie weiblich sind – sondern alle sind Frauen, die einen weiblichen Vornamen (vergl. § 2 Abs 3) haben. Das ist die Auflösung der Kategorie “Frau” – und ein Problem für unser Grundgesetz (“Männer und Frauen sind gleichberechtigt.” Art. 3).
    2. Das Gesetz richtet sich NICHT an Transpersonen, sondern an alle Menschen, die in Deutschland leben. ALLE haben das Recht, einmal im Jahr (!) ihren Geschlechtseintrag ändern zu lassen.
    3. Der Gesetzesentwurf bietet immer noch immenses Missbrauchspotential. Doppelte Geschlechtsidentität bei Doppelbürgern? Nicht bedacht! Oder bei Kindern von 0-14, wo die Eltern diese Eintragungen nach Gutdünken vornehmen können. Was ist bspw. in den Fällen, wo ein Elternteil eine Entführung plant – und sich und dein Kindern auf diesem Weg neue Identitäten verschaffen kann, die eine Suche erschweren? Was ist mit den Eltern, die aufgrund von starren Vorstellungen von “Geschlecht” solche Eintragungen vornehmen? A la: Mein Sohn spielt gern mit Puppen – er muss ein Mädchen sein! Meine Tochter liebt Fußball – sie muss ein Junge sein? Wie sollen Kinder geschützt werden??
    4. Bei Kindern ab 14 widerum werden die Rechte der Eltern beschränkt. Wenn diese Kinder beschließen, ihren Geschlechtseintrag ändern zu wollen, brauchen sie eigentlich die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Erhalten sie diese jedoch nicht – weil die Eltern keine überstürzte Entscheidung unterstützen oder eine psychologische Begleitung möchten – haben diese Kinder das Recht, ihre Eltern über ein Familiengericht bei dieser Entscheidung entrechten zu lassen.
    5. Das Gesetz ist frauenfeindlich (s. Punkt 1). Hausrecht und Offenbarungsverbot stehen hier nach wie vor potentiell im Widerspruch. Wie sollen Frauengefängnisse, Frauenhäuser oder auch eine Frauensauna ihr Hausrecht wahren können, wenn sie dazu doch die ursprüngliche Geschlechtlichkeit des Gegenübers offenbaren müssen? Die Frauenquote – eine Krücke, die dazu da ist, Nachteile, die Frauen erleben, weil sie Frauen sind, zu beheben – wird ausgehebelt.
    6. Statistiken bspw. zu Straftaten oder Gewalt verlieren an Aussagekraft.
    Jetzt sind Demokratinnen und Demokraten gefragt! Wendet euch an eure Abgeordneten. Und lasst euch nicht davon abschrecken, dass die AfD hier in der Debatte sehr aktiv sein wird. Nur weil die Falschen das Richtige sagen, wird das Richtige nicht falsch. (Regula Stämpfli)
    Und nochmals ganz deutlich: Bei diesem Gesetz geht es NICHT um Transsexuelle, die unsere Unterstützung brauchen!! Wenn es um sie ginge, hätte die Ampel längt das bestehende Transsexuellengesetz schlank novellieren können. Die Podcastin wirbt seit über einem Jahr dafür!

    Regula Stämpfli ist über die Leerstellen im öffentlichen Diskurs entsetzt: ES FEHLT DIE STAATSRECHTLICHE DIMENSION, völlig. Keine einzige Expertin ausser in den Kreisen um #diepodcastin thematisiert den engen Zusammenhang zwischen digitaler Auflösung der Wirklichkeit und diesem ersten, neuen Gesetzesentwurf der Ampel-Regierung. Dabei ist mit dem sog. Selbstbestimmungsgesetz ein Paradigmenwechsel der gefährlichsten Art festgelegt: Sprechakte, die Ideologie entscheiden über Verfassungsrecht, rechtsethische Tradition, über Familienrecht, über BürgerInnen-rechte, über Faktisch und Nicht-Faktisch. Dass dies niemanden auffällt, ist der EIGENTLICHE DEMOKRATIEPOLITISCHE SKANDAL. Es geht nicht um Medizin, Biologie oder Besserstellung von Transsexuellen, ES GEHT DARUM, DIE DEMOKRATIE AUF DIE IDEOLOGIE DER SPRECHAKTE WIDER ALLE GRUNDRECHTE DURCHZUSETZEN. In dieser Epoche definieren Codes und Automatismen unser tägliches Leben und nicht unsere Grundrechte, unser politisches Handeln sowie unseren Alltag. Dieses antidemokratische Aushebeln soll und muss den Beteiligten vor die Füsse fallen. Das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt, indem erstmals in einem Beschluss einer Nachkriegsregierung wiederum Sprachregelungen,d.h. Ideologie, Gesetz werden sollen. #HannahArendtLectures. 

