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  • #diepodcastin hochpolitisch: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über codierte Automatisierung, Wannsee-Konferenz Film & Deliberation, Sonja Rueff-Frenkel im TagesAnzeiger: Antisemitismus & Antifeminismus combined.

    #diepodcastin hochpolitisch: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über codierte Automatisierung, Wannsee-Konferenz Film & Deliberation, Sonja Rueff-Frenkel im TagesAnzeiger: Antisemitismus & Antifeminismus combined.

    Zitat zu Beginn von Fran Ross. Buchtipp: OREO; übersetzt von Pieke Biermann, die den Übersetzerinnenpreis 2020 in Leipzig gekriegt hat.

    Die Rohnerin ist bei ihrer täglichen Zeitungslektüre auf den Text “Ich empfehle Nietzsche” von Johannes Soltau (Tagesspiegel) gestoßen: Soltau führt ein Interview mit GPT3, einem Textgenerator, also einer sogenannten “Künstlichen Intelligenz” – ein Text, der auf verschiedenen Ebenen hoch interessant ist. Zum einen verdeutlicht er einem größeren Publikum, wie weit die bestehenden Textgeneratoren sind und dass sie inzwischen problemlos den sogenannten “Turing-Test” bestehen, LeserInnen also nicht mehr feststellen können, ob ein Text von einem Menschen oder einem Computer stammt. Gleichzeitig zeigt Soltau, wie sehr Computer in männlichen Dimensionen zu agieren lernen – weil die Personen, die sie füttern bzw. mit ihnen Interviews führen, in männlichen Dimensionen denken. Die Rohnerin führt klug aus: Auf Soltaus Fragen an die Maschine, “von welchem Autor” das Programm am meisten gelernt habe und “mit welchem Schriftsteller” es sich ehesten vergleiche, antwortet der Computer ausschließlich mit Männernamen. Es wäre interessant gewesen, welche Namen gekommen wären, hätte der Interviewer auch nach Autorinnen und Schriftstellerinnen gefragt – oder nach beidem. So wird das generische Maskulinum (wenn es denn eines war…) als biologisches verstanden. So männlich die Sprachwelt ist, so männlich bleibt die Welt, die Computer uns zurückspiegeln. Zwar fragt Soltau nach der Diskriminierung von Frauen und, ja, auch davon hat der Computer bereits gehört. Doch durch die reine Thematisierung von Diskriminierung ändert sich der Lernkanon nicht. Er bleibt männlich. Nur um Diskriminierung zu wissen, reicht eben nicht aus, um die Welt zu verändern.

    laStaempfli verweist auf die automatisierte Repetition und Rechensysteme, die fälschlicherweise “Intelligenz” genannt werden. Aus laStaempflis Artikel zu den Datenlöchern: “Democracy Data Gaps sind algorithmische Leerstellen, die für riesige demokratiefeindliche und sexistische Datenlöcher verantwortlich sind.” Unten die Links zu Podcasts und Artikel.

    Die Rohnerin empfiehlt den Hörerinnen und Hörern die Verfilmung von “Die Wannsee-Konferenz”. Hier entwickelt sich ein famoses Streitgespräch zwischen den beiden Podcastin-Macherinnen. Lernen wir, indem Täter visualisert werden – oder werden sie genau dadurch entweder verharmlost oder aufs Heldenpodest gehoben? Bildet euch selber eure Meinung!

    laStaempfli argumentiert mit dem falschen Fokus auf die Täter. Nicht das “wir handeln demokratisch” steht im Vordergrund solcher Inszenierungen, sondern episodische, schnittige Uniformen, die ein Gruseln verursachen. So löst sich die Welt in Einzelphänomene und falsche Bilder auf, die im Laufe der Zeit immer mehr zu erzählerischen Naonteilchen mutieren. laStaempfli liefert hier das Zitat von Imre Kértesz  aus ihrem Buch von 2007: “Imre Kertész erklärt in seinem Vortrag WEM GEHÖRT AUSCHWITZ, wie wichtige historische Zusammenhänge verkehrt werden, nur um einer ahistorischen Live-Gesellschaft der erinnerungslosen Moderne anheim zu fallen. “Inzwischen leben wir inmitten von dinosaurierhaften Spielberg-Kitsch” (…) Warum soll ich als Überlebender des Holocaust und im Besitz werer Erfahrungen des Terrors mich darüber freuen, dass immer mehr Menschen diese Erfahrung auf der Leinwand sehen – und zwar verfälscht? Das Konzentrationslager ist ausschliesslich in Form von Literatur vorstellbar, als Realität nicht. Auch nicht – und sogar dann am wenigsten -, wenn wir es erleben.” S. 126 aus Der Macht des richtigen Friseurs.

    Antisemitismus und Antifeminismus sind ideologisch und historisch und gegenwärtig eng verschränkt…. hier das Beispiel des unglaubliches Porträts von Sonja Rueff-Frenkel im TagesAnzeiger.

    und im Übrigen fordern wir die Abschaffung der Männerquote!

    Das Bild zur heutigen Episode stammt von Sarah Hauber, fotografiert von laStaempfli anlässlich der MOST WANTED FEMALE ART AUCTION im März 2021.

    KORRIGENDA1: laStaempfli behauptet in der Hitze des Gefechts, der Onkel von Mauch sei ein Bührle gewesen: Nein. Er hat den Bührle-Konzern nur während langer Jahre geleitet. Dies nur im Hinblick auf die Tatsache, dass eine links-grüne Stadtregierung einen Millionen-Kunstbunker für einen Rüstungskonzern mit “umstrittener” Vergangenheit errichten liess.

    KORRIGENDA2: Es sind nicht Kantonswahlen Zürich, sondern Stadt- und Gemeinderatswahlen Zürich.

    Links:

    – Der Artikel von Johannes Soltau “Ich empfehle Nietzsche” (Interview mit GPT3) ist aktuell nicht online einsehbar.
    – Verfilmung “Die Wannsee-Konferenz” von Matti Geschonnik in der Mediathek: https://www.zdf.de/filme/die-wannseekonferenz

    KI höre auch : http://ta-swiss-futurepodcast.online/anna-maetzener-weshalb-es-algorithmwatch-braucht

    https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf

    Regula Stämpfli: “Die Macht des richtigen Friseurs”. Über Bilder, Medien und Frauen, Bruxelles bei Bartleby& Co, 2007. Und nachhören auf Youtube einige Folgen zum Nachdenken über Geschichte auf dem Stämpfli-Kanal.

    Zum Porträt Sonja Rueff-Frenkel siehe die sehr seltsame Selbstentschuldigung: https://www.tagesanzeiger.ch/wir-entschuldigen-uns-596562489688

     

    50 min
  • #diepodcastin über Auszeichnungen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu Veronica Yoko Plebani, Angela Merkel, Annalena Baerbock, Hulda Zwingli, Annika Brockschmidt, Jolanda Spiess-Hegglin, Kunsthaus Zürich, Ann Demeester & andere patriarchale Unwegsamkeiten

    #diepodcastin über Auszeichnungen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu Veronica Yoko Plebani, Angela Merkel, Annalena Baerbock, Hulda Zwingli, Annika Brockschmidt, Jolanda Spiess-Hegglin, Kunsthaus Zürich, Ann Demeester & andere patriarchale Unwegsamkeiten.

