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  • #diepodcastin revisited: Wir hören Isabel Rohner & Regula Stämpfli in der Folge zu MEDIATOO & das Jahr 1979.

    #diepodcastin revisited: Wir hören Isabel Rohner & Regula Stämpfli in der Folge zu MEDIATOO & das Jahr 1979.

     

    Wir hören hier eine Folge, die Isabel Rohner und Regula Stämpfli im April gebracht haben. Es hätten sich viele Folgen angeboten, die unbedingt nachgehört werden sollten, u.a. auch die zur Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Dass indessen das Jahr 1979 bewegt, hat den Grund auf TWITTER. Isabel Rohner und Regula Stämpfli stellen fest, dass einige Männer auf TWITTER et al., vor allem auch Männer auf der progressiv-linken Seite, sehr allergisch auf öffentlichkeitswirksame Frauen, Expertinnen, Schauspielerinnen, Politikerinnen, Professorinnen, Influencerinnen u.a. reagieren. Von rechts ist sich dies #diepodcastin gewohnt, doch der Gegenwind, der politischer Gleichstellung entgegenschlägt, vor allem auf Seiten eines Milieus, das frau eigentlich immer Pro-Democracy einordnete, erstaunt. In der ersten Septemberwoche war es wieder so weit: laStaempfli wurde unter die ersten zehn Intellektuellen der Schweiz gelistet und einige der Schweizer Männer-Kulturszene konnten sich nicht davon erholen. Gleichzeitig wird Philipp Sarasins Buch zu 1977, wieder ein Männer-Jahrgangsbuch voller Männerthemen, obwohl vordergründig zwei Frauen drin vorkommen, aber im völlig falschen Kontext, in den deutschen Feuilletons rauf- und runter rezensiert. Gleichzeitig fristet Nicole Seiferts Standardwerk zur wirklichen „Geschichte der Gegenwart“ mit dem Titel: FRAUEN (durchgestrichen) LITERATUR ein feuilletonistisches Schattendasein.

    Deshalb hier 1979 again mit dem Hinweis grad weiter zu scrollen und einige „alte“ Podcastinnen-Folgen nachzuhören. Denn je mehr Zeit vergeht, umso aktueller werden sie.

     

    Viel Vergnügen! Hier der alte Ausschreibungstext vom April:

    #diepodcastin über das Jahr als der Feminismus beerdigt wurde: Isabel Rohner & Regula Stämpfli diskutieren Medienbranche, MediaToo, Ignoranz von Chefredaktoren, Prof. Dr. Melanie Brinkmann als Heldin der Woche, CEO Post & die Zeitwende 1979
    Isabel Rohner in Fahrt: Was wäre eigentlich, wenn der aktuelle Sexismus-Skandal in der Schweiz nicht in der Medienbranche aufgeploppt wäre, sondern bei der Schweizer Bundesbahn, einer Partei oder einem Schokoladenkonzern? Oh – die Medienberichterstattung liefe auf Hochtouren! Aber: Es waren 78 (!) Journalistinnen des Tamedia-Konzerns, eines der mächtigsten Medienkonzerne der Schweiz, die sich über strukturellen Sexismus beschwert haben (inzwischen haben sich insgesamt 115 Journalistinnen angeschlossen und den Offenen Brief samt ausführlicher Anlage mit konkreten Beispielen unterzeichnet).
    Schweigen herrscht. Im SRF-Medientalk meint Arthur Rutishauser, wichtiger Chef bei TAMEDIA, TX-Group: Strukturellen Sexismus gäbe es bei Tamedie “sicher” nicht, “struktureller Sexismus – den gab’s in der Filmbranche in den USA. Das sind die Weinstein-Geschichten.” Bei Tamedia habe es nur “irgendwelche sexistischen Sprüche” gegeben. Die Rohnerin ist messerscharf: Wie soll struktureller Sexismus jemals behoben werden, wenn die oberen Etagen nicht verstehen, was darunter gemeint ist und wie sie ihn beseitigen müssen? Die Heldin der Woche ist für die Rohnerin übrigens Prof. Dr. Melanie Brinkmann (Virologin an der TU Braunschweig und Leiterin des Helmholtz Instituts für Infektionsforschung): Sie zeigte letzte Woche in der ZDF-Talkshow “Lanz” ihre Fähigkeit zum Multitasking. Inhaltliche Statements abgeben und gleichzeitig mehrere Männer (insbesondere FDP-Kubicki und Moderator Lanz) in Schach halten, die sie DAUERND unterbrechen. Auf Brinkmanns “Jetzt rede ich” konnten diese Herren nur mit infantilem Gekicher reagieren. Man stelle sich dieselbe Situation mal mit einem Experten-Mann wie Christian Drosten vor. Ob Kubicki und Lanz da auch gekichert hätten? Wohl kaum.
    laStaempflis feministischer Wochenrückblick beginnt bei der Schweizer Armee, mit ihrer Dissertation über die strategische Synthese von Geschlecht,dem fehlplatzierten, neuen CEO der Post und geht weiter mit dem Buch von Frank Bösch: Zeitenwende 1979. Auf ihre Bemerkung, dass seit 1979 der Backlash gegen Frauen voll im Gange sei, meint die Rohnerin klugerweise: “Der Antifeminismus ist genauso alt wie der Feminimus. Schon im 19. Jahrhundert hatte er eine Hochphase – immer dann, wenn die Frauenbewegungen stark sind und die Frauen wichtige Forderungen durchsetzen oder nah dran sind, wichtige Forderungen durchzusetzen, dann kommt auch der Antifeminismus aus dem Gebüsch gesprungen.” laStaempfli fährt sehr beeindruckt fort, überfordert wohl alle Hörenden mit ihrem Rundgang durch Iran, Polens Abtreibungsgesetze, dem Ölschock und seinen sexistischen Folgen wie Thatchers “there is no such thing as society”, was DIREKT AUF DIE PRIVATISIERUNG aller öffentlichen Güter, einer Refeudalisierung hin zu vordemokratischen Zuständen sowie der Enteignung der Frauen hinausläuft. Hierzu gäbe es weitere 1000 Seiten hinzuzufügen, aber dafür reicht #diepodcastin noch nicht. Fazit: Rückbindung der Frauen, strukturelle Gewalt, Mediensexismus, fehlende Sichtbarkeiten erleben auch 2021 Revival. Das Jahr 1979 wie das gleichnamige Buch sind dabei lediglich Beispiele, um zu zeigen, dass wer die Geschichte anders schreibt, auch die Gegenwart und die Zukunft anders deuten könnte.
    Links:
    -Arthur Rutishauser im Gespräch mit SRF 4 “Medientalk” (ab Min 17): https://www.srf.ch/audio/medientalk/medientalk-der-strukturelle-sexismus?id=11955139
     -Prof. Dr. Melanie Brinkmann bei “Lanz”: https://www.trendsmap.com/twitter/tweet/1377958532641853441
    -Zur Chronik des Jahres 1979:  https://frauenmediaturm.de/neue-frauenbewegung/chronik-1979/
    -https://www.post.ch/de/ueber-uns/portraet/verwaltungsrat-post
    -http://www.feministischepartei.de/fileadmin/datensammlung/dokumente/Biographien_Pazifistinnen/Bio_Kelly.pdf
    49 min
  • #diepodcastin streitet mal wieder über Elena Ferrante: Isabel Rohner & Regula Stämpfli lesen Frauen.