    Das Bild zur Folge stammt von einer Fotografie von Regula Stämpfli des Bildes der grossen Tamara de Lempicka.

    Links:

    – Gesetzesentwurf zum sogenannten “Selbstbestimmungsgesetz”, wie er vom Kabinett beschlossen worden ist: https://www.bmfsfj.de/resource/blob/229616/b4f835d1a1da28f1ef51552846f1e20a/gesetzentwurf-kabinett-data.pdf

    Das grosse Demokratieloch sowohl im Podcast als auch in Schrift und deutsch/englisch: http://ta-swiss-futurepodcast.online/introduction-big-democracy-data-gap-von-regula-staempfli Auf der Homepage findet sich Englisch und Deutschversion als Audio und hier der Text: https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf

    1 hr 4 min
  • #diepodcastin rechtsethisch: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Tilla Durieux, "Sexkauf" - die neue Studie, falsche Drogenpolitik & angepasste Frauen.

    #diepodcastin rechtsethisch: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Tilla Durieux, “Sexkauf” – die neue Studie, falsche Drogenpolitik & angepasste Frauen.

    Heute musst die Rohnerin die Folge fast ganz allein stemmen und sie tat dies mit Bravour: laStaempfli ist an der Wiener Leitung gescheitert, wir bitten wegen Stimmüberschneidungen um Entschuldigung.

    “Ich halte es für zynisch, die Existenz von Geschlecht zu hinterfragen, während zeitgleich Abermillionen von Frauen wegen ihres Geschlechts weltweit genitalverstümmelt, zwangsverschleiert, entrechtet, pränatal abgetrieben und unterbezahlt werden.” Gertraud Klemm
    Die österreichische Schriftstellerin Gertraud Klemm (“Einzeller”, “Hippocampus”) bringts in ihrem Artikel im Standard diese Woche auf den Punkt (Link unten). Und wird direkt von einem schweizerischen “Medienmann” auf Twitter zurechtgewiesen, das sei ja wohl “unterkomplex”. Vielen Dank für dieses Mansplaining ohne Substanz, finden Regula Stämpfli und Isabel Rohner.
    Die Rohnerin war diese Woche in der Tilla Durieux-Ausstellung in Berlin. Tilla Durieux (1880-1971) war eine der wichtigsten und erfolgreichsten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum – und sie wurde über ihre ganze lange Schaffensphase hinweg von Künstlerinnen und Künstlern ihrer Zeit immer wieder gemalt, fotografiert und in Bronze gegossen. Besonders beeindruckend fand Isabel Rohner die Statue “Tilla Durieux als Lady Macbeth” von Mary Duras (1898-1982): Was für eine Kraft die fast 60jährige Durieux hier ausstrahlt! Das erinnert uns daran, wie sehr Darstellungen, Denkmäler, Statuen von Frauen und von älteren Frauen im öffentlichen Raum fehlen. Frauenstatuen, die tatsächlich für konkrete Frauen stehen – und nicht wie bspw. die zugegeben wunderschöne “Primavera”-Statue der Hochschule Flensburg nur für einen nackten Frauenkörper und den “Frühling”. Die Rohnerin fand die Geschichte um die Verbannung dieser Statue aus dem Foyer der Hochschule aufgrund “ihrer breiten Hüften” völlig falsch. Sie wünscht sich aber gerade in Hochschulen mehr sichtbare wissenschaftliche weibliche Vorbilder – gern angezogen.
    Vergessen die Frauen aus lauter Verständnis für andere Gruppen (in diesem Fall Dealer und Junkies in Berlin) ihre eigenen Interessen? Eine spannende Diskussion von LaStämpfli und der Rohnerin über falsche Drogenpolitik und angepasste Frauen.
    Links:
    – Gertraud Klemms kluger Artikel im Standard: https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/3000000182602/frau-zwischen-barbie-flinta-und-terf
    – Tilla Durieux im Kolbe-Museum Berlin: https://georg-kolbe-museum.de/programm/ausstellungen/tilla-durieux/
    – Der Fall der Primavera an der Hochschule Flensburg: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Kunst-oder-anstoessig-Diskussion-um-Primavera-an-Flensburger-Uni,skulpturenstreit100.html
    – Tagesspiegel über die Frauen rund um den Görlitzer Park (leider paywall): https://www.tagesspiegel.de/berlin/die-politiker-lassen-uns-hier-allein-jetzt-sprechen-die-frauen-aus-dem-kiez-am-gorlitzer-park-10292662.html
    Das Buch: Sexkauf, Eine rechtliche und rechtsethische Untersuchung der Prostitution von Elke Mack und Ulrich Rommelfanger. 
    Bild von Isabel Rohner, Tilla Durieux von Mary Duras.
    54 min
  • #diepodcastin über QueenBees: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu Charlotte Salomon,zu Frankreichs Laizismus, Fussball WM, Gertraud Klemm-Empfehlung und zur Frage: Was ist Feminismus anhand von Movie-Schwerpunkten (Oppenheimer & Barbie) & weibliches Begehr