    Zu Beginn schwärmt laStaempfli von der italienischen VOGUE, die die Rohnerin überhaupt nicht kennt. Was laStaempfli inspiriert, einen Artikel zu schreiben: Weshalb ich Modezeitschriften mag. Veronica Yoko Plebani folgen – sie ist die Titelfrau “confidence” mit einem genialen Insta-Account und Story.

    Die Rohnerin bringt den Verzicht von Angela Merkel auf das Amt der Ehrenvorsitzenden der CDU und deren Begründung, dies sei nicht mehr zeitgemäss. #diepodcastin kann sich auf “bemerkenswerter Akt” einigen, wobei sich eine spannende Diskussion um Frauen, Ehrenämter & Ehrendoktorinnen gibt: laStaempfli will, wie Rohnerin auch – und beide haben dies schon redlich verdient – mindestens eine Ehrendoktorin einer europäischen Universität – laStaempfli findet ja, eine ist keine…

    laStaempfli bringt einen Post von Hulda Zwingli, DEM BESTEN GUERILLA GIRL ACCOUNT AUF INSTAGRAM für den deutschsprachigen Raum. Das Museumsmagazin Zürich fordert Frauen auf, doch die historisch bedingte Realität aushalten zu wollen. Die Rohnerin analysiert messerscharf – hier müsst Ihr alle Original hören. laStaempfli bringt noch ein Zitat von Heidi Boscher aus einem Gespräch: “Kunst kann nur dann Zukunft gestalten, wenn sie die Gegenwart kritisch dekonstruiert – und vor allem feministisch dekonstruiert.” Wie oft waren Frauen Vorreiterinnen und die Welt wäre ein besserer Ort, hätte mann ihnen zugehört!

    Dann ein struktureller Machttext GEGEN FRAUEN ALLGEMEIN, gegen Annalena Baerbock im Besonderen. Die Rohnerin: “Christian Lindner wirkte angstfrei. Vielleicht ist er vom Naturell her unbekümmerter als viele, unbeschwerter, einerlei, er war ernst und dem Ernst der Lage gewachsen.” Wie? So ein Text über einen deutschen Spitzenpolitiker ist undenkbar? Richtig! Doch genauso – lediglich der Name ist ausgetauscht – schreibt im Jahr 2021 der Chefredakteur einer der wichtigsten deutschen Zeitungen, Stephan-Andreas Casdorff vom Tagesspiegel, über das Treffen zwischen der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock und dem russischen Außenminister Lawrow. Offensichtlich gilt auch für Menschen, deren Job die Sprache ist, dass ihnen – sobald es um Frauen geht – die Sprache fehlt. 
     
    Die kluge Historikerin Annika Brockschmidt musste in den letzten Tagen einen Shitstorm auf Twitter erleben: Die Autorin von “Amerikas Gotteskrieger”, einer Analyse des weißen christlichen Nationalismus und der religiösen Rechten in den USA missfiel dem Chef-Europakorrespondenten von Politico: Er warf ihr vor, keine Recherchen in den USA betrieben zu haben, sich nicht auf “first hand knowlegde” zu stützen, sondern auf “other sources” und verglich sie sogar mit Relotius – und viele machten dieses Spielchen mit. Liebe Leute: Ein wissenschaftliches, historisches Sachbuch stützt sich auf Quellen und – oha! – ist keine Reportage. Der Vergleich mit Relotius ist lächerlich und rufschädigend. Die Rohnerin und LaStämpfli empfehlen Annika Brockschmidt, hier eine Klage auf Verleumndung anzugehen.
    P.S. an die aufgeregten Herren: Man kann auch über das Mittelalter schreiben, ohne dann gelebt zu haben…! Man nennt es Wissenschaft. laStaempfli kennt den Fall nicht, und deshalb brachte sie auch nicht ein, dass sie schon findet, dass frau mit Interviews auch ein historisches Buch bereichert….aber diese Diskussion führen die beiden vielleicht ein ander Mal.
    Die Zeit im podcast wird knapp: laStaempfli bringt kurz Jolanda Spiess-Hegglin mit dem Jahrhunderprozess und deren Zitat, weshalb sie keinen Vergleich, sondern ein Urteil anstrebe: “Unrecht und Sexismus sollen sich nie mehr lohnen.” Sie musste grad wieder, leider auch von der NZZ Unglaubliche Schlagzeilen erleiden, Titel, die als persönlichkeitsverletzend von den Gerichten schon längst als NICHT MEHR PUBLIZIERBAR gewertet wurden. Doch die Journis in der Deutschschweiz machen weiter Jagd. Es ist übel. Doch die Anwältin ist grossartig und meint vor Gericht: “Rudeljournalismus ist keine juristische Begründung für wiederholte Persönlichkeitsverletzung.”

    Fazit der #diepodcastin dieser Sendung wieder mit einer grossen Erkenntnis (danke Rohnerin!: “Männer, die mit Sprache arbeiten, sind oft sprachlos und/oder verlieren ihre Sprache, wenn es um Frauen geht.”

    Bild von der grossen Naomi Devil, erhältlich über artcare.at The Girl with the FaceMask.

    Links:

    Hier noch das Bild der Vogue: Aus copyright Gründen könnt Ihr Bilder Veronica Yoko Plebani eingeben und das Cover kommt.

    HULDA ZWINGLI AUF INSTAGRAM

    – https://www.tagesspiegel.de/politik/annalena-baerbock-in-moskau-ueber-diesen-auftritt-musste-sogar-lawrow-staunen/27988394.html
    – Folgt Annika Brockschmidt auf Twitter: https://twitter.com/ardenthistorian
    – https://www.zuonline.ch/jetzt-geht-es-um-die-herausgabe-des-gewinns-633292756403
    50 min
  • #diepodcastin on expropriation: "Sexismus ist Enteignung". Isabel Rohner & Regula Stämpfli über neue Sexismustheorie der Rohnerin&laStaempfli, Mariah Carey, Patrizia Laeri, Inside Paradeplatz, Komasaufen, Transschwimmrekorde, Episode KurzBlümel, Trans, Ge

    #diepodcastin on expropriation: “Sexismus ist Enteignung”. Isabel Rohner & Regula Stämpfli über neue Sexismustheorie der Rohnerin&laStaempfli, Mariah Carey, Patrizia Laeri, Inside Paradeplatz, Komasaufen, Transschwimmrekorde, Episode KurzBlümel, Trans, Geschlecht als Resonanzbeziehung.