    #diepodcastin streitet mal wieder über Elena Ferrante: Isabel Rohner & Regula Stämpfli lesen Frauen.
    “Meine Grossmutter meinte als Antwort auf die Frage, wieviele Kinder sie geboren habe: Ein einziges. Sie hatte neun Töchter und einen Sohn.”Ayaan Hirsi Ali.
    laStaempfli hat die Intellektuelle aus Somalia, den Niederlanden & den USA mitgebracht. Deren neues Buch “Beute” ist zu holzschnitzartig, dafür deren Essays, u.a. auch in der Neuen Zürcher Zeitung, sehr lesenswert. Hirsi Ali hat einen Punkt, wenn sie feststellt, dass sich Frauen im Westen weniger in öffentlichen Räumen aufhalten und nachts auf den Strassen sind als noch in den 1980er Jahren. Es geht hier um Freiheit – ein Begriff, der der Linken immer suspekt ist und zum Desaster punkto postmoderner Täterkuschelei bei islamistischen Verbrechen geführt hat. Siehe auch aktuell die Diskussionen um die TALIBAN.
    Isabel Rohner hat “Das achte Leben” von Nino Haratischwili und “Tage des Verlassenwerdens” von Elena Ferrante mitgebracht – und wer schon mal einer Bücher-Folge der Podcastin gelauscht hat, weiß: Bei Ferrante sind die Rohnerin und LaStämpfli nicht einer Meinung…! Eine spannende Diskussion über Literatur und Inhalt. Doch beim “achten Leben” sind sich Isabel Rohner und Regula Stämpfli: Ein fabelhaftes Buch!
    Marlene Streeruwitz gehört zu den wichtigsten Denkerinnen und Autorinnen der Zeitgeschichte. Ihr geschah, was klugen Frauen von kleinen, bösen, Machtmännern immer angetan wird: Sie wird auf ihr Geschlecht reduziert. 2006 war es. Der hochgejubelte Nicolas Stemann, festangestellt im teuren Zürich, inszenierte Ulrike Maria Stuart von Elfriede Jelinek als Dialog zwischen Jelinek und Streeruwitz als sprechende Vaginas. Streeruwitz klagte zu recht, dass damit ihre Persönlichkeitsrechte wie auch die Urheberrechte des Dialogs verletzt werden. Sie wurde von der linken Theaterszene verrissen, die Medien fielen über Streeruwitz wie eine Meute her. laStaempfli und die Rohnerin mögen ihre Essays, die Bücher weniger, aber laStaempfli empfiehlt dringend das Werk: “Geschlecht. Zahl. Fall.” Streeruwitz’s Protagonistinnen suchen nach Überlebensstrategien.
    Die Podcastin steckt etwas in Lebensnot: laStaempfli findet keine guten Romane mehr, da die meisten im amerikanischen Heldinnen-Stil versumpfen. laStaempfli wiederholt den feministischen Kanon:
    Persepolis von Marjane Satrapi
    Mithu Sanyal Identitti
    Jung Chang, Wild Swans
    Leila Slimani, Das Land der Anderen
    Marguerite Duras, Der Liebhaber
    Mary Shelley, Frankenstein und Virginia Wolfs Orlando, aber nur in der Filmversion mit Tilda Swinton.
    Auch die Rohnerin hat einen Film mitgebracht: “Womit haben wir das verdient?” – eine kraftvolle, kluge, politische, feministische Komödie von Eva Spreitzhofer (Regie und Drehbuch, 2018). Bis zum 11.9. gibt’s diesen Film über eine Wiener Familie, deren 16jährige Tochter aus Rebellion beschließt, zum “Islam” überzutreten (oder was sie dafür hält) und fortan nur noch vollverschleiert rumzulaufen. Ein Film über jugendliche Rebellion, den Clash zwischen Ideal und Realität und über Frauen und ihre Rechte in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Rohnerin und Stämpfli haben beim Zuschauen laut gelacht und empfehlen diese wunderbare Komödie aus Österreich wirklich allen! In der Hauptrolle übrigens die brillante Caroline Peters.
     Beitragsbild: Tilda Swinton in Orlando von Sally Potter. Der Film ist hier besser als das Buch, das laStaempfli, grad zu Beginn, rassistisch findet und erstaunt ist darüber, weshalb dies nie Thema ist.
    Links:
    – Film “Womit haben wir das verdient?”: https://www.arte.tv/de/videos/100906-000-A/womit-haben-wir-das-verdient/
    – Literaturblog von laStaempfli mit den wichtigsten Essays zur zeitgenössischen Literatur: https://www.ensuite.ch/literaturblog/
    – Hier ein Interview mit Aayan Hirsi Ali: https://www.nzz.ch/feuilleton/ayaan-hirsi-ali-ueber-freiheit-religion-und-identitaetspolitik-ld.1587611
    48 min
  • #diepodcastin darüber, wie frau Feministin wird, ist & bleibt: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on "How to be a feminist wherever you are". Auszeichnung für Anna Sauerbrey, Schrumpelgurke für Tina Hassel, Prix Courage 2018 bis 2021 für PD. Dr.med Nathalie