    #diepodcastin über QueenBees: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu Charlotte Salomon,zu Frankreichs Laizismus, Fussball WM, Gertraud Klemm-Empfehlung und zur Frage: Was ist Feminismus anhand von Movie-Schwerpunkten (Oppenheimer & Barbie) & weibliches Begehren.

    Die Podcastin beginnt dieses Mal mit einem Zitat der Historikerin Gerda Lerner, das sich alle Frauen auf ihre Fahnen schreiben sollten:
    “Wohin du auch gehst: Dein Job ist es, ein, zwei andere Frauen mitzunehmen. Wenn du das nicht tust, ist mir ganz egal, wohin du gehst.”
    Regula Stämpfli und Isabel Rohner sprechen über das sogenannte “Queen Bee”-Syndrom: Die Logik, dass eine Frau in einem Bereich völlig ausreichend ist. Eine Meinung, die manchmal auch von den Frauen selber vertreten wird. Ein Beispiel von sprechendem Denken, das die ganze Folge prägen wird!
    Die Rohnerin hat gestern Tagesschau geschaut und konnte es bei der Sportberichterstattung fast nicht glauben: Über 5 Minuten ging es ausschließlich um Frauen und ihre sportlichen Erfolge! Das erinnerte sie schmerzlich daran, wie normal es für uns alle ist, in Sportberichterstattungen ausschließlich von Männern und Männersport zu hören.
    In Frankreich hat unterdessen das Verwaltungsgericht das Kopftuchverbot im Sport bestätigt. Wir erinnern uns: In Frankreich gilt seit 2004 ein Kopftuchverbot in staatlichen Institutionen, auch an Schulen – mit überaus positiven Folgen für die Gesellschaft, wie eine großangelegte Studie 2022 herausgearbeitet hat: Das Kopftuchverbot förderte die Bildungserfolge der Mädchen und Frauen, förderte die Integration, förderte Freundschaften und Beziehungen über die Religionen hinweg. Seit 2016 hatte auch der Französische Fußballverband eine entsprechende Klausel in seinem Reglement. Diese wurde nun vom Verwaltungsgericht bestätigt. Im Interesse des Sports. Und im Interesse der Frauen und Mädchen. Eine gute Nachricht!

    Anne Rabe hat einen Superessay über Missbrauch von Teenagern in Ferienlagern geschrieben. Die Eltern geben die Kinder ab, es sei ein Ferienlager ohne strenge Reitlehrer und ohne fixen Zeitplan, quasi ein Paradies für Kinder – well ein Paradies für Täter. Die, nicht schweigen, sondern ihre sexuelle Gewalt als Normalität, als Kult, als Geste, als Stil inszenieren wie laStaempfli anhand der Pop-Kultur und des Genie-Gestus ausführt. https://www.54books.de/die-taeter-schweigen-nicht/

    laStaempfli bringt ihre Kritik zu #BarbieTheMovie und die Rohnerin kontert genial: Weil es so wenige Filme gibt, in denen selbst die Minimalanforderung, dass zwei Frauen miteinander reden, nicht erfüllt werden, sind wir wie ausgehungert, wenn es endlich einen sog. Frauenfilm gibt. Dennoch bringt laStaempfli hier im Text ihre wichtigsten Kritikpunkte: Es ist eine asexuelle pinke Puppenironie nicht eines Matriarchates, sondern eines Jungfrauenchates – ein klassischer Prinzessinnentraum. Es geht um Frauen, die sich weigern, erwachsen zu werden. Und die Tatsache, dass Barbie ausgerechnet ins Originalpatriarchat zurück will, ist so absurd wie die Musik grottenschlecht ist. Aus der Kritik entwickelt sich sprechendes Denken zwischen Isabel Rohner und Regula Stämpfli vom Feinsten.  