    Rund um Weihnachten war das Lied “All I want for Xmas is you” von Mariah Carey wieder auf allen Sendern zu hören. Ana Grujic vom “Der Standard” hat das zum Anlass genommen, sich die Berichterstattung über die Sängerin mal genauer anzuschauen. Die Rohnerin ist begeistert: Dieser Artikel ist mal ein positives Beispiel, dass Berichterstattung über Frauen auch richtig klug sein kann. Daumen hoch!
    Und noch etwas Positives: Der 46. Todestag von Agatha Christie am 12. Januar war für die Rohnerin mal wieder ein Anlass, sich mit der Queen of Crime zu befassen, der wir als lesende und schreibende Frauen so viel zu verdanken haben. laStaempfli findet: Die Rohnerin ist die würdige Nachfolgerin von Agatha Christie.
    laStaempfli bringt den Fall Patrizia Laeri und ihren Etappensieg gegen sexistische und geschäftsschädigende Berichterstattung im vielbeachteten “Inside Paradeplatz”-Blog. Patrizia Laeri, Nadine Jürgensen und Simone Züger bilden den Start-Up ELLEXX: Finanzberatung- und -dienstleistung von und für Frauen. Der Journalist, den #diepodcastin nicht mit einem Namen ehren will, redet von der herausragenden Finanzexpertin u.a. als “Seite 2 Girl” und anderem unterirdischen Schrott. laStaempfli ist klar und entwickelt gemeinsam mit der Rohnerin eine neue Sexismustheorie: “Sexismus ist nicht einfach frauenfeindliche Kultur, sondern kommt der Enteignung gleich”: Die attackierten Frauen werden nicht nur als Person, sondern als Berufs- und Karrierefrauen angegriffen und der Möglichkeit der Kapitalbildung beraubt. Das ist der Kern des Sexismus: Die Enteignung von Frauen in allen ökonomischen, politischen und kulturellen Belangen.
    #diepodcastin: “Wie beim Frauenstimmrecht, sind fehlende Rechte nicht einfach “Pech”, sondern strukturelle Gewalt.” laStaempfli: “Eine Demokratie ohne Frauenrechte ist keine Demokratie, sondern eine Geschlechterdiktatur.” Die Rohnerin führt dies zusammen mit der Enteignungstheorie, deshalb gemeinsam als #diepodcastin: “Wer Frauen sexistisch angreift, zielt nicht auf deren Kultur, sondern auf deren Besitz und Karriere.” Folgerichtig entschied denn auch das Gericht in erster Instanz, dass dies so nicht gehe.
    Es gibt einen neuen Männerfilm: Komasaufen mit dem für heterosexuelle Frauen, schmelz, peinlich laStaempfli, die Rohnerin lacht, also, mit dem Mads Mikkelsen über saufende Männer in der Midlife-Crisis. Vinterberg verpasst die Chance, so laStaempfli, die falsche Inszenierung von Coolness und Alkohol zu durchbrechen: Regula Stämpfli ist knallhart. Alkohol und Drogen sind die Hauptursachen für sexuelle und familiäre Gewalt. Die Beschönigung süchtiger Männer, die ihre Beziehungen zerstören, Frauen und Kinder unter ihrer Sucht extrem leiden lassen, geht nicht mehr. Hier braucht es einen Storywechsel.
     
    Dann bricht die Rohnerin alle Rekorde im SPEAK UP, grossartig:
     
    “Lia Thomas bricht gerade alle Rekorde im Women’s College Swimming: Im 1500 Meter Rennen war sie sage und schreibe 38 Sekunden schneller als die Zweitplatzierte – und das in ihrer allerersten Saison im Women’s Swimming! Sie strahlt, freut sich und die Schwimmgeschichte der Frauen wird von einem Tag auf den anderen, von einer Länge zur anderen, neu geschrieben! …. Hintergrundinfo: Bis Mitte November 2019 war Lia Thomas als Schwimmerin bei den Männern aktiv und zwar unter dem Namen Will Thomas.”
    Eine gute Gelegenheit für laStaempfli, ihre Theorie von “Geschlecht als Resonanz und Beziehung” auszuführen. “Geschlecht ist ein feines Gewebe zwischen Natur und Kultur, ein Netz voller biologischer und kulturellen Aspekte. Geschlecht ist keine Testosteronfrage (Biologie), Geschlecht ist auch kein Sprechakt (Kultur), sondern steckt fest in einer von Natur, Politik und Kultur gestalteten Resonanzbeziehung” – (copyright laStaempfli).” Die Rohnerin wie immer auf den Punkt: Frausein ist eben viel mehr als Biologie, die Biologie aber spielt eben auch eine Rolle.
    #diepodcastin führt diese wichtige Kategorie empathisch, schliesslich geht es auch um ihre Identitäten. #diepodcastin führt die Diskussion auch pragmatisch: Im Sport geht es um Wettkampf unter gleichen Bedingungen – darum tritt ja bei den Paralympics auch keine Person mit eingeschränkter Sehfähigkeit gegen jemanden mit einer Beinamputation an. Deshalb wäre die Geschichte einfach: Neue, unterschiedliche Kategorien sind einzuführen. Es geht darum, unter gleichen Bedingungen Leistungen zu VER-GLEICHEN: Ein Wettbewerb unter  Bedingungen hierarchischer Ungleichheit ist kein Wettbewerb, sondern eine Missachtung des zoon politicons Frau. Zudem zeigt unser Beispiel, dass Frauen dorthin versetzt werden, wo das Patriarchat sie am liebsten sieht: In der Verliererposition. Es braucht  zumindest  in einigen Sportarten (im Dressurreiten und Formel1 wahrscheintlich eher nicht) eigene Kategorien für Transpersonen. Auch hier gilt: Wir brauchen im Sport mehr Vielfalt und keine Verdrängung von Frauen. Um mit Hannah Arendt zu Beginn der Folge zu sprechen: Es geht um Wirklichkeit und nicht um Meinungen.
    Zum Bild: laStaempfli nennt es Lucia Cranach 1564/2022. Es ist ursprünglich von Lucas von Cranach mit dem Titel: Bildnis einer Frau. Aber dieser Titel wurde im 19. Jahrhundert, dem weiblichen Enteignungsjahrhundert verliehen. Es ist das Gegenstück zum Bildnis des reichen Kaufmanns. Und Picasso formte das Bild 1958 in einen berühmten Linolschnitt um. Die Frau hat keinen Namen, obwohl sie zu ihrer Zeit nicht nur einen Namen, sondern eine entscheidende Position einnahm. Die Kunstgeschichte ist bekannt dafür, Frauenbildnisse als Namenlose zu sortieren. Oder als “Kurtisanen”, wenn es die bekanntesten und gelehrtesten Frauen ihrer Zeit waren. laStaempfli arbeitet momentan mit und am Bild: Sie nennt es  “Lucia Cranach”; die kluge Frau mit einem fragenden, selbsticherern Blick in Freiheit, die durch ihre reich geschmückte Kleidung signalisiert wird. Sie schaut nicht nur die Betrachterin direkt an, sondern auch ihre und unsere Welt. Der Vorhang soll wohl ein nicht identifiziertes Wappen verdecken: Da hängen sprichwörtlich viele Geschichten drin. Fotografiert im Theatermuseum in Wien von Regula Stämpfli.
    Links:
    – Artikel über Mariah Carey von Ana Gruijic: https://www.derstandard.de/consent/tcf/story/2000132047248/mariah-carey-was-bildet-die-sich-eigentlich-ein
    – Lia Thomas bricht im Schwimmen alle Rekorde: https://www.nytimespost.com/transgender-upenn-swimmer-lia-thomas-smashes-records-during-weekend-meets-14-seconds-ahead-of-rival/
    -laStaempfli im Kapitel Gender im TRUMPISM und der Macht des richtigen Friseurs.
    Ach ja: Kurz und Blümel haben wir vergessen, hier aufzuschreiben, aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so: Sie werden eh nur Kurz und ironisch erwähnt.
    53 min
  • #diepodcastin in der ersten Folge 2022: Isabel Rohner & Regula Stämpfli mit dem feministischen Wochenrückblick. Brutal intelligent, scharf, politisch mit Kunterbunt:von Jordanien über Disneyland hin zu Medientrash mit vielen heissen Doku- & Filmtipps.