    #diepodcastin darüber, wie frau Feministin wird, ist & bleibt: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on “How to be a feminist wherever you are”. Auszeichnung für Anna Sauerbrey, Schrumpelgurke für Tina Hassel, Prix Courage 2018 bis 2021 für PD. Dr.med Nathalie Urwyler für ihren Gleichstellungkampf für alle Frauen.
    Gibts nun bald neben der “Goldenen Schrumpelgurke” bald auch die “Goldene Tastatur”? Verdient hätte sie diese Woche die Journalistin Anna Sauerbrey (Mitglied der Chefredaktion vom Tagesspiegel) für ihren brillanten Kommentar “Frauen in Afghanistan – Holt sie raus!” (Link unten). Sauerbrey macht glasklar: Es reicht nicht, die Frauen und Mädchen in Afghanistan in politischen Reden mit Bedauern zu erwähnen – wir müssen sie da rausholen! Frauenrechtsaktivistinnen, so Sauerbrey, die seit Jahren für Bildung, Frauenrechte und eine demokratische Gesellschaft gekämpft haben, gelten unter den Taliban als Regimegegnerinnen. Sie haben ein Recht auf politisches Asyl!
    Was kostet eine Karriere? Die Insel-Spitalgruppe hat – obergerichtlich bestätigt – Nathalie Urwyler mit einer Rachekündigung eingedeckt. Die obersten, deutschen Ärzte haben Nathalie Urwylers Karriere vernichtet, sie als Frau diskriminiert und es müssen an schweizerischen  und deutschen Spitälern Zustände herrschen, die an alle unrühmlichen, misogynen deutschen Medizin-Stories erinnern. Seit 2014, der Geburt ihrer Tochter, kämpft Nathalie Urwyler für die ihr gesetzlich, arbeitsrechtlich, demokratisch und leistungsgesellschaftliche verbriefte Anerkennung. Seit über sieben Jahren steht sie für alle Frauen ein, deren Karriere aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit durch unrechtmässige Kündigungen, Arbeitsplatzschikanen und Mobbing von oben zerstört werden. Sie steht ebenso ein für die Männer im Arztberuf, die sich auch für die Durchsetzung der Verfassungsvorschriften wehren und für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nathalie Urwyler ist eine Heldin. 2018 erhielt sie den PRIX COURAGE, sie könnte ihn jährlich kriegen. Eine ganz ausserordentlich kluge und engagierte Frau.
    Was war nur mit Tina Hassel (Leiterin ARD-Hauptstadtbüro) los? Bei den Sommerinterviews mit den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SP) und mit der Kanzlerinkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) stellte sie so sehr unterschiedliche Schluss-Fragen. Während Laschet nach dem EM-Finale gefragt wird und wem er die Daumen drücke, fragte sie Baerbock doch tatsächlich, wie sie das als Kanzlerin ihren Kindern erklären würde, wenn die Grünen die “Chance verspielt hätten, diese entscheidenden Weichen (im Klimawandel) in der Regierung mitzustellen?” Hä? Baerbock wird auf ihre Kinder angesprochen – Laschet aber nicht? Das ist leider sexistisch.
    BE A FEMINIST WHEREVER YOU ARE! Das ist nicht nur das Wochenthema von laStämpfli und Rohnerin – es ist auch der Titel des gemeinsamen Buches, das die beiden demnächst gerne machen wollen. (Übrigens: Verlag gesucht!)
    Was bedeutet es, Feministin zu sein und feministisch zu handeln? Hört es euch an! Es geht um alle Sinne: Um Unabhängigkeit sowie die Musik des eigenen Seins oder in den Worten von laStaempfli: “Die Notwendigkeit decken, um die Freiheit zu leben.” Deshalb: Behaltet Daten, Finanzen, Einkünfte, Wohnsituation im Blick. Helft einander, liebt Euch selber. Seid fröhliche, stolze Feministinnen und Feministen! Lebt eure Freiheit, eure Unabhängigkeit, eure Gemeinschaften, eure Beziehungen! Schätzt die Möglichkeiten, die ihr habt und eure Großmütter (und Mütter) sich gewünscht hätten – und schreibt unsere Zukunft neu!
    Choose your battles – und seid solidarisch. Das bedeutet nämlich nicht, automatisch der gleichen Meinung zu sein, aber einander zu unterstützen. Be a feminist wherever you are.
    DAS BILD IST NICHT VON DER GRAFFITI-KÜNSTLERIN SHAMSIA HASSANI!!!! Danke Elisabeth Sechser für den Hinweis. Dieses Bild stammt aus einer Werbekampagne 2018 – aber genauere Angaben fehlen, respektive, es würde zu weit führen, hier alles anzuführen: Hier der Link für Faktencheck.afp.com https://faktencheck.afp.com
    Links:
    https://www.tagesspiegel.de/politik/frauen-in-afghanistan-holt-sie-da-raus/27543176.html

     

     