    Die Rohnerin hat einen Buchtipp mitgebracht: Gertraud Klemms “Einzeller” ist ein Roman wie ein Rausch! Klemm erzählt die Geschichte einer Frauen-WG von Frauen jeden Alters und aller feministischen Strömungen. Während die fünf Frauen in der WG diskutieren und sich fetzen, erstarkt draußen, in der wirklichen Welt die reale Rechte und gewinnt an politischer Macht. Eine Metapher für den Feminismus im 21. Jahrhundert – virtuos geschrieben, stellenweise wahnsinnig lustig und absurd komisch, gleichzeitig gnadenlos und schmerzhaft wahr.
    Links:
    – Studie (2022) über die Effekte des französischen Kopftuchverbots an Schulen: https://fowid.de/meldung/frankreich-effekte-des-kopftuchverbots-schulen
    – Urteil des Verwaltungsgerichts in Frankreich zum Kopftuchverbot im Fußball: https://www.nzz.ch/international/frankreich-verbietet-den-hijab-auf-dem-fussballplatz-ld.1745158
    – Gertraud Klemm “Einzeller”: https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/einzeller/

    Den Film über Simone Veil “Ein Leben für Europa”, den laStaempfli so liebt, gibt es – oh Schande, nicht zu streamen. Es ist eine Katastrophe, dabei ist der Film umwerfend gut. Wer weiter weiss, soll sich melden.

    Das Bild ist von Charlotte Salomon “Paulinka Bimbam” – ihre Stiefmutter, Paula Lindberg. Zu Charlotte Salomon, die wir alle kennen sollten FemBio von Luise F. Pusch: siehe https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/charlotte-salomon/ In München ist noch die herausragende Ausstellung zu dieser umwerfenden Künstlerin zu sehen. Der Bildausschnitt wurde in der Ausstellung fotografiert von Regula Stämpfli.

    46 min

About DiePodcastin

From the publisher's feed

Der feministische Politwochenrueckblick von Isabel Rohner & Regula Staempfli

More shows like DiePodcastin

Das Wissen | SWR by SWR

Das Wissen | SWR

107 Listeners

Hörsaal - Deutschlandfunk Nova by Deutschlandfunk Nova

Hörsaal - Deutschlandfunk Nova

29 Listeners

Auf den Punkt by Süddeutsche Zeitung

Auf den Punkt

58 Listeners

NZZ Akzent by NZZ

NZZ Akzent

33 Listeners

Sternstunde Philosophie by Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Sternstunde Philosophie

35 Listeners

Dreimal freie Meinung - Der Debatten Podcast by MAASS·GENAU, Wolfgang Bosbach, Hans-Ulrich Jörges, Christian Rach

Dreimal freie Meinung - Der Debatten Podcast

10 Listeners

Lanz + Precht by ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

Lanz + Precht

314 Listeners

Basta Berlin- der alternativlose Podcast by Benjamin Gollme und Marcel Joppa

Basta Berlin- der alternativlose Podcast

4 Listeners

RONZHEIMER. by Paul Ronzheimer

RONZHEIMER.

141 Listeners

Cicero Podcasts by Cicero – Magazin für politische Kultur

Cicero Podcasts

7 Listeners

Politik mit Anne Will by Anne Will

Politik mit Anne Will

40 Listeners

Jasmin Kosubek by Jasmin Kosubek

Jasmin Kosubek

1 Listeners

Der schwarze Kanal by FOCUS

Der schwarze Kanal

12 Listeners

Sternstunde Philosophie: Zimmer 42 - mit Barbara Bleisch by Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Sternstunde Philosophie: Zimmer 42 - mit Barbara Bleisch

22 Listeners

Gegenaufklärung by Gegenaufklärung

Gegenaufklärung

0 Listeners