    #diepodcastin in der ersten Folge 2022: Isabel Rohner & Regula Stämpfli mit dem feministischen Wochenrückblick. Brutal intelligent, scharf, politisch mit Kunterbunt:von Jordanien über Disneyland hin zu Medientrash mit vielen heissen Doku- & Filmtipps.
    Zum Beginn hat die Rohnerin eine grandiose Nachricht mitgebracht. So titelt das Handelsblatt “Studie: Frauenanteil in Vorstandsetagen steigt auf Höchststand”. Wow, das muss ja ein Spitzenprozentsatz sein! Endlich haben Frauen den Höchststand erreicht  – LaStämpfli schwärmt gar von 80%, die sie nach einer solchen Headline erwarten würde! Groß aber ist die Enttäuschung, liest man im Artikel weiter: Denn der Frauenanteil in deutschen Vorständen liegt aktuell gerade mal bei mickrigen 13,4 %. Warum also, fragen sich die Rohnerin und laStämpfli, titelt das Handelsblatt nicht “Studie: Männeranteil in Vorstandsetagen sinkt knapp unter 90 %”? Die Antwort: Hier wird die unschöne Wirklichkeit mal eben glattgebügelt. Die Botschaft: Ist doch alles gut – ihr Frauen habt doch den Höchststand, also haltet doch mal die Klappe. Die Podcastin wird das garantiert nicht tun.

    laStaempfli mal mit good news:  Clarissa Ward CNN. Ein grosses Interview in der Die Zeit. laStaempfli weist darauf hin, wie fassungslos Journalisten immer noch sind, wenn sie auf Frauen treffen, die ihren Beruf VOR die Familie setzen, respektive in einer derartigen Männerdomäne wie Kriegsberichterstattung einen überdurchschnittlich herausragenden Job machen. Clarissa Ward berichtet live aus Afghanistan für CNN. Larissa Ward hat übrigens bei FOX NEWS begonnen und hier bringt laStaempfli den Gedanken ins Spiel, weshalb ausgerechnet Frauen im rechtspopulistischen, rechtsextremen oder höchst bürgerlichen Lager – sie erinnert an Maggie Thatcher – innerhalb ihrer Reihen so herausragende Karrieren machen können während linke Frauen innerhalb ihrer eigenen Reihen gerne mundtot gemacht werden, teils gemobbt, teils deren Erinnerung gelöscht wird. #diepodcastin denkt laut darüber nach. Spannend und die Hörerinnen sollen doch weitere Thesen liefern.

    Die Rohnerin bringt prügelnde Herren, respektive den zu kritisierenden falschen Medienfokus der Berichterstatter: In jordanischen Parlament prügeln sich die Abgeordneten – und die Medien in Deutschland und in der Schweiz berichten. WARUM sich die Herren in die Haare bekommen, wird da zur Nebensache: In der jordanische Verfassung sollen nun nämlich im Absatz, wo es um die Rechte und Pflichten jordanischer BürgER geht, auch die Frauen erwähnt werden. Dabei sollte das die eigentliche Meldung sein! Das Beispiel Schweiz zeigte, dass dort BürgerINNEN noch bis 1990 ihre Rechte verweigert wurden, weil sie eben nicht in der Kantonsverfassung von Appenzell standen. Das ist keine Bagatelle, hier geht es um Menschenrechte. laStaempfli sieht ein System dahinter und verweist auf die automatisierten Sexismen in der Digitalen Welt. Sie wird dies solange tun bis endlich die Herren der Schöpfung sich dem Informationszeitalter im Zeichen digitaler Reproduktion und der dazugehörigen Sachbuchliteratur von FRAUEN zuwenden.
    laStaempfli mit noch mehr “good news”: Die neue Chefin des Disneykonzerns heisst: Susan Arnold und kommt ursprünglich von Procter & Gamble plus Finanzindustrie. Damit übernimmt zum ersten Mal in der 98jährigen Geschichte von Disney eine Frau diese Position. Auch Susan Arnold stammt aus dem bürgerlichen und finanzpolitisch rechten Lager, sie ist keine Verfechterin von Keynes und laStaempfli verweist wiederum: See, another women from the right makes her career. Was nur fehlt den Linken und Linksliberalen?
    Der Tages-Anzeiger in der Schweiz berichtet über die Zivialklage wegen mehrfacher Vergewaltigung gegen Prinz Andrew im Kontext des Missbrauchs- und Kinderhandelsring von Jeffrey Epstein. Headline: “Der Playboy aus dem Hause Windsor”. Liebes Team des Tages-Anzeigers: Damit verniedlicht ihr Vergewaltigung, Sklaverei und Kindesmissbrauch. Hattet ihr nicht eigentlich vor, 2022 feministischer zu werden? Oder was war nochmals der Hintergrund eures Podcasts “Die Tages-Anzeigerin”? So geht’s jedenfalls nicht.
    laStaempfli bringt Alice Guy, momentan auf ARTE, eine wichtige Dokumentation. Alice Guy war die erste Regisseurin und Produzentin in der Filmgeschichte und dennoch kennt kaum jemand ihren Namen. In ihrer Zeit sehr erfolgreich, dann aber aus der Filmgeschichte, der Geschichte der Kameraführung und der Kinogeschichte hrausradiert. Die Französin, die 1873 in Saint-Mandé geboren wurde und 1968 in den Vereinigten Staaten starb gehört zur FILMPIONIERIN PUR.
    Dies passt gut zu den Filmtipps der Rohnerin  plus laStaempflis kritische Anmerkungen feministischer Natur bei “Don’t look up”, aktuell auf Netflix: Die Rohnerin meint: “Würde jemand aus dem GENIALEN Sachbuch “Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt” von Regula Stämpfli einen Hollywood-Blockbuster machen, herauskäme “Don’t look up”. Ein grandioser Film von Adam McKay über die Absurdität unserer mediengesteuerten Welt. Gnadenlos, böse – und leider nur allzu wahr.
    – “Ich bin dein Mensch” (Regie und Drehbuch Maria Schrader), aktuell in der ARD-Mediathek: Wissenschaftlerin Alma (super gut und mit dem Silbernen Bären und einer Lola als beste Darstellerin ausgezeichnet: Maren Eggert) soll drei Wochen lang das Zusammenleben mit einem Humanoiden (Dan Stevens) austesten – und kommt an die Grenzen ihrer Werteskala. Der Film geht ins Rennen um die Oscars 2022. Die Podcastin drückt alle Daumen!
    Beitragsbild abfotografiert von ARTE: Alice GUY, die vergessene Filmpionierin, die die Welt anders entdeckte. Alle gucken.
    Links:
    – 13,4 Prozent sind kein “Höchststand”, liebes Team des Handelsblattes: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/management-studie-frauenanteil-in-vorstandsetagen-steigt-auf-hoechststand/27954140.html?ticket=ST-574203-pcfGTGng0zVVez3uRFhE-ap4
    – In Jordanien wird über eine Schlägerei berichtet, anstatt über fehlende Demokratie: https://www.spiegel.de/ausland/jordanien-abgeordnete-pruegeln-sich-im-parlament-a-d92ec70e-2039-4255-9383-fde6bd1a97b7
    – “Ich bin dein Mensch”, Film von Maria Schrader in der ARD-Mediathek: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/filmmittwoch-im-ersten/videos/ich-bin-dein-mensch-video-100.html
    – Alice Guy auf ARTE zum nachgucken https://www.arte.tv/de/videos/095829-000-A/alice-guy-die-vergessene-filmpionierin/
    51 min
  • #diepodcastin mit Visionen 2022: Isabel Rohner & Regula Stämpfli denken sich gemeinsam ein feministisches 2022. Bild von Michaela Ghisetti.