    44 min
  • #diepodcastin darüber, wie frau Feministin wird, ist & bleibt: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on “How to be a feminist wherever you are”. Auszeichnung für Anna Sauerbrey, Schrumpelgurke für Tina Hassel, Prix Courage 2018 bis 2021 für PD. Dr.med Nathalie
    #diepodcastin darüber, wie frau Feministin wird, ist & bleibt: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on “How to be a feminist wherever you are”. Auszeichnung für Anna Sauerbrey, Schrumpelgurke für Tina Hassel, Prix Courage 2018 bis 2021 für PD. Dr.med Nathalie Urwyler für ihren Gleichstellungkampf für alle Frauen.
    Gibts nun bald neben der “Goldenen Schrumpelgurke” bald auch die “Goldene Tastatur”? Verdient hätte sie diese Woche die Journalistin Anna Sauerbrey (Mitglied der Chefredaktion vom Tagesspiegel) für ihren brillanten Kommentar “Frauen in Afghanistan – Holt sie raus!” (Link unten). Sauerbrey macht glasklar: Es reicht nicht, die Frauen und Mädchen in Afghanistan in politischen Reden mit Bedauern zu erwähnen – wir müssen sie da rausholen! Frauenrechtsaktivistinnen, so Sauerbrey, die seit Jahren für Bildung, Frauenrechte und eine demokratische Gesellschaft gekämpft haben, gelten unter den Taliban als Regimegegnerinnen. Sie haben ein Recht auf politisches Asyl!
    Was kostet eine Karriere? Die Insel-Spitalgruppe hat – obergerichtlich bestätigt – Nathalie Urwyler mit einer Rachekündigung eingedeckt. Die obersten, deutschen Ärzte haben Nathalie Urwylers Karriere vernichtet, sie als Frau diskriminiert und es müssen an schweizerischen  und deutschen Spitälern Zustände herrschen, die an alle unrühmlichen, misogynen deutschen Medizin-Stories erinnern. Seit 2014, der Geburt ihrer Tochter, kämpft Nathalie Urwyler für die ihr gesetzlich, arbeitsrechtlich, demokratisch und leistungsgesellschaftliche verbriefte Anerkennung. Seit über sieben Jahren steht sie für alle Frauen ein, deren Karriere aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit durch unrechtmässige Kündigungen, Arbeitsplatzschikanen und Mobbing von oben zerstört werden. Sie steht ebenso ein für die Männer im Arztberuf, die sich auch für die Durchsetzung der Verfassungsvorschriften wehren und für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nathalie Urwyler ist eine Heldin. 2018 erhielt sie den PRIX COURAGE, sie könnte ihn jährlich kriegen. Eine ganz ausserordentlich kluge und engagierte Frau.
    Was war nur mit Tina Hassel (Leiterin ARD-Hauptstadtbüro) los? Bei den Sommerinterviews mit den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SP) und mit der Kanzlerinkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) stellte sie so sehr unterschiedliche Schluss-Fragen. Während Laschet nach dem EM-Finale gefragt wird und wem er die Daumen drücke, fragte sie Baerbock doch tatsächlich, wie sie das als Kanzlerin ihren Kindern erklären würde, wenn die Grünen die “Chance verspielt hätten, diese entscheidenden Weichen (im Klimawandel) in der Regierung mitzustellen?” Hä? Baerbock wird auf ihre Kinder angesprochen – Laschet aber nicht? Das ist leider sexistisch.
    BE A FEMINIST WHEREVER YOU ARE! Das ist nicht nur das Wochenthema von laStämpfli und Rohnerin – es ist auch der Titel des gemeinsamen Buches, das die beiden demnächst gerne machen wollen. (Übrigens: Verlag gesucht!)
    Was bedeutet es, Feministin zu sein und feministisch zu handeln? Hört es euch an! Es geht um alle Sinne: Um Unabhängigkeit sowie die Musik des eigenen Seins oder in den Worten von laStaempfli: “Die Notwendigkeit decken, um die Freiheit zu leben.” Deshalb: Behaltet Daten, Finanzen, Einkünfte, Wohnsituation im Blick. Helft einander, liebt Euch selber. Seid fröhliche, stolze Feministinnen und Feministen! Lebt eure Freiheit, eure Unabhängigkeit, eure Gemeinschaften, eure Beziehungen! Schätzt die Möglichkeiten, die ihr habt und eure Großmütter (und Mütter) sich gewünscht hätten – und schreibt unsere Zukunft neu!
    Choose your battles – und seid solidarisch. Das bedeutet nämlich nicht, automatisch der gleichen Meinung zu sein, aber einander zu unterstützen. Be a feminist wherever you are.
    DAS BILD IST NICHT VON DER GRAFFITI-KÜNSTLERIN SHAMSIA HASSANI!!!! Danke Elisabeth Sechser für den Hinweis. Dieses Bild stammt aus einer Werbekampagne 2018 – aber genauere Angaben fehlen, respektive, es würde zu weit führen, hier alles anzuführen: Hier der Link für Faktencheck.afp.com https://faktencheck.afp.com
    Links:
    https://www.tagesspiegel.de/politik/frauen-in-afghanistan-holt-sie-da-raus/27543176.html

     

     

    0 min
  • #diepodcastin on TALIBAN: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Versäumnisse des Westens & was gegen die Taliban vor unserer Haustüre zu tun ist.

    #diepodcastin on TALIBAN: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Versäumnisse des Westens & was gegen die Taliban vor unserer Haustüre zu tun ist.
    Die Podcastin spricht heute über die erschütternden Vorkommnisse in Afghanistan und darüber, was sie für die Frauen vor Ort und für die Frauen auf der ganzen Welt bedeuten.
    Die Rohnerin beginnt mit einem Auszug aus einem erschütternden Brief einer afghanischen Studentin, den The Guardian abgedruckt hat (Link unten). Frauen und Mädchen müssen um ihr Leben, um ihre Freiheit, um ihre Rechte fürchten. Vor der ganzen Welt werden gerade ihre Träume, ihre Potenziale und ihre Persönlichkeiten zertreten. La Stämpfli stellt glasklar fest: Mit den Taliban gilt Geschlechterapartheid, gelten Geschlechtersäuberungen. Ein riesiger politischer und menschlicher Skandal.
    Seit einer Woche hat die islamistische Terrorgruppe der Taliban auch Kabul unter Kontrolle. Bereits von 1996-2001 herrschte das Unrechtregime – mit grausamen Folgen für Mädchen und Frauen. Für sie galt in dieser Zeit (und in einigen ländlichen Regionen auch danach) ein Bildungsverbot, Berufsverbot, Mobilitätsverbot, galt die Skalverei. Mädchen und Frauen wurden zwangsverheiratet, als Sklavinnen gehalten, wurden vergewaltigt, litten massiv unter Gewalt. Menschenrechte? Fehlanzeige!
    In den letzten 20 Jahren haben sich insbesondere die Frauen in den Städten vieles erkämpft. Bis zur Machtergreifung der Taliban waren über 50 % der Studierenden an den afghanischen Hochschulen Frauen. Im afghanischen Parlament machten die Frauen fast ein Drittel der Abgeordneten aus (und damit einen vergleichbaren Anteil wie in Deutschland!). LaStämpfli und Rohnerin sind sich einig: Es braucht eine klare Position des Westens. Frauenrechtsaktivistinnen müssen gerettet und ausgeflogen werden. Sie unterstützen beide Hilfsorganisationen in Deutschland und der Schweiz und empfehlen das auch ihren Hörerinnen und Hörern (in D: Terre des Femmes Deutschland, Medica Mondiale etc.; in CH: Médecins sans frontières und Reporter ohne Grenzen).
     