    #diepodcastin mit Visionen 2022: Isabel Rohner und Regula Stämpfli denken sich gemeinsam ein feministisches 2022. Bild von Michaela Ghisetti.
    “Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!”
    Dieses Zitat von Hedwig Dohm (1831-1919) wollte die Rohnerin eigentlich noch bringen – aber dann führten sie das gemeinsame Denken mit laStämpfli wieder auf ganz andere Fährten! Die Podcastin nimmt die Hörerinnen und Hörer in dieser Folge mit in ihre Visionen für 2022 und darüber hinaus!
    Und was wünschen sich Isabel Rohner und Regula Stämpfli alias #diepodcastin für das Neue Jahr?
    1. Die Innen- und Außenpolitik wir feministisch!
    2. Internationale Unterstützungsgelder werden nur noch an Frauen ausbezahlt! Gerade das Beispiel Afghanistan führt uns vor Augen, wie sehr eine solche Entscheidung der internationalen Staatengemeinschaft auch Demokratien befördern und Männerregime wie die Taliban in ihre Schranken weisen würde
    3. Jedes Kind auf dieser Welt kann zur Schule gehen und liest dabei mind. 10 Bücher von Frauen! Ein Wunsch, dessen Erfüllung gleich auf zwei Ebenen die Welt verändern würde: 1. haben wir weltweit immer noch viel zu viele Analphabethinnen und Analphabethen (auf dem afrikanischen Kontinent wird bspw. von einer Analphabethenquote bei den über 15-Jährigen von 34 (!) Prozent ausgegangen. 2. lesen selbst die Schülerinnen und Schüler in unserem privilegierten Mitteleuropa im Laufe ihrer Schulzeit immer noch keine 10 Bücher von Frauen.
    4. Männer trauen sich endlich, diverser zu sein! Und zwar nicht auf Kosten von Frauen, sondern auf Kosten der traditionellen Männerrolle, die dringend etwas mehr Farbe und Vielfalt benötigt!
    5. Sagen, was ist!
    Und natürlich last but not least: Macht Frauen sichtbar! Verweist auf die Leistungen von Frauen – ob historisch oder zeitgenössisch! Uns fällt kein Zacken aus der Krone, wenn wir auch mal darauf hinweisen, dass Ideen, Gedanken, Innovationen bereits einmal gedacht wurden.
    Die Podcastin: Isabel Rohner und Regula Stämpfli wünschen einen guten Rutsch und freuen sich auf sprechendes Denken auch im Neuen Jahr 2022!
    Das Bild von der grossen MICHAELA GHISETTI, die laStaempfli in Wien in der Albertina bestaunt.
    48 min
  • #diepodcastin über das feministische 2021: Isabel Rohner und Regula Stämpfli zu FS50Jahre, Netzcourage, China, Digitale Fiktionen, ihre gemeinsame Tochter tagesanzeigerin.ch, die geniale jelena poprzan & das gute Leben.