    Und LaStämpfli stellt klar: Akzeptiert man diese Menschenrechtsverletzungen der Frauen in Afghanistan, öffnet das Tür und Tor auch für Frauenrechtsverletzungen in Europa. Die Anfänge sind in der Türkei längst sichtbar. Afghanistan hat sehr viel mehr mit uns zu tun, als uns lieb ist. Zudem: Isabel Rohner und Regula Stämpfli reden auch darüber, was TALIBAN mit dem HUGE GENDER DATA GAP  zu tun haben.
    Links:
    – https://www.theguardian.com/world/2021/aug/15/an-afghan-woman-in-kabul-now-i-have-to-burn-everything-i-achieved
    – Regula Stämpfli, Das grosse Datenloch siehe http://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf
    43 min
  • #diepodcastin on TALIBAN: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Versäumnisse des Westens & was gegen die Taliban vor unserer Haustüre zu tun ist.
    #diepodcastin on TALIBAN: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Versäumnisse des Westens & was gegen die Taliban vor unserer Haustüre zu tun ist.
    Die Podcastin spricht heute über die erschütternden Vorkommnisse in Afghanistan und darüber, was sie für die Frauen vor Ort und für die Frauen auf der ganzen Welt bedeuten.
    Die Rohnerin beginnt mit einem Auszug aus einem erschütternden Brief einer afghanischen Studentin, den The Guardian abgedruckt hat (Link unten). Frauen und Mädchen müssen um ihr Leben, um ihre Freiheit, um ihre Rechte fürchten. Vor der ganzen Welt werden gerade ihre Träume, ihre Potenziale und ihre Persönlichkeiten zertreten. La Stämpfli stellt glasklar fest: Mit den Taliban gilt Geschlechterapartheid, gelten Geschlechtersäuberungen. Ein riesiger politischer und menschlicher Skandal.
    Seit einer Woche hat die islamistische Terrorgruppe der Taliban auch Kabul unter Kontrolle. Bereits von 1996-2001 herrschte das Unrechtregime – mit grausamen Folgen für Mädchen und Frauen. Für sie galt in dieser Zeit (und in einigen ländlichen Regionen auch danach) ein Bildungsverbot, Berufsverbot, Mobilitätsverbot, galt die Skalverei. Mädchen und Frauen wurden zwangsverheiratet, als Sklavinnen gehalten, wurden vergewaltigt, litten massiv unter Gewalt. Menschenrechte? Fehlanzeige!
    In den letzten 20 Jahren haben sich insbesondere die Frauen in den Städten vieles erkämpft. Bis zur Machtergreifung der Taliban waren über 50 % der Studierenden an den afghanischen Hochschulen Frauen. Im afghanischen Parlament machten die Frauen fast ein Drittel der Abgeordneten aus (und damit einen vergleichbaren Anteil wie in Deutschland!). LaStämpfli und Rohnerin sind sich einig: Es braucht eine klare Position des Westens. Frauenrechtsaktivistinnen müssen gerettet und ausgeflogen werden. Sie unterstützen beide Hilfsorganisationen in Deutschland und der Schweiz und empfehlen das auch ihren Hörerinnen und Hörern (in D: Terre des Femmes Deutschland, Medica Mondiale etc.; in CH: Médecins sans frontières und Reporter ohne Grenzen).
     
    Und LaStämpfli stellt klar: Akzeptiert man diese Menschenrechtsverletzungen der Frauen in Afghanistan, öffnet das Tür und Tor auch für Frauenrechtsverletzungen in Europa. Die Anfänge sind in der Türkei längst sichtbar. Afghanistan hat sehr viel mehr mit uns zu tun, als uns lieb ist. Zudem: Isabel Rohner und Regula Stämpfli reden auch darüber, was TALIBAN mit dem HUGE GENDER DATA GAP  zu tun haben.
    Links:
    – https://www.theguardian.com/world/2021/aug/15/an-afghan-woman-in-kabul-now-i-have-to-burn-everything-i-achieved
    – Regula Stämpfli, Das grosse Datenloch siehe http://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf
    0 min
  • #diepodcastin über Stolz: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick über Kategorien, digitale Reproduktion, Abwertung von Frauen, Importance of having a community, Mutter-Töchter im deutschen Fernsehen, DER SPIEGEL UNTERIRDISCH, Is

    Das verkürzte Zitat durch Fehlschnitt am Anfang: ” Eine Frau, die Ziele hat, wird Emanze genannt, während ein Mann, der Ziele hat, den Erwartungen entspricht.” Ton Morrisson, Literaturnobelpreisträgerin. Vorgelesen von Isabel Rohner, die übrigens auch ein geniales Zitate-Buch herausgegeben hat.

    #diepodcastin über Stolz: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick über Kategorien, digitale Reproduktion, Abwertung von Frauen, Importance of having a community, Mutter-Töchter im deutschen Fernsehen, DER SPIEGEL UNTERIRDISCH, Isidora Duncan, Vorbilder & die Körperlichkeit von Stolz.

    laStaempfli bringt ein Frauen zu Frauenthema: Franziska Schutzbach redet in einem BLICK-Interview darüber, wie Frauen besonders hart über andere Frauen urteilen und eine Grundsympathie für Männer hegen würden. Die Rohnerin findet ja, laStaempfli nein und führt polit-philosophische Gründe des radikal sozialen Wesens Mensch an. Da Frauen massiv abgewertet werden und zwar auch durch Franziska Schutzbach, indem sie hier die Fragen nicht relativiert, auf keinen Kontext verweist, gibt es keinen aufwertenden Blick auf Frauen in der patriarchalen Gesellschaft. Ausser von Feministinnen, die sich um SICHTBARKEIT bemühen & nicht um Kategorien wie Ideologien. Dazu passt, dass im Zuge der LGBTQ* vor allem FRAUEN im Fokus der Kritik stehen. Wir unterschätzen wie hässig der Ton gegen Frauen grundsätzlich geworden ist – dazu auch der Umgang mit der Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

    DER SPIEGEL bekommt von der Rohnerin die Goldene Schrumpelgurke dieser Woche verliehen: “Papa kann das schon – Was moderne Väter alles hinkriegen, wenn Mütter sie lassen” titelt er. Ja, ja, wir haben verstanden: Die Mütter sind selber schuld, wenn es mit der Vereinbarung nicht klappt. Nicht existent sind all die zahlreichen Studien der letzten Wochen und Monate, die in den Blick gerückt haben, dass insbesondere Mütter die Leidtragenden der Corona-Krise waren und sind. Was braucht es auch Wissenschaft und Studien, wenn man einfach den selben Müll wie seit eh und je reproduzieren kann?!?! Oder wie es die kluge Barbara Vorsamer von der SZ auf Twitter schrieb: “Für jedes andere Thema gibt es Fachredakteur*innen, die sich jahrelang damit beschäftigen. Bei den Themen Familie und Gleichberechtigung darf aber jede*r, egal, was er/sie von den Debatten mitgekriegt hat oder auch nicht.”

    Auch das ZDF war diese Woche für die Rohnerin kein Anlass der Freude: In der neuesten Eigenproduktion “Mich hat keiner gefragt” besetzt das ZDF doch tatsächlich die tolle Schauspielerin Meike Droste (Jahrgang 1980, also 41 Jahre alt) in der Rolle der Mutter einer erwachsenen Tochter, gespielt von Vita Tepel (Jg. 1995, also 26 Jahre alt). Die Rohnerin fragt zurecht, ob es beim ZDF auch denkbar wäre, Florian Silbereisen (Jg. 1981) als Vater eines erwachsenen Sohnes zu besetzen. Die Antwort lautet: nein. laStaempfli verweist gleichzeitig auf die hochproblematischen Publikationen von Müttern und Töchtern, die von bösen Töchtern geschrieben sind. Rohnerin und laStaempfli würden sofort Romane auf ihre wunderbaren Mütter schreiben – aber wohl keinen Verlag finden.
    #diepodcastin macht aufmerksam auf die großartige Social-Media-Aktion der wichtigen Historikerinnen-Accounts @frauenvondamals, @frauabgeordnete und  @Herstory_pod, die über den Hashtag #FrauenimWiderstand zahlreiche Frauen sichtbar machen, die gegen die Nationalsozialisten gekämpft haben. Die Historikerin Bianca Walther hat dabei letzte Woche einen weiteren Skandal der Unsichtbarmachung durch Algorithmen aufgedeckt: Googelte frau/man nach der Widerstandskämpferin Elisabeth von Thadden (1890-1944), die von den Nazis umgebracht worden ist, erhielt man/frau als Funktionsbezeichnung “Verurteilter Verbrecher” (sic!!!). Nicht nur, dass Google die Verdienste von Elisabeth von Thadden verneint – Google übernimmt auch noch die Logik der Nazis und bezeichnet sie als “Verbrecher” (sic!). Es ist Bianca Walther zu verdanken, dass dies inzwischen von Google geändert worden ist.
    laStämpfli und Rohnerin sprechen über STOLZ. laStaempfli hat drei Kategorien: a) Stolz als körperliche Erwachsenheit und Freude über Da-Sein, b) Hybris als Verbrechen, c) hochnäsig durch Herrschaft. #diepodcastin kommt nur dazu über a) zu reden: STOLZ als erfolgsicher, freudig, körperlich, eigen, selbstbewusst, stark.

    laStaempfli: Stolz ist ein tolles, freiheitliches Konzept des Individuums: Es geht darum, sich seiner Fähgigkeiten und Leistungen bewusst zu sein und erfreut darüber und dankbar zu sein und ein gutes Selbstgefühl zu haben. Die Rohnerin: Stolz sind alle Menschen von Kindsbeinen an. Mädchen und Frauen wird aber dieser Stolz gerne abgesprochen. #diepodcastin erkennt: Frauen gelten, wenn sie sich über ihre Fähigkeiten freuen, als hochnäsig, spröde, unnahbar, überheblich, frech, ungehorsam. Stolz können sich nur die Herrschenden leisten.

    Bestes Beispiel einer stolzen Frau war nach laStaempfli, die geniale und Erfinderin der Moderne, Isidora Duncen. 1877 geboren, und markiert sie den Beginn der Emanzipation und der Tanzmoderne. Am 14. Februar 1902 tanzte Isidora Duncan in der neu errichteten weissen Sezession und begeisterte Avantgarde und Altmenschen gleichermassen: Eine Frau, auf die alle Frauen mit Freude zurückblicken können, sollen und sie kennen.

    Doch Frauen wird der Stolz auch von Frauen verweigert: Frauen geben Frauen keine Namen, kollektivieren ihre Errungenschaften. Frauen rühmen zu wenig Frauen, zitiren einander viel zu wenig und vergessen vor lauter Kollektiv, die Frauen nicht als Individuum hervorzuheben.

    Einig sind sich Isabel Rohner und Regula Stämpfli in einem: Stolz setzt ein Gefühl für den eigenen Körper, für da eigene Selbst voraus. Und: Stolz und Selbstbewusstsein bei Frauen löst immer noch (2021!!!!) Irritationen aus. Wie sonst ist zu erklären, dass auch noch heute im Duden als Beispiel für stolz in der Bedeutung “in seinem Selbstbeweusstsein überheblich” die “stolze Frau” genannt wird.
    Die Podcastin hält es da mit Hedwig Dohm: “Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze mag missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.” (Aus: “Die Antifeministen”, 1903).

     

    48 min
  • #diepodcastin über Stolz: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick über Kategorien, digitale Reproduktion, Abwertung von Frauen, Importance of having a community, Mutter-Töchter im deutschen Fernsehen, DER SPIEGEL UNTERIRDISCH, Is

    Das verkürzte Zitat durch Fehlschnitt am Anfang: ” Eine Frau, die Ziele hat, wird Emanze genannt, während ein Mann, der Ziele hat, den Erwartungen entspricht.” Ton Morrisson, Literaturnobelpreisträgerin. Vorgelesen von Isabel Rohner, die übrigens auch ein geniales Zitate-Buch herausgegeben hat.