    #diepodcastin über das feministische 2021: Isabel Rohner und Regula Stämpfli zu FS50Jahre, Netzcourage, China, Digitale Fiktionen, ihre gemeinsame Tochter tagesanzeigerin.ch, die geniale jelena poprzan & das gute Leben.
    “Die Podcastin” macht dank Regula Stämpfli ihren gewohnten feministischen Wochenrückblick und verbindet ihn direkt – dank Isabel Rohner – mit einem Rückblick auf das Podcastin-Jahr 2021. Jede Woche haben sich laStämpfli und die Rohnerin im virtuellen Raum zusammengeschaltet und gemeinsam gedacht. Nur ein einziges Mal, an einem sonnigen Wochenende im Oktober, haben die beiden auf eine Folge verzichtet – weil sie sich persönlich getroffen haben. Manchmal schlägt das analoge eben das digitale Vergnügen…!
    Im Wochenrückblick kritisiert Isabel Rohner die Entscheidung des Eidgenössischen Gleichstellungsbüros EBG, die finanzielle Unterstützung von “NetzCourage”, der Hatespeech Ambulance von Jolanda Spiess-Hegglin, ab 2022 einzustellen. NetzCourage ist in der Schweiz die einzige (!) Anlaufstelle für Betroffene von digitaler Gewalt. Was eigentlich Aufgabe des Bundes sein sollte, hat Jolanda Spiess-Hegglin als engagierte Privatperson aufbauen müssen. Die Rohnerin findet es einen Skandal, dass der Bund sich aus der Finanzierung zurückzieht. Hier wären Steuergelder mal wirklich gut eingesetzt! Nichtsdestotrotz: NetzCourage wird dank zahlreicher Mitgliedschaften und der Unterstützung weiterer Privatpersonen weitergehen können. Der Bund jedoch hat sich hier wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Nicht nur der Bund, meint laStaempfli, sondern die wichtigen Schweizer Medien. Denn im 2021 lief wieder eine Kampagne gegen die PERSON Jolanda Spiess-Hegglin, so dass sich die Politik ziemlich feige gegen ein Projekt, das eigentlich schon längst von vielen Stellen bearbeitet werden müsste, zurückzog. laStaempfli sieht darin die theoretische Struktur des Antifeminismus: Es werden  Frauen EINZELN in aller Öffentlichkeit exekutiert, quasi als Warnung an alle anderen Frauen, die sehen sollen, was passiert, wenn frau sich wehrt.
    Mediatoo – immer wieder, vor allem im Jahr 2021.
    Der Tages-Anzeiger findet “Die Podcastin” super! Na, nicht so super, dass er mit laStämpfli und der Rohnerin kooperieren und sie bezahlen würde – aber so super, dass er sich doch für seinen eigenen neuen Podcast “Die Tages-Anzeigerin” von den beiden hat inspirieren lassen. Das Konzept jedenfalls, mit dem dort ab jetzt zwei Journalistinnen regelmäßig an den Start gehen, ist erstaunlich identisch “Die Podcastin”. Isabel Rohner und Regula Stämpfli wünschen viel Erfolg und freuen sich auf die Einladung in eine der nächsten Folgen! Zum feministischen Ansatz muss es doch schließlich gehören, die Leistungen anderer Frauen sichtbar zu machen – und wenn man sich von diesen (= Rohner und Stämpfli) in dem Maß hat inspirieren lassen wie “Die Tages-Anzeigerin”, noch viel mehr! #diepodcastin hat jedoch eine Tochter: tagesanzeigerin.ch , denn sie findet: Weshalb die Kopie hören, wenn das Original immer besser ist.
    Zu den Highlights 2021 gehören für die Rohnerin ganz klar die Gespräche über das Demokratiejubiläum in der Schweiz (“50 Jahre Frauenstimmrecht”), die Analysen der Medienberichterstattung zur Bundestagswahl in Deutschland, die Folgen über Künstlerinnen, Entertainerinnen und Autorinnen, über Digitalisierung und über viel Schönes (Sex, Freiheit, Unabhängigkeit, Geld, Frauenfreundschaften, unsere Mütter und und und).
    Neben dem feminstischen Wochenrückblick haben laStämpfli und die Rohnerin 2021 auch mit ihrer Serie “Die Podcastin im Gespräch” begonnen. In Gesprächen mit den Expertinnen Dr. med. Julia Fischer (Thema Gendermedizin), Prof. Dr. Uta Brandes (Gender und Design), Elisabeth Eberle (Kunst), Britta Steffenhagen (Entertainment) und Barbara Streidl (Engagement) haben sie die Praxis in den Blick genommen.
     Jelena Poprzan: Sie spielt in Wien am 3. Jänner im legendären Porgy&Bess.
    Isabel Rohner und Regula Stämpfli wünschen all Ihren Hörerinnen FROHE FESTTAGE: #diepodcastin bleibt dran. Das Bild ist übrigens von laStaempfli aus der Best Plakate 2021 im MAKK WIEN.
    51 min
  • #diepodcastin im Gespräch mit der Entertainerin Britta Steffenhagen.

    Die Podcastin im Gespräch mit Britta Steffenhagen: Isabelle Rohner interviewt die Entertainerin/Schauspielerin/Synchronsprecherin.

    Im letzten Jahr haben LaStämpfli und die Rohnerin immer wieder über die nach wie vor viel zu tiefe Repräsentanz von Frauen im TV und in Filmen gesprochen (siehe die neueste Studie der malisa-Stiftung!) – nun werfen wir mit Britta Steffenhagen einen Blick in die Praxis des Entertainments.

    Britta Steffenhagen ist Schauspielerin, Entertainerin und Synchronsprecherin. Als eine der wenigen Frauen im Öffentlich-Rechtlichen war sie von 2017-2019 Gastgeberin der RBB-“Abendshow“. Aktuell ist sie als Synchronschauspielerin in den Netflix-Serien „On the Verge“ (Stimme von „Ell“, gespielt von Alexia Landeau) und „Y: The last man“ (Stimme von „Agent 355“, gespielt von Ashley Romans) zu hören. Zudem steht sie aktuell mit ihrem Kabarett-Trio „Rixdorfer Perlen“ auf der Bühne des Neuköllner „Heimathafen“ in Berlin.

    Britta Steffenhagen co-moderierte die legendäre RBB-Abendshow, die dann durch ein Laberformat durch Männer 2019 ersetzt wurde. So beginnen Isabel Rohnerin und Britta Steffenhagen das Gespräch. Hier hören wir, wie Britta Steffenhagen die Situation von Frauen aus der Perspektive der Moderatorin/Sprecherin/Schauspielerin sieht. Britta Steffenhagen gibt Auskunft, wie die Frauen in der Branche vernetzt sind, wie wenig Rollen für Frauen gemacht sind, wie viel weniger Frauen in der Branche verdienen und wie Frauen in der Entertainmentbranche erfolgreich sind.

    Britta Steffenhagen spielt im Theater in Berlin Neukölln: “Die Rixdorfer Perlen packen aus”.Sie ist darüber hinaus aktuell in “On the Verge” als Synchronsprecherin im Film von Julie Delpy zu hören.

    – Homepage von Britta Steffenhagen: http://www.brittasteffenhagen.de/

    – Trailer zu „On the Verge“ von Julie Delpy: https://www.netflix.com/de/title/81239671

    – Trailer zu „Y: The last man“: https://www.youtube.com/watch?v=Nc9pD7yhjH8

    – Die „Rixdorfer Perlen“ im „Heimathafen“: https://heimathafen-neukoelln.de/events/die-rixdorfer-perlen/

    Als Hintergrund zur Unterrepräsentanz von Frauen in Film, Fernsehen, im Netz und Entertainment siehe – Neueste Studie der malisa-Stiftung zur audiovisuellen (Nicht-)Diversität im deutschen Fernsehen: https://malisastiftung.org/fortschrittsstudie-audiovisuelle-diversitaet-ergebnisse-tv-deutschland/

    49 min
  • #diepodcastin über "hip mit hijab" & Finanzen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über einen SRF-Beitrag, Winterolympiade & wieder einmal über das liebe Geld. Mit einem Bild von Meret Oppenheim by laStaempfli: HandschuhePaar.

    #diepodcastin über “hip mit hijab” & Finanzen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über einen SRF-Beitrag, Winterolympiade & wieder einmal über das liebe Geld. Mit einem Bild von Meret Oppenheim by laStaempfli: Handschuhe Paar 1942-45/1985. Noch zu sehen im Kunstmuseum Bern.
    Die Rohnerin und Regula Stämpfli teilen eine Geschichte aus dem September: Die Goldene Schrumpelgurke geht ans Schweizer Fernsehen: Unter der Überschrift “Hip mit Hijab” wirbt das Öffentlich Rechtliche Fernsehen in der Schweiz – völlig unpolitisch und frei von jeglichem globalen Kontext – für die Verschleierung der Frauen. Und das, wo gerade JETZT Mädchen und Frauen Afghanistan aktiv aus Öffentlichkeit und Bildung verdrängt und unter Stoff gezwungen werden. Wo gerade JETZT immer noch Frauen im Iran in Gefängnissen sitzen, weil sie frei leben und kein Kopftuch tragen wollen. Gute journalistische Arbeit würde das thematisieren.
    Beim letzten Mal sprachen laStämpfli und die Rohnerin über den frauenverachtenden und ärztinnenfeindlichen Paragrafen 219a StGB und die Notwendigkeit seiner Streichung. Die Realität der Gesundheitsversorgung von Frauen in Deutschland, die abtreiben wollen, ist jedoch noch viel schlimmer: Das Medikament Misoprostol – laut WHO auf der Liste der “essentiellen Medikamente” zur Gesundheitsversorgung von Frauen – ist aktuell durch einen Importstopp nicht erhältlich. Danke an Gynäkologin Dr. Kristina Hänel für diesen Hinweis!
    “Die Podcastin” spricht mal wieder über Geld. Isabel Rohner hätte es gerne strukturierter gehabt, die laStaempfli grätscht dazwischen, meint, alle Daten seien männlich, dienten männlichen Lebensläufen und drängten Frauen mehr und mehr in die Schattenwirtschaft ab. Online-Foren errechneten bei der ökonomischen Berichterstattung und Kommentaren, wie sexistisch diese waren – ebenso wie die Ökonomie an den Universitäten, die sich seit Jahrzehnten um jede Forschung oder auch Realwirtschaft schlicht nicht mehr kümmert: “Wer die Welt nur errechnet, darf nicht erstaunt sein, dass die Frauen jedesmal bei Null beginnen”, meint laStaempfli, doch dazu kam es in dieser Folge dann nicht.
    Die Rohnerin bringt schockierende Fakten einer Umfrage: Wusstet ihr, dass laut einer Studie 56 % (!) der Schweizerinnen sich nicht selber ernähren könnten, sondern in finanzieller Abhängigkeit von ihren Partnern leben? Über die Hälfte der Frauen in der Schweiz! Dabei bedeutet finanzielle Unabhängig, selber entscheiden zu können, wie frau leben will, wo frau leben will, wie mobil sie sein will, wie sie sich ernähren will, welchen Zugang sie zu Kunst, Kultur, Reisen, Freiheit hat.
    #diepodcastin, Isabel Rohner und Regula Stämpfli, freuen sich daher sehr, dass das Thema Frauen und Geld in der Schweiz gerade stärker präsent wird, u.a. auch dank engagierter Frauen wie Patrizia Laeri, Nadine Jürgensen und Simone Züger, die mit der Finanz-Medien-Plattform “elleXX” an den Start gegangen sind. Dort finden Interessierte viel Wissenswertes rund um das Thema Geld und einige erschreckende Facts über Gender Gaps.
    Den wohl heftigsten Gap gibt es in Sachen Zugang zu Risikokapital: Bei einer Verteilung von 98 (!!) % Risikokapital bei Männern und nur 2 (!) % bei Frauen kann eigentlich nicht mehr von “Lücke” gesprochen werden. Das ist eine Frechheit.
    Zahlen hingegen, wie viel Eigentum (Häuser, Immobilien, Land) Frauen besitzen, liegen nicht vor. Sie werden schlichtweg nicht erfasst. Dass Frauen dabei bis heute weniger Kapital haben, weniger besitzen, geringere Renten haben und schon kleine Jungs mehr Taschengeld bekommen, hat dabei viel mit unserer Geschichte zu tun: So konnten verheiratete Frauen in Deutschland und in der Schweiz erst ab den späten 1950er Jahren ein eigenes Konto besitzen. Und noch bis 1988 galt in der Schweiz, dass verheiratete Frauen keine großen Anschaffungen ohne die Unterschrift ihres Ehemannes tätigen konnten.
    Die männliche Vormundschaft der der verheirateten Frauen in Deutschland dauerte de jure bis 1977 und in der Schweiz bis 1988. Dies geht ständig vergessen. #diepodcastin klärt auf und ermuntert Frauen, sich dringend finanziellen Angelegenheiten anzunehmen.
    PS: Ein Nachtrag zu “Hip mit Hijab” – es gab einen Mailaustausch zum Thema mit SRF, doch dieser wird erst in einer weiteren Folge bearbeitet werden.

    PPS: Das von Rohnerin erwähnte Buch „Kämpferinnen“ wurde von Birgit Buchinger, Renate Böhm und Ela Großmann herausgegeben und ist 2021 im Mandelbaum Verlag erschienen: https://www.mandelbaum.at/buecher/renate-boehm-ela-grossmann-birgit-buchinger/kaempferinnen/

    Bild von laStaempfli aus der Meret Oppenheim-Ausstellung: Handschuhe Paar 1942-1945
    Links:
    -Hip mit Hijab siehe https://www.facebook.com/watch/?v=404908507714642
    – Frauen und Schattenwirtschaft siehe Linda Scott, Das weibliche Kapital.
    – Care- Arbeit von Mascha Madörin, die immer noch keinen Ehrendoktor der Universität Basel hat.
    – Finanz-Medien-Plattform “elleXX”: https://www.ellexx.com/de/
    55 min
  • Die Podcastin im Gespräch mit Barbara Streidl - Autorin,Journalistin, Musikerin.

    “Die Podcastin im Gespräch mit Barbara Streidl”
    Barbara Streidl (* 1972 in München) ist eine deutsche Autorin, Journalistin und Musikerin. In ihrer publizistischen Arbeit setzt sie sich viel mit frauen- und familienpolitischen Themen auseinander. Sie publiziert in verschiedenen Medienanstalten und ist Moderatorin im Bayerischen Rundfunk. Zu ihren Schwerpunkten zählen frauenpolitische Fragen als auch das Sichtbarmachen von Frauen in der gesellschaftlichen Debatte, in der Politik und im Internet. 2011 erschien ihr Buch „Darf ich gleich zurückrufen? Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter“ (Blanvalet), 2015 ihre Streitschrift “Lasst Väter Vater sein”. In der 100-Seiten-Reihe von Reclam erschienen ihre Bände “Langeweile” (2019) und “Feminismus” (2019). Seit 2013 ist sie Vorstand des Vereins Frauenstudien München e.V., der für öffentliche Veranstaltungen zwischen Neuer Frauenbewegung und Alphamädchen verantwortlich zeichnet. Bis 2019 war sie Co-Host des “Lila Podcasts”.
    “Feministisches Engagement” ist die Überschrift des Expertinnengesprächs mit Barbara Streidl – denn die Journalistin (Süddeutsche, jetzt.de, BR), Autorin (u.a. “Feminismus”, “Wir Alphamädchen”, “Ich mache das jetzt!”), Podcasterin (“Lila Podcast”) und Netzwerkerin (Frauenstudien München) ist seit Jahren auf vielen Ebenen feministisch engagiert. Wie sie dazu gekommen ist, welche Rolle Luise F. Pusch bei dieser Entwicklung spielte und was sie heute vielleicht auch anders machen würde – darüber und über noch viel mehr spricht Barbara Streidl mit Isabel Rohner.
    Links:
    – Homepage von Barbara Streidl: www.alpenstrasse.net
    – Lila Podcasts: https://lila-podcast.de/
    Barbara Streidl, Bild von Denise Stock Fotografie.
    37 min
  • #diepodcastin ampelt: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Zapfenstreich, Nina Hagen, Hildegard Knef,Kurzwaschen & grässliche, mediale goldene Schrumpelgurken.