    #diepodcastin über Stolz: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick über Kategorien, digitale Reproduktion, Abwertung von Frauen, Importance of having a community, Mutter-Töchter im deutschen Fernsehen, DER SPIEGEL UNTERIRDISCH, Isidora Duncan, Vorbilder & die Körperlichkeit von Stolz.

    laStaempfli bringt ein Frauen zu Frauenthema: Franziska Schutzbach redet in einem BLICK-Interview darüber, wie Frauen besonders hart über andere Frauen urteilen und eine Grundsympathie für Männer hegen würden. Die Rohnerin findet ja, laStaempfli nein und führt polit-philosophische Gründe des radikal sozialen Wesens Mensch an. Da Frauen massiv abgewertet werden und zwar auch durch Franziska Schutzbach, indem sie hier die Fragen nicht relativiert, auf keinen Kontext verweist, gibt es keinen aufwertenden Blick auf Frauen in der patriarchalen Gesellschaft. Ausser von Feministinnen, die sich um SICHTBARKEIT bemühen & nicht um Kategorien wie Ideologien. Dazu passt, dass im Zuge der LGBTQ* vor allem FRAUEN im Fokus der Kritik stehen. Wir unterschätzen wie hässig der Ton gegen Frauen grundsätzlich geworden ist – dazu auch der Umgang mit der Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

    DER SPIEGEL bekommt von der Rohnerin die Goldene Schrumpelgurke dieser Woche verliehen: “Papa kann das schon – Was moderne Väter alles hinkriegen, wenn Mütter sie lassen” titelt er. Ja, ja, wir haben verstanden: Die Mütter sind selber schuld, wenn es mit der Vereinbarung nicht klappt. Nicht existent sind all die zahlreichen Studien der letzten Wochen und Monate, die in den Blick gerückt haben, dass insbesondere Mütter die Leidtragenden der Corona-Krise waren und sind. Was braucht es auch Wissenschaft und Studien, wenn man einfach den selben Müll wie seit eh und je reproduzieren kann?!?! Oder wie es die kluge Barbara Vorsamer von der SZ auf Twitter schrieb: “Für jedes andere Thema gibt es Fachredakteur*innen, die sich jahrelang damit beschäftigen. Bei den Themen Familie und Gleichberechtigung darf aber jede*r, egal, was er/sie von den Debatten mitgekriegt hat oder auch nicht.”

    Auch das ZDF war diese Woche für die Rohnerin kein Anlass der Freude: In der neuesten Eigenproduktion “Mich hat keiner gefragt” besetzt das ZDF doch tatsächlich die tolle Schauspielerin Meike Droste (Jahrgang 1980, also 41 Jahre alt) in der Rolle der Mutter einer erwachsenen Tochter, gespielt von Vita Tepel (Jg. 1995, also 26 Jahre alt). Die Rohnerin fragt zurecht, ob es beim ZDF auch denkbar wäre, Florian Silbereisen (Jg. 1981) als Vater eines erwachsenen Sohnes zu besetzen. Die Antwort lautet: nein. laStaempfli verweist gleichzeitig auf die hochproblematischen Publikationen von Müttern und Töchtern, die von bösen Töchtern geschrieben sind. Rohnerin und laStaempfli würden sofort Romane auf ihre wunderbaren Mütter schreiben – aber wohl keinen Verlag finden.
    #diepodcastin macht aufmerksam auf die großartige Social-Media-Aktion der wichtigen Historikerinnen-Accounts @frauenvondamals, @frauabgeordnete und  @Herstory_pod, die über den Hashtag #FrauenimWiderstand zahlreiche Frauen sichtbar machen, die gegen die Nationalsozialisten gekämpft haben. Die Historikerin Bianca Walther hat dabei letzte Woche einen weiteren Skandal der Unsichtbarmachung durch Algorithmen aufgedeckt: Googelte frau/man nach der Widerstandskämpferin Elisabeth von Thadden (1890-1944), die von den Nazis umgebracht worden ist, erhielt man/frau als Funktionsbezeichnung “Verurteilter Verbrecher” (sic!!!). Nicht nur, dass Google die Verdienste von Elisabeth von Thadden verneint – Google übernimmt auch noch die Logik der Nazis und bezeichnet sie als “Verbrecher” (sic!). Es ist Bianca Walther zu verdanken, dass dies inzwischen von Google geändert worden ist.
    laStämpfli und Rohnerin sprechen über STOLZ. laStaempfli hat drei Kategorien: a) Stolz als körperliche Erwachsenheit und Freude über Da-Sein, b) Hybris als Verbrechen, c) hochnäsig durch Herrschaft. #diepodcastin kommt nur dazu über a) zu reden: STOLZ als erfolgsicher, freudig, körperlich, eigen, selbstbewusst, stark.

    laStaempfli: Stolz ist ein tolles, freiheitliches Konzept des Individuums: Es geht darum, sich seiner Fähgigkeiten und Leistungen bewusst zu sein und erfreut darüber und dankbar zu sein und ein gutes Selbstgefühl zu haben. Die Rohnerin: Stolz sind alle Menschen von Kindsbeinen an. Mädchen und Frauen wird aber dieser Stolz gerne abgesprochen. #diepodcastin erkennt: Frauen gelten, wenn sie sich über ihre Fähigkeiten freuen, als hochnäsig, spröde, unnahbar, überheblich, frech, ungehorsam. Stolz können sich nur die Herrschenden leisten.

    Bestes Beispiel einer stolzen Frau war nach laStaempfli, die geniale und Erfinderin der Moderne, Isidora Duncen. 1877 geboren, und markiert sie den Beginn der Emanzipation und der Tanzmoderne. Am 14. Februar 1902 tanzte Isidora Duncan in der neu errichteten weissen Sezession und begeisterte Avantgarde und Altmenschen gleichermassen: Eine Frau, auf die alle Frauen mit Freude zurückblicken können, sollen und sie kennen.

    Doch Frauen wird der Stolz auch von Frauen verweigert: Frauen geben Frauen keine Namen, kollektivieren ihre Errungenschaften. Frauen rühmen zu wenig Frauen, zitiren einander viel zu wenig und vergessen vor lauter Kollektiv, die Frauen nicht als Individuum hervorzuheben.