    #diepodcastin ampelt: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Zapfenstreich, Nina Hagen, Hildegard Knef,Kurzwaschen & grässliche, mediale goldene Schrumpelgurken.

    Was für ein Ab- und Unterschied: Während sich Ex-Kanzler Gerhard Schröder beim Zapfenstreich noch das Männerlied “My Way” vorspielen ließ, setzte Bundeskanzlerin Angela Merkel 16 Jahre später auch hier neue Maßstäbe: Neben dem DDR-kritischen “Du hast den Farbfilm vergessen” und dem Choral “Großer Gott, wir loben dich” erklang im Bendler-Block Hildegard Knefs große Hymne “Für mich soll’s rote Rosen regnen”. Die Rohnerin outet sich als große Bewunderin des Multitalents Hildegard Knef, für sie nicht nur eine große Schauspielerin und Sängerin, sondern vor allem auch eine der größten deutschen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Lest bitte alle “Der geschenkte Gaul” und Knefs wunderbare, tiefen Gedichte! Die Rohnerin liebt über alles “Wieviel Menschen waren glücklich, dass du gelebt?” laStaempfli ist entzückt, denn sie hat all dies über Hildegard Knef auch nicht gewusst.
    laStaempfli berichtet aus Wien: Die österreichische Boysgroup ist abgetreten. Die Begründung von Sebastian Kurz, Alexander Schallenberg udn Gernot Blümel ist nicht etwa: “Well, wir stecken tief im Korruptionssumpf und müssen uns vor Gericht verantworten”, sondern “Wir wollen uns dem Nachwuchs, der Familie weitweg von der Politik widmen.” Selten wurde Care-Arbeit so verhunzt. Die gelackmeierte Türkiselite ist zwar weg: Das Automatensprech der von PR getränkten öffentlichen Rede leider noch nicht.
    Was ist eigentlich ein “Koalitionsvertrag”? Die Rohnerin staunt, dass dies offenbar viele nicht wissen, wenn sie sich die Jubelposts in den sozialen Medien und einige Berichterstattungen so ansieht. Da wird doch ernsthaft so getan, als sie das alles schon Wirklichkeit. Dabei handelt es sich bei einem Koalitionsvertrag schlicht um Absichtserklärungen. Oder haben tatsächlich schon das flächendeckende schnelle Internet, das uns seit 2009 (!) in jedem einzelnen Koalitionsvertrag auf Bundesebene versprochen wurde? So wartet die Rohnerin mit ihrem Jubel zur Abschaffung des frauenverachtenden und ärztInnenfeindlichen §219a des Strafgesetzbuches, wegen dem GERADE JETZT Gynäkologinnen und Gynäkologen in Deutschland vor Gericht stehen, bis er wirklich weg ist. Bei anderen Ankündigungen hofft die Rohnerin hingegen, dass sie nie umgesetzt werden.
    Derweil wird die zukünftige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (übrigens die erste Außenministerin in der deutschen Geschichte!) fröhlich weiter medial niedergemacht. Die Rohnerin bringt ein erschreckendes Beispiel: Der Münchner Merkur macht Baerbock in der Überschrift nieder – doch der im Text zitierte Experte hat sich gar nicht kritisch gegen sie geäußert. Click Bait vor journalistischer Sorgfalt. Geht das wirklich nicht besser? laStaempflli fügt an: Annalena Baerbock gilt als unerfahren und muss sich beweisen; Christian Lindner ist hingegen ein Supermann und starker Politiker, obwohl BEIDE ähnliche Karrieren aufweisen, nämlich keine eigene, ausserhalb der Politik.

    Und last but not least geht die “Goldene Schrumpelgurke” dieser Woche an die Redaktion von Pro7 “TVtotal” und Moderator Sebastian Pufpaff, die doch tatsächlich die “heißeste Biene der FDP” ausfindig machen wollten. Auch wenn der Preis am Ende an Christian Lindner ging – die Sexualisierung von Politikerinnen war schon in den 1950er Jahren kalter Kaffee. 2021 ist sie nur noch peinlich. Zu den goldenen Schrumpelgurken ergänzt laStaempfli: Die Politsatire ist in Zeiten digitaler Automation schon längst zu misogynen Vernichtungsprogrammen mutiert. Das Lachen über Aussehen von Frauen, die pornografischen und sexistischen Anspielungen gegenüber Politikerinnen ist Ausdruck zutiefst frauenverachtender Referenzen, Images und Vorstellungen. Hier empfiehlt laStaempfli nochmals das Buch von Angela Nagle, Kill all Normies und ihr eigenes Kolumnenbuch, Sex, Katzen und Diäten oder Gretchens Rache von Isabel Rohner. Ein spannender, genial geschriebener Krimi, in dem Frauen lachen und in dem nicht über Frauen gelacht wird.

    #diepodcastin ist sich diesmal einig: Die Medienqualität  – vor allem auch der öffentlich-rechtlichen – versagt angesichts der Möglichkeit der ersten Aussenministerin Deutschlands und stellt fest, dass sich die strukturelle Diskriminierung in den journalistischen Narrativen hartnäckig hält. Hier ergänzt laStaempfli ein gutes Beispiel im Text punkto Süddeutsche: Am 3. Dezember 2021 war der Feuilleton so gut wie nie: #diepodcastin gratuliert auf Instagram.

    Links:
    – Fake News im Merkur: https://www.merkur.de/politik/baerbock-aussenministerium-gruene-experte-aussenministerin-ampel-regierung-91145960.html
    – Fake News bei den Norddeutschen neuesten Medien, hier wird über die Abschaffung von §219a berichtet, als wäre sie schon Realität: https://www.nnn.de/lokales/rostock/hansestadt-rostock/Schwangerschaftsabbruch-Kaum-Aenderungen-fuer-Aerzte-und-Beratungsstelle-id34528177.html
    – Stattdessen stehen Ärtzinnen und Ärzte auch heute noch wegen des frauenverachtenenden §219a vor Gericht: https://www.wn.de/muensterland/kreis-coesfeld/nottuln/dr-detlef-merchel-geht-nach-karlsruhe-2499243
    – Tagesspiegel über Pufpaffs Fail: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/pufpaff-witzelt-ueber-schaerfste-biene-der-fdp-tv-total-folge-gipfelt-in-sexismusvorwuerfen/27859454.html
    48 min

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