    Einig sind sich Isabel Rohner und Regula Stämpfli in einem: Stolz setzt ein Gefühl für den eigenen Körper, für da eigene Selbst voraus. Und: Stolz und Selbstbewusstsein bei Frauen löst immer noch (2021!!!!) Irritationen aus. Wie sonst ist zu erklären, dass auch noch heute im Duden als Beispiel für stolz in der Bedeutung “in seinem Selbstbeweusstsein überheblich” die “stolze Frau” genannt wird.
    Die Podcastin hält es da mit Hedwig Dohm: “Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze mag missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.” (Aus: “Die Antifeministen”, 1903).

     

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  • #diepodcastin im Gespräch mit Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin: "Bedingungslose Solidarität mit Frauen".

    Die Podcastin  im Gespräch – mit Netzaktivistin JOLANDA SPIESS-HEGGLIN. Isabel Rohner hat JOLANDA SPIESS-HEGGLIN ZUM “#diepodcastin im Gespräch” getroffen. Anfang August 2021 gab es eine neue Entwicklung der Mediengeschichte rund um die engagierte, mutige Frau. Auf TWITTER trendete daraufhin #WirsindNetzCourage. Die entsprechenden Links finden sich dazu. Das Gespräch zwischen Isabel Rohner und Jolanda Spiess-Hegglin fand VOR dieser weiteren Entwicklung statt.
    Jolanda Spiess-Hegglin ist in der Schweiz die wohl bekannteste Stimme gegen Frauenhass im Netz. 2016 hat sie den Verein Netzcourage gegründet und hat damit die zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für all jene Frauen geschaffen, die im Netz mit Hass und digitaler Gewalt konfrontiert sind. Spiess-Hegglin berät Politikerinnen, begleitet Frauen auf dem Klageweg und wehrt sich selber seit Jahren immer wieder – und zwar sehr erfolgreich! – vor Gericht gegen Hass, Verleumdungen, digitale Gewalt und sexistisches Clickbaiting.
    Mit Isabel Rohner spricht sie über ihre Arbeit und Ziele, was ihr Kraft gibt und sie antreibt. Sie sprechen über die Wichtigkeit von gesicherter Finanzierung für so ein wichtiges Angebot wie NetzCourage – und warum eine solche Initiative von engagierten Privatpersonen aufgebaut wurde und (leider!) nicht vom Staat. Und sie sprechen darüber, wie Jolanda Spiess-Hegglin durch ihren unermüdlichen Kampfgeist gerade dabei ist, Mediengeschichte zu schreiben: Denn sie legt sich vor Gericht gerade mit einam der mächtigen Medienkonzerne der Schweiz an und klagt auf Herausgabe der Gelder, die Ringier mit Persönlichkeitsrechte verletzenden Artikeln über sie verdient hat. Wenn ihre Klage erfolg haben wird, wird dies die Anforderungen an Berichterstattungen spürbar erhöhen und vor allem Frauen vor Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte schützen.
    Link zu “Netzcourage – the hatespeech ambulance”: https://www.netzcourage.ch/
    Porträt von Spiess-Hegglin von Gian Marco Castelberg.
    Neuste Entwicklung siehe Kleinreport http://www.kleinreport.ch/news/haltdiefressetamedia-kampf-hashtag-gegen-tamedia-fuhrt-schweizer-twitter-trends-97599/
    43 min
  • #diepodcastin im Gespräch mit Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin: “Bedingungslose Solidarität mit Frauen”.
    Die Podcastin  im Gespräch – mit Netzaktivistin JOLANDA SPIESS-HEGGLIN. Isabel Rohner hat JOLANDA SPIESS-HEGGLIN ZUM “#diepodcastin im Gespräch” getroffen. Anfang August 2021 gab es eine neue Entwicklung der Mediengeschichte rund um die engagierte, mutige Frau. Auf TWITTER trendete daraufhin #WirsindNetzCourage. Die entsprechenden Links finden sich dazu. Das Gespräch zwischen Isabel Rohner und Jolanda Spiess-Hegglin fand VOR dieser weiteren Entwicklung statt.
    Jolanda Spiess-Hegglin ist in der Schweiz die wohl bekannteste Stimme gegen Frauenhass im Netz. 2016 hat sie den Verein Netzcourage gegründet und hat damit die zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für all jene Frauen geschaffen, die im Netz mit Hass und digitaler Gewalt konfrontiert sind. Spiess-Hegglin berät Politikerinnen, begleitet Frauen auf dem Klageweg und wehrt sich selber seit Jahren immer wieder – und zwar sehr erfolgreich! – vor Gericht gegen Hass, Verleumdungen, digitale Gewalt und sexistisches Clickbaiting.
    Mit Isabel Rohner spricht sie über ihre Arbeit und Ziele, was ihr Kraft gibt und sie antreibt. Sie sprechen über die Wichtigkeit von gesicherter Finanzierung für so ein wichtiges Angebot wie NetzCourage – und warum eine solche Initiative von engagierten Privatpersonen aufgebaut wurde und (leider!) nicht vom Staat. Und sie sprechen darüber, wie Jolanda Spiess-Hegglin durch ihren unermüdlichen Kampfgeist gerade dabei ist, Mediengeschichte zu schreiben: Denn sie legt sich vor Gericht gerade mit einam der mächtigen Medienkonzerne der Schweiz an und klagt auf Herausgabe der Gelder, die Ringier mit Persönlichkeitsrechte verletzenden Artikeln über sie verdient hat. Wenn ihre Klage erfolg haben wird, wird dies die Anforderungen an Berichterstattungen spürbar erhöhen und vor allem Frauen vor Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte schützen.
    Link zu “Netzcourage – the hatespeech ambulance”: https://www.netzcourage.ch/
    Porträt von Spiess-Hegglin von Gian Marco Castelberg.
    Neuste Entwicklung siehe Kleinreport http://www.kleinreport.ch/news/haltdiefressetamedia-kampf-hashtag-gegen-tamedia-fuhrt-schweizer-twitter-trends-97599/
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Der feministische Politwochenrueckblick von Isabel Rohner & Regula Staempfli

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